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Anfangsbuchstabe: U




Lexikon des Landlebens



Uhu: Nach seinem Ruf benannt. "Gefiederte Katze" (Ramón Gómez de la Serna). Einer der wenigen Tiernamen, die vorwärts und rückwärts gelesen, die gleiche Bedeutung haben. Bereits in der Antike als Unglücksbringer angesehen ("Dreimal gab durch Totengeschrei Vorzeichen der schaurige Uhu" Ovid "Metamorphosen"). Er zeigte u. a. den Ausbruch des Bürgerkriegs zwischen Caesar und Pompejus an. Vogel der Unterwelt, Totenvogel, der sich gern in Friedhöfen aufhielt. Sein Ruf soll Krankheit und Sterben, aber auch schlechtes Wetter ankündigen. Ans Scheunentor genagelt soll er Mäuse von den Erntevorräten fernhalten. Seine Augen sind größer als sein Gehirn. Vogel des Jahres 2005. Namengebend: Klebstoff. Berühmte Tiere: Der "Schuhu" in Otfried Preußler "Das kleine Gespenst". Vogel des Jahres 2005. Uhu (Person ab 40 Jahren scherzhafte Bezeichnung „Uhu“ = „unter hundert“; verschiedene Flugzeuge).



Uhu: Sprichwörter: Wenn der Uhu und die Eule schreit, ist der Teufel auch nicht weit. Schimpfwort: Besoffener, grauslicher, spinnerter Uhu. Kneift die Augen zusammen wie ein geschlechtskranker Uhu. In der Fabel s. auch Adler, Elster, Maus, Nachtigall.
Im Gedicht: Wilhelm Busch "Der weise Schuhu" ("Der Schuhu hörte stets mit Ruh, / Wenn zwei sich disputierten, zu ...") Friedrich von Hagedorn "Der Uhu, der Kauz und zwo Eulen..". August Heinrich Hoffmann von Fallersleben "Der Uhu". Christian Morgenstern "Der Mondberg-Uhu" (in "Galgenlieder"). Eugen Roth "Tierleben für jung und alt" (1973). Friedrich Rückert "Uhu und Kuckuck".



Uhu: In der Malerei: u. a. Gustave Courbet "Uhu ein Reh anschneidend" (1871). Édouard Manet "Toter Uhu" (1881).
Im Lied: "Der Uhu, der Uhu, / der macht die Fensterläden zu" (aus der "Vogelhochzeit"). Aus der alternativen Vogelhochzeit: "Der Uhu, der Uhu, / Der macht das Arschloch auf und zu." Schlager: "Uhu". S. auch Sanitätsgefreiter Neumann



Ulrich (hl.): 4. Juli. Patron der Winzer und Fischer. Seine Anrufung hilft gegen Ratten- und Mäuseplage. Redensart: Den heiligen Ulrich anrufen (lautmalerisch für sich übergeben).



Uneheliches Kind: Wesen, das allen Abtreibungsversuchen widerstand. Damit fiel der Marktwert eines Bauernmädchens ins Bodenlose. Sie konnte höchstens noch einen Häusler oder einen Ziegenbesitzer heiraten. Makel, der sich ev. durch eine hohe Mitgift heilen ließ.

"Sagst allerweil, Du tust nix,
Du tust nix im Bett,
Jetzt hast an klan Tustnix,
Was tust jetzt damit?!"

"Mei’ Deandl is sauber,
Kannst nix Schlecht's von ihr sog'n,
Und zweng die fünf Ledigen
Tuat neamand net frog'n."

Falls ein uneheliches Kind ungetauft starb, musste es außerhalb der geweihten Friedhofserde begraben werden. Es fand keine Erlösung und musste in der Nacht als Irrlicht sein Unwesen treiben. Redensart: Das Gloria vor dem Zusammenläuten singen.



Unfall: Grab- und Marterlsprüche: "Zum Andenken an die ehr- und tugendsame Jungfrau Katharina ..., welche hier an gemeiner Arbeit ertrunken ist" (Marterl im Lechtal).: "Hier fiel Jakob Hosenknopf / m Hausdach in die Ewigkeit."

"Er lebte fromm und recht,
Der hier derdruckte Bauernknecht;
Zum Glücke war er ledig,
Gott im Himmel sei ihm gnädig."

"O Wandersmann, fall auch herab,
Damit ich hier Gesellschaft hab’!"

S. auch Bulle, Grabsprüche, Heu, Wagen



Ungeziefer: Schädlingsbekämpfung ist bereits im ägyptischen "Totenbuch" und im Alten Testament nachgewiesen. Ungeziefer wurde im Mittelalter mit dem Kirchenbann belegt.
Sprichwörter: Bleibt's Laub im Oktober am Ast, viel Ungeziefer zu fürcht'n hast.
Sprüche: "Der Mensch ist das gefährlichste Ungeziefer, das die Welt je bevölkert hat" (Friedensreich Hundertwasser).
Im Gedicht:
"läuse flöhen meine lieder
milbe durch die nacht zu dir
mücken schwärmen auf und nieder
grillen zecken heimchen bieder -
fliege biene her zu mir ..."
(Werner Dürrson "Ungeziefer" in K. P. Dencker Hrsg.)

"Gute Tiere, spricht der Weise,
musst du züchten, musst du kaufen,
doch die Ratten und die Mäuse
kommen ganz von selbst gelaufen."
(Wilhelm Busch )



Ungeziefer: S. auch Floh, Laus, Magnus (hl.), Tierprozess, Ulrich (hl.), Wanze



Unkraut: "Alles, was nach dem Jäten wieder wächst" (Mark Twain).
Redensarten: Das Unkraut mit der Wurzel ausreißen. Unkraut unter den Weizen säen (Matthäus 13, 25). Wie Unkraut wuchern. "Unkrautacker" (die Welt nach Abraham a Santa Clara).
Sprichwörter: Aus Unkraut machen die Bienen Honig im Überfluss (Portugal). Ein Mann der Worte und nicht der Taten ist wie ein Garten voller Unkraut (England). Fleißig jäten, ist besser als beten. Priester bete, Fürst vertrete, Bauer jäte! Mutter ein Unkraut, Vater ein Unkraut – erwartest du, dass die Tochter eine Safranwurzel ist? (Arabien). Unkraut verdirbt/vergeht nicht. Wenn der Gärtner schläft, pflanzt der Teufel Unkraut. Wer das Unkraut ein Jahr lässt stehen, / muss sieben Jahre jäten gehen.



Unkraut: Sprüche: "Schöne Blumen wachsen langsam, nur das Unkraut hat es eilig" (William Shakespeare). "Unkraut ist alles, was nach dem Jäten wieder wächst" (Mark Twain). "Unkraut ist, wenn der Mensch noch nicht weiß, was er mit einer Pflanze anfangen soll" (aus: "Stegreifblüten"). "Unkraut säe stets im Garten des Nachbarn aus; es wächst dort besser" (Hedwig Courths-Mahler). "Unkraut nennt man die Pflanzen, deren Vorzüge noch nicht erkannt wurden" (Ralph Waldo Emerson). "Wenn man ein Gewächs Unkraut nennt, zeigt sich darin die ganze Anmaßung des Menschen" (Jean Rostand). Wenn Sie nicht sicher sind, was in Ihrem Garten Unkraut ist, rupfen sie einfach alles raus. Das was wiederkommt, war das Unkraut. "Wie kahl und jämmerlich würde manches Stück Erde aussehen, wenn kein Unkraut darauf wüchse!" (Wilhelm Raabe).



Unkraut: Vergleiche: Arbeit ist das Unkraut auf der Wiese des Lebens. Dem Traurigen ist jede Blume ein Unkraut, dem Glücklichen jedes Unkraut eine Blume. "Der Charakter des Menschen wächst sich entweder zur Nutzpflanze oder zum Unkraut aus, deswegen muss man hier rechtzeitig gießen, dort jedoch ausrotten" (Francis Bacon). "Jäten ist Zensur an der Natur" (Oskar Kokoschka). "Kritiker: ein Mensch, der zuerst das Unkraut jätet, um danach umso ungehinderter die Blumen zertreten zu können" (Wieslaw Brudzinski). "Unkraut ist die Opposition der Natur gegen die Regierung der Gärtner" (Oskar Kokoschka). "Vor nichts soll man sich so hüten als vor dem Aufwachsen jenes Unkrauts, welches Anmaßung heißt und in uns jede gute Ernte verdirbt" (Friedrich Nietzsche).



Unkraut:
"Nur Unkraut tragen wir,
wenn uns kein Wind durchschüttelt;
und uns schelten,
heißt rein uns jäten."
(William Shakespeare)

Im Gedicht: Ferdinand Freiligrath "Mit Unkraut". Peter Huchel "Unkraut". Friedrich Rückert "Fremdes Unkraut". Karl Heinrich Waggerl "Kraut und Unkraut" (1968).
Im Lied: (aus "Des Knaben Wunderhorn").
S. auch Brennnessel, Kuckuck



Unschuld vom Lande: Wandersage, vor allem in katholischen Gegenden verbreitet. Jungfräulichkeit war auf dem Land im Allgemeinen eine Tugend ohne Wert - außer es war ein Kind unterwegs oder bereits vorhanden.
In der Literatur gibt es zahlreiche Beispiele, wie man diesem Manko beikommen konnte: Ein fehlendes Jungfernhäutchen konnte durch rote Beete simuliert werden. In Ostfriesland schüttete man warme Milch hinein und wartete, bis sich ein Häutchen bildete. Heutzutage nähen es findige Chirurgen wieder an. Dass man früher auf dem Land die Unschuld nicht mit heutigen Maßstäben gemessen hat, dafür ein Grabspruch als Beispiel: "Hier ruht die ehr- und tugendsame Jungfrau Genovefa Voggenhuberin, betrauert von ihrem einzigen Sohn."



Unschuld vom Lande: Bemerkenswert die "Story" vom Hans und der Liese:
"Durch den Wald ging Hans und Liese
Ihrem Heimatdörfchen zu.
An der Hand hielt Hans die Liese,
An der andern an nem Strick die Kuh ..."
Es wird immer dunkler und schließlich Nacht. Liese scheint Angst zu haben, der Hans könnte ihr was antun. Hans versucht sie zu beruhigen, wird böse:
"'Sei doch endlich einmal still!
Denn ich kann dir doch nichts tun,
Wenn ich wirklich so was will.
Weil ich, will ich Dich umfassen,
Doch die Kuh nicht halten kann.'
‚Aber Hans', sprach Liese schüchtern,
‚Hans, dann binde sie doch an.'"



Unschuld vom Lande: Sprichwörter: Märzenschnee und Jungfernpracht / dauern oft kaum eine Nacht.
"Frischfleisch": "Fachbegriff" in der erotischen Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts für Bordellnachschub aus ländlichen Regionen. Die Landmädchen wurden in sog. Jungfrauenbordellen defloriert. Die berühmte "Fanny Hill" stammt aus einem "Dorf nahe bei Liverpool". "Walter", der Spezialist "Viktorianischer Ausschweifungen", landet beispielsweise bei einer bäuerlichen Schönheit: "Eine halbe Minute lang weidete ich mich an ihrem Anblick, wie sie mit ihren wunderbar prallen Schenkeln dalag, und nie hätte ich geglaubt, dass sie noch so jung war, wären da nicht die unbehaarte Möse und die jugendlichen Gesichtszüge gewesen. Sie war, das hatte sie erzählt, auf dem Land geboren und von klein auf an die Feldarbeit gewöhnt. Solche Arbeit fördert schon früh die Entwicklung der Figur und daher auch der Schönheit." Auch in seinem übrigen Sexleben "wildert" er ausgiebig in ländlichen Gegenden. Josefine Mutzenbacher hingegen, die sich nach eigenem Bekunden im Lauf ihres Lebens an "dreimal dreißigtausend Schweifen" delektiert hatte, erholte sich von ihren Strapazen im Alter auf einem kleinen Landgut in der Nähe von Klagenfurt.
In der Literatur: Oskar Maria Graf "Das Sauohr".
Im Film/Filmtitel: u. a. "Die Unschuld vom Lande" (1914, 1933 und 1957 mit Theo Lingen).
In Musik: "Spiel ich die Unschuld vom Lande" (Arie aus "Die Fledermaus" von Johann Strauss).



Unschuld vom Lande: S. auch Uneheliches Kind



Unterwäsche: So wie die Richterskala nach oben offen ist, war es in früheren Zeiten die Kleidung der weiblichen Landbevölkerung nach unten. Beim Wasserlassen gab es für die Landfrauen unbestreitbare Vorzüge. D. h. man konnte, wo man stand und ging, sein Geschäft verrichten, ohne sich umständlich entkleiden zu müssen. Schnaderhüpfl:
"Und a Stadtmadl und a Bauernmadl
kennt ma leicht vonanand,
die oan, die ham Hos'n o
und die andern geh'n blank."



Unzucht mit Tieren: "Eine Unart von manchen Menschen, die mit den Hühnern schlafen gehen" (E. G. Tange).
Zeus verführte die phönizische Königstochter Europa in Gestalt eines weißen Stiers, aber er schlüpfte auch in die Rolle eines Adlers. Bekannt ist Leda mit dem Schwan ("Aber tief muss uns empören, was wir von der Leda lesen; welche Gans bist du gewesen, dass ein Schwan dich konnt betören!" Heinrich Heine). Die sagenhafte Königin Pasiphae ließ sich eine hölzerne Kuh bauen, um es mit einem Stier zu treiben: Die Frucht dieser "unnatürlichen" Liebe war der Minotaurus mit Männerkörper und Stierkopf (s. auch Friedrich Dürrenmatt "Der Minotaurus" 1985 und Radierung von Pablo Picasso 1935). Auf einem Napf im Museum Antiker Kleinkunst München ist dargestellt, wie sich zwei Satyrn mit einem vierbeinigen Tier vergnügen. In der ägyptischen Kunst wird ein Ziegenbock dargestellt, wie er eine Frau von hinten besteigt.



Unzucht mit Tieren: Kaiser Caligula speiste mit seinem Pferd "Incitatus" am Tisch und wollte es für dessen Liebesdienste mit dem Konsultitel belohnen. Die junge Kaiserin Theodora trat im "Theater an der Straße der Dirnen" nackt auf und ließ sich dabei von Federvieh Getreidekörner aus der Möse picken - zum Gaudium eines "vieltausendköpfigen" Publikums, wie der Chronist zu berichten weiß. Commodus nannte seinen Lüstling "onos" (Esel). "Als reinlichster Sodomist galt ein Hirte aus Süditalien, der seine Lieblingsziege angeblich wegen des Mundgeruchs" vor dem Verkehr mit wohlriechendem Haarwasser gurgeln ließ (Der Spiegel). Da es an leistungsfähigen Marketenderinnen fehlte ließ der Renaissancefürst Gonzaga bei einem Feldzug 1565 in Samt gehüllte Ziegen mitführen.



Unzucht mit Tieren:
"… Von mir aus, schlaft euch selber bei!
Und schlaft mit Drossel, Fink und Star
Und Brehms gesamter Vogelschar!
Mir ist es einerlei"
(Erich Kästner "Ragout fin de siècle").

Trotz gelegentlicher Ähnlichkeiten zwischen Begatter und Fohlen bzw. Kalb fand jedoch keine Befruchtung statt. Im Beichtspiegel nicht als Sünde aufgeführt.



Unzucht mit Tieren: Zum "Tierpark" der Frau Wirtin gehörte auch eine Ziege:
"Auch eine Ziege, die war da,
Die vögelte der Großpapa.
Hei, wie das Tierchen meckerte,
Als sich der alte Großpapa
Den neuen Frack bekleckerte."

"Frau Wirtin hatt' auch einen Hund,
Der hatt' nen Beutel wie ein Pfund.
Er leckte ihr die Titten
Und als ich einstens dazu kam,
Da hatt' er sie geritten."

Volkserotik:
"Wer nie gefickt ein Pferd,
kennt nicht des Tieres Wert."



Unzucht mit Tieren:
"Im Stall da steht ein Schi-scha-Schimmel
Hat unterm Bauch 'n Pi-pa-…
Peter lass’ das Pferd in Ruh,
Das spürt den Schmerz genau wie du."

Lukian "Göttergespräche":
"Merkur: Weil du denn so eine vielbedeutende Person bist, Pan - denn so deucht mich, nennen sie dich -, hast du dir auch schon eine Gemahlin beigelegt?
Pan: Ich danke dafür, Herr Vater! - Ich bin etwas verliebter Natur, und mich mit einer einzigen zu behelfen wäre meine Sache nicht.
Merkur lachend: Du behilfst dich vermutlich mit deinen Ziegen?"



Unzucht mit Tieren: Der berüchtigte Pornograph "Walter" berichtet in "Mein geheimes Leben" von delikaten Erfahrungen: In Paris durfte er mit ansehen, "wie ein großer Hund eine Frau fickte, die ihm wie eine Hündin ihr Hinterteil zuwandte". Ein Spaniel leckte einer anderen Frau die Möse, die sie sich mit Puderzucker bestreut hatte. "Nini – cher mach weiter, Nini!" rief sie aus, "allerdings natürlich auf Französisch".

"Hat der Bauer keine Frau,
Tut’s genauso gut die Sau"
(Volksmund).

Vor allem dem Esel werden "erstaunliche Lover-Qualitäten" nachgesagt. Eine orientalische Miniatur des 18. Jahrhunderts z. B. zeigt einen Turbanträger, der sein Tier a tergo besteigt. Die Kirche wusste um die Gefährlichkeit von weiblichen Tieren.



Unzucht mit Tieren: "Wer einem Vieh beiwohnt, der soll des Todes sterben" (2 Moses).
Der hl. Franziskus erlaubte den Brüdern "in keiner Weise, selbst oder bei andern oder sonst irgendwie ein Tier zu halten". Noch 1750 wurde ein französischer Bauer, der mit seiner Eselin in flagranti erwischt wurde, verbrannt. Die Eselin wurde freigesprochen, weil sie seit Jahren "tugendhaft und wohlanständig" gelebt habe und offensichtlich vergewaltigt worden sei. In Nordafrika machten Bauernburschen ihre ersten sexuellen Erfahrungen mit Ziegen oder Eseln. Eine Statistik aus den Jahren 1923/32 beziffert den Anteil von Rindern und Kälbern auf 67 %, Katzen machten lediglich 0,6 % aus. Auf erotischen Darstellungen sind es meistens Frauen, die es mit Tieren treiben, z.B. mit Hunden. Der Männeranteil liegt nach Kinsey alles in allem bei 8 %, nimmt man nur die Landbewohner bietet er 40 - 50 %.



Unzucht mit Tieren: Hunde üben instinktiv den Cunnilingus aus. Ambrose Bierce lästert: "Einige kleinere und seidige Inkarnationen dieses göttlichen Wesens nehmen in der Neigung der Frau jenen Platz ein, für den es keinen männlichen Aspiranten gibt". Der "Spiegel" stellte 1993 fest: "Durchschnittsehemänner werden weniger gestreichelt als verwöhnte Pitbull-Terrier. Ein Viertel der Schmusekatzen und Zamperl nächtigt bei Herrchen oder Frauchen im Bett" und treibt so den Ehemann in die Defensive. Aber auch das Nachrichtenmagazin warnte vor bösen Folgen: "Beim Sex mit dem Haushund müsse die Hausfrau auf dessen tückische Schwellkörper achten. Bei bestimmten Rassen sei die körperliche Trennung erst nach einer Stunde möglich". "Versetzt den Kerl zur Infanterie", ordnete Friedrich der Große an, als er einen seiner Soldaten mit einer Stute erwischte. Wilhelm Busch reimte im "Naturgeschichtlichen Alphabet" ("Die Maus tut niemand was zuleide, / Der Mops ist alter Damen Freude.") Der Gesetzgeber half 1969 einem dringenden Bedürfnis nach, indem er Sodomie nicht mehr mit Strafe belegte (jedoch seit 2012/13 wieder strafbar).



Unzucht mit Tieren: Gelegentlich drehte ein Tier auch den "Spieß" um. 1995 verging sich in Key West ein Schwein an einer neuen Harley Davidson und beschädigte sie dabei nicht unerheblich. In dem Film "Was Sie schon immer über Sex wissen wollten, aber nie zu fragen wagten" (1972) warnte Woody Allen vor allem vor dem Verkehr mit unerfahrenen Jungtieren; das Liebesobjekt ist ein Schaf und heißt "Daisy". Ein Oberpfälzer Bauernknecht hat offensichtlich diesen wertvollen Kulturfilm nicht gesehen. Er versuchte es mit einer Gans und erlebte eine schlimme Bescherung. Die Gefiederte hielt die Eichel für Futter und kastrierte ihren Liebhaber mit einem schnellen Schnabelhieb. Doch es gibt auch positive Beispiele. Der holländische Fachmann Midas Dekkers, auf den sich "Der Spiegel" beruft, berichtet: "Ein Kollege gestand ihm, dass er in seiner Jugendzeit auf dem Lande einem Kälbchen beigebracht habe, das empfindlichste Körperteil des Knaben als Euterzitze zu benutzen. Beide hatten großen Spaß daran. Der Junge studierte später Biologie und ist heute Experte für Säugetiere."



Unzucht mit Tieren: In der Fabel: s. auch Schwein. Phaedrus "Äsop und der Bauer": Ein Gutsherr hatte Schafe, die gebaren Lämmer mit Menschenköpfen. Voll Grausen befragte er die Zeichendeuter. Das ziele, sagte einer, auf den Kopf des Herrn, und die Gefahr könne durch ein Opfer abgewehrt werden. Ein anderer meinte, die Frau des Herrn treibe Ehebruch. Auch das ließe sich durch ein größeres Opfer sühnen. Doch Äsop, der schlaue Alte, wusste die Lösung: "Alles Unfug! Willst du dem Spuk ein Ende machen, dann, Bauer, gib den Hirten Weiber!"
Im Lied: André Heller "Und wenn ein Hirte sein Lamm liebt, soll er es lieben, wenn er es liebt".
S. auch Aal, Esel, Hengst, Hühnerficker, Stier



Urban (hl.): Patron der Winzer.



Urlaub auf dem Bauernhof: Die gesamte Bauernfamilie schläft in einem Bett, in den übrigen schlafen die Feriengäste.
Sprüche: "Urlaub auf dem Bauernhof / finden nicht nur Kühe doof." "Wenn der Hahn kräht auf dem Mist, weißt Du, dass Du im Urlaub bist."
Im Gedicht: Heinz Erhardt "Ferien auf dem Lande".
Im Film /Filmtitel: u. a. "Ferien auf Immenhof" (1957).





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© Hans Baier 2017