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Lexikon des Landlebens



Haberfeldtreiben: (von Haberfell = Bocksfell, Altbayern, Tirol). Brauchtümliches Rügegericht im bayerischen Oberland, bei dem Delinquenten ursprünglich ein Bocksfell als Hemd übergezogen und ihnen darin ihr Südenregister in Versform verlesen wurde. Der übrige Ablauf gestaltete sich ähnlich wie die "Volksjustiz" bei Charivari (Maskierung, Lärmen, Sachbeschädigungen, Verspottung durch ehrenrührige Reime, Verprügelung). Die "treibenden" Akteure waren junge ledige Burschen, angeführt von den "Haberfeldmeistern". Gesühnt wurden (angebliche) Verstöße gegen Sitte und Ordnung, die nicht vor ein ordentliches Gericht kamen, z.B. Ehebruch, anstößige Hochzeiten zwischen Alten und Jungen, gemeinschaftsschädigendes Verhalten. Im Laufe der Zeit veränderte sich der Brauch und wurde zur Verfolgung von missliebigen Personen missbraucht; hier wurde der Schuldige mit Peitschenhieben dann wirklich in ein Haferfeld getrieben. Erst im Laufe des 19. Jahrhunderts gelang es der Obrigkeit, dem Haberfeldtreiben ein Ende zu bereiten.
In der Literatur: Lena Christ "Wahrhaftige Darstellung und Beschreibung des großen Haberfeldtreibens vom Jahre 1914/15 vor dem Gasthaus 'zum europäischen Hof' dahier". Oskar Panizza "Die Haberfeldtreiben im bairischen Gebirge" (1897).
Im Film: "Jagdszenen aus Niederbayern". Im Lied: Konstantin Wecker "Jetzt hams di dawischt".



Habergeiß: Eine Sagengestalt, die Kinder erschreckt. Es handelt sich um einen dreibeinigen Vogel, dessen Kopf an eine Geiß erinnert und der wie eine Geiß meckert. Die letzte Garbe bei der Ernte bekommt den Namen Habergeiß. Schimpfworte: Habergeiß (hässliche Frau).



Habicht: "Der Taubenwürger" (Homer). Patroklos wird in der Ilias mit dem Habicht verglichen, der Dohlen und Stare "wild vor sich herscheucht". Die Perser hatten eine Vorliebe für Habichtsnasen, weil Cyrus, "der beliebteste unter ihren Königen", eine solche Nase gehabt haben soll, so wenigstens berichtet es uns Plutarch. Der Habicht kopuliert bis zu hundertmal mit seiner Partnerin, um sicher zu sein, dass der Nachwuchs von seinem Samen stammt. Der Kuckuck soll sich nach dem Volksglauben nach Johanni in einen Habicht verwandeln. Wer an Karfreitag die Hühner durch einen hölzernen Reifen laufen ließ, schützte sie vor dem Habicht. Die Flagge der Azoren führt ihn im Bild. Vogel des Jahres 2015.
Habichtsbrust (beim Pferd). Tiernamen: Habichtsfliege. Pflanzennamen: Habichtskraut, Habichtspilz.



Habicht: Redensarten: "Einem Habicht Tauben anvertrauen" (den Bock zum Gärtner machen. Ovid "Ars amatoria"). Sich wie ein Habicht auf etwas stürzen.
Sprichwörter: Den Habicht muss man nicht zum Taubenkönig machen. Einem Habicht braucht man das Hühnerrupfen nicht zu lehren. Habichtskraut. Wenn das Huhn heiter und fröhlich ist, fängt ihm der Habicht das Küken weg (aus Jamaika). Wer den Habicht hegt ist kein Freund der Tauben.
Sprüche: "Der Habicht fraß die Wanderratte, / nachdem er sie geschändet hatte" (Robert Gernhardt). Fabeln s. auch Lerche, Nachtigall. Aesop "Der Habicht, der Falke und die Tauben". Johann Wilhelm Ludwig Gleim "Der Habicht und die Störche". Friedrich von Hagedorn "Der welsche Hahn, der Habicht und der Adler". Johann Gottfried Herder "Alte Fabeln mit neuer Anwendung".
Schimpfworte: Habichtsnase (hakenförmige Nase; schon bei Terenz).



Habicht: In der Literatur: Werner Bergengruen "Das Buch Rodenstein". Siegfried Lenz "Es waren Habichte in der Luft" (1951). Hermann Löns "Der Hühnerhabicht". Karl May "Der Habicht".
Im Gedicht: Eugen Roth "Tierleben für jung und alt. München" (1973).
Im Film /Filmtitel: u. a. "Bakers Habicht" (1976).
In der Malerei: u. a. Albrecht Dürer "Narr mit Hund und Habicht in der Kirche" (Holzschnitt 1494).



Habichte: s. auch Habicht



hacken: Redensarten: Auf jemandem herumhacken (stammt vom Hühnerhof, vgl. auch Hackordnung). Schimpfwort: Hacker (Computer).



Hackstock: plumper, schweigsamer Mann.



Hafer: (auch Haber).
"Zehrt doch der Flachs übermäßig vom Boden, stark zehrt auch der Hafer,
stark auch der Mohn, der Spender eines lethäischen Schlafes"
(Vergil "Vom Landbau").
Hafer galt im alten Griechenland als Unkraut. Plinius hielt ihn für die "Hauptspeise" der Germanen. Haferstroh sticht im Gegensatz zum Gersten- und Roggenstroh mit seinen langen Grannen nicht; es wurde deshalb früher gern zum Füllen der Strohsäcke, die als Matratzen dienten, verwendet. Brautleute werden mit Hafer beworfen. Gibt man Hafer in eine mit Wasser gefüllte Schüssel, so erkennt man an den schwimmenden Halmen, ob die Ehe glücklich wird oder nicht. Mädchen legen Haferkörner unter das Kopfkissen und hoffen, dadurch einen Mann anzulocken. Burschen werfen den Mädchen Haferkörner an die Kleider. Je mehr Körner hängen bleiben, desto mehr Kinder gibt es.



Hafer: Redensarten: Er hat noch nicht viel Hafer gedroschen (nicht sehr kräftig). Jemanden sticht der Hafer (er ist übermütig. "Nachwelt: Eine Rasse, die den Hafer ernten wird, der die Welt jetzt sticht" Ambrose Bierce). Mit seinen Gedanken im Haferfeld sein (für zerstreut). Haferkronenrost (Rostpilz), Hafermaus, Hafermotor (Pferd, "1-PS-Hafermotor mit Peitschenzündung"). Haferschleimvilla (Krankenhaus, Altersheim). Pflanzennamen: Haferblume, Haferpflaume, Haferschlehe, Haferwurz.

"Wenn dich einmal der Hafer sticht,
aus deiner Haut zu fahren,
so bleib nur drin, es lohnt sich nicht,
du kannst das Fahrgeld sparen!"



Hafer: Sprichwörter: Das Pferd, das den Hafer verdient, bekommt ihn selten. Das Pferd will wohl den Hafer, aber nicht den Sattel. Der Hafer ihm im Hintern spielt, / bis dass er vorne Kräfte fühlt (Sorbisch). Der Ochse muss den Hafer pflügen, das Pferd frisst ihn. Geduld, Vernunft und Hafergrütze, die sind zu allen Dingen nütze. Treib das Pferd nicht mit Geschrei, sondern mit Hafer und Heu (jüdisch). Wenn das Pferd tot ist, nützt der Hafer auch nichts mehr. Weiber kochen uns dünne Hafersuppen und brocken uns dicke Worte darein. Wenn die Peitsche Hafer wäre und das Fluchen ziehen hülfe, so hätte mancher ein gut Gespann (sorbisch).
Sprüche: "A little fuck in the morning time / Is better than a cup of haferschleim."



Hafer: Im Gedicht: Theodor Fontane (fraglich) "Jockel" ("Der Herr, der schickt den Jockel aus: / Er soll den Hafer schneiden...")

Horaz, übersetzt von Fritz Graßhoff:
"Wenn du, mal angenommen,
zehntausend Säcke Hafer hast,
und ich nur einen einzigen besitze - :
in deinen wie in meinen Magen passt
nur eine Satte Hafergrütze ..."

Ludwig Uhland "Schwindelhaber".



Hafer: Im Lied: "Der Habersack" (aus "Des Knaben Wunderhorn"). "Der Herr, der schickt den Jockel aus, / Er soll den Hafer schneiden." "Drei Gäns im Haberstroh, / sie saßen da und waren froh." "Wollt ihr wissen, wie der Bauer ... seinen Hafer aussät?" Im Film/Filmtitel: u. a. "Haferbrei macht sexy" (1970).



Hafer: S. auch Habergeiß



Hagebutte: Ihr Fruchtinhalt wurde früher von Kinder gern als "Juckpulver" verwendet.
Redensarten: Sie hat Haare so rot wie Hagebuttenmarmelade.
Sprichwörter: Es gibt keine noch so schöne Rose, die nicht zur Hagebutte wird (Frankreich). Im Gedicht s. auch Fliegenpilz. August Heinrich Hoffmann von Fallersleben: "Ein Männlein steht im Walde, / ganz still und stumm …"

"Überall der Hagebutten Feuer,
Für Verlorenes als Gewinn entfacht;
Nach der Rosen Niederfall ein neuer
Leuchterdienst für uns und unsre Nacht …"
(Georg von der Vring "Hagebutten")



Hagel: "Zeus wird Regen und Hagel schicken und düsteres Sturmgeheul" (Euripides "Die Troerinnen").
Wenn der Regen "Gänsehaut" bekommt. Der Brockhaus von 1838 hat eine merkwürdige Entdeckung gemacht, "dass in Gebirgsgegenden, in denen die Kretins vorkommen und wo Kröpfe häufig sind, Hagelwetter sehr selten sind". Im Volksglauben sind Dämonen und Hexen am Hagel schuld. Mit Glockenläuten können sie vertrieben werden. Auch Brennnessel, Hagebuche und Johanniskraut vertreiben das Unwetter. Es hilft, wenn man Hagelkörner im Ofen verbrennt, denn damit verbrennt man auch die Wetterhexe. Das Aufstellen von Wetterkreuzen diente, wie das Ausstreuen von Ostereierschalen, ebenfalls der Hagelabwehr. Das Wasser geschmolzener Hagelkörner soll bei Augenkrankheiten helfen.



Hagel: Eine schreckliche Geschichte wird von einem Arzt bei Miltenberg am Main berichtet. Er war ein Sonderling und man sagte ihm nach, er könne Wetter machen. "Als er einst in einem Schlosse, das zwölf Schwestern bewohnten, um die jüngste anhielt, erbaten diese sich drei Tage Bedenkzeit. Nach dieser Zeit kam der Doktor wieder, wurde froh empfangen und in den Saal hinaufgeleitet, wo er seine Braut umarmen sollte. Diese saß verhüllt auf einen Sessel." Als der Doktor freudig erregt den Schleier wegzog, da begrüßte ihn mit "miau" eine schwarze Katze. Der Düpierte verließ zornig das Schloss, lief heim, holte sein Zauberbuch hervor, eilte zurück zum Schloss und betrat den Saal, in dem die zwölf Jungfern noch versammelt waren. "Er sprach seine Formeln - ein Unwetter entstand, Hagel ging nieder, der Main stieg - Schloss und Park verschwanden für immer" (Stegemann).



Hagel: Redensarten: Die Ernte ist verhagelt (für Misserfolg). Es hagelt Strafen. Und wenn’s Katzen hagelte (für unbedingt). Geschoßhagel/Kugelhagel, Hagelgeschmack (fehlerhafter Weingeschmack), Hagelkorn (Linsentrübung), Steinhagel, verhageln (jemand sieht aus, als wenn ihm das Korn, die Petersilie verhagelt wäre).
Im Gedicht: Georg Britting "Am offenen Fenster bei Hagelwetter".
Im Lied: "Das Hagelwetter" (Johann Gottfried Herder).
Im Film/Filmtitel: u. a. "Hagelsturm – Die Wetterkatastrophe" (2002). "Wenn es regnet, hagelt es" (1994).



Hagel: S. auch Versicherung



Hahn: "Ein Hahn besingt sogar den Morgen, an dem er in den Suppentopf wandert" (Stanislaw Jerzy Lec). "Es gibt viele Hähne, die meinen, dass ihretwegen die Sonne aufgeht" (Theodor Fontane).
Haustier, das der Vielweiberei frönt und auf dem Land seit alters her den Wecker ersetzt. Geoffrey Chaucer lobt in den "Canterbury tales" den Hahn "Kanteklär", nach dem man die Uhr stellen konnte: "Viel sichrer konnte man nach seinem Krähen / Als nach der Kirchen- und Abteiuhr gehen."
Symbol der Wachsamkeit (deswegen auch sein Platz auf der Kirchturmspitze). In der altnordischen Göttersage verkündet der Hahn Fjalar den Anbruch der Götterdämmerung. Das Krähen des Hahns als Futterruf, so hat die Forschung herausgefunden, ist ein Trick, um die Hennen zur Begattung herbeizulocken, auch wenn gar kein Futter da ist (V. Sommer: Lob der Lüge 1992). In der Bibel krähte der Hahn dreimal ("abermals krähte der Hahn"); er soll auch nach der Geburt Christ als erster die freudige Nachricht durch sein Krähen unter den Tieren verbreitet haben.



Hahn: Sokrates opferte dem Äskulap einen Hahn als Dank für eine überstandene Krankheit. Der Teufel trägt an seinem Hut eine Hahnenfeder, mit der er seine Pakte unterschreiben lässt. Berühmt ist der gallische Hahn Chanteclairix durch die Asterix-Comics geworden. In der Kathedrale von Santo Domingo wird ein lebender Hahn in einem Käfig gehalten. Wer ihn als Jakobswegpilger auf dem krähen hört, wird sein Ziel Santiago sicher erreichen. In Belgien gibt es Wettbewerbe, bei denen es die Hähne schaffen, bis zu 150-mal pro Stunde zu krähen. Tierschützer verhinderten 2016, dass der Gockel Igor in der Oper "Der goldene Hahn" an der Deutschen Oper in Düsseldorf auftrat.



Hahn: Den Haushahn darf man nicht verspeisen. Das bringt Unglück, weil er der Träger der Fruchtbarkeit ist. Hahnenfedern sollen gegen Untreue helfen. Die Liebe eines spröden Mädchens erringt der Bursche, wenn er mit drei Schwanzfedern den Hals der Liebsten bestreicht. Allerdings darf er die Federn nicht mit nackter Hand ausrupfen. Wenn sich während des Hochzeitszugs zwei Hähne streiten, bedeutet das nichts Gutes für die Ehe. Hawaiisches Kochrezept: Leg’ den Hahn mit einem Lavastein in den Topf, und wenn der Stein weich ist, lasse das Fleisch noch zwei weitere Stunden auf dem Herd.



Hahn: Alektryomantie nennt die Wissenschaft die Weissagung mithilfe eines Hahnes (z.B. indem man einen Hahn auf Buchstaben verteilte Körner aufpicken lässt), Hahnenkampf (beliebtes Unterhaltungsspiel, das schon im alten Athen veranstaltet wurde. Siegespreis war ursprünglich der unterlegene Hahn, später gab es auch Geldpreise. Um den Kämpfen mehr Attraktivität zu verleihen, wurden den Hähnen gelegentlich Metallsporen angeschnallt. Vgl. auch Friedrich Rückert "Der Hahnenkampf"), Der Rote Hahn (Feuer): Eine Würzburger Sage berichtet von einem Haus in der Dominikanergasse, auf das der Ritter Wilhelm von Grumbach einen roten Hahn setzte und dann anzündete. Der brennende Hahn flog von einem Dach zum anderen und verbreitete dadurch das Feuer. Nach seinem Wiederaufbau erhielt das Haus den Namen "Zum roten Hahn".



Hahn: Mondkrater, Wappentier (der gallische Hahn Wappentier Frankreichs; der Anfang der Marseillaise klingt wie sein Krähen), Hahnengewicht (Sport Gewichtsklasse), Hahnenschrei (Dernier Kikeriki: Hahnenschrei kurz vor dem Abstechen. Im Gegensatz dazu vertreibt der erste Hahnenschrei am Morgen böse Geister), Hahnentritt (kleine Zeit- oder Wegstrecke, fehlerhafte Gangart des Pferdes, Keimscheibe im Hühnerei, Gewebemuster), Hahnentrittmuster, Hahnreiter (Bildmotiv), Kokettieren ("herumgockeln", von französisch coq, der Hahn). Zinshahn (Hahn, der als Zins abgeliefert werden musste). Cock (Hahn im Englischen, auch männliches Geschlechtsteil), Cocktail (zu deutsch Hahnenschwanz).
Tiernamen: Knurrhahn (Fisch). Pflanzennamen: Hahnbutte (Hagebuche), Hahnendorn, Hahnenkamm, Berghähnlein, Hahnensporn.



Hahn: Redensarten: Beim (bis zum) ersten Hahnenschrei. Danach kräht kein Hahn mehr (danach fragt niemand, schon bei Martin Luther). Der Hahn im Korb sein (einziger Mann unter vielen Frauen). Eitel sein wie der Hahn, der glaubt, die Sonne sei aufgegangen, um ihn krähen zu hören. "Lieber Hahn im Korb als Hähnchen im Wienerwald". Früher stellte man den Brautleuten während der Hochzeitsnacht einen Hahn unters Bett, "um ihnen Fruchtbarkeit zu geben"). Der hört keinen Hahn mehr krähen (tot sein). Die gehen aufeinander los wie zwei junge Hähne (streiten). Du bist wohl vom Hahn beflattert (nicht recht bei Verstand sein). Ehe der Hahn kräht (auch schon im Neuen Testament). Er versteht so viel wie der Hahn vom Eierlegen. Etwas geschieht, wenn der Hahn Eier legt (d. h. niemals). Hahn sein auf seinem Mist (Herr auf seinem wenn auch noch so kleinen Besitz). Herumstolzieren wie der Hahn auf dem Mist.



Hahn: Sprichwörter: Besser einen Tag lang Hahn, als einen ganzen Monat lang Henne sein (Bulgarien). Der Hahn schließt die Augen beim Krähen, weil er’s auswendig kann (jüdisch). Ein guter Hahn wird selten fett. Ein Hahn ist Herr über zwölf Hühner, eine Frau über genau so viele Männer. Ein magerer Hahn und eine fette Henne sind ein Beweis für innige Liebe. Jeder Hahn fühlt sich als Löwe/König auf seinem Misthaufen (nach Seneca). Man kann den Hahn in den Keller sperren, aber trotzdem geht die Sonne auf (China). Wem's glückt, dem legt der Hahn Eier. Wenn der Hahn stirbt, sind seine Augen immer noch auf den Mist gerichtet (arabisch). Wo viel Hähne sind, legen die Hühner wenig Eier (China). Zwei Hähne auf einem Mist vertragen sich nicht.

"Es war einmal ein Hahn,
Der hatte sich vertan.
Anstatt mit einem Huhn,
Es artgerecht zu tun,
Bestieg er einen Schwan."



Hahn: Sprüche: S. auch Auerhahn. "Ein Hahn macht am Morgen alle krähen" (Jean Paul). Ist der Hahn am Abend heiser / kräht er morgens etwas leiser. Kommt der Gockel unterm Trecker, / gibt es morgen keinen Wecker. "Manche Hähne glauben, dass die Sonne ihretwegen aufgeht" (Theodor Fontane). Sitzt der Hahn auf einer Krähe, / War keine Henne in der Nähe. Jacques Tati hält Schlagersänger für "heisere Hähne, die abends krähen statt am Morgen". Steigt der Hahn nachts auf den Kater, / wird er nur ganz selten Vater. Wenn der Hahn kräht auf dem Mist, / die Henne vor ihm sicher ist. "Wer Hahn im Korb ist, kann seinen Hühnern auch mal einen Korb geben" (Gerhard Uhlenbruck).
Vergleiche: "Ein guter Einfall ist wie ein Hahn am Morgen. Gleich krähen andere Hähne mit" (Karl Heinrich Waggerl). "Haut die Gockel vom Sockel!" (Feministischer Spruch). Wie der Hahn so die Hennen, antwortete die Nonne, als der Bischof nach der Disziplin im Frauenkloster fragte. Chefschelte: Ein Hahn, vor dem keine Henne sicher ist. Er schleicht herum, wie ein Hahn, dem man das Huhn weggenommen hat.
Schimpfworte: Hahn (Liebhaber, Schürzenjäger), Hahnrei (betrogener Ehemann), halber Hahn (schwächlicher Mann, Versager), Kampfhahn (Streithansl, vom Hahnenkampf abgeleitet), Knurrhahn (unleidlicher Mann), Schmachthahn (Verliebter), Schnapphahn (Strauchdieb. Vgl. auch Heinrich Heine "Schnapphahn und Schnapphenne"), Streithähne, Gockel (eitler, sexbestimmter Mann. Wie ein Gockel herumstolzieren), verliebter Gockel.



Hahn: Schon Apuleius empfand in "tiefer stiller Nacht" die "munteren Hähne mit ihrem kreischenden Geschrei" als Störenfriede. Daran hat sich im, Lauf der Jahrhunderte nichts geändert. "... jeden Morgen um vier Uhr krähen zwölf Hähne auf dem Misthaufen vor meinem Fenster! Das ist schmerzlich" (Erika Mann auf der Insel Hiddensee 1924 an ihre Freundin Pamela Wedekind). Kein Wunder: Neben dem Hund ist der Hahn das Tier, das am häufigsten vor Gericht zitiert wird.



Hahn: In der Fabel: S. auch Falke, Fuchs, Habicht, Huhn, Marder, Rebhuhn. Äsop "Der Esel, der Hahn und der Löwe", "Die zwei Hähne und der Adler" und "Der Hund, der Fuchs und der Hahn". Jean de la Fontaine u. a. "Das Hähnchen, die Katze und das Mäuschen" und "Der Hahn und der Fuchs" (vgl. auch Friedrich von Hagedorn). Johann Wilhelm Ludwig Gleim "Der Hahn und das Häschen" und "Der Hahn und die Hausmagd". Albrecht von Haller "Der Hahn, die Tauben und der Geier". Johann Gottfried Herder "Alte Fabeln mit neuer Anwendung". Gotthold Ephraim Lessing "Der Pfau und der Hahn". Phaedrus "Der Hahn in der Sänfte, von Katzen getragen". Hans Sachs " Der Fuchs mit dem Hahn". Christian Friedrich Daniel Schubart "Der Hahn und der Adler".



Hahn: In der Literatur: Aristophanes "Die Wespen". Ricarda Huch "Der Hahn von Quakenbrück". Walter Kempowski "Der Hahn im Nacken" (1973). Heinrich Lautensack "Hahnenkampf" (1908). Lukian "Der Hahn oder Der Traum des Micyllus". Hans Sachs "Der gstohlen Fassnachthohn".



Hahn: Im Gedicht: S. auch Tierprozess. Ernst Moritz Arndt "Hahnenkrei des deutschen Morgens". Otto Julius Bierbaum "Ritter Hahn und Bauer Enterich" und "Der Hahn".

"Zornkamm, Gockel, Körnerschlinger,
Federnschwinger, roter Ritter,
Blaugeschwänzter Sporenträger,
Eitles, prunkendes Gewitter,
Steht er funkelnd auf dem Mist ..."
(Georg Britting "Der Hahn")

Wilhelm Busch "Der Hahnenkampf". Max Dauthendey "Aus allen Tälern kommt der Hähne Ruf". Joseph von Eichendorff "Wann der Hahn kräht". Martin Greif "Der Frühhahn". Anastasius Grün "Roter Hahn" und "Zwei Hähne". Friedrich Güll "Von dem Hahn". August Heinrich Hoffmann von Fallersleben "Der Kickeriki-Hahn" und "Unsre lieben Hühnerchen (verloren ihren Hahn)". Peter Huchel "Hahnkämme". Friedrich von Logau "Der Hahn". Hermann Löns "Der goldene Hahn". Sandor Petöfi "Beim ersten Hahnenruf erwacht…" Friedrich Rückert u. a. "Der Hahn", "Des Hahn Gockels Leichenbegängnis" und "Der Hausherr an den Haushahn".



Hahn: Im Gedicht:
"Goldstrahlen schießen übers Dach,
Die Hähne krähn den Morgen wach;
Nun einer hier, nun einer dort,
So kräht es nun von Ort zu Ort ..."
(Theodor Storm "In der Frühe")

Johann Heinrich Voß "Grabschrift unseres Haushahns ".
Im Märchen: Clemens Brentano "Gockel, Hinkel und Gackeleia" (1838, "Gockel und Hinkel" 1811). Brüder Grimm u. a. "Die Bremer Stadtmusikanten" und "Die drei Glückskinder". In der Sage: Brüder Grimm "Der Hahnenkampf".



Hahn: Im Film u. a. "Der Gockl-Kriag" (2006). "Mein kleiner Gockel" (1939/40). Filmtitel: u. a. "Balko – Der Kampf der Hähne" (1994 TV-Film). "Der große Hahnrei" (1964). "Der Hahn ist tot" (TV-Film 1998/99). "Der Hahnrei" (1998). "Der rasende Gockel" (1983). "Die Katze und der Hahn" (1978). "Hahn im Korb" (1925, 19137, 1955, 1997). "Hähne im Dorf" (1975). "Hahnenkampf" (1997 TV-Serie "Tatort"). "Hahnenkämpfe" (1995). "Kampfhähne" (1993). "Kampfhähne auf Kufen" (1983). "Kampfhähne der Liebe" (1929). "Palmen, Meer und stolze Hähne" (1961). "San Michele hatte einen Hahn" (1971). "Skandal um den Hahn" (1938). "Sylter Geschichten – Die Streithähne" (1994). "Wenn der Hahn kräht" (1936).
In der Malerei: u. a. Marc Chagall "Der Hahn in der Landschaft" (1958) und "Man hört dem Haushahn zu" (1944). Albrecht Dürer "Löwenwappen mit dem Hahn" (Kupferstich um 1502/03) und "Anhänger mit Seepferdchen und Hahn" (Zeichnung). Pablo Picasso "Hahn und Messer" (1947).
In der Musik: Nikolai Andrejewitsch Rimski-Korsakow "Der goldene Hahn" (Oper 1909, nach Alexander Puschkin). Im Lied: "Frühmorgens, wenn die Hähne kräh'n ". Schlager: "Little red rooster" Howlin' Wolf).



Hahn: S. auch Ei (Basilisk), Frau Wirtin, Henne (Volkserotik), Kapaun, Misthaufen, Sanitätsgefreiter Neumann, Valentin (hl.), Wetterregel



Hähne: s. auch Hahn



Hahn (nach der Form): Hahnenbalken (oberster Balken im Dachstuhl), Hahnenbrust (Habichtsbrust beim Pferd), Hahnenfuß (Pflanze), Abzugshahn an der Waffe (den Hahn spannen), Hahnenkamm (Blume), Hahnenkammauster, Hahnenkammtest (Tiertest), Gashahn/Wasserhahn, Zapfhahn (abgeleitet von der Kopfform des Hahns, Zapfhahn. Den Wasserhahn aufdrehen = weinen). Den Geldhahn zudrehen.. Wetterhahn (Redensart: Unbeständig wie ein Wetterhahn. "Wenn überhaupt keine Winde wehen, hat sogar der Wetterhahn Charakter" Stanislaw Jerzy Lec. Eduard Mörike "Der alte Turmhahn").
Schimpfworte: Hahnenkamm (altmodische Frauenfrisur), Tropfhahn (Ejaculatio praecox), Wetterhahn (unzuverlässiger Mensch).
In der Literatur: Gerhart Hauptmann "Der rote Hahn" (1901, Tragikomödie).



Hähnchen: (Brathähnchen, Grillhähnchen, Broiler: DDR-Deutsch). Topstücke werden Goldbroiler genannt, die zäheren Exemplare Silber- und Bronzebroiler. Auch Flattermann, Gummiadler. Sie wurden entweder im Restaurant mit "Sättigungsbeilage" oder schlicht draußen im Stehen an der "Schnellfresse" verzehrt. "Klassiker, knuspriger: ... die neue Werbung der Wiener-Waldrestaurants für ihre Brathühner, die früher mal saftig, heute nur noch knusprig sind ..." (C. Lierow).
Redensarten: Jemanden mustern wie die Hausfrau die Hähnchen am Marktstand (eingehend prüfen). Backhendl (knuspriges Mädchen), Goldhähnchen = General. Wienerwald: "Hähnchenfegefeuer" als Zwischenstation zum Hühnerhimmel.
Sprüche: Das beliebteste deutsche Haustier hat nur ein Bein: Das halbe Hähnchen. In der Lyrik: Friedrich Rückert "Die gebratene Henne".
"Das Hähnchen im Hut" (moderne "Sage" - Wanderlegende).



Halfter: Zaumteil. Redensarten: Abhalftern (entlassen, entledigen). Satteltasche für Pistolen. Halfterfisch. Schlager: u. a.. "Es hängt ein Pferdehalfter an der Wand" (1952).



Hallimasch: Honigpilz. Der Name soll laut "Der Spiegel" aus dem Österreichischen kommen und "Heil im Arsch" bedeuten.



Halm: s. Stroh



Hammel: Um Fieber zu vertreiben empfiehlt die Volksmedizin ein zweifelhaftes Rezept: Man nehme Hammeldreck und backe ihn in eine Oblate ein.
Redensarten: Einem die Hammelbeine lang ziehen (bestrafen, kommt vom Kastrieren des Schafbocks; um an die Hoden zu gelangen, müssen die Beine lang gezogen werden). Leithammel ("Die Leithammel unserer Gesellschaft sind dynamisch und braungebrannt ..." Urs Widmer. "Die schwärzesten Schafe findet man unter den Leithammeln" Harald Kriegler. "Bei Licht besehen ist auch ein Leithammel nur ein Schaf" Horst Hohenemser.), Pfundshammel (auch anerkennend), Hammelsprung (parlamentarisches Abstimmungsverfahren, sobald es Zweifel über die Mehrheiten gibt. Der Ausdruck stammt aus dem alten deutschen Reichstag, bereits seit 1874. Dort war als Sinnbild der Stimmenauszählung ein Schäfer abgebildet, der die Schafe zählte, "indem er sie durch seine Beine laufen ließ". Geht auf Odysseus zurück, der sich und seine Gefährten unter die Bäuche von Schafen hängte und sich so aus der Höhle des Polyphem rettete. Auch für Partnerwahl, Männerfang).
Sprichwörter: Geht ein Hammel vornweg, folgt die ganze Schafherde hinterdrein (China). Man hängt den Hammelkopf aus und verkauft Hundefleisch (Japan). Neunundneunzig Pfaffen und ein Hammel sind hundert Schafsköpfe. Stiehl einen Hammel, und sie hängen dich. Stiehl eine ganze Herde, und sie verhandeln mit dir (Türkei). Hammelschwanz (Pferdekrankheit). Pflanzennamen: Hammelmöhre.



Hammel: Sprüche: "Ein Schriftsteller braucht kein ganzes Schaf zu essen, um schildern zu können, wie Hammel schmeckt. Es genügt, wenn er ein Kotelett isst" (William Somerset Maugham).
Schimpfworte: Hammel (abwertend, vor allem männlich). Blöder, gescherter Hammel, Blödhammel, Dreckhammel, Geizhammel, Hammelherde, Misthammel, Neidhammel (u. a. Zensor. "Was heißt Kollege auf deutsch? Neidhammel" Emil Vierlinger), Sauhammel, Streithammel. Hammelherde (undisziplinierte Gruppe). In der Fabel s. auch Schaf. #
Hammel: In der Literatur: Martial "Epigramme" ("Der Hammelskopf"). Hans Sachs "Die zween Bachanten im Totenkerker mit dem Hämmel".
Im Gedicht:
"Mit dem a ist’s reich an Woll’
Mit dem i ganz sternenvoll,
Mit dem u macht’s Pferde toll"
(Lösung: Hammel, Himmel, Hummel).
(Theodor Körner "Logryph")



Hammel: Im Film/Filmtitel: u. a. "Das Schweigen der Hammel" (1994). "Hammelsprung" (1989). "Kalb mit fünf Füßen / Der Hammel mit den fünf Beinen" (1954).
In der Malerei: u. a. Oskar Kokoschka "Stillleben mit totem Hammel, Schildkröte und Hyazinthe" (1909).
Schlager: "Mutton leg" (Count Basie).



Hammel: S. auch Bock



Hamster: Die Bibel kennt ihn nicht. "Wer zwischen den Schulterblättern von Gicht geplagt wird, trockne die rechte Schulter des Hamsters zusammen mit dessen rechtem Fuß und binde das zwischen seine Schultern; davon wird es ihm besser gehen" (Hildegard von Bingen). "1717 erklärte August der Starke den Feldhamster zum Jagdwild und ließ ihn auf die königliche Speisekarte setzen" (H. Haefs). Redensart: Dick sein wie der Hamster vor dem Winterschlaf. Ich glaub', mein Hamster bohnert (erstaunt, überrascht sein). Jemand singt schrecklicher als ein Hamster unter Folter (für unmusikalisch).
Sprichwörter: Dem fleißigen Hamster schadet kein Winter.



Hamster: Schimpfworte: Hamsterer, Hamsterfahrt, Hamsterkauf, hamstern (betteln, Vorrat anlegen), Hamsterrad/Hamsterradeffekt (ineffiziente Vorgehensweise. Redensart: Etwas zieht sich hin wie’s Laufen in der Hamstertrommel), Hamsterbacken, Hamstermaus, Hamsterratte.
In der Fabel: S. auch Maulwurf. Johann Wilhelm Ludwig Gleim "Der Hamster und der Dachs". Gotthold Ephraim Lessing "Der Hamster und die Ameise".
In der Literatur: Hermann Löns "Der Hamster". Erich Mühsam "Die Hamster".
Im Gedicht: Eugen Roth "Tierleben für jung und alt. München" (1973).
Im Film /Filmtitel: "Der Hamster" (1946). "Kopfgeldhamster" (TV-Trickfilmserie).

"Es war einmal ein Hamster,
der hatte der Weiber vier,
Poligamie, Poligamo, Pologamiamo …"
(Blödelschlager "Der Hamster")



Hanf: (Cannabis) ist eine der ältesten und am häufigsten angebauten Kulturpflanzen der Welt. Die Skythen reinigten sich in Schwitzbädern aus Hanfsamen. Bereits im 13. Jahrhundert als Rauschmittel bekannt. 1844 wurde in Frankreich der "Club der Haschischins" gegründet; ihm gehörten Schriftsteller wie Victor Hugo, Honoré de Balzac und Charles Baudelaire an. Erstmals 1911 in Südafrika verboten, in Deutschland seit 1929. Die Kaiser im alten China, auch die fromme Hildegard von Bingen schätzten ihn als Potenzmittel, falls die Impotenz auf Schüchternheit beruhte - wegen seiner berauschenden und enthemmenden Wirkung. Marihuana stammt aus den Blütenständen, Haschisch aus dem Harz, mit Tabak vermengt entsteht Cannabis. Henker bevorzugten Seile, die aus Hanf hergestellt waren. Gutenberg druckte 1455 seine Bibel auf Hanfpapier. Die ersten Jeans bestanden aus Hanfgewebe. In Berlin gibt es ein Hanfmuseum. Pflanzennamen: Hanfnessel, Hanfpalme. Redensarten: Leben wie der Vogel im Hanfsamen.
Pflanzennamen: Hanfblume, Hanfkraut (Leinkraut), Hanfnessel, Hanfpalme, Hanfpappel, Hanfrose.
Sprichwörter: Besser den Hanf in den Händen als am Hals. Durch den Hanf gucken). Im Film /Filmtitel: "Grasgeflüster" (1999). "Half baked – eine Tüte voll Gras" (1998).



Hänfling: (Finkenvogel). Schimpfworte: für einen kleinen, schwächlichen Mann; auch Knabe.
In der Fabel: S. auch Spinne, Wachtel. Friedrich von Hagedorn "Der Hänfling des Papstes Johannes XXIII" (auch Wilhelm Heinse).
Im Gedicht: Felix Dahn "Vogelsang. Hänfling". William Wordsworth "The green linnet".



Hase: "Bist selbst ein Hase und suchst nach Wildbret?" (Terenz "Eunuchus").
"Langohr", "Schlappohr", "Mümmelmann", "Meister Lampe"; mit dem Vornamen heißt er Viktor (s. unten). Der Hase wird mit offenen Augen geboren. Rammler springen aus dem Stand bis zu 2 m hoch und 7 Meter weit. Auf der Flucht erreichen sie bis zu 80 Stundenkilometer; Hasen sind damit das schnellste europäische Säugetier. Hasen können wie Waldschnepfen den vollen Gesichtskreis von 360° erfassen. Sie können, ohne den Kopf zu wenden, gleichsam nach hinten sehen (er schläft jedoch nicht mit offenen Augen!) Neben dem Hahn war der Hase wegen seiner Potenz gerühmt. Ihre Paarungskämpfe auf den verschneiten Feldern ab Januar sind ein Schauspiel besonderer Art. Das war vermutlich auch der Grund, warum der Hase im Altertum als Attribut der Liebesgötter angesehen und der Aphrodite geopfert wurde. Er war ein beliebtes Liebesgeschenk. In der christlichen Symbolik vertritt der Hase das Laster der Unkeuschheit. Der heilige Bonifatius und Papst Zacharias (755) verboten deshalb den Verzehr von Hasenfleisch. Ein Kirchenlehrer mutmaßte: Wer Hasenfleisch isst, wird zum Kinderschänder.



Hase: Der Hase gilt wohl zu Unrecht als "Sexprotz"; seine Paarung dauert nur wenige Sekunden. Die trächtige Häsin kann vor dem Wurf bereits wieder geschwängert werden. Eine böse Missinterpretation des berühmten Dürerschen Hasen stammt von dem Satiriker Robert Gernhardt, er betitelt das schöne Bild schlicht mit "Die Ruhe nach dem Rammeln".
Vergleiche auch das Wort Rammeln für ausdauernden Geschlechtsverkehr.
"Die Hasen rammeln im Revier,
Kurzum es liebt ein jedes Tier,
Und wer küsst mir?"



Hase: Verschiedentlich wurden Hasenfett und Regenwürmer eingesetzt, um sich der unerwünschten Leibesfrucht zu entledigen. Mädchen bevorzugen Hasen als Schoßtiere. Zweifelhafte Berühmtheit erlangten die Playboy-Bunnies. Da Noah nur einen einzigen Hasen in seine Arche mitgenommen hatte, rankten sich verschiedene Legenden um die Fortpflanzungsmöglichkeiten des Langohrs - vielleicht ein Zwitter, der sich gegenseitig befruchtete. Gekocht und gebraten bereicherte er schon im Altertum die Tafel der Reichen. Martial schätzte unter den Vögeln die Drosseln, vom vierfüßigen Wild den Hasen als leckerste Kost". Hasen gehören nach den Teddys zu den beliebtesten deutschen Kuscheltieren. Tier des Jahres 2015.



Hase: Brauchtum und Volksmedizin: Hase: Hasen und Katzen gelten als Verwandlungsgestalten von Hexen. Man sollte sie nach Möglichkeit meiden. Im Kinderlied heißt es: "Läuft ein Häslein übern Steg, / Fahrn wir einen andern Weg." Hasenpfoten jedoch dienen abergläubischen Menschen als Glücksbringer. Der Genuss von Hasenfleisch soll schön machen. Man muss sich jedoch vorsehen, denn Hexen nehmen gern Hasengestalt an, dann sind die Folgen unkontrollierbar. Hasen helfen gegen vielerlei Krankheiten, so Hasenfett als Bruchsalbe, ferner gegen Entzündungen und Frostbeulen, Gicht, Schwindsucht, Halsweh, ja sogar bei Gebärmutterkrebs; auch Dornen und Fremdkörper lassen sich mit ihm leichter entfernen. Hasenhaare wurden gegen Wassersucht angewendet, und Zähne gegen Zahnweh.



Hase: Redensarten: Alter Hase. Da liegt der Hase im Pfeffer (nach dem Gericht "Hasenpfeffer", bereits im Mittelalter). Da sagen sich die Hasen Gute Nacht (entlegener Ort). Das Hasenpanier ergreifen (davonlaufen; Hasenpanier ist der Schwanz des Hasen). Dem Hasen Salz auf den Schwanz streuen (um ihn zu fangen). Den Hasenkurs nehmen (für fliehen). Den Hasenschlaf schlafen (wachsam sein). Einmal Hase, immer Hase. Er ist ein alter Hase. Er ist kein heuriger Hase (er hat Erfahrung). Hinter die Löffel schreiben (sich merken). Jemand spitzt seine Löffel wie der Hase in der Jagdsaison. Jemandem auf die Sprünge kommen (vom Hakenschlagen des Hasen). Nackt wie ein frisch geworfenes Hasenbaby. Nicht ganz hasenrein sein (illegal). Seine Schuhe mit Hasenfett schmieren (sich vor Angst schnell davonmachen). Wissen wie der Hase läuft (aus der Jägersprache. "So wenig Natur ist uns geblieben, dass wir nicht mehr wissen, wie der Hase läuft" Gerhard Uhlenbruck).



Hase: Mondkrater, Sternbild, Waappentier. Dachhase (Katze, Katzenbraten), Etappenhase (Soldat hinter der Front), falscher Hase (Hackbratengericht. "Die Aufblaspuppe aus dem Sexshop" K. de Rottwinkel), geschnittene Hasen (Schmalzgebäck), gespickter Hase (Folterinstrument), Häschen (Kosewort für Mädchen, Benzinhäschen; auch Kleinkind), Häschenwitze, Hase (Synonym für ängstlich), Hasenauge (Augenkrankheit), Hasenhacke (Fersenbeinkrankheit), Hasenhüter (Märchen), Hasenindianer, "Hasenklein" (Meister Lampe nach Verkehrsunfall), Hasenleim (aus Fellabfällen), Hasenposition (Yogastellung), Hasenpest, Hasenpfeffer (Hasenklein), Hasenquäke (Lockinstrument), Hasenscharte/Hasenlippe (angeborene Missbildung der Oberlippe und des Gaumens; der Volksglaube vermutet, dass die Schwangere in das Maul eines Hasen gesehen hat), "Jadehase" (chinesisches Mondfahrzeug), Osterhase (dass er Eier legt, ist bereits 1582 nachgewiesen, populär geworden ist dieser Kinderglaube wohl erst im Laufe des 18. Jahrhunderts), Skihaserl. Löffel: "Das, womit die Hasen Verdacht schöpfen" (Horst Stern). Jemanden über den Löffel barbieren. Die Redensart "Mein Name ist Hase, ich weiß von nichts" geht auf den Heidelberger Studenten Viktor Hase zurück, der 1855 in einem Gerichtsverfahren zur Anklage folgendermaßen Stellung nahm: "Mein Name ist Hase, ich verneine die Generalfragen, ich weiß von nichts".
Tiernamen: Hasenkänguru, Hasenkaninchen, Hasenmaus, Seehase (Fisch, auch Meerhase und Seebulle). Pflanzennamen: Hasenampfer, Hasenbovist, Hasenbrot (u. a. Sauerklee), Hasenei (Bovist), Hasenfuß, Hasenklee, Hasenglöckchen (Scilla), Hasenheide (Besenginster), Hasenklee, Hasenkohl, Hasenkopf, Hasenlattich, Hasenohr, Hasenpfötchen, Hasenpilz (Röhrling), Hasenschwanzgras.



Hase: Sprichwörter: Der Hase meint, die Bauern pflanzten den Kohl für ihn. Hat man nur den Hasen, die Bratpfanne findet sich schon. Schildkröten können dir mehr über den Weg erzählen als Hasen (China). Sein Kleid ist mit Hasenfell gefüttert (für Angst haben). Sind alle Hasen tot, brät man die Hunde (China). Wer hinter mehreren Hasen herläuft, fängt keinen (Griechenland). Wo man es am wenigsten erwartet, springt der Hase auf (Spanien). Joseph Beuys nannte sich einen "Hasomanen".



Hase: Sprüche: S. auch Fuchs. Der einzige Unterschied zwischen Mensch und Hase besteht darin, dass man einem Hasen das Fell nur einmal über die Ohren ziehen kann. Es ist das Osterfest alljährlich / für den Hasen recht beschwerlich (Wilhelm Busch). "Liebe ist niemals ohne Schmerz", sagte der Hase und umarmte den Igel. "Seit dem bekannten Siege der Schildkröte über den Hasen hält sie sich für eine Schnellläuferin" (Marie von Ebner-Eschenbach). "Was nutzt es dem Hasen, dass er stets offene Augen hat?" (Stanislaw Jerzy Lec). "Wussten Sie schon, dass Hasen nur äußerst ungern Suppe essen, obwohl sie ständig zwei Löffel mit sich herumtragen?" (R. Habeck).
Vergleiche: "D' Arbeit ist kein Has', die läuft nicht davon" (Johann Nestroy). "Ich jage niemals zwei Hasen auf einmal" (Otto von Bismarck). "Indessen sieht der eigentliche, simple Gelehrte das Genie an ungefähr wie wir den Hasen, als welcher erst nach seinem Tode genießbar und der Zurichtung fähig wird; auf den man daher, solange er lebt, bloß schießen muss" (Arthur Schopenhauer). Chefschelte: Seine Cleverness beweist der dadurch, dass er wie ein Hase mit offenen Augen schläft.



Hase: Schimpfworte: Angsthase (sein Name ist Angsthase), Betthase (williges Mädchen, Beischläferin), Beutelhasen (Filzläuse im männlichen Schamhaar), Häschen in der Grube (Kitzler), den Hasen nehmen (abtreiben), Hasenfuß (Feigling. Fußballer: durch intensives Training wird der Hasenfuß zum harten Hund), hasenfüßig/Hasenfüßigkeit, Hasenherz (Feigling, u. a. in Friedrich Schiller "Die Räuber"; ein Löwenmaul und ein Hasenherz haben), hasenherzig, Hasenjagd (Jagd auf wehrlose Opfer, auch "Mädchenfang"), Hasenohren (überlange Ohren, auch für gut hören), Hasenpfote (Staubtuch), Hasenstall (Kinderzimmer, Kindergarten. Bescheidene Wohnung. "Liebe Schwester, Sie wohnen ja in einem Hasenstall" Friedrich der Große über die Bayreuther Residenz seiner Schwester Wilhelmine. Auch Familie oder Haushalt mit vielen Kindern), Osterhase (Kunzelmann zum Berliner Bürgermeister Diepgen), Puffhäschen (Prostituierte), Rammler (das indische "Kamasutra" teilt die Männer nach der Größe ihrer Geschlechtsorgane in Rammler, Stier und Hengst ein), Stoppelhopser (Infanterist). Johann Wolfgang von Goethe "Katzenpastete" ("Erfindung" eines cleveren Wirts: Katze als Hasenbraten). Einen Hasen häuten (ein Mädchen entjungfern).



Hase: In der Literatur: Jean Paul "Fibels ABC-Merkverse" ("Gebratne Hasen sind nicht bös, / Der Hammer gibt gar harte Stöß").
Schüttelreim von B. Papentrigk: "Der Hase hoch beim Rennen hupft. / Am Herd die Hausfrau Hennen rupft."
Fabeln: S. auch Dachs, Hahn, Hirsch, Igel, Knecht, Maulwurf. Äsop u. a. "Der Hund und der Hase" und "Die Hasen und die Füchse". Jean de la Fontaine u. a. "Der Hase und das Rebhuhn" und "Der Hase und die Frösche". Friedrich von Hagedorn u. a. "Der Hase und viele Freunde", "Der ruhmredige Hase" und "Der Hase und das Rebhuhn". Gotthold Ephraim Lessing "Der Löwe und der Hase". Hans Sachs (Die bedrängten Hasen). Kinderreim: "Angsthase, Pfeffernase! Morgen kommt der Osterhase."



Hase: In der Literatur: Schwankerzählung "Das Häslein". Gustav Falke "Zwei Häschen". Curt Hohoff "Märzhasen" (1966). Francis Jammes "Der Hasenroman" (1903, deutsch 1916). Friedrich Georg Jünger "Der weiße Hase" (in "Die Pfauen und andere Erzählungen"). Karl Kraus "Jüdelnde Hasen". Hermann Löns "Der Feldhase", "Mümmelmann" und "Hasendämmerung" (beide 1909 erschienen). Martial "Epigramme" ("Die Hasen" und "Haselmäuse"). Adolf Muschg "Im Sommer des Hasen" (1965). Robert Musil "Die Hasenkatastrophe" (Kurzgeschichte). Hans Sachs "Schwank: die Hasen fangen und braten den Jäger". Felix Salten "Fünfzehn Hasen" (1929). John Updike "Die Rabbit-Romane" (u. a. "Hasenherz" dt. 1962). Karl Valentin "Der Hasenbraten". Siegfried von Vegesack "Der Pastoratshase".

"Bei Tisch lag neben mir besagter junger Kerl von Rhodos.
Ich nahm mir eben schon ein Mädchen vor; da fing
er an, mit ihr zu schäkern und mich anzugrinsen.
Da rief ich: 'Wie, du geiler Stängel, bist ein Hase
und gehst auf Jagd nach Fleisch?'"
(Terenz "Der Eunuch" Aufbauverlag).



Hase: Im Gedicht: Rudolf Baumbach "Der alte und der junge Hase" (in: M. Bern Hrsg.) Georg Britting "Der Hase". Wilhelm Busch "Das Häschen" ("Das Häschen saß im Kohl / Und fraß und war ihm wohl ...") Felix Dahn "Vom armen Häslein". Günter Grass "Aufschub". August Heinrich Hoffmann von Fallersleben "Hasenbrot" und "Häsleins Klage". Christian Morgenstern "Das Häslein", "Drei Hasen" und "Vice versa" (in "Palma Kunkel"). Eugen Roth "Tierleben für jung und alt. München" (1973). Hans Sachs "Der armen Hasen Klag über Menschen und Tier dieser Welt". "Die Hasen fangen und braten den Jäger" (1536). Märchen: S. auch Igel, Wolf. Brüder Grimm "Häschenbraut".



Hase: Im Film u. a. "Bugs Bunnys wilde verwegene Jagd" (Zeichentrickfilm 1947 - 79). "Der Hase Caesar" (TV-Serie). "Der Hasenhüter" (1977 Kinderfilm). "Der weiße Hase". "Dob, der Stallhase" (1945). "Donnie Darko" (Fantasy 2000). "Ein Kleinhase zieht in die Welt" (1982 Kinderfilm). "Felix – Ein Hase auf Weltreise" (Trickfilm 2005). "Felix 2 – Der Hase und die verflixte Zeitmaschine" (Zeichentrickfilm 2006). "Kleinohrhasen".
Filmtitel: u. a. "Balko – der falsche Hase" (1995 TV-Film). "Bobo und die Hasenbande" (1995). "Der Etappenhase" (1937, 1956, 1969). "Der falsche Hase" (1995). "Detektivbüro Roth – Hase und Igel" (1986). "Eis am Stiel – Hasenjagd" (1983). "Erfahrene Hasen des Geschwaders" (1973). "Gangster, Gin und falsche Hasen" (1958). "Häschen in der Grube" (1969). "Hasenherz" (1987). "Hasenjagd" (1983, 1994). "Hasenjagd in Tokio" (1982). "Heiße Hasenjagd" (1984). "Hüpf, Häschen hüpf" (TV-Film 1991). "Schüler lieben hübsche Hasen" (1975). "Skihaserl-Report" (1972 Sexfilm). "Strandhasen" (1982, 1987). "Wie der Hase läuft" (1937). "Wie die Hasen" (1981 Kinderfilm). "Zählung der wilden Hasen" (1973). "Zwei alte Hasen" (1994).



Hase: Graphik und Malerei: Grandville "Die Lebensgeschichte eines Hasen", mitgeteilt von seiner Freundin, einer Elster.
In der Malerei. Albrecht Dürer "Der junge Feldhase" (Aquarell 1502) und "Die heilige Familie mit den drei Hasen" (Holzschnitt 1596/97). Francisco de Goya "Still-Leben mit Feldhasen". Salomon van Ruisdael "Ein toter Hase" (1662).
Im Lied: "Ein Hase saß ..." "Zwischen Berg und tiefem Tal / Saßen einst zwei Hasen ..." Reinhard Mey "Hasengebet". Schlager: "White Rabbit" (1967 Jefferson Airplane).



Hase: S. auch Kaninchen



Hasen: s. auch Hase



Haselnuss: "Wie viel Frauen, wie viel Minister und wie viel Haselnüsse muss man kaufen, bis man ein paar gute darunter findet?" (Moritz Gottlieb Saphir).
Die Haselnusshecke besitzt erotische Bedeutung - vermutlich auf die hodenartige paarige Form der Nüsse zurückzuführen. Pulverisierte Haselnussrinde wurde bereits im 15. Jahrhundert als Aphrodisiakum angewendet. "In die Haselnüsse gehen" ist eine Umschreibung für unerlaubten vorehelichen Geschlechtsverkehr. Die Redensart "Es gibt in diesem Jahr viele Haselnüsse" heißt "übersetzt", dass viele uneheliche Kinder geboren wurden. Haselnusssträucher wurden im alten Irland als heilig angesehen. Wer sie fällte, musste mit der Todesstrafe rechnen. Haselnussruten schützten vor Geistern, Hexen, Vampiren und Schlangen, aber auch vor Warzen und Wadenkrämpfen. Eine Legende erzählt, dass die Muttergottes bei einem Gewitter unter eine Haselnussstaude flüchtete. Heute weiß man, dass die Hasel nie vom Blitz getroffen wird (vielleicht weil sie dem Gott Donar geweiht war). Wünschelruten, die aus dem Haselnussstrauch geschnitten werden, bringen die besten Ergebnisse bei der Suche nach Wasser und Bodenschätzen.
Haselzeit (Vegetationsgeschichte). Tiernamen: Haselhuhn, Haselmaus, Haselnatter, Haselrüsselkäfer. Pflanzennamen: Haselstrauch, Haselwurz.
Vergleiche: Ein Regierungssprecher ist ein Mann, "der Haselnüsse als Kokosnüsse verkaufen kann" (Carlo Franchi). "Einem Liebhaber, der den Vater zur Hilfe ruft, trau ich - erlauben Sie - keine hohle Haselnuss zu" (Friedrich von Schiller).



Haselnuss: In der Literatur: Georges Simenon "Es gibt noch Haselnusssträucher". Jonathan Swift "Gullivers Reisen" (Gulliver vor der großen Haselnuss).
Im Gedicht: Richard Dehmel "Zum Geburtstag. Mit einer Handvoll Haselnüsse". August Heinrich Hoffmann von Fallersleben "Nussknacker" und "Nusslese". Christian Felix Weiße "Die Haselsträucher".
Im Märchen: Brüder Grimm "Die Haselrute".
Im Lied: "Das Mädchen und die Hasel" (aus "Des Knaben Wunderhorn", auch Johann Gottfried Herder). "Schwarzbraun ist die Haselnuss".
Im Film /Filmtitel: "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" (Märchenfilm 1973). "Es gibt noch Haselnusssträucher" (1983 TV-Film). "Wilde Haselnüsse" (1997).



Haselnüsse: s. auch Haselnuss



Haus: s. auch Bauernhaus, Landhaus



Haustier: s. Tier



Haustiere: s. auch Haustier



Hechel: (Gerät zur Flachsbearbeitung).
Redensarten: Durch die Hechel ziehen, durchhecheln (über jemanden herziehen). Wie ein Hund hecheln. Pflanzennamen: Hechelkraut.
In der Literatur: Hans Sachs "Die wuenschent pewrin mit der hechel". Dort wünscht der Bauer seiner unvernünftigen Frau wenig charmant:"Ich wolt, das dir die hechel doch / zw hinterst steck in dem arsloch!"



Hecht: "Hai der Binnengewässer" (Brehms Tierleben). Der Hecht soll heilkräftige Steine im Kopf tragen. Der Kopfknorpel hat angeblich Ähnlichkeit mit den Leidenswerkzeugen Christi; er gilt daher als wunderkräftig. Er soll auch den Blitz abwehren können, so schlägt ein Blitz nicht ein Wasser, in dem ein Hecht steht. Hechtschmalz fördert den Haarwuchs. Es gibt eine Reihe von Geschichten, die von verlorenen Ringen erzählen, die beim Zerteilen eines Hechtes wieder zum Vorschein kamen. Fisch des Jahres 2016.
Redensarten: Volkstümlich: Der Hecht is koa Karpfn, / a Zither koa Harpfn ... Grau wie ein Hecht. Hier zieht's wie Hechtsuppe (starker Luftzug. Hechtsuppe muss lange ziehen). Junger/toller Hecht (Draufgänger, Weiberheld. Mancher meint, er sei ein toller Hecht und ist doch nur ein kleiner Fisch!). Hecht im Karpfenteich ("So trifft meine Bemerkung hier ein, dass ein guter Filou immer der motivierende Hecht wird, der den frommen Karpfensatz der Stillen im Teiche zum Schwimmen bringt" Jean Paul "Titan". Napoleon III. wird als "Hecht im europäischen Karpfenteich" bezeichnet).
Hecht (Asteroid, Schiff, U-Boot), Hechten, Hechtrolle, Hechtsprung (Turnübung, Kopfsprung ins Wasser), Hechtkopf (Pferd). Tiernamen: Hechtbarsch, Hechtdorsch, Hechtfrosch, Hechtkärpfling, Hechtwal. Pflanzennamen: Hechtkraut.

Sprichwörter: Ein Hecht (als Geschenk) ist oft nützlicher als ein Empfehlungsschreiben. Von kleinen Fischen werden die Hechte groß (altdeutsch).
Sprüche: "Hüte dich vor dem flotten Hecht da. Mich hat er mit zwei Millionen Eiern sitzen gelassen!" sagte das Fischfräulein zur anderen.



Hecht: "Die Leber ist von einem Hecht": Nonsensverse (auch obszöne), die ab Ende des 16. Jahrhunderts auftauchen.
"Die Leber ist von einem Hecht
und nicht von einem Rind:
Das Auge macht verliebt,
doch macht die Liebe blind."

"Die Leber ist von einem Hecht
und nicht von einem Spechte:
Rechts liegt der linke Daum,
dagegen links der rechte."
(Georg Greflinger 17.Jahrhundert)

Moderne Versionen:
"Die Leber ist von einem Hecht
Und nicht von einem Dachse;
Wer Dresden seine Heimat nennt,
Ist sicherlich 'ä Sachse'."

"Die Leber ist von einem Hecht
Und nicht von einer Meise;
Wenn ich mein Weibchen bürsten tu,
Singt sie das Kyrie leise."



Hecht: Im Gedicht: Georg Britting "Raubritter". Christian Morgenstern "Der Hecht" (in "Galgenlieder"). Eugen Roth "Tierleben für jung und alt" (1973).
Im Film/Filmtitel: u. a. "Hecht im Karpfenteich" (1951). "Hechte im Karpfenteich" (TV-Kinderfilm 1988). "Hechte und Haie" (1992). "Toller Hecht auf krummer Tour" (1961). "Zwei tolle Hechte" (1978). "Zwei tolle Hechte auf dem Weg zum Himmel" (1973). "Zwei tolle Hechte – Wir sind die Größten" (1974).



Hechte: s. auch Hecht



Hecke: Pflanzenname: Heckenkirsche.
Redensarten: Das ist ja hinter der Hecke (abgelegen). Etwas aushecken. Über die Hecke fressen. Pflanzennamen: Heckenkirsche, Heckenrose, Heckenrübe.
Sprichwörter: Liebe deinen Nächsten, aber schneide die Hecke nicht ab (Frankreich).
Sprüche: "Das deutsche Volk kann nur ruhig schlafen hinter einer Hecke von §§§" (Kurt Tucholsky). Heckenrose.
Schimpfworte: Heckenschütze (Angreifer aus dem Hinterhalt), Heckenkacker.
Im Gedicht: Heinz Erhardt "Der Ritter und die Hecke" (auch Zecke). Hermann Löns "Heckenkind".
Im Film /Filmtitel: u. a. "Ab durch die Hecke" (Kinderfilm 2006). "Der Heckenschütze" (1998 TV-Serie "Tatort"). "Heckenrose" (1975). "Sniper – Der Heckenschütze von Washington" (2003).



Heide: Redensart: Grün ist die Heide (nach Hermann Löns. Auch Film 1951/1972 mit Roy Black und Schlager). "Heute ging ein Heide mit Häuten über die heitere Heide" (Nonsensspruch). Heidebiene, Heidelerche, Heiderauch, Heidschnucke. Kuriosum: DIE HEIDE besteht aus Großbuchstaben, die auch im Spiegelbild richtig gelesen werden (weitere Buchstaben: BCKOX). Pflanzennamen: Heideflechte, Heidegrütze/Heidekorn (Buchweizen), Heidekraut (s. unten), Heideröschen/Heideröslein, Heidetrüffel. Heidenelke (Blume des Jahres 2012).
Vergleiche: "Ein Kerl, der spekuliert, ist wie ein Tier auf dürrer Heide" (Johann Wolfgang von Goethe).
In der Literatur: Manfred Hausmann "Sturm über den Heidewäldern" (in "Lampioon" 1928). Hermann Löns "Sämtliche Werke" (u. a. "Aus Wald und Heide" 1909, "Dahinten in der Heide" 1909, "Haidbilder" 1913). Otto Ludwig "Die Torgauer Heide" (Drama). Eugenie Marlitt "Das Heideprinzesschen" 1872. Adalbert Stifter "Das Haidedorf". Theodor Storm "Draußen im Heidedorf" (1872).



Heide: Im Gedicht: Samuel Taylor Coleridge "For a Fountain on a Heath". Felix Dahn u. a. "Auf der Heide" und "Das Heidekind". Annette von Droste-Hülshoff "Heidebilder" (u. a. "Das Haus in der Heide" und "Der Heidemann"). Gustav Falke "Nächtliche Heide". André Gide "Zwiefache Heide". Martin Greif u. a. "Auf der Heide" und "Ein Tag in der Heide". Anastasius Grün "Ein Ritt über die Heide". Friedrich Hebbel "Der Heideknabe". Heinrich Heine "Gespräch auf der Paderborner Heide". Johann Gottfried Herder "Röschen auf der Haide". Paul Heyse "Abend auf der Heide". Friedrich Hölderlin "Auf einer Heide geschrieben". Peter Huchel "Wendische Heide". Gottfried Keller " Auf Lüneburger Heide, Da steht der alte Stein". Hans Leifhelm "Erinnerung an die Heide".



Heide: Im Gedicht: Nikolaus Lenau "Heidebilder". Detlev von Liliencron u. a. "Heidebilder" und "Der Heidebrand" (Ballade). Hermann Löns (wiederholt s. "Sämtliche Werke"). Eduard Mörike "Die Tochter der Heide" (Ballade). Heinz Piontek "Durch die Basaner Heide". Wilhelm Rabe "Wenn über stiller Heide". Joseph Viktor von Scheffel "Waldeinsamkeit. 1. Über Heide und Moor". Gustav Schwab "Auf der Bergheide". Theodor Storm u. a. "Über die Heide" und "Abseits":
"Es ist so still, die Heide liegt
Im warmen Mittagssonnenstrahle,
Ein rosenroter Schimmer fliegt
Um ihre alten Gräbermale;
Die Kräuter blühn; der Heideduft
Steigt in die blaue Sommerluft ..."



Heide: In der Sage: Felix Dahn "Das Heidekind" und "Heidekinds Erlösung".
Im Film /Filmtitel: u. a. "Am Abend auf der Heide" (1941). "Dahinten in der Heide" (1936). "Die Heide, Hannelore und Hotels" (1986). "Drei Birken auf der Heide" (1956). "Grün ist die Heide" (1932, 1951, 1971). "Heidemelodie" (1956). "Heidenröschen" (1916). "Heidesommer" (1945). "Rosen blühen auf dem Heidegrab" (1952). "Urlaub auf dem Heidehof" (1994). "Wenn abends die Heide träumt" (1952). "Wenn die Heide blüht" (1956/60). "Wenn die rote Heide blüht" (1918).
In der Musik: Franz Schubert "Heideröslein". Im Lied: "Auf der Heide blüh’n die letzten Rosen" (1935 Robert Stolz). "Auf der Lüneburger Heide" (Text von Hermann Löns). "Es dunkelt schon in der Heide". "Grün ist die Heide". "Heideglöcklein". "Märkische Heide, märkischer Sand". "In der wüsten Heide" (in "Des Knaben Wunderhorn"). "Rosmarienheide zur Maienzeit". "Scheidewind weht auf der Heide". "Und die Heidschnucken gucken nur zu".
Schlager: u. a. "Am Abend auf der Heide" (Peter Kreuder). "Erika, die Heide blüht" (Vico Torriani). "Heideröslein" (1954). "Wenn abends die Heide träumt".



Heide: S. auch Heidekraut, Moor



Heidekraut: (Erika). Die Blätter wurden in der Antike wegen ihrer kühlenden Wirkung als Lagerstreu verwendet. In der Blumensprache bedeutet das Heidekraut Einsamkeit. Legt man es unters Kopfkissen, werden die Träume wahr. Die weißblühende Art bringt und Glück bedeutet stetige Liebe.
Im Gedicht: Guillaume Apollinaire "Der Abschied" ("Ich brach für dich dies Heidekraut"). Hermann Löns "In rosa Heidekraut den Leib ich strecke".



Heidelbeere: (Blaubeere, Schwarzbeere). Im alten wurde der Farbstoff der Heidelbeere zum Färben der Kleider von Sklaven verwendet. Pflückt eine Schwangere Heidelbeeren, bekommt das Kind viele Muttermale.
Im Gedicht: Otto Julius Bierbaum "Heidelbeeren". Günter Eich "Der Beerenwald". Robert Frost "Blaubeeren". August Heinrich Hoffmann von Fallersleben "Die lieben blauen Heidelbeeren" und "Heidelbeeren".
Schlager: u. a. "Blueberry hill" (u.. a. .Louis Armstrong, Fats Domino).
Im Film /Filmtitel: .u. a. "Blueberry hill" (1986).



Heilige: Heilige werden vom Landmann bei allerlei Gelegenheiten, speziell bei Missernten und Viehkrankheiten, angerufen. Besonders beliebt sind die "Vierzehn Nothelfer". Wenn einer nicht hilft, stehen noch dreizehn andere bereit. S. auch Agathe, Ambrosius, Anna, Antonius, Bernhard, Blasius, Eligius, Georg, Hubertus, Isidor, Johannes, Kunigunde, Leonhard, Magnus, Margarete, Martha, Martin, Matthias, Notburga, Petrus, Sebastian, Simon, Stephanus, Susanna, Ulrich, Urban, Valentin, Wendelin, Wolfgang



Heimchen: Hausgrille. Sie gilt im Volksglauben als Glücksbringer.
Redensarten: Heimchen am Herd ("geringschätzig für eine bedürfnislose Ehefrau, die keine anderen Interessen als Familie und Haushalt hat" H. Pfeiffer; wohl nicht von der Grille, sondern von "Heim"). In Thüringen wurden die Seelen ungetauft verstorbener Kinder "Heimchen" genannt (E. Götzinger).
In der Literatur: Charles Dickens "Cricket on the hearth" (Weihnachtserzählung 1846, deutsch "Das Heimchen auf dem Herde". "Ein Heimchen am Herd zu haben ist das größte Glück von der Welt").
Im Gedicht:
"Menschen waren einst, so lehret Plato,
Gute Menschen waren einst die Heimchen,
Die ihr Tagewerk mit Fleiße trieben,
Kinder zeugten und den Acker bauten …"
(Johann Gottfried Herder "Die Feldheimen")

Friederike Kempner "Die Heimchen". Conrad Ferdinand Meyer "Conquistadores":
"... Das Heimchen zirpt! Das Heimchen zirpt!
Stimmt Laudes an und Psalmen!
Und wenns mir nicht vor Freude stirbt,
Bald weidets unter Halmen!
Ich schwör es euch bei Gottes Haupt:
Es atmet duftge Weiden,
Es wittert Wälder dichtbelaubt
Und unermessne Heiden!"

In der Musik: Karl Goldmark "Das Heimchen am Herd" (Oper 1876/96). S. auch Grille, Zikade



Heimgarten: Auf dem Dorf im Winter Versammlungsort von Burschen und Mädchen.



Heirat: Viel Aufwand wurde besonders von Mädchen, aber auch von jungen Burschen getrieben, um den künftigen Gatten wenigstens andeutungsweise zu sehen: Es gibt Liebes- und Eheorakel mit Strümpfen, Äpfeln und Kuchen. Den Partner kann man im Wasserspiegel des Brunnens oder im Kaminfeuer sehen. Auch Heilige mussten Auskunft geben, wie der Spruch beweist: "Ich rufe dich an, zeig mir im Traum meinen künftigen Mann". Träume waren besonders ergiebig, wenn man vorher bestimmte Kräuter zu sich genommen hatte. Wer als Mann einen Frauenschuh in voller Blüte findet, der bekommt eine schöne Frau. Werden Hunde- und Katzenhaare zwischen ein liebendes Paar geworfen, so wird es sich später wie Hund und Katze streiten.

"Aber wenn i mal heirat',
Na heirat' i zwoa:
Die oane zwengan Geld
Und die ander' halt so."

"Jetzt bist du verheirat’
Jetzt bist du ein Mann
Jetzt schaut dich dein’ Lebtag’
Ka Madel mehr an."



Heirat: Redensarten: Über den Mist heiraten (in der Nachbarschaft).
Sprichwörter: Beim Heiraten soll man den Ohren und nicht den Augen folgen (Slowenien). Freien ist wie/kein Pferdekauf; / Freier mach’ die Augen auf! Heiraten ist die erste Dummheit, die man begeht, wenn man erwachsen geworden ist. Heiraten ist, als stecke man sich eine Schlange in die Tasche (Bantu). Heirate unter Verwandten! Wenn Verdrießlichkeit entsteht, bleibt's in der Familie (Australien). Rindfleisch und Schweiners sollten nicht zusammenheiraten (Bayern). Wenn du die Tochter heiraten willst, studiere die Mutter (Belgien). Wer als alter Mann ein junges Mädchen heiratet, kauft ein Buch, das andere lesen werden (Libanon).



Heirat: Sprüche: "Da das Halten wilder Tiere gesetzlich verboten ist und die Haustiere mir kein Vergnügen machen, so bleibe ich lieber unverheiratet" (Karl Kraus). Eine Arme kann einen ebenso ärgern wie eine Reiche, sagte der Bauer, als er nach Geld heiratete. Das Unglück bleibt überschaubar, sagte der Bauer, und heiratet eine kleine Frau. "Einen Ungeliebten heiraten, heißt sich lebendig ins Grab legen" (Peter Rosegger). "Er heiratete sie, weil er sie liebte. Sie liebte ihn, weil er sie heiratete" (Jean Paul). "Geldheirat: Er hat vom Schwiegervater ein gutes Stück Brot gekriegt, aber ein schlechtes Stück Fleisch dazunehmen müssen" (Wilhelm Busch). "Heirat ist ein Entschluss, der die Rechte halbiert und die Pflichten verdoppelt" (Arthur Schopenhauer). "Heiraten in der Jugend heißt, sich im Sommer einen Ofen kaufen. Erst im Winter weiß man, ob er heizt oder raucht" (Jean Paul).



Heirat: Sprüche: Ich habe immer die Ansicht vertreten, dass jede Frau heiraten sollte, aber nie ein Mann" (Benjamin Disraeli). Ich weiß nicht, ob Petrus verheiratet gewesen ist, sagte der Bauer, als ihn die Bäuerin fragte, ob der Heilige zu den Märtyrern gehört. "In der Ehe pflegt gewöhnlich immer einer der Dumme zu sein. Nur wenn zwei Dumme heiraten -: das kann mitunter gut gehn" (Kurt Tucholsky). "Man soll nur schöne Frauen heiraten. Sonst hat man keine Aussicht, sie wieder loszuwerden" (Danny Kaye). "Mit dem Heiraten geht's oft wie beim Krapfenbacken; man nimmt alles Mögliche dazu, und sie geraten doch nicht" (Johann Nepomuk Nestroy).
Eheversprechen:
"Mein Schätzlein, mein Kätzlein,
O warte nur ein Jahr,
Und wann die Weiden Kirschen tragen,
So nehm' ich dich fürwahr."



Heirat: In der Literatur: Jeremias Gotthelf "Wie Joggeli eine Frau sucht". Ludwig Thoma "Brautschau" (Schwank) und "Der Heiratsvermittler". Gotthilf Heinrich von Schubert "Die Kurzsichtige".
Im Gedicht: Otto Julius Bierbaum "Ehemarterl". Theodor Körner "Der geplagte Bräutigam". Hans Sachs "Der Baurenknecht will zwo Frauen haben" und "Von eines Baurn Sohn, der zwei Weiber wollt haben". Friedrich Theodor Vischer "Main Kätzlein".
Im Lied: "Missheirat" (aus "Des Knaben Wunderhorn").
Im Film /Filmtitel: "Kohlhiesels Töchter" (u. a. 1920).



Heirat: S. auch Esel, Gans, Hochzeit, Holz, Kuh, Mitgift, Rose, Schaf, Schwein, Viehmarkt



Hengst: Es gibt den sog. Schnupperhengst, der prüft, ob eine Stute paarungswillig ist (richtig bumsen darf er nicht). Berühmte Tiere: Das Pferd des Achilles Xanthos sagte dem Helden den Tod voraus. Alexander der Große schätzte den Bukephalos, eine Kreuzung aus Elefant und Dromedar: Er kostete 13 Talente, den Monatslohn für 1500 Soldaten und soll seinen Herrn über 18000 Kilometer getragen haben. An der Stelle, an der das Pferd gestorben war, errichtete Alexander die Stadt Bukephala. Aristoteles berichtet von einem Hengst, der mit vierzig Jahren noch "seinen Mann stellte"; allerdings musste er auf die Stute gehoben werden. Sleipnir, der Hengst Odins, konnte auf acht Beinen dahineilen. Sigurds Hengst Grani besaß übernatürliche Kräfte. Sgemming hieß der Schimmel, den Wieland der Schmied und sein Sohn ritten. Er konnte mit einem Satz einen Flusslauf überspringen. Das Reittier des "Don Quijote" von Miguel de Cervantes Rosinante war in Wirklichkeit ein Hengst, ein "so sanftes und wenig brünstiges Tier, dass alle Stuten von Córdoba ihn nicht zu etwas Ungebührlichem hätten verleiten können". Auf "Rih", einem schwarzen Araberhengst, lässt Karl May seinen Helden Kara ben Nemsi durch die Wüsten des Vorderen Orients reiten.



Hengst: Redensarten: Ungestüm wie ein junger Hengst.
Sprichwörter: Er ist ein abgerittener Hengst, der nichts mehr kann als wiehern. Es ist kein Hengst so alt, der im Mai nicht noch einmal wieherte. Zügellos wie ein durchgebrannter Hengst (für lasterhaft).
Sprüche: "Das Vorspiel nahm den Hengst so mit, / dass er geschwächt zu Boden glitt" (Robert Gernhardt). Der Hengst ist, wie man sehen kann, / ganz zweifellos der Pferdemann. / Die Stute ist nach Körperbau / Und weil was fehlt die Pferdefrau.



Hengst: Schimpfwort: Hengst (sexbestimmter Mann, Zuhälter. Den Hengst hinter den Wagen spannen = Analverkehr), Barrashengst, Benzinhengst (Auto, Graubünden), Bibelhengst (Geistlicher), Bürohengst (Bürospruch: Ein zum Sadisten pervertierter Esel. Sodomie ist, wenn es der Bürohengst mit dem Amtsschimmel treibt. Chefschelte: Er ist ein richtiger Bürohengst, vor dem alle Stuten zittern), Deckhengst (geiler/potenter Mann, Schwängerer), Chromhengst (Motorrad Harley Davidson), Diplomhengst (idealer Freund), Etappenhengst (Soldat hinter der Front), "Hengstschwanz" (Name eines Freiers bei "Walter". Hobelhengst (auch Zuhälter), Karrierehengst, Kathederhengst, Kommisshengst, lahmer Hengst (seniler Mann), Leithengst, Lieblingshengst (bevorzugter Sexpartner), Militärhengst und Schreibstubenhengst (Militär), Paradehengst (Mann, mit dem man sich sehen lassen kann), Paragraphenhengst, Partyhengst, Pomadenhengst (Friseur), Pornohengst, Poussierhengst, Tastenhengst (Klavierspieler), Terminalhengst (Computerfreak), Weiberhengst. Hilfsbeschäler (Hausfreund).
Sprüche "Das Vorspiel nahm den Hengst so mit, dass er geschwächt zu Boden glitt" (Robert Gernhardt).



Hengst: In der Fabel: Johann Wilhelm Ludwig Gleim "Ein Hengst und eine Wespe". Hans Sachs "Der stolze Hengst mit dem Esel".
Im Gedicht: Sebastian Brant "Das Narrenschiff. Vo falbe hengst striche". Paul Celan "Der Hengst". Detlev von Liliencron "Das Ohrenspiel Abdallahs" ("Durch die weite, breite Steppe / Ritt ich eines Sommerabends, / Ritt ich meinen Hengst Abdallah"). Friedrich Rückert "Bukephalos, das ungezähmte Ross…" In der Malerei: u. a. Hans Baldung gen. Grien "Kämpfende Hengste" (1534). Alfred Kubin "Junger Hengst mit Schlange".



Hengst: Im Film u. a. "Black Beauty – Der schwarze Hengst" (1994). "Das Mädchen und der schwarze Hengst" (1961). "Der schwarze Hengst" (1979). "Der schwarze Hengst kehrt zurück" (1981). "Der schwarze Hengst – Wie alles begann" (2003). "Der silberne Hengst – König der Wildpferde" (1993). "Der starke Hengst" (1981). "Der weiße Hengst" (1952/53, 1967). "Der weiße Zauberhengst" (1992). "Flucht der weißen Hengste" (1963). "Hengst Maestoso Austria" (1956). "Im Auge des Sturms – Der braune Hengst in Gefahr" (1998/99). "Lightning – Der weiße Hengst" (1986). "Sissi: Abenteuer mit dem schwarzen Hengst" (1997 Zeichentrickfilm).
Filmtitel: "Der Hengst im grauen Flanellanzug" (1968). "Etappenhengste" (1960). "Hengstparade" (TV-Film 2005). "Les Félines – Der Hengst und die Nymphe" (1971 Sexfilm). "Motorpsycho – Wie die wilden Hengste" (1965). "Schwarze Maske – Weißer Hengst" (1958). "Wildfeuer, der schwarze Hengst" (1948).



Hengst: S. auch Pferd, Ross



Hengste: s. auch Hengst



Henne: s. Huhn



Herbstzeitlose: Von Kirke als Zaubertrank verwendet Weil ihr während der Blütezeit die Blätter fehlen, wird sie "nackerte Jungfer" genannt. Bereits Medea wusste von der Giftigkeit der Pflanze. Schon wenige Milligramm des Inhaltstoffes Colchicin reichen aus, um einen Menschen ins Grab zu bringen. Selbst wer Milch von Tieren trinkt, die die Pflanze gefressen haben, kann sterben; dieser Umstand hat den einen oder anderen Krimiautor inspiriert. "Die Türken sollen die Blumen … mit Wein aufgießen und daraus ein berauschendes Getränk bereiten" (Adelbert von Chamisso). Aberglaube: Mit der Knolle versuchte man, Windpocken und Läuse zu vertreiben. Warzen entfernte man, indem man sie mit frischen Herbstzeitlosen einrieb. In die Socken gesteckt verhindert sie Hühneraugen. Giftpflanze des Jahres 2010.



Herbstzeitlose: In der Literatur: Friedrich Schnack "Sibylle und die Feldblumen" (1941).
Im Gedicht: Felix Dahn "Blumenbilder in Sprüchen. Herbstzeitlose". Max Dauthendey "Im Gras stecken Herbstzeitlosen". Karl Gerok "Herbstzeitlose". Georg von der Vring u. a. "Herbstzeitlose" und "Zeitlose".
Im Film /Filmtitel: u. a. "Die Herbstzeitlosen" (1974, 1992, 2006/07).



Herde: Redensart: Wie eine Herde ohne Hirten (Altes Testament "Numeri"). Herdbuch (richtig Herdebuch, Zuchtstammbuch).
Sprüche: "Eine gute Herde wird nicht von einem Hammel geführt, sondern von einem Hirten" (Thomas Niederreuther). "Freilich ist es auch kein Vorteil für die Herde, wenn der Schäfer ein Schaf ist" (Johann Wolfgang von Goethe).



Herde: Vergleiche: "Der Sozialismus ist die zu Ende gedachte Herdentier-Moral" (Friedrich Nietzsche). "Die Tendenz der Herde ist auf Stillstand und Erhaltung gerichtet, es ist nichts Schaffendes in ihr" (Friedrich Nietzsche). Jugend geht in einer Herde, Mannesalter in Paaren und das Alter allein. "Nicht die Diktatoren schaffen Diktaturen, sondern die Herden" (Georges Bernanos). "Ohne Tradition ist Kunst wie eine Herde Schafe ohne Hirt; ohne Neuerung ist sie ein toter Körper" (Winston Churchill). "Von hundert, die von ‚Herde’ reden, gehören neunundneunzig dazu" (Christian Morgenstern). Wer der Herde folgt, läuft immer hinter Ärschen her. "Wer die Menschen als Herde betrachtet und vor ihnen, so schnell er kann, flieht, den werden sie gewiss einholen und mit ihren Hörnern stoßen" (Friedrich Nietzsche).
Schimpfworte: Herde: Synonym für willenlos, unselbständig. Mit der Herde laufen. Herdenmensch, Herdentier ("Herdentier-Moral" Friedrich Nietzsche "Jenseits von Gut und Böse". S. auch Ochse), Herdentrieb.
Im Film/Filmtitel: u. a. "Die Herde" (1979).
In der Malerei: u. a. Pieter Bruegel d. Ä. "Zyklus der Monatsbilder" Heimkehr der Herde Monat" (1565).



Hermelin: s. Marder



Heu: "Anders duftet das Heu den Pferden und anders den Verliebten" (Stanislaw Jerzy Lec).
Feucht in die Scheuer eingebracht und entsprechend gelagert, ist es ein sicheres Mittel zur heißen Sanierung des baufälligen Gehöfts. Berühmt waren die Heubäder auf der Seiser Alm. Durch die vielen Kräuter stieg die Temperatur auf über 60 Grad. Es wurde nackt gebadet, sehr zur Belustigung der Sennerinnen. In Pfronten wurde in den 90er Jahren eine Heukur zu DM 785 angeboten. Sie soll bei Erschöpfungszuständen, Übergewicht, Rheuma und Durchblutungsstörungen helfen. Das Kurmittel wird auf eine einfache Weise recycelt, in dem man es an die Allgäuer Kühe verfüttert. Eine "Heukönigin" macht entsprechende Werbung. Bei der Heuernte stellen sich verschiedene Geister ein, nicht nur um zu helfen.
Heubauch (bei Pferden und Rindern), Heubazillus, Heuboden (oberer Boden der Scheune), Heuert/Heumond/Heumonat (Juli), Heugabelduell (verläuft selten tödlich), Heuschnupfen/Heufieber, Heusonde (Gerät zur Temperaturkontrolle).
Tiernamen: Heufalter, Heuhüpfer/Heupferd (s. Heuschrecke), Heumotte, Heuwurm (Schmetterlingsraupe). Pflanzennamen: Heublumen, Heudieb (Wegerich), Heudorn.



Heu: Redensarten: Redensarten: Das Heu trocken einfahren. Die Stecknadel im Heuhaufen suchen ("Nadel: was früher schwer in einem Heuhaufen zu finden war und heute ebenso schwer in einer Frauenhand" E. G. Tange). Geld wie Heu ("Wer Geld wie Heu hat, ist meist auch seelisch vertrocknet" Gerhard Uhlenbruck. Spruch: Wer Geld haben will wie Heu, muss arbeiten wie ein Pferd). Heu und Stroh im Kopf haben (ist nur wenig besser als ein leerer Kopf). Man könnte einen Heuwagen in seinen Mund hineinfahren (so sehr gähnt er). Mürrisch wie ein Bauer, dem’s ins Heu geregnet hat. Sie haben Grummet gemacht, ehe sie Heu machen (den zweiten Schritt vor dem ersten getan. Sie haben z.B. eher Kindstaufe als Hochzeit gehalten).
Ins Heu fahren (Umschreibung für Ehebruch): Volksgut (Liedparodie):
"O du mein lieber Eugen
Wir woll'n ins Heu gehen.
Lass’ mich ein bisschen schmusen
An deinem Busen.
Ach was, du sollst dir schämen,
Ich hab gar keenen."

"Zehn kleine Negerlein, die schliefen in der Scheune. / Einer ging im Heu verloren, da warens nur noch neune."

"Es knistert das Heu von Leuten,
die heimlich und horizontal
einander darin erfreuten.
Doch das ist den Kühen egal"
(Fritz Graßhoff "Kuhstallgeheimnisse").



Heu: Sprichwörter: Alte Leute sind wunderlich, wenn es regnet wollen sie Heu machen. Das ist wie der Hund auf dem Heu; er selber kann’s nicht fressen, aber er will liegen bleiben, damit die Ziege nicht heran kann (sorbisch). Den einen sticht man mit der Nadel, den andern mit der Heugabel. Es wäre viel zu wenig Heu und Stroh gewachsen, wollte man allen Verleumdern die Mäuler stopfen. Er kann mit der Bratengabel besser umgehen als mit der Heugabel. Hat der Bauer Geld wie Heu, hat es die ganze Welt. Keine Maus erstickt unter einem Fuder Heu. Mach Heu, solange die Sonne scheint (England). Nicht alle Tiere fressen Heu. Was man am Heu spart, muss man an der Peitsche zulegen. Wenn das Pferd tot ist, nützt kein Heu mehr (Philippinen). Wenn der April Spektakel macht, gibt's Heu und Korn in voller Pracht.



Heu: Sprüche: "Der Ungeduldige fährt sein Heu nass ein" (Wilhelm Busch). "Heu machen kann schließlich jeder, wenn der Himmel Gras wachsen lässt" (Karl Heinrich Waggerl). Marterlspruch: "N. N. liegt hier. Sie stürzte in eine Heugabel und fand darin ihr Grab."
Vergleiche: Dein Kopf ist immer voll: Vorne mit Heu und hinten mit Wasser – und wenn es brennt, dann brauchst du nur zu nicken (Sprüchekalender). "Wer im Sommer das Gras frisst, hat im Winter kein Heu" (Norbert Blüm).
Schimpfworte: Heu (Drogen, Tabak), Heugeige (magere Frau).



Heu: In dere Literatur: "Ferner ist Heu im Speicher zu bergen und Spreu, dass es ausreicht über das Jahr für die Rinder und Maultiere" (Hesiod "Werke und Tage").
Johann Ludwig Gericke "Wahrsagung der Zigeunerin" (in P. Köhler Hrsg.):
"Wer Heu genug im Stalle hat,
Dem wird die Kuh nicht mager,
Und wer ne schöne Schwester hat,
Der kriegt bald einen Schwager."

David Herbert Lawrence "Liebe im Heu". Martial "Epigramme" ("Heu").
Im Gedicht: Ilse Aichinger "Heu". Rose Ausländer "Die Sichel mäht die Zeit zu Heu" (1957 - 65). Max Dauthendey "Das erste Heu liegt schon im Wiesenland". August Heinrich Hoffmann von Fallersleben "Heugabel und Besenstiel". Gustav Schwab "Heuernte". Johann Gottfried Seume "Der Tag der Heuernte". Theodor Storm "Aus der Marsch". Johann Heinrich Voß "Heureigen".



Heu: Im Film/Filmtitel: u. a. "Der König – Die Nadel im Heuhaufen" (1995 TV-Film). "Ein irrer Duft von frischem Heu" (1977/78). "Heubodengeflüster" (Sexfilm). "Heubodengeflüster in Oberbayern" (1967). "Hochzeit im Heu" (1951). "Lass jucken im Heu" (1973 Sexfilm). "Schotter wie Heu" (2002).
In der Malerei: u. a. Hieronymus Bosch "Der Heuwagen" Triptychon (um 1500). Pieter Bruegeld. Ä. "Die Heuernte". Jean-Baptiste-Camille Corot "Heuwagen" (2. Drittel 19. Jh.). Claude Monet "Heuhaufen" (1884) und "Heuschober" (1891). Camille Pissarro "Heuernte bei Eragny" (1889).
Im Lied "Eugen, ich möcht’ so gern mit dir ins Heu geh’n". "Lied beim Heuen" (in "Des Knaben Wunderhorn"). Schlager: u. a. "Auf dem Heuboden" (Comedian Harmonists), "Heubodengeist" (erotisch). "Komm mit mir ins Heu" (Dorfrocker).



Heu: s. auch Margarete (hl.), Sex (Landleben)



Heuschnupfen: (Allergie, bedingt durch ein mangelhaftes Immunsystem; Auslöser sind Gräser- und Baumpollen). Er wurde früher durch das Zauberwort Abrakadabra bekämpft (H. Haefs).



Heuschrecke:
"Kühlendes Wasser strömt dort dahin, ein Graspolster wuchert,
bietet ein weiches Lager, und Heuschrecken zirpen ihr Liedchen"
(Theokrit).
"Die Heuschrecken – sie haben keinen König, dennoch ziehen sie aus in Ordnung" (Altes Testament Sprüche 30, 27).
Heupferd. Ihr Blut ist weiß, nicht rot. Ihre Schwärme, die an die 300 Milliarden Tiere umfassen, können sich können sich bis zu 5.000 Kilometer von ihrem Ursprungsort entfernen und sich über 3000 Quadratkilometer ausdehnen. 1875 wurde im amerikanischen Westen sogar ein Schwarm beobachtet, der sich über 500 000 Quadratkilometern, ein Gebiet größer als Deutschland, ausdehnte und ca. 3,5 Trillionen Tiere umfasste. Heuschrecken können am Tag ihr eigenes Körpergewicht an Futter verzehren, wozu weder Mensch noch Pferd in der Lage wären.



Heuschrecke: In der Bibel kommen sie an über 100 Stellen vor. Sie werden im Alten Testament immer dann erwähnt, wenn man eine überaus große Anzahl andeuten will. Moses drohte dem Pharao, Gott werde ihm Heuschrecken schicken, wenn er das Volk Israel nicht ziehen ließe. Als der Pharao nicht auf die Drohung reagierte, fielen dann fürchterliche Schwärme über Ägypten her: "Sie bedeckten das Land und verfinsterten es. Und sie fraßen alles Kraut im Lande auf und alle Früchte auf den Bäumen." Sie wurden noch im 16. Jahrhundert vor Gericht geladen. Die Juden delektierten sich an Heuschreckensuppe und gekochten Schafschwänzen. Bereits Johannes der Täufer hat sich von ihnen ernährt, die Thora empfiehlt ihren Verzehr und Mohammed erlaubt, sie lebendig zu genießen. Im Koran wird berichtet, dass er Heuschrecken verzehrte, während er mit seinen Schülern diskutierte. In Japan sind geröstete Heuschrecken eine Delikatesse. Der französische Hobbykoch Bruno Comby schlägt vor, sie mit einem Schuss Essig oder Ketchup zu würzen. Kenner verzehren die Grashüpfer "nature", direkt von der Wiese. Das Gericht Pizza mit Heuschrecken wird als Beitrag zur Bekämpfung der Heuschreckenplage in Australien empfohlen. Eine Laubheuschreckenart besitzt mit 14 Prozent ihres Körpergewichts die größten Hoden der Welt.



Heuschrecke: Redensarten: Einfallen wie ein Heuschreckenschwarm/wie Heuschrecken über etwas herfallen. Heuschrecke (einen Panzerprototyp aus dem Zweiten Weltkrieg). "Heuschrecke" (Yoga-Figur). Tiernamen: Heuschreckenfrosch, Heuschreckenkrebs, Heuschreckenschwirl (Vogel). Pflanzennamen: Heuschreckenbaum.
Vergleiche: "Der Fremdenverkehr ist die Heuschreckenplage unserer Zeit" (Anke Engelke).
Schimpfworte: Grashüpfer (junger, unerfahrener Mann). Heuhüpfer (sprunghafte Person). Heuschrecke (hässliche Bauernmagd), "Heuschrecken" (Finanzinvestoren, global vagabundierendes Kapital, Firmenübernahme, "Heuschreckendebatte"). In der Fabel: Äsop "Der Knabe, der Heuschrecken jagte". Christian Fürchtegott Gellert "Das Heupferd oder der Grashüpfer".
Im Gedicht: Günter Grass Prophetenkost". August Heinrich Hoffmann von Fallersleben "Heuschreckenleben". John Keats "On the Grasshopper and Cricket" (dt.: Grashüpfer und Heimchen"). Conrad Ferdinand Meyer "Die Heuschrecke". Eugen Roth "Tierleben für jung und alt" (1973). Heinrich Seidel "Grashüpfer sitzt im hohen Gras" (in: M. Bern Hrsg.) Alfred Tennyson "The Grasshopper".



Heuschrecke: Im Film/Filmtitel: u. a.: "Beginning of the end" (1957). "Der Heuschreck und die Ameise" (1954). "Der Tag, an dem die Heuschrecken kamen" (1974). "Der Tag der Heuschrecke" (1974/75). "Die Gottesanbeterin" (2001). "Grashüpfer" (1979). "Todesschwarm – Heuschrecken greifen an" (2005).
In der Malerei: u. a. Salvador Dalí "Ich mit zehn Jahren, als ich Kind-Heuschrecke war". Albrecht Dürer "Frosch- und Heuschreckenplage" (Holzschnitt 1494) und "Maria mit der Heuschrecke" (Kupferstich, um 1495). Max Ernst "Heuschreckenlied an den Mond" (1953).

Im Lied:
"Wenn's bay'risch Bier regnet":
"Auf der Wies'n singt a Heuschreck',
auf einmal is' er stad,
es hat ihm der Bauer
den Schädel abg'maht."

Schlager: "Grasshopper" (Link Davis).



Heuschrecken: s. auch Heuschrecke



Hexe: Man kann sie wie den Werwolf an den zusammengewachsenen Augenbrauen erkennen. Sie hat kein Spiegelbild und kann das Vaterunser rückwärts aufsagen. Hexen musste man unter allen Umständen von Haus und Hof fernhalten, denn sie waren für verschiedene Unglücksfälle verantwortlich, z.B. für tote Kinder, krankes Vieh und Missernten. Sog. Hexensalben wurden u. a. aus Fledermausblut, Bilsenkraut, Stechapfel, Tollkirsche und Mohn, aber auch aus bestimmten Pilzen gebraut. Solche Salben konnten Halluzinationen und Rauschzustände hervorrufen. William Shakespeare schildert in "Macbeth" anschaulich die notwendigen Ingredienzien:
"Kröte du, die Nacht und Tag
Unterm kalten Steine lag,
Monatlanges Gift sog ein,
In den Topf zuerst hinein …"

Dann folgten Schlangen, Froschzehen, Eidechsenpfoten, Eulenflügel und "Eibenzweige abgerissen / Bei des Mondes Finsternissen". Zuletzt noch "Türkennasen" und "Fingerlein in Geburt erwürgter Knaben". Das war auch der Grund, warum kräuterkundige Frauen immer wieder als Hexen denunziert und verbrannt wurden.
Hexenbesen (Pflanzenkrankheit), Hexeneinmaleins (magisches Quadrat), Hexenjagd, Hexenkessel, Hexenküche, Hexenmilch (Absonderung der Brustdrüsen, Pflanze), Hexenschaukel (Jahrmarktsbelustigung), Hexenschuss, Hexenseide, Hexerei, Hexerich (Hexenmeister), Hexenringe sind kreisförmige Anordnungen von Pilzen. Früher hielt man sie für Hexentanzplätze. Pflanzennamen: Hexenbaum, Hexenblume (Anemone), Hexendistel, Hexenei (Stinkmorchel), Hexenkraut (Waldklette), Hexenmilch (u. a. Wolfsmilch), Hexenpilz (Röhrling), Hexenrauch (Baldriangewächs), Hexenzwirn (u. a. Waldrebe).



Hexen: s. auch Hexe



Himbeere: Himbeerfarben, Himbeerglasflügler, Himbeerkäfer, Himbeersaft (volkstümlich für Blut), Himbeerspat (Mineral), Himbeerzunge (Anzeichen für Scharlach). "Goldene Himbeere" (amerikanischer Fernsehpreis für die schlechtesten Darsteller bzw. Regisseure des Jahres).
Sprüche: Lieber Himbeergeist als gar keinen Verstand. "Mädchen und Himbeeren haben oft schon Maden, eh` sie noch reif sind" (Jean Paul).
Schimpfworte: "Himbeere" (Brustwarze). Himbeerbubi/Himbeerheini/Himbeertoni (temperamentloser Mann, auch Homosexueller).
In der Literatur: Fritz Hochwälder "Der Himbeerpflücker" (1965).
Im Gedicht: Günter Eich "Himbeerranken". Theodor Fontane "Im Garten" ("Die hohen Himbeerwände/ Trennten dich und mich ...") Schlager: "Mit Himbeergeist geht alles besser" (auch Film 1960).
Im Film /Filmtitel: u. a. "Himbeereis und heiße Mädchen" (1980). "Popcorn und Himbeereis" (1978).
Schlager: "Raspberries, strawberries" (The Kingston Trio)



Himbeeren: s. auch Himbeere



Hippolytus (hl.): Er wurde von Pferden zu Tode geschleift.



Hirsch: "Gleichwie der Hirsch verlangt nach der Quelle, so verlangt meine Seele nach dir" (Altes Testament "Psalm 42,2").
Hirsche und Stiere waren die ersten Motive, die Steinzeitmenschen auf ihre Höhlenwände malten; und heute noch ist der Hirsch unverzichtbares Requisit gemalter Naturlandschaften. Fleisch und Geweih des Damhirsches sollen gegen Dämonen und Krankheiten, sowie gegen Impotenz schützen. Hirschfett wird vielseitig eingesetzt: Bei Hämorrhoiden, Bruchleiden und Bergsteiger verwenden es gegen Blasen, es soll müden Füßen "Beine machen". Erfrierungen. Hirschleber soll die Gicht "fernhalten". Die Juden schätzten Hirschbraten, weil er sie im Geschmack an Mannah erinnerte. In der germanischen Sage zog der Hirsch Eikthyrmir den Sonnenwagen (Fürst Pückler fuhr in Berlin mit einem von Hirschen gezogenen Wagen vor). Der Jagdgott Freyr erschlug den Riesen Beli mit einem Hirschgeweih. Eine Hirschkuh nährte in der Legende das Kind der hl. Genovefa. Der Rothirsch ist Tier des Jahres 2002.



Hirsch: Redensarten: Erstarrt wie ein Hirsch im Abblendlicht. So erfolgreich sein wie der Jäger des weißen Hirsches (für Misserfolg). Hirsch (beliebter Apothekenname), Deichselhirsch (Pferdefleisch), flotter Hirsch, Platzhirsch (Frauenheld. "Wer Platzhirsch werden will, darf keine Böcke schießen" Gerhard Uhlenbruck). Hirsch (200-Liter-Bierfass, Wappentier), Hirschbart (Hutzierde, ähnlich Gamsbart), Hirschfänger (langes Jagdmesser), Hirschgarten (Wildgehege), Hirschhorn (Material für Knöpfe), Hirschhornsalz (Ammoniumverbindungen). "Stag or hen nights" (Hirsch- und Huhn-Nächte für Junggesellenabschied).
Tiernamen: Hirschantilope, Hirschlaus, Hirschziegenantilope. Pflanzennamen: Geweihbaum, Hirschdorn, Hirscheber, Hirschgeweihfarn, Hirschhaar (Borstgras), Hirschholler, Hirschklee, Hirschkohl, Hirschkolbensumach (Essigbaum), Hirschtrüffel, Hirschwurz, Hirschzunge (Farnart).
Sprichwörter: Lade, eh den Hirsch Du hast, / auf den Braten keinen Gast! Wer Hirsche jagt, späht nicht nach Hasen (China).
Sprüche: Dem Jäger jede Pirsch behagt, / sei's auf den Hirsch, sei's auf die Magd. "Fürsten sollen sich nicht bloß mit dem Hirsch, sondern auch mit den Untertanen, die sie töten, malen lassen" (Jean Paul). "Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so lechzt meine Seele, Gott, nach dir" (Psalmen). Schimpfwort: Hirsch (Tölpel, Dummkopf, Synonym für den betrogenen Ehemann). Zungenbrecher (schnell zu sprechen): Hirsch heißt er!



Hirsch: In der Fabel: S. auch Eber, Fuchs, Schaf, Stier. In der Fabel entkommt der Hirsch leichtfüßig den ihn verfolgenden Hunden. Aber er bleibt dann doch mit seinem prächtigen Geweih im dichten Unterholz hängen und wird eine leichte Jagdbeute. Äsop u. a. "Der Hirsch und der Löwe" und "Der Hirsch und der Weinstock" (vgl. auch La Fontaine und Friedrich von Hagedorn). Jean de la Fontaine "Das Pferd, das sich am Hirsch rächen wollte" und "Vom kranken Hirsch". Johann Wilhelm Ludwig Gleim "Der Hirsch, der Hase und der Esel" und "Der Hirsch, der sich im Wasser sieht". Friedrich von Hagedorn "Der Hirsch, der Hund und der Wolf" und "Der kranke Hirsch und die Wölfe". Johann Gottfried Herder "Alte Fabeln mit neuer Anwendung". Gotthold Ephraim Lessing u. a. "Der Hirsch und der Fuchs" (nach Äsop) und "Der Stier und der Hirsch". Phaedrus "Der Hirsch an der Quelle" (vgl. auch La Fontaine) und "Der Hirsch und die Rinder".



Hirsch: In der Literatur: Matthias Claudius "Schreiben eines parforcegejagten Hirschen an den Fürsten, der ihn parforcegejagt hatte, d. d. jenseit des Flusses". John Dryden "The Hind and the Panther".

"Bringt mich ins Gebirg! In den Wald will ich gehn
und hin zu den Fichten, dort, wo die Hunde,
die Mörder des Wildes, spüren,
die scheckigen Hirsche erjagend."
(Euripides "Hippolytos")

Ludwig Ganghofer "Hirschbrunft" und "Pirsche auf den Feisthirsch" (in "Die Jäger"). Norman Mailer "Der Hirschpark". Martial "Epigramme" ("Der Hirsch"). Hans Sachs "Historia: Die Göttin Diana mit Acteon, des Königs Sohn, der zu einem Hirschen ward."



Hirsch: Im Gedicht: Charlotte Bronte "Der waidwunde Hirsch". Joseph von Eichendorff "Ich hab' gesehn ein Hirschlein schlank ..." (in "Ahnung und Gegenwart"). Emanuel Geibel "Hirsch und Reh". Eugen Roth "Kunterbuntes Alphabet" ("Wer auf den Hirschen hebt die Büchse, / Lässt Hasen laufen oder Füchse"). Johann Gottfried Herder "Gejagter Hirsch". Detlev von Liliencron "Jagdstück". Börries von Münchhauen "Die Lederhosen-Saga" ("Es war ein alter schwarzbrauner Hirsch, Großvater schoss ihn auf der Pirsch...") Johann Rist "Der Hirsch". Eugen Roth "Tierleben für jung und alt" (1973). Ludwig Uhland "Der weiße Hirsch" (Ballade). William Wordsworth "Hart-Leap Well.



Hirsch: Im Film/Filmtitel: u. a. "Das Geheimnis der weißen Hirsche" (1993). "Der Hirsch mit dem goldenen Geweih" (Märchenfilm 1971/72). "Der springende Hirsch oder die Diebe von Güntersburg" (1915). "Hirschjagd" (1981). "Das Hirschkälbchen" (1976). "Platzhirsche" (1997).



Hirsch: In der Malerei und Graphik: Joseph Beuys "Hirsch auf Urschlitten" (1985) Gustave Courbet "Hirschjagd" (1867) und "Kämpfende Hirsche oder Brunft im Frühling" (1861). Albrecht Dürer u. a. "Hirschkopf" (Zeichnungen). Franz Marc "Hirsche" (1911). Gerhard Richter "Ein Hirsch im Wald". Moritz von Schwind "Nixen" (einen Hirsch tränkend" (um 1846).
In der Musik: Béla Bartók "Die Zauberhirsche". Hans Werner Henze "König Hirsch" (Oper 1956). Im Lied: "Ich schieß' den Hirsch im wilden Forst". Schlager: "Theme from the deerhunter" (Mantovani).



Hirsch: S. auch Geweih, Hubertus (hl.)



Hirsche: s. auch Hirsch



Hirschkäfer: Er ist der größte einheimische Käfer. Er soll gegen Rheumatismus, Wassersucht und Ohrenschmerzen helfen. Im Altertum hängte man ihn Kleinkindern als Schutz vor dem bösen Blick an. Die Altvorderen glaubten, der Hirschkäfer packe mit seinen Zangen glühende Kohlen und zünde damit Häuser und Scheunen an. In der Oberpfalz verwendete man früher Hirschkäferasche als "Geschlechtsreizmittel". Insekt des Jahres 2012.
Im Gedicht: "Der Weibchenmangel macht den Schröter, / von je zum ärgsten Schwerenöter" (Eugen Roth). Heinz Erhardt "Der Hirschkäfer".
Im Film /Filmtitel: u. a. "The fight of the stag beetles". "Vom Hirschkäfer zum Hakenkreuz" (2001).
In der Malerei: u. a. Albrecht Dürer (Zeichnung).



Hirte:
"Fette Schafe auf zartgrünen Weiden
hütend, singen die Hirten ihr Lied zum Flötenklang"
(Horaz "Oden".
Platon glaubte, auf den Bergen hausende Hirten seien von der Sintflut verschont geblieben. In der römischen Sage fand ein Hirte die am Tiber ausgesetzten Zwillinge Romulus und Remus und zog sie auf. Ein schlechter Hirte, der sein Vieh misshandelt muss nach seinem Tod als Geist über die Almen spuken. Hirtenhunde ermitteln in regelrechten Wettbewerben ihre Besten.
Redensarten: Ein Hirt und eine Herde (Neues Testament Johannes). Jesus ist der gute Hirte im Neuen Testament (Johannes 10,12; in der frühchristlichen Kunst Darstellung eines jugendlichen, bärtigen Hirten, der auf den Schultern ein Schaf oder einen Widder trägt). Hirtendichtung (ländlich idyllisch Dichtung). , Hirte (Pfarrer, Pastor), Seelenhirt, Oberhirte (Bischof; Hirtenamt, Hirtenbrief, Hirtenstab). Pflanzenname: Hirtentäschelkraut.



Hirte: Berühmte Hirtin: Jean d’Arc.
Sprichwörter: Auch dem besten Hirten frisst der Wolf ein Schaf. Ein guter Hirt lässt das Leben für die Schafe. Ein guter Hirte schert seine Schafe, aber er zieht ihnen nicht das Fell über die Ohren (Australien). Je mehr Hirten, desto schlechter wird gehütet (sorbisch). Wer Töchter hat, ist stets Hirte (Holland). Wie der Hirt, so die Herde. Hüten (z.B. das Bett, einen Schatz), behüten/behütet, Hüter, Behüter ("Soll ich meines Bruders Hüter sein?" 1. Moses 4,9), auf der Hut sein.

Grabspruch:
"Ich, ein treuer Hirtenknab'
Stieg die Berge auf und ab;
Gesucht hab' ich die Schafe hier
Und fand mein frühes Grab dafür."



Hirte: Sprüche: "Die Aufgabe eines guten Hirten besteht darin, das Vieh zu scheren und nicht zu schinden" (Sueton "Vita Tiberii"). Ein guter Hirte kümmert sich auch um seine schwarzen Schafe. "Eine gute Herde wird nicht von einem Hammel geführt, sondern von einem Hirten" (Thomas Niedereuther).
Vergleiche: "Szepter und Hirtenstab / legt der Tod ins Grab" (Abraham a Sancta Clara). "Weisheit ist der Hirte der Geheimnisse, Klugheit der Jäger der Rätsel" (Hans Kudszus). "Nicht jeder Hirte lässt seine Schäfchen im Hochland des Geistes weiden" (Stanislaw Jerzy Lec).
Schüttelreim: "So mancher Hirt, wenn er sein Vieh gezählt, / bemerkt mit Schreck, dass eine Ziege fehlt."

"Frau Wirtin hatte einen Hirt,
in dem hat sie sich schwer geirrt;
er blies nur die Schalmei,
denn mit des Knaben Wunderhorn
war’s bei ihm längst vorbei."



Hirte: In der Literatur: Fabeln: S. auch Dohle, Esel, Schaf. Äsop (vgl. auch Phaedrus) u. a. "Der Hirt und der Hund", "Der Rinderhirt", "Der Wolf und der Hirt" und "Die Ziege und der Hirt". Jean de la Fontaine u. a. "Der Kaufmann, der Edelmann, der Hirt und der Königssohn" und "Der Wolf und die Hirten". Friedrich von Hagedorn "Apollo, ein Hirte". Johann Gottfried Herder "Alte Fabeln mit neuer Anwendung". Phaedrus "Der Panther und die Hirten". Hans Sachs (Hirte und Jäger).
In der Literatur: Heinrich Böll "Die schwarzen Schafe" (1951). Ulrich Bräker "Hirtenleben". Knut Hamsun "Pan". Longos "Daphne und Chloe". Ruth Schaumann "Der Hirte im Schönen Busch" (1942). Arno Schmidt "Aus dem Leben eines Fauns" (1953). Arthur Schnitzler "Die Hirtenflöte". Lope Felix de Vega Carpio "Hirten von Bethlehem". Ernst Wiechert "Die Flöte des Pan" und "Hirtennovelle" (1935).



Hirte: Im Gedicht: S. auch Jäger. In der antiken Hirtendichtung (Bukolik) wird das Hirtenleben idealisiert dargestellt. Angelus Silesius "Heilge Seelen-Lust Oder geistliche Hirten-Lieder". Achim von Arnim "Des Hirten Einsamkeit" und "Die zwei Hirten in der Christnacht". . Werner Bergengruen "Gotthirte", Hirtengott" (in "Die heile Welt"), "Die Hirten" (in "Figur und Schatten"), "Die Hirtenuhr" und "Zwei Hirtenlieder aus der Hortobágy-Pußta" (in "Figur und Schatten"). Theodor Däubler "Pan". Georg Britting "Hirtenstunde" und "Könige und Hirten". Guido Cavalcanti "Die Hirtin". Gabriele D’Annunzio "I pastori". Max Dauthendey "Es hockte im Morgen der Hirte am Bach" und "Faun". Annette von Droste-Hülshoff "Das Hirtenfeuer" ("Heidebilder") und "Geistliches Jahr. Ev.: Vom guten Hirten". Joseph von Eichendorff "Terzett". Hans Magnus Enzensberger "Für Lot, einen makedonischen Hirten". Paul Fleming "Hirtenlied auf eines Freundes in der Moskow gehaltener Hochzeit" und "Ich bin ein guter Hirte". Ferdinand Freiligrath "Der Hirtenknabe" (nach Laetitia Elisabeth Landon). Stefan George "Die Bücher der Hirten- und Preisgedichte" (1895, darin "Tag des Hirten").



Hirte: Im Gedicht: Martin Greif "Pan". Andreas Gryphius "Auff den Sontag deß guten Hirten". Hugo von Hofmannsthal "Hirtenknabe singt für die Landstraße des Lebens". Paul Fleming "Ich bin ein guter Hirte". Stefan George "Der Tag des Hirten". Johann Wilhelm Ludwig Gleim "Der reiche Hirt". Martin Greif "Das Hüterkind". Franz Grillparzer "Es war ein Hirt, mild wie die Gottesgabe". Andreas Gryphius "Auf den Sonntag des Guten Hirten oder Misericordias Domini, Joan. 10" und "Hirten-Gespräch auf eine Hochzeit". Friedrich Wilhelm Güll "Hirten". Georg Philipp Harsdörffer "Der gute Hirt". Heinrich Heine "Der Hirtenknabe" (in "Harzreise"):
"König ist der Hirtenknabe,
Grüner Hügel ist sein Thron;
Über seinem Haupt die Sonne
Ist die große, goldne Kron’ …"



Hirte: Im Gedicht: Johann Gottfried Herder "Grabschrift eines Hirten" (aus dem Griechischen). Georg Heym "Tod eines Hirten". Paul Heyse "Der Dichter und der große Pan". August Heinrich Hoffmann von Fallersleben "Der Alpenhirt" und "Der Hirtenknabe". Peter Huchel "Abschied von den Hirten" und "Die Hirtenstrophe". Victor Hugo "Hirten und Herden". Johann Georg Jacobi "An die Hirten" und "Der Hirt und der Förster". Ernst Jandl "Der versteckte Hirte" (1975). Johann Klaj "Joas. Geistliches Hirten-Gedichte". Karl Krolow "Die Hirtenstunde" (nach Paul Verlaine). Giacomo Leopardi "Nachtgesang eines wandernden Hirten in Asien. ". Detlev von Liliencron "Heidegänger. Böcklins Hirtenknabe". Friedrich von Logau "Von vier Hirtinnen". Oskar Loerke "Pansmusik" (1929). Friedrich von Matthisson "Die Alpenhirten". Conrad Ferdinand Meyer "Hirtenfeuer".



Hirte: Im Gedicht: Friedrich Nietzsche "Lied eines theokritischen Ziegenhirten". Christian Morgenstern "Der beleidigte Pan". Martin Opitz "Dafne. Chor der Hirten". Angelo Poliziano "Des Hirten Klage". Rainer Maria Rilke "Verkündigung über den Hirten". Johann Rist "Hirtenlied". Friedrich Rückert "Romanze vom Kuhhirten". Max von Schenkendorf "Weihnachtslieder. Die Hirten". Friedrich Schiller "Lied des Hirten" (aus "Wilhelm Tell") und "Parabeln und Rätsel. 3. Auf einer großen Weide gehen …". Friedrich Schlegel "Der Hirt" und "Trutznachtigall. Christus ein Hirt". Rudolf Alexander Schröder "Ihr Hirten". Christian Friedrich Daniel Schubart "Der Hirten Lied am Kripplein". Johann Gottfried Seume "Der Ochsenhirt". Percy Bysshe Shelley "Hymne an Pan". Friedrich Spee "Eine Ecloga oder Hirtengesang". Gustav Schwab "Der Hirte von Teinach". Theokrit u. a. "Der verschmähte Hirt" und "Die Rinderhirten". Ludwig Thoma "Anbetung der Hirten". Ludwig Uhland "Der gute Hirte" und "Des Hirten Winterlied" (vertont von Felix Mendelssohn-Bartholdy). Johann Peter Uz "Die Muse bei den Hirten". Lope de Vega "Freut euch ihr Hirten". Vergil "Hirtengedichte" ("Bucolica").



Hirte: Im Gedicht: Paul Verlaine "Armer junger Hirt" (übers. von Georg von der Vring):
"Angst hab ich vor Küssen,
Als wären sie Bienen.
Wozu sie nur dienen?
Ach, wird man es müssen?
Angst hab ich vor Küssen…"

Georg von der Vring "Die Dryade an den Hirten".
Im Märchen: Hans Christian Andersen "Die Hirtin und der Schornsteinfeger". Brüder Grimm "Das Hirtenbüblein". In der Sage: Brüder Grimm "Der Hirt auf dem Kyffhäuser".



Hirte: Im Film/Filmtitel: u. a. s. auch Gans "Das Hirtenlied vom Kaisertal" (1956). "Der gute Hirte" (2007). "Der Hirtenjunge aus dem Tal" (1983). "Der Hirtenjunge Naidan" (1979). "Der neunte Sohn des Hirten" (1984 Kinderfilm). "Die Abenteuer des Hirten" (1954). "Die Hirten der Nacht" (1975). "Hirtenlied" (1973). "Lied des Hirten" (1957). "Wir sind alle Hirten" (TV-Serie "Millennium").



Hirte: In der Malerei: u. a. S. auch Ziege. Arnold Böcklin "Des Hirten Liebesklage" und "Pan erschreckt einen Hirten" (1860). Pieter Bruegel "Heimkehr der Herde" (aus dem Zyklus der "Monatsbilder" 1565). Correggio "Anbetung der Hirten". Eugène Delacroix "Herminia bei den Hirten" (1859). Thomas Gainsborough "Der Hirtenknabe im Regen" und "Schweinehirtin" (1782). Giorgione "Anbetung der Hirten" (um 1500-1510). Giotto di Bondone "Joachim unter den Hirten" (Szenen aus dem Leben Mariä und Christi zwischen 1303 und 1310). Vincent van Gogh "Die Hirtin" (1889). El Greco "Anbetung der Hirten" (1584-94). Holbein d. J. "Altarretabel des Hans Oberried für den Dom von Freiburg (Anbetung der Hirten) (1521–1522). Ernst Ludwig Kirchner "Hirten am Abend" (1937). Ferdinand von Kobell "Landschaft mit Hirten und Herde" (1773). Franz von Lenbach "Der Hirtenknabe" (1860) und "Hirtenknabe auf einem Hügel vor blauem Himmel" (1859-60). Claude Lorrain u. a. "Hirte" (1655–1660) und "Landschaft mit Hirten (Pastorale)". Aristide Maillol "Hirtenleben". Anton Raphael Mengs "Anbetung der Hirten" (1770).



Hirte: In der Malerei: Jean-François Millet u. a. "Die Hirtin" (1863) und "Opfergabe an Pan" (1845). Bartolomé Esteban Perez Murillo "Anbetung der Hirten" 1645-50 und "Der Gute Hirte". Camille Pissarro "Kuhhirtin" (4. Viertel 19. Jh. ) Nicolas Poussin "Die Hirten von Arkadien" (1650-55). Rembrandt "Die Verkündigung an die Hirten" (1634) und "Anbetung der Hirten" (1649). Guido Reni "Anbetung der Hirten" (1630–1642). Ludwig Richter "Der Gute Hirte" (1860). Salomon van Ruisdael "Hirt treibt seine Herde" (1641). Martin Schongauer "Anbetung der Hirten" (um 1475–1480). Adriaen van de Velde "Hirt mit Rinderherde" (1660). Jean-Antoine Watteau " Die Hirten".



Hirte: In der Musik: Johann Sebastian Bach "Der Herr ist mein getreuer Hirt" (Kantate). Edvard Grieg "Lyrische Stücke. Hirtenknabe". Hans Leo Hassler "Angelus ad pastores ait". Wolfgang Amadeus Mozart "Der König als Hirt" (Oper 1775). Franz Schubert "Der Hirt auf dem Felsen" und "Gott ist mein Hirt". "Lauft, lauft ihr Hirten". Weihnachtslied: "Kommet, ihr Hirten".
Schlager: "The shepherds song" (Acker Bilk).



Hirte: S. auch Frau Wirtin, Schäfer, Wendelin (hl.), Wolfgang (hl.)



Hirten: s. auch Hirte



Hochzeit: Frage: Was ist der Unterschied zwischen einer Bauernhochzeit und einem Bauernbegräbnis? Antwort: Einer weniger betrunken.
Redensarten: Auf mehreren Hochzeiten tanzen. Hochzeitsbitter (Überbringer der Einladung zu einer ländlichen Hochzeit).
Sprüche: "Einen anständigen Menschen befällt der Schüttelfrost schon vor der Hochzeit" (Iwan S. Turgenjew). Vergleiche: "Freundschaft ist die Hochzeit der Seele" (Voltaire).
In der Literatur: Lena Christ "Der Hochzeiter" (Bauernkomödie). Franz Kafka "Hochzeitsvorbereitungen auf dem Lande" (1953). Ludwig Thoma "Hochzeit".
Im Gedicht: Johann Wolfgang von Goethe "Parabolisch" ("Im Dorfe war ein groß Gelag …"). Albrecht von Haller "Die Alpen. Über eine Hochzeit". Johann Peter Hebel "Die Hauensteiner Bauernhochzeit". Eduard Mörike "Hochzeitlied". Ludwig Tieck "Hochzeitlied".



Hochzeit: Im Film/Filmtitel u. a.: "Bauernhochzeit" (1995 TV-Serie "Der Bulle von Tölz"). "Uta Danella - Die Hochzeit auf dem Lande" (TV-Film 2001/02). "Hochzeit" (TV-Film 1985). "Hochzeit auf Bärenhof" (1941/42 mit Heinrich George und Paul Wegener). "Hochzeit auf dem Süderhof" (1991). "Hochzeit auf Immenhof" (1956).
In der Malerei: Pieter Bruegel d. Ä. "Bauernhochzeit" (1568). Frans Hals " Bauernhochzeit" (2. Drittel 17. Jh.).
In der Musik: Igor Fjodorowitsch Strawinski "Die Bauernhochzeit" (Chorwerk 1923).
Im Lied: "Die lustige Hochzeit" (Johann Gottfried Herder).



Hochzeit: S. auch Bulle, Hahn, Heirat, Ius primae noctis, Ochse



Hoden: Ländliche Ausdrücke: Beutel ("feuchter Beutel, nasser Sack"; Schrotbeutel), Nüsse.
Volkserotik:
"'Spass muss sein!'
sprach Wallenstein,
und schob die Eier
mit hinein."



Hölle: Ofenwinkel oder Holzlagerstelle unter dem Kachelofen.
Sprichwörter: Ungebetene Gäste platziert man hinter die Hölle (sorbisch).



Holunder: "Pan auch, Arkadiens Gottheit, sahen wir kommen, glänzend von rötlichen Holunderbeeren" (Vergil "Hirtengedichte").
"Lieblingskraut" des griechischen Arztes Hippokrates. Es soll gegen Schlangenbisse und Tollwut helfen. "Wenn einem Menschen von üblen Säften der Kopf wie ein Sturzbach tost, so soll der Zwergholunder kalt um seinen Kopf gewunden werden, und es wird ihm besser gehen" (Hildegard von Bingen). "Hokuspokus Holderbusch, Schwinde Gliederstarre, husch!" (Engelbert Humperdinck "Hänsel und Gretel"). Im Volksglauben ist der Strauch Frau Holle geweiht. Er zeigt die Lage eines vergrabenen Schatzes an. Wenn der Holunder am Haus einging, kündigte das einen Todesfall ein. "Im Mittelalter war es üblich, dass Frauen sich Holunderzweige ans Fußende des Bettes banden, um zu verhindern, dass sie zu Hexen wurden" (H. Haefs). An der Blüte des Holunders glaubten die Bauern, die Reichhaltigkeit der kommenden Ernte ablesen zu können. Ein am Haus stehender verdorrender Holunder kündigt den Tod eines Familienmitglieds an.



Holunder: In Irland haben die Hexen Besen aus Holunderholz anstatt aus Esche. Mädchen schütteln am Thomastag einen Holunderstrauch. Aus der Richtung, aus der dann ein Hund bellt, kommt der ersehnte Bräutigam. Wenn die Burschen an Pfingsten Holunderzweige vor das Fenster eines Mädchens steckten, galt das als Anzeichen verlorener Jungfräulichkeit. Auch zur Abwehr von Maulwürfen steckte man früher Holunderzweige in die Felder und Wiesen. Kinder fertigen aus den Zweigen Blasrohre und Pfeifen. "Hollerträubel", in heißem Fett herausgebackene Blütendolden, galten früher als beliebtes Gebäck. Aberglaube: Gegen Warzen helfen Speck und grüner Holunder. Wilhelm Tell verbarg sich hinter einem Holunderstrauch. Pflanzennamen: Holunderpilz.



Holunder:
"Ringel, Ringel, Reihe,
Sind der Kinder dreie,
Sitzen unterm Hollerbusch,
Machen alle husch, husch, husch,"



Holunder: Sprichwörter: Holunder tut Wunder. Vor dem Holunder soll man den Hut ziehen. Hollerblüt macht d' Henna müd.
In der Literatur: Wilhelm Raabe "Holunderblüte".
Im Gedicht: Max Dauthendey "Und immer geiler der Holunder im Dunkelgrünen blüht". Peter Gan "Die Holunderflöte" (1949).

"Sitze ich im Dunkelgrün
Träumend an der grauen Rinde
Eingewiegt vom Sommerwinde -
Sehe ich dein helles Blühn
Überall im Dunkelgrün,
Sehe still dein Wunder,
Sterniger Holunder ..."
(Oda Schäfer "Holunder")

Friedrich Schnack "Holunder". Georg von der Vring "Holunder am Friedhof" und "Holunderbeeren".
Im Märchen: Hans Christian Andersen "Mutter Holunder".



Holunder: Im Film/Filmtitel: u. a. "Der Duft von Holunder" (TV-Film). "Kalina Krassnaja – Roter Holunder" (1973/74). "Unterm Holderbusch" (1968). "Weißer Holunder" (1957).
In der Malerei:. Hans Thoma "Unter dem Holunderbusch" (1871).
Im Lied: "Rosenstock, Holderblüh!"



Holunder: S. auch Birnbaum, Flieder



Holz: "Ein erstaunliches Material, das im Wald sofort, im Ofen dagegen nur schwer in Brand gerät" (E. G. Tange).
Beliebt war das Holzscheitorakel. So zeigte ein beliebiges aus einem Holzstoß gezogenes Scheit an, ob der künftige Gemahl schön gewachsen oder ob er bucklig sein wird. Ein umfallender Holzstoß kündet eine nahe bevorstehende Geburt an. Das Räuchern mit neunerlei Holz soll, ähnlich wie die Verwendung von neunerlei Samen, vor Hexen schützen und vor Unglück bewahren. In der Neujahrsnacht guckten Mädchen in den Ofen und sagten dabei folgendes Sprüchlein auf: "Lieber Ofen, ich bete dich an, / du brauchst Holz und ich ein Mann."
Der amerikanische Präsident George Washington ließ sich hölzerne Ersatzzähne einsetzen (H. Haefs). Xylomantie ist der wissenschaftliche Ausdruck für Wahrsagung mithilfe von Hölzchen. Kinder wurden auf dem Land noch bis in unsere Tage dadurch bestraft, dass sie auf Holzscheiten knien mussten.



Holz: Redensarten: Auf Holz klopfen. Aus demselben/gutem/grobem/hartem Holz geschnitzt sein (er ist demselben Holz, aus dem man Aktenschränke schnitzt). Eine Menge Holz (eine große Menge, z. B. Geld). Holz in den Wald tragen (Unnützes tun Horaz "Sermones"). Holz sägen (schnarchen). Holzauge sei wachsam! Ins Holz schießen. Jemand quält sich durch die Oktaven wie eine Säge durch nasses Holz (schlechter Sänger). Jemand zieht sein Bein nach als wär’s ein Stück Fallholz (für hinken). Man ist ja nicht aus Holz (ist nicht gefühllos; will nicht sexuell enthaltsam sein). "Gut Holz" (Kegler-Spruch). Späne machen (Ärger machen). Steif wie ein Stück Holz.
Holzbein (Beinprothese. Spruch: "Holzbeine sind nicht vererblich, aber Holzköpfe" Albert Edward Wiggam. "Quillt dein Holzbein auf bei Regen, / musst du es etwas kleiner sägen" Dietmar Bittrich). Holzblasinstrument (z. B. Klarinette), Hölzerne Hochzeit (5-jähriges Ehejubiläum), Hölzernes Gelächter/Holzharmonika (Xylophon), Holzessig, Holzfällersteak, Holzgas, Holzgeist, Holzkammergräberkultur, Holzkohle, Holzopal (versteinertes Holz), Holzschliff, Holzschnitt und Holzstich (graphische Technik), Holzwolle, Holzzunge (Rinderkrankheit), Kerbholz (Redensarten: Etwas auf dem Kerbholz haben; frühe Schriftform: wichtiges Gerät zur Aufzeichnung von Arbeitsleistungen und Lieferungen).
Tiernamen: Holzameise, Holzbiene, Holzbohrer (Schmetterling), Holzbohrkäfer, Holzbrüter (Borkenkäfer), Holzfliege, Holzlaus, Holzmade, Holzwespe, Holzwurm ("Totenkäfer", sein tickendes Geräusch wird als Todesomen gedeutet), Laubholzbockkäfer. Pflanzennamen: Holzapfel (Wildform des Apfels, früher zur Schweinemast verwendet), Holzbirne, Holzblume (Leberblümchen), Holzpilz (u. a. Hallimasch).



Holz: Redensarten: Holz vor der Hütten (üppiger Busen; "Lieber Holz vor der Hütten als ein Brett vor dem Kopf". "Wer verliebt ist, sieht zwar das Holz vor dem Haus, aber nicht das Brett vor dem Kopf" Werner Mitsch. "Ein Münchener Karmeliterprediger stellte die außerordentliche Liebe der heiligen Nonne Theresia gegen Gott mit den Worten dar: Da seht auf das Herz ... Da brennt's; die hat Holz vor der Herberg. Da spürt ihr Bräutigam Jesus Christus keinen Winter nit" Wander).



Holz: Sprichwörter: Alte Liebe und glimmendes Holz flammen jederzeit wieder auf (Frankreich). Aus dem gleichen Holz zimmert man Kirchenstühle und Schweineställe. Aus Holz macht man große und kleine Heilige. Brennte Falschheit wie Feuer, / So wär' das Holz nicht halb so teuer. Dummheit und Stolz / wachsen auf einem Holz. Der Neid nagt nie am faulen Holz, / drum sei auf deine Neider stolz. Ein armer Teufel muss das Holz selbst zur Hölle tragen. Je grüner das Holz, je dicker der Rauch. Krummes Holz gibt auch gutes Feuer. Man brachte den Schwätzer zur Hölle; da sagte er: "Euer Brennholz ist schlecht" (Arabien). Man kann nicht aus jedem Holz Heilige schnitzen (Italien). Was aus einem krummen Holz geschnitzt wird, kann nie ganz gerade werden. Wenn das am grünen Holz geschieht, was erst am dürren! (ähnlich im Neuen Testament Lukas). Wer zornig ist, verbrennt oft an einem Tag das Holz, das er in vielen Jahren gesammelt hat (aus China).



Holz: Sprüche: "Der eine trägt Holz, der andere wärmt sich dran" (Wilhelm Busch). "Holz ist ein einsilbiges Wort, aber dahinter ist eine Welt voller Märchen und Wunder" (Theodor Heuss). "Nichts gewinnt so sehr durch das Alter wie Brennholz, Wein, Freundschaften und Bücher" (Francis Bacon). "Wiege und Sarg sind aus einem Holz" (Adolf Reitz).



Holz: Vergleiche: "Aus so krummem Holze, als woraus der Mensch gemacht ist, kann nichts ganz Gerades gezimmert werden" (Immanuel Kant). Da eine Gewehrkugel auch dickes Holz durchschlagen kann, sollte man mit seinem Kopf immer schön in Deckung gehen. "Der Geist ist nicht wie ein Gefäß, das gefüllt werden soll, sondern wie Holz, das lediglich entzündet werden will" (Plutarch). "Der Schreibtisch ist ein Kloster aus Holz" (Ludwig Marcuse). "Die Lebensleiter ist voller Holzsplitter, aber sie machen sich erst dann bemerkbar, wenn wir rückwärts rutschen" (Emil Oesch). "Geschichte lässt sich nur durch Erinnerung und Fantasie bewahren; ohne Fantasie ist Geschichte nichts als totes Holz" (Carlos Fuentes). "Ihr Holzköpfe habt genauso wenig Ahnung von Verkehrsregeln wie eine Kuh vom Eierlegen" (James-Bond-Film "Der Mann mit dem goldenen Colt"). "In jeder Fakultät sollte wenigstens ein recht tüchtiger Mann sein. Wenn die Scharniere von gutem Metall sind, so kann das übrige von Holz sein" (Georg Christoph Lichtenberg). "Jeder Mensch hat ein Brett vor dem Kopf – es kommt nur auf die Entfernung an" (Marie von Ebner-Eschenbach). "Lieber eine Feindschaft aus ganzem Holz als eine geleimte Freundschaft" (Friedrich Nietzsche). "Man muss sein Leben aus dem Holz schnitzen, das man zur Verfügung hat" (Theodor Storm).



Holz: Kollegenschelte: Er kratzt sich nicht gern am Kopf, weil er Angst hat, sich einen Holzsplitter rein zu ziehen. Ausbilderspruch: Der sollte mal das Gewinde für seinen Holzkopf nachschneiden lassen. Dich haben sie wohl mit dem Holzhammer frisiert?! So dumm wie ein Liter Holz. Zungenbrecher: Hätte Hänschen Holz hacken hören, hätte Hänschen Holz hacken helfen. Hinter'm hohen Haus hackt Hans hartes Holz. Hartes Holz hackt Hans hinter'm hohen Haus.



Holz: Schimpfworte: Holzbock (s. diesen), holzen, Holzer (unfähiger Mensch, roher Fußballspieler), hölzern, Holzhammermethode, Holzklotz (plumper, sturer Mensch. Auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil. Einen Klotz am Bein haben), ebenso Holzkopf (stur, geistig minderbemittelt). Wie ein Stück Holz (z.B. steif dasitzen). "Dead wood" ("totes Holz", Uni-Jargon für Forscher von zweifelhafter Qualität).



Holz: In der Literatur: Thomas Bernhard "Holz fällen".
Im Gedicht: Max Dauthendey "Holzflöße". Günter Grass "Totes Holz" (2002). Klabund "Gut Holz". Johann Christian Morgenstern "Das ist der Ast in deinem Holz".
Im Film /Filmtitel: u. a. "Der verhängnisvolle Holzhammer" (1914). "Die Könige der Nutzholzgewinnung" (2006). "Unterholz" (2002).
In der Malerei: Vincent van Gogh "Unterholz".
Im Lied: "Die lustigen Holzhackerbuam". Schlager: "Knock on wood" (Eddie Floyd).



Holz: S. auch Brust, Holzbock, Holzweg



Holzbock: (Zecke). Sein Biss kann schlimme Hirnschäden herbeiführen. Wohl mehr für die bäuerliche Debilität verantwortlich als die berüchtigte Inzucht. Kanadische Forscher haben festgestellt, dass Parasiten wie Läuse, Flöhe und Zecken vor allem geschlechtsreife männliche Lebewesen heimsuchen ("Männer sind lausig ..."). Franz Blei ist überzeugt, dass Thomas und Heinrich Mann "zu einer Familie mittelgroßer Holzböcke" gehören. "Man findet sie immer auf demselben Baum lebend" ("Das große Bestiarium der Literatur"). Ein mumifizierter Welpe im alten Ägypten war von 61 Zecken befallen. Aristoteles und Homer erwähnen den "Hundezerstörer". Philipp von Hutten, der im Auftrag der Welser auf der Suche nach dem Goldland Eldorado war, wurde von einem Einheimischen gewarnt: "Der Weg zu den Omaguas ist kein Spaziergang; diese Indianer sind zahlreich wie die lästigen Urwaldzecken." Wie schützt man sich vor dem Biss der aggressiven Tiere? Durch Essen von Knoblauch vor dem Waldspaziergang, da der Knoblauchduft den Ortungssinn der Zecken stört. Man kann auch einen Hund vor sich hertreiben, auf den stürzen sich dann die Tiere. Manche Vögel reiben sich das Gefieder mit Ameisen ein und schützen sich dadurch vor Zecken und Läusen.



Holzbock: (Zecke). Sprüche: "Was macht man mit einer Zecke, die sich fest gebissen hat? Man packt das Problem an seiner Wurzel an" (im Film "Commissario Laurenti. Tod auf der Warteliste" 2007).
Sprichwörter: Ein Adler sieht sich nicht nach Holzböcken um. Die Zecke verachtet den Hund, auf dessen Hintern sie lebt (Afrika).
Sprüche: "Bei anderen siehst du die Laus, bei dir aber übersiehst du den Holzbock" (Petronius "Satyrikon").
Vergleiche: "Stecket vol gleich wie ein zeck" (Hans Sachs). "Voll wie ein engelländischer zeck" (Johann Fischart). "Fantasten, narren, thoren, gecken / kleben styff recht wie die zecken" (Thomas Murner). "Kinder, die nicht in die Schule geschickt werden, bleiben eitel Holzböcke" (Martin Luther). "Das ist ja schlimmer als ein Wald voller Zecken" (Bud Spencer in "Vier Fäuste für ein Hallelujah").



Holzbock: (Zecke). Schimpfworte: Holzbock (ungeschlachte Person). Sich an einen klammern wie eine Zecke. In der Fußballfanszene gelten "Linke" als Zecken.

Aus dem alternativen Bauernkalender:
"Hast du den Tripper bei Märzenschnee,
Soll er geheilt sein, bis blüht der Klee!
Tröpfelt er dann noch und klebt wie ein Zeck,
So schneid' ihn gleich samt den Eiern weg!"

In der Literatur: Friedrich Gerstäcker "Streifzüge durch Amerika. Oskar Maria Graf "Der Zeck'" (in: "Das bayerische Dekameron" (1928/59).
Im Gedicht: Bertolt Brecht "Gedicht vom Zeck". Eugen Roth "Tierleben für jung und alt" (1973).
Im Lied: "Alle Böcklein springen / Nur der Holzbock, der springt nicht".



Holzböcke (Zecken): s. auch Holzbock



Holzfäller: "Holzfällerdiplom: Ferien beim Forstadjunkt. Zwei Wochen Vollpension in idyllischer Lage. 20 Festmeter Tagesprogramm ..." (C. Lierow). Unter den seltsamen Reliquien eines Heiligen findet sich auch Josephs Seufzer beim Holzhacken (in Cour-cheverney bei Blois). Redensart: Abgekämpft wie ein Holzfäller (für erschöpft). In die gleiche Kerbe hauen (für übereinstimmen). Kleinholz aus etwas machen (zerstören, verprügeln, kritisieren. "Wenn Männer sich den Kopf zerbrechen, gibt es meistens Kleinholz" Trude Hesterberg), Holzmichl (Holzfäller aus dem Erzgebirge). Die Lustigen Holzhacker-Buam (Band).
Sprichwörter: Wasserschleppen und Holzhacken gibt schmale Arschbacken.
Sprüche: "Holzhacken ist bei manchen Leuten deshalb so beliebt, weil sie den Erfolg dieser Tätigkeit sofort sehen können" (Albert Einstein). Letzte Worte des Holzfällers: "Vorsicht, Baum fällt!".



Holzfäller: Schimpfwort: Holzhacker (schlechter Klavierspieler, Fußballspieler), Holzknecht. In der Fabel: S. auch Jäger. Äsop "Der Fuchs und der Holzfäller", "Der Holzfäller und die Eiche" und "Hermes und der Holzhauer". Jean de la Fontaine "Der Holzhauer und Merkur", "Der Tod und der Holzfäller" und "Der Wald und der Holzhauer".
In der Literatur: Thomas Bernhard "Holzfällen" (1988).
Im Gedicht: Matthias Claudius "Till, der Holzhacker". Wolfgang von Goethe "Holzhauer".
Im Film/Filmtitel: u. a. "Die Holzfällerin" (1984). "Die sieben vom Holzfällercamp" (1972). "Tod eines Holzfällers" (1972).
In der Malerei: u. a. Franz von Defregger "Holzknechte in einer Sennhütte" (1880). Thomas Gainsborough "Holzfäller um eine Milchmagd werbend" (1755). Ferdinand Hodler "Der Holzfäller" (1910). Jean-François Millet "Waldarbeiter beim Holzsägen" (um 1850–1852). Camille Pissarro "Holzfäller" (1878).



Holzfäller: S. auch Simon (hl.), Wolfgang (hl.)



Holzschuhe: Warum tragen die Ostfriesen Holzschuhe? Damit sie sich beim Grasen nicht in die Füße beißen!



Holzweg: Redensarten: Auf dem Holzweg sein (sich irren).
Vergleiche: Das Waldsterben sorgt dafür, dass wir uns in Zukunft nicht mehr auf dem Holzweg befinden werden" (Gerhard Uhlenbruck). "Der goldene Mittelweg: das ist die fixierte Vermittlung, die Verbindungsstraße, die als Holzweg endet" (Helmut Arntzen). "Der Dienstweg ist leicht zu finden: er verbindet die Sackgasse mit dem Holzweg" (Ralph Boller). "Die meisten Holzwege enden in einer Sackgasse" (Markus Ronner). Die meisten Holzwege enden in einer Sackgasse. "Die Welt will immerdar den Holzweg gehn, gar nichts tun oder nichts glauben" (Martin Luther). Er ist auf dem Holzweg, das beweist das Brett vor seinem Kopf. "Nicht jeder, der die Bretter, die die Welt bedeuten, betritt, merkt, dass er auf dem Holzweg ist" (Heinz Erhardt). "Er musste erst mit dem Kopf gegen die Bäume rennen, ehe er merkte, dass er auf dem Holzweg war" (Wilhelm Busch). "Holzwege werden aus Brettern gezimmert, die wir vor dem Kopfe haben" (Ron Kritzfeld). Konsequent ist, wenn man einen Holzweg zu Ende geht.
Buchtitel: Martin Heidegger "Holzwege" (1980).
Im Gedicht: Eugen Roth "Falsche Erziehung" (in "Genau").
Im Film /Filmtitel: u. a. "Der Holzweg" (1994). "Holzwege" (1977 TV-Serie "Polizeiruf 110").



Honig: "Imker-Honig: Offenbar etwas Selbstgebasteltes wie der Winzer-Wein, und wie dieser höchstens einmal in der Woche, in kleinen Dosen und mit äußerster Vorsicht zu genießen" (C. Lierow).
Der älteste Kaugummi der Welt stammt aus der Steinzeit und bestand aus Honig. Vergil nannte den Honig "Geschenk des Himmels". Vedius Pollio soll über hundert Jahre alt und bei bester Gesundheit gewesen sein. Als er einmal Kaiser Augustus vorgestellt wurde, fragte ihn dieser, worauf er sein hohes Alter zurückführe. Er antwortete: "Intus melle, extra oleo" (innerlich durch Honig, äußerlich durch Öl). Der oberste aller griechischen Götter, Zeus, wurde mit Ziegenmilch und Honig aufgezogen. Honigkuchen war in der Antike ein beliebtes Gebäck. Die Römer verzehrten in Honig und Mohnsamen eingelegte Haselmäuse. Man erkannte schon früh die keimtötende Wirkung: So hat man die Leiche Alexanders des Großen in Honig einbalsamiert. Die alten Ägypter schätzten den Honig als Speise der Götter und sahen in ihm die Tränen des Sonnengottes Ra. Sie nutzten die spermienabtötende Wirkung zur Empfängnisverhütung; auch Mae West soll diese Methode 3000 Jahre später angewendet haben (B. Hesse). Die Harems von Konstantinopel schätzten ihn als Aphrodisiakum.



Honig: Die Germanen sahen im Honig den Tau der Weltesche. Sie stellten den heute wieder in Mode kommenden Met aus Honig her, ein Getränk, dessen Ursprünge bis in die Urzeit der Menschheit zurückreichen. Die alten Griechen verwendeten ihn übrigens als Abführ- und Brechmittel bei Vergiftungen. Der Arzt Galen empfiehlt gegen Haarausfall eine Maus zu verbrennen, die Asche mit Honig zu vermischen und den Kopf damit einzureiben. Für Augustinus ist der Honig ein Bild der Zärtlichkeit Gottes und seiner Güte. Um einen Liter Honig zu sammeln benötigt eine Biene 10.000 Flugstunden und muss dabei 10 Millionen Blüten besuchen. Die Deutschen sind Weltmeister im Honigessen. Sie verzehrten 2002 ca. 1,3 kg. Werbespruch: Honig hilft heilen.
Kinderreime (Vom Schlaraffenland):
"Fällt ein Wetter im Sommer ein,
so regnets lauter Honigseim.
Alle, die gerne schlecken,
die laufen in das Land hinein,
da haben sie zu schlecken."



Honig: Redensarten: Das ist kein Honigschlecken/-lecken (das ist schwierig). Das Land (der Seligen im Alten Testament), wo Milch und Honig fließt. Es geht ihm ein wie Honig. Honig im Maul und ein Schermesser in der Hand haben (heucheln). Jemandem Honig ums Maul oder um den Bart schmieren (schmeicheln. "Lieber verbrenne ich mir den Mund, als anderen Honig ums Maul zu schmieren" André Brie). Honey pot (abhörbares, unsicheres Handy), Honeypot ("Locktopf", spezielle E-Mail-Box, Programm, das Computerviren anlocken soll). Honigmond (honeymoon = Flitterwochen, honeymoon disease = Blasenentzündung durch gehäuften Geschlechtsverkehr). Honigsüß (ein lateinischer Spruch besagt: Amantes ut apes vitam mellitam exigunt. Liebende führen Bienen gleich ein honigsüßes Leben. Honigsüße Rede: Homer).
Honigbeutel (Hundekrankheit), Honigblende (Mineral), honiggelb, honigfarben, Honigmäulchen, Honigstein (Mineral), Honigtau (zuckerhaltige Ausscheidung), Honigwein (Met), Scheibenhonig (Ausdruck der Ablehnung).
Tiernamen: Honigameise, Honiganzeiger (Vogel), Honigbär, Honigdachs, Honigfresser (Vogel) , Honigmotte, Honigsauger (Vogel). Pflanzennamen: Honigapfel, Honigbeere, Honigblume, Honiggras, Honigklee, Honigkraut (Stevia zum Süßen), Honigpalme, Honigpilz (Hallimasch), Honigstrauch.



Honig: Sprichwörter: Als das Meer sich in Honig verwandelte, verlor der arme Mann seinen Löffel (aus Bulgarien). Alte Bienen geben wenig Honig. Auf der Zunge Honig, im Herzen Gift (sorbisch). Charme ist Honig für das Herz. Das ist ein arger Schlecker, der den Honig noch süßer will (Russland). Der Kluge verkauft seinen Essig teurer als der Narr seinen Honig. Ein Honigbrot treibt besser an die Arbeit als der Stock (sorbisch). In der Höhle des Bären braucht man nicht nach Honig zu suchen. Ist nur Honig da, die Fliegen kommen von selbst. Mit einem Löffel Honig fängt man mehr Fliegen als mit einem Fass voll Essig (Italien, auch Wahlspruch Heinrichs IV.). Sei weder Honig, dass man dich auflecke, noch Gift, dass man dich ausspucke (Serbien). Vor der Hochzeit haben die Frauen Honig im Und (Italien). Wer kein Geld in der Börse hat, muss Honig im Mund haben (Frankreich). Zuviel Honig verdirbt den Magen (England).



Honig: Sprüche: Ein Land, in dem Milch und Honig fließen, ist vor allem klebrig. "Ein Löffel voll Honig fängt mehr Fliegen als ein Fass voll Essig" (Benjamin Franklin). "Gelobt sei, was hart macht! Ich lobe das Land nicht, wo Butter und Honig fließt" (Friedrich Nietzsche). Honig soll das unfehlbarste Mittel gegen Haarausfall sein. Aber wie bekommt man den Hut wieder vom Kopf" (Hubert von Meyerinck).
Vergleiche: Bevor du den Pfeil der Wahrheit abschießst, tauche die Spitze in Honig! "Das sind die Verbrecher, die aus den offenen Wunden unseres Volkes Honig saugen" (F. Graas). "Das Wort gleicht der Biene: Es hat Honig und Stachel" (Talmud). "Und er schreibt in seine Wochenchronik: Wieder ein Erlebnis, voll von Honig!" (Christian Morgenstern).
Schimpfworte: Grinsen wie ein Honigkuchenpferd (einfältiger Mensch), Honigbiene (Fellatrix), Honiglecken (auch Anilinctus), türkischer Honig (Sperma), Scheibenhonig (Kot).



Honig: In Literatur: "Geh zu Klytaimestras Grab und schütt' aus den Trank von Milch und Honig" (Euripides "Orestes"). Claude Levy-Strauss: "Mythologica II. Vom Honig zur Asche". Felix Timmermans "Der Honig" (in "Pallieter").
Im Gedicht: Wilhelm Busch "Die kleinen Honigdiebe". Johann Gottfried Herder "Der Honig" (aus dem Orient). August Heinrich Hoffmann von Fallersleben u. a. "Zum Honigschmaus" und "Du kriegst ihn nicht". Martial "Epigramme" ("u. a. Attischer Honig", "Der Honigbäcker" und "Met"). Theokrit "Eros der Honigdieb":
"Einst entwendete Eros vom Bienenstock Honig. Doch eine
zornige Biene stach ihn und ritzte ihm heftig
den Finger. Das schmerzte den Dieb, er pustete kühlend sein Händchen,
stampfte den Boden und sprang umher. Dann zeigte er seinen
Stich Aphrodite und jammerte: 'Was für ein winziges Tierchen
ist doch die Biene, und was für Wunden vermag sie zu schlagen!'
Lachend erwiderte die Mutter: 'Du bist genau wie die Bienen:
Ein Winzling nur bist du, doch was für Wunden vermagst du zu schlagen!'"



Honig: Im Film/Filmtitel: u. a. "Bal-Honig" (2010). "Bitterer Honig" (1861). "Das Honigkomplott" (2007). "Die Honigfalle" (TV-Film 1998). "Honey / Honigmund" (1981). "Honig im Kopf" (2014). "Honig und Asche" (1996). "Honigblüten" (1976). "Honigkuckuckskinder" (1992). "Honigmond" (1966/67, 1994/95). "Milch und Honig" (1988). "Wilder Honig" (1971 Sexfilm). "Winnie Puuh … und der Honigbaum" (1937/1965).
In der Malerei: u. a. In der Kunst: Joseph Beuys "Honigpumpe am Arbeitsplatz" (1977). Lucas Cranach d. "Venus und Amor als Honigdieb" (um 1537). "Honigdieb" (Popgruppe).
Lied: "Das Lied vom Honigdieb". Schlager: "A taste of honey" (The Beatles). "Head home honey" (1955). "Honey" (Bobby Goldsboro). "Honey don't" (Carl Perkins). "Honey dripper" (Cab Calloway). "Honey honey" (ABBA). "Honey honey boogie" (Charlie Gracie). "Honey hush" (1957 Pat Boone). "Honey love" (The Drifters). "Honey pie" (The Beatles). "Honeycomb" (1957 Jimmie Rodgers). "If you got the money honey" (Willie Nelson). "Money honey" (Elvis Presley und Little Richard). "Wild honey pie" (The Beatles Mobile).



Hopfen: Die jungen Hopfentriebe wurden bereits in der Antike wie Spargel gegessen. Für das Bier werden nur weibliche Blütenstände verwendet; vielleicht ist das der Grund, warum der Gerstensaft gerade bei Männern so beliebt ist (allerdings führt er auch zu den sog "Biertitten", einer unerwünschten Form der Verweiblichung). Hopfen ist eine Arzneipflanze und dient als Beruhigungsmittel, ferner als Aphrodisiakum, wird aber auch zur "Dämpfung" des Geschlechtstriebs angewendet. Ausgelegte Hopfendolden dienten früher in Bibliotheken als Schutz vor Feuchtigkeit und Ungeziefer.
Redensarten: An ihm ist Hopfen und Malz verloren (ein hoffnungsloser Fall).
"Denn oft ist Malz und Hopfen,
An so viel armen Tropfen,
So viel verkehrten Toren,
Und alle Müh verloren."
(Johann Wolfgang von Goethe)



Hopfen: "Hopfenkaltschale" (Bier). Tiernamen: Hopfenblattlaus, Hopfenwürger, Hopfenwurzelspinner (Schmetterling). Pflanzennamen: Hopfenbaum, Hopfenbuche, Hopfenklee, Hopfenseide, Hopfenwürger (Sommerwurz).
Sprichwörter: Der Hopf / ist ein Tropf (für unzuverlässiges Wachstum). Der Hopfen will jeden Tag seinen Herrn sehen (d. h. er verlangt tägliche Kontrolle und Pflege). Arzneipflanze des Jahres 2006.
Sprüche: Hopfen und Malz, Gott erhalts (bayerischer Maßkrugspruch. Antispruch: "Hopfen und Malz / Erleichtern die Balz"). Wasser wird zum edlen Tropfen, / mischt man es mit Malz und Hopfen. "Wasserreich und hopfenarm ist ein Bier, dass Gott erbarm!" (Abraham a Sancta Clara).

"Hopf' anbinden,
Weibsleut' schinden.-
Stangen setzen,
Kein ergötzen!"



Hopfen: Schimpfworte: Hopfenbruder (Säufer), Hopfenstange (langer, dürrer Mensch).
In der Literatur: Werner Bergengruen "Die Geschichte der drei Hopfenhändler" (in "Das Buch Rodenstein"). Friedrich Schnack in "Cornelia und die Heilkräuter" (1940).
Im Gedicht: Wilhelm Busch "Naturgeschichtliches Alphabet" ("Der Hopfen wächst an langer Stange, / Der Hofhund macht dem Wandrer bange").
Im Film/Filmtitel: u. a.: "Hopfenpflücker" (1964), "Hopfensommer" (TV-Film 2011).



Horn: Bereits im Altertum als Trinkgefäß verwendet. Im Volksglauben galt das Horn als Schutzmittel gegen Dämonen und den bösen Blick. Fromme Christen glauben, dass der Teufel Hörner hat. Unter den seltsamen Reliquien finden sich auch die Hörner des Moses (in San Marcello Rom).
Redensarten: Angeglotzt werden, als ob man Hörner hätte (für Aufsehen erregen). Jemandem Hörner aufsetzen (den Ehemann/die Ehefrau betrügen; der Mann wird mit einem "Hörnerschmuck verehrt" Goethe; der hintergangene Ehemann heißt im Französischen "cornard", der Gehörnte/Hörnerträger, im Italienischen "cornuto".

"Und item, Herrn Jehan la Garde,
Dem jüngst sein Weibchen untreu ward,
Und zwar mit mir, verleih
Ich als Emblem ein Hirschgeweih"
(François Villon "Das kleine Testament").



Horn: In Konstantinopel soll es eine Statue mit vier Hörnern gegeben haben, die sich drehte, wenn sich ihr ein Hahnrei näherte. Die Redensart soll auch auf den griechischen Kaiser Andronicus (1183) zurückgehen. "Da er mit den schönsten Frauen seiner Residenz im vertrautesten Umgange lebte, so verlieh er den Männern derselben die Jagdgerechtigkeit, um mit jenen desto ungestörter allein zu sein. Über die Häuser der also beschenkten Männer ließ er ein Hirschgeweih setzen" (Wander). Spruch: Seit ihm seine Frau Hörner aufgesetzt hat, passt ihm kein Hut mehr. Sie setzte ihm Hörner auf, weil sie seine Glatze nicht mehr sehen konnte.
Hessischer Abzählreim:
"O wir armen Hörnerträger
Haben wider Willen Schwäger"



Horn: Jemandem sind die Hörner nach innen gewachsen. Den Stier bei den Hörnern packen. Etwas auf die Hörner nehmen. Gleich gibt’s was auf/zwischen die Hörner. Ins gleiche Horn blasen/stoßen = sich einig sein). Jemanden auf die Hörner nehmen (angreifen). Jemandem die Hörner zeigen (sich wehren). Jemanden Hörner aufsetzen (sexuell betrügen). Sich die Hörner ablaufen/abstoßen (Erfahrungen sammeln. "Die Hörner, die man sich abgestoßen hat, werden einem nachher wieder aufgesetzt" Hellmuth Walters. Bei der Immatrikulation wurde früher dem Studenten ein Hut mit Hörnern aufgesetzt, die er abwetzen musste).



Horn: Horn (Bergform, z.B. Nebelhorn im Allgäu; Musikinstrument. Spruch: "Gott schuf das Horn in seinem Zorn"). Hornblende (Mineral), Hörnchen (Nagetierfamilie), Hornbrille, Hörnchen (Gebäck), Hörnerhaube (Frauenhaube im Mittelalter), Hörnerschlitten, Hornfels (Gestein), Hornfessel (Schulterriemen, an dem das Hifthorn befestigt wurde), Horngold (Gulden), Horngroschen (Münze), Hornhaut (hürnen; der "hürnene" Siegfried), Hornhenkel (an Tongefäßen), "Hornist" (spöttisch für Ochse), Hornkapsel (Hufteil), Hornpipe (Musikinstrument), Hornsäule (Hufkrankheit), Hornschuh (Männerschuh), Hornsilber, Hornspäne (Dünger), Hornstein (Kieselgestein), Hornwarze.
Bamberger Hörnla (Kartoffelsorte). Einhorn (Fabeltier, Wappentier, beliebter Apothekenname), Füllhorn (ursprünglich das abgebrochene Horn der Ziege, gefüllt mit Früchten und mit Blumen bekränzt. Das Füllhorn über jemanden ausgießen), der Gehörnte (der Teufel), Goldenes Horn (Bucht des Bosporus), Kap Hoorn, Martinshorn (nach dem Hersteller Martin benannt), Trinkhorn, Waldhorn.
Tiernamen: Hornagame, Hornfasan, Hornfisch, Hornfliege, Hornfrosch, Hornhecht, Hornkoralle, Hornkrebs, Hornmilbe, Hornrabe, Hornviper, Hornvögel. Pflanzennamen: Hornbaum (Hainbuche), Hornblatt, Hornfarn, Hornflechte, Hornklee, Hornkraut, Hornkümmel (Rittersporn), Hörnling (Pilz), Hornmohn, Hornmoos, Hornnuss, Hornschwamm, Hornstrauch (Hartriegel), Horntang, Hornveilchen.



Horn: Sprichwörter: Fasse den Ochsen beim Horn, den Mann beim Wort und die Frau am Rock (altdeutsch). Stoß’ nicht, ehe dir Hörner wachsen!
Schimpfworte: Hörnerträger, Hornochse, Hornvieh (besonders dummer Mensch. Friedrich Nietzsche spricht im "Ecce homo" vom "gelehrten Hornvieh"), Nebelhorn ("Die meist unfreiwillige Erektion des Mannes in der Sauna" K. de Rottwinkel), Waldhorn (Penis eines Försters), Des Knaben Wunderhorn (männliches Geschlechtsteil, "Emma"-Spott). Falscher Schluss: Was man nicht verloren hat, hat man noch. Hörner habe ich nicht verloren. Also habe ich Hörner.



Horn: Im Gedicht: Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau "Eines Hornträgers". Friedrich von Logau "Auf einen Hörnerträger". Friedrich Rückert "Die Hörnerträgerinnen". In der Sage: Brüder Grimm "Das Oldenburger Horn".
Im Lied: "Hinaus in die Ferne mit lautem Hörnerklang". Schlager: "Boogie woogie bugle boy" (The Andrews Sisters). "Bugle call rag" (Benny Goodman, Glenn Miller).
Im Film/Filmtitel: u. a.: "Bockshorn" (1984). "Das goldene Horn" (1948). "Das Ziegenhorn’" (1971, 1972, 1994). S. auch Geweih



Hörner: s. auch Horn



Hornisse: "Ich will Hornissen vor dir her senden, die vor dir her ausjagen die Hiwiter, Kanaaniter und Hethiter" (Exodus" 23,28). Bei einem Hornissenstich werden Alarm- bzw. Rufstoffe freigesetzt, die weitere Hornissen anlocken. Über die Anzahl der Hornissenstiche, die einen Menschen oder ein Pferd töten können, gehen die Meinungen auseinander (sieben ein Pferd, drei einen Menschen stimmt nicht). Drei sollen ein Kind, sechs einen Menschen und neun ein Pferd umbringen; daher auch der Name "Pferdestecher" und "Neuntöter". Der Begründer der ersten ägyptischen Dynastie König Menes (etwa 3100 v. Chr.) wählte die Hornisse als Symbol seiner Herrschaft.
Redensarten: Ins Hornissennest stoßen. Jemand läuft hin und her wie eine brünstige Hornisse (für aufgeregt sein). Tiernamen: Hornissenschwärmer (Schmetterling).



Hornisse: Sprichwörter: Der Kluge geht den Hornissen aus dem Weg (sorbisch). Gesetze fangen Fliegen und verschonen die Hornissen (England).
Vergleiche: "Italien ist wie eine Hornisse: nach allen Gesetzen der Aerodynamik sollte es nicht fliegen können, aber es fliegt" (Indro Montanelli). "Was einem, wenn man jung ist, als eine Mücke umschwirrte, das wird im Alter zu einer Hornisse" (Wilhelm Raabe). Schimpfworte: Hornisse (gefährliche Frau). In der Fabel: Jean de la Fontaine "Die Hornissen und die Bienen".
In der Literatur: Peter Handke "Die Hornissen" (1966).
Im Gedicht: Friedrich Rückert "Die philosophische Hornisse.
Im Film /Filmtitel u. a.: "Bruce Lee – Das Geheimnis der grünen Hornisse" (1966/1974). "Green hornet – Die Rückkehr der Hornisse" (1994).



Hornissen: s. auch Hornisse



Hosentürl (früher in ländlichen Kreisen knüpfbare Klappe): "Wenn Du nicht magst, dann mach ich mein Hosentürl wieder zu" (Herbert Achternbusch). Hosentürlsteuer (Alimente). Schlager: "Hosenladen-Boogie".



Hubertus (hl.): Patron der Jäger. Einem jungen Jäger namens Hubertus, der am Karfreitag trotz Warnungen seiner Frau in den Ardennen jagte, erschien ein kapitaler Hirsch mit einem leuchtenden Kreuz im Geweih. "Hubertus, warum jagst du mich?" soll der Hirsch gefragt haben. Du solltest lieber ein guter Christ werden." Das nahm sich der Angesprochene zu Herzen und zog sich in die Einsamkeit zurück. Er wurde später heilig gesprochen und die Jäger verehren ihn seitdem als ihren Schutzpatron (diese Legende ist ursprünglich für den hl. Eustachius, den frühesten Jagdheiligen, belegt). Es war Brauch, die jährliche Jagd am Hubertustag (3. November) zu eröffnen; daher die Bezeichnung "Hubertusjagd". Durch die "Hubertusmesse" wurden Jäger und Hunde vor Behexung geschützt. Der Heilige soll auch gegen Tollwut schützen. Kinder sagten in der Eifel folgendes Abendgebet auf:
"Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist,
Dass kein böser Hund mich beißt,
Dass kein böser Wolf mich zerreißt ..."

Hubertusburg (Jagdschloss bei Leipzig). Pflanzennamen: Hubertuskraut.
Im Gedicht: Friedrich Rückert "Ein Gleichnis von den Hirschen, dem wilden Jäger, und was St. Hubertus sprach". Felix Timmermans "Sankt Huberti Herz" (in "Adagio").
Im Film /Filmtitel: u. a. "Der Staatsanwalt hat das Wort – Hubertusjagd" (1985). "Hubertusjagd" (1959). Kupferstich von Albrecht Dürer. Hans von Marées "Hl. Hubertus" (1885-87).
Im Lied: "Das St.-Hubertuslied" (aus "Des Knaben Wunderhorn").



Hucke: (Rückentragkorb): Redensarten: Huckepack (Huckepackverkehr (Eisenbahntransport von Lastwagen), huckepack tragen. Jemanden die Hucke vollhauen/volllügen. Sich die Hucke vollsaufen.
S. auch Korb



Hufeisen: "Ironiker schlagen das Hufeisen verkehrt auf" (Jean Paul).
Schon in der Antike verwendet ("Hipposandalen" im alten Ägypten). Glücksbringer, vermutlich weil es die Form des aufgehenden Mondes hat. Man muss es aber gefunden haben und darf es nicht verkehrt aufhängen (mit der Öffnung nach oben könnte es die Hörner des Teufels darstellen.) Eine Legende berichtet, dass der heilige Dunstan, ein gesuchter Hufschmied, einst den pferdefüßigen Teufel beschlagen sollte. Er hieb dabei so kräftig zu und hörte erst auf, als der Hörnerträger um Gnade flehte und versprach, alle zu verschonen, die ein Hufeisen trugen. Besonders wirksam soll es sein, wenn es mit sieben rostigen Nägeln über der Tür angenagelt ist. Hufnägel sollen gegen Zahnschmerzen helfen, man muss aber dabei die Zauberformel "Hax, pax, max" aussprechen. Das Hufeisen gilt als Symbol für den weiblichen Schoß.. Hufeisenmagnet, Hufeisentheorie (Begriff der Politikwissenschaft, "ein hübsches Bild, das zeigt, wie links und rechts sich am Ende des Bogens einander annähern ...").
Hufeisenspiel (Wurfspiel). Tiernamen: Hufeisenkrebs, Hufeisennase (Kleine und große Hufeisennase, vom Aussterben bedrohte Fledermausart), Hufeisennatter, Hufeisenniere, Hufeisenwurm, Hufnagelschrift (Choralnotenschrift). Pflanzennamen: Hufeisenklee, Huflattich.



Hufeisen: Redensarten: Die Hufeisen abgerissen bekommen (für sterben). Ein Hufeisen verloren haben (schwanger sein, ein uneheliches Kind haben). Hufeisenförmig. In die Hufe kommen (anfangen). Jemand freut sich wie ein Bauer, der ein altes Hufeisen gefunden hat. Jemand ist auf allen vieren beschlagen und hat noch ein Hufeisen in der Tasche (für schlau).
Sprichwörter: Um eines Hufeisens willen verdirbt oft ein Pferd (altdeutsch). Ein lahmes Pferd mit goldenem Hufeisen findet seinen Käufer (sorbisch).
Sprüche: "Hufeisen sind des Schmiedes Glück" (Andreas Tenzer). "Hufeisen sollen auch dann Glück bringen, wenn man nicht daran glaubt" (Niels Bohr).
Vergleich s. auch Schmetterling.
Im Gedicht: Johann Wolfgang von Goethe "Legende vom Hufeisen". In der Sage: Brüder Grimm "Die Teufelshufeisen" und "Die vier Hufeisen".
Im Film/Filmtitel: u. a. "Das Hufeisen als Glücksbringer" (1946).



Huhn: "Freie Hühner braucht das Land!" (Motto des Deutschen Tierschutzbunds).
Huhn – "Gemahlin des Hahns". "Das klügste Geschöpf im Tierreich. Sie gackert erst, nachdem das Ei gelegt ist" (Abraham Lincoln). Eine Henne bringt es pro Jahr auf bis zu 360 Eier, 20 Milliarden Hühner in aller Welt legen im Jahr ca. 400 Milliarden Eier. Es ist noch vor dem Rind das wichtigste Nutztier auf der Erde. Ein Bauer meinte, Hühner seien die nützlichsten Tiere, die er kenne. Man kann sie vor und nach der Geburt essen. An der Universität Jerusalem wurde das sog. Nackthuhn gezüchtet. Es verträgt die Sommerhitze besser als seine gefiederten Mistkratzer. Außerdem brauche man es vor dem Verzehr nicht mehr zu rupfen.
Ein weißer Hahn hält in der arabischen Sage den Teufel auf Abstand. Das Huhn war weder dem Alten Testament, noch Homer bekannt. Die alten Römer handelten nach der Formel: Ein Hahn auf drei bis fünf Hühner, ebenso war das Verhältnis von Gänserich zu den Gänsen. Bei 200 Hühnern musste ein Gallinarius (Hühnerwächter) eingestellt werden. Livius kennt den Hühnervogt, "der vor einer Schlacht seine Hennen nach derer klugen Meinung zum Ausgang eines solchen Unternehmens befragte". "Auguria pullaria" galt den Römeern als Wahrsager.
"Roma" hieß der Lieblingshahn des weströmischen Kaisers Honorius, der als leidenschaftlicher Hühnerzüchter in die Geschichte einging. Ähnlich Papst Honorius; er war überzeugt, dass sein Schicksal mit einem Huhn, das auf den Namen "Rom" hörte, verbunden sei.



Huhn: Da Hühner auf dem linken Bein nächtigen, ziehen Gourmets das rechte als das zartere vor. Die alten Römer schätzten Hühnersuppe als sexuelles Stimulans, die Juden als Heilmittel. Sie gilt heute nicht nur in der chinesischen Medizin als "Universalmittel für körperliche und seelischen Leiden". Hühnerfrikassee ist nach Meinung von Casanova jedem anderen Ragout vorzuziehen. Laut Sigmund Freud deutet der Verzehr von Hähnchen auf nekrophile Neigungen hin; im Geburtsland der "Wienerwaldlokale" eine absurde Erkenntnis. Der heutige Züchter nennt sein Rassegeflügel "Berliner langlatschige Tümmler, Westfälische Totleger oder Thüringer Barthühner. Berühmtes Problem: Wer war zuerst da, die Henn oder das Ei? Es gibt Warnwesten für Hühner in Neongelb und Pink, damit sie von den Autofahrern rechtzeitig gesehen werden können. Wer keine Eier kaufen will, kann sich Hühner mieten.



Huhn: Brauchtum: Berühmt ist das sog. Hühnerorakel: Man zeichnet auf der Erde einen Kreis und trägt die 24 Buchstaben des Alphabets auf. Zu jedem Buchstaben legt man ein Getreidekorn. Dann setzt man das Federvieh in den Kreis und schaut, welche Buchstabenkörner es aufpicken wird. Das erste aufgefressene Korn ergibt z.B. den Anfangsbuchstaben des künftigen Ehemanns. Unverheiratete Mädchen klopften an bestimmten Lostagen an die Tür des Hühnerstalls. Krähte der Hahn, bekamen sie einen Mann, gackerten die Hühner, mussten sie weiter auf das Eheglück warten. Wenn man den Hühnern am Aschermittwoch die Schwanzfedern abschnitt, stellte man sicher, dass sie ihre Eier nicht an unzugänglichen Stellen verlegten. Die Volksmedizin verwendete Hühnerfett für die Behandlung von Brandwunden.



Huhn: Hühneraugen: Jemandem auf die Hühneraugen treten (Dialog: Er: "Fräulein, ich möchte Ihnen nicht zu nahe treten." Sie: "Vielen Dank, aber Sie stehen schon auf meinem Hühnerauge". "Des Lebens Freuden sind vergänglich; / das Hühnerauge bleibt empfänglich" (Wilhelm Busch). "Eine feinfühlige Person ist eine Person, die immer anderen auf die Füße tritt, weil sie selbst Hühneraugen hat" Oscar Wilde). "Die Menschen nehmen es hin, wenn man ihnen auf die Hühneraugen tritt. Aber sie nehmen es nicht hin, wenn man ihnen sagt, sie hätten Hühneraugen" (Norman Mailer). "Wenn Kassenbrillen nichts mehr taugen, / probiere es mit Hühneraugen" (Dietmar Bittrich). Fußnoten sind die "Hühneraugen der Literatur" (Wolfram Weidner). Hoffnungslos, als wollte man einem Krebskranken mit einer Hühneraugenoperation kurieren. Hühneraugen können sich nie ausruhen, weil sie von früh bis spät auf den Füßen sein müssen. "Koalition ist das Kunststück, den rechten Schuh auf dem linken Fuß zu tragen, ohne Hühneraugen zu bekommen" (Guy Mollet). "Sozialpolitik ist der verzweifelte Entschluss, an einem Krebskranken eine Hühneraugenoperation vorzunehmen" (Karl Kraus). "Übertretungen kommen nur von Geboten, wie Hühneraugen von engen Schuhen" (Peter Hille).



Huhn: Namengebend: Elektrische Henne (Brutkasten für Frühgeburten), "Goldene Henne" (Medienpreis; er ist nicht nach dem Huhn, sondern nach dem Spitzmann von Helga Hahnemann benannt. 2012 für Lech Walesa), Hühnerhund (für die Jagd auf Kleinwild; Chefschelte: Ein alter Hühnerhund, der nur auf Niederwild geht), Hühnerlaus, Hühnerleukose (Leukämie bei Tieren). Flatterhaft ("Die Haftstrafe für chronische Hühnerdiebe" K. de Rottwinkel). Kirchenhuhn oder Leichenhuhn (Steinkauz, der sich häufig auf Friedhöfen sehen ließ).
Tiernamen: Hühnerfloh, Hühnerfresser (Natter), Hühnerhabicht, Hühnermilbe. Pflanzennamen: Fette Henne, Hühnerbiss/Hühnerdarm (u. a. Vogelmiere), Hühnerhirse (Unkraut), Hühnermyrte, Hühnerschwarm.
Hühnerleiter (Laufmasche; auch steile, schmale Treppe. Aufstiegshilfe für den altersschwachen Hahn auf die Henne). Sprichwort: Das Leben ist eine Hühnerleiter: kurz und beschissen).



Huhn: Redensarten: Aufgekratzt sein wie ein Hühnerhof. Da lachen ja die Hühner. Das Huhn, das goldene Eier legt, schlachten (auch für die Gans). Das Huhn rupfen, ohne dass es schreit (geschickt vorgehen). Er sieht aus, als ob ihm die Hühner das Brot weggefressen hätten. Er sieht aus wie ein krankes Huhn. Etwas herauspicken. Führt sich auf wie eine legende Henne (rastlos, nervös). "Gallina scripsit" (das Huhn hat es geschrieben = unleserliche Krakelei). Herumlaufen wie ein Huhn, das ein Ei legen will, aber nicht weiß wo (für planlos). Hühnersuppe für die Seele (gelungene Psychotherapie). Jemand schreibt, als wären die Hühner übers Papier gelaufen (für unleserlich).



Huhn: Redensarten: Jemanden wie ein Suppenhuhn ausnehmen (betrügen). Mit den Hühnern aufstehen - ins Bett gehen (sehr früh). Mit den Hühnern schlafen gehen ("Pech: Mit Hühnern schlafen gehen und neben einer Kuh aufwachen" R. Habeck. "Wer mit den Hühnern schlafen gehen will, muss sehen, wie er die Leiter hoch kommt" Stefanie Kroth). Mit jemandem ein Hühnchen rupfen (offene Rechnung, zur Rede stellen. Chefspruch: Mein Täubchen, jetzt werde ich mal ein Hühnchen mit Ihnen rupfen). Nicht mehr alle Hühner auf der Stange haben. Schweigsam wie ein abgeschlachtetes Huhn. Sich aufplustern (für angeben). Sieht aus wie ein gerupftes Huhn (für zerzaust). Wie Hühner auf der Stange sitzen (für geordnet).



Huhn: Sprichwörter: S. auch Holunder. Auch ein blindes Huhn findet mal ein(en) Korn (bzw. einen Hahn). Daheim hast du nicht einmal eine Sardine und bei Fremden verlangst du ein Huhn (Spanien). Das Huhn fliegt nicht weit, es sei denn, dass der Hahn mitfliegt. Den Affen töten, um die Hühner zu erschrecken (China). Die Henne mit dem einen Küken ist so glücklich wie die andere mit acht (Spanien). Ein fleißiges Huhn findet auf jedem Mist zu tun. Eine Henne hat nie mehr Federn, als wenn der Hahn auf ihr sitzt. Es sind böse Hühner, die daheim fressen und ihre Eier auswärts legen. Gefällt der Henne der Hahn, gefällt ihr auch der Hühnerhof. Hennen, die viel gackern, legen wenige Eier. Hennen, Kinder und Weiberleut / bringen alle Nachbarn in Streit. Jede Stadt hat ihre besondere Art, Hühner aufzuschneiden (Togo). Kläglich das Haus, in dem die Henne lauter kräht als der Hahn (England). Krank wie ein Huhn, viel fressen und wenig tun. Priester und Hühner sind nie satt (aus Italien). Schlachtet der Bauer eine Henne, ist entweder die Henne krank oder der Bauer. Und wäre das Huhn noch so schlau, eines Tages kommt es doch in den Topf (aus Angola). Warme Fastnacht taut den Hühnern den Hintern auf (sorbisch). "Wenn Matthias kommt herbei, / legt das Huhn das erste Ei." Wer sein Huhn allein isst, muss auch sein Pferd allein satteln (Frankreich). Zähle nicht deine Kücken, bevor sie ausgeschlüpft sind (England).



Huhn: Sprichwörter: Mädchen, die pfeifen, und Hühnern, die krähen, soll man beizeiten den Hals umdrehen.

"Wenn die Henne kräht vor dem Hahn,
die Frau redet vor dem Mann,
so soll man die Henne kochen
die Frau mit einem Prügel pochen."
(Altdeutsch).
In Amerika ist man jedoch anderer Ansicht:
"Girls that whistle and hens that crow
Make their way wherever they go."

"Früh mit den Hühnern zu Bette
Und auf mit dem Hahn um die Wette."

"Müllers Henn und Witwers Magd
Hat selten über Not geklagt."

Volkerotik:
"Leck mich am Arsch, mein Hühnchen!
Leck mich am Arsch, mein Hahn!
Heut' Abend ist es recht dunkel,
da lässt du mich mal ran."



Huhn: Sprüche: "Aus dem Huhn kommt das Ei und aus dem Hahn das Wasser" (R. Habeck). "Das Huhn war die Idee des Eis, wie man mehr Eier erzeugt" (Samuel Butler). "Der Schmerz macht Hühner und Dichter gackern" (Friedrich Nietzsche "Zarathustra"). Des Morgens in der Früh, / da schmeckt das Bier wie Hühnerbrüh. "Die henne ist das beste beispiel dafür, wo das enge zusammenleben mit menschen hinführt ... Und dazu noch diese parodie des gesangs, abgeschnittene supplikationen über eine unsagbar lächerliche sache: das runde, weiße, beschmierte ei" (H. Zbigniew). "Die Hähne krähen, aber die Hennen liefern die Ware" (Ann Richards). "Die Hühner soll man totschlagen, die daheim fressen und anderswo Eier legen" (Martin Luther). "Ein Huhn in jeden Topf und ein Auto in jede Garage" (Herbert Hoover). "Es mag sein, dass der Hahn kräht, aber es ist die Henne, die die Eier legt" (Margaret Thatcher). "Ich wünsche, dass sonntags jeder Bauer sein Huhn im Topfe hat" (König Heinrich IV. von Frankreich).



Huhn: Sprüche: "Jetzt geht’s aufwärts", sagte die Henne, als sie vom Geier geholt wurde. Nur ein Huhn freut sich, wenn ihm etwas vorgeworfen wird. "Winner, winner, chicken dinner's" (Wetteinsatzspruch in Las Vegas).
Vergleiche: "Die deutsche Frau, das gutmütige Hühnchen, das auf die Kinder und den Futterkorb aufpasst" (Hippolyte Taine). "Ein Kritiker ist eine Henne, die gackert, wenn andere legen" (Giovanni Guareschi). "Ein Geschäft ist nur dann gesund, wenn man, wie die Hühner, erst eine Zeitlang scharren muss, bevor man einen Wurm findet" (Henry Ford). "Lernst du wohl, wirst du gebratener Hühner voll, / lernst du übel, musst du mit der Sau zum Kübel" (Martin Luther). "Wer einen Engel sucht und nur nach den Flügeln schaut, darf sich nicht wundern, wenn er ein Huhn nach Hause bringt" (G. Drews, auch für Gans).



Huhn: Schimpfworte: besonders für weibliche Wesen: armes, ausgeflipptes, blindes, blödes, dummes, fideles, komisches, krankes, leichtsinniges, närrisches, vergessliches, verrücktes, versoffenes Huhn. Alte Glucke (übertrieben fürsorgliche Mutter), aufgescheuchter Hühnerhaufen, Batteriehenne (Bordellmädchen), gelehrtes Huhn (gebildete Frau), Glucke/ Gluckhenne (ältere allzu fürsorgliche Frau), Henne (Hennenkampf), Hühnchen (im Mittelalter Kosewort), Hühnerbrust (magerer Oberkörper, kleine weibliche Brust. Kolleginnenschelte: Ihr Mann ist zu beneiden. Bei dem daheim gibt's jeden Abend Hühnerbrust). Hühnerhof auf Beinen Damenhut mit Federgarnitur), Hühnerkorb (weiter Rock), Kokotte (Hühnchen = Prostituierte im 19. Jahrhundert), Krampfhenne, Kücken, Legegeld (Kindergeld), scharfe Henne (geile Frau), Schneehuhn (Wintersportlerin), Sumpfhuhn (verwahrloster Mensch, Säufer, Prostituierte)



Huhn: Schimpfworte: Hendl (dummes Mädchen), Suppenhuhn (ältere, einfältige, sexuell verbrauchte Frau; vom Huhn, das sich nur noch zum Kochen eignet). Abgreifen (Hühner nach Eiern abtasten, eine Frau unsittlich berühren).

"In München ist es nicht dasselbe,
Hier kann man vieles eher tun
Als wie in Hamburg an der Elbe
Als unerfahr'nes, dummes Huhn."
(Ludwig Thoma "Lilly")

Schimpfworte (männlich): Hendlfriedhof (Bauch), Hühnerdieb (kleiner Gauner), Hennengreifer (Schürzenjäger, sexuelle Belästigung). S. auch Hühnerficker, Sumpf (Sumpfhenne).



Huhn: In der Literatur:
"Mancher gibt sich viele Müh'
Mit dem lieben Federvieh;
Einesteils der Eier wegen,
Welche diese Vögel legen;
Zweitens: Weil man dann und wann
Einen Braten essen kann ..."
(Wilhelm Busch "Max und Moritz")

Nonsensvers:
"Ein Huhn, das fraß, man glaubt es kaum
Die Blätter von nem Gummibaum,
Dann ging es in den Hühnerstall
Und legte einen Gummiball."
(Heinz Erhardt?)

Klapphornverse (in P. Köhler Hrsg.):
"Zwei Hühner des Herrn Ottomar,
Wovon das ein' ein Gockler war,
Legten täglich, wie es Pflicht -
Nur der Gockler tat es nicht."

Kindermund:
"Das Huhn, das Huhn,
Das hat gar viel zu tun;
Der Hahn, der Hahn,
Der hat's ihm schon getan."



Huhn: In der Fabel: S. auch Biene, Ei, Katze, Schwalbe. Äsop "Die alte Frau und die Henne": Eine alte Frau hatte eine Henne, die legte jeden Tag ein Ei. Da überlegte die Frau, wenn sie der Henne mehr zu fressen gäbe, dass sie eigentlich zwei Eier am Tage legen könnte. So geschah es. Die Henne aber wurde von dem vielen Futter so fett, dass sie überhaupt nicht mehr legte. - Die Fabel lehrt, dass viele Menschen aus Habsucht nach größerem Gewinn streben und dabei das, was sie besitzen, verlieren. Jean de la Fontaine "Das Huhn mit den goldenen Eiern" und "Das Huhn und die Perle" (vgl. auch Friedrich von Hagedorn u. a. "Das Hühnchen und der Diamant". Johann Wilhelm Ludwig Gleim "Das Hühnchen und der Hahn" und "Das Hühnchen und der Truthahn". Johann Gottfried Herder "Alte Fabeln mit neuer Anwendung". Gotthold Ephraim Lessing "Die blinde Henne": Eine blind gewordene Henne, die des Scharrens gewohnt war, hörte auch blind noch nicht auf, fleißig zu scharren. Was half es der arbeitsamen Närrin? Eine andre sehende Henne, welche ihre zarten Füße schonte, wich nie von ihrer Seite, und genoss, ohne zu scharren, die Frucht des Scharrens. Denn so oft die blinde Henne ein Korn aufgescharret hatte, fraß es die sehende weg (nach Phaedrus). Phaedrus "Das Huhn zur Perle" (auch bei Martin Luther).



Huhn: Lügenmärchen:
"Ich will euch singen und will nicht lügen:
Ich sah drei gebratne Hühner fliegen,
sie flogen also schnelle,
sie hatten die Bäuche gen Himmel gekehrt,
den Rücken nach der Hölle."



Huhn: In der Literatur: Buchtitel: Heinrich Seidel "Leberecht Hühnchen".
In der Literatur: "Ein Huhn lief auf dem Hofe laut gackernd umher, als ob es ein Ei legen wollte. Der Hausherr sah das und rief: "Schaut, die tüchtige Leghenne. Jeden Tag ein Ei! He, Junge! stell doch gleich den Korb dort in die Ecke!" (Apuleius "Der goldene Esel"). Abraham a Sancta Clara "Gack, gack, gack" (1742). Giovanni Boccaccio "Das Dekameron" (1. Tag. Die Markgräfin von Montferrat "löscht" die Liebe des Königs von Frankreich durch ein Hühnergericht). Matthias Claudius "Ernst und Kurzweil". Eulenspiegel "9. und 36. Historie". Martial "Epigramme" ("Junge Hühner" und "Masthennen").



Huhn: Im Gedicht: S. auch Karpfen. Bertolt Brecht "Tierverse" ("Es war einmal ein Huhn / Das hatte nichts zu tun ...") Matthias Claudius "Die Henne". Gustav Falke "Zwiegespräch" ("Guten Morgen, Fräulein Huhn! …") Günter Grass u. a. "Geflügel auf dem Zentralfriedhof" und "Von den Vorzügen der Windhühner". Georg Philipp Harsdörffer "Das Hühnlein im Ei". Johann Gottfried Herder "Die Henne" (aus dem Griechischen). August Heinrich Hoffmann von Fallersleben "Unsre lieben Hühnerchen (verloren ihren Hahn)". August Kopisch "Die goldene Henne".

"Ein fettes Huhn legt wenig Eier.
Ganz ähnlich geht's dem Dichter Meier,
der auch nicht viel mehr dichten kann,
seit er das große Los gewann"
(Wilhelm Busch).

"In der Bahnhofshalle, nicht für es gebaut,
Geht ein Huhn
Hin und her ...
Wo, wo ist der Herr Stationsvorstehr?
Wird dem Huhn
Man nichts tun?
Hoffen wir es! Sagen wir es laut:
Dass ihm unsre Sympathie gehört,
Selbst an dieser Stätte, wo es - ‚stört'!"
(Christian Morgenstern "Das Huhn")

Eugen Roth "Tierleben für jung und alt" (1973). Friedrich Rückert u. a. "Hühnchen und Hähnchen" und "Romanze von den Hennen". Hans Sachs "Der Münnich mit dem gestohln Huhn".
Im Märchen: Brüder Grimm "Das Lumpengesindel", "Die Brosamen auf dem Tisch" und "Von dem Tode des Hühnchens".



Huhn: Im Film u. a. S. auch Pflaume. "Chicken little" (2005). "Chicken run" ("Hennen rennen", die Gummihühner 2000 Trickfilm). "Das Fest des Huhnes" (1992). "Das Freilandhuhn" (1962). "Das Huhn" (1963). "Das schwarze Huhn" (1980 Kinderfilm). "Das schwarze Huhn oder die unterirdischen Bewohner" (1981). "Dressiertes Huhn" (1994). "Flussfahrt mit Huhn" (1984 Kinderfilm). "Fuchsalarm". "Himmel und Huhn" ("Chicken little" Trickfilm 2006/07). "Hühnchen auf Reisen" (1962 Kinderfilm). "Liebling, bring die Hühner ins Bett" (TV-Film 2002). "Riaba, mein Hühnchen" (1994). "schwarzhuhnbraunhuhnschwarzhuhnweißhuhn- rothuhnweiß oder put-putt" (1967). "Windland" (2007).
Filmtitel: "Das Neon-Huhn" (1996 TV-Serie "Seinfeld"). "Die wilden Hühner" (2007, Forts. u. a. "Die wilden Hühner und die Liebe"). "Ein blindes Huhn" (1966). "Ein verrücktes Huhn" (1977). "Hot chick – Verrückte Hühner" (2002). "Huhn mit Reis" (1996). "Hühnchen in Essig" (1980/85 Krimi).
In der Malerei: u. a. Fuchs. Albrecht Dürer "Mann mit Huhn" (Zeichnung). Gustav Klimt "Garten mit Hühnern in St. Agatha" (1899).



Huhn: In der Musik: Joseph Haydn "Das Huhn" (Sinfonie 1786). Im Lied: "Ei, ei, ei, ihr Hühnerchen". Schlager: "Chicken hearted" (Roy Orbison). "Chicken reel" (George Jones). "Do the funky chicken) (Rufus Thomas). "Pickin' a chicken" (1955 Boswell).



Huhn: S. auch Ei, Hahn, Moorhuhn, Truthahn



Hühner: s. auch Huhn



Hühnerdreck: Westfälische Bauern versuchten, die beginnende Glatzenbildung zu stoppen, indem sie die Kopfhaut mit Hühnerdreck einrieben. Landauf und landab wurden sie verlacht - doch sie schworen auf ihr Wundermittel. Jetzt wurden sie durch die moderne Wissenschaft rehabilitiert. Das Einreiben hilft tatsächlich. Doch es sind nicht geheimnisvolle Inhaltsstoffe, die dieses Wunder bewirken, sondern die Massage fördert die Durchblutung der Kopfhaut. Bei Verletzungen von Kindern verwendet man die Beschwörungsformel: "Heile, heile Hühnerdreck, / morgen früh ist alles weg." Es soll auch mit Kälberdreck funktionieren. Kindermund: "Friedrich Kracke, Hühnerkacke."

"Müller, Müller, Mahler,
die Mädchen kosten n Taler,
die Jungen einen Hühnerdreck,
die kehrt man mit dem Besen weg.
Die Mädchen kommen ins Himmelreich,
die Jungen in den tiefen Teich."

Im Film/Filmtitel: "Hühnerdreck und Asche – ein Besuch im Paradies" (1998).



Hühnerficker: (Hennenvögler, Zoophiler). Der Hofhund, auch der Papagei wird als Hühnerficker bezeichnet. Buchheim berichtet in der "Festung": "Warum denkste denn, dass es Vögeln heißt wegen der Hühnerfickerei! Die Chinesen ham das erfunden. Schon vor tausend Jahren ... Also das geht so: Erst mal richtig flattern lassen, damit der Pimmel in Stimmung kommt ..." Der Sexualforscher Kinsey berichtete in seinem berühmten Report, dass es männliche Farmbewohner mit größeren Vögeln trieben. Damit waren wohl Truthähne gemeint. Apropos Truthahn: De Sade meinte: "Der Truthahn ist ein Leckerbissen; doch soll man ihm im Augenblick des Höhepunkts den Hals durchschneiden."



Hühnerstall: Die römischen Schriftsteller Varro und Columella beschrieben die Anlage eines Hühnerstalls: Er bestand für 200 Hühner aus zwei Hühnerhäusern und einem Verbindungsraum, in dem sich der "Hühnerwärter" aufhielt. Auch von den übrigen Bedingungen (Beleuchtung, Gestaltung der Nester, Sitzstangen und Futter: geschrotete Gerste mit Wicken oder Erbsen vermischt) kann ein "modernes" Masthuhn nur träumen.
Vergleiche: Die Ehe ist ein Hühnerhaus, / der eine will hinein, der andere heraus. Jemand flattert wie eine Henne, wenn der Fuchs um den Hühnerstall schleicht (für Mut vortäuschen).
Schimpfworte: Hühnerstall (Mädchenschule, Mädchenpensionat, Frauenwohnheim, Lesbierinnenlokal, Bordell). Hühnerstange (in der Soldatensprache Latrine).
Im Film /Filmtitel: u. a. "Ein Fall für Freunde" (TV-Serie).
Im Lied: "Wenn die Hühner im Garten sind" (in: "Des Knaben Wunderhorn". "Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad ..."
Im Film/Filmtitel: u. a. s. auch Fuchs



Hummel: Ihr Name kommt vom Summton, den sie beim Fliegen erzeugen. Sie können ihren Körper innerhalb von 17 Minuten von sechs Grad Celsius auf 37 Grad aufheizen. Der sprichwörtliche Bienenfleiß wird von den Hummeln bei weitem übertroffen: Sie suchen in der gleichen Zeit bis zu fünfmal mehr Blüten auf als die Bienen. Der Vers von Eugen Roth:
"Ja, von den Bienen, weil man weiß,
Sie tun’s, verlangt man letzten Fleiß.
Jedoch die faulen Hummeln-Hummeln,
Die lässt man frei die Welt durchbummeln",
ist wissenschaftlich längst widerlegt. Darwin wies nach, "dass der Aufstieg des Britischen Empire auf seine alten Jungfern zurückzuführen sei: Diese hielten sich Katzen, die viele Mäuse fraßen, die deshalb keine Hummelnester mehr zerstören konnten, die darum Rotklee bestäuben konnten, mit dem man das Vieh fütterte, das Fleisch für die Armee lieferte …" (M. R. Berenbaum). (Scherzhafte) Berechnungen von Boeing-Flugzeug-Ingenieuren haben ergeben, dass Hummeln mit ihrem Gewicht von 4,8 Gramm und einer Flügelfläche von 1,45 Quadratzentimetern nicht fliegen können, dennoch könnte sie den 8848 m hohen Mount Everest schaffen, wenn nicht die extreme Kälte wäre. (Zitat: Da die Hummel die Gesetze der Aerodynamik nicht kennt, fliegt sie trotzdem).



Hummel: Hummelmännchen verhindern durch eine Art "Keuschheitsgürtel", dass sich die Königin mit anderen Männchen paart. Der Teufel, der durch einen Exorzismus ausgetrieben wurde, schlüpfte in den Körper einer Hummel. Vielleicht ist das der Grund, warum Hummeln bei schwarzen Messen als Hostienersatz dienen. Insekt des Jahres. Böse Menschen sollen nach ihrem Tod in Hummeln verwandelt werden. Redensarten: Hummeln im Hintern/in der Hose haben (nicht ruhig sitzen können. "Er hat humel ym arse" Martin Luther. Hämorrhoiden, Lust auf Analverkehr E. Borneman.).
"Hummel: Von Chinesen und Japanern bevorzugte Aussprache des Wortes ‚Hummer’" K. de Rottwinkel). "Hummel, Hummel" (Erkennungsruf der Hamburger Seeleute). Hummelgau (Landschaft in der Fränkischen Schweiz), Panzerhaubitze Hummel.
Tiernamen: Hummelfliege, Hummelschwärmer (Schmetterling), Hummelschweber (Fliegenart). Pflanzennamen: Hummelblume.
Sprüche: "Warum summen die Hummeln? Weil sie den Text nicht kennen" (Stefanie Kroth). Vergleiche: "Da kommt man sich vor wie die Hummel an der Blume" (nach Joschka Fischer).
Schimpfworte: Hummel (dickes, brummiges, weibliches Wesen; auch Lehrerin), wilde Hummel (unruhige weibliche Person).



Hummel: Im Gedicht: S. auch Biene

"Die Buben sind den Hummeln gleich:
Ihr Mägdlein mögt euch hüten!
Sie schwärmen durch des Lenzes Reich
Um Blüten und um Blüten ..."
(Gottfried August Bürger "Hummellied")

Ralph Waldo "The Humblebee". Hans Magnus Enzensberger "Hummel Hummel". Heinz Piontek "Er findet seine Hummel tot". Eugen Roth "Tierleben für jung und alt" (1973).
Im Film /Filmtitel: u. a. "Eine wilde Hummel" (1921). " Hummeln im Hintern" (1973, 1986).
In der Musik: Nikolai Andrejewitsch Rimskij-Korsakow "Hummelflug" (Oper "Das Märchen vom Zaren Saltan"). Kinderlied: "Es gibt zwei Sorten von Hummeln, / die, die erst reden wollen, und die, die gleich fummeln."



Hummeln: s. auch Hummel



Hund:
"Ein scheußliches Untier, das gehalten wird, um Vorübergehende zu beleidigen und den verwegenen Besucher zu erschrecken" (Ambrose Bierce). "Ein von Flöhen bewohnter Organismus, der bellt" (Gottfried Wilhelm Leibniz).
Abgesehen von Ratten und Flöhen ist wohl der Hund das Tier, "das die größte Geduld mit den Menschen aufbringt" (Michael Krumm). Der Hund ist das älteste Tier, das domestiziert wurde (vor etwa 14.000 Jahren). Älteste Alarmanlage der Welt. Besteht in der Regel aus Kopf, Schwanz und Flöhen. Er schwitzt durch seine Fußballen. Er konnte wie die Unzüchtigen und Götzendiener nicht ins Paradies aufgenommen werden. Aus dem Altertum sind 183 verschiedene Hundenamen bekannt. Man glaubte, dass der Hund den Charakter seines Herrn annehme. Alexander der Große ließ in Indien eine Stadt zu Ehren seines Hundes errichten. Die Bibel erwähnt ihn zweiunddreißigmal, meist im verächtlichen Sinn. Schon die alten Griechen schätzten den Hund als Blindenführer. An römischen Wagen und Haustüren waren Schilder mit der Aufschrift angebracht: Cave canem. Häufig wurde er bei Fressgelagen dargestellt, "wo er gierig auf die Reste von der Tafel lauert". Die Gallier hetzten Hunde mit Halsbändern in die Schlacht, an denen rasiermesserscharfe Klingen befestigt waren. Damit zerfetzten sie die gegnerischen Pferdebeine.



Hund: Wie zahlreiche Tiere orientieren sich Hunde an elektromagnetischen Feldern: sie heben ihr Bein in Nord-Süd-Richtung. Hunde können eine halbe Stunde lang ejakulieren. Neuerdings werden lebende Hunde als "Lehrmittel" in der Schule eingesetzt, aber auch zur Diabetes- und Krebsfrüherkennung. Paul McCartney ließ in die Schallplattenversion des berühmten "Sgt. Pepper"-Albums der Beatles eine "Klangnachricht" für Hunde einpressen (aufgrund ihrer Frequenz von 20.000 Hz ist sie allerdings nur von Hunden hörbar). "In Holland hat man die Hunde zum Buttermachen, in Frankreich zum Bratenwenden abgerichtet", weiß der Brockhaus von 1838. Älteren Damen leistet der "Schoßhund" ("Bunzenlecker") gute Dienste. Der Masochist dient der "Domina" als Reittier, er wird mit Peitsche und Sporen traktiert und muss als Hund den Hundenapf auslecken.



Hund: In den USA gibt es den Miethund (rent-a-dog), ferner den "assistance dog" bzw. "service dog"; er darf seinen Besitzer überall hin begleiten, wo sonst Vierbeinern der Zutritt verwehrt wird, so ins Flugzeug oder ins Museum. Allerdings ist ein Attest notwendig, das den Hund als "emotionalen Helfer" ausweist. In Hamburg wurde ein Laden "Poodlewohl" eröffnet; er bietet Biofutter für Hunde und Katzen an. Wer in Colorado einen Hund stiehlt, wird mit zehn Jahren Haft bestraft, wer ihn umbringt bekommt sechs Monate und muss 500 Dollar Strafe zahlen (H. Haefs). Auch in Deutschland neigen Tierschützer dazu, einen Tritt gegen einen Hund schärfer zu ahnden als Schläge gegen ein Kind oder die Ehefrau. Der Hund dankt die Liebe seines Herrn nicht immer. Es kommt vor, dass er dem Verstorbenen Kopf und Genitalien abfrisst ("Der Spiegel"). Eine Schreibmaschine für Hunde wurde von Elisabeth, Tochter von Thomas Mann, "erfunden". Hundebesitzer zahlen in Deutschland rund 300 Millionen Euro Steuern (Katzen keinen Cent).



Hund: Wer seinem Liebling etwas Gutes antun will, führt ihn mit der "Walky-Dog-Fahrradstange" aus, gibt ihn in die Huta ("Kita für den Köter"), bringt ihn in die Hundewaschanlage, ins Hallenbad für Hunde oder geht mit ihm in den Hundepuff (falls er in Berlin wohnt), am besten im Hundesmoking "Majestic". In Berlin gibt es einen Hundeweihnachtsmarkt, auf dem Hundeeis mit Wildlachsaroma verkauft wird. Es gibt ein eigenes Dog-TV (damit sich der Vierbeiner nicht langweilt, wenn Herrchen außer Haus ist). Der Hundetherapeut hilft bei Depressionen des Vierbeiners. Es gibt maßgefertigte Prothesen und Rollatoren für Hunde mit Bandscheibenschäden. Der moderne Hund sitzt an der Hundebar mit Napfarretierung. Sein Outfit wird mit Silikonhoden verschönert, falls er kastriert ist. Das Magazin "Wuff" gibt Anregungen zu "Hunde in der Pubertät" oder "Mein Hund ist schwul". In Berlin gibt es ein Rehazentrum für schwierige Hunde – mit Physiotherapie, Atemtherapie, Yogaübung und Seniorenhaus ("Der Spiegel").



Hund: Neuerdings spielt der Scheidungshund eine immer größere Rolle. Wichtige Fragen, die bei der Trennung beantwortet werden müssen: Wer bekommt das Sorgerecht und füttert ihn? Wer betreut sein Grab auf dem Hundefriedhof? Eine spezielle Züchtung ist der sog. Mikrohund, der auf dem Damenbusen sitzt und wie ein Schmuckstück getragen wird. In Amerikaner kann man Vierbeiner heiraten; ein Tierliebhaber schaffte es mit drei Hunden und zwei Katzen. Als psychisches Phänomen gilt das "animal hoarding", das zwanghafte Horten von Hunden, Katzen, Vögeln und anderen Kleintieren. Berlin ist die Stadt mit der höchsten Hundedichte in Deutschland; dort verkehrt nach Beelitz der erste Hundebus. Die Universität von Seoul züchtete einen Klonhund, der dank eines fluoreszierenden Gens im Dunkeln leuchtet. In Deutschland gab es 2015 fast 7 Millionen Hunde. "Kot & Köter. Die Zeitschrift für den deutschen Hundefeind". Das "Dog Cognition Centre" in Portsmouth erforscht die Intelligenz von Hunden ("find the genius in your dog"). In Kalifornien gibt es einen Wettbewerb "Der hässlichste Hund", in Deutschland den Welthundetag.



Hund: Hundefleisch: Chinesen verzehren Hunde als Delikatesse, und das schon seit der Jungsteinzeit. Die Rezepte sind Legion, z. B. "im Feuertopf gebrutzelt oder auf niedriger Flamme in Sojasoße geköchelt" oder Hund in Meeresschildkrötensud als Kaltspeise. In speziellen Restaurants werden die Tiere erst kurz vor der Zubereitung geschlachtet. Gebar eine Frau einen Jungen gab's zur Belohnung Hundefleisch, war es ein Mädchen musste man sich mit Schwein begnügen. Hundefleisch schützt im Winter vor Erkältung und stärkt die Manneskraft. Gegen Gicht hilft: Einen rothaarigen Hund, durch dreitägiges Fasten mürbe gemacht, erdrosseln, in Öl kochen, dazu Schnecken, Regenwürmer, Frösche, 80 lebende Skorpione geben, ferner Johanniskraut, Eibisch und Attich kochen, auspressen, erkalten lassen und mit dem übrigen mixen (Andreas Libavius Chemiker 16. Jahrhundert). Ein besonderes Rezept half dem Entdeckungsreisenden James Cook gegen eine Fischvergiftung: Er kochte seinen Hund und verzehrte ihn als Brühe. Seit 1986 darf man in Deutschland keine Hunde mehr schlachten. Sprichwort,
Sprüche: "Riecht er Hundefleisch, würde selbst ein Gott über die Tempelmauern springen" (China). "Wer Hundefleisch isst, braucht sich nicht zu wundern, dass der Magen knurrt" (R. Habeck).



Hund: Brauchtum und Volksmedizin: Schlägt die schwangere Hausfrau den Hund, wird sie eine Frühgeburt erleiden. Heulen Hunde den Mond an, soll es Krieg geben oder es stirbt ein naher Verwandter. Wenn zwischen zwei Freunden ein Hund oder eine schwarze Katze hindurchläuft, so befürchten abergläubische Zeitgenossen, wird die Freundschaft bald zerbrechen. Heiratslustige Mädchen benutzen den Hund in der Neujahrsnacht als Orakel: Aus der Richtung, aus der er bellt, soll der Freier kommen. Geizige Leute wurden nach ihrem Tod nicht selten in einen Hund oder in ein Schwein verwandelt. Selbstmörder und Gotteslästerer spuken nach ihrem Tod gern in Gestalt von schwarzen Hunden. Fast alle Körperteile des Hundes finden als Heilmittel Verwendung in der Volksmedizin, so dass Tiervater Brehm den Hund mit Recht eine wandelnde Apotheke nennt. Hundemilch wurde gegen Haarausfall angewendet. Ein frisch abgezogenes Hundefell soll gegen Gicht geholfen haben, Hundefett gegen Ohrenschmerzen. Hundebraten gilt in manchen asiatischen Ländern als Delikatesse.



Hund: Namengebend: "Big dog" (lastentragender Roboter), Dogwalker (Hundesitter, "Hundeausführer", Hundetrainer), "Eiserner Hund" (japanischer Wachroboter), Fliegende Hunde (Fledermausfamilie). Grubenhund (Förderwagen im Bergbau; auch falsche Nachricht), "Watch dog" (Computerspiel). Hund: Sternbilder. Die Dominikaner nannte man früher "Canes domini" ("Die Wachhunde Gottes", auch Kampfhunde Gottes). Das Firmensignet: "Der Hund vor dem Grammophon - His masters voice", ist eines der berühmtesten Markenzeichen überhaupt. Hot dog (geht auf eine Karikatur aus dem Jahr 1903 zurück, die einen Dackel zwischen zwei Brötchenhälften zeigte. Es soll sich aber auch um Verleumdung amerikanischer Metzger handeln, in Frankfurter bzw. Wiener Würstchen würde Hundefleisch verarbeitet), "Hund des Frühherbstes" (altchinesische Koitusposition), Hundeblume (Löwenzahn, s. auch W. Borchert), hundeelend, Hundekälte, Hundekuchen ("Asiatische Fleischspeise, die in den Speisenkarten Hongkongs mitunter auch als Hotdog angepriesen wird" K. de Rottwinkel).



Hund: Namengebend: Hundekurve (Fluchtkurve), Hundemarke (auch Erkennungsmarke eines Polizisten oder Soldaten), hundemüde, Hundsgugel (Kopfbedeckung), Hundsohren (Zipfel am Ärmel, Frisur), Hundstrab/Hundstrapp/Hundstapper (primitiver Schwimmstil), Hundswut, "Jahr des Hundes" (China neben dem Jahr des Hahnes), der herabschauende Hund (Yoga-Übung), kalter Hund (Süßspeise, u. a. aus Butterkeksen und Schokofettglasur), Minenhund (auch als Schimpfwort). Mopsen (stehlen). Der "Palmdog" wird bei den Filmfestspielen in Cannes für den besten Hund als Darsteller verliehen. Schimmelhund (er ist speziell trainiert und erschnüffelt unsichtbare Schimmelpilze in Wohnhäusern), treuer Hundeblick, verhunzen (verderben, kaputt machen). Canophobie (Angst vor Hunden, z. Woody Allen), Proskynesis (Spruch: Sich klein machen, um dem Polizeihund Unbequemlichkeiten zu ersparen).




Hund: Namengebend: Beißen, Beißhemmung, Beißreflex, bissig, verbissen (vom Verhalten des Hundes abgeleitet). Bellen (z.B. husten, ferner, Gewehr-, Geschützgeräusch), anbellen (abgehackt/laut reden). Nintendogs (Computerspiel). Die Kanarischen Inseln haben ihren Namen nicht von den Kanarienvögeln (umgekehrt ist es richtig), sondern vom lateinischen canis = Hund). Schwarzer Hund (bis ins Mittelalter Name für Gemütskrankheit), Welpenschutz (Verständnis für die Fehler junger Fußballspieler).
Tiernamen: Hundeegel, Hundefloh, Hundehaarling (Insekt), Hundelaus, Hundewürmer, Hundsaffe, Hundsfisch, Hundshai, Hundsigel, Hundskopfaffe, Undskopfschlinger (Schlange).
Pflanzennamen: Hundsdill, Hundsflechte, Hundsgiftgewächs, Hundsgift, Hundsgras, Hundshödlein, Hundskamille (Hagebutte), Hundskirsche, Hundskraut, Hundslattich, Hundsnelke, Hundspetersilie, Hundsrauke, Hundsrose (Hagebutte), Hundsrute, Hundsveilchen, Hundswürger (Hanf), Hundswurz, Hundszahn, Hundszahngras, Hundszunge (auch Fisch).



Hund: Berühmte Hunde:
"Auch von der besten Gesellschaft muss man sich eines Tages trennen" (Frankenkönig Dagobert I. auf seinem Totenbett an seine Hunde 639 nach Chr., s. auch die Sage der Brüder Grimm).
"Pluto" (s. auch Gustav Schwab "Sagen des klassischen Altertums"). "Der berühmteste Jagd- und Kampfhund" der Geschichte wurde Alexander dem Großen in Indien geschenkt. Aus der deutschen Sage sind Tristans Jagdhund Hiudan und Isoldes Hündchen Petitcreiu überliefert. Der Hund "Argos" erkannte als "einziges von allen Wesen" seinen Herrn Odysseus bei dessen Rückkehr in die Heimat (er lag auf dem Misthaufen, "über und über bedeckt mit Hundeläusen; da wedelte er, als er den Odysseus nahe bei sich stehen sah, mit dem Schwanz und legte die beiden Ohren an"). Berühmt ist Martials Hymne auf die Hunde-Dame Issa. Plutarch kannte einen besonders klugen Hund. Der entdeckte einen Ölkrug, dessen Öffnung jedoch so eng war, dass er nicht an die Leckerei gelangen konnte. Doch das Tier wusste sich zu helfen. Es warf so lange Steinchen in den Krug, bis das Öl ganz nach oben gestiegen und "für seine Zunge erreichbar" war. Nicht weniger geschickt verhielt sich ein Hund in Bologna zur Zeit der Renaissance. Er wusste so gut zwischen Einbrechern und Liebhabern zu unterscheiden, dass ihm seine Herrin eine sinnige Grabschrift widmete:
"Ich bellte laut bei bösen Dieben,
bei den Verliebten schwieg ich fein.
So konnte ich bei Herr'n geschätzt,
bei Damen noch beliebter sein."



Hund: Berühmte Hunde: Martin Luther besaß einen Spitz. Als sein Söhnchen fragte, was mit dem Hund nach dessen Tod geschehe, antworte der Reformator: "Und auch fürs brave Belferlein wird einst ein Platz im Himmel sein." Der Bernhardiner "Barry" vom Kloster St. Bernhard rettete vierzig Menschen aus Schneeverwehungen; wahrscheinlich waren es mehrere Hunde der gleichen Rasse (Redensart: Fürsorglich wie ein Bernhardiner, der ein Lawinenopfer versorgt. "Ein Bernhardiner ist das letzte, was ich sein möchte. Dauernd die Flasche am Hals und niemals trinken dürfen" Joachim Ringelnatz. Ein Lawinensuchgerät heißt Barry-Vox). Richard Wagner war ein großer Hundefreund. Bei Spaziergängen oder in seiner Stammkneipe "gab es Würste und Brot in gleichen Portionen für den Herrn wie für die Hunde". Einmal spielte er dazu am Klavier den Matrosenchor aus dem "Fliegenden Holländer". Wagner lebte zeitweise mit zwölf Hunden unter einem Dach; ihre Namen: "Robber", "Peps", "Leo", "Pohl" und "Puss". Berühmte Hundebesitzer: Der Athener Politiker Alcibiades, d’Annuncio, Bismarck, Bush, Casanova, Chaplin (er hieß "Scraps"), Churchill, Clinton, Friedrich der Große (er ließ seine Windhunde unter opulenten Grabplatten im Park von Sanssouci begraben), Hitler, Hitchcock, Thomas Mann, Schopenhauer (sein Erbe ging an einen Soldaten und an seinen Hund), Tito (Schäferhund "Tiger"), Gerhard Schröder.



Hund: Berühmte Hunde: Der Maharadscha von Jumagath ließ seine Hunde ankleiden, mit Schmuck behängen und ihnen Krankenhäuser bauen. Der Hund des äthiopischen Kaisers Haile Selassie durfte ungestraft die Schuhe der kaiserlichen Würdenträger bepinkeln.
"Rollo" (der Hund in Theodor Fontanes "Effi Briest"). Snoopy (Comci-Figur), Wum und Wendelin in Wim Thoelkes "Der Große Preis". Aus dem fiktiven Briefwechsel der Hunde Folichon (Besitzerin Wilhelmine von Bayreuth) und Biche (Besitzer Friedrich der Große, der Bruder Wilhelmines). Folichon "schrieb": "Allerliebste Hündin, ich liebe dich und bete dich an." Biche "antwortete": "Ich schenke dir mein Herz!". Pablo über seinen Hund Lumpi: "Er ist weder Hund noch Mensch, sondern wirklich etwas anderes." Rudolf Mosshamers "Daisy", so errechnete ein Experte, hat zwischen 1996 und ihrem Tod 2006 an die 1,4 Tonnen Kot produziert. "Jofie" Hündin von Sigmund Freud. Ihrem Lieblingshund Balthasar widmete Königin Margarete von Dänemark das Gedicht "A mon teckel".



Hund: Berühmte Hunde: Der Pawlowsche Hund: An einem Hund bewies der russische Nobelpreisträger Iwan P. Pawlow, dass bestimmte Reize Reflexe auslösen, z.B. Speichel durch ein hingehaltenes Stück Fleisch, später allein schon durch die Schritte eines Wärters, der das Futter bringt. Die Hündin "Laika" gilt als erstes irdisches Lebewesen im Weltraum; sie befand sich 1957 an Bord des russischen Satelliten Sputnik II. "Idefix" heißt der Hund des Galliers Obelix. Kampfhunde sind keineswegs eine Erfindung unserer Tage. Von zwei gefährlichen Tieren berichtet eine Volkserzählung aus Friaul. Um herauszufinden, wer von zwei besonders bösen Exemplaren der Stärkere sei, sperrte man sie beide in ein Zimmer ein: "Von draußen hört man Kämpfen, Kratzen an der Türe, Bellen. Nach einer Weile: großes Schweigen. Jeder wettete auf den, welchen er für den Stärksten hielt. Man schaute durch die Türe und sah nichts." Oder doch? In der Ecke lagen lediglich zwei Schwänze: Die Hunde hatten sich gegenseitig aufgefressen.



Hund: Berühmte Hunde: Zerberus (Cerberus): Blutgieriger Hund, Wächter in der griechischen Sage am Eingang des Hades; er lässt einen jeden in die Unterwelt hinein, aber niemanden heraus. Nur Herkules und Orpheus, der ihn mit seinem Gesang besänftigte, gelangen die Rückkehr.
Vergleiche: "Die Ehe ist wie der Zerberus, schmeichelt den Hineingehenden und bellet die Herausgehenden an" (Jean Paul).
Schimpfworte: Zerberus (Aufpasser, Pförtner).
In der Malerei: u. a. Albrecht Dürer "Herkules entführt den Höllenhund Zerberus" (Zeichnung 1511).



Hund: Redensarten:
"Zum Freunde darfst Du alles agen,
Er kann Kritik recht gut vertragen;
Selbst seine Frau darfst Du bemäkeln. –
Doch willst Du ihm den Hund verekeln:
Mit Nachdruck hätt er sich’s verbeten –
Er fühlt sich auf den Schwanz getreten"
(Eugen Roth).



Hund: Redensarten: "A Hund is er scho" (bayerisch positiv). Als würde der Schwanz mit dem Hund wedeln (für Verkehrtes tun). Auf den Hund kommen (in schlechter Verfassung sein, auch für Sodomie. Ein Polizist ist ein Beamter, der auf den Polizei-Hund gekommen ist. "Wir kommen nicht auf den Hund, sondern auf den Schweinehund" Den Mond anbellen. Gerhard Uhlenbruck. "Tierfreunde sind auf den Hund gekommene Humanisten" Werner Mitsch. "Ich bin argloser Natur; aber wehe dem, der auf mich kommt" Wilhelm Busch "Tiersprache". Herrchen ist ein "auf den Hund gekommener Herr". Marcel Reich-Ranicki hält Peter Handke für einen Autor, der auf den "metaphysischen Hund" gekommen ist. Für diese Redensart gibt es eine interessante Erklärung. Am Boden größerer Geldkassetten war einst ein bissiger Hund aufgemalt. Nicht nur zur Abschreckung von Dieben. Wenn man das Bild sah, d.h. wenn man auf den "Hund gekommen" war, wusste man: Die Kasse war leer. Es gibt eine weitere Erklärung: Verarmte Bauern spannten früher einen Hund anstatt eines Pferdes vor den Wagen. Anschaulich wird der Abstieg geschildert: "Vom Pferd auf den Esel, vom Esel auf den Hund, vom Hund auf den Bettelsack!" Auch Wallenstein als Student wird mit dieser Redensart in Verbindung gebracht. Die Universität Altdorf baute einen neuen Karzer, und es war Sitte, dass er den Namen des ersten "Bewohners" führen solle. Der erste Delinquent war Wallenstein. Der schob aber erst seinen Hund hinein, bevor er selbst die Schwelle überschritt. Von nun an hieß der Karzer "der Hund" nach M.G.S.)



Hund: Redensarten: Auf allen Vieren angekrochen kommen wie ein Hund (für unterwürfig). Aussehen wie ein Hund, der beim Stehlen eines Koteletts erwischt wurde (für schuldbewusst). Bei diesem Wetter jagt man keinen Hund hinaus/vor die Tür. Bekannt sein wie ein bunter Hund. Da ist der Hund (die Katze) verreckt/gefreckt (nichts los). "Da liegt der Hund begraben" (Grabsteininschrift für einen unbeliebten Zeitgenossen).

"Was wir hier stehngelassen haben,
Das ist ein Grabstein, dass ihr's wisst!
Hier liegt ein Teil des Hunds begraben,
Auf den ein Volk gekommen ist."
(Erich Kästner "Hund")

Christian Morgenstern "Das Grab des Hunds" (in "Palma Kunkel": "Gestern war ich in dem Tal, / wo der Hund begraben liegt ...")
Damit kann man keinen Hund hinterm Ofen hervorlocken (schon bei Luther. "Die spinnwebige Dialektik kann keinen Hund aus dem Ofen locken, sie kann keine Katze töten" Heinrich Heine). Das macht den Hund in der Pfanne verrückt (Verwunderung, das hält man nicht aus).



Hund: Redensarten: Das Wetter ist so schlecht, da würde man nicht einmal einen Hund vor die Türe schicken. Dastehen wie ein geprügelter Hund. Den letzten beißen die Hunde. Den Schwanz einziehen (aufgeben, hängen lassen). Der Schwanz wackelt mit dem Hund (verkehrte Handlungsweise). Die Bewegungsfreiheit eines Kettenhundes haben. Die Wurst in der Hundehütte suchen (Unsinniges tun). Dir wird der Hund was scheißen. Ein Hund, der sich in den Schwanz beißt. Einem fremden Hund pfeifen (Unnützes tun). Er ist ein Hund (anerkennend). Es ist so heiß, dass sogar Engländer und Hunde den Schatten aufsuchen. Es regnet junge Hunde (es regnet Katzen und Hunde. Es regnet sehr. Schon bei Jonathan Swift). Etwas erinnert an Buxtehude, wo die Hunde mit dem Schwanz bellen (für unglaubwürdig). Etwas loswerden wollen wie einen Haufen Hundescheiße, der am Schuh klebt. Frieren wie ein junger Hund. Heulen wie ein Schlosshund (wohl vom Kettenschloss). Hilflos wie ein Blinder ohne Stock und Hund.



Hund: Redensarten: Jemand hält seinen Treueschwur wie der Hund die Fasten. Jemand ist so elend dran, dass es einen Hund jammert. Jemanden wie einen Hund behandeln. Kein Hund fragt danach. Männchen machen (wie der dressierte Hund). Mit dem Schwanz wedeln und mit den Zähnen beißen (für heucheln). Mit den großen Hunden pissen gehen (in feiner Gesellschaft verkehren). Nach oben winseln, nach unten beißen (Duckmäusertum). Nachlaufen wie ein Hund. Schlafende Hunde wecken (schon bei Hans Sachs. Wecke keine schlafenden Hunde, es könnte ein Polizeihund darunter sein! Im Film/Filmtitel: "Warum schlafende Hunde wecken?" 1991). Sich speien wie ein Hochzeitshund. Sie ist so attraktiv, dass sie mit ihrem Charme einen Hund von einem Fleischwagen weglocken könnte.



Hund: Redensarten: So echt wie Hundehinken (für falsch). So voll, dass man keinen Hundeschwanz mehr hindurchziehen könnte. "Spare, spare, Hund verkaufe, selber belle" (Schwaben). Treu sein wie ein Hund. Von dem nimmt kein Hund ein Stück Brot. Vor die Hunde gehen/vor die Säue gehen (z. B. beim Demonstrieren. Antispruch: Ich geh’ vor die Hunde; gehst Du mit? Erich Kästner "Der Gang vor die Hunde", ursprünglicher Titel für den Roman "Fabian"). Wie ein Hund leben. Wie einem Hund folgen. Wie Hund und Katze aufeinander sein (vgl. auch den Film "Ein Paar wie Katz und Hund" 1935 mit Clark Gable). Jemanden an die Kette legen. Wo der Hund mitm Arschloch bellt (abgelegenes Dorf).



Hund: Sprichwörter: S. auch Heu, Katze.
An der Hunde Hinken,
An der Huren Winken,
An der Weiber Zähren
Und der Krämer Schwören
Soll sich niemand kehren.

Beim Fressen will jeder Hund seine Ruhe haben (sorbisch). Beißt dich ein Hund und du beißt ihn nicht wieder, so sagt er, du habest keine Zähne (Sudan). Bellt ein Hund, so bellen sie alle. Bevor nur ein Jahr vergangen ist, gleicht schon der Hund seinem Herrn (aus Spanien). Bissiger Hund hat immer zerrissene Ohren. Das Bellen aus der Ferne ist leichter als das Knurren aus der Nähe (arabisch). Den Hund für den Mann, die Katze für die Frau (England). Der Hund, der den Hasen aufspürt, ist so gut wie der, der ihn fängt. Der Hund, der mit heißem Wasser gebrüht wurde, fürchtet sich später auch vor kaltem.



Hund: Sprichwörter: Der Hund ist gescheiter als ein Weib, der bellt den Herrn nicht an! (Russland). Der Hund soll dem Herrn, die Katze der Frau dienen. Den Hund wirst du nicht überbellen, die Frau nicht überreden (Litauen). Der klügste Hund begreift nicht, warum die Ziege Kohl frisst. Der Zorn wirft blinde Junge wie die Hündin. Die Hunde bellen, die Karawane zieht weiter (England). Die Hunde sind vom lieben Gott, die Katzen vom Teufel (provenzalisch). Die Leute müssen was zu reden haben, die Hunde was zu bellen. Ein blöder Hund wird selten fett. Ein getretener Hund bellt. Ein guter Hund legt sich nicht mitten auf den Weg (China). Ein Hund bleibt dir im Sturme treu, ein Mensch nicht mal im Winde. Ein Hund, den man drei Tage lang gefüttert hat, vergisst das nicht in drei Jahren (Japan). Ein Hund, der einmal frisches Fleisch gefressen hat, wird nie mehr zum Vegetarier. Ein Hund schimpft den anderen Kläffer (Russland). Ein hungriger Hund fürchtet den Stock nicht (Japan). Ein Hund ist ein Herz auf vier Beinen (Irland).



Hund: Sprichwörter: Ein schwanzloser Hund kann seine Freunde nicht äußern (arabisch). Ein Stock wirkt beim Hund mehr als zehn gute Worte. Ein zänkischer Hund kommt hinkend heim (aus Schottland). Einen Hund schickt man nicht nach Bratwürsten. Es ist schlimmer ein böses Weib zu reizen als einen bissigen Hund. Es wird mancher Hund in Ehren gehalten um des Herrn willen. Fleischfressende Kampfmaschine auf Pfoten (bissiger Hund). Für den Hund ist Gott der Bissen, der zu Boden gefallen ist (Bantusprichwort). Getroffene Hunde bellen. Gib dem Hund, sooft er mit dem Schwanz wedelt, und dem Kind, was es will, so wirst du einen guten Hund und ein böses Kind haben.



Hund: Sprichwörter: Hunde, die bellen, beißen nicht (solange sie bellen! "Gut erzogene Hunde bellen, bevor sie zubeißen"). Hunde, die jedermanns Freund sind, hat man nicht gern. Hunde sind nicht gut zu schicken, denn sie fressen oft die Botschaft. In der Hundehütte sucht man vergeblich nach Fleisch. Hundemaul und Frauenknie sind selten warm. Je öfter du einen Hund trittst, desto treuherziger schaut er zu dir auf. Krieche vor der Herrschaft und du bist ihr Hund. Man soll sich nicht über die Hunde lustig machen, bevor man aus dem Dorfe gekommen ist (Frankreich). Man soll keine Bratwürste in der Hundehütte suchen. Nicht alle sind Diebe, die von den Hunden angebellt werden (Polen). Nur ein dummer Hund jagt einem fliegenden Vogel nach (China).



Hund: Sprichwörter: Nur ein Hund freut sich, wenn ihm etwas vorgeworfen wird. Reiche Leute verziehen ihre Hunde, arme ihre Kinder (altdeutsch). So böse ist kein Hund, dass er nicht mit dem Schwanze wedelte (Italien). Stumme Hunde und stille Wasser sind gefährlich. Vier Pfoten hat das Glück (auch für die Katze). Was kümmert’s den Mond, wenn ihn der Hund anbellt. Wenn der Hund Hörner hätte, würde er stoßen und beißen (arabisch). Wenn der Hund viele Herren hat, schläft er hungrig ein (Afrika). Wenn der Teufel wie ein brüllender Löwe kommt, ist er nicht so gefährlich denn als bellendes Hündchen (Russland).Wenn die alten Hunde bellen, soll man hinaussehen. Wenn die Gebete des Hundes zum Himmel stiegen, würde es Knochen regnen (Portugal). Wenn du immer anhältst, sobald ein Hund bellt, wirst du deine Reise nie beenden. Wenn ein Hündchen einen großen Hund anknurrt, dann hat es seinen Vater getroffen (Afrika).



Hund: Sprichwörter: Wenn man seinen Hund schlagen will, findet sich immer ein Stock. Wenn man seinen Hund ertränken will, sagt man, er habe die Tollwut (Frankreich). Wenn wirklich Gefahr ist, bellt kein Hund mehr (aus Spanien). Wenn zwei Verliebte streiten, kümmert es nicht einmal einen Hund (Japan). Wer auf dem Markt singt, dem bellt jeder Hund ins Lied. Wer den Hund füttert, dem leckt er die Hände. Wer mit Hunden ins Bett geht, steht mit Flöhen wieder auf. Wer nach jedem bellenden Hunde werfen will, muss viele Steine haben (Litauen). Wer von anderen abhängt, soll sich selbst bei ihrem Hund beliebt machen (aus Japan). Wer von dem Herrn davonläuft, den erwischt der Hund (Russland). Wirklich treu sind nur drei Dinge im Leben: Geld, ein Hund und eine alte Frau (Schottland). Wer Wolle nötig hat, schert auch einen Hund (arabisch). Willst du einen Hund anlocken, halte keinen Stock in der Hand (Afrika). Wo ein Hund hinpisst, da pissen sie alle hin.



Hund: Sprüche: S. auch Katze. "Alles Wissen, die Gesamtheit aller Fragen und alle Antworten, sind im Hund enthalten" (Franz Kafka). "Bei bösen Menschen und bei bösen Hunden scheue / Das Schweigen mehr als ihr Geschrei! (Johann Gottfried Herder). "Bevor man in England einen Hund mit einem edlen Stammbaum kaufen kann, muss man seinen eigenen nachweisen" (Pierre Daninos). Chinesen haben ihre Hunde zum Fressen gern – im wahrsten Sinn des Worts. "Da der Mensch aus dem Wolf sich den Hund gewann, warum sollte nicht auch aus dem Menschen das rechte Wesen hervorkommen können" (Richard Wagner).



Hund: Sprüche: Da liegt der Hund im Pfeffer (chinesische Küchenweisheit). "Das erhabenste der Geschöpfe ist anerkanntermaßen der Mensch und das niedrigste Wesen der Hund, und doch stimmen alle Weisen darin überein, dass ein dankbarer Hund besser ist als ein undankbarer Mensch" (Sa’di "Der Rosengarten"). "Das gute Verhältnis zwischen Mensch und Hund beruht nicht zuletzt darauf, dass Hunde keine Menschenkenntnis besitzen" (aus "Spitze Worte"). "Dass mir der Hund das liebste sei, sagst du Mensch sei Sünde. / Der Hund ist mir im Sturme treu, der Mensch nicht mal im Winde!" (Franz von Assisi). "Dem Hunde, wenn er gut gezogen, / wird selbst ein weiser Mann gewogen" (Johann Wolfgang von Goethe "Faust"). Der beste Freund ist käuflich – ein Hund. "Der eigene Hund macht keinen Lärm – er bellt nur" (Kurt Tucholsky). "Der größte Schauspieler der Welt ist mein Hund. Wenn er Hunger hat, tut er so, als ob er mich liebe" (Marlon Brando). "Der Himmel ist Protektionssache. Ginge es nach Verdienst, käme nur dein Hund rein, du bleibst draußen" (Mark Twain). Der Hofhund, der die Hühner frisst, / ein hundsgemeines Haustier ist. "Der Hund bellt, wenn ihn etwas erregt. Der Mensch spricht immer" (Richard von Schaukal).



Hund: Sprüche: "Der Hund ist das scharfsinnigste unter allen Tieren. Er allein hört auf seinen Namen, liebt seinen Herrn" (Hrabanus Maurus). "Der Hund ist der sechste Sinn des Menschen" (Friedrich Hebbel). "Der Hund ist die Tugend, die sich nicht zum Menschen machen konnte" (Victor Hugo). "Der Hund ist ein Ehrenmann; ich hoffe, einst in seinen Himmel zu kommen, nicht in den der Menschen" (Mark Twain). "Der Hund vergisst den einzigen Bissen nicht, und wirfst du ihm auch hundert Steine nach" (Sa’di). "Der Kettenhund hat die größte Anhänglichkeit an sein Haus" (anonym). "Der Mensch ist die ideale Gottvorstellung des Hundes" (Holbrook Jackson). "Der Mensch ist ein Lebewesen, das klopft, schlechte Musik macht und seinen Hund bellen lässt. Manchmal gibt er auch Ruhe, aber dann ist er tot" (Kurt Tucholsky). "Der Triumph des klugen Hundes: Er hat einen dummen Menschen fest an der Leine" (Gerd W. Heyse). "Der wirkliche Verdruss bei der Menschheit ist der Umstand, dass sie vom Affen abstammen, und nicht vom Hund" (Arthur Schopenhauer).



Hund: Sprüche: "Die Geschichte kennt mehr Vorbilder von treuen Hunden denn von treuen Menschen" (Alexander Pope). "Die kalte Schnauze eines Hundes ist erfreulich warm gegen die Kaltschnäuzigkeit mancher Menschen" (Ernst R. Hauschka). "Die Katze ist ein freier Mitarbeiter, der Hund ein Angestellter" (Kurt Tuchoslky). "Die kleinen Hunde tun das meiste Beißen. Die kleinen Gläubiger drängen am ärgsten" (Wilhelm Busch). "Die meisten Hunde sind völlig auf den Mensch gekommen" (Michael Richter). "Die neue Haar- und Bartmode erleichtert den Partner-Look zwischen Herr und Hund" (Jacques Tati). "Du darfst keinen Hund schlagen; soeben vernahm ich in seinem Heulen die Stimme eines lieben, längst verstorbenen Freundes" (Pythagoras über die Seelenwanderung). "Du denkst, Hunde kommen nicht in den Himmel. Ich sage dir, sie sind lange vor uns dort" (Robert Louis Stevenson). "Durch den Verstand des Hundes besteht die Welt" (Zendavesta).



Hund: Sprüche: "Eher legt ein Hund einen Wurstvorrat an, bevor die Sozis mit Geld umzugehen lernen" (Franz Josef Strauß, nach Joseph Alois Schumpeter). "Ein Hund hat die Seele eines Philosophen" (Platon). "Ein Leben ohne Hund ist ein Irrtum" (Carl Zuckmayer). "Ein Leben ohne Möpse ist möglich, aber sinnlos" (Loriot). "Ein Mann, der einem Hund hinterherläuft, ist nicht halb so lächerlich wie ein Mann, der einer Frau hinterherläuft" (Bernhard von Clairvaux). "Eine Welt, worin ein Hund auch nur ein einziges Mal Prügel bekommen kann, ohne sie verdient zu haben, kann keine vollkommene Welt sein" (Friedrich Hebbel). Entschuldigung, ich habe verschlafen, weil mein Hund den Wecker gefressen hat. "Es gibt drei treue Freunde: eine alte Ehefrau, ein alter Hund und flüssiges Geld" (Benjamin Franklin). "Es ist gefährlicher ein altes Weib zu erzürnen als einen Hund" (Menander). "Es ist immer der Mensch, der den Hund nicht versteht, nicht umgekehrt" (Stefan Wittlin). "Für Kritiker gilt der Grundsatz: Hunde, die bellen, beißen nicht" (Hans Weigel).



Hund: Sprüche: Für seinen Hund ist jeder Mensch ein Napoleon. "Gib dem Menschen einen Hund / und seine Seele wird gesund" (Hildegard von Bingen). "Gut abgerichtet kann der Mensch der beste Freund des Hundes sein" (Corey Ford). "Hunde, die beißen, müssen nicht bellen" (Daniel Mühlemann). Hunde glauben sie sind Menschen, Katzen glauben sie sind Gott. "Hunde haben alle guten Eigenschaften des Menschen, ohne gleichzeitig seine Fehler zu besitzen" (Friedrich der Große). "Hunde haben Herrchen, Katzen haben Personal" (Ralf Schmitz). "Hunde werden gern nach den Helden, die vor 2000 Jahren gelebt haben, benannt. Es lässt sich leicht voraussagen, welche Hundenamen in 2000 Jahren gängig sein werden" (Stanislaw Jerzy Lec).



Hund: Sprüche: "Ich ehre die Treue des Hundes; er scheint mir hierin einen Vorzug vor den Menschen zu haben, die so wankelmütig und veränderlich sind" (Wilhelmine von Bayreuth). "Ich empfinde für meinen Hund mehr Zuneigung als für einen Menschen" (Gustave Flaubert). "Ich frage mich oft, ob nicht das an sich Unbetonte den wesentlichsten Einfluss auf meine Bildung und Hervorbringung ausgeübt hat: der Umgang mit einem Hund" (Rainer Maria Rilke). Ich hoffe zuversichtlich, im Himmel meinen Hunden wieder zu begegnen. (Otto von Bismarck).



Hund: Sprüche: "Ich verabscheue Leute, die Hunde halten. Es sind Feiglinge, die nicht genug Schneid haben, selber zu beißen" (August Strindberg). "Ich würde ein neues Hundefutter ‚Wau’ nennen. Das könnten die Hunde dann selber verlangen" (Robert Lembke).

"Der Hund vergisst den einzigen Bissen nicht,
und wirfst du ihm auch hundert Steine nach.
Im Menschen, den du jahrelang gepflegt,
wird durch ein Nichts Verrat und Feindschaft wach."
(Sa’di)



Hund: Sprüche: "Je mehr ich die Menschen sehe, desto mehr liebe ich meinen Hund" (Blaise Pascal, auch Friedrich der Große). "Je mehr Männer ich kennen lerne, um so lieber mag ich Hunde" (Germaine de Staël). "Kann ein Hund Polizeihund werden, der schon mal eine Wurst geklaut hat?" "Kein Zweifel, der Hund ist treu. Aber sollen wir uns ein Beispiel an ihm nehmen? Er ist doch dem Menschen treu und nicht dem Hund" (Karl Kraus). "Lass den Hund bellen, singen kann er nicht!" (Friedrich Schiller). Letzte Worte des Briefträgers: "Du bist aber ein braves Hündchen!" "Man kann nicht den Hund treten, wo das Herrchen verantwortlich ist" (Robert U. Woodward). "Man liebt am schönsten und reinsten die Wesen, die nicht wiederlieben, Hunde, Kinder; Geliebte, von denen man nichts fordern kann" (Jean Paul). "Mein Hund ist als Hund eine Katastrophe, aber als Mensch unersetzlich" (Johannes Rau).



Hund: Sprüche: "Mit einem kurzen Schweifwedeln kann ein Hund mehr Gefühle ausdrücken als mancher Mensch mit stundenlangem Gerede" (Louis Armstrong). "Nach manchen Gespräch mit einem Menschen hat man das Verlangen, einen Hund zu streicheln, einem Affen zuzunicken oder vor einem Elefanten den Hut zu ziehen" (Maxim Gorki, s. auch Katze). "Natürlich kann man ohne Hund leben, es lohnt sich nur nicht" (Heinz Rühmann). "Schätze den Hund nicht nach den Haaren, sondern nach den Zähnen!" (Johann Gottfried Herder). "Schaffe dir einen Hund an, wenn du in Washington einen echten Freund haben möchtest" (Harry S. Truman). "Selbst die Hunde bellen in der Hauptstadt zentraler" (Stanislaw Jerzy Lec). "Unser Platz wird unter den Hunden sein" (Heinz Piontek). "Sie würden mir große Freude bereiten, / wenn sie meinen Hund von der Räude befreiten" (Erich Mühsam "Schüttelreime").



Hund: Sprüche: "Ungezogen genug sind schon die Menschen, und jeder / hegt noch mit viel Bedacht seinen verzogenen Hund" (Johann Wolfgang von Goethe). "Viele, die ihr ganzes Leben auf die Liebe verwendeten, können uns weniger über sie sagen als ein Kind, das gestern seinen Hund verloren hat" (Thornton Wilder). "Viele Menschen wissen von ihren Hunden nicht viel mehr, als was sie gekostet haben" (Horst Stern). "Vielleicht stünde es besser um die Welt, wenn die Menschen Maulkörbe und die Hunde Gesetze bekämen" (George Bernard Shaw). "Was dem Hund am meisten Verachtung einträgt, ist - und das weiß er auch -, dass er sich den Kopf mit der Hinterpfote kratzt" (Ramón Gómez). "Wenn der Hund einmal Leder gefressen hat, ist kein Schuh mehr vor ihm sicher" (Ludwig Anzengruber). "Wenn der Hund mit der Wurst übern Eckstein springt, / so glaubt nur nicht, dass er sie wieder bringt."



Hund: Sprüche: "Wenn du einen verhungernden Hund aufliest und ihn satt machst, dann wird er dich nicht beißen. Das ist der grundlegende Unterschied zwischen Hund und Mensch" (Mark Twain). "Wenn du in Washington einen Freund haben willst, nimm einen Hund" (Bill Clinton). "Wenn ein Hund dabei ist, werden die Menschen gleich menschlicher" (Hubert Ries). "Wenn ein Preuße nichts mehr zu befehlen hat, so befiehlt er wenigstens seinem Hunde" (W. Stapel). "Wenn ich Hundefutter verkaufen will, muss ich erst einmal die Rolle des Hundes übernehmen; denn nur der Hund allein weiß ganz genau, was Hunde wollen" (Ernest Dichter). "Wenn ich meinen Hunden pfeife, dann pfeifen sie mir was" (Richard Wagner).



Hund: Sprüche: "Wenn Sie in England eine stark befahrene Straße überqueren wollen, nehmen Sie am besten einen Hund mit. Kein Engländer wird einen Hund überfahren" (Alec Guiness). "Wer in der Politik einen Freund braucht, der sollte sich einen Hund anschaffen" (R. Habeck). "Wie lange haben die Hunde den Mond angebellt, ohne dass er sein Schweigen gebrochen hätte!" (Gerhart Hauptmann).



Hund: Sprüche: "Wir müssen das Vertrauen und die Freundschaft eines Hundes nicht erwerben - er wurde als unser Freund geboren" (Maurice Maeterlinck). "Wir müssen sicherstellen, dass uns jemand an der Tür begrüßt, wenn wir nach Hause kommen" (Barack Obama über seinen Hund Bo). "Woran sollte man sich von der endlosen Verstellung, Falschheit und Heimtücke der Menschen erholen, wenn die Hunde nicht wären, in deren ehrliches Gesicht man ohne Misstrauen schauen kann?" (Arthur Schopenhauer). "Wundern muss ich mich sehr, dass Hunde die Menschen so lieben; denn ein erbärmlicher Schuft gegen den Hund ist der Mensch" (Christian Friedrich Hebbel). "Zu Aachen langweilen sich auf der Straß / die Hunde, sie flehn untertänig: / Gib uns einen Fußtritt, o Fremdling, das wird / vielleicht uns zerstreuen ein wenig" (Heinrich Heine).



Hund: Antisprüche: "Ein Mensch, der Kinder und Hunde hasst, kann nicht ganz schlecht sein" (W. C. Fields). "Es ist einer meiner ebenso heimlichen wie unrealistischen Herzenswünsche, den Hund von nebenan zu erschießen" (Stanislaus Joyce). "Hunde, wollt ihr ewig wedeln?" ("Hunde, wollt ihr ewig leben!" Ursprünglich Friedrich II. an seine Grenadiere. Altersheim-Anti-Spruch. Stalingradroman, Film 1958/59). Kettenhunde sind die "verbissensten Hüter des Eigentums; und diejenigen, die es wagen, ihnen die Ketten abzunehmen, werden als erste gebissen" (George Bernard Shaw). "Nur ein toller Hund kann eine wie dich beißen, sagte der Mann, als seine Frau klagte, dass sie ein tollwütiger Hund gebissen hätte" (Wander). "Gebell: der Gesang des Hundes" (Ambrose Bierce). Hundehalter sind "Feiglinge, die nicht genug Schneid haben, selbst zu beißen" (August Strindberg). "Er kaufte sich eine Hundepeitsche und einen kleinen dazugehörigen Hund" (Kurt Tucholsky).



Hund: Antisprüche: "Manche Töne sind mir Verdruss, doch bleibet am meisten / Hundegebell mir verhasst. Kläffend zerreißt es mein Ohr" (Johann Wolfgang von Goethe "Römische Elegien"). Kolleg/inn/enschelte: Der haben sie als Kind ein Kotelett um den Hals gehängt, damit wenigstens der Hund mit ihr spielt. Sie sollte sich einen Hund kaufen, damit wenigstens einer mit dem Schwanz wedelt, wenn sie nach Hause kommt. Wo der daheim ist, da haben die Leute vor zwanzig Jahren noch gebellt. Der ist so blöd, dass ihn die Hunde anpinkeln. Hundehaltertrost: "Der Hund will nur spielen – mit Ihrem Leben."
Paradox: Wenn sich unter den Hunden schwarze Schafe befinden. Schüleraufsatz: Als unser Hund nachts zu bellen anfing, ging meine Mutter hinaus und stillte ihn. Zungenbrecher: Heinrich hetzte hundert Hunde hinter hundert Hasen her.



Hund: Vergleiche: Amerika ist ein "großer, freundlicher Hund in einem sehr kleinen Zimmer. Jedes Mal, wenn er mit dem Schwanz wedelt, wirft er einen Stuhl um" (Arnold Toynbee). Beiße nie die Hand, die dich füttert! "Das Fabeltier der Journalisten ist der dicke Hund" (Ralph Boller). "Das gift’ge Schrei’n der eifersüchtigen Frau wirkt tödlicher als tollen Hundes Zahn" (William Shakespeare). "Der beste Freund des Menschen - nach dem Hund - ist der Papierkorb" (aus "Gut gesagt"). "Der größte Hass ist, wie die größte Tugend und die schlimmsten Hunde still" (Jean Paul). "Der Humorist ist ein Hund, der bellt; der Satiriker ist ein Hund, der beißt" (Zarko Petan). "Die menschlichen Vorurteile sind wie jene bissigen Hunde, die nur den Furchtsamen angreifen" (Isolde Kurz). Die Mode ist für die Frau dasselbe, was die Leine für den Hund ist" (Derek Blunt). Dünn "wie eine Hundehütte, in jeder Ecke ein Knochen" (Heinz Erhardt). "Eifersucht ist ein Hundegebell, das die Diebe anlockt" (Karl Kraus). "Ein bös Gewissen ist ein Hund, der allzeit bellt" (Abraham a Sancta Clara). "Eine Frau, die versucht zu predigen, ist wie ein Hund, der versucht, auf den Hinterbeinen zu laufen.



Hund: Vergleiche: Es klappt nicht gut, aber man ist überrascht, dass es überhaupt funktioniert" (Samuel Johnson). "Ehe ist die langsame Entwicklung vom Händchenhalten zum Hündchenhalten" (Ralph Boller). "Es gibt zwei Arten des Glücks: einen guten Hund haben oder ein guter Hund sein" (Alain). "Es schreibt keiner wie ein Gott, der nicht gelitten hat wie ein Hund" (Marie von Ebner-Eschenbach). Finanzminister: "seltsame Personalunion von Milchkuh, Hamster und Kettenhund der Regierung" (Carlo Franchi). "Hart wie Kruppstahl, zäh wie Leder, flink wie die Windhunde" (Hitlerjugend-Leitspruch). "Hunde sind die Nachtigallen der Dörfer" (Jean Paul). "Ich gedenke oft solcher Politiker, wenn ich im Dorfe von einem Hund angebellt werde, der zweite nachbellt, und alle bellen, und keiner kann sagen warum" (Karl Julius Weber). "Ideologien bellen sich gegenseitig an, aber sie beißen nicht" (Robert Musil). "In der Politik gibt es erstaunlich viele Schwänze, die mit dem Hund wedeln" (Ted Cummings). "In einer Koalition ist es ganz natürlich, dass der Schwanz mit dem Hund zu wedeln versucht. Es kommt nur darauf an, ob der Hund sich das gefallen lässt" (Amintore Fanfani). "In manchen Familien sind Hunde mit Stammbaum so eine Art Adelsersatz" (Oliver Hassencamp). Konformismus ist das "stillschweigende Übereinkommen, schlafende Hunde nicht zu wecken, deren Bellen beiden Teilen unangenehm werden könnte" (Wannenmacher). Lackierter Kampfhund (Auto). Lobby: "ein Schwanz, der mit dem Hund wedelt" (Wayne Morse). Lieber auf den Geschmack als auf den Hund gekommen.



Hund: Vergleiche: "Neid ist ein kleiner Pinscher, der am Bein des Ruhmes pinkelt" (Manfred Schröder). "Sentimentale Ironie ist ein Hund, der den Mond anbellt, dieweil er auf Gräber pisst" (Karl Kraus). "Trag es ruhig, mein Herz! Schon Hündischres hast du ertragen" (Homer "Odyssee). "Umverteilung ist, wenn man dem Hund den Schwanz abschneidet, damit er schnell zu frischem Fleisch kommt" (aus: "Stegreifblüten"). Verehrung ist das, "was der Mensch für Gott und der Hund für den Menschen empfindet" (Ambrose Bierce). "Wahrheit ist ein Hund, der ins Loch muss und hinausgepeitscht wird, während Madames Schoßhündin am Feuer stehen und stinken darf "(William Shakespeare). "Was Gott dem Menschen, ist der Mensch dem Hunde" (Frank Wedekind). Wenn die Hunde Katzen wären, könnten sie die Bäume hoch laufen (Variante: Wenn der Esel eine Katze wäre, könnte er den Baum hochklettern). "Wenn man das Geld richtig behandelt, ist es wie ein folgsamer Hund, der einem nachläuft" (Howard Hughes). "Wenn Tiere sprechen könnten, wäre der Hund ein ungeschickter Kamerad, der unverblümt seine Meinung herausbellt, während die Katze den seltenen Charme besitzt, nie ein Wort zuviel zu sagen" (Mark Twain). "Wer länger schläft als sieben Stund, / Verschläft sein Leben wie ein Hund." Wer mit den großen Hunden pinkeln geht, macht sich leicht selbst nass.



Hund: Schimpfworte: "Hund" wurde schon im Altertum als Schimpfwort verwendet, z.B. Platon für den Philosophen Diogenes. Ferner armer Hund, blinder Hund (eine Wassersuppe ohne Fettaugen), blöder (s.b.H. = selten blöder Hund), bunter, dicker, eiskalter, falscher, fauler, feiger Hund ("Feige Hunde sind mit dem Maul am freiesten" Shakespeare). Feiner (ironisch), fieser, frecher, gemeiner, gerissener, harter, kalter, krummer, raffinierter, räudiger, scharfer, sturer, toller (auch anerkennend), tollwütiger, verfluchter, zäher Hund. Bluthund (Jesus Sirach: "Wer dem Arbeiter keinen Lohn gibt, ist ein Bluthund". Auch Staatsanwalt; Bluthundmentalität), Dreckhund, ein Gemüt wie ein Metzgerhund, Himmelhund (Schuft, auch Fluch), Höllenhund (Teufel), Hundedreck (Erbsenbrei), Hundefutter (schlechtes Essen), Hundehütte (auch "Doggenpalast", kleines, ungepflegtes Haus, Pendant zum Abort. "Penis: Nach dem Ficken ist er nutzloser als eine Kunststofftapete in einer Hundehütte" Erika Jenninger. Jemand sieht aus wie eine Hundehütte – in jeder Ecke ein Knochen), "Hundejunge" (s. Johann Wolfgang von Goethe in "Hanswursts Hochzeit").



Hund: Schimpfworte: Hundeleben (Goethe im "Faust": "Es möchte kein Hund so länger leben"), Hundenarr, Hundeseele (treue, aber auch kriecherische Person), Hundesohn (Sohn einer Hündin - verharmlosend für Hure, englisch son of a bitch), Hundesperre (Schluss-Stunde für Besucher im Studentenwohnheim), Hundestellung (nach Hundeart, Geschlechtsverkehr "a tergo" oder "more bestiarium". Das Tier mit den zwei Rücken spielen, für Geschlechtsverkehr, vgl. "Die hundert neuen Novellen", William Shakespeare), Hundewetter, hündisch, Hundling (auch lobend, schon bei Karl Valentin), Hundsbeutel, Hundsbube ("Hundsbuam Miserablige" Rockband), hundserbärmlich.
Hundsfott (Schuft; nach der Hundsfotze, dem Geschlechtsteil der Hündin. "Hundsfutt" s. Johann Wolfgang von Goethe in "Hanswursts Hochzeit").

Den der sich nicht wehren will, heißt man,
wie man heißt das Teil,
das des Hundes Weib so frei pflegt zu brauchen
und so geil."
(Friedrich von Logau)



Hund: Schimpfworte: Hundsgemein, elender Hundskrüppel (frecher Bursche), hundsmiserabel, Hundswut, Jagdhund, kalt wie eine Hundeschnauze (gefühllos, frigid), kaltschnäuzig, Kanaille (aus dem Franz.), kastrierter Hund (Gulasch), Kettenhund (u. a. für Polizisten, speziell NS-Militärpolizei), Kläffer, Köter (Drecksköter, "unterster Rang der Hundehierarchie" Ambrose Bierce). Krummer Hund (Billigzigarre, Heliobacter pylori wegen seiner Form), läufige Hündin (Nymphomanin), Lumpenhund ("ein umgekehrter Gentleman" Ambrose Bierce. "Man sieht’s, es bessert auch nicht Elend, Reu’ noch Zeit; / Einmal ein Lumpenhund, er bleibt’s in Ewigkeit" (Goethe "Die Mitschuldigen", vgl. auch Goethe in "Hanswursts Hochzeit").



Hund: Schimpfworte: Misthund (Lied: "O du Misthund, o du müssthund, o du müsst hundert Jahre älter werden!"). Pinscher (Ludwig Erhard über Rudolf Hochhuth: "Da hört bei mir der Dichter auf, und es fängt der ganz kleine Pinscher an, der in dümmster Weise kläfft"), Polizeihund (Polizeispitzel), Prandium caninum (Hundemahl, Mahlzeit ohne Wein), Rottweiler (unangenehme, hässliche Person, "Rottweiler Gottes" Papst Benedikt XVI., scharfer Staatsanwalt, Margaret Thatcher), Sauhund/Schweinehund (ursprünglich zur Wildschweinjagd eingesetzt. "Regierungs-Schweinehund" - Schimpfwort für den Dichter Theodor Fontane. Redensart: Den inneren Schweinehund Gassi führen. Eigentlich Hund, der das Wildschwein aufspürt), Schnüffelhund (Polizist), spitz wie Nachbars Lumpi, Spürhund (Detektiv, Kriminaler, Journalist. Eine Nase wie ein Spürhund haben. "Spürhunde Gottes" = Dominikanerorden).



Hund: Schimpfworte: Toter Hund (Frikadelle), Hund von einem Verbrecher, Wachhund (Portier, Wachsoldat, Aufpasser. Angeleinter Wachhund für harmlosen Zeitgenossen), Wadenbeißer ("lästiger, kleiner Angreifer"), Wauwau (Anstandswauwau, Aufpasser), Windhund (leichtlebiger, unehrlicher Mensch. Vgl. auch den Film" Der Windhund und die Lady" 1947 mit Clark Gable), Zyniker (ursprünglich griechische Philosophenschule; vermutlich nach ihrer "hündischen" Lebensweise genannt, von dem griechischen "kyon" = Hund). Saddam Hussein nannte die UNO-Waffen-Inspektoren "streunende Hunde". Schnauze (für Mund. Große Schnauze. Halt die Schnauze! Die Schnauze voll haben, jemandem die Schnauze polieren, frei Schnauze, anschnauzen, "Schmidt Schnauze" ehem. Bundeskanzler). Schnauzer, Schnauzbart.



Hund: Kinderverse:
"Ein Hund lief in die Küche
Und stahl dem Koch ein Ei.
Da nahm der Koch den Löffel
Und schlug den Hund zu Brei ..."

"Wer wagt es Knappersmann oder Ritt,
Zu tauchen in diesen Klosettabschnitt.
Eine Hundeleiche schmeiß' ich hinein
Und wer sie heraufbringt ist ein Schwein."

"Auf keinen Fall
Scheißt der Hund nen Gummiball."

"Salomon der Weise spricht:
Laute Fürze stinken nicht,
Doch die leis' dem Arsch entweichen
Stinken wie die Hundeleichen."

"Fünf Minuten scheißt der Hund,
Der Fallschirmjäger eine Stund."
(Volksgut II. Weltkrieg)

Im Gedicht:
"Wundern kann es mich nicht,
Dass Menschen die Hunde so lieben;
Denn ein erbärmlicher Schuft ist,
Wie der Mensch, so der Hund"
(Johann Wolfgang von Goethe).

"Antistrophe" von Arthur Schopenhauer zu Goethe:
"Wundern darf es mich nicht,
dass manche die Hunde verleumden:
Denn es beschämet zu oft
Leider den Menschen der Hund."

"Wundern muss ich mich sehr,
dass Hunde die Menschen so lieben.
Denn ein erbärmlicher Schuft
Gegen den Hund ist der Mensch."
(Friedrich Hebbel)



Hund: In der Fabel: S. auch Bauer, Eichhörnchen, Esel, Geier, Hase, Hirsch, Hirte, Lamm, Pächter, Schaf, Schnecke, Schwein, Wildschwein, Wolf. Eine Fabel, die schon bei dem griechischen Dichter Äsop zu lesen steht, erzählt vom Hund, der mit einem Stück Fleisch im Maul an einem Fluss vorbei kam. Da sah er im Wasser einen noch größeren Hund, der ein Stück Fleisch im Maul trug. Gierig versuchte er, das Fleisch zu schnappen. Doch es war nur sein Spiegelbild. Dabei fiel ihm seine Beute aus dem Maul und schwamm im Fluss davon (vgl. dazu auch Phaedrus und Martin Luther). Weitere Fabeln von Äsop u. a. "Der Bauer und die Hunde" und "Der Hund und der Fuchs".

Es ging, was Ernstes zu bestellen,
ein Wandrer seinen stillen Gang,
als auf ihn los ein Hund, mit Bellen
und Rasseln vieler Halsbandschellen,
aus einer Pfennigschenke sprang..."
(Gottfried August Bürger "Der Hund aus der Pfennigschenke")



Hund: In der Fabel: Jean de la Fontaine u. a. "Der Esel und das Hündchen", "Der Streit der Hunde und Katzen und der Katzen und Mäuse", "Der Wolf und der magere Hund" und "Die zwei Hunde und der tote Esel". Christian Fürchtegott Gellert "Die beiden Hunde" und "Der Hund". Johann Wilhelm Ludwig Gleim "Das Pferd und der Hund" und "Der Hund und der Wolf". Friedrich von Hagedorn "Mops und Hector" und "Der Wolf und der Hund". Johann Gottfried Herder "Alte Fabeln mit neuer Anwendung". Heinrich von Kleist "Die Hunde und der Vogel". Gotthold Ephraim Lessing "Die Hunde" und "Der Mann und der Hund" (nach Äsop). Martin Luther "Vom Hund und der Hündin" (nach Äsop). Phaedrus u. a. "Die gebärende Hündin" und "Die hungrigen Hunde". Hans Sachs: "Der faul Bauer mit sein Hunden" und "Der getreue Hund". Christian Friedrich Daniel Schubart "Der Wolf und der Hund".



Hund: In der Literatur: S. auch Hund, Katze. Buchtitel: Jean Paul "Hesperus oder fünfundvierzig Hundsposttage". "Münchhausens Hunde". "Das Testament des Hundes" (in "Die hundert neuen Novellen"). Aristophanes "Die Wespen". Ambrose Bierce "Hundeöl". Heinrich Böll "Der blasse Hund" (1995). Wolfgang Borchert "Die Hundeblume". Georg Büchner "An 'Hund' und 'Kater'". Michail Bulgakow "Der sprechende Hund" und "Hundeherz" (1925). Karel Capek "Daschenka oder Das Leben eines jungen Hundes" und "Hund und Katze". Truman Capote "Das ist hier von Jamie" (2014). Miguel de Cervantes Saavedra "Gespräch zwischen Cipión und Berganza, den Hunden des Auferstehungshospitals" in Valladolid.



Hund: In der Literatur: Agatha Christie "Der ballspielende Hund". Colette "Die eifersüchtige Hündin". Feodor Michailowitsch Dostojewski "Scharik" (aus "Die Tiere des Zuchthauses"). Arthur Conan Doyle "Der Hund von Baskerville" (1901/02, Filme u. a. 1939). Friedrich Dürrenmatt "Der Hund" (1945/51) und "Durcheinandertal" (1989). Marie von Ebner-Eschenbach "Die Spitzin" und "Krambambuli" (in "Dorf- und Schlossgeschichten" 1883, auch als Film). Eulenspiegel "82. Historie". Heinrich Federer "Der tolle Hund" (in "Am Fenster" 1927). Ludwig Ganghofer "Der weiße Leithund" (in "Die Jäger"). Nikolai Gogol "Tagebuch eines Wahnsinnigen" (1835). Günther Grass "Hundejahre" (1963). E. T. A. Hoffmann (Pollux - Berganza. "Nachricht von den neuesten Schicksalen des Hundes Berganza").



Hund: In der Literatur: Sven Hedin "Meine Hunde in Asien". Max Horkheimer "Unabhängigkeitserklärung der Hunde". Franz Kafka "Forschungen eines Hundes" (1922). Rudyard Kipling "Wie spricht der Hund?" (deutsch 1931). Ephraim Kishon "Der Hund, der Knöpfe fraß". Pavel Kohout "Wo der Hund begraben liegt". Annette Kolb "Eine Hundegeschichte". Astrid Lindgren "Der weltbeste Hund". Vargas Llosa "Die Stadt und die Hunde" (1962). Jack London "Ruf der Wildnis" (auch Film). Konrad Lorenz "So kam der Mensch auf den Hund". Lukian "Der Kyniker". Thomas Mann "Herr und Hund" (1919) und "Tobias Mindernickel" (einen seiner Hunde hat der Dichter in "Königliche Hoheit" unter dem Namen "Perceval" verewigt). Martial "Epigramme" ("Das gallische Hündchen" und "Der Windhund").



Hund: In der Literatur: Oskar Panizza "Aus dem Tagebuch eines Hundes" (1892). Rainer Maria Rilke "Eine Begegnung". Luise Rinser "Bruders Hund". Felix Salten "Der Hund von Florenz". Friedrich Schnack u. a. "Asta und Iris" und "Zärtliche Helden". B. Traven "Seele eines Hundes". Anton Pawlowitsch Tschechow u. a. "Der teure Hund" und "Die Dame mit dem Spitz". Kurt Tucholsky u. a. "Der Hund als Untergebener" und "Traktat über den Hund". Iwan S. Turgenjew "Der Hund" und "Mumu". Mark Twain "Dei Geschichte eines Hundes". Virginia Woolf. "Flush - die Geschichte eines berühmten Hundes" (1933, nach dem gleichnamigen Hund der Dichterin Elizabeth Barret Browning).



Hund: Im Gedicht: S. auch Hopfen, Katze.

"Ein Hündchen wird gesucht,
Das weder murrt noch beißt,
Zerbrochne Gläser frisst
Und Diamanten scheißt."
(Johann Wolfgang von Goethe "Annonce")

Ferdinand Avenarius "Der Hund". Werner Bergengruen "Der Hund in der Kirche". Bertolt Brecht "Der Hund" und "Tierverse" ("Es war einmal ein Hund / Der hatte einen zu kleinen Mund ...) Robert Burns "The Twa Dogs". Wilhelm Busch u. a. "Der fremde Hund", "Der zu wachsame Hund" und "Hund und Katze":
"Miezel, eine schlaue Katze,
Molly, ein begabter Hund,
Wohnhaft an demselben Platze,
Hassten sich aus Herzensgrund ..."

Lord Byron "Inschrift auf dem Denkmal eines Neufundländer-Hundes". Adelbert von Chamisso "Der Bettler und sein Hund".

Matthias Claudius "Der große und der kleine Hund oder Packan und Alard" und "Als der Hund tot war":
"Alard ist hin, und meine Augen fließen
Mit Tränen der Melancholie!
Da liegt er tot zu meinen Füßen!
Das gute Vieh! ..."



Hund: Im Gedicht: Richard Dehmel "Nur ein Hund". Günter Eich "Mittags um zwei" ("Der graue Spitz des Pfarrers …") Hans Magnus Enzensberger "Dies ist der Hund". Heinz Erhardt "Auf den Tod meines Hundes" und "Bel ami". Gustav Falke "Der Bauer und sein Hund". "Paul Gerhardt "Gesang über den Hund". Johann Wilhelm Ludwig Gleim "Das Möpschen". Johann Wolfgang von Goethe "Kläffer" und "Römische Elegie XVII". Günter Grass "Kara" ("Unser Hündchen ist tot ...") Franz Grillparzer "Die beiden Hunde". Andreas Gryphius "Auf einen angenehmen Hund". Friedrich Güll "Vom Hunde". Paul Heyse "Cave canem" und "Das Hundegrab auf Oxia". August Heinrich Hoffmann von Fallersleben u. a. "Bello", "Fritz und sein Spitz" und "Hund und Katze". Christian Hofmann von Hofmannswaldau "Hundspossen". Ernst Jandl u. a. "Der gelbe Hund" (1980) und "ottos mops". Sergej Jessenin "Dem Hunde Katschalows" und "Gesang von der Hündin". Abraham Gotthelf Kästner "Der Hund mit den Schlüsseln". Erich Kästner "Ein Hund hält Reden". Friederike Kempner "Gegen die Vivisektion der Hunde", "Hundegebell im Fleischerladen" und "Nero".



Hund: Im Gedicht: Justinus Kerner "An den Hund des Toten" und "Der Arzt an sein Hündchen". Klabund "Sieger mit Hund und schwarzer Fahne" (Du fu). Friedrich Gottlieb Klopstock "Der Schoßhund". Gotthold Ephraim Lessing "Der Irrtum" ("Den Hund im Arm, mit bloßen Brüsten, / sah Lotte frech herab …") Friedrich von Logau "Ein Krieges-Hund redet von sich selbst" und "Von einem Hofe-Hunde". Hermann Löns "Nur ein Hund". Gabriela Mistral "Acht kleine Hunde". Christian Morgenstern "Ein kleiner Hund mit Namen Fips" und "Mopsleben". Erich Mühsam "Hinter den Häusern heult ein Hund".

Martin Opitz "Grabinschrift eines Hundes" (vgl. auch Paul Fleming):
"Die Diebe lief ich an,
den Buhlern schwieg ich stille,
so ward vollbracht des Herrn
und auch der Frauen Wille."



Hund: Im Gedicht: Heinz Piontek "Romanze vom schwarzen Hund" und "Hundeleben" ("Nur wenige Hunde kennen es noch ..."). Petrus Placentius "Canum cum cattis certamen" (jedes Wort beginnt mit einem "c"). Rainer Maria Rilke "Der Hund" (vgl. auch sein Grab in Raron mit dem Hundewappen). Joachim Ringelnatz u. a. "Frau Werner hieß das Tier" und "Meditation" ("Wolleball hieß ein kleiner Hund …") Eugen Roth "Tierleben für jung und alt" (1973). Friedrich Rückert u. a. "In diesem Dorf an jedem Haus…" und "Romanze von Hund und Katze". Hans Sachs "Historia: Der Ritter mit dem getreuen Hund". Kurt Tucholsky "Der kleine Hund an der Ecke". Moritz August von Thümmel "Elegie auf einen Mops". William Wordsworth "Incident".

"Es waren einmal zwei Hunde;
Wie war das Herz ihnen schwer!
Sie liefen wohl eine Stunde
Hintereinander her ..."
(Frank Wedekind "Die Hunde")




Hund: Märchen und Sagen: S. auch Spatz. Brüder Grimm "Der alte Sultan" und "Die Bremer Stadtmusikanten". Die Brüder Grimm haben die Sage vom "Hündchen von Bretta" überliefert. Ihm wurde von einem bösen Metzger der Schwanz abgeschnitten, als es von seinem Herrn zum Einkaufen geschickt wurde; ferner "Quedl das Hündlein". "Der herrenlose Hund" und "Die Hundeköpfe in der Mülltonne" (moderne "Sage").



Hund: Im Film s. auch Katze, Moor u. a. "4 Freunde & 4 Pfoten" (Kinderfilm). "101 Dalmatiner" (1961, 1996). "102 Dalmatiner" (2000). "Adolars fantastische Abenteuer" (Sciencefiction). "Air Bud III – Ein Hund für alle Bälle" (Kinderfilm 2000). "Alle Hunde lieben Theobald" (1968/69). "Alles dreht sich um den Hund" (1961). "Alles für den Hund" (1959). "Alles weg’n dem Hund" (1935). "Als Schoßhund eine Nummer zu groß" (1979 Kinderfilm). "Amores Perros – Von Hunden und Menschen" (2000). "Auto, Geige und der Hund Klecks" (1974 Kinderfilm). "Ballade für einen Hund" (1968). "Balto – Ein Hund mit dem Herzen eines Helden" (Zeichentrickfilm 1995). "Baxter - ein Höllenhund" (1988). "Beverly Hills Chihuahua" (2009). "Bloch - Ein begrabener Hund" (2002 TV-Film). "Bolt" (Hirtenhund). "Bombón". "Bunte Hunde" (1995, 1996). "Charlie – Alle Hunde kommen in den Himmel" (1989).



Hund: Im Film: "Dalmatiner in Not" (1997 Kinderfilm). "Das Geheimnis des singenden Hundes" (2002 TV-Film). "Das Hündchen des Lord Carlton" (1970). "Das Hündchen Reksio und seine Abenteuer" (Zeichentrickfilm). "Das Hundehotel". "Das Jahr des Hundes" (1993). "Der beste Freund des Mannes" (2005, TV-Serie "Nikola"). "Der Dieb und die Hunde" (1962). "Der graue Hund" (1922). "Der Höllenhund" (1978). "Der Hund aus der Elbe" (1998). "Der Hund Bogancs" (1958). "Der Hund, der Herr Bozzi hieß" (1957, mit Peter Ustinov). "Der Hund des Gärtners" (1996). "Der Hund des Generals" (1964). "Der Hund ist weg" (1968 Kinderfilm). "Der Hund von Baskerville" (1914/15, 1920, 1929, 1936, 1939, 1958, 1972, 1977, 1981, 1979, 1983, 2002). "Der Hund von Blackwood Castle" (1968, nach Edgar Wallace).



Hund: Im Film: "Der Hund von Harringay" (1947). "Der Hundefänger von Prag" (1936). "Der Junge mit dem großen schwarzen Hund" (1986). "Der Junge und sein Hund" (1975). "Der Mann mit dem Hund" (1998 TV-Serie "Der Alte"). "Der Moorhund" (1960 Kinderfilm). "Der Prinz und der Bettelhund" (1999 TV-Film). "Der singende Hund" (1983). "Der Wachhund" (1995). "Der Weihnachtshund" (TV-Film 2004). "Der weiße Hund von Beverly Hills / Weiße Bestie" (1981). "Die Abenteuer des Hundes Goro" (1981). "Die Abenteuer eines Schäferhundes" (1985 Kinderfilm). "Die Augen des Hundes" (1980). "Die Dame mit dem Hündchen" (1960). "Die Geschichte vom treuen Hund Ruslan" (1994). "Die Höhle des gelben Hundes" (2005). "Die Höllenhunde von Alaska" (1972). "Die Hunde" (1978). "Die Hunde sind los" (Zeichentrickfilm 1982).



Hund: Im Film: "Die Hunde sind schuld" (TV-Komödie 2001). "Die Hunde von Avondale" (1994). "Die Hunde von Sinai" (1976). "Die Hundeschule" (2002). "Die hungrigen Hunde" (1976). "Die Reisen des Mr. Leary" (1988 Hundetrainerin Muriel). "Die Rettungshunde" (TV-Film 2003). "Die Sage vom Hund von Baskerville" (1915). "Die Spur der schwarzen Bestie" (1972). "Die Stadt der Hunde" (1972 TV-Film). "Die Stadt und die Hunde" (1985). "Die Treue eines Hundes" (1987). "Die unglaubliche Reise" (1963). "Digby, der größte Hund der Welt" (1973). "Dog detectives – Helden auf vier Pfoten" (2002). "Dog park" (1998). "Doggy dog – eine total verrückte Hundeentführung" (1999). "Dusty, der Wüstenhund" (1982). "Ein Hund in der Schublade" (1981 Kinderfilm). "Ein Hund kam in die Küche" (TV-Film 2001). "Ein Hund kommt selten allein" (2000).



Hund: Im Film: "Ein Hund lief übers Klavier" (1978). "Ein Hund namens Beethoven" (1991/92 und weitere Filme mit dem Bernhardiner). "Ein Hund namens Freitag" (1997). "Ein Hund namens Heck – Auf vier Pfoten nach Australien" (1995). "Ein Hund namens Quill" (2004). "Ein Hund, zwei Koffer und die ganz große Liebe" (TV-Film 2005). "Ein tierisches Trio – Wieder unterwegs" (1996). "Ein toller Hund" (1986). "Einsatz auf vier Pfoten". "Es waren einmal ein Hund und eine Katze" (1986). "Felix, ein Freund fürs Leben" (TV-Serie). "Ferien für den Hund" (1980). "Flash, der Schäferhund" (1967). "Fluke – ein Hund ist auch nur ein Mensch" (1994/95). "Frau mit Hund sucht Mann mit Herz" (2005). "Für Hund und Katz ist auch noch Platz" (Kinderfilm). "Grenzhund Ali" (1980). "Hachi-Ko – Ein Hundeleben" (1987 Kinderfilm). "Hachiko – Eine wunderbare Freundschaft" (2009). "Hausmeister Krause – Ordnung muss sein (TV-Serie "Wie die Wölfe"). "Heimatland" (1955). "Herzog Hubert – Hundeadel verpflichtet" (1999).



Hund: Im Film: "Hilfe, ich bin mein Hund – und mein ist ich" (1996). "Hund" (1998). "Hund und Katz" (1991). "Hund und Menschen" (1970). "Hunde aus Samt und Stahl" (1989). "Hunde, die bellen, beißen nicht" (2000). "Hunde haben kurze Beine" (2007). "Hunde, List und Tod" (1998). "Hunde von Riga" (1996). "Hundeabenteuer" (1975 Kinderfilm). "Hundeleben" (1996, TV-"Tatort" 2004). "Hundepension" (2000). "Hunderennen" (1983). "Hunde-Theater" (1986). "Hungrige Hunde" (1912). "Im Namen des Gesetztes – Herr und Hund" (1995). "In tierischer Mission" (.2003). "Jack, der Polizeihund" (1911). "Jock, Abenteuer eines Hundes in Afrika" (1995). "Kalte Schnauze – treues Herz" (1995). "Kalter Hund" (1986). "Kavik, der Schlittenhund" (1980). "Killeny, der singende Hund" (1979). "Killerhunde" (1976). "Kommissar Rex" (TV-Serie). "Körsel med gröndlandske hunde" (1896). "Krambambuli - Die Geschichte eines Hundes" (1940). "Lassie" in dem Film "Lassie come home" (1943 mit Liz Taylor, deutsch "Heimweh". Es gibt insgesamt 24 Lassiefilme, u. a. "Alle lieben Lassie" (1970) und vier Fernsehserien.



Hund: Im Film: "Loma, ein Hundeschicksal" (1983). "Marley und ich" (2009 Labrador). "Mein Bruder ist ein Hund" (Kinderfilm 2004). "Mein Hund, der Fußballstar" (1996). "Mein Hund Skip" (2000). "Mein Partner mit der kalten Schnauze" (1988/1999/2002 Schäferhund). "Mike the dog – Ein toller Hund" (1986). "Mörderhund" (2000 TV-Film). "Mr. Peabody & Sherman". "Oliver & Co. (Zeichentrickfilm 1988). "Pinky und der Millionenmops" (Kinderfilm 2001). "Polizeihund Muchtar" (1964). "Pongo und Perdita" (1961). "Rettet unsern Hund!" (1988). "Rintintin" (Schäferhund). "Schiffshund auf großer Fahrt" (1973). "Scott & Huutsch – Eine Dogge zum Knutschen" (1989). "Sein bester Freund" (1936/37). "Snow dogs" (2001 Schlittenhunde).



Hund: Im Film: "Soccer dog - Ein Hund bleibt am Ball" (1999). "Sommer, Hunde, Söhne" (2004). "Spirit dog – Die Fährte des Geisterhundes" (1996). "Spot – Ein Hund auf Abwegen" (2001). "State of dogs – Ein Hundeleben" (1998). "Susi und Strolch" (Walt Disney 1955). "Tanz mit den weißen Hunden" (1993). "Tequila & Bonetti" (TV-Serie 1992). "The ugly dachshund" (1965). "Tim und Struppi" (u. a. 1961/64 Zeichentrickfilm, Briefmarke Frankreich 2000). "Underdog" (2014/15). "Vati, kauf’ uns ein Hündchen!" (1964 Kinderfilm). "Von Hunden und Gänsen" (1994). "Vorsicht sprechender Hund" (1997). "Was macht der Hund im Ehebett?" (1976). "Whitedog" (Schäferhund 1982). "Wie Hund und Katz" (1982, 1985, 1987, 2001). "Wilde Hunde" (1986). "Wildhunde" (1983). "Wir drei und der Hund aus Petipsy" (1971). "Wolfshund" (1999). "Won Ton Ton – Der Hund, der Hollywood rettete" (1976). "Zoltan, Draculas Bluthund" (1978). "Zurück nach Hause – Die unglaubliche Reise" (1993). "Zwei Herzen und zwölf Pfoten" (2006).



Hund: Filmtitel: "Auf den Hund gekommen" (1973). "Black dog" (1998). "Blood hounds – Die Bluthunde" (1996). "Bluthund" (1985). "Bluthunde" (1976, 1997 TV-Serie "Tatort"). "Bluthunde am Broadway" (1989). "Bluthunde, vom Teufel zerrissen" (1976). "Borowski und der coole Hund" (TV-Film "Tatort"). "Bundles – Ein Hund zum Verlieben" (1994). "Ciro - Die Hundenase" (1986). "Cold dog – Zur Hölle mit dem Himmelhund" (1989). "Das Hundekommando" (1973). "Den Letzten beißen die Hunde" (1959, 1973). "Der Ball ist ein Sauhund" (1999). "Der chinesische Spürhund" (1936). "Der elegante Hund" (1986 TV-Film). "Der Fall Bundhund" (1976). "Der scheckige Hund" (1989). "Der Spürhund" (1972, 1979). "Der Traum vom schlafenden Hund" (1998 TV-Film). "Der Windhund" (1978). "Der Windhund und die Lady" (1947). "Der Windhund von Venedig" (1958). "Die Himmelhunde von Boragora" (1982). "Die Höllenhunde" (1970). "Die Höllenhunde des Dschingis Khan" (1963). "Die Hunde des Krieges" (1980). "Die Hündin" (1931, 1966). "Die Hundsköpfe" (1954). "Die letzten beißen die Hunde" (1973 mit Clint Eastwood). "Die Supercops – Zwei irre Hunde" (1973 TV-Film). "Die tollen Hunde in der Karibischen See" (1962). "Die vor die Hunde gehen" (1960).



Hund: Im Film: "Django und die Bande der Bluthunde" (1969). "Dreckige Hunde" (1977). "Drei grüne Hunde" (1967 "Kommissar X"). "Drei unbesiegbare Höllenhunde" (1975). "Ein andalusischer Hund" (1928 Salvador Dalí). "Ein ausgekochter Hund" (1992). "Ein braver Hund" (1996). "Ein dicker Hund" (1969, 1982 mit Gunter Philipp und Willy Millowitsch). "Ein Haufen toller Hunde" (1964/65 mit Sean Connery). "Ein Haufen verwegener Hunde" (1978). "Ein Himmelhund von einem Schnüffler" (1979). "Ein Hund für alle Fälle" (2001/02). "Ein Hundeleben" (1918 von und mit Charlie Chaplin, auch 1950, 1955). "Ein Paar wie Katz und Hund" (1935). "Ein streunender Hund" (1949). "Ein tollkühner Himmelhund" (1983). "Eine Frau zwischen Hund und Wolf" (1979). "Fögi ist ein Sauhund" (1998). "Fünf Himmelhunde auf dem Weg nach Tobruk" (1972). "Fünf Hundesöhne" (1979 "Fünf tolle Hunde"). "Get the dog – Verrückt nach Liebe" (1999). "Good news: Von Kolporteuren, toten Hunden und anderen Wienern" (1990). "Hakkenden – Die Legende der acht Hundekrieger" (1993/95). "Himmelhunde mögen’s heiß" (1966). "Höllenhunde bellen zum Gebet" (1976).



Hund: Filmtitel: "Höllenhunde des Pazifiks" (1957). "Höllenhunde des Secret Service" (1965). "Hunde" (1992). "Hunde im Weltall" (1986). "Hunde in der Nacht" (1965). "Hunde und Wölfe" (1995 TV-Film). "Hunde, wollt ihr ewig leben?" (1959). "Hundsköpfe" (2001/02). "Hundstage" (1944, 1976, 1982, 2001). "Ich, die Nonne und die Schweinehunde" (1972). "In China essen sie Hunde" (1999/2000). "Katz und Hund" (2003 TV-Film). "Mann beißt Hund" (1992). "Mein Leben als Hund" (1985). "Mondhunde" (1994). "Nachtlied des Hundes" (1983). "Nitty, der Bluthund" (1988). "Reservoir dogs – Wilde Hunde" (1991).



Hund: Im Film: "Schlafende Hunde" (1977, 1992 TV-Film). "Schweinehunde beten nicht" (1969). "Shag, die Hundepfeife" (1973). "Sleeping dogs" (1997). "So ein Windhund" (1965). "So’n Windhund" (1931). "Spürhunde" (1947). "The artist" (mit Uggie)"Top dog" (1994). "Verwegene Hunde" (1986). "Vier Panzersoldaten und ein Hund" (TV-Serie). "Von allen Hunden des Krieges gehetzt" (1969). "Von allen Hunden gehetzt" (1951, Western 1957, 1975). "Wag the dog – Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt" (1997). "Warum schlafende Hunde wecken?" (1991). "Was nützt dem toten Hund ein Beefsteak?" (1974). "Wasser für die Elefanten (2011 mit Uggie). "Wie verlorene Hunde" (1955). "Wild dogs – Wilde Killer" (1996). "Zwei gelbe Höllenhunde" (1982). "Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle" (1972). "Zwei tolle Hunde in Hongkong" (1973). "Zwei wie Hund und Katz" (1976).



Hund: In der Malerei: u. a. Lovis Corinth "Hund Hipp" (1892). Gustave Courbet "Frau mit Hund" und "Selbstporträt mit schwarzem Hund" (1842). Otto Dix "Hugo Erfurth mit seinem Schäferhund Ajax". Albrecht Dürer "Liegender Hund", "Windhund" (Zeichnung) und "Die Hundenärrin auf dem Totenbett" (Holzschnitt 1493). Jean-Honoré Fragonard "Mädchen im Bett mit einem Hündchen spielend" (1765-1772). Francisco de Goya "Hund in der Arena" (1819-23). William Hogarth "Der Maler und sein Mops" (1745). Franz Marc u. a. "Der weiße Hund" (1910/11) und "Die vier Begleithunde des Prinzen Jusuff" (1913). Adolph Menzel "Ein Bild von einem Hund". Joan Miró "Hund, den Mond anbellend" (1926) und "Personen und Hund vor der Sonne", (1949). Bartolomé Esteban Perez Murillo "Knabe und Hund" (1655–1660). Pablo Picasso "Der Hund" (Zeichnung). Auguste Renoir "Frau Renoir mit Hund" (1880). Tizian "Karl V. mit Hund" (1533). Diego Velázquez "Hofzwerg mit Hund" (2. Drittel 17. Jh. )
Im Lied: "Der alte Scherenschleifer und sein Hund". Schlager: S. auch Katze. u. a. "Concerto for doghouse" (Stan Kenton). "Das Lied zum Hund. Mein Hund Daisy ist so crazy" (der Modeschöpfer Rudolph Moshammer auf seinen Hund Daisy). "Dogs of war" (Ian Cussick & Richard Bear). "Hasso – mein Hund ist schwul" (Die Prinzen). "Hound dog" (1956 Elvis Presley). "How much is that doggie in the window" (Pattie Page). "Low down dog" (Big Joe Turner). Reinhard Mey "Es gibt Tage, da wünscht’ ich, ich wär’ mein Hund" und "Hundgebet". "Moon dog boogie" (Freddie Mitchell). "Two hound dogs" (Bill Haley). "Was macht der Hund auf dem Sofa?" (Blödelhit). "You Lie Down With Dogs" (Alan Parsons Project).



Hund: S. auch Aufklärung, Bulldogge, Dackel, Frau Wirtin, Jagdhund, Maulkorb, Pudel



Hunde: s. auch Hund



Hundstage: Die Tage vom 23./24. Juli bis 23. August; sie galten als Unglückstage. Die Sonne befindet sich dann in der Nähe des Hundssterns Sirius. Schon seit dem alten Ägypten. Hundstagsfliege.
In der Literatur: Herbert Achternbusch "Hundstage". Walter Kempowski "Hundstage" (1988).
Im Gedicht: Hermann Hesse "Hundstage". Joachim Ringelnatz "Hundstagsgespräch".
Im Film /Filmtitel: u. a. "Hundstage" (1975/2001).



Hütte: "Raum ist in der kleinsten Hütte / für ein glücklich liebend Paar" (Friedrich Schiller).
Redensarten: Er hat seine Hütte niedergebrannt, damit ihn die Flöhe nicht beißen. Hier ist gut sein, hier lasst uns Hütten bauen (Neues Testament Matthäus 17,4). Hüttenjagd (aus der Krähenhütte),, Hüttenkäse (körniger Quark), Hüttenwerk, Glashütte, Stahlhütte.
Im Film/Filmtitel: u. a. "Das Geheimnis der Berghütte" (1944). "Die Hütte" (1984). "Die Hütte im Baumwollfeld" (1932). "Die kleine Hütte" (1957). "Friede den Hütten" (1938). "Hütte am See" (1991/93). "Onkel Bobs Hütte" (1969). "Onkel Tom’s Hütte" (1913, 1914, 1903, 1927, 1965, 1987).
In der Malerei: Albrecht Dürer "Verfallene Berghütte" (Zeichnung ).
S. auch Almhütte



Hygiene: (ländliche). Ein kräftiger Gewitterregen ersetzt dem Landwirt das Ganzkörperbad - er erspart sich dabei sogar das Ausziehen.
Sprüche: Wenn sich das Jahr dem Ende neigt, / der Bauer in die Wanne steigt. Kindermund:
"Dort drunten an dem Brünnelein,
Da sitzet eine Maid.
Die wäscht sich ihre Füßelein,
Es war schon höchste Zeit."

Volksmund (fränkisch):
"Hans Globala, Hans Globala,
wie geht’s denn deiner Frau?
Die wäscht sich nicht, die kämmt sich nicht,
Die is' a rechta Sau."

Der "Ethnologe" McCormack hat uns einen deftigen Dialog überliefert aus den bayerischen Bergen:
"Knecht: Miadei!
Sennerin: Was willst denn scho wieda?
Knecht: Putzt dir dein Arsch gar nia?
Sennerin: Wos hast denn, du narrats Luada?
Knecht: Weil mir allaweil der Beidl so dreckat werd."





Korrekturen, Ergänzungen?


© Hans Baier 2017