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Lexikon des Landlebens



Käfer: Seit ca. 265 Millionen Jahre gibt es Käfer auf der Welt; es gibt 1,5 Millionen verschiede Arten, mehr als 350 000 davon sind wissenschaftlich beschrieben. Insekt des Jahres 2000 war der Rosenkäfer. Colorado-Käfer (ursprünglicher Name des Kartoffelkäfers), Flotter/süßer Käfer (attraktives Mädchen), Herzkäfer. Automarke von VW (seit 1938, nach der Käferform). Glückskäfer. Pflanzenname: Käferblume.
Redensart: Du fehlst mir noch in meiner (Käfer-)Sammlung. Sprüche: "Der arme Käfer, den dein Fuß zertritt, / fühlt körperlich ein Leiden ganz so groß, / als wenn ein Riese stirbt" (William Shakespeare). "Jeder dumme Junge kann einen Käfer zertreten. Aber alle Professoren der Welt können keinen herstellen" (Arthur Schopenhauer). "Kriege gehen, Käfer bleiben" (Vladimir Nabokov).



Käfer: Vergleiche: "Was Gott an und für sich ist, wissen wir so wenig, als ein Käfer weiß, was ein Mensch ist" (Ulrich Zwingli).
Schimpfworte: Käfersammlung (Mädchenschule, Frauenwohnheim).
In der Literatur: Edgar Allan Poe "Der Goldkäfer". Berühmtheit erlangte der Käfer "Gregor Samsa" in Franz Kafka "Die Verwandlung" (1915). Friedrich Schnack "Der Blumenfreund und die Käferjäger". Fabeln: S. auch Adler. Äsop "Die beiden Käfer".



Käfer: Im Gedicht: Georg Britting "Gras". Richard Dehmel "Käferlied" und "Rose und Goldkäfer". Heinz Erhardt "Knabe mit dem erkälteten Käfer". Friedrich Güll "Vom Büblein und Käferlein" und "Zwei Käfer". Günther Grass "K, der Käfer". Friedrich Wilhelm Güll "Vom Büblein und Käferlein". Friedrich Hebbel "Die alten Naturdichter und die neuen". Johann Peter Hebel "Der Käfer". Heinrich Heine "Die Launen der Verliebten" ("Der Käfer saß auf dem Zaun …") und "Die Libelle". Edgar Allan Poe "Der Goldkäfer". Joachim Ringelnatz "Entomologische liebe". Eugen Roth "Entomologisches" ("Ein Mensch, als Ehemann sonst bräver, / Geriet an einen netten Käfer ..."). Rainer Maria Rilke "Der Käferstein". Eugen Roth "Tierleben für jung und alt" (1973). Friedrich Rückert "Die Blüten und die Käfer".



Käfer: Im Film/Filmtitel: u. a. "Der Käfer und die Rose" (1994). "Der tolle Käfer in der Rallye Monte Carlo" (1976). "Ein Käfer auf Extratour" (1973). "Ein Käfer geht aufs Ganze" (1971). "Ein Käfer gibt Vollgas" (1972). "Ein toller Käfer" (1968). "Ein toller Käfer kehrt zurück" (1997). "Feuerkäfer" (1975). "Godzilla und die Riesenkäfer" (1971). "Zwei tolle Käfer räumen auf" (2001 TV-Serie "Tatort"). Schlager: "Beetle bug bop" (The Collins Kids Columbia).



Käfer: S. auch Hirschkäfer, Marienkäfer



Kalb: Missgeburten von Kälbern, z.B. Tiere mit zwei Köpfen, wurden als unglückverheißende Vorzeichen angesehen. Schlimmes widerfuhr einer calvinistischen Frau in Genf. Sie soll 1609 ein Kalbskind geboren haben - als Strafe dafür, weil sie sich geweigert hatte, die hl. Margareta als Geburtshelferin anzurufen. Das Wort "Italien" bedeutet "Kälberland" und kommt von "uitulus", lateinisch "das Kalb". Tiernamen: Sonnenkälbchen (Marienkäfer). Pflanzennamen: Kälberkropf.



Kalb: Das Goldene Kalb.
"Wenn er Pöbel aller Sorten
tanzet um die goldnen Kälber,
halte fest: Du hast im Leben
doch am Ende nur dich selber!
(Theodor Storm)

Redensarten: Das Goldene Kalb anbeten (Altes Testament "Exodus"). Der Tanz um das Goldene Kalb (das "älteste Ballett der Menschheit". "Wo um das Goldene Kalb getanzt wird, gibt's auch Metzger darunter" Stanislaw Jerzy Lec. "Traurig, aber wahr, dass der uralte Tanz ums goldene Kalb alle anderen Tänze überlebt" Serge Lifar). "Das Auto hat eine Verwandlung durchgemacht vom goldenen Kalb zur grauen Milchkuh" (Thomas Travaglini).

"Doppelflöten, Hörner, Geigen
Spielen auf zum Götzenreigen,
Und es tanzen Jakobs Töchter
Um das goldne Kalb herum –
Brum - brum – brum -
Paukenschläge und Gelächter! …"
(Heinrich Heine "Das Goldne Kalb")



Kalb: Das Goldene Kalb. Im Film/Filmtitel: u. a. "Das Goldene Kalb" (1914, 1924, 1968).
In der Malerei: Marc Chagall "Moses und das Goldene Kalb". Lucas van Leyden "Tanz der Juden um das Goldene Kalb" (1. Drittel 16. Jh. ) Emil Nolde "Tanz um das Goldene Kalb". Nicolas Poussin "Anbetung des Goldenen Kalbes" (um 1635). Tintoretto "Anbetung des Goldenen Kalbs". Oper 1951 von Arnold Schönberg.



Kalb: Der Kuh das Kalb abfragen. Ein Gletscher kalbt. Glotzen wie ein gestochenes Kalb. Die Kuh mit dem Kalb nehmen (eine Schwangere oder eine Frau mit Kind heiraten). Er springt wie das Kalb auf der Wiese. Unschuldig wie ein neugeborenes Kalb.
Sprichwörter: Als Kalb geht er aus, als Ochse kehrt er nach Haus. Eine alte Kuh gar leicht vergisst, dass auch sie ein Kalb gewesen ist. Nur die allerdümmsten Kälber wählen ihren Metzger selber. Reicher Leute Töchter und armer Leute Kälber bekommen bald einen Mann. Wer einen Prozess führt um die Kuh, / verliert das Kalb dazu. Wo der Ochse König ist, sind die Kälber Prinzen.



Kalb: Sprüche: "Der Löwe und das Kalb sollten beieinander liegen, aber das Kalb wird nicht viel Schlaf bekommen" (Woody Allen). "Der als Stier dich erschreckt, den pflegtest als Kalb du zu streicheln "(Ovid). Bauernsohn: "Und wenn i mein Vatern sein Kalbl vertu, / es kälbert ja wieder an andere Kuh."
Vergleiche: "Das Spiel des Kälbchens besteht im Herumspringen, das Spiel des Menschen in Sinfonien, Bildern, Poemen, Romanen" (Leo N. Tolstoi).
Die Tierartenarten brachte Richard Wagner arg durcheinander, als er zu seiner Frau Minna sagte: "Oft blökte ich wie ein Kalb nach dem Stalle und nach dem Euter der nährenden Mutter."



Kalb: Schimpfworte: Kalb (Sinnbild von kindischer Dummheit, unreifes Mädchen). Kalb Moses ("Exodus", ungeschickte Person), kalben (gebären), Kälberstrick (Krawatte des Bauern). Kalbfleisch (junges Mädchen), Kalbsgesicht, Kalbskopf, Mondkalb (Kalb mit angeborener Wassersucht; auch Missgeburt. Der Mond galt als Ursache für Missgeburten, z.B. wenn ein Mann nach dem Urinieren mit einer Frau schläft. Franz Blei hält den Schriftsteller Meyrink "für das "einzige auf die Erde gefallene Mondkalb, das einzufangen gelang". Redensart: Er hat das Mondkalb zum Nachbarn für realitätsfremd). Goldenes Kalb (heiratsfähige Tochter mit reicher Mitgift, gute Partie).



Kalb: In der Literatur:
"Gar manche, die ich als Kälber verließ,
Fand ich als Ochsen wieder;
Gar manches kleine Gänschen ward
Zur Gans mit stolzem Gefieder"
(Heinrich Heine "Deutschland - ein Wintermärchen").

Fabeln: S. auch Stier. Äsop (vgl. auch Phaedrus) "Das Kalb und der Stier": Als das Kalb sah, wie der Stier sich tagaus, tagein abplagte und abrackerte, bedauerte es ihn. Als aber der Festtag nahte, an dem man das Kalb zur Schlachtbank führte, lachte der Stier und sagte: "Darum, liebes Kälbchen, durftest du müßig gehen, damit man dich zu gegebener Zeit schlachten kann". Jean de la Fontaine "Kalb, Ziege, Schaf und Löwe als Kompagnons".



Kalb: In der Literatur: S. auch Eiche. "Das Kalb" (in: "Die hundert neuen Novellen"). Hans Sachs "Das Kälberbrüten" (Fastnachtspiel 1551). Ludwig Thoma "Das Kälbchen".
Im Gedicht: Robert Burns "The Calf". Bertolt Brecht "Der Kälbermarsch" und "Hitler-Choräle. III":
"Befiehl du deine Wege
O Kalb, so oft verletzt
Der allertreusten Pflege
Des, der das Messer wetzt ..."



Kalb: Im Gedicht: Wilhelm Busch "Früher, da ich unerfahren ..." und "Naturgeschichtliches Alphabet":
"Den Kakadu man gern betrachtet,
Das Kalb man ohne weiters schlachtet."
Und
"Der Bauer und das Kalb":
"Ein Bauer, der kein Geld mehr hat,
Der brächte gern sein Kalb zur Stadt.
Doch schau: wie dieses Tier sich sträubt
Und widerspenstig stehen bleibt."

Heinz Erhardt "Das Kälbchen". Franz Grillparzer "Der Bauer, der sein Kalb verloren hat". Justinus Kerner "Das Kalb". Christian Morgenstern "Vor einem zur Schlachtbank geführten Kalbe". Eugen Roth "Tierleben für jung und alt" (1973).
Im Märchen: Brüder Grimm "Das weiße Kalb".



Kalb: Im Film/Filmtitel: u. a. "Das hölzerne Kälbchen" (1960/61). "Das Kalb mit den fünf Füßen" (1954). "Das Mondkalb" (1966). "Kalbsragout mit Champignons" (1935. Altgriechische Plastik: "Kalbträger".
Im Lied: "Bauer und Kalb".



Kälber: s. auch Kalb



Kalender: Ein wichtiges Requisit auf dem Hof war der Bauernkalender. Hier wurde die Trächtigkeit des Viehs eingetragen. Mit dem Kalender konnte der Bauer auch auf einen Blick feststellen, dass er die Bäuerin im Oktober schwängern musste, damit sie bei der Ernte im nächsten Jahr wieder auf den Beinen war. Kalendergeschichte (kurze Erzählung), Hundertjähriger Kalender.
Sprichwörter: Der Hundertjährige Kalender lügt ebenso wie der von diesem Jahr (sorbisch). August Heinrich Hoffmann von Fallersleben "Hundertjähriger Kalender".
Im Film/Filmtitel: u. a. "Kalendergeschichten" (1984). "Rot im Kalender" (1964).



Kalter Bauer: (auf hochdeutsch: kühler Landwirt). "Feuchter Traum". "Geschlechtsverkehr", ohne die Unterhosen auszuziehen (auch Onanie, coitus interruptus. Abgang von Sperma, das in der Unterwäsche erkaltet, ohne Zutun eines weiblichen Wesens. Der agronomische Bezug ist nicht mehr ersichtlich, wenn der Ausdruck neuerdings verkürzt angewendet wird: "Ein Kalter!" "PGKB" (Produktionsgenossenschaft von kalten Bauern). Redensart: Bauernfänger (Taschentuch). Einen kalten Bauern begraben. Sprüche: Ist die Hand des Bauern kalt, / liegt sie abgehackt im Wald.
Im Gedicht:
"Priap! Dir bau ich einen Tempel,
Und vögle andern zum Exempel
Zwölfmal, den Altar einzuweihn;
Statt Gold soll kalter Bauer glänzen,
Und Votzenhaar die Tür umkränzen,
Mein Schwanz soll Hoherpriester sein."
(Johann Heinrich Voss "An Priap")

Friedrich Leopold Graf zu Stolberg (?) "Wahl meiner künftigen Gattin und ihrer Eigenschaften":
"Der Sitz des Schreckens sei die ungeheure Votze,
Zerschrumpft und ohne Haar, verklebt mit grünem Rotze,
An der seit Jahren schon manch kalter Bauer hängt,
Mit Tripper, weißen Fluss und Schanker untermengt."



Kalter Bauer: Der Dichter Georg Heym hat ihn im "Gesang eines kalten Bauern" verewigt:
"Ach die mitleidlosen Götter mischen
In den Helmen mannigfache Lose.
Bald wird man mich hier herunterwischen,
Und es bleibt ein Fleck nur auf der Hose."

Derber die folgenden Verse:
"Frau Wirtin hat ne Schwiegermutter,
Die schlug aus kalten Bauern Butter;
Und tat am Pfund was fehlen,
So musst' der alte Großpapa
Sich auch noch ein'n abquälen."

In der Parodie auf Schillers "Freude schöner Götter Funken" wird zum "normalen" Geschlechtsverkehr geraten:
"Nichts daher sei uns benommen,
Singt Triumph der Hurenwelt!
Bloß nur in der Votze Zelt
Soll der kalte Bauer wohnen!"



Kamille: Über den Kamillentee schreibt Leonhart Fuchs 1543: "Wenn man darvon trinkt oder darin badet, so bringen sie den Frauen ihre Zeit und treiben den Harn und den Stein". Regelmäßige Kopfwäsche mit Kamillentee soll der Glatzenbildung vorbeugen.
Redensarten: Olle Kamellen (altbekannte Tatsachen; durch lange Lagerung büßen die Kamillen ihren würzigen Geruch ein). 1987 erste Heilpflanze des Jahres.
Sprüche: Abends Promille morgens Kamille. Buchtitel: Fritz Reuter "Olle Kamellen".
In der Literatur: Friedrich Schnack in "Cornelia und die Heilkräuter" (1940).
Im Gedicht: Heinrich von Kleist "Das Blümchen, das, dem Tal entblüht ...". Karl Heinrich Waggerl "Kamille" ("… Sie blühn und warten unverzagt / auf jemand, den das Bauchweh plagt").
Im Film /Filmtitel: u. a. "Champagner und Kamillentee" (1997 TV-Film). "Die rote Kamille" (1963, 1996).



Kammerwagen: Fuhrwerk, das mit der Aussteuer der Braut beladen wurde (u. a. Bett, Kommode, Wiege, Spinnrad). Hinter dem Wagen war die Milchkuh angebunden, die von Bräutigam oft sehnlicher als die Braut erwartet wurde.



Kaninchen: (Karnickel). Englisch Rabbit (auch Automarke). Neugeborene Kaninchen, die schon die alten Römer als Delikatesse schätzten, galten nicht als Fleisch und waren daher den Mönchen als Fastenspeise erlaubt. Man legte Kaninchen zu Kranken ins Bett, damit sie die Krankheit anziehen; das soll besonders bei Rheuma und Lungenentzündung helfen. Ein Kaninchenfuß soll den Verbrecher vor Entdeckung schützen. In Wyoming bedarf es vom Januar bis April einer besonderen Genehmigung, wenn man ein Kaninchen fotografieren will. Die Werbung favorisiert den Hasenstall Pipo; er wird "von führenden Hasen empfohlen". "Lebhaftes Kaninchen" (Vibrator im chinesischen Sexshop).



Kaninchen: Redensarten: Ein Kaninchen aus dem Hut zaubern. Es geht wie's Karnickelmachen (sehr schnell). Nun soll ich wieder das Karnickel sein (Sündenbock). Reglos wie das Kaninchen vor der Schlange (starr vor Schreck). Sich wie die Kaninchen vermehren ("Das Problem ist nicht, dass die Menschen sich wie die Kaninchen vermehren, sondern dass sie nicht mehr wie die Fliegen sterben" (Peter Adamson zur Überbevölkerung). Verblüffend wie ein Zauberer, der immer neue Kaninchen aus dem Zylinder holt. "Gutes Karnickel" (Kosewort Richard Wagners für seine Frau Minna). Versuchskaninchen. Wie das Kaninchen auf die Schlange starren. Sprichwörtlich ist seine Fruchtbarkeit. Ein schlaues Kaninchen hat drei Löcher in seinem Bau (China).



Kaninchen: Vergleiche: "Man kann an Nobelpreisträger nicht die gleichen Anforderungen stellen wie an Karnickelböcke, die mehrmals im Jahr verpflichtet sind, für große Würfe zu sorgen" (Werner Forßmann). "Remake ist die Kunst, aus einem alten Hut ein neues Kaninchen zu ziehen" (Georg Thomalla).
Schimpfworte: Kaninchen (so nannte Queen Victoria "gebärfreudige" Frauen; vermutlich meinte sie damit auch sich selbst), Karnickeldieb (kleiner Dieb), Karnickelorden (Mutterkreuz im Dritten Reich), Karnickelprämie (Kindergeld), Karnickelstall (kinderreiches Elternhaus). "Zügelloses Karnickel" (Vibratormarke).



Kaninchen: In der Fabel: Jean de la Fontaine "Die Kaninchen" und "Die Katze, das Wiesel und das Kaninchen".
In der Literatur: Martial "Epigramme" ("Fröhlich haust in den Höhlen, die’s selbst sich grub, das Kaninchen"). Theaterstück: Coyle Chase "Mein Freund Harvey" (1944, Film 1950 mit James Stewart, 1970).



Kaninchen: Im Gedicht:
"Ein älterer Herr aus Marktbreit
war das dortige Klima leid.
Ein wildes Karnickel
war das Vehikel
seiner plötzlichen Flucht aus Marktbreit."
(Hans Magnus Enzensberger "Edward Lears Kompletter Nonsens")

Heinz Erhardt "Sabinchen". Günter Grass "Aus dem Tagebuch" ("Wieder ein Kaninchen ...") Klabund "Auf ein Kaninchen". Eugen Roth "Tierleben für jung und alt" (1973).



Kaninchen: Im Film/Filmtitel: "After rabbit" (Science-Fiction 1988). "Sleigh bells" (Zeichentrickfilm 1928 mit dem fröhlichen Kaninchen Oswald). "Das Kaninchen bin ich" (DDR 1964/65, verboten, "Kaninchenfilm" Ausdruck für verbotenen Film). "Das weiße Kaninchen" (Serie "Lost" 2004). "Der Kaninchenflüsterer" (2006 TV-Serie "Freunde für immer"). "Die fünf Karnickel" (1953). "Die Kaninchenfalle" (1958). "In Sachen Kaninchen" (1979). "Kaninchen im Hut und andere Geschichten mit Martin Held" (1980). "Kaninchen in der Garderobe" (1972). "Karnickelohren" (1997). Kinderfilm). "Mein Freund Harvey" (1950). "Robby rabbit" (Kinderfilm 1986). "Wallace & Gromit auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen" (Zeichentrickfilm 2005). "Wie die Karnickel" (2001/02). "Wir sind Versuchskaninchen" (1980).
In der Malerei: u. a. Albrecht Dürer (Zeichnung). Charles Dufresne "Aktfiguren mit dem blauen Kaninchen" (1934-35) und "Das blaue Kaninchen" (1924). Maurice Utrillo "Das flinke Kaninchen" (1910).



Kapaun: (kastrierter und gemästeter Hahn, "Hühnereunuch"). Das Fleisch der Kapaune galt als Schönheitsmittel.
Sprichwörter: Der Bauer muss länger für Suppe und Salz als der Mönch für Kapaunen und Rosinen beten, bis er erhört wird. Die Kapaunen werden doch keine Hahnen mehr, darum soll man ihnen das Krähen mit dem Bratspieß vertreiben (altdeutsch). Ein fetter Kapaun / verjagt die üble Laun’.
Vergleiche: "Unsere Literatur wird von Kapaunen ausgebrütet" (Jean Paul). Schimpfworte: Kapaun (impotenter Mann; betrogener Ehemann, Mönch).
In der Literatur: Martial "Epigramme" ("Kapaunen").



Kapelle: Rote Kapelle (Widerstandsbewegung).
Im Gedicht: Justinus Kerner "St. Walderichs Kapelle zu Murrhardt". Nikolaus Lenau "Die Waldkapelle" und "Die Wurmlinger Kapelle". Conrad Ferdinand Meyer "Die Kapelle der unschuldigen Kindlein". Rainer Maria Rilke "Du arme, alte Kapelle" und "In der Kapelle St. Wenzels". August Wilhelm Schlegel "Tells Kapelle bei Küssnacht". Gustav Schwab u. a. "Die Heidenkapelle bei Belsen" und "Die Wurmlinger Kapelle". Ludwig Thoma "Zur Einweihung der Kriegergedächtniskapelle in Unterbachern".

"Droben stehet die Kapelle,
Schauet still ins Tal hinab,
Drunten singt bei Wies' und Quelle
Froh und hell der Hirtenknab’ ..."
(Ludwig Uhland "Die Kapelle")

Im Film/Filmtitel: u. a. "Die Kapelle des heiligen Christophorus" (1984).
In der Malerei: u. a. Moritz von Schwind "Die Waldkapelle".



Karpfen: "Wasserschwein". Wegen seiner Fruchtbarkeit der Venus heilig. Der größte europäische Karpfenteich wurde im 16. Jahrhundert in Südböhmen angelegt: er umfasste fas 500 Hektar. Der Karpfen soll die Marterwerkzeuge Christi im Kopf tragen. Am Neujahrstag muss man die Schuppen in den Geldbeutel stecken, dann geht einem das Jahr über das Geld nicht aus. Man kann sie im Winter "lebendig weit verschicken, wenn man sie in Schnee einpackt und ihnen ein in Wein oder Branntwein getauchtes Stück Brot ins Maul steck" (Brockhaus 1838). In den Klöstern half er den Nonnen und Mönchen über die fleischlose Fasenzeit hinweg (vgl. dazu den Spruch von Albertus Magnus "Ego te baptizo carpam" = "Ich taufe dich in einen Karpfen um", als ihm seine Konfratres eine Ente brachten).



Karpfen: Berühmte Tiere: Der Karpfen Cyprinus in Otfried Preußler "Der kleine Wassermann".
Redensarten: S. auch Hecht. Einen Kussmund machen wie der Weihnachtskarpfen in der Badewanne. Gierig nach etwas schnappen wie der Karpfen nach der Wasserleiche. Nach Luft schnappen wie ein Karpfen. Der Karpfen des kleinen Mannes (Hering). "Spiegelkarpfen" (Diamant, Brillant). Karpfengebiss (Gebissanomalie bei Haustieren). Karpfenlauskrankheit (Fischkrankheit). Tiernamen: Karpfenschwanz (Schmetterling).
Sprichwörter: Der Karpfen erzieht sich seine Esser (wegen der Gräten). Ob Fischernetz oder Reiher - einmal erwischt es den Karpfen (indisch). In der Fabel: Jean de la Fontaine "Der kleine Karpfen".



Karpfen: Im Gedicht: Karl Krolow "Bestiarium. IV. Der Karpfen" (nach Guillaume Apollinaire). Joachim Ringelnatz "Kassel (Die Karpfen in der Wilhelmstraße 15)". Eugen Roth "Tierleben für jung und alt" (1973).

"Auf einer Meierei,
da war einmal ein braves Huhn;
das legte, wie die Hühner tun,
an jedem Tag ein Ei
und kakelte,
mirakelte, spektakelte,
als ob’s ein Wunder sei …"
(Heinrich Seidel "Das Huhn und der Karpfen")

Im Film/Filmtitel: u. a. "Der große Karpfen Ferdinand" (1978). "Der Junge mit dem Karpfen" (1971).



Karpfen: S. auch Hecht



Karren/Karre: Redensarten: Den Karren in den Dreck fahren/aus dem Dreck ziehen. Den Karren vor den Gaul spannen. Die Karre laufen lassen. Die Karre läuft schief (verfahrene Situation). Jemandem an den Karren fahren (u. a. beleidigen). Sich vor einen Karren spannen lassen/alle vor den gleichen Karren spannen ("Er ließ sich vor keinen fremden Karren spannen. Er zog grundsätzlich nur den eigenen Mist" Gerd Heyse). Zusammenkarren.
Schimpfworte: Karre (altes Auto), Karrengaul (Kollege, der nie aus seiner Routinearbeit ausbricht), Teufelskarren (verfluchtes Auto).
Im Film/Filmtitel: u. a. "Karren zum Schafott" (1958, 1980).
S. auch Dreck, Schubkarre



Karriere: Knecht (durch Geburt), Bauer (durch Einheirat), Landwirt (durch Zukauf), Agronom (durch Studium), Gutsbesitzer (durch Flurbereinigung), Landwirtschaftsminister (durch bestechliche Parteigenossen).



Kartenspiel: (beliebter ländlicher Zeitvertreib):
"Aprilwetter und Kartenglück,
Wechseln jeden Augenblick."

Tarock, herzeln, Zwicken, Grasober, Schafkopf, Watten. Eine Hasenpfote in der Tasche bringt Glück im Spiel.
Redensarten: Ach du grüne Neune. Alle Trümpfe in der Hand haben. Alles auf eine Karte setzen (für viel riskieren). Alle Trümpfe aus der Hand geben. Auf die falsche Karte setzen. Ausspielen, auftrumpfen, den höchsten/letzten Trumpf ausspielen. Des Teufels Gebetbuch. Die Karten auf den Tisch legen/aufdecken. Die letzte Karte ausspielen (letzter Rettungsversuch). Eine falsche Karte spielen (betrügen). Einen Trumpf in der Hand haben/behalten. Etwas in der Hinterhand haben. Mit offenen/verdeckten/gezinkten Karten spielen. Mitmischen (sich beteiligen). Schlechte Karten haben. Sich nicht in die Karten sehen lassen. Zusammenfallen wie ein Kartenhaus. Gelbe/rote Karte (Strafe im Fußball).
Sprichwörter: Die Karten und die Kanne / machen manchen zum armen Manne. Die Menschen sind unsres Herrgotts Kartenspiel. Fluchenden Bauern steht der Teufel bei und nimmt als letzten Einsatz die Seel. In jedem Kartenspiel ist eine Sau. Tanz, Kartenspiel und Wein / reißen große Häuser ein. Trumpf ist die Seele vom Spiel. Wer sich in die Karten sehen lässt, verliert das Spiel.



Kartenspiel: "Das Urinieren entlang dem Spazierstock" auf den Lehmfußboden, das McCormack in Vorkriegslandgasthäusern festgestellt hatte, diente vor allem dazu, das "Austreten" während des Spiels zu vermeiden. Dass vor dem Eichelober und der Herzsau alle Mitspieler gleich sind, musste "Der Stürmer" 1937 bedauernd feststellen: "Während der letzten Rede des Ministerpräsidenten Hermann Göring spielten der Landwirt und 2. Bürgermeister Paul H. von Schnaid mit dem Metzgermeister Georg S. und dem Juden Heinrich H. Karten".



Kartenspiel: Vergleiche: "Beim Kartenspiel und in der Weltpolitik hört die Freundschaft auf" (Finley Peter Dunne). "Das Leben ist ein Kartenspiel: / Wer offen spielt, gewinn nicht viel" (Martin Greif). "Das Schicksal mischt die Karten, und wir spielen" (Arthur Schopenhauer). "Die Astrologie ist eine Form von Aberglauben, die sich anmaßt, Gott in die Karten zu schauen" (Hoimar von Ditfurth). "Fürsten und Herren sind unseres Herrgotts Kartenspiel" (Martin Luther). "Im Leben geht es nicht darum, gute Karten zu haben, sondern auch mit einem schlechten Blatt gut zu spielen" (Robert Louis Stevenson). "Im Leben ist es wie beim Skat: manchmal drückt man die falsche Dame" (Georg Thomalla). "In der Politik mischt man immer nur die Karten, anstatt zu spielen" (Karol Irzykowski). "Man sollte immer anständig spielen, wenn man die Trümpfe in der Hand hat" (Oscar Wilde). "Mit einem Menschen, der nur Trümpfe hat, kann man nicht Karten spielen" (Friedrich Hebbel). Trumpf ist die Seele vom Spiel. "Wer verlangt, dass mit offenen Karten gespielt wird, hat gewöhnlich alle Trümpfe in der Hand" (Graham Greene).



Kartenspiel: Sprüche beim (Schafkopf-)Spiel: "Armes Deutschland" (wertloses Blatt). "Aus jedem Dorf einen Hund" (von jeder Farbe eine Karte). "Da gibt’s einen Stoß!" (Contra). "Der eine dreht, der andre schleift." "Der Arsch hat sich gespalten" (beide Parteien haben 60). "Jetzt zieh ich dir das letzte Hemd aus!" Ein Herz hat jeder!" "Es gehört alles Dir, was die Hühner legen, bloß die Eier nicht." "In Rosenheim ist schon einer beim Mischen gstorbn." "Mit der Alten spielen". "Kleinvieh macht auch Mist." "Lass die Toten ruhn!" (ein abgelegter Stich, darf nicht mehr angeschaut werden). "Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen." "Raus mit der Hur aus dem Pfarrhof!" "Schneider sind auch Leute." "Wer hat die Alte?" "Wer mauert, bedauert." "Zahlemann und Söhne" (Aufforderung zum zahlen).
Schimpfworte: Abgekartetes Spiel (Vereinbarung zum Schaden eines Dritten), Nachtarocken (eine erledigte Sache wieder aufgreifen).



Kartenspiel: In der Literatur: Paul Alverdes "Die Pfeiferstube" (u. a. Schafkopf).
Im Gedicht: Klabund "Sonette des Spielers" (u. a. "Skat"). Friedrich von Logau u. a. "Karten-Spiel". Joachim Ringelnatz "Das Kartenspiel".
Im Film /Filmtitel: u. a. "Das Kartenspiel" (1961). "Rote Lippen soll man küssen" (1963). "Schafkopfen" (1984, 1994, 1996). "Schafkopfrennen" (TV-Serie).
In der Malerei: u. a. Adriaen Brouwer "Bauernrauferei beim Kartenspiel" (um 1630-1640) und "Kartenspielende Bauern in einer Schenke" (um 1630- 1640). Paul Cézanne "Kartenspieler" (1892-1893). Otto Dix "Die Skatspieler" (Kartenspielende Krüppel 1920). Jules Fernand Henri Léger "Die Kartenspieler" (1917).
In der Musik: Igor Fjodorowitsch Strawinski "Kartenspiel" (Ballett 1937).
Im Lied: Aus "Des Knaben Wunderhorn". Schlager: "Das Kartenspiel" (Bruce Low). "Skatpolka" (Heinz Erhardt).



Kartenspiel: S. auch Dorf, Kiebitz, Schlägerei



Kartoffel:
"Luther erschütterte Deutschland - aber Francis Drake beruhigte es wieder: er gab uns die Kartoffel" (Heinrich Heine).
"Brot oder Manna des armen Mannes" und "Zitrone des Nordens" wegen ihres hohen Vitamin-C-Gehalts genannt; aber auch "Sättigungsbeilage" in der DDR. Ihre Einstufung durch Shakespeare als Liebesmittel ist wohl bloßes Wunschdenken. Die Italiener bezeichneten sie mit dem Wort für Trüffel "tartufolo". Der Philosoph Ludwig Feuerbach verurteilte die Kartoffel, weil sie träge mache, nostalgisch und untertänig. Ursprünglich versuchte man, die oberirdischen Knollen zu verzehren, fand sie aber ungenießbar. Auf die Wurzelknolle kam man erst per Zufall. Eine Legende sagt, der Teufel habe auf den Boden gespuckt und daraus sei die Kartoffel entstanden. Katharina die Große führte die Kartoffel in Russland ein - gegen den Widerstand der Priester, die der Knolle misstrauten, weil sie unter der Erde wächst und "ergo Teufelswerk sein muss".



Kartoffel: Warzen kann man vertreiben, indem man sie mit einer Kartoffel einreibt. Gegen Hexenschuss soll ein Umschlag mit heißen Kartoffeln helfen. Den Glanz von Seidenkrawatten kann man erhalten, wenn man sie in einem Sud aus Kartoffeln und Wasser wäscht. Aus Kartoffeln kann man u. a. Biosprit, Christbaumkugeln, Essig, Käse, Wurst, Kaffee, Bier, Wein und Schnaps herstellen. Die größte Kartoffel soll 1895 in Colorado mit 49 kg geerntet worden sein. Es gibt in Deutschland verschiedenen Kartoffelmuseen. So wie es eine Weinkönigin gibt, gibt es auch eine Kartoffelkönigin. Die Kartoffel ist das Gemüse des Jahres 2004, Internationales Jahr der Kartoffel 2008. Es gibt ein Kartoffeldenkmal in Offenburg.



Kartoffel: "Abergläubige Bauern sprechen beim Kartoffellegen: "Wir setzen die Kartoffeln den Menschen zum Brot und den Mäusen zum bittern Tod."
Redensarten: Das Kartoffelwasser abgießen (für urinieren). Die Kartoffeln schauen heraus (Löcher im Strumpf). Die Kartoffeln (Radieschen, das Gras) von unten ansehen (tot sein Vgl. auch den Film "Radieschen von unten" 1963 mit Louis de Funès). Ein Feld ist so steil, dass man die Kartoffeln annageln muss. Jemanden fallen lassen wie eine heiße Kartoffel. Rin in die Kartoffeln, raus aus die Kartoffeln (mal so, mal so. U. a. aus der Militärsprache. Klage preußischer Offiziere über häufig geänderte Marschbefehle). Sein Herz ausschütten wie einen Sack Kartoffeln (für sich aussprechen). Kartoffel (großes Loch im Strumpf), Kartoffelausschlag der Rinder, Kartoffeldruck (Druckverfahren), Kartoffelferien (Herbstferien. "Urlaub einer Fritöse" K. de Rottwinkel), Kartoffelstampfer (Stielhandgranate ab 1915), Kartoffeltheater (Handpuppentheater mit Köpfen aus Kartoffeln). Die Bauern, die zu schnell über den Acker fahren, pflügen die Kartoffeln nicht nach oben, sondern machen sie kaputt. Pommes frites (Asterixleser wissen, dass sie von den Belgiern "erfunden" wurden). Kartoffel des Jahres (u. a. Bamberger Hörnchen 2008).
Kartoffelparadoxon (nach Wikipedia): Es wurden 100 Kilogramm Kartoffeln mit 99 Prozent Wasser geerntet. In der Sonne trockneten sie etwas ein und bestehen nur noch zu 98 Prozent aus Wasser, sind aber ansonsten unversehrt. Wie viel wiegen die Kartoffeln jetzt? Lösung: 50 Kilogramm (49 Kilogramm Wasser und 1 Kilogramm Trockensubstanz).
Tiernamen: Kartoffelkäfer. Pflanzennamen: Kartoffelbovist (Pilz), Kartoffelrose.



Kartoffel: Sprichwörter: Die dümmsten Bauern haben die größten Kartoffeln. Die Erdäpfel rechnen sich gerne zum Obst (Russland).
Sprüche: Die kubischen Dimensionen der Solanum Tuberosum stehen in reziproker Relation zur intellektuellen Kapazität ihres rustikalen Kultivators. "Einmal bist Du oben, und dann bist du unten und wirst wie eine heiße Kartoffel zertreten" (Romy Schneider). Erdäpfel und Kraut / füllen dem Bauern die Haut. "Es wurde ein Blumenkörbchen angekündigt und siehe da, es erschien ein Kartoffelsäckchen" (Georg Christoph Lichtenberg). Kartoffeln schmecken erst gut, wenn sie vorher durch den Magen einer Sau gegangen sind. Lorbeer macht nicht satt, / besser, wer Kartoffeln hat. Im Frühjahr legen die Hühner Eier und die Bauern Kartoffeln" (Kindermund). "Sich zerdrückt fühlen wie Kartoffelbrei" (Tiger Woods nach seiner Sex-Affäre).



Kartoffel: Sprüche: Jetzt musst du eine Zeit lang Kartoffeln essen (für sparsam leben). "Warum die Rose besingen, Aristokrat! Besing die demokratische Kartoffel, die das Volk nährt!" (Heinrich Heine). "Wenn du Kartoffeln oder Spargel isst, schmeckst du den Sand der Felder und den Wurzelsegen". Wer Kartoffeln isst, wird schneller satt, als wer Braten essen sieht.
Vergleiche: "All jene, die sich auf ihre Ahnen berufen, sind wie die Kartoffeln: Das Beste ruht unter der Erde" (Jonathan Swift). "Ein Snob ist jemand, für den der Hummer nur die Vorspeise zu einer Pellkartoffel ist" (Hans Clarin). "Eine Sprache mit vielen Konsonanten ist wie ein Kartoffelacker. Eine Sprache mit vielen Vokalen ist wie ein Blumenbeet" (Enrico Caruso). "Wenn du Liebe hast, spielt es keine Rolle, ob du Kathedralen baust oder in der Küche Kartoffeln schälst" (Dante Alighieri).



Kartoffel: Schimpfworte: Kartoffel (dummer Mensch, hässliches Mädchen; einer Kartoffel gleichen, deren Bestes ist unter der Erde), Kartoffelacker (schlecht gepflegter Fußballplatz), Kartoffelgesicht, Kartoffelkäfer (hässliches Mädchen), Kartoffelnase/Knollennase, Kartoffelpuffer. Bratkartoffelverhältnis (sich von einer Frau aushalten lassen, z.B. als Student), Kartoffelsack" (Kleid), Knöllchen (Strafbefehl, von Knolle), "Pom Fritz" (Spottname für den Kartoffelfan Friedrich den Großen), "Vierkantkartoffeln" (Pommes frites).



Kartoffel: Volksgut - Liedparodien:
"Trink, trink, Brüderlein trink!
Las doch die Sorgen zu Haus.
Meide den Kummer und meide den Schmerz,
Dann ist das Leben ein Erdapfelsterz."

Auf "Eine Frau wird erst schön durch die Liebe":
"Eine Sau wird erst fett durch Kartoffeln,
Darum sehnt sie sich stets nach Kartoffeln.
Erst beim Fressen beginnt sie zu blühen
Und zu glühen, heiß und wild.
Wie im Feuer beginnt sie zu glühen,
Bis sie ganz ihren Hunger gestillt.
Darum sehnt sie sich stets nach Kartoffeln,
Denn Kartoffeln machen fett."



Kartoffel: In der Literatur: Günter Eich "Zeit und Kartoffeln" (Hörspiel 1972). Ernst Penzoldt "Der Kartoffel-Roman" (aus "Die Powenzbande" 1948; Film 1974). Kurt Tucholsky "Die Kartoffeln".
Im Gedicht: Allein bei Goethe kommt die Kartoffel 16mal vor, ferner Matthias Claudius "Pasteten hin, Pasteten her ..." ("Kartoffellied"). Hans Magnus Enzensberger "Erdfarbenes Liedchen".

"Morgens rund,
mittags gestampft,
abends in Scheiben,
dabei soll’s bleiben –
das ist gesund"
(Johann Wolfgang von Goethe).

"Durchhalten!
Droh'n uns're Feinde auch noch so viel
uns mit der Hungersnot Graus.
Wir machen die letzte Kartoffel mobil.
Wir Deutsche, wir halten es aus"
(Hans Fallada).



Kartoffel: Im Gedicht: Günter Grass "Bratkartoffeln" und "Eigne Kartoffeln". Hermann Löns "Kartoffelfeuer". Pablo Neruda "Ode an die Kartoffel". Joachim Ringelnatz "Abschiedsworte an Pellka" und "Was Topf und Pfann' erzählen kann".. Johann Heinrich Voß "Die Kartoffelernte". Josef Weiheber "Durch Bauernland".
Im Film/Filmtitel: u. a. "Das Fest der gebackenen Kartoffeln" (1977). "Der Rauch des Kartoffelfeuers" (1977). "Ein Kartoffelsack wiegt mehr" (1994). "Fuzzy und die dicken Kartoffeln" (1947). "Heiße Kartoffeln" (1980). "Kartoffelkrieg" (1985). "Kartoffeln mit Stippe" (1990 TV-Film, nach dem Romanwelterfolg von Ilse von Bredow), "Kartoffelsalat" (2015). "Kartoffelsupp, Kartoffelsupp" (1931). "Teddy züchtet Notkartoffeln" (1916). "Winterkartoffelknödel".



Kartoffel: In der Malerei: u. a. Wilhelm Busch "Kartoffelidyll" (Bildergeschichte). Vincent van Gogh "Bauern bei der Kartoffelschüssel (Kartoffelesser)" (1885). Max Liebermann u. a. "Kartoffelernte" (1878) und "Kartoffelbuddler in den Dünen" (1891). Jean-François Millet "Abendgebet auf dem Feld" (1855). Hermann Max Pechstein "Kartoffelsammler auf dem Felde".



Kartoffeln: s. auch Kartoffel



Kastanie:
"Obst steht uns zur Verfügung,
köstlich gereift, und weiche Kastanien, Käse in Fülle"
(Vergil "Hirtengedichte").
Die Rosskastanie war dem Jupiter heilig. Baum des Jahres 2005 und Arzneipflanze des Jahres 2008. Die Volksmedizin glaubt, dass Rosskastanien im Krankheitsfall vielfache Hilfe bringen, z.B. bei Gicht und Rheuma, ferner bei Ausschlag, Zahnweh und Hämorrhoiden. Der Kräuterkenner Matthioli schrieb 1565, dass "gebratene Kastanien mit Pfeffer und Salz bestreut, die Natur geil und unkeusch machen" und "Die Türken nennen Rosskastanien darumb, dass sie den keichenden Rossen sehr behülflich sind". In der Bachblütenmedizin hilft die Pflanze Menschen, die von "zwanghaften, unruhigen Gedanken beherrscht werden, die sie nicht unter Kontrolle bringen können". Der Dichter Adelbert von Chamisso schlug vor, die Rosskastanie zur Herstellung von Branntwein, Seifen- und Niespulver zu verwenden. In Sparta wurden aus der Edelkastanie schwarzes Brot, Mehl und Suppen hergestellt. Rosskastanie: Arzneipflanze des Jahres 2008.



Kastanie: Redensarten: Die Kastanien aus dem Feuer holen (Helden sind "jene Toren, die für andere die Kastanien aus dem Feuer holen" E. G. Tange. "Ein gebranntes Kind holt keine Kastanien mehr aus dem Feuer" Gerhard Uhlenbruck). Goethe im "Faust" II (Finstere Galerie): "Behandelst mich, dass ich, wie jene Katze, / Dir die Kastanien aus den Gluten kratze". Die Redensart stammt aus der Fabel "Der Affe und die Katze" von La Fontaine: Ein Affe lässt sich von einer Katze geröstete Kastanien aus dem Feuer holen (aus dem Orient). Kastanienbraun. Tiernamen: Rosskastanienminimiermotte. Pflanzennamen: Kastanieneiche, Edelkastanienbecherling.
Vergleiche: "Rosskastanie: Cousine des Pferdeapfels" (Gustave Flaubert).



Kastanie: Im Gedicht: Otto Julius Bierbaum "Gebet zwischen blühenden Kastanien". Gerrit Engelke "Mittags unterm Baume liegend". Johann Wolfgang von Goethe "An vollen Büschelzweigen, / Geliebte, sieh' nur hin! / Lass dir die Früchte zeigen, / Umschalet stachlig grün" ("Buch Suleika"). Günter Grass "Im Winter". Hermann Hesse "Kastanienbäume" und "Traum":
"Es ist immer derselbe Traum:
Ein rotblühender Kastanienbaum,
Ein Garten, voll von Sommerflor,
Einsam ein altes Haus davor …"

Peter Huchel "Wilde Kastanie". Conrad Ferdinand Meyer "Schwarzschattende Kastanie". Eduard Mörike "Mit einem Teller wilder Kastanien". Rainer Maria Rilke "Begegnung in der Kastanien-Allee". Friedrich Rückert "Die Kastanie" und "Die Rosskastanie hat auf grünem Kandelaber …" Oda Schaefer "Die Kastanienknospe" (1947). Georg von der Vring u. a. "Kastanienfrüchte" und "Unter roten Kastanien". Karl Heinrich Waggerl "Rosskastanie".



Kastanie: Im Film/Filmtitel: u. a. "Grüne Kastanien" (1985). "Unter der Kastanie" (1983). "Wilde Kastanien" (1993).
In der Malerei: u. a. S. auch Eisenbahn. Paul Cézanne "Kastanienbäume im Jas de Bouffan" (1885-1887). Vincent van Gogh "Blühende Kastanien". Edvard Munch "Unter dem Kastanienbaum". Camille Pissarro "Kastanienbäume in Louveciennes" (um 1870). Hans Thoma "Kastanienhain bei Oberursel".
Im Lied: "Eine Kastanie" (aus "Des Knaben Wunderhorn").



Kastanien: s. auch Kastanie



Kater: Redensarten: Daherkommen wie der gestiefelte Kater (für angeben). "Kater" (s. auch Katzenjammer). Kater (verliebte männliche Person), "Katerspiel" (Koitusposition im indischen "Kamasutra"). Katerfrühstück, Kateridee (verrückter Einfall), Katerstimmung, verkatert; verkürzt aus Katzenjammer (vielleicht auch vom griechischen Katarrh); Entzugserscheinungen nach unmäßigem Alkoholgenuss; bei einem Kater ist meist auch die Arbeit "für die Katz". Als "Katerkiller" empfiehlt die Hausapotheke den "klassischen" Rollmops oder eine Tasse starken kalten Kaffee mit Zitronensaft.



Kater: Eichkater/Eichkatze (Eichhörnchen), Katertag = der Tag nach dem Vatertag). Sprüche: "Lieber mit einer Mieze ins Bett als mit einem Kater!" (R. Habeck). "Viele Leute meinen, sie seien tierlieb, nur weil sie jeden Morgen einen Kater haben" (G. Drews). "Nach Wahrheit dürsten und Wissen saufen, das gibt einen Kater ohne Rausch" (Herbert Eisenreich). Wer einen Affen hat, braucht für den Kater nicht zu sorgen.

"Hinterm Ofen hängt verstummt
Meine so genannte Leier,
Und mein armer Schädel brummt
Wie nach einer Kirchweihfeier;
Wie nach einer Kirchweihfeier
Mir mein armer Schädel brummt
Und auf ewig scheint verstummt
Meine so genannte Leier!"
(Arno Holz "Kater")

Die Wörter "semel, bis, ter, quater" merkte der kleine Lateiner mit dem Sprüchlein: "In die Semmel biss der Kater." Muskelkater ("Ich bekomme schon Muskelkater, wenn ich zu lange die Sportschau sehe" G. Drews. "Muskelkatze" Feministinnenjargon). Berühmt geworden ist der Kater Karlo als Feind von Mickey-Mouse.
Sprichwörter: Der Kater freit allezeit um die Maus, aber sie will nicht seine Braut sein. Wenn der alte Kater auch nicht mehr mausen kann, so liegt er doch noch gern vor dem Loch.



Kater: Sprüche: Auch alte Kater lecken gerne Milch. Dreimal schwarzer Kater (Zauberspruch). "Mein bester Kamerad" (Hermann Hesse über seinen Kater). "Spaß muss sein", sagte der Kater, als er das Eichkätzchen vernaschte.
Vergleiche: "Eine Regierung ohne ein Gefängnis ist ein widersinniger, perverser Begriff, etwa wie ein Kater mit beschnittenen Krallen" (Ilja Ehrenburg). "Treiben von Keuschheit viel Geschnatter / Und rammeln doch wie Märzenkater" (der Volksmund über mittelalterliche Männerklöster).



Kater: Schimpfworte: Entlaufener Kater (ehemaliger Freund), gestiefelter Kater (Schuhfetischist, bei Ringelnatz Stiefbruder), verlauster Waldkater.
In der Fabel. S. auch Sperling. Jean de la Fontaine "Der Kater und die alte Ratte". Johann Wilhelm Ludwig Gleim "Der Kater und die Katze".



Kater: In der Literatur: Clemens Brentano "Das Pickenick des Katers Mores". Rainer Maria Rilke nannte seinen Kater Mitsou. Jurij Brezan "Die Abenteuer des Kater Mikosch" (1968). Tankred Dorst "Der Kater oder Wie man das Spiel spielt". T. S. Eliot Mr. Mistoffelees, "der Kater, der zaubern kann". Johann Wolfgang von Goethe "Faust" I (Hexenküche). E. T. A. Hoffmann "Lebens-Ansichten des Katers Murr" (1819/1822). Erich Kästner "Der gestiefelte Kater". Alfred Kerr "Der Kater Miezislaus". Edgar Allan Poe "Der schwarze Kater". Christa Wolf "Neue Lebensansichten eines Katers".
"Der Kater Murr". E.T.A. Hoffmanns Kater gleichen Namens verschied 1821. Der Dichter verschickte folgende Traueranzeige an seine Freunde: "In der Nacht vom 29. zum 30. Novbr. d. J. entschlief nach kurzem, aber schwerem Leiden zu einem besseren Dasein mein geliebter Zögling, der Kater Murr, im vierten Jahr seines hoffnungsvollen Alters, welches ich teilnehmenden Gönnern und Freunden ganz ergebenst anzuzeigen nicht ermangele. Wer den verewigten Jüngling kannte, wird meinen tiefen Schmerz gerecht finden und ihn durch Schweigen ehren." (Vgl. auch Zeichnung von E. T. A. Hoffmann).



Kater: Im Gedicht: S. auch Vogel. Otto Julius Bierbaum "Maikaterlied". Wilhelm Busch "Die fromme Helene". Heinz Erhardt "Singe, wem, Gesang gegeben". Theodor Fontane "Es war einmal ein Kater". Heinrich Heine "Jung-Katerverein für Poesiemusik". Detlev von Liliencron "Die süßen Kätzchen" und "Findling". Christian Morgenstern "Der Kater" (in "Palma Kunkel"). Erich Mühsam "Der tote Kater". Joachim Ringelnatz "Die Rakete und der Kater" und "Schöne Frauen mit schönen Katzen". . Friedrich Rückert "Der Kater" und "Katerstolz und Fuchses Rat". Joseph Viktor von Scheffel "Lieder des Katers Hiddigeigei". Karl Simrock "Kater Freier". S. auch Vogel.
Im Märchen: Brüder Grimm "Der gestiefelte Kater" (nach dem gleichnamigen Märchen von Ludwig Tieck 1797, illustriert u. a. durch Moritz von Schwind und Gustave Doré). "Der Kater von Kasan" (russisches Märchen). "Der Kater Garfield" (Comic und Film u. a. "Here comes Garfield" 1982).



Kater: Im Film/Filmtitel: u. a. "Danny, der Kater" (Zeichentrickfilm 1997). "Der gestiefelte Kater" (Märchenfilm 1955, 1969, 1986, 1987). "Der gestiefelte Kater reist um die Welt" (1974). "Der Kater lässt das Mausen nicht" (1977). "Die Abenteuer des gestiefelten Katers" (1958). "Dieser verflixte Kater" (1996). "Dreimal schwarzer Kater" (2003 TV-Serie "Tatort"). "Ein Kater macht Theater" (2003/04). "Felix - der Kater" (1988). "Felix, der Kater, rettet Weihnachten" (Zeichentrickfilm 2003). "Fritz the cat" (Zeichentrickfilm 1971). "Für die Katz" (1974). "Kater Brunjas Prozess für die Katz" (1961). "Kater Lampe" (1936, 1967). "Kater Mikesch" (Augsburger Puppenkiste). "Kater Schwanzlos" (1981). "Kater unter dem Helm" (1962).



Kater: Im Film/Filmtitel: "Morgen, Findus, wird’s was geben". "Oliver & Co. (Zeichentrickfilm 1988). "Pelle". "Perix, der Kater, und die drei Mausketiere" (1969). "Rock-a-Doodle". "Tom & Jerry"(Katze und Maus, Zeichentrickfilme, Comics). "Schwarze Katze, weißer Kater" (1998). "Tom und Jerry". "Von Katzen und Katern" (1950). "Wenn der Kater kommt" (1963). "Wie Kater Zorbas …" (Zeichentrickfilm 1998/99).
In der Malerei: u. a. Ernst Ludwig Kirchner "Grauer Kater mit Kissen" (1919/20). Oskar Kokoschka "Der Kater" (1926). Franz Marc "Kater auf gelbem Kissen" (1912).
In der Musik: Paul Hindemith "Der Kater ist ein schönes Tier" (1921) und "Felix, der Kater" (Filmmusik 1927).



Kater: S. auch Katze



Katze:
"Die Katze kennt so ziemlich jeder;
Nicht viel braucht’s da aus meiner Feder.
Aus überreichem Weisheitsschatze
Schöpft unser Volk in punkto Katze."
(Eugen Roth)

Nichtbellendes Haustier. Miniaturlöwe, Pantoffeltiger. "Weicher, unzerstörbarer Automat, von der Natur erschaffen, damit wir danach treten können, wenn in der Familie etwas schief geht" (Ambrose Bierce). "Das einzige vierbeinige Tier, das dem Menschen eingeredet hat, er müsse es erhalten, es brauche aber dafür nichts zu tun" (Kurt Tucholsky).



Katze: Symbol für die weibliche Schönheit, aber auch Boshaftigkeit. Die Katze kann bis zu 36 Jahre alt werden, verschläft jedoch über die Hälfte ihres Lebens. Sie setzt ihren eigenen Willen durch und lässt sich nicht dressieren ("Von all den Wesen, die Gott geschaffen hat, gibt es nur eines, das sich nicht versklaven lässt: Das ist die Katze" Mark Twain. "Der Hund gehorcht noch dem Befehle - / Die Katze nur der eignen Seele" Eugen Roth). Die Ägypter verehrten die Katze als das heiligste Tier, balsamierten sie nach ihrem Tod ein. Sie bestatteten sie in speziellen Katzensärgen und auf Katzenfriedhöfen. Manchmal waren auch mumifizierte Mäuse beigegeben - als Futter und Abwechslung im Jenseits. Herodot berichtet, dass die Ägypter bei einem Brand erst ihre Katzen in Sicherheit brachten, bevor sie mit dem Löschen begannen. Die Engländer raubten nicht nur ägyptische Kunstschätze, sondern plünderten auch die Katzennekropolen. 1890 verfrachteten sie 300.000 ausgegrabene Katzenmumien nach London – sie wurden als Dünger verwendet.



Katze: In den USA gibt es über 110 Millionen Hauskatzen (in Deutschland ist sie 2016 mit immerhin noch fast 13 Millionen das beliebteste Haustier, verglichen mit fast 8 Millionen Hunden), "wobei es sich in der Mehrzahl der Fälle um verwöhnte Exemplare handelt, die den ganzen Tag auf der faulen Haut liegen" (F. Santoianni). Die USA vermelden auch einen negativen Rekord, die dortigen Stubentiger töten jedes Jahr bis zu 3,7 Milliarden Vögel ("Der Spiegel" 1913). Der Rekord an Nachkommen liegt bei 420 Kätzchen, geboren zwischen 1935 und 1952. Es gibt einen Weltkatzentag.



Katze: Eine gut gelaunte Katze jedoch kann auf einem Bauernhof im Schnitt zwanzig Mäuse am Tag fangen, das gibt 7300 im Jahr. Das war wohl auch der Grund, warum sie in früheren Zeiten in Nonnenklöstern als einziges Haustier geduldet wurde. In Waltham (England) leben auf einem ehemaligen Bauernhof 600 Katzen, die Katzenfutter testen. In der Humanmedizin wurden allein acht Nobelpreise für Forschungen vergeben, die am Nervensystem von Katzen durchgeführt wurden. In großen Städten gibt es Katzencafes (die Katzen stellen sich dort als Kuscheltiere zur Verfügung). Die längste dokumentierte "Katzenreise" führte den sog. "eisernen Tom" 4000 Kilometer weit von St. Petersburg in Florida nach San Gabriel in Kalifornien, wo seine Besitzer ein neues Zuhause gefunden hatten.



Katze: In der Bibel kommen sie nicht vor (außer im apokryphen Buch Baruch) – vermutlich weil alles verdächtig schien, was aus Ägypten stammte. In Asien hat die Katze einen schlechten Ruf, weil sie zusammen mit der Schlange zu spät zum Tod Buddhas kam. Konfuzius "philosophierte" in Gesellschaft seiner Lieblingskatze. Im frühen Japan durften die Katzen in den Pagoden sakrale Handschriften bewachen. "Der Prophet Mohammed hasste Hunde, aber verehrte Katzen; einst, als er aufstehen wollte, schnitt er sich den Ärmel seines Gewandes ab, auf dem eine Katze schlief, auf dass sie durch ihn nicht gestört werde" (H. Haefs. Vgl. auch Friedrich Rückert "Die Katze des Propheten"). In Reed City ist es gesetzlich verboten, eine Katze zusammen mit einem Hund zu halten. Den Katharern, einer Sekte, wurde vorgeworfen, sie würden den Hintern einer Katze küssen, "in der der Satan stecke".



Katze: Berühmte Katzen: Bismarck (Florence Nightingale), Choupette (sie besitzt eine Handtaschensammlung von Louis Vuitton, Karl Lagerfeld), Grimalkin (Nostradamus), Hidigeigi (Joseph Victor von Scheffel), Jock (Winston Churchill), Kater Murr (E. T. A. Hoffmann), Minz und Maunz (Heinrich Hoffmann), Micetto (Papst Leo XII, nach dessen Tod François René Chateaubriand), Mimi (Rosa Luxemburg, "eine herrschaftliche Katze" Lenin), Muezza (Mohammed), Schneeweiß (Hermann Hesse), Schrödingers Katze, Socks (Bill Clinton), White Heather (Queen Victoria), Zoroaster (Mark Twain).
Berühmte Menschen litten an Katzenphobie (Ailurophobie): Alexander der Große, Caesar, Heinrich III., Ludwig XIV, Napoleon.
Hexen in Katzengestalt:



Katze: Zwei Katzen ziehen den Wagen der Göttin Freya. Im Gefolge der Frau Holle befanden sich göttliche Frauen, die auf Katzen reiten. In Katzen sollen böse Frauen, wenn nicht sogar Hexen stecken, die mit dem Teufel verbündet sind. "Besonders die schwarzen Katzen wurden "gnadenlos verfolgt, teilweise sogar, in Körbe gesperrt, auf dem Scheiterhaufen verbrannt" (Wikipedia). Die Katzen waren daher um das 14. Jahrhundert fast ausgerottet. Man beschuldigte sie außerdem, die Pest zu verbreiten. In London wurden deshalb 1665 an die 200000 Katzen getötet (das hätte man nicht tun sollen, denn allein die Katze hat es mit den Verbreitern der Pest, den Ratten, aufgenommen). Die Franzosen warfen sie einfach in das Johannisfeuer. Weiße Katzen sollen verwunschene Prinzessinnen sein oder auch "nicht vorschriftsmäßig" getaufte Kinder.



Katze: In ein neues Haus jagte man zuerst eine Katze; die sollte dann alles kommende Unglück auf sich ziehen. Eine Katze, so will es der Volksglaube wissen, möchte ihren Herrn neunmal am Tag töten, auch wenn ihr Schmeicheln das Gegenteil vermuten lässt. Mit Katzenherz und -hirn konnte man die "größte Leidenschaft entzünden". Richard Wagner erhob den Vorwurf, sein Kollege Johannes Brahms habe sich beim Komponieren vom Wimmern sterbender Katzen inspirieren lassen. Eine Ehrenrettung der Katzen erfolgte durch den schwedischen Theosophen Emanuel Swedenborg im 18. Jahrhundert. Elizabeth Stuart Phelbs plädierte 1868 gar für die Aufnahme von Katzen und Klavieren (sic) in den Himmel. Winston Churchill ließ stets für seine Katze Tisch mitdecken.



Katze: Über die Entstehung der Katze gibt es eine hübsche Sage: Als Noah eine Maus erwischte, die an der Arche nagte, warf er seinen Handschuh nach ihr. Daraus wurde die Katze, die seitdem Jagd auf Mäuse macht. In kalten Wintern diente die Katze gelegentlich als lebendige Wärmflasche, wie das Schnaderhüpfl beweist:
"Heut Nacht hat's mir träumt,
Ich hab' lach'n müssen:
Hab' glaubt, hab' mein Schatzerl,
Hab' nur die Katz bei die Füßen."

Die Katzen "büchsen" aus, wenn sie Sex wollen, sie schreien und lärmen in Gärten und auf Hausdächern (darauf verwies bereits Aristoteles). Sie schärfen ihre Krallen nicht, sondern streifen lediglich die alten, ausgedienten Krallenhüllen hab. Katzen lieben Katzengras in Dosen und Fisch (hüten sich aber davor, sie im Wasser zu fangen). In früheren Zeiten wurden Katzen als "mächtiges" Sexsymbol verfolgt und gequält.



Katze: Das moderne Frauchen verwöhnt ihren Liebling mit "Affinty premium dinner" und mit einem "Eigenheim mit Dachterrasse" oder mit dem Spielnest "Comfort". Die modebewusste Katze verwendet Nagellack und aparte Parfüms und schmückt sich mit bunten Fellsträhnen. Ihr Übergewicht bekämpft sie mit diversen Diätmitteln, Stress mit speziellen Sprays. Katzenhalter haben bessere Blutdruck- und Pulswerte als der Durchschnitt der Bevölkerung. Katzen wurden wie Brieftauben zu Spionagezwecken eingesetzt. 1871 fand in London die erste Katzenausstellung der Welt statt. Es gibt spezielle Musikkompositionen für Katzen. Katzenbisse sind gefährlicher als Hundebisse, aber immer noch harmloser als Menschenbisse.



Katze: Katzennachbildungen mit echtem Kaninchenfell werden in Großbritannien zu verschiedenen Zwecken benutzt: in Obstgärten als Vogelscheuche oder "einfach als vielfältig einsetzbarer Schockeffekt. Besonders beliebt ist, das scheinbar schlummernde Tier mit den Füßen zur Seite treten". Ein Party-Gag, der inzwischen die Türschützer auf den Plan rief ("Der Spiegel"). Über den Nutzen der folgenden Erfindung dürften Zweifel angebracht sein, obwohl sie Guinness in sein Buch der Rekorde aufnahm: Es handelt sich um Staubtücher für Katzenpfoten, damit die Katzen beim Laufen Staub wischen.
Der teuerste Kaffee der Welt wird folgendermaßen hergestellt: Jede einzelne Bohne wurde zuvor von einer Schleichkatze gefressen und wieder ausgeschieden. Berühmte Katzen: die altägyptische Katzengöttin "Bastet". Die "Grinsekatze" in Lewis Carroll "Alice im Wunderland". Ein großer Katzenfreund war Friedrich von Spee.



Katze: Brauchtum: Kratzt sich die Katze am Ohr oder putzt sie sich, kommt ein Freund zu Besuch. Schwarze Katzen und schwarze Schafe bringen Unglück (besonders wenn sie einem am Vormittag, am Freitag, den dreizehnten, und von links über den Weg laufen; man kann sich dagegen schützen, indem man sich schnell umdreht, dann kommen die Biester von rechts); ebenso wenn man davon träumt. Auch dreimal ausspucken soll helfen. Oder man gibt einfach nichts auf den Aberglauben und hält sich einfach an das Tatsache: Ob eine schwarze Katze Unglück bringt oder nicht, hängt davon ab, ob man ein Mensch ist oder eine Maus. "Der kleine Glücksritter traute sich nur noch nachts heraus. Da konnte ihm, weil nachts alle Katzen grau sind, keine schwarze über den Weg laufen" (W. Mieder). Eine schwarze Katze sitzt auf der Schulter der Hexe im Märchen "Hänsel und Gretel". Dreifarbige Katzen gelten jedoch als Glücksbringer. Sitzt zufällig eine Katze vor der Trauung am Altar, muss man sie rechtzeitig verscheuchen, denn sonst bringt sie dem Brautpaar Unglück in der Ehe. Eine Katze darf man nicht allein im Zimmer eines Babys lassen. Man missbrauchte Katzen, ebenso wie Hunde, als Bauopfer beim Einzug in ein neues Haus bzw. in einen neuen Stall, indem man sie einmauerte oder lebendig ins Johannisfeuer warf.



Katze: In Spanien wurde gegen die Malaria Weinbrand verordnet, der mit drei Tropfen Blut aus dem Ohr einer Katze vermischt war. Nervöse Zeitgenossen sollten mit einer Katze spielen, dann geht die Nervosität auf das Tier über.
Katzen gelten als zuverlässige Wetterpropheten: Wenn sie sich waschen oder Gras fressen, wird es regnen. Zeigt ihr Schwanz zum Ofen oder Herd hin, gibt es strengen Frost. Trinkt die Katze Wasser, wird es bald schneien. Sturm wird bald aufkommen, wenn sie sich am Schwanz kratzt oder am Tischbein reibt.



Katze: Redensarten: S. auch Hund, Sack. Alles für die Katz/das ist für die Katz (von den Speiseresten für die Hauskatze. "Nicht für Schule lernen wir, sondern für die Katz" und "Er schrieb für eine Hundezeitschrift, aber alles, was er schrieb, war für die Katz", Werner Mitsch. "Die Hälfte aller Werbeausgaben ist für die Katz. Aber welche Hälfte?" John Wannamaker. Wer für die Katz arbeitet, kommt auf den Hund). Am Katzentisch essen müssen (Kindertisch; der Katzentisch war früher auch der Fußboden bzw. der Winkel, wo die Katzen gefüttert wurden. In manchen Orden Strafe für "gemaßregelte" Mönche). Auf Katzenpfoten (für vorsichtig). Da beißt sich die Katze in den Schwanz (Teufelskreis). Das macht der Katze keinen Buckel. Das trägt die Katze auf dem Schwanz fort (Kleinigkeit).



Katze: Redensarten: Das wird keine lahme Katze anlocken. Der Katze die Schelle umhängen. Der Katze einen Vortrag halten (für vergeblich argumentieren). Die Katz' hat es gefressen. Die Katze anstellen, um die Milch zu bewachen/Die Katze nach dem Speck schicken (Fehlbesetzung). Die Katze aus dem Sack lassen ("Als es um die Mäuse ging, ließ er die Katze endlich aus dem Sack" Werner Mitsch). Die Katze durch den Bach schleppen (für unterbewertete Tätigkeit). Die Katze frisst Mäuse, ich mag’ sie nicht. Dreinsehen wie die Katze, die den Kanarienvogel gefressen hat (für schuldbewusst). Du gehörst der Katz' (verloren haben). Er macht der Katze im Buckeln Konkurrenz (für kriechen). Er macht ein Gesicht wie die Katze wenn's donnert/blitzt. Er will seines Vaters Katze noch einmal sehen (für Heimweh). Es geht wie das Katzenficken/Katzenmachen (sehr schnell). Es ist zum Katzenficken (zum Verzweifeln).



Katze: Redensarten: Geht ab wie Schmidts Katze (scharfes Tempo). Gereizt wie eine Katze, der man das Fell angezündet hat. It is raining cats an dogs. Jemand grinst wie die Katze bei "Alice im Wunderland". Jemand reagiert wie ein Allergiker, dem eine Katze auf den Schoß springt. Katz und Maus spielen (unfaires Spiel treiben, jemanden hinhalten. "Das Gefährliche an einem Katz- und Mausspiel ist, dass man nicht immer weiß, wer die Katze und wer die Maus ist" G. Flegel). Wie Hund und Katze aufeinander sein; das erklärt die Geschichte vom "Privileg der Hunde": Die Katze sollte ein wichtiges Hundedokument aufbewahren, ließ es aber von den Mäusen zerfressen. Wie die Katze um den heißen Brei herumschleichen (nicht wagen, eine unangenehme Sache anzupacken). Wie Katze und Maus (gegensätzlich). Zungenbrecher: Schwarze Katzen kratzen mit schwarzen Tatzen.

"Mit den Tatzen kratzen
bleiche Katzenfratzen
an dem Leichenstein der Modergruft.
Furchtbar, schrecklich, grässlich,
gräulich, eklig, hässlich
tönt ihr Wehgewinsel durch die Luft …"
(aus einem "Lied" von Heinrich Seidel)



Katze: Auf alle Viere fallen. Catgut hat nichts mit Katzen zu tun, es wird aus Schafdärmen gewonnen. Catnapping (das widerrechtliche Fangen und Verschleppen von Katzen, meist zu medizinischen Versuchszwecken). Catwatching (analog dogwatching – die Körpersprache der Katze lernen, verstehen), "Chat-Noir" (Pariser Kabarett), "Copycat" (Klonkatze), entlaufenes Kätzchen (ehemalige Freundin), fesche Katze (attraktives Mädchen), Geldkatze (Geldbeutel, früher aus Katzenfell gefertigt; Beischlafdiebin, ausgehaltene Frau, auch Gönnerin), gestiefeltes Kätzchen (Prostituierte), Katzenauge (Mineral, Augenkrankheit, Rückstrahler am Fahrrad, übrigens echte Katzenaugen leuchten nicht im Dunkeln!), Katzenaugen-Nebel (Astronomie), Katzbalger (Landsknechtsschwert), Katzbalgerei ("Der Inhalt der Geschichte sind die europäischen Katzbalgereien" Arthur Schopenhauer), Kätzchen (Form des Blütenstands, z.B. Weidenkätzchen. Auch Mädchen), Katzenbuckel (gekrümmter Rücken, höchste Erhebung des Odenwalds), katzenbuckeln/katzbuckeln, katzenhafte Geschmeidigkeit, Katzengold (Pyritkristall, golden schimmerndes Mineral. Kommt nicht von Katze), "Katzenkäse" (Früchte der Malve, die von Kindern gern roh gegessen werden), Katzenkopf (kräftiger Schlag auf den Kopf).



Katze: Katzenkopfpflaster, Katzenorgel (ursprünglich von Athanasius Kircher erdacht. Tierquälerei als "Musikinstrument". "Faire le chat"), Katzenpfoten (Tee, auch Folterwerkzeug), "Katzen-Raffael" (der Maler Gottfried Mind), Katzenritter (Taschenspieler), Katzenschreikrankheit (Kinderkrankheit), Katzensilber (vgl. Adalbert Stifter "Katzensilber" in: "Bunte Steine"), Katzenstriegeln (erotisches Gesellschaftsspiel, Kinderspiel), Katzenwäsche (oberflächliche Säuberung. Katzen sind wasserscheu, sie lecken sich nur das Fell ab), Katzenzungen (Schokoladenstückchen), Laufkatze (Kranteil; auch Straßenmädchen), Naschkatze, neunschwänzige Katze (Lederpeitsche, z.B. in der Hand von Dominas für "Liebhaber bizarren Vergnügens". Nnur einen Katzensprung weit, Schmeichelkätzchen (Tochter), Schmusekatze, Stubentiger (Hauskatze).
Tiernamen: Großkatzen (Tiger u. a.) Katzenbär, Katzenfrett (Bär), Katzenhai, Katzenkopf (Birnensorte), Katzenleberegel, Katzenmaki, Katzennatter, Katzenwels, Meerkatze (Affenart, kommt nicht von Katze sondern vom indischen "markat" = Affe).
Pflanzennamen: Katzenäuglein (u. a. Ehrenpreis), Katzenblutkraut (Eisenkraut), Kätzcheneibe, Katzenklee, Katzenkopfklee, Katzenkraut (u. a. Schafgarbe), Katzenmaul, Katzenminze ( Pflanze, die wegen ihrer Heilkraft gern von Katzen gefressen wird), Katzenpeterlein, Katzenpfötchen, Katzenschwanz (u. a. Knöterich, Katzenwedel (Schachtelhalm), Katzenwurzel (Baldrian).



Katze: Im Gedicht:
"Siehst du ein Mädchen seinem Kätzchen schmeicheln,
Denke: die möchte gern ein Schätzchen streicheln.
Siehst du ein Mädchen den Schoßhund quälen,
Denke: die möchte gern einem Mann befehlen"
(Friedrich Rückert).

"Der Hund ist ein geborner Knecht,
Des Herren Wille ist sein Recht.
Aber die Katz’ ist ein freies Tier;
Du spielst nicht mit ihr, sie spielt mit dir"
(Friedrich Rückert ).

Kammerkätzchen (Zimmermädchen), Zeller Schwarze Katz (Wein).



Katze: Sprichwörter: S. auch Hund. Es gibt über 1000 Einträge im Sprichwörterlexikon von Wander.

Zwei Katzen und eine Maus,
zwei Weiber in einem Haus,
zwei Hunde an einem Bein
kommen selten überein.

Iss wie die Katze,
Und trink wie der Hund,
Dann bleibst du
Ein Leben lang gesund.

Der Hund mag wundervolle Prosa sein, aber nur die Katze ist Poesie (Frankreich). Die Gedanken der Katze sind immer in der Küche (Portugal). Die Katze fällt immer auf die Füße/auf ihre vier Beine (für Glück haben). Die Katze hat sieben (in England neun) Leben (was beim Töten ev. zu berücksichtigen ist; sie können sich auch neunmal in Hexen verwandeln; auch sieben Leben). Die Katze lässt das Mausen nicht. Die Katze liebt Fisch, aber die Füße möchte sie sich nicht nass machen (jüdisch). Die Katzen sterben nicht daran, dass die Hunde sie verfluchen (arabisch). Ein Hund wird sich an drei Tage Freundlichkeit drei Jahre lang erinnern, eine Katze wird drei Jahre Freundlichkeit nach drei Tagen vergessen (Japan). Eine gute Frau und eine gute Katze bleiben zu Haus. Eine Katze, die einen Kanarienvogel gefressen hat, kann drum noch nicht singen. Häng's der Katze an den Hals, so fressen's die Mäuse nicht. Es ist keine Katze schlimmer als die mit neun Schwänzen). Hätten die Katzen nur Flügel, wären Spatzen seltne Singvögel (Serbien). Je mehr man eine Katze streichelt, desto höher trägt sie den Schwanz. Katzen und alte Jungfern haben das zäheste Leben.



Katze: Sprichwörter: Katzen und Frauen gehören ins Haus, Männer und Hunde hinaus. Lass deine Katze hungern, dann frisst sie deine Mäuse (arabisch). Man hat noch nie das Skelett einer Katze auf einem Baum gesehen, als müssen sie von alleine runterkommen (USA). Nachts sind alle Katzen grau (Ovid). Nur ein Narr schafft sich für jede Maus eine Katze an (Spanien). Was man dem Mund nicht gunnt, / das fressen Katz und Hund. Wenn die Katze aus dem Hause ist, tanzen die Mäuse (international). Wenn die Katze im Februar in der Sonne liegt, so muss sie im März wieder hinter den Ofen. Wenn die Katze träumt, dann von Mäusen. Wenn eine schwarze Katze zwischen zwei Leuten hindurchläuft, geht deren Freundschaft auseinander (Türkei). Wenn sich die Katze putzt, kommen Gäste. Wirf die Katze nicht aus dem Haus, nur weil sie manchmal nascht (Spanien).



Katze: Sprüche:
"Es geht der Katze fast genau
Im Leben so wie einer Frau:
So lang sie jung ist, lieb und nett,
Nähm' jeder gern sie mit ins Bett"
(Eugen Roth).

"Bei mir bist du sicher vor Raubtieren", sagte die Katze zur Maus. "'Das erfrischt!' sagte die Katz', da fiel sie ins Regenfass" (Wilhelm Busch). "Das Leben und dazu eine Katze, das gibt eine unglaubliche Summe" (Rainer Maria Rilke). "Das Tintenfass wird nie leer, wenn es darum geht, über Katzen zu schreiben" (Jean-Louis Hue). "Dass Gott die Vögel, die nicht säen und nicht ernten, dennoch ernährt, freut am meisten die Katzen" (Hans Kudszus). "Der wesentliche Unterschied zwischen einer Katze und einer Lüge besteht darin, dass eine Katze nur neun Leben hat" (Mark Twain). "Die Katze hat sich vorgenommen, dem Menschen ein Rätsel zu bleiben" (Eugen Skasa-Weiß). "Die Katze ist ein freier Mitarbeiter, der Hund ist ein Angestellter" (anonym). "Die Katze gilt als falsch und heimtückisch, weil viele ähnlich graziöse Frauen diese Schimpfworte wirklich verdienen" (Konrad Lorenz).



Katze: Sprüche: "Die Katze lebt vom Pazifismus der Mäuse" (Ralph Boller). "Die Katze schläft im Lärm. Erst die Stille weckt sie, in der die Mäuse rascheln" (Hans Kasper). "Die Katzen halten keinen für eloquent, der nicht miauen kann" (Marie von Ebner-Eschenbach). Die Katzen sterben nicht daran, dass die Hunde sie verfluchen (Arabien). "Die Menschheit lässt sich grob in zwei Gruppen einteilen: in Katzenliebhaber und in vom Leben Benachteiligte" (Francesco Petrarca). "Die Überlegenheit der Katze über den Hund zeigt sich darin, dass es keine Polizeikatzen gibt" (Jean Cocteau). "Die Wahrheit über die Katze erfährt man von den Mäusen" (Henry Ford). "Du musst nur die Laufrichtung ändern, sagte die Katze zur Maus und fraß sie" (Franz Kafka). "Egal, ob eine Katze schwarz oder weiß ist, Hauptsache, sie fängt Mäuse" (Deng Xiaoping). "Eine heruntergekommenene Prinzessin aus dem Löwengeschlecht" (Johann Wolfgang von Goethe).



Katze: Sprüche: Eine Katze wird immer warten, bis Sie ihre Morgenzeitung gelesen haben, bevor sie sie in Fetzen reißt. "Eine Katze zieht die nächste nach sich" (Ernest Hemingway). Er hat eine ganz tolle Erfindung gemacht: Katzenfutter mit Mäusegeschmack. "Es gibt keine normalen Katzen" (Colette). "Es gibt zwei Möglichkeiten, dem Elend der Welt zu entfliehen, die Musik und die Katzen" (Albert Schweitzer). "Es ist schwer, eine Katze wieder in den Sack zu bekommen, wenn man sie erst einmal heraus gelassen hat" (Robert Lembke). "Gott schuf die Katze, damit der Mensch einen Tiger zum Streicheln hat" (Victor Hugo). "Hunde haben Besitzer, Katzen Sklaven" (Amanda Bell). "Hunde kommen herbei, wenn man sie ruft, Katzen notieren sich die Nachricht und rufen zurück" (Mary Bly). In Wirklichkeit gehört das Haus der Katze, ich zahle nur die Hypothek. Jeder Katzenhasser wird als Maus wiedergeboren.

"In edler Haltung sinnen sie in Weiten
Wie eine Sphinx am Grund der Einsamkeiten"
(Charles Baudelaire).



Katze: Sprüche: "Katzen, diese Wesen, haben die unmenschliche Geduld der Erde; das ist ein Jahr, was für den Menschen nur eine Sekunde" (Christian Morgenstern). "Katzen erreichen mühelos, was uns Menschen versagt bleibt: durchs Leben gehen, ohne Lärm zu machen" (Ernest Hemingway). "Katzen hätten das Universum beherrschen können, aber sie hatten keine Lust" (Paul Dedrick Gray). "Katzen sind die rücksichtsvollsten und aufmerksamsten Gesellschafter, die man sich wünschen kann" (Pablo Picasso). "Katzen sind Freunde der Gelehrsamkeit" (Charles Baudelaire). "Katzen sollen uns lehren, dass nicht alles in der Natur zweckbestimmt ist" (John Keats).



Katze: Sprüche: "Könnte man den Menschen mit der Katze kreuzen, würde man damit den Menschen verbessern, aber die Katze verschlechtern" (Mark Twain). "Man muss sich dran gewöhnen, Miez!", sagte der Bäcker, und fegte mit der Katzen den Ofen aus. Männer und Hunde werden nie verstehen, was eine Frau an einer Katze findet. "Menschen, die Katzen hassen, kommen im nächsten Leben als Mäuse auf die Welt" (Faith Resnick). "Nach manchem Gespräch mit einem Menschen hat man das Verlangen, eine Katze zu streicheln, einem Affen zuzunicken oder vor einem Elefanten den Hut zu ziehen" (Maxim Gorki). "Noch die kleinste Katze ist ein Meisterwerk" (Leonardo da Vinci).



Katze: Sprüche: Ob die Katze kratzt, beißt oder schnurrt, sie bleibt doch immer eine Katze. "Sie ist ganz Spielzeug, und ich habe es längst aufgegeben, Ernsteres von ihr zu erwarten" (Theodor Fontane). "Sie können einen Hund halten, aber Katzen halten Menschen, denn diese gelten bei Katzen als nützliche Haustiere" (George Mikes). Übrigens: Wenn Katzen zu dick werden, sollten sie Mausgleichssport treiben. "Unter allen Geschöpfen Gottes gibt es nur eines, das sich nicht zum Sklaven der Peitsche machen lässt. Das ist die Katze" (Mark Twain). "Von einer Katze lernen, heißt siegen lernen" (Robert Gernhardt). Vor Jahrtausenden wurden Katzen als Götter verehrt, das haben sie nie vergessen. "Was essen die Katzen im Katzenhimmel, wenn die Mäuse im Mäusehimmel sind?" (Walter Ludin). "Was ich manchmal mit der Katze mache, indem ich im Vorbeigehen über ihr Kopfrund streiche, das macht der ziehende Himmel manchmal mit mir" (Peter Handke). "Was ist eigentlich die Katze? Eine Korrektur der Schöpfung!" (Victor Hugo).



Katze: Sprüche: "Was man so von Katzen spricht: / Mit einem Wort, man traut ihr nicht" (Eugen Roth). Was, wenn, nicht? Wenn der Himmel einstürzt, sind alle Katzen tot (Politikerspruch). "Was wohl Katzen hören, wenn Caruso singt?" (Joachim Ringelnatz). "Wenn du ihre Zuneigung verdient hast, wird eine Katze dein Freund sein, aber niemals dein Sklave" (Théophile Gautier). Wenn du nicht mehr das faulste Wesen im Haus sein möchtest, schaff dir eine Katze an! "Wenn eine Katze sich entschlossen hat, dich zu lieben, kannst du nicht viel dagegen tun" (Katrina Smythe). "Wenn ich mit meiner Katze spiele, wer weiß, vielleicht amüsiert sie sich dann mehr mit mir als ich mit ihr" (Michel de Montaigne). "Wenn ich kein Mensch geworden wäre, hätte ich eine Katze sein wollen" (G. Rajberti).



Katze: Sprüche: "Wenn Gott Mensch werden konnte, kann er auch Katze werden" (Robert Musil). "Wenn man einen Mann mit einer Katze kreuzen könnte, würde es den Mann verbessern, die Katze leider nicht" (Mark Twain). "Wer eine Katze hat, braucht das Alleinsein nicht zu fürchten (Daniel Defoe). Wer einen Hund hat, der treuherzig zu ihm aufsieht, der sollte zum Ausgleich auch eine Katze haben, die keine Notiz von ihm nimmt (nach E. P.) "Wer mag glauben, dass hinter diesen leuchtenden Augen keine Seele sei" (Théophile Gautier). "Wir Katzen sind noch immer das freieste Geschlecht, weil wir uns bei aller unserer Geschicklichkeit so ungeschickt anzustellen wissen, dass es der Mensch aufgibt, uns zu erziehen" (Ludwig Tieck). Wirtschaften, bis die Katz' die beste Kuh ist. "Zweierlei eignet sich als Zuflucht vor den Widrigkeiten des Lebens: Musik und Katzen" (Albert Schweitzer).



Katze: Sprüche Ausbildersprüche (Soldatensprache): Dich werde ich in Katzenscheiße tunken. Mit so was wie dir hat man früher Katzen totgeschlagen.
Vergleiche: "Das Glück ist eine schnurrende Katze" (Eugen Skasa-Weiß). "Das Mädchen drängte sich an den Dichter, wollüstig wie eine Katze, die sich am Bein ihres Herrn reibt" (Honoré de Balzac). "Die Polizeibeamten sitzen als Katzen vor dem gebärenden Berge und passen auf eine – Maus; und nicht einmal diese kommt" (Jean Paul). Die Zeit ist eine "verspielte Katze. Sie umschmeichelt einen und schlabbert den Tag auf wie eine Schale Milch" (E. G. Tange). "Eine Katze ist schön, und sie steht für Luxus, Reinheit und sinnliches Vergnügen" (Charles Baudelaire). "Frau: In allen bewohnbaren Weltteilen anzutreffendes Raubtier, ansatzweise domestizierbar; gehört zur Gattung der Katzen" (Ambrose Bierce).



Katze: Vergleiche: "Frauen sind wie Katzen: Beide kann man nur zwingen, das zu tun, was sie selber mögen" (Colette). "Ich komme mir vor wie eine Katze unter Tigern" (Katherine Mansfield). Jemand reagiert wie eine Katze, der man statt der Milchschale einen Aschenbecher zum Auslecken hingestellt hat (für angewidert). Katzen sind Hunde mit Hochschulabschluss. "Katzen sind schlauer als Hunde. Du wirst niemals acht Katzen dazu bringen, einen Schlitten durch den Schnee zu ziehen" (Jeff Valdez). "Mit einer Mieze feierte er Silvester und mit einem Kater Neujahr" (Stefanie Kroth). Schmeichler sind "Katzen, die vorne lecken und hinten kratzen". "Manchmal gewinnt man den Eindruck, dass die zeitgemäße Physik auf Theorien beruht, die stark an das Lächeln einer Katze erinnern, die gar nicht da ist" (Albert Einstein). "The cat is in the sack" (für erledigt. Giovanni Trapattoni). "Was ist ein Katzenmensch? Er schleicht zur Arbeit, legt die Pfoten auf den Tisch und wartet auf die Mäuse" (Stefanie Kroth). Was ist Wissenschaft? Wenn einer mit verbundenen Augen in einem dunklen Zimmer eine schwarze Katze sucht. Was ist Philosophie? Wenn einer mit verbundenen Augen in einem dunklen Zimmer eine schwarze Katze sucht, die gar nicht da ist. Was ist Dialektischer Materialismus? Wenn einer mit verbundenen Augen in einem dunklen Zimmer eine schwarze Katze sucht, die gar nicht da ist und ausruft: "Ich hab' sie gefunden!" (M. Dor). "Wenn die Katze ein Pferd wäre, könnten wir auf die Bäume reiten" (Rudolf Scharping). "Wenn ich sterbe, werden euch die Imperialisten ersäufen wie einen Wurf junger Katzen" (Josef Stalin 1952). "Wer nie die Katze am Arsch geleckt, / Weiß nicht, wie Katzenscheiße schmeckt."



Katze: Schimpfworte:
"Hüt dich, mein Freund, vor schwarzen, alten Katzen,
Doch schlimmer sind die weißen, jungen Kätzchen …"
(Heinrich Heine).

Katze: Vagina (s. auch Sack), falsche Katze (falsche Frau), Fat cats (überbezahlte Topmanager), katzbuckeln, Katzelmacher (Vorwurf an Italiener, sie seien Liebhaber von Katzenbraten; wohl eher Kindermacher - von "cazzo" = männliches Glied, ev. auch von cazza = Löffelmacher, s. auch Literatur), Katzendreck (Unwichtiges), katzenfalsch (Marie von Ebner-Eschenbach), Katzenfang (Partnerwahl, Suche nach einer Frauenbekanntschaft, Brautschau), Katzenhaus (Bordell), Katzenkrauler ("Weicheilexikon"), Katzenschinder (früher für Kürschner), Katzenschlächter, Katzenseiche (lauwarmes Bier), Raubkatze (scharfe Mieze), verreckte Katze (Frikadelle), Wildkatze. Mieze/Miezekatze (für Mädchen, Absteigmieze/Bahnhofsmieze für Prostituierte, Auspuffmieze, Barmieze, Diskomieze, Lyzeumsmieze = euphemistisch für Insassin einer Frauenstrafanstalt. Miezenschlepper = Sportwagen, Miezensteuer = Prostituiertenhonorar, Miezenkrämer = Kuppler). Kralle/Pfote/Tatze (Hand, Finger).



Katze: Klapphornvers:
"Ein Kätzlein sagte zu dem ander'n,
Ich glaube schon ans Seelenwandern,
Die andere sprach, du hast's erraten,
Morg'n sind wir vielleicht Hasenbraten."

Kinderreime:
"Heile, heile, Katzendreck,
Morgen ist's schon wieder weg!"

"Uns're Katz hat Junge,
Sieben an der Zahl,
Vier davon sind Hunde,
Das ist ganz fatal.
Doch der Kater spricht:
Ich geh' vors Gericht,
Hunde von der Katze,
Die ernähr' ich nicht!"

"Blaue Luft, Käseduft,
Uns're Katz hat Flöh',
Immerzu, ohne Ruh,
Hüpft sie in die Höh'."



Katze: Kinderreime:
"ABC,
die Katze lief im Schnee.
Als sie wieder raus kam,
hat sie weiße Stiefel an"

"Leise zieht durch mein Gemüt
Eine schwarze Katze.
Wenn man sie am Schwanze zieht
Zieht sie eine Fratze."
(Parodie auf ein Gedicht von Heinrich Heine).

"Unsre Katz' hat Junge,
Sieben an der Zahl.
Sechs davon sind bunte,
Eine ist egal."

Jean Paul "Fibels ABC-Merkverse" ("Die schlaue Katze frisst die Mäus', / Der Kamm herunter bringt die Läus'").



Katze: Fabeln: S. auch Adler, Eule, Hahn, Hund, Kaninchen, Kater, Katze, Maus, Schlange.
"Ein Bär saß einst an einem Erlenstrauch
Und leckte sich an seiner Tatze;
Ein Kater sah’s und eine Katze;
‚Das’, sagte Hinz, ‚das kann ich auch!’"
(Johann Wilhelm Ludwig Gleim).

Äsop u. a. "Die Katze und die Aphrodite" und "Die Katze und die Hühner": Als die Katze hörte, dass auf einem Gutshof die Hühner krank wären, gab sie sich als Arzt aus, packte die Instrumente zusammen, die für eine Untersuchung nötig waren und machte sich auf den Weg. Auf dem Hof erkundigte sie sich bei den Hühnern, wie es ihnen ginge. "Gut, sehr gut", unterbrachen die ihre Rede, "wenn du nur von hier wegbleibst" (auch bei Johann Gottfried Herder). Jean de la Fontaine u. a. "Die Katze und der Fuchs" (vgl. auch Hans Sachs), "Die Katze und die beiden Sperlinge" und "Die Katze und die Ratte". Johann Wilhelm Ludwig Gleim u. a. "Der Kater und die kleinen Vögel" und "Die Katze und die Maus". Johann Gottfried Herder "Alte Fabeln mit neuer Anwendung". Gotthold Ephraim Lessing "Die Nuss und die Katze".

Falscher Schluss (in H. Weis Hrsg.):
Eine Katze hat einen Schwanz mehr als keine Katze.
Keine Katze hat zwei Schwänze.
Also hat eine Katze drei Schwänze.




Katze: In der Literatur: Buchtitel. Günter Grass "Katz und Maus" (1961, Film 1966). S. auch Maus, Regen. "Die verhängnisvolle Katze" (Schildbürgerstreich). Hans Christian Andersen "Ein mittelmäßiger Dichter ist ein Unding". Ludwig Anzengruber "Für d' Katz" (Erzählung). Honoré de Balzac "Das Haus zur 'Ballspielenden Katze'" und "Die Herzensqualen einer englischen Katze". Ambrose Bierce "Katzencargo" und "Phantastische Fabeln". Bertolt Brecht "Herr K. und die Katzen". Karel Capek "Die unsterbliche Katze" (in: Helmut Leonhardt). Hans Carossa "Das Kätzchen" (in "Rumänisches Tagebuch"). Agathe Christie "Der seltsame Fall des Sir Arthur Carmichael" (in: "Mördergarn") und "Die Katze im Taubenschlag". Sidonie-Gabrielle Colette "Die Katze" (1933). Richard Dehmel "Die gelbe Katze".



Katze: In der Literatur: Charles Dickens "Bleak house" (1853) und "Katzenleben". Hans Fallada "Im Blinzeln der großen Katze". Rainer Werner Faßbinder "Blut am Hals der Katze" und "Katzelmacher" (1968, auch als Film). Théophile Gautier "Meine Hausmenagerie" und "Die weiße Dynastie". Claire Goll "Mandalay". Johann Wolfgang von Goethe "Die betende Katze". Maxim Gorki "Sasubrina". Max von der Grün "Pussy". Peter Handke "Das Mündel will Vormund sein" (1968). Ernest Hemingway "Katze im Regen" (in "49 Stories"). Patricia Highsmith "Was die Katze hereinschleppte" (in: "Keiner von uns"). Alfred Hitchcock "Die drei Fragezeichen und die schwarze Katze". Aldous Huxley "Sermon in cats". James Joyce "Die Katze und der Teufel".



Katze: In der Literatur: Franz Kafka "Eine Kreuzung" und "Kleine Fabel über die Ausweglosigkeit". Rudyard Kipling "Die Katze, die eigene Wege ging" (1902). Erich Kästner "Meine Katzen". Rudyard Kipling "Cat That Walked by Himself. Ephraim Kishon "Die Katze als Wille und Vorstellung" und "Eine Katze kommt selten allein". Karl Lagerfeld "The private life of a high-flying fashion cat". Doris Lessing "Katzenbuch". Jack London "Wer glaubt an Gespenster?" (in "Verschollene Geschichten"). Hermann Löns "Der Letzte seines Stammes" (Wildkatze). Thomas Mann "Stadt der Katzen" (aus "Joseph und seine Brüder"). Carlo Manzoni "Erstens: Die Katze hinauswerfen". Guy de Maupassant "Über Katzen" (1886). Robert Musil "Die Portugiesin" (1924) und "Katzensaison". Edgar Allan Poe "Die schwarze Katze" (1843, illustriert von Alfred Kubin, Film 1966). Rainer Maria Rilke Vorwort zu "Mitsou". Luise Rinser "Die rote Katze" (in "Ein Bündel weißer Narzissen").



Katze: In der Literatur: Eugen Roth "Die Katze" (1947). Felix Salten "Djibi das Kätzchen" (1945). Dorothy L. Sayers "Die Tigerkatze". Oda Schaefer "Katzenspaziergang" (1956). Gustav Schwab "Wie durch eine Katze ganz Schilda abbrannte". Georges Simenon "Die Katze". Bram Stoker "Die Squaw". Theodor Storm "Bulemanns Haus" und "Von Kindern und Katzen, und wie sie Nine begruben". Hermann Sudermann "Der Katzensteg" (1889). Jonathan Swift "Gullivers Reisen" (Gulliver und die riesengroße Katze, ein Yähu fängt eine Katze). "Till Eulenspiegel" (Schwank von der Katze im Sack, die als Hase verkauft wird). Kurt Tucholsky u. a. "Brief an einen Kater" und "Die Katz". Mark Twain "Dick Baker und sein Kater". John Updike "Die Katzen". Karl Valentin "Liesl Karlstadt rettet eine Katze". Robert Walser "Das Kätzchen" und "Für die Katz" (2002). Tennessee Williams "Der Fluch" und "Die Katze auf dem heißen Blechdach" (1955, Film 1958 mit Liz Taylor). James Joyce "The cat and the devil" (1936). "Émile Zola "Das Paradies der Katzen" und "Thérèse Raquin". Zeitschriften: u. a. "Geliebte Katze", "Meine Katze".



Katze: Im Gedicht: S. auch Eule, Hase, Hund, Kauz, Müller, Nachtigall, Ratte, Spatz, Taube.
"Über kurz oder lang
Werden sie sich finden,
Künstlerisch verbinden:
Katzenmiau und Menschengesang"
(Joachim Ringelnatz).

Guillaume Apollinaire "Die Katze" (übers. Von Stefan George). Achim von Arnim "Abzählen bei dem Spiel". Rose Ausländer "Katze". Hugo Ball "Die Katze" und "Katzen und Pfauen". Charles Baudelaire u. a. "Die Katze" und "Die Katzen" (in "Blumen des Bösen"). Bertolt Brecht "Die Katz fängt die Maus". Clemens Brentano "Auf des höchsten Giebels Spitze …" und "Behüt uns vor der Falle …" Georg Britting u. a. "Im Keller rühr'n die Ratten sich". Wilhelm Busch u. a. "Katze und Maus" und "Das leichtsinnige Mietzel". Ernesto Cardenal "Mein süßes Kätzchen ..."

"Katze, stolze Gefangene,
lange kamst du nicht mehr.
Nun, über dämmerverhangene
Tische zögerst du her ..."
(Hans Carossa "An eine Katze")



Katze: Im Gedicht: Adelbert von Chamisso "Katzennatur". Theodor Däubler "Katzen". Günter Eich "Formeln" und Neue Postkarten". Joseph von Eichendorff "Fabula". T. S. Eliot u. a. "Old Possum's book of practical cats" (1939 u. a. "Pus: Der Theaterkater" und "Wie heißen die Katzen?". Vorlage für das Musical "Cats") Gerrit Engelke "Katzen". Hans Magnus Enzensberger "Gespräch über Darwin, die Katze, den Weberknecht". Heinz Erhardt "Die Katze" und "Die polyglotte Katze". Gustav Falke "Das kranke Kätzchen". Theodor Fontane "’Zwei Seelen und ein Gedanke, zwei Herzen und ein Schlag!’". Stefan George "Die Katze". Johann Wolfgang von Goethe u. a. "Die heilige Katz’" (aus "Reineke Fuchs") und "Katzenpastete" ("Die Katze, die der Jäger schoss, / Macht nie der Koch zum Hasen"). Günter Grass "Askese" und "Vergleichsweise". Peter Hacks "Irrtümer". Friedrich Hebbel "Aus der Kindheit" ("Ja, das Kätzchen hat gestohlen").



Katze: Im Gedicht: Heinrich Heine u. a. "Mimi" und "Rote Pantoffeln". Hermann Hesse "Scherzgedicht". Heinrich Hoffmann "Die gar traurige Geschichte mit dem Feuerzeug" (in "Der Struwwelpeter"). August Heinrich Hoffmann von Fallersleben u. a. "Hunde und Katzen" und "Mauskätzchen". Ricarda Huch "Katzengeschichte". Ernst Jandl "katze am abend". Marie Luise Kaschnitz "Die Katze" (Ballade). Erich Kästner "Für die Katz". Rudyard Kipling "Die Katze, die für sich allein ging". Sarah Kirsch "Katzenleben" (1984) und "Regenkatze" (2007). Klabund u. a. "Der Katzenvater steht" und "Weihnacht":
"… Aber die Katze sprang auf die Streu
Und wärmte zur Nacht das Kind. –
Davon die Katzen noch heutigen Tags
Maria die liebsten Tiere sind."



Katze: Im Gedicht: Paul Klee "Letztes". Karl Krolow "Katze im Sprung" und "Bestiarium. I. Die Katze" (nach Guillaume Apollinaire). Edward Lear "The History of the Seven Young Cats".

"Warum der Dichter Hadrian
Die Katzen so besonders leiden kann?
Das lässt sich leicht ermessen!
Dass seine Verse nicht die Mäuse fressen."
(Gotthold Ephraim Lessing "Auf die Katze des Petrarch")

Christian Morgenstern u. a. "Schnauz und Miez" und "Wolkenspiele". Eduard Mörike "Die Katzen 'Weißling ...'" Friedrich Nietzsche "Da stehn sie da, / die schweren granitnen Katzen …" Pablo Neruda u. a. "Ich möchte wie eine Katze schlafen ..." und "Ode an die Katze". Martin Opitz "Auff des Petrarchen Katze".

Rainer Maria Rilke "Chat" und "Schwarze Katze":
"... Doch auf einmal kehrt sie, wie geweckt,
ihr Gesicht und mitten in das deine:
und da triffst du deinen Blick im geelen
Amber ihrer runden Augensteine
Unerwartet wieder: eingeschlossen
Wie ein ausgestorbenes Insekt."



Katze: Im Gedicht: Joachim Ringelnatz u. a. "Schöne Fraun mit schönen Katzen" und "Vor der Schallplatte eine Katze". Eugen Roth "Tierleben für jung und alt" (1973) und "Die Katze". Friedrich Rückert "Katze und Katze". Hans Sachs: "Der Schneider mit der Katze". Joseph Victor von Scheffel "Katzenseele" und "Lieder des Katers Hiddigeigi". René Schickele "Katzen". Theodor Storm "Von Katzen". Algernon Charles Swinburne "An eine Katze". Wis?awa Szymborska "Katze in der leeren Wohnung". Torquato Tasso "Katzen". J. R. R. Tolkien "Katze". Paul Verlaine "Frau und Katze" (1886) und "Katzen". Frank Wedekind "Spiritus familiaris". Oscar Wilde "Die Sphinx". William Wordsworth "Geliebte Katze" und "The Kitten and Falling Leaves".
Märchen: S. auch Fuchs, Hahn, Müller, Weide. Brüder Grimm u. a. "Katze und Maus in Gesellschaft" und "Die Bremer Stadtmusikanten". Gottfried Keller "Spiegel, das Kätzchen". In der Sage: Brüder Grimm "Die Katze aus dem Weidenbaum".



Katze: Im Film: s. auch Eule, Hahn, Hund, Kater, Maus. "Alles für die Katz" (1964).
"Cats & dogs – Wie Hund und Katze" (2001). "Chip und Chap – Die Ritter des Rechts". "Das Königreich der Katzen" (2002). "Der Katzenprinz" (1979 Kinderfilm). "Die Katze" (1987). "Die Katze aus dem Weltraum" (1977/78). "Die Katze mit Hut". "Die Rache der tausend Katzen" (1972). "Elf hungrige Katzen" (1980 Zeichentrickfilm). "Elf hungrige Katzen und ein Albatros" (1985 Zeichentrickfilm). "Felidae" (Zeichentrickfilm 1993). "Felix - the cat" (1988). "Fritz the cat". "Im Tal der Wildkatzen" (1998). "Katz und Maus mit hundert Sachen" (1942/1966). "Katze mit Hut" (Augsburger Puppenkiste 1982). "Katzendiebe" (1996). "Katzenmenschen" (1942/43 und 1981/82). "Schwarze Katze, weißer Kater" (1997/98). "The Aristocats" (Walt Disney 1970). "Whiskers – Der Katzenmann" (Fantasyfilm 1996). "Wilde Katzen" (1959, 1990).



Katze: Filmtitel: u. a. "Alle Kätzchen naschen gern" (1969). "Alles für die Katz" (1965, 1970). "Alles für die Katze" (1955). "American wildcats" (1986). "Bernhardiner und Katzen" (1997). "Black cats" (1985). "Carrerra – Das Geheimnis der blonden Katze" (1968). "Catwoman" (2004/05). "Das Geheimnis der roten Katze" (1931, 1949 mit Heinz Rühmann und Gustav Knuth). "Das Geheimnis der schwarzen Katze" (1932). "Das Kammerkätzchen" (1926). "Das Kätzchen" (1975, 1996). "Der Mann, der die Katzen tanzen ließ" (1973). "Der Mann mit dem Katzenkäfig" (1969). "Des Satans heiße Katzen" (1970 Sexfilm). "Die Bergkatze" (1921). "Die Bronx-Katzen" (1973). "Die himmelblaue Katze" (1983). "Die Höllenkatze" (1958). "Die Höllenkatze des Kong-Fu" (1966). "Die jüngsten Kätzchen sind die schärfsten" (1971 Sexfilm). "Die Katz’ im Sack" (1934). "Die Katze" (1970/71 mit Jean Gabin, nach dem Roman von Georges Simenon). "Die Katze" (1957, 1970, 1987, 1993). "Die Katze auf dem heißen Blechdach" (1958 mit Liz Taylor).



Katze: Filmtitel: "Die Katze aus dem Weltraum" (1977). "Die Katze im Sack" (1965). "Die Katze jagt die Maus" (1976). "Die Katze kennt den Mörder" (1976/77). "Die Katze lässt das Mausen nicht" (1959, TV-Serie "Magnum" 1985). "Die Katze und der Kanarienvogel" (1979 Krimi). "Die Katze von Kensington" (1995 Edgar Wallace). "Die Katze zeigt die Krallen" (1959). "Die Katzenfrau" (2001). "Die Katzengöttin" (1973). "Die kleinen Katzen" (1959). "Die neunschwänzige Katze" (1971). "Die Rache der Katzenfrauen" (1990). "Die rote Katze" (1920). "Die schwarze Katze" (1912, 1919, 1929, 1934, 1961, 1979, 1983). "Die Todespranke der gelben Katze" (1973). "Die Wildkatze" (1912). "Eddie krault nur kesse Katzen" (1962). "Ein Katzensprung" (1977). "Ein Paar wie Katz und Hund" (1935). "Eine Katze jagt die Maus" (1975).



Katze: Filmtitel: "Für die Katz" (1949, 1974). "Gina Wildkatze" (1974). "Heiße Katze" (1968). "Heiße Katzen" (1966). "Herbstkatzen" (1980). "Im Knast der heißen Katzen" (1976). "In der Gewalt der gelben Katzen" (1972). "Jagd auf die Katze" (1979). "Josefine, das liebestolle Kätzchen" (1969). "Karate, Nüsse, blonde Katzen" (1974). "Karen McCoy – Die Katze" (1992/93). "Katz und Hund" (2002/03). "Katz und Maus" (1966, TV-Serie "Law & order" 2000). "Katz und Mäuse" (1981 TV-Serie "Tatort"). "Kätzchen werden nicht mitgenommen" (1966). "Kätzchen zum Vernaschen" (1966). "Katze auf dem Gleis" (1970). "Katze im Sack" (2004/05). "Katzen in Australien" (2001). "Katzenauge" (1985). "Katzenball" (2004). "Katzendiebe" (1996). "Katzenspiele" (1983). "Katzensteg" (1915, 1927, 1937/38). "Katzenzungen" (2003). "Kennwort Kätzchen" (1962).



Katze: Filmtitel: "Kommissar X – Drei gelbe Katzen" (1966). "Maus und Katz" (1993 TV-Film). "Meine bessere Hälfte" (1955). "Moneten fürs Kätzchen" (1969). "Nachts schreien alle Katzen" (1993). "Neun Leben hat die Katze" (1968). "Novemberkatzen" (1985). "Pornokatzen" (1969). "Rhubarb" (1951). "Scharfe Katzen der Lust" (1980). "Schatten einer Katze" (1960). "Sieben Tote in den Augen einer Katze" (1973). "Sperling und die Katze in der Falle" (2005). "Streichle der Katze die Ohren" (1985). "Super cat – Die reichste Katze der Welt" (1986). "… und jeder sucht sein Kätzchen" (1995). "Unheimliche Geschichten" (1919, 1932). "Von Katzen und Katern" (1950). "Weißer Strand und heiße Katzen" (1983). "Wer tötet die Katze?" (1966). "Wildkatze" (1969). "Zur Sache Kätzchen" (1969 Sexfilm). "Zwei Katzen gingen in den Wald" (1994). "Zwei wie Katz’ und Maus" (1980/81).



Katze: In Graphik und Malerei: S. auch Fuchs, Vogel. u a. Hans Baldung: "Frau mit Katze (Allegorie der Musik? 1529)". Balthus "Le chat de 'La Méditerranée" (1949) und die "Nackte mit einer Katze" (1949). Max Beckmann "Stillleben mit Katze" (1917). Pierre Bonnard "Frau mit Katze" (1912). Pieter Bruegel d. Ä. "Katzenkonzert" und "Zwei Karnevalsnarren". Marc Chagall "Halb vier, der Poet" (1911) und "Katze, die sich in eine Frau verwandelte" (um 1930). Gustave Courbet "Frau mit Katze" (1864). Albecht Dürer "Adam und Eva" (1504). Thomas Gainsborough "Porträt der Töchter des Malers mit einer Katze" (um 1759). Paul Gauguin "Blumen und Katzen" (1899). Alberto Giacometti "Le chat" (1951). Francisco de Goya "Don Manuel Osorio Manrique de Zuñiga" (1788). Grandville "Die Herzensleiden einer englischen Katze" und "Herzensleiden einer französischen Katze". Frans Hals "Bildnis eines Mannes mit Katze" (1635). Ernst Ludwig Kirchner "Grauer Kater mit Kissen" (1919/20). Paul Klee "Katze und Vogel" (1928). Franz Marc u. a. "Kinderbild. Katze hinter einem Baum" und "Mädchen mit Katze" (1912). Oskar Kokoschka "Liebespaar mit Katzen" (1917). Fernand Léger "Frau mit Katze" (1955).



Katze: In Graphik und Malerei: Jan Brueghel d. Ä. "Katzenkonzert". Albrecht Dürer zeichnete eine Katze zu Füßen von Adam und Eva. Von Leonardo da Vinci stammt das erste Katzenbild. Edouard Manet "Die Katze und die Blumen" (Radierung) und "Frau mit der Katze auf dem Schoß". Franz Marc u. a. "Akt mit Katze" (1910) und "Zwei Katzen" (1908, 1913). Der Schweizer Maler Gottfried Mind wurde "Katzen-Raffael" genannt. Paula Modersohn-Becker "Mädchen mit Katze" (1905). Max Pechstein "Weiblicher Akt mit Katze". Pablo Picasso u. a. "Katze" (1953) und "Liegende Frau mit einer Katze spielend" (1964). Rembrandt "Die Heilige Familie mit der Katze". Auguste Renoir u. a. "Frau mit Katze" (1875) und "Junge Frau mit Katze" (1882). Henri Rousseau "Porträt Pierre Loti" (um 1891). Philipp Otto Runge "Spielende Katzen". Hans Süß von Kulmbach "Junges Mädchen beim Kranzwinden". Leonardo da Vinci "Madonna mit Kind und Katze" (1494). Verlaine "Frau und Katze" (1866). Andy Warhol "25 cats name Sam and One Blue Pussy" (um 1954) und "Katzen, Katzen, Katzen". Plastik: Alberto Giacometti "Katze" (1951).



Katze: In der Musik: Frédéric Chopin "Katzenwalser" (1838). Hans Werner Henze "Die englische Katze" (Oper 1983). E. T. A. Hoffmann "Katzenburschenlied" (1821). Orlando di Lasso "O Lucia, miau, miau" (Madrigal 1560). Franz Liszt "Katzenfuge". Carl Loewe "Die Katzenkönigin" (1837). Modest P. Mussorgski "Kater Prinz, auch Kater Murr" (1872). Jacques Offenbach "La chatte metamorphosée en femme" (1858). Maurice Ravel "Das Kind und der Zauberspuk". Max Reger "Schmeichelkätzchen" (1904). Pierre-Auguste Renoir "Knabe mit Katze" (1868) und "Mademoiselle Julie Manet mit Katze" (1887). . Giacomo Rossini "Katzenduett". Domenico Scarlatti "Katzenfuge". Arnold Schönberg "Meine Freundin hat eine schwarze Katze" (1901). Igor Fjodorowitsch Strawinski "Katzenwiegenlieder" (1915). "Cats" (1981/83, das erfolgreichste Musical aller Zeiten. Die Katze "Grizzabella" geht auf ein Gedicht von T. S. Eliot zurück; auch als Film).
Im Lied: "ABC, die Katze lief in'n Schnee". "Maushund" (in "Des Knaben Wunderhorn"). "Uns're Katz' heißt Morle".
Schlager: u. a S. auch Taube. "A fesche Katz" (Maria Andergast). "Alley cat". "Cat Among" (The Pigeons). "Cats and dogs" (Tommy Scott). "Katzenklo, ja das macht die Katze froh". "Katzenlied" aus dem Comedy-Hit "Big Bang Theory". "Mean eyed cat" (Johnny Cash). "The cat in the window" (Petula Clark). "The cat rept in" (Mud). "Wild cat" (1960 Gene Vincent). "Wild cat blues" (Chris Barber). "Winke, winke (Jede Katze braucht nen Kater)".



Katze: S. auch Kater



Katzen: s. auch Katze



Katzenjammer: z.B. Zustand, wenn noch zu wenig Blut im Alkoholkreislauf ist. Euphorie ist die "Ouvertüre zum Katzenjammer", Schulden sind der "Katzenjammer längst vergangener Genüsse" Georg Weerth.
Sprichwörter: Raum ist in der kleinsten Kammer / für den größten Katzenjammer. "Katzenjammer Kids" ist die längste immer noch erscheinende Comic-Serie, und das seit 1897. E. T. A. Hoffmann fürchtete die "katzenjammerschwangeren Morgennebel". Bildergeschichte: Wilhelm Busch "Der Katzenjammer am Neujahrsmorgen".
Im Gedicht: Eduard Mörike "Zur Warnung".

"Diese graue Wolkenschar
Stieg aus einem Meer von Freuden;
Heute muss ich dafür leiden,
Dass ich gestern glücklich war.

Ach, in Wermut hat verkehrt
Sich der Nektar! Ach, wie quälend
Katzenjammer, Hundelend
Herz und Magen mir beschwert!"
(Heinrich Heine "K.-Jammer")

Im Film/Filmtitel: u. a. "Katzenjammer" (2001).
S. auch "Kater".



Katzenmusik: auch "Charivari". "Diese besondere Art des Ständchens ist eine Ausdrucksmöglichkeit einer Gemeinschaft für ihr Missfallen", z.B. an einer Eheschließung, an einem abgewiesenen Freier oder an einem sitzen gebliebenen Mädchen. Dabei wird mit diversen Instrumenten ein Höllenspektakel veranstaltet (U. Müller-Kaspar). Missklang, italienisch lamento; auch Woll-Lustlaute einer Frau E. Borneman. David Teie komponierte ein Album für Katzen mit Schnurren, Zwitschern und Mauzen.
Im Gedicht: Heinz Piontek "Katzenmusik". Schlager: "Cat music" (Dave Bartholomew).



Kauz: "Es muss auch solche Käuze geben!" (Goethe im "Faust").
Er hat ein 55000mal besseres Sehvermögen als der Mensch. Das Wappentier der Athene; die Eule, war wohl eher ein Steinkauz (wissenschaftlicher Name "Athene noctua"). Sein Ruf "Komm mit! Komm mit!" kündigt den Tod eines lieben Menschen oder doch wenigstens Feuer an). Sprüche: "Ich bin wie die Eule in der Einöde, wie das Käuzchen in den Trümmern" (Psalm 102).
Sprichwörter: Wenn ein Käuzchen schreit, ist’s zum Sterben nicht mehr weit). Manchmal verwandeln sich alte Jungfern nach ihrem Tod in Käuze. Galt als Unglück und Tod bringend.
Schimpfworte: Kauz: Verschrobener Mensch, Sonderling. Kauzig, komischer/merkwürdiger/ närrischer/ sonderbarer/wunderlicher Kauz.
Vergleiche: "Ein Mann mit einer neuen Idee ist ein komischer Kauz, bis sich die Idee durchsetzt" (Mark Twain).



Kauz: In der Literatur: Hermann Löns "Der Waldkauz".
Im Gedicht: Bertolt Brecht "Frühling 1938. III. In den Weiden am Sund / Ruft in diesen Frühjahrsnächten oft das Käuzlein ..." Felix Dahn "Lied eines Kauzes", "Der Turmkauz" und "Von einem Kauz".
Im Gedicht: Richard Dehmel "Käuzchenspiel".

"Der Kauz fuhr mit der Katze zur See
in einem moosgrünem Nachen,
mit Honig beladen, mit Pflaumenrouladen
und anderen guten Sachen …"
(Edward Lear "Der Kauz und die Katze")

Gotthold Ephraim Lessing "Wer sagt, daß Meister Kauz Satiren auf mich schreibt? / Wer nennt geschrieben das, was ungelesen bleibt?" Giovanni Pascoli "Das Käuzchen". Eugen Roth "Tierleben für jung und alt" (1973). Theodor Storm "Käuzlein".

"O Greule, Greule, wüste Greule!
Hört ihr den Ruf der Silbergäule?
Es schreit der Kauz: pardauz! pardauz!
da taut's, da graut's, da braut's, da blaut's!"
(Christian Morgensern aus: "Bundeslied er Galenbrüder").

Im Lied: "Käuzlein" (aus "Des Knaben Wunderhorn"). Albrecht Dürer "Käuzchen" 1508).



Käuze: s. auch Kauz



Kegelbahn: Wie der Tanzsaal ursprünglich unverzichtbares Requisit ländlicher Gasthäuser.
Redensarten: Eine ruhige Kugel schieben.
Sprüche: "Kegeln ist die Kunst, einen Umsturz zu machen, indem man eine ruhige Kugel schiebt" (Jürgen von Manger). Wenn der so lang wäre, wie er dumm ist, könnte er in der Kegelbahn schlafen. "Wer in der Öffentlichkeit Kegel schiebt, muss sich gefallen lassen, dass nachgezählt wird, wie viel er getroffen hat" (Kurt Tucholsky).
Sprüche: Sich streiten wie ein Kegelverein. Kegeln: Beliebter Volkssport, der auch bei Frau Wirtin betrieben wurde:
"Frau Wirtin hatte auch einen Sohn,
Der wusste mit zehn Jahren schon,
Dass Kartenspiel und Kegeln
Gar lange nicht so reizvoll sind
Als einmal sonntags segeln."

Dazu muss gesagt werden, dass in der vulgären Form dieses Gedichts das Wort "segeln" durch "vögeln" ersetzt wurde.
In der Literatur: Wolfgang Borchert: "Die Kegelbahn".
Im Film/Filmtitel: u. a. "Der Kegelkönig" (1942).



Kiebitz: Nach seinem Lockruf benannt. Er gilt wegen seines Schreis "Komm mit!" wie der Kauz als Totenvogel. Alte Jungfern, so meint der Volksmund, werden nach ihrem Tod in Kiebitze verwandelt. Eher schon dürfte folgende Erkenntnis zutreffen: Wer beim ersten Kiebitzschrei im Frühjahr kein Geld bei sich hat, dessen Beutel wird das ganze Jahr über leer bleiben. Der Kiebitz ist der einzige Republikaner unter den Vögeln. Als die einen König wählen wollten, weigerte sich der Kiebitz. Vogel des Jahres 1996. Kiebitz (Flugzeugname, Kindergartenname). Pflanzennamen: Kiebitzblume. Kiebitzeier galten als Delikatesse an herrschaftlichen Tafeln. Otto von Bismarck bekam jedes Jahr zu seinem Geburtstag 101 Stück geschenkt.
Schimpfworte: Kiebitz/kiebitzen: Voyeur; auch (unerwünschter) Zuschauer, u. a. beim Kartenspiel: "Kiebitz halt die Goschn, / Sonst wirst du verdroschn!" (vgl. auch Klabund "Der Kiebitz").
In der Literatur: Hermann Löns "Der Kiebitz". Im Gedicht: August Heinrich Hoffmann von Fallersleben "Der Kiebitz und die Kiebitzin". Eugen Roth "Tierleben für jung und alt" (1973). Friedrich Rückert "Gleichwie der Kiebitz, der unbänd’ge Schreier …"
Im Lied: "Der Kiebitz, der Kiebitz, / der macht so manchen losen Witz" (aus der "Vogelhochzeit"). Aus der alternativen Vogelhochzeit: "Der Kiebitz, der Kiebitz, / Scheißt von der Kirchturmspitz."
Im Film/Filmtitel: u. a. "Kakadu und Kiebitz" (1920).



Kiefer: (Baum). In China gilt die Kiefer als Symbol für "langes Leben, Beständigkeit und Selbstzucht". Die Waldkiefer ist Baum des Jahres 2007. Tiernamen: Kiefernbastkäfer, Kiefernblattwespe, Kiefernblütenstecher Rüsselkäfer), Kieferneule, Kieferngespinstblattwespe, Kiefernglucke (Schmetterling), Kiefernkulturrüssler, Kiefernmarkkäfer (Borkenkäfer), Kiefernprachtkäfer, Kiefernrindenwanze, Kiefernsaateule (Schmetterling), Kiefernschwärmer (Schmetterling), Kiefernspinner (Raupe, Forstschädling), Kieferntrickwickler (Schmetterling). Pflanzennamen: Kiefernblasenrost, Kiefernpilz. Waldkiefer: Baum des Jahres 2007.
Redensarten: Seine Haare sind grau wie die Flechten einer Bergföhre. Fußballerspruch: "Der Ulf wird immer unsere Konifere bleiben" (Sven Ratke).
Im Gedicht: Georg Britting "Mitten im Föhrenwald". Theodor Fontane "Am Waldessaume träumt die Föhre".

"Den hochbestandnen Föhrenwald
Pflanzt ich in jungen Tagen,
Er freut mich so! -! -! - Man wird ihn bald
Als Brennholz niederschlagen."
(Johann Wolfgang von Goethe "Zahme Xenien")

Martin Greif u. a. "Die Bergföhre" und "Die Legföhre". Peter Huchel "Unter der Kiefer". Gottfried Keller "Aber auch den Föhrenwald". Gertrud von LeFort "Unter Kiefern". Oskar Loerke "Märkische Landschaft" ("Umdämmerte Kiefern stehn kalt und stark …"). Christian Morgenstern "Die Zirbelkiefer" (in "Palma Kunkel").
In der Malerei: u. a. Paul Cézanne u. a. "Die große Kiefer" (1892-1896) und "Große Kiefer mit roten Feldern" (um 1895).
Schlager: "Needles and pine" (1964 The Searchers).



KIM (DDR-Deutsch): Kombinat für industrielle Mast. Großbetrieb für die Geflügelmast und Eierproduktion. Im Volksmund Hühner-KZ genannt.



Kinderzahl: Einen Rekord besonderer Art stellte eine niederbayerische Bäuerin Ende des 17., Anfang des Jahrhunderts auf: Innerhalb von 40 Jahren brachte sie 28 Kinder zur Welt. Ihr erster Mann war für 13 verantwortlich, nach dessen Tod machte sich der Oberknecht "an die Arbeit" (E. Stemplinger).



Kirche: (Dorfkirche). Auch wenn die Kirche möglichst nahe neben dem Wirtshaus gelegen sein sollte, wusste der Bauer doch, wo er sich lieber aufhielt:
"Wenn’s Wirtshaus a Kirch'n war
Und Kellnerin der Altar,
Da möcht i da Pfarrer sein
Des ganze Jahr!"

Redensarten: Man soll die Kirche im Dorf lassen ("... und den Pfarrer bei der Köchin" nach K. Sigel). "Ein Huhn und ein Hahn, / die Predigt geht an" (aus "Des Knaben Wunderhorn"). Dorfkirchenbewegung, Kirchhof (Friedhof), Kirchspiel (Pfarrbezirk), Kirchweih.

Kinderreim:
"Hier steh' ich auf der Kanzel
und pred'ge wie ne Amsel.
Des Morgens kräht der Hahn,
dann geht meine Predigt an.
Des Mittags plärrt das Kalb,
dann ist meine Predigt halb.
Des Abends pfeift die Maus,
dann ist die Predigt aus."



Kirche: Sprichwörter: Erst die Mess', dann die Maß. Es ist keine Kirche so voll und klein, der Pfarrer kommt noch immer hinein (Finnland). Kurze Predigt und lange Wurst ist dem Bauern recht (sorbisch). "Selten ein Kirchtag ohne Händel" (Abraham a Sancta Clara). Wo Gott eine Kapelle hat, baut der Teufel eine Kirche daneben.
Sprüche: "Dass in den Kirchen gepredigt wird, macht auf ihnen die Blitzableiter nicht unnötig" (Georg Christoph Lichtenberg). "Kirche - Ort, wo der Pfarrer Gott anbetet und die Frauen den Pfarrer" (Ambrose Bierce). "Man soll nicht in Kirchen gehen, wenn man frische Luft atmen will" (Friedrich Nietzsche).
Schimpfworte: Kirchenlicht (kein großes Kirchenlicht sind = nicht besonders klug), Kirchturmpolitik (kurzsichtige Politik).
In der Literatur: Heinrich Böll "Die Kirche im Dorf".
Im Gedicht: Detlev von Liliencron "Dorfkirche im Sommer". Martin Greif "Das Kirchlein auf dem Berge" und "Versäumter Kirchgang". Detlev Liliencron "Die kleine Kirche Jesusblödlein". Eduard Mörike "Bei der Marien-Bergkirche". In der Sage: Ludwig Uhland "Die verlorene Kirche".



Kirche: Im Film/Filmtitel: u. a. "Die Kirche bleibt im Dorf" (2012), "Die Teufelskirche" (1923). "Ein Bayer auf Rügen – Kirchenasyl" (1996 TV-Film). "Zwei Engel mit vier Fäusten: Das Geheimnis der fünf Kirchen" (1996).
In der Malerei: u. a. Wassily Kandinsky "Landschaft mit Kirche". Maurice Utrillo "Dorfkirche".



Kirche: S. auch Kapelle, Pfarrer, Religion



Kirche (Institution): "Die katholische Kirche ist im letzten Bergdorf noch so gewaltig wie in Rom. Die protestantische Kirche ist überall so gewaltig, wie es ihr jeweiliger Prediger ist" (Sigmund Graff).



Kirchen: s. auch Kirche



Kirchgang: "Der sonntägliche Kirchenbesuch ist eine ernstzunehmende Pflicht, die dem Landvolk dadurch erträglich gemacht wird, dass die Engel für denjenigen weiter pflügen, der direkt vom Feld zur Kirche geht" (Ulrike Müller-Kaspar).
Sprichwörter: Früh in die Mühle und spät in die Kirche sichert die schnellste Heimkehr.
Im Gedicht: Friedrich Rückert "Dorfkirchgang" und "Ich möchte in die Kirche gehen …" In der Malerei: u. a. Wilhelm Leibl "Frauen in der Kirche" (1881). Carl Spitzweg "Kirchgang bei Dachau".



Kirchhof: s. Friedhof



Kirchweih: (beliebtes ländliches Fest).
Redensarten: In der Hölle ist Kirchweih (Sonnenschein und Regen zugleich). Jemanden auf die Kirchweih laden (Aufforderung zum Arschlecken). Zachäus auf allen Kirchweihen (Lukas 19 - Kirchweihtagevangelium. Jemand, der bei keiner Lustbarkeit fehlt). Allerweltsksirchweih (Kirchweihfest am 3. Sonntag im Oktober, unabhängig vom Patrozinium der Ortskirche).
Sprichwörter: Es ist nicht alle Tage Kirchweih. "Willst du Schläge, so tanz auf der Kirchweih" (Wilhelm Busch).
Sprüche: Man kann nur mit den Mädels tanzen, die auf der Kirchweih sind.

Kindermund:
"Beim Schwanenwirt ist Kirwa,
Beim Schwanenwirt ist Tanz.
Da packt die Frau vom Schwanenwirt
Den Schwanenwirt beim ...
Schwanenwirt ist Kirwa."



Kirchweih: In der Literatur: Wilhelm Busch: "Die Kirchweih zu Trudering oder die Vorfeier des Viehmarktes zu Keferlohe". Jean Paul "Salatkirchweih zu Obernsees". Peter Rosegger "Kirchweih" (in "Das Volksleben in Steiermark" 1902). Siegfried Sommer "Kirchweih in Wörnbrunn". Ludwig Thoma "Kirta!" (in "Agricola"). Felix Timmermans "Kirmesmorgen" (in "Pallieter").
Im Gedicht: Wilhelm Busch "Die Kirmes". Günter Grass "Kirmes".

"Das ist ein Geigen und Flöten
Bis übers Dorf hinaus:
Sie feiern die Kirmes heute
Mit Tanz und Spiel und Schmaus ..."
(Friedrich Hebbel "Die Kirmes")

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben "Einladung zur Kirmess" und "Kirmess ist heute". Friedrich Rückert "In Kirchlauter war heute die Kirchweih …" Hans Sachs "Der Nasentanz. Eine Wendelsteiner Kirchweihbelustbarkeit" und "Der Nasentanz zu Gümpelsbrunn bis Sonntag".
In der Malerei: u. a. Peter Paul Rubens "Bauernkirmes (Flämische Kirmes)" (um 1635).
Im Film/Filmtitel: u. a. "Die Kirchweih ist da" (1973/74 Kinderfilm). "Kirmes" (1960, 1987). "Kirmes im Regen" (1962).



Kirchweih: S. auch Tanz.



Kirsche: Der Feldherr Lukullus, ein sprichwörtlicher Genießer, brachte sie aus der Stadt Kerasos an der pontinischen Küste nach Rom. Im alten China wurde die Vulva "Kirschquelle" genannt. Im Rokoko galt sie als Liebessymbol und wurde als "Geilmacher" gefeiert. Die Volksmedizin glaubt, dass der Kirschbaum diverse Gebresten heilt, so Zahnweh und Bruchleiden. Wenn ein Kirschbaum zweimal im Jahr blüht, kann das Krieg bedeuten. Im Advent geschnittene Kirschzweige werden als Liebesorakel verwendet: Ihr Aufblühen bis Weihnachten verrät, ob der Angebetete die Liebe erwidert oder die Geliebte noch eine Jungfrau ist. Es gibt eine deutsche Meisterschaft im Kirschkernweitspucken.
Kirschenmund (poetisch, roter Mund), kirschrot, Kirschwasser (Branntwein). Tiernamen: Kirschblattwespe, Kirschblütenmotte, Kirschfruchtfliege. Pflanzennamen: Kirschapfel (Zierstrauch), Kirschlorbeer, Kirschmyrte, Kirschpflaume, Kirschtomate.



Kirsche: Redensarten: Kirschen in Nachbars Garten (fremdes Eigentum ist verlockender als der eigene Besitz). Mit jemandem ist nicht gut Kirschen essen (geht angeblich auf einen Mord mit vergifteten Kirschen zurück, den ein Meißner Bischof im 13. Jahrhundert verübt haben soll).
Sprichwörter: Mit hohen Herren ist nicht gut Kirschen essen: sie spucken einem die Kerne ins Gesicht. Wenn du hörst, dass es im Dorfe viele Kirschen gibt, so nimm einen kleinen Korb (Griechenland). Wie Kirschen und Beeren behagen, muss man Kinder und Sperlinge fragen.
Vergleiche: Er gleicht einem Einarmigen, der in einen Kirschbaum steigt und nur die Chance hat, entweder zu pflücken oder herunterzufallen. "Gib mich die Kirsche" (der Fußballer Lothar Emmerich an einen Mitspieler, um den Ball zu erhalten).
Schimpfworte: Sauerkirsche (zänkische Frau).



Kirsche: In Literatur:
"Mit Urian und großen Herrn
Ess' ich wohl keine Kirschen gern;
Sie werfen einem, wie man spricht,
Die Stiel' und Stein' ins Angesicht"
(Gottfried August Bürger).

Nonsenskinderverse:
"Ich saß auf einem Baum und aß Kirschen.
Die Steine spuckte ich einem Mann auf den Hut.
Dem folgte ich bis an den Hafen.
Da waren drei Schiffe ..."

"Fünf Minuten vor Anfang der Welt
Ging ich auf ein Kartoffelfeld,
Um Bananen zu pflücken vom Kirschenbaum.
Da kam der Besitzer des Apfelbaumes und sagte:
Willst du mal runterkommen vom Birnenbaum ..."



Kirsche: Buchtitel: Alfred Andersch "Die Kirschen der Freiheit" (1952/1968).
In der Literatur: "Der Hirsch mit dem Kirschbaum" (Baron von Münchhausen). Bettina von Arnim "Die Frau Rat erzählt von der Fahrt ins Kirschenwäldchen". Werner Bergengruen "Der Kirschkern". Heinrich Hansjakob "Wilde Kirschen" 1888. Anton Pawlowitsch Tschechow "Der Kirschgarten" (Drama 1904, deutsch 1912).

"… nur der kirschendieb sitzt wie ein gott
in excelsis und spuckt vom geäst
dem apokalyptischen aas
in die welken rippen
lächelnd steine"
(Hans Magnus Enzensberger).



Kirsche: Im Gedicht: Eugenio de Andrade "Auf einen blühenden Kirschbaum". Achim von Arnim "Schnabelweide". Ferdinand Avenarius "Vom Kirschbaum". Bertolt Brecht "Der Kirschdieb". Clemens Brentano "Frühmorgenlied vom Kirschblütenstrauß". Hermann Claudius "Mein Kirschbaum". Günter Eich "Fränkisch-tibetischer Kirschgarten". Hans Magnus Enzensberger "Kirschgarten im Schnee" und "Sieg der Weichseln". Günter Grass "Kirschen". Otto Erich Hartleben "Die Kirschenblüte". Friedrich Hebbel "Der Kirschen-Strauß". Johann Peter Hebel "Das Liedlein vom Kirschbaum". Heinrich Heine "Im lieben Deutschland daheime …" Wilhelm Heinse "Die Kirschen" (1773). August Heinrich Hoffmann von Fallersleben "Das Kirschenfest". Friederike Kempner "Die Judenkirsche". Karl Krolow "Pomologische Gedichte. 1. Kirschen". Friedrich Rückert "Die Frühkirschen". Georg von der Vring u. a. "Grab unter Kirschenbäumen" und "Kirschgarten". Ovid "Metamorphosen":
"Schwellende Erdbeern auch, im waldigen Schatten gewachsen,
Kannst du mit eigener Hand dir pflücken und herbstliche Kirschen,
Pflaumen dazu ..."



Kirsche: Im Film/Filmtitel: u. a. Film: "Bulldoggen und Kirschen" (1981). "Der Geschmack der Kirsche" (1997). "Der Kirschgarten" (1979). "Die Erntehelferin" (2006). "Die Kirschenkönigin" (TV-Film 2004). "Die Kirschernte" (1996). "Die Zeit der Kirschen" (1966 TV-Film). "Die Zeit der Kirschen ist vorbei" (1967). "Gelbe Kirschen" (2000). "Kirschblüten" (1979). "Kirschblüten und rote Bohnen" (2015). "Kirschen in Nachbars Garten" (1935 Karl Valentin, 1956). "Kirschenzeit" (1928). "Kirschgarten" (1979). "Oben auf dem Kirschbaum" (1984). "Reife Kirschen" (1972). "Rote Kirsche"( 1995). "Winterkirschen" (1985). "Zeit der Kirschen" (TV-Film).
In der Malerei: u. a. François Boucher "Landschaft mit Kirschpflückerin". Paul Cézanne "Still-Leben mit Kirschen und Pfirsichen" (1883-1887). Edouard Manet "Knabe mit den Kirschen" (1858–1859). Max Slevogt "Kirschenernte" (1926). Tizian "Kirschen-Madonna" (um 1516–1518).
Schlager: "Cherry pink and apple blossom white" (Perez Prado). "Cherry red" (Little Richard). "Cherrystone" (The Addrisi Brothers). "Life is just a bowl of cherries" (Bing Crosby).



Kirschen: s. auch Kirsch



Klapperschlange: "Die Schweine sollen diese Schlangen ohne Schaden fressen, und auch Menschen sollen sie, nachdem ihnen der Kopf abgeschlagen wurden, ohne Nachteil verzehren können" (Brockhaus 1838). Klapperschlangenkraut (Goldrute).
Schimpfworte: "Giftige", unverträgliche Frau, Schreibmaschinenkraft, Datentypistin. "Es klapperten die Klapperschlangen / Bis ihre Klappern schlapper klangen." In dere Literatur: Adelbert von Chamisso "Das Mordtal" (1937). Im Film/Filmtitel: u. a. "Cascabel – Die Klapperschlange" (1977). "Die Invasion der Klapperschlangen" (TV-Film 1999). "Die Klapperschlange" (1980/81). "Nickelodeon – Klapperschlangen beißen" (1976). "Rattled – Angriff der Klapperschlangen" (1996). "Unternehmen Klapperschlange" (1976).



Klapperschlangen: s. auch Klapperschlange



Klee: "Glücksklee": Das vierblättrige Kleeblatt gilt als Glücksbringer (und Aphrodisiakum) schlechthin – vermutlich wegen seiner Kreuzform. Es muss aber zufällig gefunden werden. Wer es bei sich trägt, kann das "wahre Wesen einer Person oder einer Sache" erkennen. Unter das Kopfkissen gelegt, zeigt es dem Mädchen im Traum das Gesicht des Zukünftigen. Oder man versteckt es im Schuh der Person, dessen Liebe man gewinnen will. Eva soll es mitgenommen haben, als sie das Paradies verließ. Stanislaw Jerzy Lec fragt sich: "Hat ein des Rechnens unkundiger Mensch, wenn er ein vierblättriges Kleeblatt gefunden hat, kein Recht glücklich zu sein?". Die größte Sammlung vierblättriger Kleeblätter stammt aus dem Jahr 1995 und umfasste 72.928 Stück. Glücksklee gibt es auch als Samen aus der Dose. Es soll auch zehn- bis zwölfblättrige Kleeblätter geben ("bis zur Zahl der Apostel"). Unpaarige Kleeblätter, z.B. fünfblättrige, bringen Unglück, ein siebenblättriges sogar den Tod. Wenn sich ein Mädchen in der 1. Mainacht im taunassen Klee badet, wird es eine schöne Haut bekommen.



Klee: Redensarten: Jemanden über den grünen Klee loben (der frische Klee war ein begehrtes Futter. Paradox: Einen Roten über den grünen Klee loben). Kleeblatt (Autobahnkreuz, Gruppe von drei bis vier Personen), Kleekrankheit (Hautkrankheit der Haustiere), Kleekrebs (Pflanzenkrankheit), Kleesalz, Kleestängel (Heraldik).
Tiernamen: Kleefalter, Kleenematode. Pflanzennamen: Kleebaum, Kleefarn, Kleeseide, Kleestrauch (Goldregen), Kleeteufel, Kleetod.
Sprichwörter: Euer Klee ist unserer Ziege Freund (sorbisch).
Vergleiche: Auch ein Glücksschwein müsste verhungern, wollte es sich nur von vierblättrigem Klee ernähren. "Heute ist mein Glückstag", sagte der Beamte, als es ihm gelungen war, vier Büroklammern zu einem Kleeblatt zu ordnen.
Schimpfworte: Sauberes/liederliches Kleeblatt (bereits bei Johann Nestroy), Glückskleeblatt (beim Gruppensex ein Mann und drei Frauen).
"Der böse Geist Lumpacivagabundus oder Das liederliche Kleeblatt" (Titel einer Zauberposse von Johann Nestroy 1833).
In der Literatur: Emily Dickinson "Biene und Klee".
Klee: Im Gedicht: Hugo Ball "Die Schlange Waga".

"Bin ich gestorben oder nicht!
Der Tod sitzt furzend auf dem Topf -
Sein Maul und Afterloch bläst seuchenfleckiges Gelee
Auf meiner Felder weißgebrannten Klee - ..."
(Aus einem Gedicht von Klaus Kinski )



Klette: Redensarten: Aneinanderhängen/zusammenhängen wie die Kletten/wie eine Klette an jemandem hängen. Jemandem eine Klette in den Bart werfen (für verleumden). Klettverschluss. "Ging sie abends, was nicht zu ändern war, in das Bad, so saß er ihr immer auf den Hacken und haftete wie eine Klette an einem Zipfel ihres Kleides" (Apuleius "Der goldene Esel"). Klettverschluss. Pflanzennamen: Klettenkraut.
Im Film /Filmtitel: u. a. "Die Klette" (1969, 1973, 1987). "Ruby und Quentin - Der Killer und die Klette" (2003).



Kloß: "Kugeliges Gebilde aus geriebenen oder gekochten Kartoffeln" (Brockhaus). Redensarten: Etwas bleibt einem wie ein Kloß im Hals stecken (aus der Theatersprache). Klar wie Kloßbrühe. Erdenkloß (Bezeichnung des Menschen, Altes Testament, "Genesis"). "Hans Adam war ein Erdenkloß" (Goethe "Westöstlicher Divan"). Schimpfworte: Fettkloß, Fleischkloß, Kloßkopf, Knödeltenor, Trauerkloß.

Kindermund:
"Da droben auf dem Berge,
Da ist der Teufel los,
Da zanken sich vier Zwerge
Um einen Kartoffelkloß ..."

Im Film/Filmtitel: u. a. "Der Sprung über die Knödelschüssel" (Luis Trenker). "Vom Trauerkloß zum Herzensbrecher" (1989). "Wonnekloß" (1972).



Knecht:
"Wer mit dem Leben spielt,
kommt nie zurecht.
Wer sich nicht selbst befiehlt,
bleibt immer ein Knecht."
(Johann Wolfgang von Goethe)

Wenn die Knechte und Mägde an Pfingsten viel lachen, bleibt das Vieh gesund. Redensarten: Etwas ist so einfach, dass man auch den Knecht schicken könnte. Jemanden knechten. Knecht Ruprecht (Begleiter des hl. Nikolaus bzw. des Weihnachtsmanns. Vgl. auch Theodor Storm "Knecht Ruprecht". Richard Dehmel "Knecht Ruprecht und die Christfee"), Schwerfälliger als ein Ochsenknecht, Knechtsgestalt, Landsknecht, Rechenknecht (Computer), Stiefelknecht (Ausziehhilfe). Tiernamen: Weberknecht (Spinne).
Sprichwörter: Der Herr befiehlt’s dem Knecht, der Knecht befiehlt’s der Katze und die Katze ihrem Schwanze. Der Knecht macht seine Frau zur Magd und die Magd ihren Mann zum Knecht. Mancher Knecht sitzt wärmer als sein Herr (sorbisch). Wehe dem Herrn, den seine Knechte loben (Serbien). Schöne Kleider stehen selbst einem Pferdeknecht gut (Japan). Was die Herrn tun, ist alles recht, / Unrecht hat nur der Knecht. Wenn die Herren sich streiten, muss der Knecht Haare lassen (Rumänien). Wer nie Knecht war, kann kein guter Herr sein. Wer sich von seinem Knecht lässt duzen, / kann sich bald selber die Stiefel putzen.

"Lächelnd scheidet der Despot;
denn er weiß, nach seinen Tod
wechselt Willkür nur die Hände,
und die Knechtschaft hat kein Ende."
(Heinrich Heine)



Knecht: Sprüche: "Arbeit und Sparen macht reiche Knechte" (Georg Rollenhagen). "Der Gott, der Eisen wachsen ließ, / der wollte keine Knechte" (Ernst Moritz Arndt). "Der Knecht singt gern ein Freiheitslied des Abends in der Schenke. / Das fördert die Verdauungskraft und würzet die Getränke" (Heinrich Heine). "Die Erinnerungen sind fette Nahrung für jene, die Häuser besitzen, Tiere, Knechte und Felder" (Jean-Paul Sartre). "Ein Herr ist, wer noch nicht weiß, wessen Knecht er ist" (Hellmut Walters). Fehlt der Knecht am Morgen ständig, / war die Magd nachts sehr lebendig. Rülpst im Stalle laut der Knecht, / wird sogar den Säuen schlecht. "Wer sterben gelernt hat, hört auf, ein Knecht zu sein" (Epikur). "Wir sind umso freier, je mehr wir der Vernunft gemäß handeln, und umso mehr geknechtet, je mehr wir uns von den Leidenschaften regieren lassen" (Gottfried Wilhelm von Leibniz).



Knecht: Vergleiche: "Das Geld, das man besitzt, ist das Mittel zur Freiheit, dasjenige, dem man nachjagt, das Mittel zur Knechtschaft" (Jean-Jacques Rousseau). "Der Vorsatz ist ja der Erinnerung Knecht, stark von Geburt, doch bald durch Zeit geschwächt" (William Shakespeare "Hamlet"). "Lächelnd scheidet der Despot; / denn er weiß, nach seinen Tod / wechselt Willkür nur die Hände, / und die Knechtschaft hat kein Ende" (Heinrich Heine). "Mir ist die gefährliche Freiheit lieber als eine ruhige Knechtschaft" (Jean-Jacques Rousseau). "Sei deines Willens Herr und deines Gewissens Knecht" (Marie von Ebner-Eschenbach). "Wer seine Pflicht tut, ist ein getreuer Knecht, hat aber keinen Anspruch auf Dank" (Otto von Bismarck). "Wer sich nicht selbst befiehlt, bleibt immer Knecht" (Johann Wolfgang von Goethe "Zahme Xenien").

"Wenn du dich selber machst zum Knecht,
bedauert dich niemand, geht's dir schlecht.
Machst du dich aber selber zum Herrn,
die Leute sehn es auch nicht gern.
Und bleibst du redlich wie du bist,
so sagen sie, dass nichts an dir ist."
(Johann Wolfgang von Goethe)



Knecht: Schimpfworte: Folterknecht (u. a. Masseur, Sadist), Frauenknecht, Fürstenknecht, Henkersknecht, Kapitalistenknecht, knechtisch, Knechtschaft ("Der höchste denkbare Grad der Gleichheit, der Kommunismus, ist, weil er die Unterdrückung aller natürlichen Neigungen voraussetzt, der höchste denkbare Grad der Knechtschaft" Heinrich von Treitschke. "Der Mensch ist eine in der Knechtschaft seiner Organe lebende Intelligenz" Aldous Huxley. "Man muss den Menschen gestatten, große Fehler zu ihrem Schaden zu begehen, um ein größeres Übel zu verhindern: Die Knechtschaft" (Luc de Clapier Vauvenargues), Knechtseele, Pfaffenknecht, Satansknecht, Weiberknecht.



Knecht: Volksmund:
"Der Herr rief: Lieber Knecht,
Mir ist entsetzlich schlecht!
Da sprach der Knecht zum Herrn:
Das hört man gar nicht gern."

"Denns Bauersein
deucht mich gar nicht fein,
weiß Gott, ob ich's vermöcht',
ich bin und bleib' lieber Knecht.
Als Knecht kann ich den Lohn einheben
und als Bauer muss ich ihn ausgeben."

Für Unbilden des Bauern rächte sich der Knecht gelegentlich an dessen Ehefrau. Der Dichter Klabund reimte ("Der verliebte Knecht"):
"... Doch bin ich nit zu fassen
Und grüße ihn devot.
Muss mir sein Weib doch lassen,
Es küsst mich gar zu gut."

Schnaderhüpfl:
"Wenn’s regnet und schneit,
Und recht gfrier'n tut -
Wenn sonst kein Kerl kommt,
Ist der Hausknecht gut."



Knecht: Fabeln: Phaedrus "Der Hase und der Ackerknecht". Christian Fürchtegott Gellert "Der Held und der Reitknecht".
In der Literatur: Bertolt Brecht "Herr Puntila und sein Knecht Matti" (1948). Miguel de Cervantes "Don Quijote". Jeremias Gotthelf "Uli der Knecht - Uli der Pächter" (1841/49, auch Film 1954). Franz Xaver Kroetz "Der Mondscheinknecht" (1981/83). Siegfried Lenz "Lukas, sanftmütiger Knecht" (1970). Peter Rosegger "Erdsegen. Vertrauliche Sonntagsbriefe eines Bauernknechtes" (1900, auch als Film) und "Der Fuhrknecht und der Postmeister" (in "Die Älpler"). Leo N. Tolstoi "Herr und Knecht" (1895).

"Der eine fragt: Was kommt danach?
Der andre fragt nur: Ist es recht?
Und also unterscheidet sich
Der Freie von dem Knecht."
(Theodor Storm)



Knecht: Im Gedicht: Achim von Arnim "Der wohlgezogene Knecht". Clemens Brentano "Frühlingsschrei eines Knechtes aus der Tiefe". Friedrich Hebbel "Herr und Knecht". August Heinrich Hoffmann von Fallersleben "Herren und Knechte" und "Niemandes Herr, Niemandes Knecht". Börries von Münchhausen "Der gewanderte Knecht" (Ballade). Hans Sachs "Der Bauernknecht fiel zweimal in Brunnen", "Der verlogen Knecht mit dem großen Fuchs" und "Sankt Peter mit dem Herrn und faulen Baurenknecht". Frank Wedekind "Stallknecht und Viehmagd":
"... Da liegen Stallknecht nun und Viehmagd
Und schauen sich verwundert an,
Und nachher tun sie, was man nie sagt,
Doch was man leicht erraten kann."



Knecht: Im Film/Filmtitel: u. a. "Der Knecht" (1988). "Die Herrin und ihr Knecht" (1929). "Erdsegen". "Herr Puntila und sein Knecht Matti" (1955, 1966). "Rottenknechte" (1970/71). "Schwabenkinder" (TV-Film 2003). "Uli der Knecht" (1954).
Im Märchen: Brüder Grimm "Der kluge Knecht" und "Die zwölf faulen Knechte".
In der Malerei: u. a. Hans Baldung gen. Grien "Der verhexte Stallknecht" (1534). Im Lied "Das Lied vom Jockel" (s. Hafer). "Herr und Knecht".



Knecht: S. auch Mariä Lichtmess, Sex



Knechte: s. auch Knecht



Knoblauch: "Nutzpflanze, deren Genuss einem Platz in den öffentlichen Verkehrsmitteln verschafft" (E. G. Tange).
Die alten Ägypter nahmen regelmäßig Rettich mit Knoblauch und Zwiebeln zu sich, um besser arbeiten zu können. Ihre Priester verboten jedoch dem, der nach Knoblauch roch, den Zugang zum Tempel. Wenn die alten Griechen außer Haus gingen, ließen sie ihren Frauen Knoblauch essen, "um das Treubleiben zu erleichtern". Sie fütterten ihre Kampfhähne mit Knoblauch, um sie "scharf" zu machen. In den "Rittern" des Aristophanes ruft der Chorführer aus: "Ein Knoblauchfrühstück mache hitziger dich zum Streit!" Den römischen Soldaten verlieh sein Genuss Mut und Kampfeskraft. Bereits von Marc Aurel im 2. Jh. n. Chr. zum Anlass judenfeindlicher Äußerungen genommen.



Knoblauch: Knoblauch kann durch seinen starken Geruch Raupen, Vögel und Vampire, ja das Böse an sich zuverlässig vertreiben. Knoblauchzehen in der Wiege eines Babys schützen gegen Hexen und Zauberer. Eine Salbe aus Knoblauchasche und Honig soll dünne Haare wieder sprießen lassen. Auch gegen Pest soll die Pflanze gewirkt haben wie folgender Spruch beweist: "Also esset Knoblauch und Bibernell, / dann sterbet ihr nicht so schnell." In Skandinavien rieben Bäuerinnen ihre Hände vor dem Melken mit Knoblauch ein, um böse Geister zu vertreiben. Illegale mexikanische Grenzgänger in die USA rieben ihre Beine mit Knoblauch ein, um Schlangen und Skorpione fernzuhalten. Auch eine weitere Wirkung ist zuverlässig nachgewiesen: Nach dem Essen hat man in der Straßenbahn mehr Platz.



Knoblauch: Knoblauch soll zur Unzucht reizen und "durch Hexerei verursachte Impotenz heilen". Eine schon recht alte Empfehlung: Bevor Liebende zur Tat schreiten, sollten entweder beide oder keiner Knoblauch essen. Knoblauchskönig: Spottwort für den Gegenkaiser Hermann von Lothringen (1082), nach seinem "Königssitz" Eisleben, weil "dazumal" dort viel Knoblauch gebaut wurde (s. auch die Sage der Brüder Grimm).
Tiernamen: Knoblauchkröte. Pflanzennamen: Knoblauchbaum, Knoblauchpilz, Knoblauchrauke.
Sprichwörter: Wenn die Mutter nach Zwiebeln riecht und der Vater nach Knoblauch, kann die Tochter nicht nach Rosen duften (Jiddisch).
Sprüche: Die Fahrkarte sichert dir die Fahrt, der Knoblauch den Platz. Lieber Wurstfinger als Knoblauchzehen. "Mit etwas Anstrengung lässt sich alles auf dieser Welt geheim halten – ausgenommen Knoblauch" (Alexander Roda Roda). Kollegenschelte: Bei dem daheim füttern sie die Kinder mit Knoblauch, damit sie sie im Dunklen leichter finden.



Knoblauch: Schimpfworte: Knoblauchzehen (Füße, die "riechen").
In der Literatur: "O Jupiter, lass’ meine Zwiebeln und meinen Knoblauch gedeihen!" (Lukian "Ikaromenippus oder Die Luftreise"). Mo Yan "Die Knoblauchrevolte".
Im Gedicht: Horaz "Epoden" ("Das Knoblauchgericht").
In der Literatur: Mo Yan "Die Knoblauchrevolte".
Im Film/Filmtitel: u.. a. "Heinrichs Bettgeschichten oder wie der Knoblauch nach England kam" (1970).



Kohl: "Ein bekanntes Küchengemüse, etwa so groß und klug wie ein menschlicher Kopf" (Ambrose Bierce).
"Ich würde mich freuen, wenn der Tod zu mir käme, während ich Kohl pflanze" (Michel de Montaigne).
Der Volksglaube weiß, dass der Mann im Mond ein Bauer ist, der seinem Nachbarn Kohl gestohlen hat. Die Pflanzen werden im Liebesorakel verwendet. Man setzt sie dicht nebeneinander. Je nachdem sie zusammenwachsen oder sich voneinander entfernen, wird auf eine künftige Ehe geschlossen. Die mittelalterlichen Henker übten während der "Lehrzeit" ihr Handwerk aan Kohlköpfen.



Kohl: Redensarten: Das macht den Kohl/das Kraut nicht fett (z. B. das Haar in der Suppe; das nützt nichts). Den Kohl wieder aufwärmen (bereits bei Juvenal "Saturae". "Er hatte eben versucht, über einen Kohl, den er zum siebzigsten Male aufwärmte, eine deutsche Brühe zu gießen" Gotthold Ephraim Lessing). Jemanden verkohlen (von Kohle?). Kohldampf schieben (Hunger haben; vermutlich nicht von Kohl, sondern aus dem Rotwelschen). Ohren machen wie Blumenkohlblätter (zuhören).
Kohl (unsinniges Geschwätz), Kohlanämie (Rinderkrankheit).
Tiernamen: Kohlblattlaus, Kohldrehherzmücke, Kohleule (Schmetterling), Kohlfisch (Dorschart), Kohlfliege, Kohlgallenrüssler, Kohlmaul (Dorsch), Kohlmeise, Kohlraupe, Kohlrübenblattwespe, Kohlrüssler, Kohlschnake, Kohlschotenmücke, Kohltriebrüssler, Kohlwanze, Kohlweißling (Schmetterling).
Pflanzennamen: Blumenkohl, Kohlbaum, Kohldistel, Kohlpalme, Kohlrabi/Kohlrübe, Kohlrose, Kohlröschen (Orchideengattung), Kohlrübe (Steckrübe), Kohlsalat (Raps).
Sprichwörter: Kohl muss man pflanzen unter dem Sternzeichen des Mistes und kochen unter dem Sternzeichen des Specks. Schöne Worte machen das Kraut nicht fett. Seinen Kohl zieht mancher mit mehr Sorgfalt als seine Buben.
Vergleiche: "Erziehung ist alles. Der Pfirsich war einst eine Bittermandel und der Blumenkohl ist nichts als ein Kohlkopf mit akademischer Bildung" (Mark Twain). "Idealist ist der Mann, der aus der Tatsache, dass eine Rose besser riecht als der Kohl, darauf schließt, eine Suppe aus Rosen müsse auch besser schmecken" (Ernest Hemingway).



Kohl: Schimpfworte: Kohl (dummes Gerede), aufgewärmter Kohl (längst erledigte Angelegenheit), Blumenkohlohr (missgestaltetes Ohr, häufig bei Boxern), Kohlkopf.
Im Film /Filmtitel: "Die Schützes – Helden zwischen Bananen und Kohl" (1994). "Louis und seine außerirdischen Kohlköpfe" (Louis de Funès 1981).
Im Gedicht:
"Das Volk ist dumm,
das macht der Kohl,
er bläht nur unterm Schurze.
Den Kopf hingegen läßt er hohl.
So herrscht im Reich, ich sag: zum Wohl,
politisches Gefurze" (Walter von der Vogelweide).

"Den Kohl, den du dir selber gebaut,
Musst du nicht nach dem Marktpreis schätzen;
Du hast ihn mit deinem Schweiß betaut,
Die Würze lässt sich durch nichts ersetzen."
(Friedrich Rückert )

Wilhelm Busch "Der Kohl". Heinrich Seidel "Der Hase im Kohl".
In der Malerei: u. a. Edvard Munch "Mann im Kohlacker" (1916).



Kohl: S. auch Kraut.



Köhler: Redensart: Köhlerglaube (blinder Glaube, bereits bei Martin Luther).
"Der alte Köhlerglaube entschwand,
Es glauben die Köhlerkinder
Eiapopeia - nicht mehr an Gott
Und an den König nicht minder."
(Heinrich Heine).

Im Gedicht: Gottfried Keller "Das Köhlerweib" (vertont von Hugo Wolf). Friedrich Rückert "Der Köhler". Gustav Schwab "Der Köhler". Musik: Anton Dvo?ák "König und Köhler" (Oper 1871).
Im Film /Filmtitel: u. a. "Der Köhler" (1972). "Köhlerliesel" (1960).
Im Lied: "Köhlerliesl".



Köhler: S. auch Wolfgang (hl.)



Kohlrabi: Schimpfworte: Menschlicher Kopf (Kohlrübe). Kohlrabiapostel, Kohlrabifuzzi (Vegetarier).
Volksgut (Liedparodie auf "Rosamunde"):
"Kohlrabi, Kohlrabi,
Meine Mutter kriegt ein Baby.
Ich darf es nicht verraten,
Es ist vom Flaksoldaten."



Koitieren: "Das kommt vom Pudern, das kommt vom Vögeln …" (Liedparodie)
Der Landmann kennt u. a. abdrücken, abfüllen, anbrennen, anbuffen (schwängern; angebuffte Tomate), aufreißen, ausschleimen/reinschleimen, bearbeiten, besamen, beschälen, besorgen, bimsen, bumsen/anbumsen, drübergehen, einen Eiertanz aufführen (von Eier für Hoden), eingeben, einzipfeln, ficken, das Heu einbringen, jemanden lassen, mahlen (s. auch Müller), nehmen, ölen, orgeln, pempern/pimpern (wohl von dem Pimpernuss-Strauch, der als Aphrodisiakum Verwendung fand, weil seine Samen entfernt an menschliche Hoden erinnern), pfählen, pudern (Puderdose = Vagina), rammeln (bei Josephine Mutzenbacher: "… dann remmelten wir wortlos weiter im Takt". In Leipzig hieß der Polterabend "Rammelnacht" E. Götzinger). Den "Bauern rein rebeln" heißt es beim Sanitätsgefreiten Neumann. Rumpeln, schießen, miteinander schlafen, schnackseln (durch Gloria von Thurn und Taxis weiteren Kreisen bekannt gemacht), spritzen, umlegen, vernaschen, wildern, zudecken.



Koitieren: landwirtschaftlichen Werkzeugen und Geräten nachempfunden: Ackern, aufspießen, bohren (ein Loch bohren), bürsten, bürsteln (Spruch: Wer in der Jugend viel bürstet, braucht sich im Alter nicht zu kämmen), buttern, dengeln, hobeln (auch für masturbieren. Hobelspäne = uneheliche Kinder), nageln/annageln (G. Queri: "Koa Bauernmadl mag i net, de woaß ja net, wie's Nageln geht."). Spalten ("Süßholz spalten"), stangeln, stechen (z.B. anstechen, hinaufstechen (das Fass/die Sau anstechen, auch für entjungfern), stöpseln, striegeln, umhacken, wetzen (vom Wetzstein).
Vom Hin- und Herbewegen: Bügeln, ein Fass anstechen, fegen, fiedeln, flicken, geigen ("Stehgeiger"), graben, hineindrücken, hineinstecken, kegeln/(Kegel) schieben (eine Nummer schieben. "Mein lieber Schieber!" lobt die Penetrierte), ölen, pinseln, rammen, schrubben, stechen, stemmen/aufstemmen, stempeln, stopfen ("Der Tabak lässt sich rauchen, sagte der Bursche, als ihn die Magd einmal hatte stopfen lassen" Wander. Stemmeisen = Penis), stöpseln, stoßen (Stoß-Stange = Penis, Stoßverkehr = Geschlechtsverkehr, Stoßzahn = williges Mädchen).



Koitieren: Tieren abgeschaut: Bespringen, besteigen/drübersteigen (erotisches "Berglied": "Ich möchte so gern die Jungfrau besteign"), decken (Deckgebühr = Prostituiertenhonorar, Deckprämie = Kindergeld), den Hahn krähen lassen, den Hammelsprung ausführen, rammen (vom Schafbock), reiten (Prostituierte werden in ihrer "Lehrzeit" eingeritten bzw. zugeritten. Walter: "Nach dem … Ficken war sie wie ein gut zugerittens Pferd"). Reitbahn (Bett), Reitschule = Bordell, Besenritt/Schnallenritt = Koitus. Zusammengeritten = sexuell verbraucht). "Therapeutisches Reiten" (umstrittene Behandlungsmaßnahme in der Psychotherapie).



Koitieren: S. auch Brombeere, Dreschen, Hase (rammeln), Haselnuss, Maulwurf, mausen, Penis, Reiter (reiten), Rose, Sack, Sex, vögeln, Ziege



Königskerze: Auch Wetterkerze genannt. Neigt sie sich nach Osten, wird es schön, neigt sie sich nach Westen kommt schlechtes Wetter. Die alten Griechen tauchten die Pflanze in Pech, um sie als Fackel zu verwenden. Sie wird auch als Abwehrzauber eingesetzt. So schützte sich Odysseus durch eine Königskerze gegen den Zauber der Kirke. Hildegard von Bingen empfiehlt die Königskerze als Heilmittel für ein "trauriges Herz". Mäuse vertreibt man, indem man die Pflanze in Mauslöcher steckt.
In der Literatur: Friedrich Schnack "Sibylle und die Feldblumen" (1941).
Im Gedicht: Friedrich Rückert "Die Königskerze".

"…Eine Magd hat einmal eine angezunden,
wurde aber dann von keinem Prinzen entbunden,
sondern hat das Kind nach dem Vater genannt.
War Fuhrknecht. Weiter nirgends bekannt."
(Karl Heinrich Waggerl "Königskerze")



Korb: u. a. Bienenkorb. Jemandem einen Korb geben. Korbball, Körbchen (weibliche Brust, Körbchengröße), Korbsessel. Pflanzenname: Korbblüter, Korbmarante, Korbweide.
S. auch Hucke



Korn: (Getreide). Korndämonen halten sich als Fruchtbarkeitsgeister in den Feldern auf; sie erschrecken Kinder, die im Korn spielen.
Redensarten: Die Flinte ins Korn werfen (aufgeben, z.B. die Hoffnung auf Potenz. "Geschäftssinn rät, die Flinte nicht ins Korn zu werfen - ehe geerntet ist" Hans Kasper.) Eugen Roth "Voreilig" ("Ein Mensch in seinem ersten Zorn / Wirft leicht die Flinte in das Korn ...")

"Palmström findet eines Abends,
als er zwischen hohem Korn
singend schweift,
eine Flinte ..."
(Christian Morgenstern "Die weggeworfene Flinte" in "Palmström")



Korn: (Getreide). Etwas ist so sicher wie die Maus im Kornhaufen. Körnchen Wahrheit. Stehen wie armer Leute Korn (dünn, dürftig). Jemanden aufs Korn nehmen (vom Visierkorn. "Der größte Genuss ist es, einen Feind aufs Korn zu nehmen, sich an ihm nach guter Vorbereitung gründlich zu rächen und sich dann einfach ins Bett zu legen" Josef Stalin). Von altem/echtem Schrot und Korn (zuverlässig. Vielleicht auch aus dem Münzwesen). Korn (Photographie), Körnerkrankheit (Trachom), körnig, Kornkammer (Gegend, wo viel Getreide angebaut wird). "Kornkammer des Kapitals" (Schweiz). Korn/Körnung (Maß für die Größe von Schleifmaterialien, Fotografie). Korn (Synonym für Alkohol. "Fällt der Bauer von dem Trecker, / War der Korn mal wieder lecker" G. Drews. "Wer zuviel Korn trinkt, hat am Ende nur noch Stroh im Kopf" Gerhard Uhlenbruck.) Kolleginnenschelte: Sie ist ein blindes Huhn, das einen Korn gefunden hat). "Kornkreise" sollen von Außerirdischen stammen. Pfefferkorn, Sandkorn, Senfkorn.
Tiernamen: Körnchenmolch, Kornkäfer, Kornmotte, Kornnatter, Kornschabe. Pflanzennamen: Kornblume, Kornrade, Kornrose (Klatschmohn).



Korn: (Getreide) Sprichwörter: S. auch Johannes der Täufer. Auf Nachbars Feld steht das Korn besser (aus Polen). Hungrige Hühner meinen im Traum in einer Kornkammer zu sein (Türkei). Man soll das Wasser erst kochen, wenn man das Korn gemahlen hat (Afrika). Rühme das Korn erst, nachdem du es in der Scheuer hast, und deinen Herrn erst im Grabe (Russland). Wenn der Landmann das Korn geerntet hat, beginnt er zu prozessieren oder er baut an seinem Haus (China). Wer das Korn am Wege und die Jungfern in der Kirche abschätzt, wird leicht betrogen.
Schimpfworte: Körnerfresser (Vegetarier). Die folgenden Zeilen wurden zum "Vorbild" für die zahlreichen sog.



Korn: (Getreide). Klapphornverse:
"Zwei Knaben gingen durch das Korn.
Der eine blies das Klappenhorn.
Zwar konnte er's nicht ordentlich blasen,
Doch blies er's wenigstens einigermaßen."

"Zwei Knaben gingen durch das Korn,
Sie gingen alle beide vorn,
Denn hinten konnte keiner geh'n,
Da hinten war die Luft nicht schön."

"Zwei Knaben gingen durch das Korn,
Der zweite hat seinen Hut verlor’n.
Der erste würd’ ihn finden,
Ging er statt vorne hinten."



Korn: (Getreide).
Sprüche: "Was ist alle gemachte Poesie in einer großen Stadt gegen die Schönheit eines Kornfeldes" (Peter Rosegger).
Vergleiche: "Den wirklich gelehrten Menschen geht es wie den Kornhalmen auf dem Felde: Sie wachsen frisch auf und richten den Kopf gerade und stolz in die Luft, solange die Ähren noch leer sind. Sobald sie angeschwollen, voll Korn sind und reif werden, senken sie demütig die Häupter" (Michel de Montaigne).
In der Fabel s. auch Wiesel.



Korn: (Getreide). In der Literatur: Jurij Brezan "Auf dem Rain wächst Korn" (1951). Mo Yan "Das rote Kornfeld". Plautus "Parasit Kornwurm".
Im Gedicht: Gottfried Benn "Vor einem Kornfeld". Werner Bergengruen "Das Korn im Acker" (in "Die heile Welt"). Max Dauthendey: "Durchs Korn gehn warme Gassen". Gustav Falke "Das Korn ist reif". Friedrich Hebbel "Das Korn auf dem Dache". Christian Morgenstern "Das Kornfeld". Friedrich Schiller "Jungfrau von Orleans" ("Kann ich Armeen aus der Erde stampfen? / Wächst mir ein Kornfeld in der flachen Hand?").
Im Lied: "Wir haben das Korn geschnitten". Schlager: u. a. "Ein Bett im Kornfeld" (Blödelhit: "Ein Korn im Feldbett"). "I remember the cornfield".



Korn: (Getreide) Im Film/Filmtitel: u. a. "Das Korn ist grün" (1945, 1979). "Das rote Kornfeld" (1987). "Das Zauberkorn" (1942 Kinderfilm). "Junges Korn" (1953).
In der Malerei: u. a. Pieter Bruegel d. Ä. "Zyklus der Monatsbilder. Die Kornernte (Monat August)" (1565). Vincent van Gogh "Kornfeld mit Mäher" (1889). August Macke "Baum in einem Kornfeld" (1907). Max Pechstein "Kornpuppe" (1926).



Korn: (Getreide) S. auch Getreide, Jakobus d. Ä. (hl.), Mutterkorn, Roggen, Silo, Weizen



Kornblume: "In meiner Kindheit machten mich die Kornblumen wehmütig" (Jean Paul).
Ein Mädchen, das wissen will, ob ihr Angebeteter sie wirklich liebt, steckt Kornblumensamen in ihren Ausschnitt und beobachtet das Auswachsen. Die Blume wird zum Blutstillen verwendet. Der Kentaur Chiron soll nach Plinius seine Wunden damit geheilt haben. Im "Ekkehard" des Dichters Joseph Viktor von Scheffel heißt es: "Haltet sie mit der Rechten, bis sie darin erwarmet, das stillet euer Blut!" Kaiser Wilhelm I. wählte sie zu seinem persönlichen Symbol. Blaue Blume der Romantik. Nationalblume Estlands. "Aktion Kornblume" (Zwangsumsiedlung in der DDR). Pflanzennamen: Kornblumenrötling.
Schimpfworte: Kornblumenblau (sehr betrunken).
In der Literatur: Friedrich Schnack "Sibylle und die Feldblumen" (1941).
Im Gedicht: Felix Dahn "Kornblumen". Max Dauthendey "Die blaue Kornblum wohnt versteckt". Joseph von Eichendorff "Blumen der Liebe" ("... Wie du verstohlen mich anblickst, Kornblume, aus nickenden Ähren ..." Emanuel Geibel "Kornblumen flecht’ ich dir zum Kranz …" Klabund "Die letzte Kornblume". Friedrich Schiller "Xenien und Votivtafeln":
"Zierde wärst du der Gärten, doch wo du erscheinest, da sagst du:
Ceres streute mich selbst aus, mit der goldenen Saat."
Josef Weinheber " Kornblume blau, Mohn flammig rot..".
Im Film/Filmtitel: u. a. "Kornblumenblau" (1939, 1988). "Übers Jahr, wenn die Kornblumen blühen" (1944).
Schlager: u. a. "Kornblumen". "Kornblumenblau sind die Augen der Frauen beim Weine ..." "Übers Jahr, wenn die Kornblumen blühen" (1951).



Kornblumen: s. auch Kornblume



Krähe: "Frau des Raben".
Raben und Krähen sind die Vögel mit der größten Intelligenz. Sie sind "gewitzte" Tiere, die den Jäger schon von weitem an der Kleidung erkennen. Sie können z. B. Spielkarten nach abstrakten Symbolen ordnen und den Wasserstand in einem Krug durch hineingeworfene Steine erhöhen (s. auch die Äsopsche Fabel). Sie leiden Durst, weil sie sich bei der Kreuzigung Christi danebenbenahmen. Hexen und Kobolde, ja sogar der Teufel zeigen sich gern in Gestalt von Krähen. Die Eskimos glauben, dass die Welt von einer Krähe erschaffen wurde. "Da die Rabenkrähe Miesmuscheln nicht mit dem Schnabel öffnen kann, nimmt sie die Muschel in den Schnabel, fliegt hoch und lässt die Muschel auf einen Stein stürzen, wo sie aufplatzt" (H. Haefs). Ihre Geschicklichkeit soll der von fünfjährigen Kindern entsprechen. Ein preußisches Ministerium klärte im Kriegswinter 1916/17 die hungernde Bevölkerung über die Schmackhaftigkeit abgeschossener" Krähen auf. Sternbild Krähe.



Krähe: Redensarten: Eine Krähe mit Pfauenfedern (fremdes Lob einheimsen). Eine Krähe sitzt gern bei der anderen. Zwei Krähen mit einem Schuss erledigen. "Krähe" (Yoga-Figur), krakeelen (lärmen, vom krächzenden Laut der Krähe), Krähenfüße (spitze Eisengegenstände, die zu Reifenschäden führen. "Haltestellen der Gesichtszüge" Manfred Schmidt, "die Stenographie des Schicksals" Marianne Hoppe. Die Krähe hat es geschrieben für unleserlich). Krähenindianer, Krähennest (Ausguck am Mast eines Segelschiffs)
Tiernamen: Krähenscharbe (Kormoran). Pflanzennamen: Krähenauge (Brechnuss), Krähenbeere, Krähenfuß (Wegerich). Wo die Krähen rückwärts fliegen (abgelegen).



Krähe: Sprichwörter: Alle haben im Leben ihre Krähenzeiten und ihre Falkenzeiten (Portugal). Als man die Krähe fragte: "Welches sind die schönsten Vögel?" antwortete sie: "Meine Jungen". Die Krähe sagt, der Rabe krächze. Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus (Macrobius "Saturnalia". Krähen hacken zwar ihren Feinden und ihrer Beute die Augen aus. Sie beherrschen den Trieb jedoch so gut, dass sie das bei Streitereien untereinander niemals tun). Eine gepuderte Krähe bleibt nicht lange weiß (China). Es mag noch so teuer sein – die Krähen haben Nüsse, die Klöster Wein. Halten die Krähen Konvivium, / sie nach Feuerholz dich um. Krähen beklagen die toten Schafe und fressen sie dann (England). Von einer Krähe muss man nicht erwarten, dass sie eine andere Farbe loben werde als die schwarze. Wenn der Wolf alt wird, so reiten ihn die Krähen. Wenn man unter die Krähen fällt, muss man krächzen wie sie (jüdisch). Zieh Krähen auf, und sie hacken dir die Augen aus (Spanien).



Krähe: Sprüche: "Es wird alle Tage schlimmer", schimpfte die Krähe, als man den Galgen abbrach. "Soviel es weiße Krähen gibt, soviel gibt es gute Stiefmütter" (aus Jugoslawien).
Vergleiche: "Ein glücklicher Mensch ist seltener als eine weiße Krähe" (Martial, auch Juvenal). "Wenn Menschen Flügel hätten und schwarze Federn, wären wenige von ihnen schlau genug, um Krähen zu sein" (Henry Ward Beecher).
Schüleraufsatz: Die Krähe geht hinter dem Pflug her und pickt dem Bauern die Würmer aus der Furche.



Krähe: Schimpfworte: Krähe (unattraktive Frau), Brieftaschenkrähe (Brieftaschentrickdieb), Krähenkacke (schlechtes Essen), Krähennest (Vagina einer alten Frau), Nebelkrähe (hässliche Frau), Übelkrähe (Herbert Wehner über den Abgeordneten Jürgen Wohlrabe), schwarze Krähe (Nonne).

Fabeln: S. auch Adler, Bachstelze, Schwalbe. Äsop u. a. "Die Krähe und der Rabe" und "Die Krähe und die Vögel". Gotthold Ephraim Lessing "Die Pfauen und die Krähe" (nach Äsop). Phaedrus "Die hochmütige Krähe und der Pfau" und "Die Krähe und das Schaf".



Krähe: In der Literatur: Aristophanes "Die Vögel" (sie soll fünf Menschenalter "durchleben"). Wolfgang Borchert "Die Krähen fliegen abends nach Hause". Max Dauthendey: "Die Krähe". Hermann Löns "Die Raben- und die Nebelkrähe". Ottfried Preußler "Krabat".
Im Gedicht: Georg Britting u. a. "Krähen im Schnee", "Krähen und Enten", "Das Krähenhaus", "Krähentanz" und "Zwei Krähen vorm roten Himmel". Max Dauthendey "Ein Krähenhauf flog johlend über die Straße". Annette von Droste-Hülshoff "Die Krähen" ("Heidebilder"). Gustav Falke "Winter". Johann Gottfried Herder "Die Krähe" (aus dem Orient). Peter Huchel "Krähenwinter". Sarah Kirsch "Krähengeschwätz". Hermann Löns "Die Nebelkrähe". Christian Morgenstern "Krähen bei Sonnenaufgang". Friedrich Nietzsche "Vereinsamt" ("Die Krähen schrein / Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt ...")



Krähe: Im Gedicht:
"Sie streifen mit gierigen Flügeln
Schneezaun und Dämmernis.
In meinen Winterträumen
Verschwebt ihr Schattenriss ..."
(Heinz Piontek "Krähen")

"Die Krähe lacht. Die Krähe weiß,
Was hinter Vogelscheuchen steckt,
Und dass sie nicht wie Huhn mit Reis
Und Curry schmeckt ..."
(Ringelnatz "Die Krähe")

Vergil "Vom Landbau": ("Lautstark ruft dann den Regen herbei die schamlose Krähe"). Comicreihe "The crow".



Krähe: Im Film/Filmtitel: u. a. "Das Krähen-Ei" (2001). "Der Krähenbaum" (1987 TV-Film). "Die Krähe" (1977, 1994). "Die Unschuld der Krähen" (1997). "Ferien auf der Kräheninsel" (1991). "Krähen" (1994). "Krähen fliegen um den Turm" (1917). "Mama Muh und die Krähe". "Night of the scarecrow – Die Nacht der Krähe" (1995). "Soweit die Krähe fliegt" (1984). "The crow – Die Krähe" (Fantasy 1993/94). "The crow – Die Rache der Krähe" (1996).
In Graphik und Malerei: Albrecht Dürer "Nebelkrähe" (Zeichnungen 1512). Vincent van Gogh "Der Pflug und Kornfeld mit Krähen" (1890). Grandville "Erinnerungen einer alten Krähe". Pablo Picasso "Frau mit Krähe" (1904).
Im Lied: Franz Schubert "Die Krähe" (in "Die Winterreise"). "Die Krähe, die Krähe, / die sagt: Heh, was ich sehe!" (Aus der "Vogelhochzeit).



Krähe: s. auch Rabe



Krähen: s. auch Krähe



Kranich: "Der Kranich mahnt zur Aussaat im Herbst, wenn er krächzend nach Libyen zieht" (Aristophanes "Die Vögel").
"Merke du auf, sobald du des Kranichs Stimme vernommen, / Der alljährlich den Ruf von der Höh' aus den Wolken dir sendet / Bringt er die Mahnung doch zum Säen, verkündet des Winters Schauer..." (Hesiod).
"Vogel des Glücks". Reiche Römer zähmten den Vogel zu ihrem Vergnügen, verzehrten aber auch sein Fleisch, "gut gesalzen und mit Schrotmehl paniert" (Horaz). Kraniche schlafen auf einem Bein; sie gelten daher als Symbol der Wachsamkeit. Sie schützen vor dem bösen Blick und können Mörder dazu bringen, ihre Tat zuzugeben. Angeblich sollen sie sämtliche Krankheiten heilen. Der Baukran kommt von Kranich. Die Lufthansa wählte den Vogel als Signet. Großer und kleiner Kranichsee (Ezgebirge).
Redensart: Den Kranich zum Teichwärter machen (Verspottung verkehrter Aufsicht). Sprichwörter: Es geht ihm wie dem Kranich, er wollte gern und kann nich' (bei Impotenz).



Kranich: Fabel: S. auch Fuchs. Eine Fabel erzählt vom Fuchs und vom Kranich, die sich bei einer Mahlzeit mit unpassendem Essgeschirr herumplagen (vgl. dazu Johann Wolfgang von Goethe "Fuchs und Kranich"). Einst blieb dem Wolf ein Knochenstück im Rachen stecken. Er versprach dem viel Geld, der ihn von seinem Leiden erlösen würde. Erst der Kranich brachte es mit seinem langen Schnabel fertig, den Knochen herauszuziehen. Als er seinen Lohn verlangte, sagte der Wolf: "Mein lieber Kranich, sei froh, dass ich dich nicht um einen Kopf kürzer gemacht hab', als du ihn zwischen meine Zähne stecktest. Dein Leben sollte dir Lohn genug sein (schon bei Äsop und Phaedrus, auch bei Martin Luther). Äsop "Die Gänse und die Kraniche" und "Der Pfau und der Kranich" (auch bei Hans Sachs). Johann Gottfried Herder "Alte Fabeln mit neuer Anwendung". Friedrich Schiller "Der Fuchs und der Kranich" (auch bei Äsop).



Kranich: Buchtitel: Josef Martin Bauer "Kranich mit dem Stein".
In der Literatur: Giovanni Boccaccio "Das Dekameron". 6. Tag. Hermann Löns "Der Kranich" und "Die Kraniche". Martial "Epigramme" ("Kraniche").
Im Gedicht:
"Sieh jene Kraniche in großem Bogen!
Die Wolken, welche ihnen beigegeben
Zogen mit ihnen schon, als sie entflogen
Aus einem Leben in ein andres Leben ..."
(Bertolt Brecht "Die Liebenden")

Wilhelm Busch "Der kluge Kranich". Felix Dahn "Der Kranich". Günter Eich "Der große Lübbe-See" ("Kraniche, Vogelzüge …") Theodor Fontane "Der Kranich". Ewald Christian von Kleist "Der gelähmte Kranich". Nikolaus Lenau "Der Kranich". Heinz Piontek "Mit einer Kranichfeder" (Gedichtband 1962). Eugen Roth "Tierleben für jung und alt" (1973). Hans Sachs "Der Pfau mit dem Kranich". Friedrich Schiller "Die Kraniche des Ibykus" (Ballade). Die bekannten Verse wurden immer wieder umgedichtet:
"Sieh da, sieh da, Timotheus,
Die Ibiche des Kranikus."
Oder:
"Sieh da, sieh da, Timotheus,
Da fällt ne Frau vom Omnibus."

Aus der alternativen Vogelhochzeit:
"Der Kranich, der Kranich,
setzt dreimal an und kann nicht."



Kranich: Im Film/Filmtitel: u. a. "Der Kranichmann" (TV-Film 2002). "Frühe Kraniche" (1979). "Kleiner Kranich" (1969). "Kranichtanz" (1967 TV-Film). "Wenn die Kraniche ziehen" (1957/58).
Im Märchen: Brüder Grimm "Die Krähen". Im Lied: "Der Kranich, der Kranich, / setzt dreimal an und ka-hannicht!" (Aus der alternativen Vogelhochzeit). "Wenn die Kraniche zieh'n".
In der Malerei: Albrecht Dürer (Zeichnung 1513).



Kraniche: s. auch Kranich



Kraut: (Kohl). Redensarten: Das Kraut versalzen. Das Kraut verschütten/ausschütten. Das macht das Kraut auch nicht fett. Dich kann man (als Vogelscheuche) ins Kraut setzen. Etwas hängt einem zum Hals heraus wie kaltes Kraut (für überdrüssig). Ins Kraut schießen (üppig wuchern. "Militaristen sind "Leute, die gerne schießen, vor allem ins Kraut" Joachim Ringelnatz. "Wo die Dummheit ins Kraut schießt, geht die Vernunft in die Binse" Kurt Sigel. Faulheit ist ins Kraut geschossene Muße). Wie Kraut und Rüben durcheinander (unordentlich). Krautwickel (Roulade).
Sprichwörter: Die Frau trauert um den Mann so lange, bis das Kraut fertig gekocht ist. Schöne Worte machen das Kraut nicht fett. Sprichwörter s. auch Kartoffel.
Sprüche: "Das Leben ist alles, was es nur gibt: Wahn, Krautsalat, Kampf oder Seife" (Joachim Ringelnatz). "Der Krautkopf ist unser Wappengemüse" (Horst Hachmann).
Schimpfworte: Krauter (Sonderling), Krautskopf (Kopf), Krautwurst (Landmädchen), Charly Kraut (Spottname für Prinz Philip).



Kraut: (Kohl):
"Dem Pfarrer von Osterburken
Stahl nachts man das Kraut und die Gurken.
‚Wer Gott vertraut,
Der braucht kein Kraut!'
Hinschrieben am Zaun dieses Schurken."
(Eugen Roth "Missbrauchtes Gottvertrauen")

Eines der berühmtesten Rätsel ist das vom Wolf, der Ziege, dem Krautkopf und einem Mann, der mit einem kleinen Kahn über einen Fluss übersetzen will. Im Kahn haben immer nur er und entweder der Wolf, die Ziege oder der Krautkopf Platz. An keinem der beiden Ufer darf aber weder der Wolf mit der Ziege, noch die Ziege mit dem Krautkopf zusammen sein. Lösung: Zuerst wird die Ziege über den Fluss gebracht, der Mann fährt leer zurück und holt den Krautkopf. Die Ziege wird wieder zurückgenommen, dann der Wolf befördert. Am Schluss kommt endlich die Ziege hinüber.
Im Gedicht: Friedrich Rückert "Das bittere Kraut" und "Der Krautschneider".
Im Märchen: S. auch Esel.
Im Film/Filmtitel: u. a. "Die Krautboys" (1992). "Krautsand" (1977).



Kraut: (Kohl)S. auch Kohl, Sauerkraut



Kräuter: (Heilkräuter). Im Kräuterbüschel, der an Mariä Himmelfahrt geweiht wird, müssen neun verschiedene Kräuter (auch 77) enthalten sein; daher vielleicht die Redensart: Ach du grüne Neune! Mädchen, die von ihrem zukünftigen Liebsten träumen wollen, müssen neunerlei Kräuter unters Kopfkissen legen. Über die Wirksamkeit der diversen Heilkräuter gehen die Meinungen auseinander. Ob letztlich nicht doch ein Placebo-Effekt für die Heilung verantwortlich ist, wird man nicht sicher sagen können, solange die Inhaltsstoffe zahlreicher Kräuter noch zu wenig erforscht sind. Wenn der Hirsch Bauchdrücken bekommt, "sucht er Kräutlein, die abführend wirken, und frisst sie" (Hildegard von Bingen). Der Hase bekämpft lästige Magen- und Darmparasiten mit Majoran, Pfefferminze und Kamille, die in der sog. "Hasenapotheke" an Waldrändern wachsen. Oft ist diese Kur jedoch vergebens, weil ihm dort der Jäger auflauert. Gedruckte Kräuterbücher vom 15. bis zum 18. Jahrhundert gelten wegen ihrer Illustrationen als bibliophile Kostbarkeiten. Die Stadt Würzburg soll ihren Namen von der Würzkräuterweihe herleiten.



Kräuter: Redensarten: Dagegen ist kein Kraut gewachsen (z.B. gegen die Liebe, Theokrit und Ovid "Metamorphosen". "Gegen die Liebe ist kein Kraut gewachsen - ausgenommen das giftige" Gerhard Uhlenbruck). Ein starkes Kraut. Kräutlein "Rühr' mich nicht an!" Kräuterbuch (Pflanzenbuch), Kräuterdieb (Käfer), Kräuterkäse, Kräuterweihe (Mariä Himmelfahrt).
Sprichwörter: Gegen den Tod ist kein Kraut gewachsen ("Vor dem Tode ist kein Kraut gewachsen, auch der Lorbeer nicht" Jean Paul). Mancher Kranke braucht eher ein Kräutlein fürs Herz als für den Magen (tschechisch). "Muss" ist ein bitteres Kraut/eine harte Nuss. Warum soll der Mensch sterben, dem Salbei im Garten wächst? (Salbei ist die Staude des Jahres 2003).
Schimpfworte: Kraut (schlechter Tabak), Krauterer (alter Mann. "Als mei Ahnerl siebzig Jahr / Und a alter Krautrer war", aus "Der Vogelhändler" von Karl Zeller). Kräuterhexe (Kräutersammlerin), Krautjunker (früher Großgrundbesitzer), Springkraut (überempfindlicher Mensch).



Kräuter: Vergleiche: "Kreuz ist ein Kraut, wenn man es pflegt, / Das ohne Blüte Früchte trägt" (Matthias Claudius). "Langeweile ist ein böses Kraut, / Aber auch eine Würze, die viel verdaut" (Johann Wolfgang von Goethe). "Die Wahrheit ist ein selten Kraut, / noch seltner, wer es gut verdaut."
Grabspruch für einen Kräutersammler:
"Er fiel in diese Schlucht,
Wo er Heilkräuter sucht'
Gegen Krankheiten und Wunden,
Das Kräutlein vor dem Tod,
Das hat er nicht gefunden."



Kräuter: In der Literatur: Hildegard von Bingen "Kräuterbüchlein für Leib und Seele". Gaius Plinius Secundus "Heilmittel aus wild wachsenden Kräutern". Friedrich Schnack "Clarissa mit dem Weidenkörbchen" (1953) und " Cornelia und die Heilkräuter" (1940).
Im Gedicht: Emanuel Geibel "Das Kraut der Vergessenheit". Johann Christian Günther "An Selenen, als er ihr Kräutertee schickte". Karl Heinrich Waggerl "Heiteres Herbarium (1950, u. a. Scharbockskraut, Nieswurz, Klappertopf, Steinbrech, Schierling, Zittergras). In der Sage: Brüder Grimm "Zauberkräuter kochen".
Im Film/Filmtitel: u. a. "Die Kräuterheilerin" (1995).



Kräuter: S. auch Hexe, Mariä Himmelfahrt, ferner die einzelnen Pflanzen



Krebs: "Tiere, die den Eindruck erwecken, als wollten sie weggehen, wenn sie kommen" (E. G. Tange).
Man isst sie in den Monaten, in denen kein R vorkommt; in Italien ist es umgekehrt. Der Dichter Theodor Fontane berichtet, dass die Krebse in der Oder früher als regelrechte Plage aufgefasst wurden. Sie seien, "bei der dienenden Bevölkerung so verhasst und dem Magen der Leute so widerwärtig ..., dass es verboten war, dem Gesinde mehr als dreimal wöchentlich Krebse vorzusetzen". Die Volksmedizin glaubt, dass der Krebs mit seinen Scheren Krankheiten aus dem Körper ziehen kann. Der Saft zerstoßener Krebse soll als Allheilmittel wirken, so bei Ausschlag, Bauchschmerzen, Drüsenerkrankungen und Geschlechtskrankheiten. Um die Existenz von armen Seelen nachzuweisen, sollen einst Katholiken Krebsen kleine Wachslichtern auf den Rücken gebunden und sie dann in Kirchen und Friedhöfen herumlaufen lassen haben.



Krebs: Redensarten: Die Krebse füttern (seekrank sein, sich erbrechen). Jemand hat schwer zu krebsen. Krebs (Krankheit; Sternbild, Tierkreiszeichen: "Im Zeichen des Krebses bin ich geboren. Ich stehe auf vielen Füßen und habe viel Besitz im Wasser und zu Land" Petronius im "Satyrikon"), "Krebse" (unverkaufte Bücher im Verlag oder Sortiment), krebsen/Krebsgang (Rückwärtsgang), Krebsrot (wie ein gesottener Krebs), Krebsschaden, Krebsgeschwür, Krebsstein (Magenstein). Einsiedlerkrebs (für zurückgezogen). Tiernamen: Krebsotter (Nerz), Krebsspinne. Pflanzennamen: Krebsschere.
Sprichwörter: Den Krebs straft man nicht durch Ersäufen (Schildbürgerstreich). Der Krebs liebt das Wasser, aber nicht, wenn es kocht (Afrika). Eine reiche Schwiegermutter, gesottene Krebse, ein feistes Schwein, / die drei allerschönsten Dinge auf Erden sein. Er hat vom Krebs den Gang und vom Schwein die Reinlichkeit.



Krebs: Sprüche: "Das ist nicht wahr", sagte der Krebs, als die Schwalbe von ihrer Reise erzählte. "Ein getöteter Krebs errötet. Was für ein nachahmungswürdiges Feingefühl des Opfers" (Stanislaw Jerzy Lec). In der Paarungszeit sind Krebsweibchen Krebs erregend (Sprüchekalender).
Vergleiche: "Damit, dass man nach den Anfängen sucht, wird man Krebs. Der Historiker sieht rückwärts, endlich glaubt er auch rückwärts" (Friedrich Nietzsche). "'Vielleicht' ist wie ein schlauer Krebs, der vor- und rückwärts gehen kann" (Wilhelm Busch). "Das erste Privilegium ist der erste Ansatz zum Krebs des Staatskörpers" (Johann Gottfried Seume).
Kinderreim (Lügenmärchen):
"Ein Krebs ging auf die Hasenjagd.
Die Wahrheit kommt heraus mit Macht
Und bleibt nicht lang' verschwiegen:
Es lag eine Kuhhaut auf dem Dach,
die war da hinauf gestiegen."



Krebs: Fabeln: Äsop "Die Schlange und der Krebs" und "Der Krebs und der Fuchs": Ein Krebs stieg aus dem Meer und ließ sich an Land nieder. Ein Fuchs, den der Hunger plagte, sah ihn, schlich herbei und fing den Krebs. Der meinte, seinen Tod vor Augen: "Es geschieht mir ganz recht; wozu sollte ich, der ich doch ein Meeresbewohner bin, auf dem Lande leben?" Jean de la Fontaine "Der Krebs und seine Tochter". Christian Fürchtegott Gellert "Der junge Krebs und die Seemuschel". Johann Gottfried Herder "Die beiden Krebse" (aus dem Griechischen).



Krebs: Buchtitel: Günter Grass "Im Krebsgang". Henry Miller "Wendekreis des Krebses" (1934). Alexander Solschenizyn "Krebsstation".
In der Literatur: Giacomo Leopardi "Der Froschmäusekrieg und seine Folgen: Der Krieg der Krebse und Mäuse".
Im Gedicht: August Heinrich Hoffmann von Fallersleben "Krebsgang". August Kopisch "Der große Krebs im Mohriner See". Karl Krolow "Bestiarium. II. Der Krebs" (nach Guillaume Apollinaire). Elisabeth Langgässer "Tierkreisgedichte. Krebs". Friedrich von Logau "Der Krebs". Joachim Ringelnatz "Ein Taschenkrebs und ein Känguru". Eugen Roth "Tierleben für jung und alt" (1973). Hans Sachs "Die Fünsinger mit dem Krebs".
Im Film/Filmtitel: u. a. "Insel der Krebse" (1975). "Krebsreuse" (1994). "Wendekreis des Krebses" (1969).



Krebs: In der Malerei: u. a. Albrecht Dürer "Narr auf dem Krebs" (Holzschnitt 1494).



Krebse: s. auch Krebs



Kreislauf: Wenn Weizen in Deutschland subventioniert wird, um ihn billig nach Frankreich zu exportieren, und in Frankreich subventioniert wird, um ihn billig nach Deutschland zu importieren - jedes Mal wohl versehen mit den entsprechenden Ausfuhrpapieren. Funktioniert am rationellsten, wenn man den Weizen weglässt und nur noch die Papiere exportiert. Fazit: Mehr kann der Landwirt aus der Bearbeitung der Brüsseler Subventionsformulare herausholen als aus der Bearbeitung seiner Äcker. Ganz nebenbei beweist der damit auch seine Fremdwortkenntnisse (Export, Import, Subvention).



Kren: (Meerrettich). Sein Genuss soll nach altem Volksglauben an das bittere Leiden Christi erinnern. Eine Scheibe Meerrettich im Geldbeutel bewirkt, dass dieser niemals leer wird. Die sog. Krenweiberl forderten ihre Kunden mit dem Ruf "Kren macht schen" zum Kaufen auf. Sein Saft soll gegen Sommersprossen, aber auch gegen Harnsteine helfen. In Baiersdorf (Mfr.) gibt es ein Meerrettichmuseum. Kren wird von Trinkern verschmäht, weil er den Biergeschmack verdirbt, als Potenzmittel jedoch geschätzt, wie das Schnaderhüpfl beweist:
"Zwiebel und Kren!
Und er wird dir schon steh'n.
Er wird dir schon steh'n,
Wenn er eini soll geh'n."

Redensarten: Scharf wie Meerrettich (für lüstern).
Sprichwörter: Ein Wurm im Meerrettich glaubt, dass es keinen süßeren Platz gäbe (jüdisch). Meerrettich ist dem Magen ein Pflaster, den Augen ein Laster. Pflanzennamen: Meerrettichbaum. Schimpfwort: Kein Meerrettich (russisch für Impotenz).



Krippe: Knechte, die in der Neujahrsnacht in der Futterkrippe schlafen, sehen die Zukunft voraus.
Redensarten: Futterkrippe (der Beamte als Kostgänger an der Futterkrippe der Nation). Krippe (Stall mit der Darstellung der Geburt Christi), Kinderkrippe, Krippenkinder, Krippenspiel, Krippensteigen/Krippenwetzen (Untugend der Pferde).
Sprüche: Weihnachten allein? Das muss nicht sein! Viele Familien suchen noch einen Esel für die Krippe (Sprüchekalender).
In der Musik: Pablo Casals "Die Krippe" (Oratorium 1963).



Kropf: In früheren Zeiten glaubte man, die Ursache eines Kropfes liege "in erlittenem Ärger und dem damit verbundenen Anhalten des Atems". In Altbayern wird der Kropf als ganz normaler Körperteil angesehen, d.h. das Fehlen wird als Mangel empfunden - nach dem Motto: "Die schönste Kuh hat eine Glocke".
Redensarten: Den Kropf nicht voll genug kriegen können. Sich den Kropf leeren (Ärger ablassen). Überflüssig wie ein Kropf. Bei Vögeln Erweiterung der Speiseröhre.
Tiernamen: Kropfgazelle, Kropfstorch, Kropftauben, Kropfvogel.
Schnaderhüpfl:
"Die Vogerl ham Kröpferl
und singa damit,
mei Alte hat aa an Kropf,
aba singa kanns nit."

"Dös Diandl is sauba
Vom Fuaß bis zum Kopf,
Nur am Hals hat's a Binkerl,
Dös hoaßt mar an Kropf."



Kropf: Abraham a Sancta Clara ließ sich einmal in einer Predigt über die Heiratschancen von Mädchen aus, die von der Natur nicht eben üppig ausgestattet waren, Hinkende und Bucklichte z.B. Man konnte die Chancen durchaus verbessern. Bei einer Blatternarbigen empfahl der Geistliche, "auf jede Narbe einen Doppellouisdor" zu legen, "so bekommt sie ein golden Gesicht". "Hat ein Mädchen auch einen Kropf wie eine Kropfgans oder Trommeltaube, so kommt sie doch an den Mann, wenn der Beutel nur kropflich", d.h. gut gefüllt ist. "Ein Kropf ist der einzige triftige Grund für einen Schillerkragen" (Ralph Boller).
Schimpfworte: Kropfbinde (Krawatte).



Kröte: Sie gilt zu Unrecht als giftig. Symbol der Gebärmutter aber auch der Unkeuschheit, weil sie wie die Schlange "häufig an den Brüsten oder Genitalien weiblicher Gestalten saugend dargestellt" wird (J. Tresidder). Kaiser Nero soll eine Kröte verschluckt haben, um sich vorzustellen, wie Frauen in der Schwangerschaft zumute ist. Arme Seelen schlüpfen gerne in Krötengestalt und halten sich in der Nähe von Feldkreuzen auf, deshalb darf man diesen Tieren nichts zuleide tun, sonst bekommt man Geschwüre. Kröten und Frösche galten aber auch als Teufelstiere. Als der Dom in Bamberg gebaut wurde, schickte der Satan zwei Riesenkröten, damit sie den Bau unterwühlten. Ihre versteinerten Leiber sind heute noch am Domeingang zu besichtigen. Nicht nur Frösche, auch Kröten können einen Schatz versteckt halten. Man kann ihn heben, wenn man das Tier küsst.



Kröte: Nach altem Volksglauben lebt auf dem Mond eine dreibeinige Kröte, die hin und wieder den Mond verschluckt. So erklärte man sich die Mondfinsternis. Alle Teile der Kröte werden in der Volksmedizin verwendet. "Eine luftgetrocknete Kröte / zur Winterzeit im Mörser zu Pulver gestoßen" ist laut Günter Grass gut gegen Schnupfen. Ein Krötenhaar(!) bringt Glück im Spiel. Ein Dieb wird beim Stehlen mit Sicherheit nicht erwischt, wenn er am Karfreitag vor Sonnenaufgang eine Kröte fängt, sie dörrt, zu Pulver zerstößt und das Pulver bei sich trägt. Die Tiere sind Sexweltmeister; sie treiben es bis zu 10 Stunden in einem Stück.

"… Tönt noch das Unkenläuten
zart durch den Krähenschrei,
will es dem Ohr bedeuten
den Hauch der Zauberei …"
(Günter Eich "Wiepersdorf, die Arnimschen Gräber").



Kröte: Redensart: Eine Kröte (ver)schlucken ("Man muss täglich eine Kröte frühstücken, bis es einem vor nichts mehr graust" Émile Zola). Süße kleine Kröte (kleines Mädchen). Krötentest (Schwangerschaftsreaktion).
Tiernamen: Krötenechse, Krötenfrosch, Krötenkopf (Agame), Krötenkopfschildkröte, Krötenotter (Viper). Pflanzennamen: Krötenbinse, Krötenlilie.
Sprichwörter: Wer eine Kröte fressen will, muss sie nicht lange besehen.
Sprüche: "Jetzt ist wieder Krötenwanderung – oder wie die Franzosen sagen: Essen unter Rädern" (Kaya Yanar).
Schimpfworte: Kröte (Frau, Mädchen), Giftkröte (boshafte Frau), alte Unke (Pessimist, Prophet, der Schlimmes vorhersagt; Unkenrufe. Allen Unkenrufen zum Trotz), "Bundesunke" (Spottname für den ehemal. Präsidenten der Bundesanstalt für Arbeit Josef Stingl), Krötenwanderungs-Helfer ("Weicheilexikon"), Kröterich. Kröten (Geld vom niederländischen "Grote" = Groschen. "Lieber ein paar Kröten in der Tasche als einen Frosch im Hals", "Sprüchekalender". Teil deine Kröten ein, sonst werden sie schnell flöten sein). Pflanzenname: Krötenlilie.
Kindermund - Varianten, auch als Studentenlied:
"Kennst Du das Gedicht von Goethe?
Eines Abends gingen späte
Eine Wassermaus und Kröte
Einen steilen Berg hinauf.
Sprach die Wassermaus zur Kröte:
Kennst du das Gedicht von Goethe?"



Kröte: Buchtitel: Günter Grass "Unkenrufe" (1992, auch Film 2005). Giovanni Boccaccio "Das Dekameron" 4. Tag.
In der Literatur: Arthur Koestler "Der Krötenküsser" (1971, dt. 1972). Perry Rhodan "Als die Kröten kamen".
Im Gedicht: Georg Britting "Krötenlust". Wilhelm Busch "Naturgeschichtliches Alphabet" ("Die Unke schreit im Sumpfe kläglich, / Der Uhu schläft zwölf Stunden täglich"). Hermann Claudius "Unsere Kröte" und "Kröten-Sonett". Heinz Erhardt "Die Kröten. Günter Grass u. a. "Echo" und "GASAG" ("In unserer Vorstadt / sitzt eine Kröte auf dem Gasometer ...". Erich Kästner in "Sogenannte Klassefrauen" ("Wenn's doch Mode würde, diesen Kröten / Jede Öffnung einzeln zuzulöten!") Gottfried Keller "Krötensage". Karl Krolow "Die Kröte" (nach Tristan Corbière). Christian Morgenstern "Eine bitterböse Unke ..." Eugen Roth "Tierleben für jung und alt" (1973) und "Die Kröte". Joseph Viktor von Scheffel "Waldeinsamkeit. 9. Wenn die Unken rufen".



Kröte: Im Märchen: Hans Christian Andersen Die Kröte". Brüder Grimm "Märchen von der Unke".
In der Malerei: u. a. Albrecht Dürer "Nach dem Tod einer unbußfertigen Frau findet man eine Kröte auf ihrem Herzen" (Holzschnitt 1493). In der Sage: Brüder Grimm "Der Krötenstuhl".
Im Film /Filmtitel: u. a. "Die Kröte" (1977).



Kröte: S. auch Ei (Basilisk), Hexe



Kröten: s. auch Kröte



Kuckuck: "Der Kuckuck wird uns unbedeutend durch die Kuckucksuhr" (Jean Paul).

"Der Kuckuck flog durch Berg und Tal
Und rief ‚Kuckuck’ unzählge Mal;
So ward der Welt bekannt sein Name,
Und das, mein Sohn, nennt man Reklame!"
(Paul Lindau "Verschämte Arbeit").

Der einzige Vogel, der seinen Namen aussprechen kann (er soll bei der Namensverteilung vom lieben Gott keinen Namen bekommen haben, deshalb hat er sich selbst einen gegeben). Vogel des Teufels mit wahrsagerischen Fähigkeiten. Der griechische Göttervater Zeus "war schon längere Zeit" der Hera nachgelaufen, jedoch ohne Erfolg. Er versuchte es mit einem Trick. "Er nahte ihr in Gestalt eines vollkommen durchnässten und frierenden Kuckucks. Man kennt diese Herren, die sich bei Frauen auf dem Wege des Mitleids einschleichen" (W. Foitzick). Sein Fleisch wurde von den Römern als Delikatesse geschätzt. Der Kuckuck gilt als "Weltmeister im Täuschen und Tarnen", "als höchst problematische Natur" )Johann Wolfgang von Goethe), aber auch als Glücksbringer. Wenn sein Ruf ertönt, schüttelt der Bauer den Geldbeutel. Beliebt ist das Kuckucksorakel: "Kuckuck, sag mir doch / Wie viel Jahre leb' ich noch?" (Antwort: "Soviel Schreie, soviel Lebensjahre"). Kommt der Kuckucksruf von links, stirbt man noch im gleichen Jahr. Unverheiratete Mädchen rufen:
"Kuckucksknecht
Sag mir recht,
Wie lange währet's wohl,
Dass ich ledig bleiben soll."



Kuckuck: Will man seine Sommersprossen loswerden, muss man beim ersten Kuckucksruf einen Teich aufsuchen, sich waschen und sprechen: "Kuckuck, ich rufe dich, / meine Sommersprossen warten auf dich." Wer als Mann vom Kuckuck träumt, muss nicht etwa den Gerichtsvollzieher fürchten, sondern hat eine untreue Frau. Günter Grass möchte als Kuckuck wiedergeboren werden oder als Unkraut, das nicht vergeht. Vogel des Jahres 2008.
Redensarten: Bei ihr hat sich der Kuckuck zu Tode geschrieen (für alte Jungfer). (Das) weiß der Kuckuck (für: Das weiß der Teufel). Den Kuckuck aufkleben (das Pfandsiegel des Gerichtsvollziehers anbringen - der Bundesadler wurde als Kuckuck umgedeutet). Der hört den Kuckuck nicht mehr rufen (er wird das nächste Frühjahr nicht mehr erleben). Der Kuckuck soll dich holen! (Hol's der Kuckuck). Es sieht ganz nach Kuckucksei im Nest aus (für Ärger). Hol’s der Kuckuck! Undankbar wie ein Kuckuck. Zum Kuckuck! (Wo zum Kuckuck! Scher dich zum Kuckuck! Zum Kuckuck noch mal! Fluch, jemanden zum Teufel wünschen)!



Kuckuck: Kuckucksbein (Steißbein), Kuckucksbiene, Kuckucksuhr ("Ein Chronometer, auf dem das Siegel des Gerichtsvollziehers prangt" K. de Rottwinkel. "Stimmt es eigentlich, dass der Kuckuck deshalb kein Nest baut, weil er in Uhren lebt?" G. Drews). Wolkenkuckucksheim (Name des Vogelstaats bei Aristophanes, Illusion). Pflanzennamen: Kuckucksblume, Kuckucksklee (Sauerklee), Kuckucksspeichel, Kuckuckslichtnelke (Gauch-Blume).
Sprichwörter: Der Kuckuck behält seinen Gesang, die Glocke ihren Klang, der Krebs seinen Gang, Narr bleibt Narr sein Leben lang. Sprüche: "Der rechte Verkündiger des Frühlings" (Alfred Brehm).
Schimpfworte: Kuckuck (Voyeur, Dirne), Kuckucksei (jemandem etwas unterschieben, Kuckuckskind, Film 1988), Gauch. "Cuculus" gilt im Lateinischen als Schelte für einen "geilen, auf Abwege geratenen Ehemann". In Frankreich heißt der betrogene Ehemann, der Hahnrei, "cocu"; andere Länder äußern sich ähnlich.



Kuckuck: In der Fabel: S. auch Nachtigall. Christian Fürchtegott Gellert "Der Kuckuck" ("Der Kuckuck sprach mit einem Star ..."). Friedrich von Hagedorn "Der Kuckuck und die Lerche". Johann Gottfried Herder "Alte Fabeln mit neuer Anwendung".
In der Literatur: Wolfgang Borchert "Im Mai, im Mai schrie der Kuckuck". Buchtitel: Otto Julius Bierbaum "Prinz Kuckuck" (1906/07). Hermann Hesse "Mai im Kastanienwald". Karl Kraus "Wolkenkuckucksheim" (1923).



Kuckuck: Im Gedicht: S. auch Nachtigall, Uhu. Wystan Hugh Auden "Kurze Ode an den Kuckuck". Georg Britting "Der Kuckuck" und "Überraschender Sommer":
"Der Kuckuck schreit schon wie verrückt,
Ist’s schon soweit im Jahr?
Die Wiesen, löwenzahngeschmückt,
Schütteln im Wind das Haar ..."

Matthias Claudius "Der Kuckuck am Johannistage an seine Kollegen" und ""Kuckuck" ("Wir Vögel singen nicht egal …") Felix Dahn "Annalein und der Kuckuck". Max Dauthendey "Kuckuckruf ". Günter Grass "Kuckucksei". Friedrich von Hagedorn "Der Kuckuck". August Heinrich Hoffmann von Fallersleben u. a. "Des Kuckucks Ruf" und "Die Kuckucksfrage". Wilhelm Lehmann "Kuckuck im Herbstmond". Hermann Löns "Der Kuckuck" und "Das Kuckuckslied". Giacomo Leopardi "Il canto del cuculo".

"Bald schweigt er lang, bald ruft er fleißig
Sein ‚Kuckuck’ zwanzigmal und dreißig.
Und jedem, gar beim ersten Mal,
Bedeutet viel der Rufe Zahl:
Wie lang er lebt auf dieser Welt,
Ob er zu Glück kommt, Ehr und Geld,
Ob er und wann er sich vermählt –
Und jeder eifrig lauscht und zählt"
(Eugen Roth "Tierleben für jung und alt")



Kuckuck: Im Gedicht: Friedrich Rückert u. a. "Der neckende Kuckuck" und "Der taktlose Kuckuck". Adolf Friedrich von Schack "An den Kuckuck". Georg von der Vring "Der Kuckuck". William Wordsworth "An den Kuckuck" ("To the Cuckoo") und "The Cuckoo-Clock".
Im Film/Filmtitel: u. a. "Das Kuckucksei" (1948, 1956, 1982, 1988, 1998, TV-Serien "Derrick" 1976, "Alles außer Mord" 1994). "Das Kuckucksei im Gangsternest" (1969). "Der kleine Kuckuck" (1988). "Der Kuckuck" (1980, 1987). "Der Kuckuck bin ich" (1981). TV-Film). "Der Mann mit dem Kuckuck" (19137). "Die Kuckucks" (1949). "Drei Kuckucksuhren" (1925). "Ein Kuckucksei" (1989). "Ein Kuckucksei am Zarenhof" (1986). "Einer flog übers Kuckucksnest" (1975/76). "Felix und zweimal Kuckuck - Die Quelle" (1991). "Kuckucksei" (1994). "Kuckucksjahre" (1967). "Kukushka – Der Kuckuck" (2005). "Wenn der Kuckuck ruft" (1941). "Zwei Kuckuckseier im Gruselnest" (1980).



Kuckuck: In der Musik: Ermanno Wolf-Ferrari "Der Kuckuck von Theben" (Oper 1943).
Im Lied: S. auch Nachtigall. u. a. "Auf einem Baum der Kuckuck". "Der angeschossene Kuckuck" und "Kuckuck" (aus "Des Knaben Wunderhorn"). "Kuckuck, Kuckuck, ruft's aus dem Wald" und "Der Kuckuck und der Esel, die hatten einen Streit" (Texte: August Heinrich Hoffmann von Fallersleben).Aus der "Vogelhochzeit" ("Der Kuckuck schreit, der Kuckuck schreit, / er bringt der Braut das Hochzeitskleid").



Kuh: Raufutterverzehrende Großvieheinheit (DDR-Deutsch), halmzermalmender Milcherzeuger. "Wesen, das Heu in Milch verwandelt", nichts "als eine Maschine, die Gras für uns Menschen genießbar macht" (John McNulty). Umweltschützer halten die Kuh für das schädlichste Haustier. Sie produziert in ihrem Pansen Methangase, deren Treibhauseffekt für das Ozonloch mitverantwortlich ist; geplant ist eine Abgasuntersuchung.
Io verwandelt sich in der griechischen Sage in eine Kuh, um sich dem Göttervater Zeus ungestört als Geliebte nähern zu können. 1740 wurde in Frankreich eine Kuh gehenkt, weil sie der Hexerei für schuldig befunden worden war. Zwischen Weihnachten und Neujahr, muss man die Kühe besonders gut füttern, damit sie nicht brüllen, sonst locken sie den Teufel in den Stall. Wer eine Kuh aus einem anderen Dorf kauft, lässt sie beim Abtransport noch dreimal zurückschauen, "damit sie nicht an Heimweh leidet". Kuhstalldunst gilt neuerdings als Heilmittel. Standardwährung im alten Griechenland. Ein Wörterbuch der Kuhsprache ist in Vorbereitung (2010).



Kuh: In Iowa soll eine Kuh "im Sog eines Tornados" fast einen Kilometer weit geflogen sein. Ob weibliche Namen für bestimmte Tiere auf Sodomie hinweisen, ist umstritten (Steigerung der Milchproduktion auf natürliche Weise: das männliche Glied ersetzt die Spritze des Arztes?). Bemerkenswert der Spruch "Milch von glücklichen Kühen". Kuhwarm (lauwarm). Butzelkuh (Fichten-, Kiefernzapfen). Kuhäugig (strahlenäugig z. B. die Göttin Athene). Kuhfuß (Brechstange), "Kuhkompass" (der Schwanz einer grasenden Kuh soll stets nach Osten zeigen), Kuhpocken (Krankheit, die beim Melken auf den Menschen übertragen wird), Kuhschelle (Küchenschelle), "Rinderpest" (deutsches Wort im Englischen). Firmenwerbung: die lila Milka-Kuh. Berühmt wurde die geklonte Milchkuh Uschi. Die "große Kuh" bei Nostradamus wird auf die Vereinigten Staaten von Europa bezogen.
Stumpfsinn-Vers:
"Die bunte Kuh
macht manchmal Muh.
Lässt auf die Wiese sich treiben.
Sie gibt uns Milch
Und Butter dazu,
doch manchmal lässt sie’s auch bleiben."



Kuh: Redensarten: Arme-Leute-Kuh (Ziege). Blinde Kuh spielen (Kinderspiel.
Im Lied: "Komm spiel mit mir blinde Kuh" 1936. Die spanischen Kinder spielen "gallina ciega" = Blinde Henne, die italienischen "mosca cieca" = Blinde Fliege. Johann Wolfgang von Goethe "Blindekuh" Gedicht. "Das Glück ist eine blinde Kuh / und läuft dem größten Ochsen zu." Antispruch: Wer Blindekuh spielt, wird keinen Bullen finden.
In der Malerei: Max Beckmann "Blinde Kuh" (1945). Jean-Honoré Fragonard "Blindekuhspiel" 1773-1776).



Kuh: Redensarten: Das geht auf keine Kuhhaut (s. unten). Dastehen wie die Kuh (der Ochse) vorm Berg . Die fragt der Kuh das Kalb ab. Die Kuh des kleinen Mannes (Ziege). Die Kuh fliegen lassen (übertreiben, in die Vollen gehen). Die Kuh ist vom Eis (Lösung für ein vertracktes Problem). Dreinschauen wie die Kuh, wenn's donnert (schielt wie eine Gans, wenn’s donnert). Etwas gleicht dem Versuch, einen Hamburger wieder in eine Kuh zu verwandeln (d. h. es ist sinnlos). Fällt auf wie eine Kuh auf dem Fußballfeld. Ich und Du, Müllers Kuh, aus bist Du (Auszählreim). Nicht die Kuh sein wollen, die quer im Stall steht. Saufen wie eine Kuh. Mit der Kuh polnisch sprechen. Was weiß (versteht) die Kuh vom Sonntag/von der Militärmusik. Wer nur geringe französische Sprachkenntnisse hat, spricht französisch wie die Kuh spanisch. Ratschlag: Kauf die Kuh deines Nachbarn und heirate seine Tochter.



Kuh: Redensarten: Heilige Kuh: Etwas wie eine heilige Kuh betrachten, die unter Naturschutz steht (für tabu). Eine heilige Kuh schlachten (mit einem Tabu brechen.) "Auch eine heilige Kuh braucht einen Stier" (Harold Pinter). Heilige Kuh (Auto). Heilige Kühe ("Steak: gebratenes Fleisch, dessen Preis es einem verständlich macht, warum die Kühe in Indien heilig sind" E. G. Tange). Kuhländchen (Mähren), Kuhmäuler (Männerschuhe ohne Absatz), Kuhpocken, Kuhreigen (Singreigen der Hirten), Kuhstall (Felsentor im Elbsandsteingebirge), Kuhtreiber (Münze).
Tiernamen: Kuhantilope. Pflanzennamen: Kuhbaum (Brotnussbaum), Kuhblume (u. a. Löwenzahn), Kuhnbohne, Kuhkraut (Nelkengewächs), Kuhnelke, Kuhpilz (Röhrling), Kuhschelle, Kuhschmergel (Kornblume, Butterblume), Kuhschnuppe (Pilz).



Kuh: Sprichwörter: Auch wenn man so alt wird wie eine Kuh / man lernt immer noch dazu. Dem Armen stirbt die Kuh, dem Reichen das Kind (England). Der Reiche hat die Rinder, / der Arme hat die Kinder. Die alte Kuh gar leicht vergisst, dass sie ein Kalb gewesen ist. Die Kuh, die zu Lebzeiten viele Schläge empfing, muss nach ihrem Tod erleben, dass man ihr Fell auf eine Trommel spannt (Afrika). Die versprochene Kuh wird nicht fett (Afrika). Ein Prophet verließ sich auf den andern, und so ging die Kuh verloren (arabisch). Gott gibt die Kuh, / aber nicht den Strick dazu. Groß sein tut's nicht allein / sonst holte die Kuh den Hasen ein (Altdeutsch). Je älter die Kuh, desto hübscher das Kalb. Küsters Kuh darf auf dem Friedhof grasen (altdeutsch). Wenn die Kuh auch den Melkkübel umstößt, sie wird doch immer wieder gemolken (Russland). Wenn man auch den Kühen grüne Brillen aufsetzt, so fressen sie doch keine Hobelspäne. Wer seine Kühe einspannt, mag seine Pferde melken.



Kuh: Sprüche: "Das Küh- und Schaf-Fleisch gilt itzt schier mehr als Jungfern-Fleisch" (Andreas Gryphius 1624). "Das träge Rind verlangt nach einem Sattel, das Pferd will pflügen" (auf Deutsch: Niemand ist mit seinem Schicksal zufrieden Horaz). "Eine europäische Kuh ist rechnerisch reicher als der Durchschnittsafrikaner" ("Der Spiegel"). Eine Kuh, die man melken will, darf an nicht schlachten. Eine Kuh macht muh. / Viele Kühe machen Mühe. "In der Nacht sind alle Kühe schwarz, auch die blonden" (Karl Kraus). "Jesus, meine Kuh frisst nicht" (statt "Jesus, meine Zuversicht"). Kühe, die bellen, beißen nicht (Sprüchekalender).



Kuh: Sprüche: Kuhfrauen haben den Busen unten (Kindermund). Man kauft sich keine Kuh, wenn man nur ein Glas Milch trinken will (Junggesellenspruch). "Nur eine Kuh mag es, wenn man sie anstiert" (Bert Berkensträter). "Sparsamkeit: ein Fass Whisky, das man nicht braucht, für den Preis einer Kuh kaufen, die man sich nicht leisten kann" (Ambrose Bierce). "Was hilft's, wenn die Kuh viel Milch gibt, wenn sie den Eimer wieder umstößt?" "Was hat man von einer guten Kuh, wenn sie die Milch selber säuft?" (beides sagt man von reichen Frauen, die ihre Mitgift selber aufbrauchen). Was soll ich mir eine eigene Kuh halten, wenn ich überall Milch kaufen kann? "Wer Kühe schlecht malen kann, sollte sie lieber melken" (Wilhelm Leibl).



Kuh: Vergleiche:
"Das Publikum ist eine Kuh,
Die grast und grast nur immerzu;
Kommt eine Blum’ ihr vor die Nas’,
Die nimmt sie mit und fragt nicht: was?
Ist ihr wie andres Futter auch,
Beschäftigt das Maul und füllt den Bauch"
(David Friedrich Strauß "Das lesende Publikum")

"Alle guten Dingen haben etwas Lässiges und liegen wie Kühe auf der Wiese" (Friedrich Nietzsche). "Der Staat ist keine Kuh, die im Himmel gefüttert und auf Erden gemolken wird" (Franz Etzel). Touristen sind "Reisende, die man leichter melken kann als Kühe" (E. G. Tange). Goethe und Schiller über die "Wissenschaft: Einem ist sie die hohe, die himmlische Göttin, dem andern eine tüchtige Kuh, die ihn mit Butter versorgt". "Ich habe niemals gesagt, dass alle Schauspieler dumme Kühe sind. Ich habe lediglich gesagt, dass man sie so behandeln sollte" (Alfred Hitchcock). Warentermingeschäft: "Kuhhandel ohne Kühe" (E. G. Tange). "Er taugt wie die Kuh zum Kegelaufsetzen" (Abraham a Sancta Clara).



Kuh: Schimpfworte: Alberne, alte, blöde, dumme, fette Kuh (meist für die Ehefrau), dusselige Kuh ("Ekel Alfred" über seine Ehefrau), BDM (Bund deutscher Milchkühe), bunte Kuh (auffällig gekleidete/geschminkte Frau), Kuharsch (großes Gesäß einer Frau), Kuharschastrononom (Tierarzt), Kuhbauer (kleiner Bauer), Kuhdorf, Kuhhandel (anrüchiges Geschäft, auch Ehevermittlung. Früher Brauchtum bei der Brautwerbung), Kuhkette (Armband), Kuhkopf (Kurt Tucholsky: "Wie je ein Halbgebildeter immer gefährlicher ist als ein Kuhkopf"), Kuhmaul (hässlicher Mund, streitsüchtige/redselige Frau), Kuhstall (schmutzige Wohnung), Leitkuh (Lehrerin), Melkkuh/Milchkuh (Person, die ausgenützt wird, z.B. der Steuerzahl als Melkkuh der Nation). Schneekuh (Wintersportlerin), Sittenkuh (Sittenpolizistin). Aus dem Hals riechen wie die Kuh aus dem Arschloch. Kolleginnenschelte: Eine blinde Kuh, die noch keinen Bullen gefunden hat.



Kuh: Kindermund:
"Wunderbar, wunderbar,
Ist die Kuh mit Pferdehaar.
Hätt' die Kuh kein Pferdehaar,
wär sie auch nicht wunderbar."

"Anfang, Anfang
Überm Kuhstall steh'n Verbände,
Überm Schweinestall schießt die Flak,
Und du bist ab."

"Jetzt komm der Moment,
Wo die Kuh ins Wasser rennt."

"Ich und du,
Wir kaufen uns ne Kuh
Was die Kuh in'n Keller scheißt,
Das kriegst du!"

"Auf einem Berg steht eine Kuh
Und klappt das Arschloch auf und zu.
Und weiter hinten steht ein Schwein,
Das guckt ihr in das Arschloch hinein."

"Hans!
Pack die Kuh beim Schwanz!
Führ' sie ‘nauf die Leit'n!
Nunterwärts kannst sie reit'n."



Kuh: Jean Paul "Fibels ABC-Merkverse": "Was Wunder? die sehr rote Kuh, / gibt weiße Milch, Quarkkäs dazu."
In der Fabel: Jean de la Fontaine "Die Färse, die Ziege und das Schaf". Johann Gottfried Herder "Alte Fabeln mit neuer Anwendung". Buchtitel: Arno Schmidt "Kühe in Halbtrauer" (1964).
Im Märchen: Gebrüder Grimm "Hans im Glück".
In der Literatur: "Die leckere Kuh" (Schildbürgerstreich). Ambrose Bierce "Gestriegelte Kuh". Hans Fallada "Die Kuh, der Schuh, dann du". Friedrich Hebbel "Die Kuh". Mohammed: "Koran" 2. Sure, "Von der Kuh". Hans Sachs "Der Bauer mit dem Kuhdieb". Siegfried Sommer "Blasius beobachtet einen Kuhhandel". Jonathan Swift "Gullivers Reisen" (Gulliver zeigt eine schwarze Kuh aus Lilliput).



Kuh: Im Gedicht: Bertolt Brecht "Kuh beim Fressen". Gottfried August Bürger "Die Kuh". Adelbert von Chamisso "Das Gebet einer Witwe". Heinz Erhardt "Artverwandt" und Die Q". Gustav Falke "Die bunten Kühe". Werner Finck "Gang durch die Kuhherde". Johann Wolfgang von Goethe "Myrons Kuh". Franz Grillparzer "Das elegante Frühstück im Kuhstall".

"Den König Wiswamitra,
Den treibts ohne Rast und Ruh,
Er will durch Kampf und Büßung
Erwerben Wasischtas Kuh.

O, König Wiswamitra,
O, welch ein Ochs bist du,
Dass du so viel kämpfest und büßest,
Und alles für eine Kuh!"
(Heinrich Heine)

Marie Luise Kaschnitz "Spiralen" (in "Wort"). August Kopisch "Das nächtliche Hornblasen". Fritz Reuter "Wat sick de Kauhstall vertellt". Joachim Ringelnatz "Kühe". Eugen Roth "Tierleben für jung und alt" (1973). Ferdinand von Saar "Die Kuh". David Friedrich Strauss "Das Publikum" (in: M. Bern Hrsg.)



Kuh: Im Film/Filmtitel: u. a. "Aus dem Tagebuch einer Kuh" (1984 Zeichentrickfilm). "Blinde Kuh" (1915, 1991, 1966, 1992 TV-Serie "Tatort"). "Der Coup mit der Kuh" (1996). "Die blinde Kuh" (1995). "Die Hochzeitskuh" (1988). "Die Kuh" (1961, 1968, 1993). "Die Kuh an der Grenze" (1963). "Die Kühe sind los" (2004 Walt Disney Zeichentrickfilm). "Die sieben Kühe" (1936). "Ein wunderbarer Sommer" (1958). "Heilige Kühe" (1992/93 TV-Film). "Ich und die Kuh" (1959). "Kühe" (1991). "Kuhgebrüll" (2009 TV-Serie "Die Rosenheim-Cops"). "Liebe im Kuhstall" (1928). "Nur die Kuh war Zeuge" (2001 TV-Serie "Die Rosenheim-Cops"). "Zoff im Kuhstall" (2003 TV-Serie "Die Rosenheim-Cops"). "Zur tollen Kuh" (1956).



Kuh: In der Malerei: u. a. Marc Chagall "Kuh mit Sonnenschirm" (1946). Vincent van Gogh "Liegende Kuh" (1883). Gustav Klimt "Kühe im Stall" (1900–1901). Ferdinand Kobell "Landschaft mit Kühen". August Macke "Landschaft mit Kühen und Kamel" (1914). Franz Marc u. a. "Gelbe Kuh" (1911), "Kühe unter Bäumen" (1910) und "Die Weltenkuh" (1913). Peter Paul Rubens "Polderlandschaft mit einer Kuhherde". ?Salomon van Ruisdael "Fähre mit acht Leuten und vier Kühen" (1647).
In der Musik: Wilhelm Kienzl "Der Kuhreigen" (Oper 1911). Johann Strauß (Sohn) "Blindekuh" (Operette 1878).
Im Lied: "Stumpfsinn, Stumpfsinn, du mein Vergnügen" ("Die bunte Kuh schreit manchmal muh"). Schlager: "Cowpuncher's cantate" (Max Bygraves). "Milkcow blues boogie" (Elvis Presley)



Kuh: S. auch Besamung, Euter, Frau Wirtin, Kalb, Milch, Ochse, Rinderwahnsinn



Kühe: s. auch Kuh



Kuhdreck: Kuhmist ist in der Volksmedizin ein häufig angewendetes Heilmittel. Es soll z.B. gegen Gicht, Halsweh, Überbeine, Keuchhusten und Verstopfung helfen. Redensarten: Jemand ist der Herr von Habenichts und Kuhdreck ist sein Wappen. "Warst beim Kuhdreckdreschen?" (Frage an ein sommersprossiges Bauernmädchen).

Kindermund:
"Müde bin ich, geh zur Ruh',
Decke mich mit Kuhdreck zu;
Kommt der böse Feind herein,
Fasst er in den Kuhdreck nein."

Scherzfrage:
"Wie kommt Kuhscheiße aufs Dach?
Hat sich Kuh auf Schwanz geschissen;
Rumgedreht und raufgeschmissen."

In Schlesien lautete die Antwort: "Wenn im Himmel Viehmarkt ist." (s. auch Fastnachtsgedicht von 1625)
Sprüche: Kuhdreck schmiert sich wohl wie Butter, sagte die Bäuerin, er schmeckt aber etwas anders.
In der Literatur:
"Die Bäurin is granti -
woran mog däs lieg'n
Die is g'wiß beim Aufsteh'n
in an Kuhdreck nei g'stieg'n"
(in: "Wenn's bayrisch Bier regnet").



Kuhdreck: s. auch Mist



Kuhfladen: Schimpfworte: Kuhfladen (Baskenmütze, Kartoffelpuffer), Kuhfladengeschmack, Kuhfladenhirn.



Kuhhaut: Vorbeiziehende Hexen konnte man erkennen, wenn man sich auf eine schwarze Kuhhaut setzte; das musste jedoch in der Walpurgisnacht auf einem Kreuzweg geschehen. Redensart: Das geht auf keine Kuhhaut (obwohl im Mittelalter nicht Kuh-, sondern Schafs- oder Kalbshäute als Schreibunterlage verwendet wurden. Der Teufel schreibt die Namen der Leute, die beim Gottesdienst unaufmerksam sind oder schwätzen, auf eine Kuhhaut. Dieses "Sündenregister" liest er dann den Sterbenden vor). "Die Dummheit menschlicher Rindviecher geht auf keine Kuhhaut" Gerhard Uhlenbruck. Kolleginnenschelte: Vielleicht ist sie ein Schaf: Ihre Dummheit geht auf keine Kuhhaut.



Kuhschwanz: Redensart: Wackeln wie ein Kuhschwanz (u. a. hüftschwenkender Gang).
Sprichwörter: Der Tag kommt, wo die Kuh den Schwanz braucht. Eine Kuh weiß nicht, was ihr Schwanz wert ist, bis sie ihn verloren hat (Frankreich). Wenn auch der Kuhschwanz wackelt, so fällt er dennoch nicht ab. Wo's Brauch ist, trägt man den Kuhschwanz als Halsband.
"Alles Schöne ist vergänglich. / Nur der Kuhschwanz, der bleibt länglich" (Gabriele Wohmann; eigentlich Sprichwort).



Küken: Redensarten: Junges, unerfahrenes Mädchen; auch Kleinkind. Sich wie Küken um die Henne scharen.
Sprüche: "Aus faulen Eiern werden keine Küken" (Wilhelm Busch). "Was mich wundert, ist, dass die Küken nicht ins Ei zurückschlüpfen, sobald sie einen Blick auf unsere Welt geworfen haben" (Norman Mailer). Tiernamen: Kükennatter. Schimpfwort: Auf Küken getrimmtes Suppenhuhn (zu jung angezogene Frau).
Im Film/Filmtitel: u. a. "Die Küken kommen" (1985). " Küken für Kairo" (1985). "Zweiohrküken" (2009).



Kümmel: Zwerge vertreibt man durch Kümmelbrot; auch Dill, Lauch und Petersilie können erfolgreich eingesetzt werden. Kümmel streut der Bauer in den Schweinestall, um Krankheiten zu verhindern. Die lindernde Wirkung von Kümmel bei Blähungen, bzw. Magen- und Darmbeschwerden ist unbestritten. Arzneipflanze des Jahres 2016. Kümmelblättchen (Glücksspiel). Tiernamen: Kümmelmotte.
Schimpfworte: Kümmeltürke (saufen wie ein Kümmeltürke). Kümmeltürkei (Gegend bei Halle, wo Kümmel angebaut wurde; in der Studentensprache auch die Gegend um Heidelberg). Schüttelreim: "Es soll noch heute Lümmel geben, / die meist von Korn und Kümmel leben."



Kunigunde (hl.): 3. März. Viehpatronin. In der Legende schreitet sie zum Beweis ihrer Unschuld mit nackten Füßen über glühende Pflugscharen und besteht diese Feuerprobe. Ihre Anrufung soll gegen Kinderlosigkeit helfen, was eigentlich verwunderlich ist, denn sie selbst hatte keinen Nachwuchs. Bauernspruch: An Kunigund / kommt die Wärm' von unt.



Kürbis: Pflanzliches Aphrodisiakum. In Schlesien setzten sich alte Frauen auf jeden Kürbiskern und hofften, dass dann der Kürbis so groß werde wie ihr Gesäß. Kürbislaternen werden als Wächter gegen böse Geister in der Halloween-Nacht (verkürzt aus All Hallows evening, Tag vor Allerheiligen) aufgestellt. Es gibt eine deutsche Meisterschaft im Motor-Kürbisbootrennen. Pflanzennamen: Kürbisbaum, Flaschenkürbis (Blume). Schimpfworte: Kürbis (Kopf, Gesäß. Ausgetrockneter Kürbis = Schwachsinn. Kürbisflicker = Psychiater. Den Kürbis begießen = Analverkehr. Am Kürbis lecken/Kürbisernte = Anilinctus). Ähnlich wie der Kohlkopf Sinnbild des "aufgeblasenen, einfältigen Dummkopfs" (s. auch Kaiser Claudius in der Satire von Seneca).



Kürbis: Sprichwörter: Nur ein Kürbis ist ein Kopf ohne Sorgen. In der Fabel s. auch Eichel.
In der Literatur: Seneca "Apocolocyntosis".
Im Gedicht: Otto Erich Hartleben "Der Prophet Jona. Die Kürbisranke". Georg von der Vring "Die Kürbisblätter wanken".
Im Film /Filmtitel: u. a. "Der große Kürbis" (1993).



Kutsche: Redensarten: Familienkutsche (Auto), herumkutschieren. Kutscherpeitschennatter.
Schimpfworte: Alte Chaise (alte Frau), Kutschermanieren. In der Fabel: Jean de la Fontaine "Die Landkutsche und die Fliege".
Im Film/Filmtitel: u. a. s. auch Bier "Die goldene Kutsche" (1952, 1958). "Die grüne Kutsche" (1967). "Die Hochzeitskutsche" (1998 TV-Film). "Kutsche Nr. 13" (1947).





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© Hans Baier 2017