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Lexikon des Landlebens



Rabe: "Brächte ein Rabe es fertig, auch ohne Gekrächze zu fressen, hätte viel mehr er vom Futter und weniger zänkische Missgunst" (Horaz "Briefe").
"Das Opfer liegt – die Raben steigen nieder" (Friedrich Schiller "Wilhelm Tell").
Im Altertum galt er als Dieb, weil er sich an den Opfergaben vergriffen hatte. Ein Rabe, der von Apollon zum Wasserholen weggeschickt worden und nicht zurückgekommen war, wurde zur Strafe am Himmel als Sternbild verbannt. Die Antike verehrte Pferde, Katzen und Hunde wie Götter. Für sie wurden protzige Grabsteine errichtet und Trauergedichte geschrieben. Auf der Via Appia folgte einmal ein prächtiger Leichenzug mit einem Flötenspieler vorweg dem Kadaver eines sprechenden Raben. Der römische Kaiser Augustus kaufte für die Summe von 20.000 Sesterzen (etwa 120.000 Euro) einen Raben, der seinen Herrn mit "Ave Caesar" begrüßte. In der Mythologie gilt der Rabe als Seelen- und Totenvogel; besonders böse Menschen verwandeln sich nach ihrem Tod in Raben. Hexen erscheinen gerne in Gestalt von Raben. Zauberer schreiben mit Rabenblut. Die Indianer glauben, der Rabe habe seine schwarze Farbe bekommen, als er das Feuer stehlen wollte und sich dabei verbrannte. Im Mittelalter wurde der Vogel wegen seiner Farbe zum Pechvogel "degradiert", dann als Aas- und Leichenfresser und als "Galgenvogel" verschrien. Den Richtplatz nannte man "Rabenstein".



Rabe:
"Geh ich vorbei am Rabensteine,
So blinz ich nur das rechte Auge zu,
Und denk, du hängst mir wohl alleine,
Wer ist ein Narr, ich oder du?"
(Friedrich Schiller in "Die Räuber")

Aufgeklärter Mord: Zwei Raben, die der hl. Meinrad aufgezogen hatte, verrieten die Mörder, die den Heiligen umbrachten. Ein Rabe riss dem hl. Benedikt ein Stück Brot aus der Hand - aus gutem Grund: Es war vergiftet. Eine Legende, die mehr als ein Körnchen Wahrheit enthält, denn man weiß heute, dass der Vogel zu den intelligentesten Tieren überhaupt zählt.



Rabe: Beim größten Singvogel, dem Kolkraben, steht es schlecht um seine Sangeskunst, umso höher wird seine Intelligenz eingeschätzt. Raben gestikulieren wie Babys, sie können mit 64 Stimmen sprechen. Sein Ruf wird verschieden gedeutet, so z.B. "krak", "cras" = lateinisch morgen (so wie der Sünder seine Reue auf den nächsten Tag verschiebt) oder auch "Grab, Grab". Der lateinische Name corvix corax klingt sinnigerweise wie Rabengekrächze. Rabengalle kann die Impotenz des Mannes heilen. Berühmte Raben: Noah schickte den Raben aus der Arche, um nach trockenem Land Ausschau zuhalten. Der Prophet Elias wurde durch Raben vom Hungertod gerettet. Gott Odin besaß die Raben Hugin und Munin, die die Weltneuigkeiten überbrachten und sich ihm auf die Schultern setzten. In den "Vögeln" von Aristophanes tritt ein Rabe als Flötenspieler auf. "Abraxas" heißt der Rabe in Otfried Preußlers "Die kleine Hexe". Berühmt sind die Raben im Tower von London. Der Legende nach geht die Monarchie unter, sobald dort keine Raben mehr gehalten werden.



Rabe: Redensarten: Einen Raben baden (Unsinniges tun). Er hat die Stimme eines Unglücksraben/krächzt wie ein Rabe (für heiser sein). Dich werden einmal die Raben fressen (soviel wie: Du wirst einmal am Galgen landen). Stehlen wie die Raben. Undankbar wie ein Rabe (nach dem Raben Noahs). Kohlrabenschwarz/kohlrappelschwarz. Sog. Rabenaas-Strophe seit 1840 in alten Kirchenliedern. Thomas Mann in den "Buddenbrocks": "Ich bin ein rechtes Rabenaas, / Ein wahrer Sündenkrüppel ..."
Rabengebirge, Rabenschlacht (aus dem Sagenkreis des Dietrich von Bern). Tiernamen: Rabengeier, Rabenkakadu, Rabenkrähe.



Rabe: Sprichwörter: S. auch Johannes der Täufer. Der Rabe schilt die Krähe, dass sie schwarz ist. Der Raben Bad und der Huren Beichte sind unnütz. Die Raben hacken nur den Toten die Augen aus, die Schmeichler den Lebendigen (nach Epiktet). Kann sich am Maientag ein Rabe im Korn verstecken, dann zu Johanni ein Knabe. Lehre den Raben und er hackt dir das Auge aus. Von den Missetaten des Wolfes zieht der Rabe Nutzen (Portugal). Weiße Raben und treue Freunde sind selten. Wenn der Wegweiser ein Rabe ist, so führt er die Leute zur Ruine (arabisch). Wer auf dem Kirchturm sitzt, den umkreisen die Raben.
Sprüche: "Auch in der Arche Noah ist ein Rabe gewesen" (Abraham a Sancta Clara). "Den Raben verzeiht, die Tauben plagt die Kritik" (Juvenal). Vergleiche: "Die Tugend nistet, wie der Rabe, mit Vorliebe in Ruinen" (Anatole France).



Rabe: Schimpfwörter: Schon im alten Griechenland als Schimpfwort verwendet. Rabenaas (Hitler nannte den Berliner Kardinal Konrad von Preysing ein "Rabenaas"), Rabeneltern (lieblose Eltern; man nahm früher an, dass der Rabe seine Jungen aus dem Nest werfen würde. Pechvögel sind "Kinder von Rabeneltern" Werner Mitsch), Rabenmutter, Rabensohn ("Fahr in die Hölle, Rabensohn!" Friedrich Schiller in "Die Räuber"), Rabenvater (geht auf einen ornithologischen Irrtum zurück), weißer Rabe (von großer Seltenheit. Juvenal "Satiren". Weißer Rappe?. "Verlangt ein Lehrer jetzt, verdienten Dank zu haben, / der suche schwarzen Schnee und fange weiße Raben!" Andreas Gryphius), Unglücksrabe (ständig vom Pech verfolgt).



Rabe: Fabeln: S. auch Adler, Dohle, Dompfaff, Krähe. Äsop (vgl. auch Phaedrus) u. a. "Der Rabe und die Schlange" und "Der Rabe und der Fuchs": Die Eitelkeit des Raben nutzt der Fuchs auf listige Weise aus. Er schmeichelt dem Raben, der ein Stück Käse im Maul hält, ein so prächtiger Vogel wie er könne doch wohl auch sehr schön singen. Der Rabe öffnet tatsächlich das Maul zu einer Gesangsprobe, lässt dabei aber den Käse fallen, den sich der schlaue Fuchs schleunigst einverleibt. Der Kommentar des Fuchses: "Lieber Rabe, wenn du auch nur ein bisschen Verstand hättest, so hätte nichts gefehlt, und du wärest König über alle geworden" (auch bei Martin Luther, vgl. auch Friedrich von Hagedorn). Jean de la Fontaine u. a. "Der Rabe, die Gazelle, die Schildkröte und die Ratte", "Der Rabe und der Fuchs" und "Der Rabe, der’s dem Adler nachtun wollte". Johann Wilhelm Ludwig Gleim "Der Rabe und der Künste-Richter" und "Der Rabe und die Pfauen". Friedrich von Hagedorn "Der Rabe und der Fuchs". Johann Gottfried Herder "Der Rabe und der Skorpion" (aus dem Griechischen) und "Der Papagei und Rabe" (aus dem Orient). Gotthold Ephraim Lessing "Der Rabe" und "Der Rabe und der Fuchs" (nach Äsop). Phaedrus "Der Wanderer und der Rabe". Hans Sachs: "Der Rab mit dem toten Fuchsen".



Rabe: Kindermund:
"Hoppe, hoppe Reiter,
wenn er fällt dann schreit er.
Fällt er in den Graben,
fressen ihn die Raben.
Fällt er in den Teich,
find ihn keiner gleich.
Fällt er in die Hecken,
fressen ihn die Schnecken

In der Literatur: "Die Rabenschlacht" (Heldenepos um 1270). Joseph Breitbach "Die Rabenschlacht" (1973). Gertrud Fussenegger "Zeit des Raben, Zeit der Taube" (1960). Max von der Grün "Wenn der tote Rabe vom Baum fällt" (1975). Johann Peter Hebel "Die Raben". Hermann Löns "Da ist Jakob" und "Der Kolkrabe". Martial "Epigramme" ("Der Rabe"). Guy de Maupassant "Der Rabe". Robert Neumann "Auf den Rabenklippen. Nach Ernst Jünger" (Parodie). Felix Timmermans "Der Rabe Hans".



Rabe: Im Gedicht: Ludwig Bechstein "Odins Raben". Bertolt Brecht "Tierverse" ("Es war einmal ein Rabe / Ein schlauer alter Knabe ...") Georg Britting "Rabe, Ross und Hahn" (1939). Wilhelm Busch "Hans Huckebein - der Unglücksrabe" (1867), "Hänschen Däumeling" und "Das Rabennest":
"Zwei Knaben, jung und heiter,
Die tragen eine Leiter.
Im Nest die jungen Raben,
Die werden wir gleich haben ..

Adelbert von Chamisso "Die zwei Raben". Samuel Taylor Coleridge "The Raven". Max Dauthendey u. a. "Die Scharen von mächtigen Raben" und "Zwei schwarze Raben". Der Stricker "Der Rabe mit den Pfauenfedern". Heinz Erhardt "Der Schatz". Theodor Fontane "Die drei Raben" und "Die zwei Raben". Guido Gezelle "Der Rabe".



Rabe: Im Gedicht: August Heinrich Hoffmann von Fallersleben "Der alte böse Rabe". Klabund "Schreie der Raben" (Li-tai-po). Detlev von Liliencron "Raben". Hermann Löns "Die Raben". Christian Morgenstern "Der Rabe Ralf" und "KM 21" (in "Galgenlieder"). Ovid "Metamorphosen II" ("Der Rabe und die Krähe"). Edgar Allan Poe "The raven" ("ein Prophet, ob Vogel oder Teufel", der immer nur ein Wort krächzt: "Nevermore"). Alexander Puschkin "Die beiden Raben". Eugen Roth "Tierleben für jung und alt" (1973). Friedrich Rückert "Rabe und Taube". Friedrich Schiller "Xenien und Votivtafeln. Zeichen des Raben". Georg Trakl "Die Raben".
Im Märchen: Brüder Grimm "Die sieben Raben" (illustriert durch Moritz von Schwind 1857) und "Die(!) Rabe".



Rabe: Im Film/Filmtitel: u. a. "Der kleine Rabe Socke". "Der Rabe" (1943, 1935, 1951, 1961, 1998 Kurzfilm). "Der Rabe – Duell der Zauberer" (1962/63). "Der Rabe von London" (1926). "Der wilde Rabe" (1985). "Der Zauberrabe Rumburak" (1984 Märchenfilm). "Die Kommissarin: Rabennest" (1995). "Die Raben" (1971). "Die sieben Raben" (1937 Puppenfilm, 1993 Märchenfilm). "Geschichten aus der Steinzeit: Die Siedlung der Raben" (1977). "Im Schatten des Raben" (1988). "Im Zeichen des Raben" (1988). "Mohr und die Raben von London" (1969). "Odins Raben" (1984). "Rabe und Sperlinge" (1949). "Rabennest" (1995). "Rabentanz" (1980). "White raven – Der Diamant des Todes" (1997). "Züchte Raben" (1976).
In der Malerei: u. a. Salvador Dali "Der Rabe und der Fuchs" (1974). Caspar David Friedrich "Frau mit Rabe am Abgrund" 1803/04). Vincent van Gogh "Feld mit Raben" (1890. Vgl. auch Paul Celan "Unter ein Bild von Vincent van Gogh"). Edouard Manet "Der Rabe". Carl Spitzweg "Der Rabe" (1840-45).
In der Musik: S. auch Fuchs. Im Lied: "Auf den Rabenklippen / bleichen Knabenrippen ..." (Text Heinrich Seidel). Aus der "Vogelhochzeit" ("Der schwarze Rabe war der Koch, / man sieht’s an seinen Federn noch"). Schlager: "The raven" (Alan Parsons Project).



Raps: Rapsverderber (Pflanzenkrankheit). Tiernamen: Rapserdfloh, Rapsglanzkäfer, Rapskohl, Rapsrüssler (Rüsselkäfer), Rapsweißling.
Im Gedicht: Günter Grass"Rapsblüte".



Ratte: Eine Ratte hält es länger als ein Kamel ohne Wasser aus. Der Quietschton der Ratte ist ihr tiefster Ton. Ein Rattenbock kann bis zu 800 Jungtiere pro Jahr zeugen. Das macht innerhalb von drei Generationen (in neun Jahren) über zwei Millionen Nachkommen. Es gibt Orte, wo die Anzahl der Ratten die der Bewohner bei weitem übertrifft (bis zu sechs Ratten pro Einwohner. In New York z.B. soll es 25 Millionen Ratten geben). In Australien wurde 1917 in einem Kornspeicher allein in vier Nächten eine halbe Million Ratten getötet. Ihr Anpassungsvermögen ist sprichwörtlich: Sie sind vermutlich die einzigen Säugetiere, die einen Atomkrieg überleben werden. Sie gelten als Verwandlungstiere von Hexen und Kobolden. In der indischen Mythologie ist die Ratte das Reittier des Gottes Ganescha. In der Antike wurden Verbrecher in Zellen voller Ratten geworfen, um sie von den Tieren auffressen zu lassen.



Ratte: Bei einer in den Vereinigten Staaten durchgeführten Befragung nannten 73 % der Angesprochenen unter den fünf größten Ängsten die Möglichkeit, dass sie von einer aus der Kanalisation heraufgekrochenen Ratte in den Hintern gebissen werden könnten, während sie auf der Toilette saßen. Ratten springen aus dem Stand bis zu eineinhalb Meter hoch und bis zu drei Meter weit. Sie betreiben Geburtenkontrolle, indem sie Moos und Flechten als Empfängnisverhütungsmittel fressen. Sexweltmeister sind die Wanderratten: Sie schaffen es bis zu 500-mal in 6 Stunden. In einem belgischen Dorf veranstalten die Dorfbewohner Rattentreibjagden. Anschließend gibt es in der Dorfkneipe tagelang Rattenragout, Rattenrücken und Rattenklopse. Astrologen kennen ein "Jahr der Ratte". Es gibt eine National Fancy Rat Society und eine Rattenakademie in Paris. Neuerdings werden dressierte Ratten für die Minensuche eingesetzt.
Die französischen Kolonialbeamten in Hanoi versuchten einer Rattenplage dadurch Herr zu werden, dass sie jedem, der eine tote Ratte ablieferte, eine Prämie zahlten. Was haben die Menschen daraufhin gemacht? Sie haben Ratten gezüchtet.



Ratte: Fasst man den Schwanz einer Ratte an, bekommt man Geschwüre. Gegen Ratten (wie gegen Mäuse) kann man die Heiligen Gertrud, Georg und Ulrich anrufen. Den Ratten wurde verschiedentlich der Prozess gemacht. Im 16. Jahrhundert wurden sie im Bistum Autun verurteilt, innerhalb von vier Tagen zu verschwinden. Zahme Ratten werden auch als Haustiere gehalten, jedoch nicht überall widerspruchslos geduldet: Not amused war die Queen über ihren Leibkoch, der sein Pelztier zwischen den königlichen Kochtöpfen herumspazieren ließ. Moderne Sage (Wanderlegende): Ein Urlauber bringt aus den Philippinen ein niedliches Hündchen mit nach Hause, das sich schließlich als eine Ratte entpuppt. Berühmte Tiere: Die Ratte Krätze bei Harry Potter. Auf Kupferstichen tauchen Rattengiftverkäufer auf, "die, als Reklame, meist ein Bündel toter Ratten bei sich oder an ihrer Kleidung trugen und sich womöglich eine tote Ratte an die Hutkrempe hängten" (Dieter Kühn).



Ratte: Redensarten: Die Ratten verlassen das sinkende Schiff (sie flüchten sich vor dem eindringenden Salzwasser und ertrinken lieber auf hoher See, als dass sie mit dem Schiff untergehen). "Der erfahrene Kapitän weiß schon vorher, welche Ratten zuerst das sinkende Schiff verlassen" (Nikolaus Cybinski). "Die Ratten, die das Schiff verlassen haben, nehmen es ihm übel, wenn es nicht versinkt" (Wieslaw Brudzinski). "Es gibt auch Ratten, die das sinkende Schiff betreten" (Markus M. Ronner). "Oft bleibt nichts anderes übrig, als das Schiff zu versenken und schwimmen zu lernen, um die Ratten loszuwerden" (Gerhard Uhlenbruck, auch von Alfred Polgar). "Warum nimmt man den Ratten übel, dass sie das sinkende Schiff verlassen? Wozu braucht man auf einem sinkenden Schiff auch noch Ratten" (Gabriel Laub). Als Bertolt Brecht vor den Nazis nach Wien flüchtete, bemerkte der Dichter Karl Kraus sarkastisch: "Aha, die Ratten erreichen das sinkende Schiff." So schnell wie eine Ratte in der Kanalisation verschwindet.
Laborratte, Leseratte (Versuchstier der "Buchindustrie" Wolfram Weidner), Rattenkönig (mehrere an den Schwänzen verknotete oder verklebte Tiere). Rattenschweif (Haarverlust). Rat Pack (zwischen 1959 und 1966. Gruppe von Schauspielern und Entertainern, die u. a. aus Frank Sinatra, Sammy Davis Jr. und Dean Martin bestand), Spielratte (verspieltes Kind), Wasserratte (leidenschaftlicher Schwimmer). Sich wie die Ratten vermehren. Wie eine Ratte (wie ein Ratz) schlafen/ratzen. Ratzekahl.
Tiernamen: Bisamratte (sie ist keine Ratte, sondern eine Wühlmaus) Rattenbandwurm, Rattenbeutler, Rattenfloh, Rattenkönig (zoologische Besonderheit, bildlich für etwas Unentwirrbares, s. auch Schimpfwort), Rattenkopf (Sumpfmaus), Rattenlaus, Rattenmaki (Lemur), Rattennatter, Rattenschanzlarve, Ratz (auch Iltis). Pflanzennamen: Rattenpfeffer (Samen eines Rittersporns), Rattenschwanz (u. a. Schachtelhalm).



Ratte: Sprichwörter: S. auch Bach. Wäre kein Aber dabei, / so wäre Rattengift Arznei. Verwandte sind wie Ratten, was sie nicht auffressen, schleppen sie weg. Wenn die Ratte sterben will, beißt sie der Katze in den Schwanz (aus China).
Sprüche: "Dein Gesicht vor ein Kellerfenster und die Ratten machen einen Umweg" (R. Habeck). Die Art, wie sich Bürokraten von Karteileichen ernähren, lässt darauf schließen, dass sie nicht vom Affen, sondern von der Ratte abstammen. "Die Ratte, die das sinkende Schiff verlässt, ist klüger als der Kapitän, der damit untergeht" (Jonathan Swift). Die Ratte, "der erfolgreichste biologische Gegenspieler des Menschen" (Konrad Lorenz). "Lieber Ratten im Keller als Verwandte im Haus" (Martin Luther). "Ratten vernichtet man mit Gift, Politiker mit Kinderpornos" (Tom Borg). Kollegenschelte: Er ist wie eine Ratte - er siedelt sich überall an, wo Kanalisation ist.



Ratte: Sprüche: "Dann taugen Eure Ratten nichts", sagte der Apotheker zum Bauern, als der sich beklagte, dass das Rattengift nichts geholfen habe. Schüleraufsatz: Meine Großmutter besitzt ein ganz altes Haus, in dem es viele Ratten hat. Darum kann man ihr ruhig Gift geben.
Vergleiche: "Der sinnliche Rattenhaufen, / er will nur fressen und saufen" (Heinrich Heine). "Erfolg, das Rattengift des Menschen – ganz wenige kommen davon" (Elias Canetti). "Los zu werden den alten Zopf ist ein vernünftig Begehren, / aber wer wird darum den Kopf gleich rattenkahl sich scheren" (Emanuel Geibel). "Mein Mann und ich haben einander aus den Augen verloren. Er ist eine Stadtratte, ich bin eine Feldratte" (Brigitte Bardot über Gunter Sachs).



Ratte: Schimpfworte: Fiese, dreckige, linke, miese Ratte, Bachratte, Bachratz (ungepflegte Frau), Ballettratte (Tänzerin), Bettratte, Beutelratte (Prostituierte), Dachratte (Katze), Gefängnisratte (Rechtanwalt), Gullyratte, (fiese) Kanalratte, Landratte, Lokusratte, "Ratten der Lüfte" (Tauben), Rattenbiotop (armseliges Gebiet), Rattenfalle (anrüchiges Lokal), Rattenfänger, Rattenloch (üble Absteige), Rattenpinscher, Rattenschwanz von ... (Aneinanderreihung unangenehmer Geschehnisse), Ratz (hässliches? Mädchen), Sackratte (Filzlaus im Schamhaar s. Filzlaus), Wanderratte (Streunerin, Prostituierte, Landstreicher), Wasserratte (Urinfetischistin). Martin Luther spöttelte, ganz oben an der kirchlichen "Hierarchie" sitze der "Rattenkönig".



Ratte:
"Es war eine Ratt’ im Kellernest,
Lebte nur von Fett und Butter.
Hatte sich ein Ränzlein angemäst’t
Als wie der Doktor Luther
(Goethe im "Faust")

Goethe: "Wenn Dir eine Ratte durch den Kopf läuft ..." Fabeln: S. auch Eule, Frosch, Kater, Katze. Jean de la Fontaine u. a. "Der Kampf der Ratten und der Wiesel", "Stadtratte und Landratte" und "Die beiden Ratten, der Fuchs und das Ei". Friedrich von Hagedorn "Die Tiere". Friedrich Müller "Die Schildkröte und die Ratte".
In der Literatur: Wolfgang Borchert "Nachts schlafen die Ratten doch", Bertolt Brecht, Clemens Brentano, Albert Camus "Die Pest" (1947). Sigmund Freud "Der Rattenmann". Günter Grass "Die Rättin" (1986, auch Film). Gerhart Hauptmann "Die Ratten" (1911, Tragikomödie, auch Film 1955). Stanislaw Lem "Die Ratte im Labyrinth". Wilhelm Raabe. Jules Verne "Die Abenteuer der Familie Raton.



Ratte: Im Gedicht: S. auch Reh. Gottfried Benn "Schöne Jugend". Wilhelm Bbusch "Die kluge Ratte". Heinrich Heine "Aus der Zopfzeit. Fabel" ("Zu Kassel waren zwei Ratten, / Die nichts zu essen hatten ...") und "Die Wanderratten":
"Es gibt zwei Sorten Ratten:
Die hungrigen und die satten.
Die satten bleiben vergnügt zu Haus,
Die hungrigen aber wandern aus ..

Erich Mühsam "Die Ratte". Eugen Roth "Tierleben für jung und alt" (1973). Georg Trakl "Die Ratten".

"Auf dem Boden ist der Ratze,
Der mir meine Tauben frisst;
Sagt, was Ihr zu raten wisst?
'Anzuschaffen eine Katz.'

Seht, die Katz' ist angeschafft,
Und der Ratz' ist weggerafft;
Aber an des Ratzen Platze
Frisst die Tauben nun die Katze
(Friedrich Rückert "Ratze und Katze")



Ratte: "Die Ratte in der Pizza" und "Die schreienden Ratten in der Metzgerei" (moderne "Sage").
Im Film u. a. "Der Rattengott" (1976/77). "Die Ratten" (1921, 1955, 1959, 1977). "Die Rättin". "Die Rückkehr der Killerratten" (1982). "Die Stunde der Ratte - Angriff der Killerratten" (1988). "Flushed away" (2006). "Gritta vom Rattenschloss" (Märchenfilm 1985). "Monty Spinnerratz" (Augsburger Puppenkiste). "Pest – Die Rückkehr" (TV-Film 2000). "Ratatouille" (2007, Oscar 2008). "Ratten" (1998). "Ratten II – sie kommen wieder" (2004). "Riffs III – die Ratten von Manhattan" (1984).



Ratte: Filmtitel: u. a. "Cats – Die Ratten von L. A." (1976, 1984). "Ciske, Die Ratte" (1983/84). "Das Rattennest" (1973, 1987/88). "Der Kommissar – Ratten der Großstadt" (1969). "Der Mann ohne Schatten - Die Ratte und das Mädchen" (1994). "Der Rattenkönig" (TV-Film 2002). "Die Kellerratten" (1960). "Die Kommissarin – Rattenstall" (1999). "Die Ratte" (1938). "Die Ratte – Countdown in Manhattan" (1979). "Die Ratte des Syndikats" (1978). "Die Ratte von Soho" (1949/50). "Die Ratten erwachen" (1967). "Die Ratten von Amsterdam" (1970). "Die Ratten von Chicago" (1955). "Die Ratten von der Heat Street" (1987). "Die Ratten von Detroit" (1959). "Die Ratten von Milano" (1976). "Die Ratten von Paris" (1958). "Die Rattenfalle" (1982). "Die Schulhofratten von Chicago" (1980). "Die Strandratten" (1912). "Die Wüstenratten" (1953).



Ratte: Filmtitel: "Eurocops – die Ratte" (1988). "Ginseng, Gold und Rattengift" (1969). "Kanalratten" (1964). "Kiwi und Ratte (1994 TV-Serie "Polizeiruf 110"). "Ratten der Großstadt" (1920). "Ratten im Secret Service" (1967). "Ratten – Sie sind überall" (2002). "Ratten - Sie werden dich kriegen" (1994/2001). "Rattenfalle Amerika" (1962). "Rattenfang" (1995). "Rattengift" (Krimi-Serie "Crossing Jordan" 2004). "Rattenlinie" (TV-Serie "Tatort" 2000). "Rattennest" (1955). "Requiem der Ratten" (1994). "Schimanski – Rattennest" (1998). "Twice under – Kanalratten" (1987). "Wanderratten" (1918). "Wer ist die Ratte?" (1998/99 TV-Serie "Die Sopranos").
Graphik: Grandville "Die philosophische Ratte".
In der Malerei: u. a. Rembrandt "Der Rattengiftverkäufer". S. auch Wasserratte



Rattenfänger: Demagoge, Volksverführer. "Bestsellerautor: Leserattenfänger" (Hans-Horst Stupy). Schimpfwort: Sackrattenfänger (s. auch Filzlaus).
In der Literatur: Robert Browning "The Pied Piper of Hamelin" (1849), Prosper Merimée "Die Bartholomäusnacht" (1829), Wilhelm Raabe "Die Hämelschen Kinder" (1869). Carl Zuckmayer "Der Rattenfänger" (Schauspiel 1975).
Im Gedicht: "Achim von Arnim "Der Rattenfänger von Hameln". Alexander von Bernus "Der Rattenfänger von Hameln singt" (in H. Lehmann Hrsg.) Joseph von Eichendorff "Der neue Rattenfänger". Emanuel Geibel "Der Rattenfänger von Bacharach". Johann Wolfgang von Goethe "Der Rattenfänger" (Ballade, vertont von Franz Schubert Hugo Wolf):
"Ich bin der wohlbekannte Sänger,
der vielgereiste Rattenfänger,
den diese altberühmte Stadt
gewiss besonders nötig hat.
Und wären's Ratten noch so viele,
und wären Wiesel mit im Spiele,
von allen säubr ich diesen Ort,
sie müssen miteinander fort

Karl Simrock (Ballade). In der Sage: "Der Rattenfänger von Hameln" (er trat 1284 zum ersten Mal auf; es gibt mehr als 150 Bearbeitungen). Brüder Grimm "Die Kinder von Hameln" und "Der Rattenfänger".
Im Film /Filmtitel u. a. "Der Rattenfänger" (1918, 1989, 1997). "Der Rattenfänger von Hameln" (1918, 1957, 1972, 1982, 1984). In der Kunst: Moritz von Schwind "Der Reigen des Rattenfängers" (1853).
Im Lied: In "Des Knaben Wunderhorn". Schlager: "The pied piper" (Crispian St. Peters).



Rauferei: Schlagen und Raufen unter bayerischen Bauern ist bereits aus dem Gesetzeswerk "Lex Baiuvariorum", dem ältesten Bußgeldkatalog, entstanden im 8. Jahrhundert, bekannt. Ein einfacher "Beulenschlag" kostete 1 Schilling. "Wenn am Kopfe die Hirnschale erscheint", waren sechs Schillinge zu entrichten. Insgesamt sind 31 Körperverletzungen mit dem entsprechenden Strafmaß aufgelistet. Die "Leipziger Illustrierte" berichtete 1872: "Nirgends aber fehlt es an dem im Griffe feststehenden Messer, das der Niederbaier allem Polizeiverbot entgegen jederzeit in einer eigenen Tasche an der Hüfte trägt. Blitzend fährt es im Gewühl auf den Gegner nieder ... Ohne Blut keine niederbairische Rauferei, selten ohne einen Toten oder schwer Verwundeten. Ländlich, sittlich. Und wären die Schädelknochen nicht so staunenswert hart, so ginge es meist noch schlimmer aus." Der Maler Wilhelm Leibl geriet sich einmal beim Deichselwirt in Schondorf am Ammersee mit dem Schriftsteller Anton von Perfall in die Haare. Dabei schleuderte er den Federfuchser mit solcher Wucht auf den Kachelofen, dass dieser zusammenbrach. Der bayerische Dreikampf besteht aus: "Raffa, saffa, Weiwa vegeln."

"Warum tanzen Bübchen mit Mädchen so gern?
Ungleich dem Gleichen bleibet nicht fern.
Dagegen die Bauern in der Schenke
Prügeln sich gleich mit den Beinen der Bänke
(Johann Wolfgang von Goethe)

In der Malerei: u. a. Adriaen Brouwer u. a. "Bauernschlägerei beim Kartenspiel" (1631) und "Bauernrauferei beim Würfelspiel" (um 1630-1640).



Rauferei: S. auch Polizist, Schlagwaffen



Raupe: "Gepolsterter Wurm". "Der Kapitalist unter den Insekten" (Ambrose Bierce). Englisch: Caterpillar. Raupen haben dreimal so viele Muskeln wie ein Mensch. Plinius behauptete, dass die Raupen aus dem Tau auf Rettichblättern entstünden. Was Männer anzieht, vertreibt Raupen, z.B. wenn eine Frau nackt dreimal um das befallene Feld läuft. Die Volksmedizin glaubt, dass Raupen gegen Zahnweh helfen. Im menschlichen Gehirn können sie wie andere Insekten auch Geistesstörungen verursachen.
Redensarten: Das fehlt mir noch in meiner Raupensammlung (für Zumutung). Fressen wie eine neunköpfige Raupe. Jemandem Raupen in den Kopf setzen/Raupen im Kopf haben. Raupe, Raupenkette, Raupenschlepper (Kettenfahrzeug, Arbeitsmaschine), Raupengarn, Raupenhelm (u. a. in der bayerische Armee), Raupenzwirn. Tiernamen: Raupenfliege.
Sprichwörter: Auch der schöne Schmetterling war einst eine hässliche Raupe (Russland). Mach die Augen zu, wenn im Essen Raupen sind (China). Raupen im Kohl und eine Hure im Haus bringt man schwer hinaus.



Raupe: Schimpfworte: Fiese Raupe, Planierraupe.

"Wer durch des Argwohns Brille schaut,
sieht Raupen selbst im Sauerkraut."
(Wilhelm Busch

Sprüche: "Das Blatt, auf dem die Raupe lebt, ist für sie eine Welt, ein unendlicher Raum" (Ludwig Feuerbach). "Wer eine Raupe zertritt, hat einen Schmetterling getötet" (Erich G. Wickenburg). "Wer vorwärts kommen will, muss einen Buckel machen - sagte die Raupe zu ihren Kindern" (Robert Lembke).
Vergleiche: Sich einspinnen wie eine Raupe (sich absondern). "Was die Raupe das Ende der Welt nennt, nennt der Rest der Welt einen Schmetterling" (Laotse).



Raupe: In der Fabel: S. auch Schmetterling. Johann Wilhelm Ludwig Gleim "Die Raupe und der Schmetterling".
Im Gedicht: Guillaume Apollinaire "Die Raupe". Max Dauthendey "Raupe und Schmetterling" und "Von Würmern zerfressen". Heinz Erhardt "Drei Raupen". Friedrich Hebbel "Raupe und Schmetterling". Friederike Kempner "Raupen-Bitte". Johann Peter Hebel "Von den Prozessionsraupen".

"Grauen, samtig raues Grauen
Packt mich, wenn ich traurig bin.
Lauter graue Raupen stauen
Sich vom Hals bis übers Kinn ..
(Theodor Däubler "Ein lauschender auf blauer Au")

Johann Gottfried Herder "Die Raupe und der Schmetterling". Eugen Roth "Tierleben für jung und alt" (1973). Friedrich Rückert u. a. "Verwünschung" und "Wie die Knospen an den Zweigen…" Heinrich Seidel "Der kleine Nimmersatt".
Im Film /Filmtitel: u. a. "Die kleine Raupe Nimmersatt" (Zeichentrickfilm). "Godzilla und die Urweltraupen" (1964). "Tod eines Tänzers" (2005 giftige Raupen TV-Serie "Der letzte Zeuge"). In der Kunst: Salvador Dalí "Blaue Raupe" (1968). Maria Sibylla Merian "Der Raupen wunderbare Verwandlung und sonderbare Blumen-Nahrung" (1679–1683)".



Raupe: s. auch Schmetterling



Rebhuhn: Konrad von Megenberg glaubte im 15. Jahrhundert, dass Rebhühner ein trockenes Hirn haben. Sie seien so vergesslich, dass sie oft ihr Gelege nicht mehr finden würden. In der Brunstzeit sind sie so "hitzig, dass sie schon von dem Geruch der Hähne befruchtet werden ..." Der Genuss von Rebhuhneiern soll die Potenz stärken. Das Auflegen von Eiern richtet Hängebrüste auf. Menschen können im anderen Leben in Rebhühner verwandelt werden. Der Popstar Madonna hat daher auf seinen Ländereien die Jagd auf die ev. inkarnierten Tiere untersagt. Pflanzenname: Rebhuhnbeere. Vogel des Jahres 1991.
Sprüche: "Dieser Fürst kennt kein Volk als das von Rebhühnern" (Jean Paul). "Ein echter Feinschmecker, der ein Rebhuhn verspeist hat, kann sagen, auf welchem Bein es zu schlafen pflegte" (Anthelme Brillat-Savarin). "Wenn Fasten, dann Fasten, wenn Rebhuhn, dann Rebhuhn!" (Teresa von Avila).
Fabeln: S. auch Hase, Wespe. Äsop u. a. "Der Vogelfänger und das Rebhuhn". Jean de la Fontaine "Das Rebhuhn und die Hähne".



Rebhuhn: In der Literatur: Carl Hauptmann "Die Rebhühner" (1916). Martial "Epigramme" ("Rebhühner" und "Feldhühner"). Ovid "Metamorphosen".
Im Gedicht: Joachim Ringelnatz "Zum Bockspringen" ("Ob dieser Hund ein Rebhuhn gebar? / Auf welcher Seite er schwanger war ..."). Eugen Roth "Tierleben für jung und alt" (1973). "Märchen aus Tausendundeiner Nacht": "Geschichte des Rebhuhns mit den Schildkröten".



Rechen: (Harke). Rechen und Gabeln durften nicht mit den Zähnen oder Zinken nach oben hingelegt werden, denn damit könnten dem lieben Gott die Augen ausgestochen werden.
Redensarten: Jemandem zeigen, was eine Harke ist.
Sprichwörter: Wer dem Rechen auf den Kopf tritt, dem fährt der Stiel an die Stirn (sorbisch. Das geht auf folgenden Schwank zurück: Der aus der Fremde heimkehrende Bauernsohn, will die Sprache seiner Angehörigen nicht mehr verstehen. Z.B. wusste er nicht mehr, was eine Harke ist. Als er aber aus Versehen auf die Zinken tritt und ihm der Stil am Kopf trifft, ruft er aus: "O du verfluchte Harke!") Hungerrechen: Damit sammelten Taglöhner die bei der Erntearbeit liegen gebliebenen Halme ein.
Schimpfworte: Rechen (Zähne, unvollständiges Gebiss).



Rechtsanwalt: Sprichwörter: Den Bauern erkennt man an der Gabel, den Advokaten am Schnabel. Ein Advokat und ein Wagenrad wollen geschmiert sein. Ein Bauer zwischen zwei Advokaten ist ein Fisch zwischen zwei Katzen. Es ist besser eine Maus im Maul einer Katze zu sein als ein Mensch in der Hand eines Rechtsanwalts (Spanien). Es schindet die Ziege die Weide, der Wolf die Ziege, der Bauer den Wolf, der Jud' den Bauern, den Juden der Advokat, und den Advokaten der Teufel (Slowakei).
Sprüche: Advokaten, die Bratenwender der Gesetze, die so lange die Gesetze wenden und anwenden, bis ein Braten für sie abfällt. (Heinrich Heine). Der teuerste Wald ist der Anwalt. Die Tugend in der Mitte, sagte der Teufel, und setzte sich zwischen zwei Juristen. "Er war ein guter Anwalt. Und auch sonst nur von mäßigem Verstand" (Ludwig Thoma). "Nichts macht den Menschen so unverträglich wie das Bewusstsein, genug Geld für einen guten Rechtsanwalt zu haben" (Richard Widmark). "Wahre Manager haben für jedes Problem eine Lösung, richtige Juristen für jede Lösung ein Problem" (Jean Paul).
Im Gedicht: Matthias Claudius "Der Bauer, nach geendigtem Prozess" ("Gottlob, dass ich ein Bauer bin / Und nicht ein Advokat …") Hans Sachs "Der Baurenschinder".
Im Film/Filmtitel: u. a. "Beim Rechtsanwalt" (1936 Karl Valentin). "Der Anwalt" (1976, 1993). "Der Dorfadvokat" (1944). "Der keusche Anwalt" (1932). "Der Winkeladvokat" (1993). "Des Teufels Advokat" (1976). "Die Advokatin" (1977). "Gute Nacht, Herr Advokat" (1955).



Regen:
"Wenn der Hund das Gras benagt,
Der Hirte über Flöhe klagt,
Der Rauch will nicht zum Schornstein raus,
Dann kommt bald Regen übers Haus

Neben herunterrutschenden Strümpfen soll Abendrot Regen ankündigen, auch Schwalben und Mücken, die sehr tief fliegen, und Katzen, die faul herumliegen. Regen wird kommen, wenn die Frösche quaken, die Gänse und Hühner auf einem Bein stehen und die Tauben baden und die Regenwürmer aus der Erde kriechen. Wenn Flöhe besonders bissig sind, wird Schlechtwetter kommen. Steht der Hecht auf dem Grund, wird das Wetter schlecht, schwimmt er an der Wasseroberfläche, gibt es schönes Wetter. Wenn der Hund oder die Katze Gras frisst, bedeutet das Regen; ebenso wenn große Spinnen, Regenwürmer und Schnecken über den Weg kriechen. Reißt die Spinne ihr Netz auseinander, ist der Regen bald bei der Hand. Wenn die Schafe am Abend nicht in den Stall wollen, kommt bald Regen oder Schnee. Fliegen die Schwalben hoch, bleibt das Wetter schön, fliegen sie knapp über dem Boden, gibt es Regen. Statistiker haben nachgewiesen, dass auf den Quadratmeter bezogen, in Italien mehr Regen fällt als in England.



Regen: Redensarten: Aussehen wie ein verregneter Sommer (für unglücklich). Den Regenschirm zumachen (für sterben). Ein warmer Regen (u. a. Geld, Geschlechtsverkehr nach langer Abstinenz). Er macht ein Gesicht wie drei Tage Regenwetter. Er stammt aus einer Zeit, als Noah noch um Regen bat (für uralt). Es gießt in Strömen. Es regnet so stark, dass alle Schweine rein und alle Menschen dreckig werden. Etwas nimmt seinen Lauf wie Regenwasser in einer Abflussrinne. Etwas schmeckt fad wie Regenwasser, das tagelang herumgestanden ist. Gespannt sein wie ein Regenschirm. Gut verkäuflich wie Regenschirme, wenn’s gießt. Jemanden im Regen (ohne Schirm) stehen lassen. So schnell wie man einen Regenschirm vergisst. Vom Regen in die Traufe kommen (aus einer schlimmen Lage in eine noch schlimmere geraten.



Regen: Redensarten: "Er springt in den Teich, dem Regen zu entfliehen" J. W. von Goethe. "Er kam vom Regen unter Umgehung der Traufe direkt in die Scheiße" Winfried Bornemann). Konfettiregen, Regengestirn ("Hyaden" Sternbild), Kugelregen, Landregen, Platzregen ("Ringsum scheint die Sonne, aber auf den Sportplatz, auf dem man gerade trainiert, schüttet es wie aus Kübeln hinab" K. de Rottwinkel), Regenfäule (Hautauschlag bei Schafen), Regenhaut (Regenmantel), Regenkuckuck, Regenwald, Regenzauber.
Tiernamen: Regenbremse (Fliegenart), Regenfrosch, Regenpfeifer (Vogel), Regenschlange, Regenwurm (s. eigener Artikel). Pflanzennamen: Goldregen, Regenbaum, Regenblume (Gänseblümchen), Regenschwemmling (u. a. Mauerpfeffer).

Fränkischer Kinderreim:
"Renga, Renga, Tropf'n,
Die Bubn muss ma klop'n,
Die Madla muss ma schona
Wie goldana Zitrona."



Regen: Sprichwörter: S. auch Schwalbe. Auf Regen folgt Sonnenschein ("Auf Reagan folgt Sonne" Lied von Joseph Beuys). Dem Pechvogel regnet es auf den Arsch auch wenn er sitzt (aus Venedig). Der stärkste Regen fängt mit Tropfen an. Ein guter Tau ist so viel wert wie ein schlechter Regen. Ein gutes Wort und ein sanfter Regen dringen überall durch. Ein Tag Regen tränkt sieben dürre Wochen. Frühregen und Brauttränen dauern solang wie’s Gähnen. Große Wolke, kleiner Regen (jüdisch). Entweder es regnet in Münster oder es läuten die Glocken; geschieht beides gleichzeitig ist Sonntag. Mairegen auf die Saaten / und es regnet Dukaten. Nach dem Regen ist gut fischen. Morgenregen, Weibertränen, Herrenliebe und Aprilstündchen, das alles hängt an einem Hasenschwanz (Slowakei). Nach dem Regen scheint die Sonne heller (jüdisch). Niemand verleiht seine Dachrinne in einer Regennacht (arabisch). Wenn es regnet, dann gießt es (England). Regen lässt das Gras wachsen, Wein das Gespräch (aus Schwaben). Regen und Gast, fallen nach drei Tagen zur Last (Frankreich). Wer auf jede Wolke achtet, wird nie eine Reise machen (Italien). Wer ins Wasser fällt, braucht den Regen nicht zu fürchten. Wer schon nass ist, hat keine Angst vor dem Regen.



Regen: Sprüche: "Dacht ich's doch, dass auf das Donnerwetter noch Regen folgen würde" (Sokrates). "Denn der Regen, der regnet jeglichen Tag" (William Shakespeare "Was ihr wollt"). "Der Regen bringt Dir Blumen hier / Dort Dorn und Disteln für" (Johann Gottfried Herder "Alte Fabeln mit neuer Anwendung"). "Ein Sommerregen ist erfreulich, / ein Regensommer ist abscheulich" (Eugen Roth). "Es regnete so stark, daß alle Schweine rein und alle Menschen dreckig wurden" (Georg Christoph Lichtenberg). Herr lass Hirn regnen! "Hoffnung: man geht hinaus bei schönem Wetter und kehrt im Regen zurück" (Jules Renard). "In der Provinz ist schon Regen eine Zerstreuung" (Edmond und Jules de Goncourt). "Lebe jeden Tag so, als ob es regnen würde" (Irland). Ob Sonne oder Regen – wir sind dagegen (Graffitispruch). "Ohne Regen, ohne Gott, / geht die ganze Welt bankrott" (DDR-Pfarrer Oskar Brüsewitz auf den DDR-Spruch: "Ohne Gott und Sonnenschein / fahren wir die Ernte ein"). "Regen ist Gnade, Regen ist zur Erde niedersteigender Himmel, ohne Regen gäbe es kein Leben" (John Updike). "Sommer und Winter sind in England leicht zu unterscheiden: im Sommer ist der Regen etwas wärmer" (Colin Wilson). "Wer mit Schirm weggeht, hat Recht auf Regen" (Klaus Konjetzky).



Regen: Vergleiche: "Aufmunterung nach dem Tadel ist Sonne nach dem Regen, fruchtbares Gedeihen" (Johann Wolfgang von Goethe). "Das ist wie Regen ins Wasser" (Wilhelm Busch). "Der Kapitalismus trägt den Krieg in sich wie die Wolke den Regen" (Jean Jaurès). "Die Krone ist ein Hut, wo es hineinregnet" (Friedrich II., der Große). "Die Zivilisation ist nichts anderes als ein Farbanstrich, der vom nächsten Regen fortgewaschen wird" (August Rodin). Ein gelehrter Müßiggänger gleicht einer Wolke ohne Regen (China). "Ein Weiser ohne Taten ist eine Wolke ohne Regen" (John Steinbeck). "Frauen sind wie Regenschirme: ein paar Handgriffe, und die Sache wird spannend" (Marcello Mastroianni). In der Fremde einen alten Freund zu treffen, ist wie ein labender Regen nach langer Trockenheit (China). "Reporter: ein Schreiber, der den Weg zur Wahrheit errät und ihn mit einem Wolkenbruch von Worten verschüttet" (Ambrose Bierce). "Schaffet die vielen Tränen der Kinder ab, langes Regnen ist den Blüten schädlich" (Jean Paul). "Seele, bück dich, jetzt kommt ein Platzregen" (Johann Fischart. Der Trinker warnt: "Leber, duck di, jetzt kimmt er"). "Warum entarten Religionen? Das Regenwasser ist rein. Doch wenn es Dach und Gassen durchlaufen hat, die unsauber sind, so verliert es seine reine Klarheit" (Ramakrishna).
Schimpfworte: Nieselregen (Orgasmusschwierigkeiten, Prostataprobleme).
Palindrom: Ein Neger mit Gazelle zagt im Regen nie.



Regen: In der Literatur:
"Wohl Keime wecken mag der Regen,
Der in die Scholle niederbricht;
Doch goldnes Korn und Erntesegen
Reift nur heran bei Sonnenlicht"
(Theodor Fontane "Sprüche").

Bertolt Brecht "Vor der Sintflut. Betrachtungen bei Regen". Louis Bromfield "Der große Regen" (1938). Max Frisch "Der Mensch erscheint im Holozän". Johann Peter Hebel "Mancherlei Regen". Ernest Hemingway "Katze im Regen" (aus "40 Stories"). Hermann Hesse "Verregneter Sonntag" (aus "Die Kunst des Müßiggangs"). W. Somerset Maugham "Regen". Ernst Penzoldt "Regen" (aus "Causerien"). Heinz Piontek "Als der Regen noch eine schöne Seite hatte". Felix Timmermans "Sommerregen" und "Regen" (in "Pallieter").



Regen: Im Gedicht: Guillaume Apollinaire "Es regnet". H. C. Artmann "ein verregneter samstag". Charles Baudelaire "Nebel und Regen". Johannes R. Becher "Regentag" und "Sommerregen". Paul Celan "Regenflieder". Clemens Brentano "Im Wetter auf der Heimfahrt". Georg Britting "Fröhlicher Regen" und "Landregen". Matthias Claudius "Ein Lied um Regen …" und "Milder Regen komm und tränke …" (auch als Lied). Samuel Taylor Coleridge "An Ode to the Rain". Theodor Däubler "Regen". Max Dauthendey u. a. "Der Regen im Blattwerk" und "Regenduft". Richard Dehmel u. a. "Im Regen" und "Nach einem Regen". Günter Eich u. a. "Botschaften des Regens" (1955), "Kurz vor dem Regen" und "Regen im Gebirge". Gustav Falke u. a. "Regen" und "Regentag". Heinrich Federer "Warmer Sommerregen" (in "Ich lösche das Licht" 1930). Werner Finck "Landregen". F. Scott Fitzgerald "Rain before dawn" ("Regen vor Tagesanbruch"). Paul Fleming "Sonnenschein im Regen". Emanuel Geibel "Regenzeit". Stefan George "Regen-Landschaft". Paul Gerhardt "Nun ist der Regen hin".



Regen: Im Gedicht: Yvan Goll "Der Regenpalast" und "In den Turm des Regens". Günter Grass "Andauernder Regen" und "Lamento bei Regen". Martin Greif u. a. "An den Frühlingsregen" und "Nähe der Regennacht". Catharina Regina von Greiffenberg "Über ein Lustbringendes Regenlein". Franz Grillparzer "Der Himmel lässt in Tropfen sich hernieder" und "Epigramme. Regen und Unmut". Johann Gottfried Herder "An die Regengöttin". Hermann Hesse u. a. "Regen im Herbst" und "Regennacht". August Heinrich Hoffmann von Fallersleben u. a. "Beim Regen" und "Mairegen".

"Der wandernde Wind auf den Wegen
War angefüllt mit süßem Laut,
Der dämmernde rieselnde Regen
War mit Verlangen feucht betaut ..."
(Hugo von Hofmannsthal "Regen in der Dämmerung")



Regen: im Gedicht: Peter Huchel "Totenregen". Erich Kästner "Rezitation bei Regenwetter". Gottfried Keller u. a. "Abendregen" und "Regensommer". Justinus Kerner "Im Regen" und "Regen und Tränen". Klabund "Regen". Paul Klee "Nachtregen". August Kopisch "Während des Regens". Else Laske-Schüler "Abschied". Nikolaus Lenau "Stimme des Regens". Gotthold Ephraim Lessing "Der Regen". Henry Wadsworth Longfellow "Der Regentag" (übers. von Ferdinand Freiligrath) und "Rain in Summer". Hermann Löns "Regen" und "Verregnete Liebe". Oskar Loerke "Das Regenkarussell". Christian Morgenstern u. a. "Landregen" und "Sommerregen". Heinz Piontek "In den Regen gesungen", "Trost im Regensommer" und "Der Landregen". Fritz Reuter "De Buren bi Regenweder". Rainer Maria Rilke "Einsamkeit" ("Die Einsamkeit ist wie ein Regen. / Sie steigt vom Meer den Abenden entgegen ...") und "Vor dem Sommerregen".



Regen: Im Gedicht: Joachim Ringelnatz u. a. "Landregen" und "Regenschauer". Friedrich Rückert u. a. "Als wir lang auf Regen harrten …" und "Im Regenwetter". Hans Sachs "Die Zeichen des Regenwetters". Friedrich Schnack "Regenwald" und "Regenzeit". Wolfdietrich Schnurre "Kulisse". August Stramm "Mairegen". Ludwig Thoma "Regenstimmung". Henry David Thoreau "Der Sommerregen". Georg Trakl "Dunkel ist das Lied des Frühlingsregens in der Nacht".

"Wie endlose Fäden der Regen rinnt
Und spinnt durch den Tag, der grau und blind,
Viereckiges Netzwerk in grünen Gehegen
Mit seinen Graufäden, die endlos sind.
Der Regen, der rinnt,
Der endlos rinnt,
Der Regen …"
(Emile Verhaeren "Der Regen" übersetzt von Stefan Zweig)



Regen: Im Gedicht: Georg von der Vring u. a. "Regennacht" und "Regenmelodie".

"Die böse Frau Xanthippe heißt,
Die ihren Mann am Halstuch reißt.
Sie goss das volle Nachtgefäß
Hinunter über Sokrates.
Da sprach der Weise sehr verlegen:
‚Aufs Donnerwetter folgt der Regen.’"
(Frank Wedekind )

James Joyce "Den ganzen Tag fiel Regen matt".



Regen: Im Film/Filmtitel: u. a. "Am Tag, als der Regen kam" (1959). "Begegnung im Regen" (1994). "Blue dream – Tod im Regen" (1993 TV-Serie "Polizeiruf 110"). "Blutiger Regen" (1989). "Charlie im Regen" (1914). "Chronik des Regens" (1991). "Damals im Regen" (1983). "Der aus dem Regen kam" (1969/70). "Der große Regen" (1955). "Der Kommissar – Toter Herr im Regen" (1969). "Der Regen ist trocken" (1967). "Der Regenmacher" (1956, 1959, 1997). "Der Soldat aus dem Regen" (1996). "Der Tod kommt im Regen" (1965). "Ein warmer Regen" (1982). "Es regnet über Santiago" (1975). "Hochzeitsnacht im Regen" (1967). "Im Regen tanzen" (1990 TV-Film). "In einer Regennacht" (1978). "Intermezzo im Regen" (1962). "Kirmes im Regen" (1962). "Lautloser Regen" (1992). "Liebe zwischen Regentropfen" (1979). "Mann im Regen" (1993 TV-Serie "Derrick"). "Nach dem Regen" (1999). "Nach Regen folgt Sonne" (1948). "Nach Regen scheint Sonne" (1949). "Nächtlicher Regen in den Bergen von Sichuan" (1980).



Regen: Im Film/Filmtitel: "Platzregen" (1972). "Rain man". "Rain - Regentage" (2001). "Rainkiller – Tod im Regen" (1990). "Regen" (1929, 1932). "Regen in den Bergen" (1978). "Regen und Sonne" (1960). "Regentropfen" (1981). "Regenwolken über Wu Shan" (1995). "Schmutziger Regen" (TV-Serie "Without a trace" 2003). "Schwarzer Regen" (1988, 1989 Hiroshima). "Singin’ in the rain". "Siska – Regen in Wimbledon" (1999). "Sommerregen" (1978). "Sonne und Regen" (1988). "Sprich zu mir wie der Regen" (1975). "Tod im Regen" (1983). "Todesfahrt im Regen" (1973). "Und dann der Regen" (2012). "Und der Regen verwischt jede Spur" (1972). "Und die Tränen vergehen im Regen" (1989). "Vierundzwanzig Stunden Regen" (1982). "Vom Regen in die Traufe" (1914, 1990) "Vor dem Regen" (1994). "Warten auf Regen" (1978 Kinderfilm). "Wenn Regen und Wind" (1967). "Wer im Regen weggeht" (1974). "Zwei unterm Regenschirm" (1983).



Regen: In der Malerei: u. a. Vincent van Gogh "Landschaft bei Auvers im Regen" (1890). Friedensreich Hundertwasser "Regentage" (1973).
In der Musik: Johannes Brahms "Regensonate". Claude Debussy "Gärten im Regen" (Klavier). William Turner "Regen, Dampf und Geschwindigkeit" .
Im Lied: "Am Tag als der Regen kam" (französisches Chanson). "Baby, es regnet doch" (Heinz Erhardt). "Ich steh’ im Regen" (Zarah Leander).



Regen: Schlager: u. a. "A garden in the rain" (Perry Como). "A hard rain's gonna fall" (Melanie). "Come rain or come shine" (Connie Francis). "Crying in the rain" (A-Ha). "Crystal rain I: Mezzoforte). "Early morning rain" (The Kingston Trio). "Here comes that rainy day feeling" (The Fortunes). "I can't stand the rain" (Eruption). "I see the rain" (The Marmalade). "I Wish it would rain down" (Phil Collins). "It keeps raining" (Fats Domino). "It might as well rain until September" (Carole King). "It's Raining again" (Supertramp). "Just walking in the rain" (Johnnie Ray 1956). "Laughter in the rain) (Neil Sedaka). "Let it rain" (Amanda Marshall). "Mairegen" (Reinhard Mey). "Monday’s rain" (The Bee Gees). "Rain" (José Feliciano und The Beatles). "Rain in May" (Max Werner). " "Rain is falling" (Electric Light Orchestra). "Raindrops" (Dee Clark). "Raindrops keep falling on my head" (Mister Acker Bilk). "Raining in my heart" (Connie Francis). "Rainy day man" (James Taylor). "Rainy Days And Mondays" (The Carpenters). "Red rain" (Peter Gabriel). "Regentropfen, die an mein Fenster klopfen". "Rhythm of the rain" (Cascades). "Singin’ in the rain" (Doris Day). "Tears in the rain" (Robin Beck). "The earth the sun the rain" (Color me Badd). "Unter einem Regenschirm am Abend" Willy Forst). "Waiting for the rain" (Manfred Mann’s Earth Band). "Why Does It Always Rain On Me" (Travis). "With the wind and the rain in her hair" (Pat Boone).



Regenbogen: "Brücke zwischen Götter- und Menschen." Wird schon im 1. Buch Mose genannt ("Und wenn es kommt, dass ich Wetterwolken über die Erde führe, so soll man meinen Bogen sehen in den Wolken"). "Bogen ohne Geschoss" (hl. Ambrosius). Wo der Regenbogen den Boden berührt, kann man mit einigem Geschick einen Topf voll Gold finden. In allen Regenbogenfarben schillern. "Regenbogen" (Name für die 42. amerikanische Infanteriedivision), Regenbogenhaut (Iris), Regenbogenquarz, Regenbogenschüsselchen (keltische Münzen), Regenbogenpresse (Sensationspresse), Regenbogensehen (beim Glaukom). Rainbowwarrior (Regenbogenkrieger, Green-Peace-Sprichwort-Wortschöpfung).
Tiernamen: Regenbogenboa, Regenbogenfisch, Regenbogenforelle (Das Wort "Regenbogenforelle" (eignet sich "besonders zur Veranschaulichung einfacher Verschlüsselungsalgorithmen" Wikipedia), Regenbogennatter.
Sprichwörter: Bedenke, dass die Enden des Regenbogens in der Erde zu Hause sind, der Bogen aber die Weite des Himmels überspannt (Irland). Glück und Regenbogen sieht man nicht über dem eigenen Haus, sondern nur über fremdem. Weiberschönheit, das Echo im Wald / und Regenbogen vergehen bald.
Vergleiche: "Die Hoffnung ist der Regenbogen über den herabstürzenden jähen Bach des Lebens" (Friedrich Nietzsche). Möge nach jedem Gewitter ein Regenbogen über Deinem Haus stehen und mögest Du am Ende aller Regenbogen einen Topf voll Gold finden (irischer Segenswunsch).



Regenbogen: Jean Paul machte die interessante Entdeckung: "Auch der Urin gibt einen Regenbogen." Von einem Zeitgenossen sagte er: "Er würde seinen Regenbogen nur aus einer Farbe machen, schwarzer" (vergleiche dazu die Kollegenschelte: Bei dem daheim sind sie so arm, dass sie sich nur einen schwarzweißen Regenbogen leisten können).

"Es ist der Glaub ein schöner Regenbogen,
der zwischen Erd und Himmel aufgezogen:
Ein Trost für alle, doch für jeden Wandrer
je nach der Stelle, da er steht, ein andrer."
(Emanuel Geibel

Buchtitel: Johannes Mario Simmel "Und Jimmy ging zum Regenbogen" (1973).



Regenbogen: In der Literatur: Stefan Andres "Der graue Regenbogen" (1959). René Descartes "De l'arc-en-ciel" (1637). David Herbert Lawrence "Der Regenbogen" (dt. 1922). Wilhelm Raabe "Der Regenbogen" (1869). Arnold Zweig "Regenbogen" (1925).
Im Gedicht: Rose Ausländer "Der Regenbogen" (Gedichtband 1939). Theodor Däubler "Ich sah einmal in einen Regenbogen". Johann Wilhelm Ludwig Gleim "Der Regenbogen". Johann Wolfgang von Goethe "Regenbogen" und "Regenbogen über den Hügeln einer anmutigen Landschafdt". Günter Grass "Befürchtung".

"Schönes Kind der Sonne,
Bunter Regenbogen,
Über schwarzen Wolken
Mir ein Bild der Hoffnung ..
(Johann Gottfried Herder "Der Regenbogen")

Rainer Maria Rilke "Regenbogen". Friedrich Rückert "Der Regenbogen". Friedrich Schiller "Parabeln und Rätsel. 1. Von Perlen baut sich eine Brücke". Georg von der Vring "Regenbogen".



Regenbogen: Im Film/Filmtitel: u. a. "Black rainbow – Der schwarze Regenbogen" (1988/89). "Das Ende des Regenbogens" (1979). "Das Land hinter dem Regenbogen" (1990 - 1993). "Das Schloss hinterm Regenbogen" (Märchenfilm 1969). "Der goldene Regenbogen" (1967). "Der Regenbogen" (1989). "Der Regenbogendieb" (1990). "Der schwarze Regenbogen" (1989). "Die Regenbogenfee" (Märchenfilm 2001). "Die Schlange und der Regenbogen" (1987). "Ein Regenbogen für Rimbaud" (1996). "Folge dem Regenbogen" (1978). "Hinter dem Regenbogen" (1999). "Im Tal des Regenbogens" (1935 mit John Wayne). "Jenseits des Regenbogens" (2001). "Mädchen aus dem Regenbogen" (1951). "Rainbow – Die fantastische Reise auf dem Regenbogen" (1995). "Regenbogen der sieben Hoffnungen" (1981). "Regina im Regenbogenland" (1985). "Skorpion gegen Regenbogen" (1969).



Regenbogen: Im Film/Filmtitel: "Tal des Regenbogens" (1957). "Und Jimmy ging zum Regenbogen" (1971). "Unter dem Regenbogen" (1990/91). "Von der anderen Seite des Regenbogens" (1972). "Wir tanzen auf dem Regenbogen" (1952).
In der Malerei: u. a. Marc Chagall "Der Regenbogenhahn" (1968). Caspar David Friedrich "Gebirgslandschaft mit Regenbogen (Landschaft mit dem Mondregenbogen)" (1810) und "Rügenlandschaft mit Regenbogen" (um 1809). Matthias Grünewald "Stuppacher Madonna" (um 1520). Peter Paul Rubens "Landschaft mit Regenbogen" (1636–1638).
Schlager: u. a. "At the end of the rainbow". "I'm always chasing rainbows" (Perry Como). "Over the rainbow" (Frank Sinatra, Judy Garland). "Rainbow" (The Marmalade). " Rainbow to the stars". "Rainbow valley" (The Love Affair). "She's a rainbow" (Rolling Stones). "Somewhere over the rainbow" (Cliff Richard). "Touch the Rainbow".
Im Film/Filmtitel: "Die Regenbogenfee".



Regenwurm:
"Wie nur dem Kopf nicht alle Hoffnung schwindet,
Der immerfort an schalem Zeuge klebt,
Mit gier’ger Hand nach Schätzen gräbt,
Und froh ist, wenn er Regenwürmer findet"
(Goethe im "Faust").

"Erdfresser". Sie sind ein wichtiger Bestandteil der Ernährung beim Überlebenstraining - ähnlich wie überfahrene Igel. Angefangen wird jedoch meist mit Brennnesseln, Kräutern und Baumrinde. Auch gegrillte Asseln sollen sehr schmackhaft sein. Der Weltrekord im Regenwurmessen steht seit 2003 auf 200 Tieren in 20 Sekunden. Aus einem durchgeschnittenen Regenwurm, können wieder zwei "neue" Würmer entstehen. In der Volksmedizin wird ihm übel mitgespielt: "Zerstoßen, zerhackt, gebraten, pulverisiert, gedörrt, zu Öl destilliert" muss er als Universalheilmittel schlechthin herhalten, wenn andere Säfte und Pulver versagen. Frostbeulen, Skorbut, Koliken, Gelbsucht und Tollwut sind die Haupteinsatzgebiete. Videospiel Earthworm Jim. Worms (Spieleserie).
Redensarten: Sogar ein Regenwurm hat mehr Rückgrat als er.
Sprüche: Der Regenwurm wird sehr vermisst, weil er heut beim Angeln ist. Für den Regenwurm sind Erdarbeiten etwas wesentlich angenehmeres als Angeln. Gott gibt jedem Vogel einen Regenwurm, aber er bringt ihn ihm nicht ins Nest. Regenwürmer können nicht beißen, weil sie anstatt Kopf nur Schwanz haben.
Vergleiche: Er ist wie ein Regenwurm – ein Schlauch ohne Hirn.
Schimpfworte: Regenwurm auf Beinen (dünne Frau).



Regenwurm:
"Am Fuß von einem Aussichtsturm
saß ganz erstarrt ein langer Wurm.
Doch plötzlich kommt die Sonn’ herfür,
Erwärmt den Turm und auch das Tier.
Da fängt der Wurm an sich zu regen.
Und heißt jetzt Regenwurm deswegen"
(Heinz Erhardt).

"Ein langer dicker Regenwurm
geriet in einen Wirbelsturm,
der trug ihn bis zum Himmel.
Nun dient er oben, nein, wie fein,
dem allerliebsten Engelein
als Klöppel einer Bimmel"
(Hein Erhardt "Der Regenwurm").

Im Gedicht: Eugen Roth "Tierleben für jung und alt" (1973) und "Der Regenwurm".
Im Lied: "Stumpfsinn, Stumpfsinn, du mein Vergnügen" ("Der Regenwurm ist manchmal krumm"). Schlager: "So ein Regenwurm hat’s gut" (Heinz Rühmann).



Reh: "Es ist sanft und hat eine reine Natur" (Hildegard von Bingen) und "ist ein überaus schön, lustig und liebliches Tier, das auch von dem Poeten Martiale unter die Wollust gezählet wird" (Conrad Gesner 1669). Es wurde in den römischen Tiergärten gehalten. Die Verwandlung in ein Reh ist ein beliebtes Märchenthema. Rehe können Menschen ins Zauberland locken. Rehbockgalle mit Rosenöl oder Knoblauchsaft vermischt soll gegen Ohrensausen helfen, gegen Rückengicht nach Hildegard von Bingen ein "aufgelegtes Rehherz". Casanova empfahl Rehragout für "Liebeszwecke".
Redensarten: Anmutiges; scheues, schlankes, zierliches Reh (für Mädchen), gehetztes Reh. Bambi (Filmpreis seit 1948). Rehbraun (Farbe), Rehe (Hufentzündung beim Pferd), Rehposten (gröbstes Schrot).
Tiernamen: Rehlausfliege, Rehpinscher (Hunderasse, auch Schimpfwort), Rehschröter (Hirschkäfer). Pflanzennamen: Reherl/Rehfüßchen/Rehling (Pfifferling), Rehpilz (Stachelpilz).
Vergleiche: "Das Kapital ist ein scheues Reh; wenn es verschreckt wird, zieht es sich zurück" (Karl Marx). Wie ein angeschossenes Reh schauen (für ängstlich).



Reh: Kindermund:
"Herr Jemineh,
Der schoss dem Reh
Das Been entzwee.
Da schrie das Reh:
Herr Jemineh,
Wie tut das weh!"

Nonsensvers:
"Schorsch, wenn d' heiratst,
Dann heirat' a Fraa
Mitm Namen Theresia.
Dann hast morgens an Tee,
Mittags a Reh
Und Abend sie a."



Reh: In der Fabel: s. auch Hase. Aesop "Das alte und das junge Reh". Friedrich von Hagedorn "Das Reh und der Hund".
In der Literatur: August von Kotzebue "Der Rehbock oder die schuldlosen Schuldbewussten" (1815, Lustspiel; Textvorlage für Albert Lortzings "Der Wildschütz"). Martial "Epigramme" ("Rehe"). Felix Salten (der angebliche "Mutzenbacher"-Autor) "Bambi" (1923, Walt Disney machte aus dem Reh der Vorlage einen Hirsch; 1942 Film von Walt Disney). Hermann Löns "Achtzacks Ende" (1906).



Reh: Im Gedicht: S. auch Hirsch. Wilhelm Busch "Naturgeschichtliches Alphabet" ("Der Rehbock scheut den Büchsenknall, / Die Ratt' gedeihet überall)". Hermann Hesse "Ich Steppenwolf trabe und trabe..." August Heinrich Hoffmann von Fallersleben "Kitzlein, Spitzlein und Fritzlein". Gertrud von LeFort "Gesang aus den Bergen VI" Conrad Ferdinand Meyer "Die Rehe". Christian Morgenstern u. a. "Das Gebet" ("Die Rehlein beten zur Nacht, / hab acht!" In: "Galgenlieder") und "Das schlanke Reh, das du die Menschen fliehst ...". Joachim Ringelnatz "Ein ganz kleines Reh stand am ganz kleinen Baum ..." Eugen Roth "Tierleben für jung und alt" (1973). Ludwig Uhland "Das Reh".
Im Film/Filmtitel: u. a. "Bambi 2" (2006). "Das Rehkitz" (1975, 1994). "Der Tod der schönen Rehe" (1986). "Flecki – Mein Freund".



Reh: In der Malerei: u. a. S. auch Bach, Uhu. Gustave Courbet "Rehbock im Wald" (1866/67) und "Rehgehege am Bach von Plaisir-Fontaine" (1866). Albrecht Dürer "Kopf eines Rehbocks" (1514 Zeichnungen). Franz Marc u. a. "Rehe im Schilf" (1909) und "Rehe im Walde" (1912).
Im Lied: "Im grünen Wald, dort wo die Drossel singt". Schlager: u. a. "Du kannst es nicht ahnen, du munteres Rehlein du ..."



Reh: S. auch Sanitätsgefreiter Neumann



Rehe: s. auch Reh



Reiher: Der Schrei des Reihers ähnelt den Würgelauten beim Erbrechen. Reiherfett wurde früher zur "Förderung" des Stuhlgangs eingenommen. Sternbild. Tiernamen: Reiherente, Reiherläufer (Watvogel). Pflanzennamen: Reihergras, Reiherschnabel.
Sprichwörter: Gäste und Reiher bieten den schönsten Anblick, wenn sie sich erheben (Japan).
Schimpfworte: Reihern, sich speien wie ein Reiher (italienisch rovesciare). "Himmelsreiher" (chinesisches PC-Modell).
In der Fabel: Äsop "Der Wolf und der Reiher". Jean de la Fontaine "Der Reiher" (s. auch Kranich). Johann Wilhelm Ludwig Gleim "Der Fischreiger".
In der Literatur: Hermann Sudermann "Die drei Reiherfedern".
Im Gedicht:

"Regungslos, mit der Hälse heraldischem Beugen,
stehen die Reiher, unzählbar, konturenscharf
über den hurtigen grünlichen Wellen im silbernen Licht ..
(Werner Bergengruen "Die Reiher" in "Die heile Welt")

Max Dauthendey "Keine Wolke stille hält, / Wolken fliehn wie weiße Reiher". August Heinrich Hoffmann von Fallersleben "Der Reiher". Klabund "Der Silberreiher" (Li-Tai-Po). Joachim Ringelnatz "Die Frau mit der Reiherfeder". Eugen Roth "Tierleben für jung und alt" (1973).
Im Film/Filmtitel: u. a. "Der Flug des weißen Reihers" (1954). "Der frühe Schrei des Reihers" (1982). "Die Insel der Silberreiher" (1977). "Graureiher" (1977).
In der Malerei: u. a. Albrecht Dürer (Zeichnung).



Reiter: Reiten ist die "Kunst, ein Pferd zwischen sich und dem Erdboden zu halten" (E. G. Tange).
Germanische Fürsten wurden zusammen mit ihrem Lieblingspferd begraben. Später setzte man den Herrschenden nach ihrem Tod prächtige Reiterdenkmäler (u. a. Reiterstandbild Marc Aurels Rom 179 n. Chr. und Bamberger Reiter 13. Jahrhundert). Bürospruch: Einem verdienten Beamten sollte man ein Reiterstandbild setzten, damit er auch noch nach dem Tode sitzen kann). Der marokkanische Sultan Moulay Ismael war so grausam, dass er einem Sklaven, der ihm bei Aufsteigen aufs Pferd half, den Kopf abhieb.



Reiter: Redensarten: Auf etwas herumreiten (nörgeln). Auf Trab bringen/in Trab halten. Darauf kann man bis Rom reiten (z.B. auf einem stumpfen Messer). Das Kind auf den Schultern reiten lassen. Den Vorreiter machen. Ein Prinzip zu Tode reiten. Etwas im gestreckten Galopp erledigen. Galoppierende Schwindsucht. Im Galopp (im Galopp durch die Kinderstube geritten sein = keine guten Manieren haben). Jemand sucht das Pferd, auf dem er reitet (für zerstreut). Jemandem auf die Sprünge helfen (vom Antreiben des Pferdes). Jemanden reitet der Teufel ("Den Teufel, der einen reitet, sollt man nicht auf sich sitzen lassen" Gerhard Uhlenbruck). Ritt auf der Rasierklinge (gewagtes Unternehmen). Ritt über den Bodensee (gefährliches Unternehmen. Vgl. auch Gustav Schwab "Der Reiter und der Bodensee" Ballade 1826). Sich vergaloppieren.
"Der Blaue Reiter" (Künstlergruppe 1911) Reiter (Markierung für Karteikarten), Reiteralpe (Salzburger Alpen), Reiterlein (im Sternbild Alkor), Reitschule (Kinderkarussell), Ritter, spanischer Reiter (künstlicher Aufsatz auf Penis oder Vibrator), Vorreiter (u. a. Glas Schnaps vor einem Bier getrunken). Spitzenreiter (u. a. erster im Sport), Wellenreiten (Sportart), Wellenreiter (u. a. Radiofan). Tiernamen: Reiterkrabbe.



Reiter: Sprichwörter: Auf alten Pferden lernt man reiten. Auf fremden Hosen ist gut reiten. Besser gut geschritten / als schlecht geritten. Dem, was dir das Schicksal bestimmt hat, entkommst du auch zu Pferde nicht (Ukraine). Ein gutes Pferd findet bald einen Reiter. Ein junger Reiter gehört auf ein altes Pferd (England). Ein neues Pferd braucht einen alten Reiter (Spanien). Für den Reiter ist es immer schlecht, wenn er kein Pferd mehr hat. Hochmut ritt hinaus und kam zu Fuß zurück (Italien). Man kann den besten Gaul zu Tode reiten. Schlimme Boten reiten schnell. Wenn du es du es nicht fertig brachtest, dich an der Mähne festzuhalten, wird es dir am Schweif erst recht nicht gelingen (Mongolei). Wenn jedes Pferd vor einer Hure stolperte, so würde man lieber zu Fuß gehen als reiten. Wenn zwei auf einem Pferd reiten, muss einer hinten sitzen (England). Wer weit reisen will, schone sein Reittier (Frankreich).



Reiter: Sprüche: Das höchste Glück der Pferde / ist der Reiter auf der Erde. Ein guter Reiter weiß genau: / zuerst das Pferd und dann die Frau. "Er ritt hin und sein Pferd ging zu Fuß hin" (Jean Paul). Es ist noch kein Reiter vom Himmel gefallen, aber schon vom Pferd. "Keiner will mehr Pferd sein, jeder Reiter" (Bertolt Brecht). "Ein Pferd ohne Reiter ist immer noch ein Pferd. Ein Reiter ohne Pferd nur ein Mensch" (Stanislaw Jerzy Lec). "Du kannst nicht zwei Pferde mit einem Hintern reiten" (Woody Allan). "Ich reite in eine Stadt; alles andere ergibt sich" (Clint Eastwood). "Schon eine geringe Nachlässigkeit kann schlimme Folgen haben … Weil ein Nagel fehlte, ging das Hufeisen verloren. Weil ein Hufeisen fehlte, ging das Pferd verloren, und weil ein Pferd fehlte, ging der Reiter verloren" (Benjamin Franklin). "Die Reiter machen viel Vergnügen, / Besonders wenn sie unten liegen" (Wilhelm Busch). Was rühmst du deinen schnellen Ritt? Dein Pferd ging durch und nahm dich mit. Wie sagte der Jockey, nachdem ihn sein Pferd abgeworfen hatte? "Man muss flexibel bleiben."
Vergleiche: "Deutschland ist wie schöner, weidlicher Hengst, der Futter und alles genug hat, was er bedarf. Es fehlt ihm aber an einem Reiter" (Martin Luther). "Die Toten reiten schnell" (Gottfried August Bürger "Lenore"). "Eine Anekdote darf nie zu Fuß gehen, sie muss sich zu Pferde setzen und im Galopp davoneilen" (Ludwig Börne). "Jockeis sind Reiter, die manchmal früher über ein Hindernis kommen als das Pferd" (Danny Kaye). Schauspieler sein: "sich auf ein Pferd setzen und so tun, als könne man reiten" (Robert Mitchum).



Reiter: Schimpfworte: Beritt ("Reitpferde" - Prostituierte eines bestimmten Bezirks oder Zuhälters), Besenritt (Koitus), Distanzreiten (Telefonsex), Kunstreiter (geschickter Mann/Liebhaber), Paragraphenreiter (sie sind schwer aus dem Sattel zu heben), Prinzipienreiter ("Prinzipien reitet man mit dem Kopf" Heinz Rühmann. "Es ist immer ein heiter stimmender Anblick, wenn Prinzipienreiter abgeworfen werden" Werner Finck), Reitbahn (Bett), Reiterbeine (O-Beine), Reitersalbe (Salbe gegen Filzläuse), Reitstall (Schlafzimmer, Bordell), Reit- und Springturnier (Gruppensex), Schnallenritt (Bordellbesuch), Sonntagsreiter (u. a. Mann, der nur sonntags koitiert). Abgehalftert.
Reitermotto:
"Färben grau sich deine Haare,
Bleib im Bügel, straff' die Zügel!
Mit der Jahre flücht'ger Meute,
Um die Beute, um das Heute –
Um die Jugend reite – reite!"



Reiter: In der Literatur: "Reiterstückchen" (Baron von Münchhausen). Werner Bergengruen "Der Strandreiter". Rudolf G. Binding "Reitvorschrift für eine Geliebte" (1924). Hugo von Hofmannsthal "Reitergeschichte" (1899). David Herbert Lawrence "Die Frau, die davon ritt" (dt. 1928). Eduard Mörike: "Der Feuerreiter" (in "Maler Nolten", vertont von Hugo Wolf). Alexander Puschkin "Der eherne Reiter" (1833).



Reiter: Im Gedicht: S. auch Ross. Achim von Arnim "Drei Reiter am Tor". Werner Bergengruen "Reitergedanken". (in "Die heile Welt"). Alexander von Bernus "Der Reiter". Rudolf G. Binding "Herbstritt" und "Die Reiter". Adelbert con Chamisso "Lass reiten". Matthias Claudius "Es war einmal ein Reiter …" Felix Dahn "Reiterlied". Gustav Falke u. a. "Der Frühlingsreiter" und "Der Reiter". Friedrich de la Motte Fouqué "Der Schäfer und der Reiter". Ferdinand Freiligrath "Der Reiter". Emanuel Geibel "Der schnellste Reiter". Johann Wolfgang von Goethe "Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?" Martin Greif "Ständchen". Wilhelm Hauff "Reiters Morgenlied". Heinrich Heine "Die Bergstimme" ("Ein Reiter durch das Bergtal zieht …"). Johann Gottfried Herder "Das Ross und der Esel" (aus dem Orient). Georg Herwegh "Reiterlied". Peter Hille "Serpentinreiterin". August Heinrich Hoffmann von Fallersleben u. a. "Der Reitersmann" und "Reiterlied". Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau "Er sahe sie zu Pferde". Klabund "Ritt". Nikolaus Lenau "Reiterlied". Hermann Löns "Der Reitersmann". Conrad Ferdinand Meyer "Das Reiterlein". Friedrich Schiller "Reiterlied" (in "Wallensteins Lager"). Christian Morgenstern "Die apokalyptischen Reiter". Ludwig Thoma "Reiterlied". Ludwig Uhland "Der wackere Schwabe".



Reiter: Im Film/Filmtitel: u. a. "Der einsame Reiter …" (1943 mit John Wayne). "Der geheimnisvolle Reiter" (1938/43). "Der Geisterreiter" (1945). "Der graue Reiter" (1954). "Der nächtliche Reiter" (1951). "Der Phantomreiter" (1976). "Der Reiter auf dem goldenen Pferd" (1980). "Der Reiter mit dem Blitz in der Hand" (1975). "Der Reiter von Eon" (1925). "Der Ring des schwedischen Reiter" (1913). "Der rote Reiter" (1923, 1935, 1952, 1970). "Der Schimmelreiter" (1933/34, 1977/78, 1984). "Der schwarze Reiter" (1947, 1983). "Der steinerne Reiter" (1923). "Der Sturmreiter" (1957). "Der weiße Reiter" (1956). "Die apokalyptischen Reiter" (1999 TV-Serie "Tatort").



Reiter: Im Film/Filmtitel: "Die glorreichen Reiter" (Western 1964/65). "Die letzten Reiter" (1995). "Die rauen Reiter der furchtlosen Legion" (1948). "Die rauen Reiter von Texas" (1963). "Die Reiter der Apokalypse" (TV-Serie "Charmed" 2001). "Die Reiter von Deutsch-Ostafrika" (1934). "Die scharlachroten Reiter" (1940). "Die Schattenreiter" (1982). "Die schwarzen Reiter von Dakota" (1952). "Die schwarzen Reiter von Tula" (1961). "Die Steppenreiter" (1971). "Die Todesreiter" (1968). "Die Todesreiter von Kansas" (1946). "Die Todesreiter von Laredo" (1948). "Die vier apokalyptischen Reiter" (1921, 1961/62). "Die weiße Reiterin" (1914).



Reiter: Im Film: "Ein Junge auf weißem Pferd" (1973). "Ferien auf dem Reiterhof" (1983). "Freunde / Reiter in der Dämmerung" (1935). "Gespensterreiter" (1949). "Gespensterreiter der Prärie" (1936). "Jack Bull – Reiter auf verbrannter Erde" (1999). "Jedem Pferdchen seinen Reiter" (1968). "Nächtliche Reiter" (1981). "Pale Rider – der namenlose Reiter" (1985 mit Clint Eastwood). "Pampasreiter" (1923). "Phantomreiter" (1935). "Reite auf dem rosa Pferd" (1947). "Reiter auf dem toten Pferd" (1979/1982). "Reiter der Gerechtigkeit'" (mit John Wayne). "Reiter der Revolution" (1969). "Reiter der Vergeltung" (1960). "Reiter des Schreckens" (1963). "Reiter gegen Sitting Bull" (1951). "Reiter gegen Tod und Teufel" (1942). "Reiter in der Nacht" (1939). "Reiter ohne Gnade" (1950). "Reiter ohne Kopf" (1973). "Reiterattacke" (1968 TV-Film). "Reitet das rosarote Pferdchen" (1967 Sexfilm).



Reiter: Im Film/Filmtitel: "Reitet für Deutschland"(1941 mit Willy Birgel). "Schattenreiter" (1974). "Schreckensreiter der Mongolenwölfe" (1960). "Sieben Reiter der Rache" (1955). "Stirb auf dem Pferd!" (1979). "Teufelsreiter von Mesa City" (1943). "Teufelsreiter von Texas" (1939). "The Hollow – Die Rückkehr des kopflosen Reiters" (2004). "Tom Mix, der Wunderreiter" (1935). "Totenkopfreiter" (1917). "Wenn eine Frau das Pferd sattelt" (1974). "Wer reitet auf dem Pferd?" (1964). "Zorros Geisterreiter" (1940). "Zwei Kamele auf einem Pferd" (1979). "Zwei Mann und ein Pferd" (1961).



Reiter: In der Malerei: u. a. Hans Baldung gen. Grien "Reiter mit Tod und Mädchen" (um 1503 – 05). Leonardo da Vinci "Zwei Reiter". Salvador Dalí "Der christliche Reiter". Edgar Degas "Herrenreiter vor dem Start" (1862-1880) und "Reiter in einer Landschaft" (1862). Dürer u. a. "Die apokalyptischen Reiter" (1498), "Galoppierender Reiter" (Zeichnung 1484) und "Zwei jugendliche Reiter" (Zeichnung). Anthonis van Dyck "Karl I. zu Pferde". Paul Gauguin "Reiter am Strand" (1902). Francisco de Goya "Maria Theresa de Vallabriga zu Pferde" (1783). Wilhelm von Kobell "Reiter mit zwei Pferden" (1823). Max Liebermann u. a. "Reiter im Tiergarten" (1920) und "Reiter und Reiterin" (1893). August Macke "Reiter" (1912). Auguste Renoir "Reiter im Bois de Boulogne" (1873). Tizian "Karl V. zu Pferde" (1548). Diego Velázquez "Philipp III. zu Pferde" und "Philipp IV. zu Pferde" (um 1636).
In der Musik: Robert Schumann "Album für die Jugend. Wilder Reiter". Im Lied: "Lied des jungen Reuters" (Johann Gottfried Herder). "Reiterlied" (in "Des Knaben Wunderhorn"). Schlager: "Born a rider" (Phil Carmen). "C C rider" (Fats Domino, Jerry Lewis).



Reiter: S. auch Halfter, Koitieren (Reiten), Sattel, Sporen, Steigbügel, Zaum, Zügel



Religion: Hat in vielen bäuerlichen Familien nur noch die Bedeutung, dass man "zur Großmutter und zur Katze freundlich ist" (R. C. Bedford). Mischehen waren zwar auf dem Land offiziell verpönt, doch es sind auch schöne Beispiele für praktizierte Ökumene bekannt:
"Mei Schatz is katholisch
und i bin reformiert,
drum werd's zerscht katholisch,
dann reformisch probiert."



Rettich:
"Rettich und Ruben,
Huren und Buben,
Pfefferkuchen und Branntwein
Wollen stets beieinander sein"
(altdeutsches Sprichwort).

Altgriechische Diät: "Ein Malvensalat mag füllen den Bauch und das Kraut des geschossenen Rettichs" (Aristophanes "Plutos"). Rettichsaft soll gegen Kropf und Blähungen wirken, Rettichscheiben gegen Hühneraugen. Hildegard von Bingen schreibt: "Gegessen reinigt er das Gehirn und vermindert die schädlichen Säfte der Eingeweide". Rettiche können bei empfindlichen Männern "kräftige Erektionen erzielen". Gesichert ist die Wirkung des Rettichs bei Frühjahrsmüdigkeit aufgrund des hohen Vitamingehalts.
Rettichstrafe im alten Griechenland für Ehebruch. Catull droht einem Rivalen, er werde ihm Rettiche und Fische in den Hintern stecken.:
"Ha dann weh dir, du Ärmster, Unglückseliger:
hoch die Beine und auf das Loch da hinten,
dass dich Fische und Rüben dafür stopfen!"



Rettich: Redensarten: Er hat ein Augenmaß wie ein Rettich, nur nicht so scharf (für jemanden, der schlecht sieht). Scharf wie ein Rettich.
Sprichwörter: Ein zarter Rettich ist in jeder Größe gut (Spanien).
Ein Schauspieler deklamierte in der Aufregung statt: "Mit diesem Dolche errett' ich dich" - "Mit diesem Rettich erdolche ich Dich!"
In der Literatur: Joachim Ringelnatz "Gepolsterte Kutscher und Rettiche". Jean Paul "Fibels ABC-Merkverse" ("Der Raben Lied ist: Grab, Grab, Grab. / Vom Rettig man den Kot schabt ab"). Mo Yan "Der kristallene Rettich".
Im Gedicht: Friedrich Güll: "Rettich und Rübe". Eduard Mörike "Restauration":

"Das süße Zeug ohne Saft und Kraft!
Es hat mir all mein Gedärm erschlafft.
Es roch, ich will des Henkers sein,
Wie lauter welke Rosen und Kamilleblümlein.
Mir ward ganz übel, mauserig, dumm,
Ich sah mich schnell nach was Tüchtigem um,
Lief in den Garten hinterm Haus,
Zog einen herzhaften Rettich aus,
Fraß ihn auch auf bis auf den Schwanz,
Da war ich wieder frisch und genesen ganz"
(nach Durchlesung eines Manuskripts mit Gedichten).

S. auch Sanitätsgefreiter Neumann



Rhabarber: "Rhabarber war im Mittelalter eines der höchstbezahlten Ausfuhrgüter Chinas" (H. Haefs). Da der Rhabarber im Reifestadium gelb ist, wurde er sinnigerweise gegen die Gelbsucht angewendet. In früheren Zeiten auch als Abführmittel, im letzten Weltkrieg als Tabakersatz (wobei das Gerücht drohender Erblindung die Runde machte). Rheuma- und Gichtkranke sollten ihn meiden. Redensarten: Quatsch keinen Rhabarber (rede keinen Unsinn)!
Sprüche: "Rhabarber und Geduld wirken vortrefflich" (Friedrich der Große).



Rind: Rinderbandwurm, Rinderbiesfliege, Rinderbremse, Rindergämse, Rinderlaus. Pflanzennamen: (Ochsenauge).
S. auch Büffel, Kuh, Ochse, Vieh



Rinderwahnsinn: "Rache der Rinder". "Die sublimative Vorstellung von Kühen, dass der Mann mit dem großen Messer den Stall lediglich zum Zwecke des Kartoffelschälens betreten hat" (K. de Rottwinkel). "Springt der Ochse auf den Hahn, / War’s wahrscheinlich Rinderwahn" (R. Habeck). Chefschelte: Er kann alles kriegen, nur nicht BSE; er hat kein Hirn und kein Rückgrat. BSE (Bauer sucht Ehefrau).

"Der Mensch isst gerne Tiere auf –
Da kam die Kuh als Erste drauf.
Jetzt hat sie einen Racheplan:
Rinderwahn!"
(Max Rabe)

Im Film/Filmtitel: u. a. "Diagnose Rinderwahn: Muss meine Familie sterben?" (1992).



Rittergut: "Spottausdruck für den angeblichen Grundbesitz von Heimatvertriebenen" (H. Küpper).



Roggen: "Unfertiger Whisky" (Ambrose Bierce). Wurde ursprünglich für Unkraut gehalten. Er gilt als Fruchtbarkeitssymbol, das ist auch der Grund, wenn damit Brautpaare beworfen werden. Die Roggenmuhme wandert durch das reifende Getreidefeld und erschreckt die Kinder. Kinder lernen leichter, wenn ihnen für den ersten Schultag eine Rockenähre in die Kleidung genäht wird. Das Verschlucken von Rogenkörnern hilft gegen Fieber, Halsweh und Sodbrennen, manchmal auch gegen Schlangen- oder Hundebiss. Tiernamen: Roggenälchen, Roggenmotte. Pflanzennamen: Roggenrose (Kornrade).
In der Sage: Brüder Grimm "Die Roggenmuhme". Im Gedicht: Max Dauthendey "Die grünen Roggenfelder liegen still umhüllt". August Kopisch "Die Roggenmuhme". Detlev von Liliencron "Einen Sommer lang" ("Zwischen Roggenfeld und Hecken...") S. auch Korn, Mutterkorn



Rohr: s. Schilf



Rose: "Hierher lass’ Wein und Salböl dir bringen und der anmutsvollen Rosen - ach - kurze Pracht" (Horaz "Oden").

"Rosen beschatten alle Hänge,
traumlos rieselt der Schlaf von ihren
bebenden Blättern."
(Sappho, übersetzt von Manfred Hausmann).

"Der Blumen Königin" (Sappho als erste, später Johann Christian Günther), "Aphroditens Spielzeug" (Eduard Mörike), "Mutter der Düfte". Symbol u. a. für Schönheit, Liebe, Vergänglichkeit. Attribut von allen Liebesgöttinnen (u. a. Aphrodite, Venus), ferner von Sappho, Maria und allen Märtyrern. Es gibt an die 30000 Arten. Im alten Rom schmückte sie das Haupt der Trinkenden. Reichlich Rosen verstreuten der Tyrann Dionys bei seinen Ausschweifungen, ferner Nero und Kleopatra bei ihren Gastgelagen. Die Sybariten (aber auch die reichen Römer) sollen in Betten geschlafen haben, die mit Rosenblättern gefüllt waren. Der "Rosengarten" war ursprünglich ein altgermanischer Kultplatz. "Wer Geschwüre an seinem Körper hat, lege Rosenblätter darauf, und es zieht ihnen den Schleim heraus" (Hildegard von Bingen).



Rose: Wenn sich ein Heckenrosenzweig an das Kleid eines Mädchens hängt, wird sie bald heiraten. Will man wissen, wie es um die künftige Liebe steht, schreibt man die entsprechenden Namen auf zwei Rosenblätter: Schwimmen sie auf dem Wasser, ist das ein gutes Zeichen, gehen sie unter, ist das ein schlechtes Omen. Heckenrosenzweige am Hühnerstall halten den Geier ab. In den Kelchblättern der Rose kann man das Pentagramm, das Zeichen des Geheimnisses, entdecken. Berühmt ist der 400 Jahre alte "tausendjährige" Rosenstock am Dom in Hildesheim (vermutlich der älteste Rosenstock Deutschlands). Das berühmte "Rosenwunder" rettete die hl. Elisabeth vor ihrem misstrauischen Gatten, den Landgrafen von Thüringen und Hessen. Jericho-Rose ("Auferstehungspflanze". Botaniker haben festgestellt, dass sie keine Rose ist, sondern ein Kreuzblütler; fälschlich auch für einen Moosfarn (seit den Kreuzzügen gilt sie als Symbol für die Auferstehung Christi).



Rose: Bauhüttensymbol. Cocktail aus Kirschlikör, Wermut und Erdbeersirup, Fleischstück aus der Keule vom Kalb. "Beobachter der Rosen" (Haremswächter im Orient). Fensterrose (mittelalterliche Fensterform; Gedicht von Rainer Maria Rilke "Die Fensterrose" und Albrecht Goes "Rose des Abendlandes"). Gürtelrose (Viruserkrankung der Haut, der Name kommt von der Hautrötung), Rosé (blassroter Wein), Rose von Montreux (Fernsehpreis), Rosengarten (Felsgruppe in den Südtiroler Dolomiten; König Laurins Rosengarten. Börries von Münchhausen Ballade), "Rosenhecke" (Regelbinde), Rosenhochzeit (10-jähriges Ehejubiläum), Rosenknospe (Po im alten Griechenland, Ausdruck im Analkoitus), Rosenkreuzer (15 Jh., mystische Geheimbruderschaft/religiöse Bewegung nach Christian Rosencreutz benannt), Rosenkrieg ("Kampfgetümmel" im Scheidungsverfahren), Rosenkriege (englische Geschichte, Thronfolgekriege; auch Scheidung), Rosenmontag (eigentlich "rasender" Montag; auch Regeltag), Rosenquarz (Mineral), rosenrot, Rosenrost, Rosenstar, Rosenstöcke (Teil des Gehörns bei Hirsch und Rehbock), Rosette (Ornamentform), rosig (sehr angenehm. Es geht mir nicht sehr rosig. Alles in rosigem Licht sehen), "Die Weiße Rose" (Widerstandsbewegung gegen den Nationalsozialismus 1943 in München, Film 1982), Tugendrose (ältere Jungfrau), Windrose, Wundrose (Hautkrankheit). Phyllorhodomantie: Wahrsagen mit Rosenblättern. Anagramm: Eros - Rose.
Tiernamen: Rosenblattwespe, Rosenboa, Rosenbrustknacker (Kernbeißer), Rosenbürstenhornwespe, Roseneule, Rosengallwespe, Rosenkäfer, Rosenkopfente (ausgestorben), Rosenlaubkäfer, Rosenmöwe. Pflanzennamen: Klatschrose (Mohn), Monatsröserl (Gänseblümchen), Rosenapfelbaum, Roseneibisch, Rosenholder (Schneeball), Rosenkohl (Wintergemüse), Rosenmoos, Rosenpappel, Rosenwurz (Fette Henne).



Rose: Volkserotik:
"Gestern in der Abendstunde
gingen in den Wald hinein,
Jägers Fritz und Rosmunde,
und sie waren ganz allein.

Plötzlich fing er an zu sprechen:
Röschen, ach mir steht der Schwanz.
Lass mich deine Rose brechen,
scheiß auf deinen Jungfernkranz."



Rose: Redensarten: Auf Rosen gebettet sein (auf Rosen gehen. "Leute, die auf Rosen gebettet sind, verraten sich dadurch, dass sie immerzu über die Dornen jammern" Françoise Sagan). Aufblühen wie eine Rose. Einer Sache den Stachel nehmen. Rosen brechen (entjungfern, koitieren, vergewaltigen). Geduld bricht Rosen. Rot wie eine Rose (für verlegen). Seine Stacheln hervorkehren. Wider den Stachel löcken. Sub rosa (etwas unter dem Siegel der Verschwiegenheit anvertrauen, z.B. als Symbol der Freimaurer): "Niemand beichtet gern in Prosa, / Doch vertraun wird oft sub rosa ..." Goethe. "Wenn bei einem Gastmahl der alten Römer eine Rose an der Decke hing, war allen Beteiligten klar, dass das hier unter der Rose … Gesagte vertraulich zu behandeln war" (K. Duve). Die Rose wurde später von der Kirche als Symbol über dem Beichtstuhl befestigt. Die Redensart kommt vielleicht auch von der Fensterrose mittelalterlicher Kirchen.



Rose: Sprichwörter: S. auch Dorn. Auf den Gräbern wachsen die schönsten Rosen. Der Optimist sieht nur die Rose, nicht ihre Dornen. Die Ehe ist ein Schlachtfeld und kein Rosenbeet (England). Die Rose riecht, die Dorne sticht; / wer bald bezahlt, vergisst es nicht. Disteln sind dem Esel lieber als Rosen. Ein wenig Duft bleibt immer an den Händen derer haften, die Rosen schenken (Asien). Geduld bringt Rosen. In der Wüste des Alltags pflanze ich Rosen (jüdisch). Keine Rose ohne Dornen ("Rose ohne Dornen": die Jungfrau Maria; Symbol des Schmerzes). Rosen und Jungfern sind bald verblüht. Von Rosenduft und Mondschein kann man nicht leben. Wenn es Rosen sind, werden sie blühen (Italien). Zeit bringt Rosen (die Zeit macht vieles gut).



Rose: Sprüche: "Die Rose, welche hier dein äußres Auge sieht, / Die hat von Ewigkeit in Gott also geblüht" (Angelus Silesius). "Die Rose ist das gute Gewissen ihrer Dornen" (Hans Kudszus). "Die Rose spricht alle Sprachen der Welt" (Ralph Waldo Emerson). "Die Rose wäre längst ein Gemüse, wenn sie keine Dornen hätte" (Karl Welz). "Die Zeit, die du für deine Rose verloren hast, sie macht deine Rose so wichtig" (Antoine de Saint-Exupéry). "Ehre und Zauber der Blumen, die Lust und Sonne des Frühlings, Die Wollust der Götter" (Anakreon). Eine Rose riecht besser als ein Kohlkopf, gibt aber keine bessere Suppe ab. "Es gibt Augenblicke, in denen Rosen wichtiger sind als ein Stück Brot" (Rainer Maria Rilke). "Es ist wichtiger, dass jemand sich über eine Rosenblüte freut, als dass er ihre Wurzel unter das Mikroskop legt" (Oscar Wilde).



Rose: Sprüche "Für einen Maler gibt es nichts Schwierigeres, als eine Rose zu malen, denn dazu muss er zuerst alle Rosen vergessen, die jemals gemalt worden sind" (Henri Matisse). "Ich liebe die Rose als das Vollkommenste, was unsere deutsche Natur als Blume gewähren kann" (Johann Wolfgang von Goethe). Lieber Rosen am Montag als Asche am Mittwoch (Sprüchekalender). "Relativitätstheorie: ‚Du stinkst', sprach das Schwein zur Rose" (Tobias Inderbitzin. S. a. Arno Holz "Wenn die Kritiksucht unsre Kunst …"). "Rosen, Tanten, Basen, Nelken / sind genötigt zu verwelken" (Wilhelm Busch). "Wenn die Rose selbst sich schmückt, schmückt sie auch den Garten" (Friedrich Rückert "Welt und ich"). "Wenn Zeus den Blumen eine Königin geben wollte, müsste die Rose diese Krone tragen" (Sappho). "Wer in Gefahr ist, Pessimist zu werden, soll eine Rose betrachten" (Jean Rostand).



Rose: Vergleiche: S. auch Zwiebel. "Abkommen sind wie Rosen und junge Mädchen. Sie halten sich, so lange sie sich halten" (Charles de Gaulle). "Denn wie die Rose blüht im Dorn, / So blüht und glüht die Lieb’ im Zorn" (Ernst Moritz Arndt " Zorn und Liebe"). "Der Christen Herz auf Rosen geht, wenn’s mitten unterm Kreuze steht" (Martin Luther). "Die Einbildungskraft, die Illusionen hervorbringt, ist wie ein Rosenstrauch, der in jeder Jahreszeit Rosen blühen lässt" (Nicolas Sébastien Roch Chamfort). "Keine Neurose ohne Dornen" (Hans Kudszus). "Mädchen sind wie Rosen, kaum entfaltet, / ist ihre holde Blüte schon veraltet" (William Shakespeare "Was ihr wollt"). Das Herz mancher Dame gleicht einer Rose; jeder Liebhaber bekommt ein Blatt und ihr Gemahl die Dornen. Ein Mädchen ohne Freund ist wie ein Frühling ohne Rosen (Frankreich). "Männer sind wie Rosen: Unter den Händen einer Frau blühen sie auf, aber schließlich verduften sie" (Helen Vita). "Rosen willst du brechen und drückst dafür die Dornen in die Brust!" (Franz Grillparzer). "Schöngeister sind wie Rosen: Einzeln machen sie Freude; in großer Zahl werden sie lästig" (Sophie Arnould).



Rose: Vergleiche: "Um der Schönheit willen heiraten ist ebensoviel, als um der Rose willen ein Landgut kaufen" (August von Kotzebue). "Verträge sind wie Rosen und junge Mädchen: sie halten sich, solange sie sich halten" (Charles de Gaulle). "Wenige Tage, so stirbt die Rose; vorübergegangen ist sie; Du suchest nun Rosen und findest den Dorn" (Johann Gottfried Herder, aus dem Griechischen). "Wer Gedichte veröffentlicht, wirft ein Rosenblatt in den Grand Canyon und wartet auf das Echo" (Don Marquis). "Wer mit täppischer Hand nach einer Rose greift, darf sich nicht beklagen, dass ihn die Dornen verletzen" (Heinrich Heine). "Wie eine Rose unter den Dornen, so ist meine Freundin unter den Töchtern" ("Hohes Lied" 2,2).



Rose: In der Fabel: Johann Wilhelm Ludwig Gleim "Die Rose, die Rebe, der Distelkopf und Jupiters Adler" und "Die Rosenknospe und die Lindenblüte". Abraham Gotthelf Kästner "Die gefüllte wilde Rose".

"Nie soll weiter sich ins Land
Lieb’ von Liebe wagen,
als sich blühend in der Hand
lässt die Rose tragen"
(Nikolaus Lenau "An die Entfernte").

In der Literatur: S. auch Nachtigall. Keine andere Blume wurde in Lied, Lyrik und Prosa mehr besungen. Werner Bergengruen "Der spanische Rosenstock". Alexander Block "Rose und Kreuz" (1923). Jorge Luis Borges "Rose und blau". Hedwig Courths-Mahler "Rote Rosen". A. J. Cronin "Wilde Rose" (in: "Irische Geschichten"). Hilde Domin "Nur eine Rose als Stütze". Umberto Eco "Der Name der Rose" (auch Film 1986). William Faulkner "Eine Rose für Emily" (1930). Jean Genet "Wunder der Rose".



Rose: In der Literatur: Guillaume de Lorris/Jean de Meun "Roman de la rose" (13. Jahrhundert). Johann Gottfried Herder "Das Rosental". Hugo von Hofmannsthal "Der Rosenkavalier" (Operndichtung). Gottfried Keller "Dorotheas Blumenkörbchen" (in" Sieben Legenden"). Theodor Körner "Die Rosen". André Maurois "Rosen im September" (dt. 1957). Eliade Mircea "Neunzehn Rosen". Arno Schmidt "Rosen & Porree" (1959). Friedrich Schnack in "Cornelia und die Heilkräuter" (1940) und "Rose, Königin der Gärten" (1961). B. Traven "Die Weiße Rose" (1929). Tennessee Williams "Die tätowierte Rose" (Schauspiel 1950, Film 1955). nach William Butler Yeats: "Die chymische Rose" (1897).



Rose: Im Gedicht:
"Die Ros’ ist ohn’ Warum,
sie blühet, weil sie blühet;
sie acht nicht ihrer selbst,
fragt nicht, ob man sie siehet"
(Angelus Silesius).

S. auch Distel, Lilie, Nachtigall, Schmetterling. Die Rose ist wohl die Pflanze, die am häufigsten in Gedichten auftaucht. S. auch Lilie, Schmetterling. Friedrich Rückert Titel: "Östliche Rosen". Angelus Silesius "Die geheime Rose". Ernst Moritz Arndt "Das Kind und das Röslein" und "Die Rose und die Jungfrau". Achim von Arnim "Die Rose" und "Nachtgefühl bey einer Rose". Hans Arp "Der Engel und die Rose". H. C. Artmann "A rosn". Rose Ausländer "Wie Rosen". Gottfried Benn "Rosen" (Wenn erst die Rosen verrinnen …") Otto Julius Bierbaum u. a. "Rosen" und "Rosen, Goethe, Mozart".



Rose: Im Gedicht: Rudolf G. Binding "Rosenhag". William Blake "Die kranke Rose" und "Mein schöner Rosenstock". Waldemar Bonsels "Alles steht in Gold und Grün …" Wolfgang Borchert "Der Wind und die Rose". Jorge Luis Borges "Die tiefe Rose" und "Rose und Münze". Clemens Brentano u. a. "Auferstehung und Metamorphose" und "Die Rose blüht":
"Die Rose blüht, ich bin die fromme Biene,
Die in der Blätter keuschen Busen sinkt,
Und milden Tau und süßen Honig trinkt,
Doch lebt ihr Glanz und bleibet ewig grüne.
So sing mein tiefstes Freudenlied,
Ach meine Rose blüht! …"



Rose: Im Gedicht: Georg Britting "Die Winterrose". Robert Burns "A red red Rose " und "The Rosebud". Wilhelm Busch "Die Rose sprach zum Mägdelein" und "Duldsam". Paul Celan "Niemandsrose" (1963). Adelbert von Chamisso "Die Knospe der Rose" und "Ein Rosenzweig dich schmücken?". Hermann Claudius "Der Rosenbusch" (Auswahl 1961) und "Rosa canina". Samuel Taylor Coleridge "The Rose". Felix Dahn u. a. "Versäumte Rosen" und "Wilde Rose". Max Dauthendey u. a. "Rosen" und "Rote Rosen". Richard Dehmel "Rose und Goldkäfer". Annette von Droste-Hülshoff "Und du flatternder Lodenstrauß / Du der Distel mystische Rose …" Gustav Falke u. a. "Das Mädchen mit den Rosen" und "Von weißen Rosen". Cäsar Flaischlen "Zu einem Strauße Spätsommerrosen". Ferdinand Freiligrath "Die Rose" und "Willkommen zur Laube" (von Thomas Moore).



Rose: Im Gedicht: Peter Gan "Auf eine Oktoberrose". Emanuel Geibel "Vorüber ist die Rosenzeit" und "Wenn es rote Rosen schneit". Stefan George u. a. November-Rose" und "Rosen". Johann Wilhelm Ludwig Gleim "Die Rose und der Dichter". Ivan und Claire Goll "Die Antirose" Ivan Goll "Die siebente Rose" (1928). Johann Wolfgang von Goethe u. a. "Chinesisch-deutsche Jahres- und Tageszeiten, u. a. X. Als Allerschönste bist du anerkannt, / Bist Königin des Blumenreichs genannt …" (s. auch Lied und "Nun weiß man erst, was Rosenknospe sei"). Martin Greif "In der Rosenzeit" und "Weiße Rosen". Franz Grillparzer "Die Spätrose". Anastasius Grün "Die Grabrose, und "Weiße Rose".



Rose: Im Gedicht: Andreas Gryphius "Scherzhafte Gedanken über die Rosen". Johann Christian Günther "An Rosen such ich …"und "Scherzhafte Gedanken über die Rosen". Hafis "Nun entspringt dem Nichts die Rose …" (Nachdichtung von August von Platen). Friedrich von Hagedorn "Die Rose". Georg Philipp Harsdörffer "Gespräch einer Jungfrau mit einem dürren Rosenstocke". Wilhelm Hauff "An Emilie".

Friedrich Hebbel u. a. "Rosenleben" und "Sommerbild":
"Ich sah des Sommers letzte Rose stehn,
Sie war, als ob sie bluten könne, rot;
Da sprach ich schaudernd im Vorübergehn:
‚So weit im Leben, ist zu nah am Tod!' ..."



Rose: Im Gedicht: Heinrich Heine u. a. "Alte Rose" und "Der Schmetterling ist in die Rose verliebt ..." Johann Gottfried Herder u. a. "Die weinende Rose" (aus dem Griechischen) und "Unter der Rose". Hermann Hesse u. a. "Purpurrose" und "Weiße Rose in der Dämmerung". Paul Heyse "Letzte Blüten" und "Rosensünden". August Heinrich Hoffmann von Fallersleben "Die erste Rose". Christian Hofmann von Hofmannswaldau "Sonnet Er ist ein unglücklicher wecker". Friedrich Hölderlin "An eine Rose". Ludwig Christoph Heinrich Hölty "Elegie auf eine Rose" und "Lebenspflichten" ("Rosen auf den Weg gestreut …") Johann Georg Jacobi "An die Rose". John Keats "To a Friend Who Sent Me Some Roses". Gottfried Keller "Rosenglaube" und "Rosenwacht". Friederike Kempner "Mein Röselein". Justinus Kerner "Der Rosenstock" und "Der Rosenstrauch". Rudyard Kipling "Blue roses".



Rose: Im Gedicht:
"Im Frühlingsschatten fand ich sie;
Da band ich sie mit Rosenbändern
Sie fühlt' es nicht, und schlummerte.

Ich sah sie an; mein Leben hing
Mit diesem Blick an ihrem Leben:
Ich fühlt' es wohl und wusst' es nicht.

Doch lispelt' ich ihr sprachlos zu,
Und rauschte mit den Rosenbändern:
Da wachte sie vom Schlummer auf.

Sie sah mich an; ihr Leben hing
Mit diesem Blick an meinem Leben,
Und um uns ward's Elysium."
(Friedrich Gottlieb Klopstock "Das Rosenband")



Rose: Im Gedicht: Elisabeth Langgässer u. a. "Der Laubmann und die Rose" (1947) und "Die Rose". Else Lasker-Schüler "Mairosen". Nikolaus Lenau u. a. "An meine Rose" und "Die Rose der Erinnerung". Li-Tai-Po "Die rote Rose". Detlev von Liliencron u. a. "Die letzte Rose" und "Durchs Telefon". Hermann Löns u. a. "Der kleine Rosengarten" (Gedichte 1911) und "Der Rosenstock". Martial "Epigramme" ("Der Rosenkranz"). Friedrich von Matthisson "An eine Rosenknospe". Conrad Ferdinand Meyer "Die Rose von Newport". Agnes Miegel "Wer ruft die Rose zurück …" Thomas Moore "Letzte Rose" (s. auch Friedrich von Flotows Oper "Martha"). Christian Morgenstern u. a. "Rosen" und "Rosen im Zimmer". Erich Mühsam "Ich wollt’ dein Bett mit einer Rose schmücken".



Rose: Im Gedicht: Pablo Neruda "Ode an die Rose". Friedrich Nietzsche "Meine Rosen". Novalis "Der Rosenstock". August von Platen "Die beiden Rosen" und "Sie trug ein Band in Haaren …" Angelo Poliziano "Die Rosenballade". Alexander Puschkin "Die Rose". Rainer Maria Rilke u. a. "Die Sonette an Orpheus. VI. Rose, du thronende ..." und "Wilder Rosenbusch". Pierre de Ronsard "Die Rose". Eugen Roth "Die Rose" und "Sprichwörtliches":
"Ein Mensch bemerkt mit bitterm Zorn,
Dass keine Rose ohne Dorn.
Doch muss ihn noch viel mehr erbosen,
Dass sehr viel Dornen ohne Rosen."



Rose: Im Gedicht: Friedrich Rückert u. a. "Die Rose im schönsten Glanze", "Zauberkreis" und "Komm, süße Ros’, und lass uns brechen …" (aus "Sicilianen", in jeder Zeile kommt das Wort "Rose" vor). Sa’di "Rosengarten". Moritz Gottlieb Saphir "Wilde Rosen". Ruth Schaumann "Die Rose" (1927). Max von Schenkendorf "Die Rosenknospen an ihre Königin". Friedrich Schiller "Würde der Frauen" ("Ehret die Frauen, sie flechten und weben / himmlische Rosen ins irdische Leben"). Friedrich Schlegel "Die Rose". Gustav Schwab "Auf ein Paar gestickte Rosen". William Shakespeare "Sonett 54". Ernst Stadler "Die Rosen im Garten". Theodor Storm "Weiße Rosen". Ludwig Tieck "Die Rose" und "Rosen". Ludwig Uhland "Der Rosengarten" und "Jungfrau Siglinde".



Rose: Im Gedicht: Johann Peter Uz "Die Rose". Johann Heinrich Voß "Die beiden Schwestern bei der Rose". Georg von der Vring u. a. "Die letzte Rose" und "Die Oktoberrose" (1942). Walther von der Vogelweide "Möcht ich’s noch erleben, dass ich Rosen / läse …" und "Ehre meid ich gerne …" Georg Rodolf Weckherlin "Die Ros", "Ihre schönheit von rosen und gilgen" und "Über einen Kranz". Frank Wedekind "Francisca". William Butler Yeats: "The rose" (1892/93).
Im Märchen: S. auch Schnecke. Hans Christian Andersen u. a. "Die schönste Blume der Welt", "Eine Rose von Homers Grab" und "Der Rosenelf". Clemens Brentano "Das Märchen von Rosenblättchen" und "Die Rose" (1800). Brüder Grimm "Die Rose" und "Schneeweißchen und Rosenrot" (auch Film 1978).



Rose: Im Film/Filmtitel: u. a. s. auch Heide, Käfer "A pattern of roses" (1983). "A rosegarden without thorns" 19164). "Albie’s Irish rose" (1928). "Als die Rosen erblühten" (1911). "Baltische Rosen" (1959). "Black arrow – Krieg der Rosen" (TV-Film 1984/85). "Blutige Rosen" (1990 TV-Serie "Ein Fall für zwei"). "Bread and roses" (1993, 2000). "Brot und Rosen" (1960, 1967). "Cave of the golden rose" (1993). "China-Rose" (1983). "Coming up roses" (1986). "Das Gastmahl der Rose" (1969). "Das Geheimnis der goldenen Rose" (1985). "Das Geheimnis der spanischen Rose" (1993). "Das Geheimnis des Rosengartens" (1999). "Das Rosenbett" (1995/96). "Day of the roses" (1998). "Der Fluch der heiligen Rose" (1989). "Der Name der Rose" (Umberto Eco 1986). "Der Offizier mit der Rose" (1987). "Der Rosendieb" (1911). "Der Rosenkäfer" (1989). "Der Rosenkönig" (1986). "Der Rosenkrieg" (1994). "Der Rosenkrieg – Bis dass der Tod uns scheidet" (1989). "Der Rosenmörder" (TV-Film 1997/98). "Der Zauber des Rosengartens" (TV-Film 2001).



Rose: Im Film: "Die 13. Rose" (1990). "Die geschändete Rose" (1969). "Die letzte Rose des Casanova" (1966). "Die Lust der schönen Rose" (1990/91). "Die Rose von Bagdad" (1949). "Die Rose von Dschiandur" (1917). "Die Rose von Kerrymore" (2000/01 Rosamunde Pilcher). "Die Rose von Stambul" (1953). "Die Rose von Tokio" (1957). "Die Rosen von Danzig" (1979). "Die Rosenkrieger" (2002). "Die Rosenstraße" (2003). "Die Rosenverkäuferin" (1998). "Die Rosenzüchterin" (TV-Film 2004). "Die salzige Rose" (1982). "Die Sandrose" (1989). "Die schwarze Rose" (1950, 1987, TV-Serie "Die Autobahnpolizei" 2000). "Die Rosen von Dublin" (TV-Film). "Die Tage des Weines und der Rosen" (1962). "Die tätowierte Rose" (1955). "Die verlorene Rose" (1963).



Rose: Im Film: "Die weiße Rose" (1916, 1923, 1982, 1993). "Die weißen Rosen von Ravensburg" (1919). "Die Wüstenrose" (TV-Film 1999). "Dunkelrote Rosen" (1995). "Ein Tag der Rosen im August …" (1927). "Eine Rose aus Beton" (1975). "Eine Rose für alle" (1967). "Eine Rose für den Maharadscha" (1996). "Eine Rose für Jane" (1970). "Eine Rose im Müll" (1982 TV-Serie "Derrick"). "Funeral parade of roses" (1969). "Geheimbund der Rosen" (1988). "Gelbe Rose von Texas" (1955). "Grüne Rosen" (1998 TV-Film). "Heckenrose" (1975). "Honeysuckle rose" (1980). "Im Tal der wilden Rosen" (u. a. "Was das Herz befiehlt" TV-Film 2006). "Jeans und rote Rosen" (1993). "Junge Rosen im Wind" (1957).



Rose: Im Film: "Keine Rose ohne Dornen" (1957). "Keine Rosen für OSS 117" (1968). "Kommissar Rex – Blutrote Rosen" (1996). "La rose" (1996). "La rose et la flèche" (1975). "La rose rouge" (1950). "Le rose del miracolo" (1917). "Le rose et le noir" (1970). "Les dernières roses" (1935). "Letzte Rose" (1936). "Love among the roses" (1910). "Man schenkt sich Rosen, wenn man verliebt ist" (1929). "Mit Rosen fängt die Liebe an" (1957). "My wild Irish rose" (1947). "Neununddreißig rote Rosen" (TV-Serie "Adelheid und ihre Mörder" 1993). "Nordlandrose" (1914). "Nur keine Rosen bitte" (1979).



Rose: Im Film: "Quattro rose rosso" (1952). "Reklamierte Rosen" (1976 TV-Serie "Polizeiruf 110"). "Rose" (2005). "Rose e spine" (1914). "Rose of the rancho" (1914). "Rose of the world" (1918). "Rose o’the sea" (1922). "Rose red" (2000). "Rosen auf Pump –Rebellion der Jungen" (1961). "Rosen aus dem Süden" (1925/26, 1934, 1954). "Rosen aus Jericho" (1994). "Rosen der Liebe" (1949). "Rosen der Rache" (1987). "Rosen, die der Sturm entblättert" (1918).



Rose: Im Film: "Rosen für Afrika" (1992). "Rosen für Bettina" (1956). "Rosen für den Staatsanwalt" (1959 mit Martin Held). "Rosen für die Lady". "Rosen für die Sängerin" (1984). "Rosen für Nadja" (1998 TV-Serie "Tatort"). "Rosen für Zimmer 8" (1999). "Rosen im Dezember" (1982). "Rosen im Herbst" (1955 mit Ruth Leuwerik, nach Theodor Fontane "Effi Briest"). "Rosen im Sturm" (1998 Rosamunde Pilcher). "Rosen im Winter" (1970). "Rosen in Tirol" (1940 mit Johannes Heesters). "Rosen sind tot" (1993). "Rosen und Dornen vom Weg des Lebens" (1911). "Rosen und Kanonen" (1974). "Rosen und Pistolen" (1998). "Rosen und Tod" (1995). "Rosenfalle" (1997). "Rosenhügel" (2004 TV-Film). "Rosen-Resli" (1954).



Rose: Im Film: "Rote Rosen" (1996). "Rote Rosen" 1993 TV-Serie "Adelheid und ihre Mörder", 2000 TV-Serie "Der Bulle von Tölz"). "Rote Rosen am Tatort" (1989). "Rote Rosen, blaue Adria" (1937). "Rote Rosen für Angelika" (1966). "Rote Rosen für ein Callgirl" (1987). "Rote Rosen, rote Lippen, roter Wein" (1953). "Rote Rosen, schwarzer Tod" (TV-Film "Alarm für Cobra 11" 1995/97). "Rote Rose, weiße Rose" (1994). "Run for the roses" (1978). "Schwarze Rosen" (1935). "So red the rose" (1935). "Solange noch die Rosen blüh’n" (1956). "Tausend Rosen" (1994). "Tausend rote Rosen blüh’n" (1952 mit O. W. Fischer). "Teerosen" (1977 TV-Film). "That summer of white roses" (1989).



Rose: Im Film: "The car and handling of roses" (1996 TV-Film). "The purple rose of Cairo" (1984/85). "The rose and the jackal" (1990). "The rose and the sword" (1984). "The rose of the golden West" (1927). "The sword and the rose" (1952). "Tudor rose" (1936). "Unternehmen Rosebud" (1974). "Verbrechen, die Geschichte machten: Rosen für den Mörder" (1995). "Weiße Rosen" (1914, 1920). "Wenn die Alpenrosen blüh’n" (1955). "Wie die Rose im Morgentau" (1917). "Wo die Alpenrosen blühen" (1944). "Wo die Alpenrosen blüh’n" (1928). "Wüstenrose" (1989). "Zeit der Rosen" (1988, 1992). "Zwei rote Rosen" (1928). "Zwischen Rosen" (1996).



Rose: In der Musik: "Auf der Heide blühn die letzten Rosen" (Robert Stolz). "Die Rose vom Wörthersee". "Die weiße Rose" (Ballett 1951). "O du schöner Rosengarten". Leo Fall "Rose von Stambul" (Operette 1916). Hans Pfitzner "Die Rose vom Liebesgarten" (Oper 1901). Johann Strauß (Sohn) "Rosen aus dem Süden" (Walzer). Richard Strauß "Der Rosenkavalier" (Oper 1911). Carl Maria von Weber "Le spectre de la rose" (Ballett 1811).
Im Lied:
"Freut euch des Lebens,
weil noch das Lämpchen glüht,
pflücket die Rose,
eh' sie verblüht

"Es ist ein Ros entsprungen" (fälschlich für Reis, u. a. von Michael Praetorius). "Ritornell. Die Rose stand im Tau" (Text Friedrich Rückert, Melodie Robert Schuhmann). "Letzte Rose" (Friedrich von Flotow). "Röschen auf der Heide" (Johann Gottfried Herder). "Rose weiß rose rot". "Rosenarie" (Wolfgang Amadeus Mozart aus: "Figaros Hochzeit"). "Sah ein Knab ein Röslein stehn" ("Heidenröslein" 50 mal vertont u. a. von Franz Schubert, Robert Schumann. Text J. W. von Goethe. Die Tiefenpsychologie deutet das Motiv des "Rosenbrechens" als Entjungferung, daher auch das lateinische Wort "Defloration"). Schenkt man sich Rosen in Tirol" (aus der Operette "Der Vogelhändler" von Karl Zeller). "Sie gleicht wohl einem Rosenstock". U. a. "Sub rosa" und "Zwei Röselein" (in "Des Knaben Wunderhorn"). "Dunkelrote Rosen".



Rose: Schlager: u. a. "A room full of roses" (Dean Martin). "Blutrote Rosen". "Das ganze Jahr lang blühen keine Rosen" (1954). "Desert rose". "Drei rote Rosen" (Lale Andersen). "Du bist die Rose vom Wörthersee". "Eine Rose schenk’ ich dir" (Roy Black). "Eighteen yellow roses" (Marty Robbins). "Every Rose Has Its Thorn" (Poison). "Für mich soll’s rote Rosen regnen" (Hildegard Knef). "Give my love to rose" (Johnny Cash). "Honeysuckle rose" (Mister Acker Bilk und Nat King Cole). "I never promised you a rose garden" (Lynn Anderson). "La vie en rose" (Louis Armstrong). "Lebe wohl, du schwarze Rose" (1953). "Mexicali rose". "Mighty lak' a rose". "Moonlight and roses" (Billy Vaughn). "Painted tainted rose" Al Martino). "Ramblin' rose". (Paul Anka und Perry Como). "Red roses for a blue lady" (Al Martino). "Rose of El Paso". "Rose, rose I love you" (Frankie Laine). "Roses are red my love". "Rote Rosen, rote Lippen, roter Wein" (1952). "San Antonio rose" (Bing Crosby). "Sunshine lollipops & roses" (Lesley Gore). "Tausend rote Rosen blüh'n" (1934). "The rose" (Acker Bilk). "The yellow rose of Texas" (Mitch Miller). "Weiße Rosen aus Athen" (Nana Mouskuri). "Wenn die Rosen erblühn in Malaga". "Wer die Rose ehrt". "Where The Wild Roses Grow" (Nich Cave).



Rose: In der Malerei: u. a. S. auch Flieder. Lovis Corinth "Frau mit Rosenhut" (Porträt der Charlotte Berend-Corinth) (1912). Salvador Dalí "Blutige Rosen" (1930) und "Die meditative Rose" (1958). Vincent van Gogh u. a. "Vase mit Rosen" (1890) und "Weiße Rosen". Oskar Kokoschka "Rosen II". Stephan Lochner "Madonna im Rosenhag" (um 1440/42). Pierre-Joseph Redouté. Auguste Renoir u. a. "Gabriele mit Rose" (1911) und "Rosen" (1890). Martin Schongauer "Madonna im Rosenhag" (1473). Moritz von Schwind "Rose" (1847). Carl Spitzweg "Keine Rose ohne Dornen" (1840–1850).



Rose: S. auch Dorn, Dornröschen, Kornrose



Rosenkranz: (Gebetsform, Perlenkette). 150 Ave Maria, durch 15 eingeschobene Vaterunser in "Gesetze" unterteilt. Die Universität Pavia hat herausgefunden, dass Rosenkranzgebete, "bei denen sechs Mal pro Minute geatmet wird", positive physiologische Effekte hervorrufen. Der Wiener Sozialmediziner Michael Kunze schlägt Rosenkranzbeten als Mittel zur Raucherentwöhnung vor.
Redensarten: Den Rosenkranz des Teufels beten (ausgiebig fluchen). Rosenkranzgeheimnis. Rosenkranzfest (7. Oktober), Rosenkranzzange (zur Reparatur von feinem Draht). Rosenkranzmonat (Oktober).
Schimpfworte: Rosenkranz (Handschellen, Rosenkranz beten = an den Händen gefesselt sein).
In der Literatur: Fancis Jammes "Der Rosenkranzroman (1929).
Im Gedicht: Achim von Arnim "Rosenkranz Sündenlast" und "Rosenkranz Tritt an den Tanz". Clemens Brentano "Romanzen vom Rosenkranz" (1810). August Heinrich Hoffmann von Fallersleben "Vaterländisch Rosenkranz". Georg Trakl "Rosenkranzlieder". Ludwig Uhland "Der Rosenkranz".
Im Film/Filmtitel: u. a. "Der hölzerne Rosenkranz" (1965). "Der Mörder mit dem Rosenkranz" (1987). "Der Rosenkranz" (1918). "Perlen eines Rosenkranzes" (1979).
In der Malerei: u. a. Albrecht Dürer "Rosenkranzfest" (1506). Anthonis van Dyck "Rosenkranz-Madonna" (1627). In der Plastik: Tilman Riemenschneider "Rosenkranzmadonna" (1527).



Rosmarin: "Tau des Meeres". Wird bei der Hochzeit am Revers getragen und von den Brautleuten eingepflanzt. Wenn er Wurzeln schlägt, nimmt die Ehe einen guten Verlauf. Plinius empfahl ihn gegen Magenschmerzen. Troubadoure überreichten ihn der Dame ihrer Wahl. Rosmarintee hilft gegen Blähungen. Die Pflanze wurde nicht nur als Bier und Weinwürze, sondern auch für Abtreibungen verwendet. Der Verzehr von Rosmarin soll das Gedächtnis verbessern. Pflanzennamen: Rosmarinheide. Heilpflanze des Jahres 2011.
Im Lied: Aus "Des Knaben Wunderhorn".



Ross: "Glücklich der Mann, der liebreiche Knaben und stampfende Rosse,
Jagdhunde auch und dazu Freunde im Ausland besitzt" (Solon).
"Schrecklich ist sein prächtiges Schnauben. Es stampft auf den Boden und ist freudig mit Kraft und zieht aus, den Geharnischten entgegen. Es spottet der Furcht und erschrickt nicht und flieht vor dem Schwert nicht, wenngleich über ihm klingt der Köcher und glänzen beide, Spieß und Lanze. Es zittert und tobt und scharrt in die Erde und lässt sich nicht halten bei der Drommete Hall" (Buch Hiob).
Veralteter Begriff, dichterisch für Pferd. "Poseidons Wagen wurde von Rossen gezogen, die aber nur vorne Rosse waren und hinten Fisch ... Der Demeter, die, um seinen Nachstellungen zu entgehen, sich in ein Pferd verwandelte, nahte er sich auch als Pferd und zeugte mit ihr das Ross Arion, das in den antiken Rennberichten oft erwähnt wurde" (W. Foitzick). Herkules zähmte die Menschen fressenden Rosse des Diomedes. Rosse verkündeten Achill den Tod.



Ross: Redensarten: Auf dem hohen Ross sitzen/sich aufs hohe Ross setzen (eingebildet/hochmütig sein. "Viele Menschen, die auf dem hohen Ross sitzen, wollen andere nur auf Trab bringen" Gerhard Uhlenbruck. "Aufs hohe Ross setzen sich meistens diejenigen, die nicht reiten können" Friedl Beutelrock. "Zwischen sämtlichen Stühlen auf hohem Ross – das nenne ich Charakter" Hanns-Hermann Kersten). Dieselross (Traktor). Er hat einen Rossmagen, kann Nägel und Hufeisen verdauen. Hoch zu Ross. Ross und Reiter nennen (die Verantwortlichen benennen. "Und Ross und Reiter sah ich niemals wieder" Friedrich Schiller "Wallenstein"). Vom hohen Ross heruntersteigen.
Dampfross/Feuerross (Lokomotive, Eisenbahn), Rösselsprung (Schachzug, Rätselart, deutsche Militäroperation in Jugoslawien im II. Weltkrieg), Rossigkeit (Brunsterscheinung bei Stuten), Rossmucken (süddt. Für Sommersprossen), Rossquelle (Quelle die durch den Hufschlag eines Pferdes entstanden sein soll), Rossschinder (Waffe), Rosstrappe (Felsvertiefung). Stahlross (Fahrrad). "Rosskur" (der Amtsschimmel im Staatsbad).
Tiernamen: Rossameise, Rosskäfer (Mistkäfer). Pflanzennamen: Rosseisenkraut, Rossfenchel, Rossgras, Rosskastanie (früher zur Behandlung bestimmter Pferdekrankheiten verwendet s. auch Kastanie), Rosskerbel, Rosskümmel.



Ross: Sprichwörter: Das Ross soll man nicht beim Arsch aufzäumen. Der Geizige ist das Ross, das Wein fährt und Wasser säuft. Die besten Rosse sucht man im Stall und nicht auf dem Rossmarkt. Ein Frauenhaar hat mehr Kraft als sechs Rosse (Albanien). Nichts kommt unter den Leuten mehr herum als alte Rosse und junge Weiber (altdeutsch).
Sprüche: "Wenn dein Ross ist gescheiter / als du selber, der Reiter, / so lasse dem Rosse die Zügel / und halte dich nur im Bügel" (Friedrich Rückert). Wer sich selbst anspornt, kommt weiter als der, welcher das beste Ross anspornt" (Johann Heinrich Pestalozzi).
Vergleiche: Lieber hoch zu Ross als unter aller Sau. "So manchen sieht man hoch zu Rosse traben, / Doch flattern schon in seinem Trosse Raben" (Schüttelreim von B. Papentrigk).
Bürospruch: Lieber Boss als Ross.

"Ross und Wagen,
Ehestand und Plagen,
Acker und Pflug,
Wasser und Krug,
Durstige Brüder,
Zecher und Lieder,
Kirchen und Pfaffen
Sind zusammen erschaffen."



Ross: Schimpfworte: Riesenross, Rossarzt, Rossdieb (Gauner), Rosshaar (Schamhaar des Mannes), Rosskur (Beseitigung eines Missstandes mit drastischen Mitteln), Rossnatur, Rosstäuscher (u. a. Transvestit. Annette von Droste-Hülshoff "Der Spiritus familiaris des Rosstäuschers"), Walross (feiste weibliche Person; unförmiger, schwerfälliger Mensch).



Ross: In der Fabel Gotthold Ephraim Lessing "Das Ross und der Stier".
In der Literatur: Johann Peter Hebel "Wie einmal ein schönes Ross um fünf Prügel feil gewesen ist". Mohammed "Koran" 100. Sure, Von den rennenden Rossen". Hans Sachs "Der Rossdieb zu Fünsing" (Fastnachtspiel).
Im Gedicht: Wilhelm Busch: "Mein Freund an einem Sonntagmorgen / Tät sich ein hübsches Rösslein borgen". Ferdinand Freiligrath "Von acht Rossen". Joseph von Eichendorff "Das Flügelross". Johann Gottfried Herder "Das alte Ross" (aus dem Griechischen). August Heinrich Hoffmann von Fallersleben "Ich hab’ mein Ross verloren …" Justinus Kerner "Das treue Ross". Nikolaus Lenau "Das Ross und der Reiter". Conrad Ferdinand Meyer "Das Geisterross" und "Lass scharren deiner Rosse Huf!" Mohammed: "Koran" 100. Sure von dem rennenden Rosse. Christian Morgenstern "Das schnellste Ross" und "Gebt mir ein Ross ..." Sandor Petöfi "Das geraubte Ross". Joachim Ringelnatz "Ein kühnes Rosshaar erklärten den andern: / Es müsse aus der Matratze wandern …" Friedrich Rückert "Die Rosse". Hans Sachs "Die elend, klagend Rosshaut (1570) und "Der Rossdieb zu Hirsau". Max von Schenkendorf "Fluchtlied" ("Mit Mann und Ross und Wagen / hat sie Gott geschlagen ..."



Ross: In der Musik: "Rosse" (Oper 1963).
Kindermund: (nach dem Lied "Es ist ein Ros' entsprungen"):
"Es ist ein Ross entsprungen
Aus einem Pferdestall.
Der Rossknecht wollt es halten
Und kam dabei zu Fall."

In der Malerei: u. a. Moritz von Schwind "Ein Einsiedler führt die Rosse eines Ritters zur Tränke" (um 1845).
Im Lied: "Heute noch auf stolzen Rossen / Morgen durch die Brust geschossen ..." (Antispruch: Gestern noch auf stolzen Rossen, heut’ schon wieder auf eigenen Füßen).



Ross: S. auch Pferd.



Rotkehlchen: Sein Name kommt daher, weil es versucht hatte, die Dornen aus dem Haupt des gekreuzigten Christus zu ziehen. Dabei seien Blutstropfen auf seine Brust gefallen. Man glaubte früher, dass man es leicht fangen könne, weil es besonders neugierig sei. Es soll vor Gewitter und vor diversen Krankheiten schützen oder ganz einfach durch sein Erscheinen Glück bringen.
Redensarten: Ich glaub’, mich rammt ein Rotkehlchen (für erstaunt sein, DDR-Redensart).
In der Literatur: Robert Burns "The marriage of Robin Redbreast and the wren". Selma Lagerlöf "Das Rotkehlchen" (Legende).
Im Gedicht: Wilhelm Busch "Rotkehlchen auf dem Zweige hupft". Felix Dahn "Die Försterin und das Rotkehlchen" und "Rotkehlchens Lieder". Eugen Roth "Tierleben für jung und alt" (1973). Christoph von Schmid "Rothkehlchen". William Wordsworth "The Redbreast Chasing the Butterfly". S. auch Valentin (hl.) Legende: Selma Lagerlöf "Rotkehlchen".



Rübe: Feldfrucht. Der griechische Arzt Diphylos von Siphnos berichtet, dass man schon im 4. Jahrhundert anstelle von Honig auch den Saft der roten Rübe zum Süßen verwendete.
"Lysistrata: Hallo, ihr Waffenschwestern, kommt heraus,
Ihr Rübenkohlgemüsebutterweiber"
(Aristophanes "Lysistrata").
Pflanzennamen: Rübenbete, Rübenkerbel.
Redensarten: Jemand ist ein karottengestählter Fleischverachter (für Vegetarier). Jemand sieht nach kalter Dusche am Morgen und nach rohen Karotten am Mittag aus. Steckrübenwinter (Kriegswinter 1916/17). Unter die Rüben bringen (beerdigen).



Rübe: Sprichwörter: Der ist ein glücklicher Mensch, dem eine Rübe wie ein Spargel schmeckt (Russland). Rüben nach Christtag, Äpfel nach Ostern und Mädchen über dreißig haben den Geschmack verloren. Sind Rüben auf dem Markt gefragt, muss man sie nicht waschen (China). Rübenaaskäfer, Rübenälchen, Rübenblattwanze, Rübenblattwespe, Rübenderbrüssler, Rübenerdfloh, Rübenfliege, Rübenrüsselkäfer.
Sprüche: "Die gut gemalte Rübe ist besser als die schlecht gemalte Madonna" (Max Liebermann). "Mohrrüben helfen gegen Impotenz; Probleme gibt’s nur bei der Befestigung" (R. Habeck). "Vegetarier seien harmlose Leute. Die Karotten sind da ganz anderer Ansicht" (Markus M. Ronner).



Rübe: Schimpfworte: Rübe (Kopf, Nase, italienisch "lampione". Eins auf die Rübe kriegen, seine Rübe hinhalten, die Rübe ist ab. Einem die Rübe abhacken (für enthaupten). Filzrübe (französisch "vieux cochon" für einen alten, geilen Mann). Gelbe Rübe (Kopf eines Chinesen, auch FDP-Parteivorsitzender), hohle Rübe, rote Rübe (erigierter Penis), Rübenkraut (männliches Schamhaar), Rübensaft (Sperma), Rübezahl (Berggeist des Riesengebirges; ungepflegter Mann), Steckrübe (Penis), Steckrübenseminar (Landwirtschaftsschule), Zuckerrübe ("Kopf eines Diabetikers" K. de Rottwinkel). Schelte: Dich hat man wohl mit einer Mohrrübe aus dem Urwald gelockt.



Rübe: Die Futterrübe galt als beliebtes "Schandwerkzeug" der Selbstbefriedigung:
Frau Wirtin hatt' auch eine Magd,
Die hat's aus Angst noch nicht gewagt;
Mit Finger, Kerze, Rübe
Befriedigt sie ihr geiles Loch,
Verdient das Aas nicht Hiebe?!

und das überraschende Geständnis der Sex-Rekordhalterin:
Frau Wirtin hatt' auch einen Schrank,
Drei Meter hoch, vier Meter lang,
Drin lagen all die Rüben,
Da sie in ihrer Jugendzeit,
Mit Onanie getrieben.

Auch in der modernen Literatur taucht dieser preiswerte Dildoersatz auf:
"… Da fällt mir doch die Möhre ein,
Gleich wär’ ich nicht mehr so allein,
Und leg’ ich Hand auch an,
Denk ich doch nur an dich: oh Mann!"
(Bettina Hesse).



Rübe: Märchen der Brüder Grimm. In der Literatur: Martial "Epigramme" ("Die Rübe", "Runkelrübe" und "Steckrüben").
Im Märchen: Brüder Grimm "Die Rübe".
In der Malerei: u. a. Max Liebermann "Arbeiter im Rübenfeld" (1875). S. auch Latein



Rute: Redensarten: Mit eiserner Rute regieren/auskehren. Mit Ruten streicheln (schlagen). Spießruten laufen (als Strafe bereits im römischen Heer angewandt. In Deutschland auch Fruchtbarkeitszeremonie). Rute (Penis, Tierschwanz, früheres Längenmaß), Rutenkrankheit, Wünschelrute/Rutengänger (Wer eine Wünschelrute schneiden oder brechen will, muss das am ersten Adventstag um Mitternacht tun, sonst zeigt sie keine Wirkung). Angelrute. Pflanzennamen: Rutenfarn, Rutenkraut, Rutenpalme.
Sprichwörter: Die Rute / macht aus bösen Kindern gute.
Sprüche: "Man muss also strafen, dass der Apfel bei der Rute sei" (Martin Luther). "Niemals pflanzt die Rute Kindern ein das Gute: / Wer zu Ehren kommen mag, dem gilt Wort soviel als Schlag" (Walther von der Vogelweide). Schimpfworte: Rute (Penis), Rutengänger (Homosexueller), Zuchtrute.
In der Literatur: Guillaume Apollinaire "Die elftausend Ruten".
Im Gedicht: Richard Dehmel "Die Rute". Friedrich Rückert "Die Rute".
Im Film/Filmtitel: u. a. "11000 Ruten" (1975 Sexfilm).



Rätsel und Scherzrätsel: Welche Enten trinken gerne Bier? (Lösung Nr. 8.)
Wie weit geht die Ente ins Wasser? (Lösung Nr. 9).
Drei verschieden große Esel stehen im Stall. Welcher ist der klügste? (Lösung Nr. 10).
Wer geht über das Feld und bewegt sich nicht? (Lösung Nr. 11).
Wie hieß Esau als er noch klein war? (Lösung Nr. 12).
Welche Fische haben die Augen am nächsten beisammen. (Lösung Nr. 13).
"Ich wollt' ihn fangen just mit List, / Da tat er plötzlich, was er ist." (Lösung Nr. 14 in R. Wastl).
Wann ist der Fuchs ein Fuchs? (Lösung Nr. 15).
Warum kann ein Pferd kein Schneider werden? (Lösung Nr. 16).
Welcher Acker trägt keine Frucht? (Lösung Nr. 17).
Wenn ich nur wüst, wer das ist, / der immer mit zwei Löffeln isst. (Lösung Nr. 18).



Rätsel und Scherzrätsel:
Wo wird Heu gemäht? (Lösung Nr. 19).
"Als gutes Futter dient mein erstes meinem zweiten, Mein Ganzes ist ein Pferd, doch lässt es sich nicht reiten." (Lösung Nr. 20 R. Wastl).
Wie weit läuft ein Hirsch in den Wald hinein? (Lösung Nr. 21.)
Warum wedelt der Hund mit dem Schwanz? (Lösung Nr. 22.

"Das kluge Haustier schüttelt sich
Und wird zum Blatt Papier.
Und noch einmal! Da staune ich:
Als Insel liegt's vor mir."
(Logogriph: Lösung Nr. 23).



Rätsel und Scherzrätsel: Es hat einen Kopf wie eine Katze, Augen wie eine Katze, Füße wie eine Katze und einen Schwanz wie eine Katze und ist doch keine Katze. (Lösung Nr. 24).

"Die erste frisst,
Die zweite isst,
Die dritte wird gefressen,
Das Ganze wird gegessen."
(Scharade - Silbenrätsel: Lösung Nr. 25).

Welcher Kopf hat keine Nase? (Lösung Nr. 26).
Wie kann man verhindern, dass im Sommer die Milch zusammenläuft. (Lösung Nr. 27).

"Im Winter aus, im Sommer an,
mein Kind ernährt ein ander Mann;
an meiner Stimm da kennt man mich,
Rat du, wer bin ich?"
(Lösung Nr. 28).

Wer kann am höchsten singen? (Lösung Nr. 29).
"Der Astronom durch mich den Mond betrachtet, Der Gastronom mich gradezu verachtet." (Lösung Nr. 30).



Rätsel und Scherzrätsel:
Welche Mühle wird ohne Wasser und ohne Wind betrieben? (Lösung Nr. 31).
Wenn er Wasser hat, trinkt er Wein, wenn er kein Wasser hat, trinkt er Wasser. (Lösung Nr. 32.
Wenn man's nicht sieht, klaubt man's auf. Wenn man's sieht, dann lässt man's liegen. (Lösung Nr. 33).
Wie hält man Pferdefleisch jahrelang frisch, ohne es einzufrieren, einzukochen, einzupökeln, überhaupt, ohne es irgendwie zu konservieren? (Lösung Nr. 34).



Rätsel und Scherzrätsel: Welches Pferd hat keinen Huf? (Lösung Nr. 35).
Welches Pferd kann singen? (Lösung Nr. 36).
Welches Pferd sieht hinten genau so gut wie vorn. (Lösung Nr. 37).

"Mein Umfang ist fünf Zeichen groß;
Fünf Schneider in der Erde Schoß,
Vier tragen das Gefieder durch des Himmels Bläue,
und drei verletzen heil'ger Wahrheit Treue."
(Logogriph: Lösung Nr. 38).

Wann ist dem Bauern das Lügen erlaubt? (Lösung Nr. 39).

"Der arme Tropf
Hat einen Hut und keinen Kopf
Und hat dazu
Nur einen Fuß und keinen Schuh."
(Lösung Nr. 40).

Welcher Vogel steckt in jedem Graben? (Lösung Nr. 41).
Wohin fliegt der Rabe, wenn er ein Jahr alt ist? (Lösung Nr. 42.



Rätsel und Scherzrätsel: Was hat sechs Füße und geht nur auf vieren? (Lösung Nr. 43).
Auf welcher Seite hat ein alter Schimmel die meisten Haare? (Lösung Nr. 44).

"Bruder, kumm iss mit mir!
Haus und Wirt soll für dir stehen,
doch iss nur den Wirt,
das Haus möcht nicht zu Halse gehen."
(Friedrich von Logau: Lösung Nr. 45).

Welches ist das stärkste Tier. (Lösung Nr. 46).
Variante:
"Ich gehe alle Tage aus
und bleibe doch im Haus."

Es ist auf dem Dach, hat lange, rote Beine, weiße Flügel, einen gelben Schnabel und legt Eier? (Lösung Nr. 47).



Rätsel und Scherzrätsel:
Welches ist das beste Kraut? (Lösung Nr. 48).
Welcher Vogel hat zwei Hände und zwei Füße? (Lösung Nr. 49.
Welcher Vogel hat keine Federn und kommt nie auf einen grünen Zweig? (Lösung Nr. 50).
Welche Vögel legen keine Eier und werden doch aus Eiern ausgebrütet? (Lösung Nr. 51).

"Ein Vogel federlos
Flog auf einen Baum laublos,
Da kam eine Frau mundlos
Und aß den Vogel federlos."
(Lösung Nr. 77).



Rätsel und Scherzrätsel: Wie ist es möglich, dass ein Achtel übrig bleibt, wenn man von einem Ganzen ein Siebtel wegnimmt? (Lösung Nr. 52).
"Dramatiker und Drama wohlbekannt,
Zugleich zwei Vögel, die sich nah verwandt."
(Franz Brentano: Lösung Nr. 53

Welche Mühle hat kein Wehr? (Lösung Nr. 54).
Das erste frisst das Vieh, das zweite fährt in die Glieder, das dritte ist eine Landplage (Lösung Nr. 80).
Für welches Tier wird am meisten gearbeitet? (Lösung Nr. 56).

"Erst weiß wie Schnee,
Dann grün wie Klee,
Dann rot wie Blut,
Schmeckt allen Kindern gut."
(Lösung Nr. 57).



Rätsel und Scherzrätsel:
"Im Lenz erquick' ich dich,
Im Sommer kühl' ich dich,
Im Herbst ernähr' ich dich,
Im Winter wärm' ich dich."
(Lösung Nr. 58).

"Bin ich fruchtlos, ist es bös,
Bin ich fruchtbar, krieg ich Stöß;
Ein jeder wirft nach mir den Stein:
Rat, was mag das sein."
(Lösung Nr. 59).

"Ich hab' einen Kopf und vier Beine;
Und, wenn du mich siehst, erscheine
Ich ohne Kopf und ohne Beine,
Ein rundes Knäuel: Rührst du mich an,
So ist dein Finger übel dran."
(Lösung Nr. 60).

"Zwei Väter und zwei Söhne zogen hinaus;
Was brachten sie von der Jagd nach Haus?
Drei Hasen; ein jeder einen ganzen,
Trugen sie in dem Ranzen."
(Lösung Nr. 61).



Rätsel und Scherzrätsel:
"Er hat einen Kamm und kämmt sich nicht, Er hat zwei Sporen und ist kein Ritter, Er hat eine Sichel und ist kein Schnitter." (Lösung Nr. 62).

"Das erste rauscht vom Wind bewegt,
Wenn's zweite sich im Sumpfe regt.
Das ganze schreit und ist nicht still,
Wenn sich das Wetter ändern will."
(Georg Scherer. Lösung Nr. 63).

"Im Winter aus, im Sommer an;
Mein Kind erzieht ein andrer Mann;
An meinem Ruf erkennt man mich:
Rate schnell, wer bin ich?"
(Lösung Nr. 64).



Rätsel und Scherzrätsel:
"Man lässt ihn sprechen,
Man lässt ihn stechen,
Es ist ein Vogel
Und ein Gebrechen."
(Friedrich Rückert Lösung Nr. 65).

"Es geht ein Mann im Grase,
Hat eine lange Nase,
Hat rote Stiefel an
Und dreht sich wie ein Edelmann."
(Lösung Nr. 66).

"Alle Tage geh ich aus,
Bleibe aber stets zu Haus."
(Lösung Nr. 67).



Rätsel und Scherzrätsel:
"Vorn wie eine Gabel,
In der Mitte wie ein Fass,
Hinten wie ein Besen:
Was ist das?"
(Lösung Nr. 68).



Rätsel und Scherzrätsel:
"Zwei Köpfe, zwei Arme,
Sechs Füße, zehn Zehen:
Wie soll ich das verstehen?"
(Lösung Nr. 69).

"Wer hat sechs Beine
Und geht nur auf vier?
Was ich damit meine,
Das sage mir."
(Lösung Nr. 70).

"Es brennt rund ums Haus
Und brennt doch kein Loch daraus."
(Lösung Nr. 71).



Rätsel und Scherzrätsel:
"Die ersten Silben sind von Holz
Ein Tier, die dritte, kühn und stolz.
Das ganze ist der Jugend Freude,
Doch führen's auch erwachsne Leute."
(Theodor Körner Lösung Nr. 72).

"Ihr lieben Leute:
Hat sieben Häute,
Beißt alle Leute.
Sag, was das bedeute?"
(Lösung Nr. 73).



Rätsel und Scherzrätsel:
"Es sitz ein Mädchen auf dem Baum,
Hat ein rotes Kleidchen an,
Ihr Herz das ist aus Stein:
Sag, was mag das ein!"
(Lösung Nr. 74).

"Ich weiß ein kleines, weißes Haus,
Hat keine Fenster, Türen, Toren,
Und wer von drinnen will heraus,
Der muss erst die Wand durchbohren."
(Lösung Nr. 75).

"Als Blume riecht es fein,
Als Krankheit macht es Pein.
Sag, was mag das sein?"
(Lösung Nr. 76).



Rätsel und Scherzrätsel:
"Nehm vorne mir ein M und hinten mir ein l,
dann wandelt sich wie im Ovid so schnell
ein weiblich Bild, verschmitzt und fein,
in ein bekanntes Vögelein"
(Johann Peter Hebel Lösung Nr. 77).

Welche Pflanze schätzt ein heiratswilliges Mädchen am meisten?
(Lösung Nr. 78).



Rätsel und Scherzrätsel:
Wie fängt man am leichtesten einen Hasen? (Lösung Nr. 79).

"Steht etwas am Rain,
hat bloß ein Bein,
einen verdrehten Zopf
und das Herz im Kopf"
(Lösung Nr. 80).

"Ein rotes Jäcken,
ein schwarzes Käppchen,
ein Bauch voll Stein,
was mag das sein?"
(Lösung Nr. 81).

Es sieht aus wie eine Katze und maust wie eine Katze.
Es hat einen Kopf wie eine Katze und einen Schwanz wie eine Katze,
und ist doch keine Katze. Was ist das. (Lösung Nr. 82)



Rätsel und Scherzrätsel:
Welches Futter frisst kein Gaul? (Lösung Nr. 83)

Welche Katze hat kein Maul? (Lösung Nr. 84)

Wie viele Eier kann man auf nüchternem Magen essen? (Lösung Nr. 85)



Rätsel und Scherzrätsel:
Was geht durch Hecken und Zäune und raschelt nicht? (Lösung Nr. 86)

Wenn fünf Vögel auf einem Baum sitzt, und der Jäger schießt einen herunter. Wie viele bleiben? (Lösung Nr. 87)

Welcher Knecht kriegt keinen Lohn? (Lösung Nr. 88)

Welcher Baum hat keine Äste? (Lösung Nr. 89)



Rätsel und Scherzrätsel:
"Federn hat’s und fliegt doch nicht;
Beine hat’s und läuft doch nicht;
Steht nur immer mäuschenstill,
weiter nichts als Ruhe will,
aber nicht die seine,
sondern nur die deine.
Was ist’s, was ich meine?"
(Georg Scherer. Lösung Nr. 90)

Welcher Hahn hat keinen Kamm? (Lösung Nr. 91)

"Welcher Bock hat keine Haut?
Welches Glöckchen keinen Laut?"
(Friedrich Güll. (Lösung Nr. 92)



Rätsel und Scherzrätsel: "Welcher Kamm ist nicht von Bein?

Welche Wand ist nicht von Stein?
Welche Kuh hat gar kein Horn?
Welche Rose keinen Dorn?
Welcher Busch hat keinen Zweig?
Welcher König hat kein Reich?
(Friedrich Güll. (Lösung Nr. 93)

Welche Birne kann man nicht essen? (Lösung Nr. 94)

Welches Kätzchen fängt keine Maus? (Lösung Nr. 95)

Welcher Baum hat keine Blätter? (Lösung Nr. 96)

Welche Nadeln taugen nicht zum Nähen? (Lösung Nr. 97)

Was geht Tag und Nacht ums Holz herum und kommt nicht hinein? (Lösung Nr. 98)



Rätsel und Scherzrätsel:
"Es ist ein kleiner Soldat,
Der ein giftig Spießlein hat.
Täglich zieht er mit Gesang ins Feld,
Nur im Winter bleibt er in dem Zelt.
Er erobert ohne Zahl
Die schönsten Schlößlein zu Berg und Tal,
Er bricht in ihre Keller ein
Und trinkt aus goldnen Becherlein
Immer neuen süßen Wein.
Dann nimmt er feines Mehl in jede Hand
Und baut zu Hause Kammern Wand an Wand.
Die Kammern füllt er mit süßem Most
Und sorgt im Sommer für des Winters Kost.
Und wäre jedermann so arbeitsam wie er,
So gäb’s im Lande keine Bettler mehr."
(August Heinrich Hoffmann von Fallersleben. Lösung Nr. 99)



Rätsel und Scherzrätsel:
"Ich, ein kleines Tierchen, bin
Eine schlaue Jägerin.
In den Winkeln, an den Mauern
Pfleg’ ich auf mein Wild zu lauern
Ohne Hund und Schießgewehr.
Netze spann’ ich um mich her,
Und mein Tisch bleibt selten leer."
(Lösung Nr. 100)



Rätsel und Scherzrätsel:
Welches Tier hat Löffel, frisst aber nicht damit? Lösung Nr. 101)

"Es geht doch drollig zu in der Welt!
Im Frühjahr versteckt mich der Bauer im Feld,
Im Herbst zieht er aus mit Weib und Kind
Und sucht, bis er mich wiederfind’t;
Aber da bin ich nicht mehr allein,
Ich hab’ eine Menge Kinderlein."
(Olga Stückrath-Stawitz. Lösung Nr. 102)

Welcher Wein wächst an den Hängen des Vesuvs? Lösung Nr. 103



Rätsel und Scherzrätsel: Lösungen:
Nr. 15. Wenn er allein ist, mehrere beisammen sind Füchse.
Nr. 16. Weil es das Futter frisst.
Nr. 17. Der Gottesacker.
Nr. 18. Der Hase
Nr. 19. Nirgendwo; es wird überall nur Gras gemäht.
Nr. 20. Das Heupferd
Nr. 21. Bis zur Mitte, denn dann läuft er wieder hinaus.
Nr. 22. Weil der Schwanz nicht mit dem Hund wedeln kann.
Nr. 23. Kater - Karte - Kreta
Nr. 24. Der Kater.
Nr. 25. Sau-er-kraut
Nr. 26. Der Krautskopf
Nr. 27. Wegschütten, dann läuft sie auseinander
Nr. 28. Der Kuckuck
Nr. 29. Die Lerche - in der Luft



Rätsel und Scherzrätsel: Lösungen:
Nr. 30. Die Linse-n
Nr. 31. Die Kaffeemühle
Nr. 32. Der Müller
Nr. 33. Eine Nuss mit Loch
Nr. 34. Man lässt das Pferd leben
Nr. 35. Das Steckenpferd
Nr. 36. Das Heupferd (die Grille
Nr. 37. Das blinde Pferd
Nr. 38. Pflug - Flug - Lug
Nr. 39. Wenn er ein "Pf" davor setzt
Nr. 40. Der Pilz



Rätsel und Scherzrätsel: Lösungen:
Nr. 41. der Rabe
Nr. 42. Ins zweite Jahr
Nr. 43. Der Reiter
Nr. 44. Auf der Außenseite
Nr. 45. Die Schnecke
Nr. 46. Die Schnecke; sie ist so stark, dass sie ihr Haus mit sich tragen kann
Nr. 47. Nicht der Storch! sondern die Störchin
Nr. 48. Das Unkraut, weil es nicht verdirbt
Nr. 49. Der Spaßvogel
Nr. 50. Der Pechvogel



Rätsel und Scherzrätsel: Lösungen:
Nr. 51. Alle männlichen Vögel!
Nr. 52. Bei dem Wort "Wachtel"
Nr. 53. Anton Wildgans und Henrik Ibsen "Die Wildente"
Nr. 54: Die Windmühle
Nr. 55. Heuschrecken.
Nr. 56. Für die Katz'
Nr. 57. Die Kirsche
Nr. 58. Der Baum
Nr. 59. Der Nussbaum
Nr. 60. Der Igel
Nr. 61. Großvater, Vater und Sohn
Nr. 62. Der Hahn



Rätsel und Scherzrätsel: Lösungen:
Nr. 63. Der Laubfrosch
Nr. 64. Der Kuckuck
Nr. 65. Der Star
Nr. 66. Der Storch
Nr. 67. Die Schnecke
Nr. 68. Die Kuh
Nr. 69. Reiter und Pferd
Nr. 70. Der Reiter
Nr. 71. Die Brennnessel
Nr. 72. Das Steckenpferd
Nr. 73. Die Zwiebel



Rätsel und Scherzrätsel: Lösungen:
Nr. 74. Die Kirsche
Nr. 75. Das Ei
Nr. 76. Die Rose
Nr. 77. Mamsell - Amsel
Nr. 78. Männertreu!
Nr. 79. Man fängt zwei und lässt einen wieder laufen.
Nr. 80. Kohlkopf
Nr. 81. Hagebutte



Rätsel und Scherzrätsel: Lösungen:
Nr. 82. Ein Kater
Nr. 83. Mantelfutter
Nr. 84. Geldkatze
Nr. 85. Eines, dann ist man nicht mehr nüchtern.
Nr. 86. Der Sonnenschein
Nr. 87. Keiner, die übrigen fliegen weg.
Nr. 88. Der Stiefelknecht
Nr. 89. Der Schlagbaum
Nr. 90. Das Bett
Nr. 91. Wasserhahn
Nr. 92. Sägbock und Schneeglöckchen



Rätsel und Scherzrätsel: Lösungen:
Nr. 93. Hahnenkamm, Leinwand, "Blinde Kuh", Windrose, Haarbusch, Zaunkönig
Nr. 94. Glühbirne
Nr. 95. Palmkätzchen
Nr. 96. Purzelbaum
Nr. 97. Tannennadeln
Nr. 98. Die Rinde
Nr. 99. Die Biene
Nr. 100. Die Spinne
Nr. 101. Der Hase
Nr. 102. Die Kartoffeln
Nr. 103 Glühwein!





Korrekturen, Ergänzungen?


© Hans Baier 2017