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Lexikon des Landlebens



Vagina (Vulva): Ländliche Ausdrücke: Acker, Bohrloch, Britschn, Brötchen, Brünnlein, Brunzkachl, Brunzzeug, Büchse (Väter, die nur Töchter zustande bringen, werden als "Büchsenmacher" oder "Büchsenfabrikant" verspottet. Büchsendeckel = Regelbinde, Büchsenöffner = Penis. Sand in die Büchse streuen = eine Frau mit einer Geschlechtskrankheit anstecken), Bürste, Busch/Büscherl (pars pro toto), Dengelzeug (u. a. Penis), Ding.

"Frau Wirtin hatte auch ein Tochter Röschen,
Das hat ein wundersames Döschen.
Das roch nach Flieder und nach Veilchen,
Und wenn es frisch gepimpert war,
Dann zuckt’ es noch ein Weilchen."



Vagina: Engpass, Fud/Fut (Nach Futbach fahren = koitieren. Rudi Altig erkannte laut "Der Spiegel" (1997/30): "Ri, ra, runkel, / die Hühnerfutt ist dunkel."), Fudlappen, Furche, Futteral, Gasse (Sackgasse), Grotte (grottenschlecht), Grube (Spruch: Wer andern in die Grube fährt, ist selbst ein Schwein), Heinzlbank, Höhle, Hohlweg, Hollerbüchse, Hühnersteige, Kapelle, Katze (Anti-
Sprichwörter: Nachts sind alle Katzen grau. pruch: Meine Frau kommt mit ihrer Katze nur schlecht gegen meinen Kater an), Katzerl (Jungmädchenscheide), Kerbe, Loch (Schwanzloch, Lochbohrer = Penis), Maus (die Mausmelken für Selbstbefriedigung). Kolleginnenschelte: Sie ist so grau wie ihre Maus), Moos/Moospolster, Möse, Musch (von Muschel), Muschi (s. auch Katze), Nest, Nuss (Vorteil einer Hochzeit mit einer Witwe:"Wenn die Nuss gespalten, so kommt man desto eher zum Kern"):
"Hans, weck die Magd auf!
Herr, ich bin schon oben auf.
Hans, was machst du oben drauf?
Herr, ich knack die Nüsse auf.
Hans, reich mir doch auch ein’ Kern.
Herr, ich fresse selber gern."
(Schwäbisches Volkslied)



Vagina: Pelz, Pflaume (Pflaumentüte = Regelbinde. Pflaumensaft = Vaginalsekret, Menstrualblut, in Halle hieß die Straße, in der die Freudenhäuser standen "Pflaumenallee", an die Besucher der Häuser wurden früher Pflaumen verteilt), Pritsche (auch Kuhpritsche), Pumpel ("Da hilft kein Pudern und kein Schminken, / A Pumpel muss nach Pumpel stinken"), Punze (Punzenlecker = zum Cunnilingus dressierter Hund), Rinne, Ritze, Röhre, Rührkübel, Sackgasse (von Sack = Penis, s. auch Sack), Scheide, Scheunentor, Schlauch, Schlitz, Schnalle, Schneck(e)/Lustschnecke (Schneckenhaus = Lesbierinnen-Lokal), Schneise, Schnupftabaksbüchse, Schubladl, Schwalbennest, Schwanzfalle, Schwanzfutteral, Spalt/Spalte, Spundloch, Steckdose, Steige, Vogelnest, Votze (Fotze; Kuhfotze = liederliche Frau), Wecken/Semmel (von der Form), Zwetschge (Zwetschgenkern = Klitoris. Zwetschgensaft = Vaginalsekret, Menstrualblut).



Vagina (Vulva): Die Vagina ist der weibliche Körperteil, den die ländliche Literatur am intensivsten besingt:
"S Dirndl hat an weiß Band,
Drauf einen braunen Fleck.
Der Bua reibt die ganze Nacht,
Bringt ihn net weg.

"Mei Schatz hat a Ding,
Is net schwer und net g'ring,
Net eng und net weit
Und des Ding hat mi g'freit."

"S Dirndl hat eine
A liebe, a kleine,
Und so oft wir's treim,
Wird's größer, wie ich mein."



Vagina: Ein Körperteil, der nicht nur Genuss verspricht, sondern auch Anlass für böse Beschimpfungen ist:
"Du alte Rumpumpel
Du zahnloses Tier,
Hast Läus auf der Pumpel,
Du kampelst sie nie."

Georg Queri reimt:
"Jetz geng ma an Mississippi,
Da wasch ma unsere Pippi,
Ös Menscher, geht's mit
Und waschts enkeri Fud."



Valentin (hl.): Patron der Haustiere. Er soll gegen Krankheiten der Schweine helfen. Attribut ist der Hahn. Am Valentinstag (14. Februar, Fest der Jugend und der Liebenden) wählen die Vögel ihren Partner für das kommende Jahr. Wer an diesem Tag einen Vogel sieht, kann in die Zukunft schauen, so bedeutet z.B. das Auftauchen eines Rotkehlchens, dass der Geliebte ein Seemann sein wird; der Distelfink hingegen lässt auf einen Millionär hoffen.



Veilchen:
"Veilchenkränze und Kränze von
goldnem Rosenduft haben wir
Eine neben der andern gebunden oft"
(Sappho, übersetzt von Manfred Hausmann).
Sinnbild für unschuldige Liebe, aber auch als Zeichen der Demut. Als der griechische Sänger Orpheus seine Leier aus dem Gras aufhob, waren darunter Veilchen gewachsen. Die ersten drei Veilchen, die man findet, haben eine besondere Heilkraft, aber nur wenn man sie verschluckt. Wer an einem Veilchen riecht, kann Sommersprossen bekommen. Lieblingsblume Napoleons (Spitzname "Caporal Violette"; er schwor, dass er mit den Veilchen nach Paris zurückkehren werde).



Veilchen: Redensarten: Blau wie ein Veilchen (betrunken). Riechen wie ein Veilchen. Wie ein Veilchen im Verborgenen blühen ("Ich weiß gar nicht, was Sie wollen, eigentlich bin ich meiner Natur nach ein Veilchen, das im verborgenen blüht" Konrad Adenauer. "Im Knast denkt mancher: Gott sei Dank gibt es Feilchen, die im Verborgenen blühen" Joachim Ringelnatz). Veilchen: Durch Verletzung blaues Auge (Redensart: Jemandem mit kräftiger Handschrift ein paar Veilchen ins Buch des Lebens schreiben). Veilchenblau (violett), Veilchendienstag (Fastnachtsdienstag), Veilchenhochzeit (fünfzehnter Hochzeitstag). Veilchendrüse (Fuchs). Tiernamen: Veilchenschnecke. Pflanzennamen: Veilchenmoos, Veilchensteinalge, Veilchenstrauch, Veilchenwurzel (Iris).



Veilchen: Sprüche: "Es ist das Veilchen, das mehr als alles andere die Luft mit dem süßesten Duft erfüllt" (Francis Bacon). "Liebliche Matten von Veilchen und Eppich blühten im Umkreis" (Homer "Odyssee"). Beliebter Poesiealbumspruch:
"Sei wie das Veilchen im Moose,
sittsam, bescheiden, rein;
nicht wie die stolze Rose,
die immer bewundert will sein."

Kindermund:
"Drei Veilchen, drei Veilchen,
Die pflanzt ich auf mein Grab.
Da kam ein Vegetarier
Und fraß sie wieder ab."



Veilchen: In der Fabel: Johann Wilhelm Ludwig Gleim "Das Veilchen und der Grashalm".
In der Literatur: Marie von Ebner-Eschenbach "Die Veilchen" (Drama). Hans Sachs "Der Neidhart mit dem Veiel" (Fastnachtspiel). Friedrich Schnack "Sibylle und die Feldblumen. Märzenveilchen" (1941). Adalbert Stifter "Veilchen" (in "Feldblumen").



Veilchen: Im Gedicht: Adelbert von Chamisso "Märzveilchen" (nach Hans Christian Andersen). Matthias Claudius "Hochzeitlied" ("Stand ein junges Veilchen auf der Weiden ..."). Felix Dahn "Blumenbilder in Sprüchen. Veilchen". Max Dauthendey "Die Veilchenzeit wird mir Liedermeister". Emanuel Geibel "Es stand ein Veilchenstrauß an meinem Bette …" Salomon Geßner "Die Viole". Johann Wolfgang von Goethe u. a. "Das Veilchen" (Ballade) und "Vier Jahreszeiten". Georg Philipp Harsdörffer "Das Veilchen". Friedrich Hebbel "Die Veilchen". Heinrich Heine "Die blauen Frühlingsaugen". "Morgens send ich dir die Veilchen". August Heinrich Hoffmann von Fallersleben u. a. "Das erste Veilchen" und "Veilchen". Ludwig Christoph Heinrich Hölty "An ein Veilchen". Johann Georg Jacobi "An die Rose". Sarah Kirsch "Märzveilchen". Nikolaus Lenau "Das Veilchen und der Schmetterling". George Meredith "Violets". Eduard Mörike "Er ist’s". Moritz Gottlieb Saphir "Wenn ein Mädchen noch so heimlich / In dem Busen trägt ein Veilchen ..."



Veilchen: Im Gedicht: Heinrich Seidel "Die armen Veilchen klagen" und "Veilchen - in den lauen Lüften". Percy Bysshe Shelley "Lied auf ein verwelktes Veilchen" ("On a Faded Violet"). Ludwig Tieck "Veilchen". Georg von der Vring "An die Veilchen" und "Das Veilchenhaus".

Veilchen flochtest und Rosen du
zu Kränzen und legtest dir,
eben mir, zum Vergnügen, als Schmuck sie an."
(Sappho )

"Aus diesen Blättern steigt der Duft des Veilchens,
Das dort zu Haus auf unsern Heiden stand,
Jahraus und -ein, von welchem keiner wusste,
Und das ich später nirgends wiederfand."
(Theodor Storm "Immensee")



Veilchen: Im Film/Filmtitel: u. a. "Das Veilchen vom Potsdamer Platz" (1936). "Der Veilchenfresser" (1926). "Die Veilchen der Kaiserin" (1952). "Ein Panzer im Veilchenbeet" (1992 TV-Film). "Student sein, wenn die Veilchen blühen" (1931). "Veilchen Nr. 4" (1917). "Veilchenduft" (1985).
In der Malerei: u. a. Albrecht Dürer? "Veilchenstrauß" (Zeichnung). Stefan Lochner "Veilchenmadonna" (um 1439).
In der Musik: Wolfgang Amadeus Mozart "Das Veilchen" (Klavierlied, Text v. J. W. von Goethe). Franz Schubert "Veilchen" (Klavierlied). Robert Stolz "Wenn die kleinen Veilchen blüh’n" (Operette 1932).
Im Lied: "Das Veilchen vom Kochelsee". "Knabe und Veilchen" (in "Des Knaben Wunderhorn").
S. auch Alpenveilchen



Vergissmeinnicht: Ihm widerfuhr ein schlimmes Missgeschick: Es hat bei der Erschaffung der Welt seinen Namen vergessen. Seit dem Altertum Symbol für unsterbliche Liebe. Symbol der Freimaurerei.
Vergleiche: "Vergissmeinnicht für meinen Magen" (Jean Paul über die Nürnberger Bratwürste).
Schimpfworte: Vergissmeinnicht (uneheliches Kind, Geschlechtskrankheit).
In der Literatur: Friedrich Schnack "Sibylle und die Feldblumen" (1941). Adalbert Stifter "Vergissmeinnicht und Wolfsmilch" (in "Feldblumen").
Im Gedicht: Felix Dahn "Blumenbilder in Sprüchen". Max Dauthendey "Die kleinen schwachblauen Vergissmeinnicht". Richard Dehmel "Vergissmeinnicht". Hermann Löns "Das Vergissmeinnicht". Johann Wolfgang von Goethe "Vier Jahreszeiten":
"Deine liebliche Kleinheit, dein holdes Auge, sie sagen
Immer: Vergiss mein nicht! immer: Vergiss nur nicht mein!"

Catharina Regina von Greiffenberg "Über das kleine wohlbekannte Blümlein: Vergiss mein nicht". Hermann Löns "Das Vergissmeinnicht". August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, August von Platen, Friedrich Rückert, Ludwig Tieck und Karl Heinrich Waggerl unter dem Titel "Vergissmeinnicht".
"Vergissmeinnicht" (Quizshow mit Peter Frankenfeld). Im Film: "Vergiss mein nicht" (1925, 1958, 2004). TV-Serie Tatort (2012).
Schlager: "Zwei blaue Vergissmeinnicht" (auch Film 1963).



Vieh: (Rindvieh).
"Eicheln schmücken die Eiche, den Apfelbaum prächtige Äpfel,
Kälbchen die milchspendende Kuh und Rinder den Hirten"
(Theokrit).
In der Neujahrsnacht unterhält sich das Vieh über das, was im Neuen Jahr kommen wird; man muss nur genau hinhören. Am Aschermittwoch darf man kein neues Vieh in den Stall stellen, auch nicht verkaufen.
Redensarten: Ein hohes Vieh. Urviech (origineller, witziger Mensch). Viecherei (Unannehmlichkeit).
Sprichwörter: Auch Kleinvieh macht Mist. Dem Armen beschert Gott alle Jahr ein Kind und dem Reichen ein Rind. Reicher Leute Kinder und armer Leute Rinder werden am besten gepflegt. Vieh und Leut’, verzehrt der Neid. Wo das Auge des Herrn ruht, gedeiht das Vieh. Jahr des Rindes 2009 (China). Pflanzenname: Rindsauge.

"Der Nutzen unsres Hausrinds (Bos)
Ist wirklich ohne Beispiel groß,
Weil’s von der Haut bis auf den Mist,
Dem Menschen restlos dienstbar ist"
(Eugen Roth).

Sprüche: "Wenn ein Rind einen Mann oder eine Frau so stößt, dass der Betreffende stirbt, dann muss man das Rind steinigen, und sein Fleisch darf man nicht essen" (Altes Testament).



Vieh: Vergleiche: "Er ist geil wie ein Vieh und schämt sich deswegen zutiefst" (Valerie Solanas). "Man braucht nicht unbedingt eine landwirtschaftliche Ausstellung zu besuchen, um zu erleben, wie das größte Rindvieh dekoriert wird" (Grete Weiser). "Rechtfertigung der Kannibalen: ‚Menschen sind Vieh'" (Stanislaw Jerzy Lec). "Das Glück ist ein Rindvieh und sucht seinesgleichen" (G. Drews). "Dumme lieben die Satire, in denen man sie aufbewahrt; wie Rindvieh das Salz, womit man es einpökelt" (Jean Paul). "Vox populi – vox Rindvieh" (E. von Oldenburg-Januschau, auch Franz Josef Strauß). "Was ist ein Mensch, wenn seiner Zeit Gewinn, sein höchstes Gut, nur Schlaf und Essen ist? Ein Vieh, nichts weiter" (William Shakespeare). "Wenn einer sich wie ein Vieh benommen hat, sagt er: Man ist doch auch nur ein Mensch! Wenn er aber wie ein Vieh behandelt wird, sagt er: Man ist doch auch ein Mensch!" (Karl Kraus). "Wer nach den Sinnen lebt, den schätz ich für ein Vieh, / Wer aber göttlich wird, dem beug ich meine Knie" (Angelus Silesius). "Bürospruch: "In dieser Firma darf man das Rind nicht beim Namen nennen" (Bernd Thomsen).



Vieh: Schimpfworte: Vieh (roher Mensch). Generalrindvieh, Hornvieh, Mistvieh (dreckiger, unmoralischer Mensch), Riesenrindvieh, Rindfleisch (die Frauen), Rindvieh (Endprodukt der Ochsentour auf dem Weg nach oben. "Konferenztrauma: Hier sitz ich nun in aller Ruh’ / Und höre einem Rindvieh zu" R. Habeck. "Der Landwirt hat längst begriffen, dass man auch von zweibeinigen Rindviechern leben kann" Eugen Roth), Schlachtvieh (auch Bräutigam), Stimmvieh (Missbrauch des Stimmviehs ist Sodomie), Viech mit zwei Haxen (dummer Mensch, Frau), viehisch, Viehtransport (Gefangenentransport), Viehzählung (Volkszählung), Wiederkäuer (für nachtragend). "... seine Frau ist ein Rindvieh!" (Erika Mann über Gerhart Hauptmanns Frau 1924). "Rind. Dulce est pro patria mori" ("Süß ist es, für das Vaterland zu sterben"; wer so denkt ist ein Rindvieh. Wilhelm Busch "Tiersprache").



Vieh: Schnaderhüpfl:
"Das Rindfleisch ist teuer,
Ich weiß nicht warum,
Es laufen in der Welt
Genug Rindviecher rum."

"Dem Ochsen gibt das Wasser Kraft,
Dem Menschen Bier und Rebensaft,
Drum lasst uns trinken Bier und Wein,
Denn keiner will ein Rindvieh sein."



Vieh: In der Literatur:
"Blökend ziehen heim die Schafe
Und der Rinder
Breitgestirnte glatte Scharen,
Kommen brüllend
Die gewohnten Ställe füllend"
(Friedrich Schiller "Lied von der Glocke").

Fabeln: S. auch Hirsch, Hirte, Pferd. Äsop "Die Rinder und die Achsen": Rinder zogen einen Wagen. Als die Achse knarrte, wendeten sie sich um und sagten: "Was machst du für einen Lärm, während wir die ganze Last ziehen müssen?" In der Literatur: Mohammed "Koran" 6. Sure, "Vom Hausvieh". Martial "Epigramme" ("Das Rindsherz").



Vieh: Im Gedicht: Wilhelm Busch "Naturgeschichtliches Alphabet" ("Das Vieh sich auf der Weide tummelt, / Der Vampir nachts die Luft durchbummelt"). August Heinrich Hoffmann von Fallersleben "Vieh- und Virilstimmen". Carl Zuckmayer "Rinderlegende".
Kindermund:
"Pasters Kinder
Und Lehrers Vieh
Gedeihen selten
Oder nie."



Vieh: Im Film/Filmtitel: u. a. s. auch Tierarzt "Das größte Rindvieh weit und breit" (1975). "Der Weibsteufel" (TV-Film 2000 Viehschmuggel). "Kleinvieh macht auch Mist" (1988). "Rindvieh Nr. 1" (1956). "Schlachtvieh" (1963 TV-Film). "The Shipment – Heiße Fracht im Viehtransporter" (2001). "Tötet den Viehdieb!" (mit John Wayne).
In der Malerei: u. a. Höhle von Lascaux. Pieter Bruegel. Ä. "Heimkehr der Rinder". Albrecht Dürer "Maul eines Rinds" (Zeichnungen). Thomas Gainsborough "Die Viehtränke und der Dorfkarren". Franz Marc "Elefant, Pferd, Rind, Winter" (1913–14) und "Rinder" (1913).
S. auch Bulle, Hengst, Horn, Kalb, Kuh, Ochse, Pferd, Stephanus (hl.), Stier, Wendelin (hl.)



Viehmarkt: (Viehhandel:) Sprichwörter: Freien ist wie Pferdekauf; Freier tu die Augen auf! Im Pferdehandel gilt keine Freundschaft. Wenn du eine Frau nimmst und wenn du ein Pferd kaufst, so schließe die Augen und befiehl dich Gott (Italien). Wer ein blindes Pferd verkaufen will, lobt seine Hufe. Wer ein Pferd kaufen will und nicht das Pferd selbst, sondern nur Sattel und Zaumzeug betrachtet, ist ein Narr. Ein vollendeter Dummkopf aber ist, wer einen Menschen nach seiner Kleidung und äußeren Lebensstellung beurteilt (Lucius Annaeus Seneca). Zum Kuhhandel braucht man drei Augen.
Schimpfworte: Kälbermarkt (Strandpromenade).

"Heiraten ist kein Pferdverkauf,
Mädchen tu deine Äuglein auf,
Tu sie auf, und schau ihn recht an,
Dass du auch bekommst einen braven Mann"
(Elsässisches Volkslied).



Viehmarkt: In der Literatur: Giovanni Boccaccio "Das Dekameron" (2. Tag. Der abenteuerliche Pferdekauf des Andreas von Perugia). Johann Peter Hebel "Der vorteilhafte Rosshandel". Peter Rosegger "Der Viehhändler" (in "Die Älpler"). Christoph von Schmid "Das gestohlene Pferd".
Im Gedicht: s. auch Kirchweih. Heinz Piontek "Heim vom Pferdemarkt" und "Östliche Romanzen. Markttag".
Im Film /Filmtitel: u. a. "Mali" (TV-Film 1996). "Aran - Von Viehhändlern und anderen Iren" (1996).
Im Märchen: Brüder Grimm "Der gute Handel".
In der Malerei: u. a. Marc Chagall "Viehhändler" (1912). Max Liebermann "Schweinemarkt in Harlem" (1886). Max Pechstein "Pferdemarkt",(1910).



Vogel: "Vögel sind unsere Kammersänger" (Carl Julius Weber).
Sammelbegriff für gefiederte Tiere (Tauben, Sperlinge, Raben etc.) Die Sirenen der griechischen Mythologie sind Mischwesen aus Mensch und Vogel. Ornithomantie (Vogelschau): Wahrsagen aus dem Verhalten von Vögeln, z.B. bei den römischen Auguren und in der heutigen Wettervorhersage. Mohammedaner warnen, den Vögeln zu vertrauen, weil sie die Türen des Paradieses öffneten und den Teufel hereinließen. Es gibt ungefähr 10.000 Vogelarten. Vogel des Jahres seit 1971: u. a. Weißstorch und Kleiber zweimal, Kleiber 2006. Gartenrotschwanz 2011.
"Angry birds" (Computerspiel, auch Freizeitparks), Vogelauge, Vogelbeeren (Früchte der Eberesche), Vogelberge (kleine Berge in Küstennähe), Vogelblumen (durch nahrungssuchende Vögel bestäubt), Vogeldunst (Jägersprache Schrotsorte), Vogelperspektive/Vogelschau (typographische Stadtansicht, Aufsicht), Vogelfluglinie (Verbindung zwischen Deutschland und Dänemark), Vogelherd (Fangvorrichtung), Vogelpest (Geflügelkrankheit), Vogelschießen, Wandervogel (deutsche Jugendbewegung Anfang des 20.Jahrhunderts; Wandervögler = liederlicher, treuloser Mann E. Borneman). Zufliegen (z.B. alle Herzen). Mythische Vögel (u. a. Phoenix, Greif).
Tiernamen: Vogellaubfrosch, Vogellaus, Vogelspinne. Pflanzennamen: Vogelbeerbaum, Vogelerbse (Wicke), Vogelfußklee, Vogelgerste (Fuchsschwanz, Vogelkirsche (u. a. Eberesche), Vogelkopf (Seidelbastart), Vogelkraut (Miere), Vogelmilch, Vogelsalat (Feldsalat), Vogelsame (Wegerich), Vogelwicke.



Vogel: Redensarten: Das hat mir ein (kleines) Vögelchen gesungen/gezwitschert (als Geheimnis erfahren). Den Vogel abschießen (das beste Ergebnis liefern, vom Schützenfest). Den Vogel zeigen/sich einen Vogel in die Stirn bohren (Autofahrergruß). Der Vogel ist ausgeflogen (der Gesuchte ist nicht anzutreffen). Der Vogel sitzt (im Gefängnis). Einen toten Vogel in der Tasche haben (einen Furz lassen, stinken). Einen zwitschern (trinken). Frei wie der Vogel in der Luft. Friss, Vogel oder stirb! (du hast keine Wahl). Ich singe, wie der Vogel singt (nach Johann Wolfgang von Goethe). Jemand fühlt sich so deprimiert, als flatterten schwarze Vögel über rauchenden Stätten. Lustiger Vogel. Spaßvogel (Chef zu seinem Angestellten: "Sie Spaßvogel, morgen werden Sie fliegen". Eine kinderlose Ehe besteht aus "Spaßvögeln"). Vogelperspektive (Ansicht von oben, "Die Komödie ist eine aus der Vogelperspektive betrachtete Tragödie" Elbert Hubbard).



Vogel: Redensarten: Den Schnabel halten (still sein). Die Flügel hängen lassen (flügellahm, für mutlos). Jemand redet, als hätte er den Schnabel verbogen (für undeutlich). Jemandem die Flügel stutzen. Jemandem Flügel verleihen (auf Trab bringen). Sich die Flügel verbrennen. Flügge werden (aufwachsen). Reden/singen wie einem der Schnabel gewachsen ist. Sich mausern (sich zu seinem Vorteil verändern, wichtig tun, kommt nicht von Maus, sondern vom lateinischen mutare). Die Flatter machen (fliehen, verschwinden). Nesthäkchen (jüngstes Kind der Familie, TV-Serie 1983), Piepmatz. Bei dir piept's wohl, einen Piep haben (geistesgestört sein), etwas ist zum Piepen (komisch). Keinen Piep mehr machen (tot sein). Abflattern, abschwirren, abzwitschern (sich rasch entfernen, fellieren), überflügeln (für übertreffen). Schwarmverhalten, Schwarmstädte (Städte mit besonders großer Anziehungskraft).



Vogel: Sprichwörter: Alte Vögel sind schwer zu rupfen (altdeutsch). Der frühe Vogel fängt den Wurm (alternativ: Der fette Vogel bricht den Ast). Der schöne Käfig ernährt den Vogel nicht (Frankreich). Der Vogel muss sich vor der Liebe der Menschen mehr hüten als vor ihrem Hass. Ein einziger Stein genügt, um hundert Vögel zu verscheuchen (Portugal). Ein gebratener Vogel fliegt nicht mehr aus der Pfanne. Erst wenn er die Flügel breitet, ist der Vogel groß (Afrika). Es gäbe keine besseren Vögel auf der Welt als Bratwürste, wenn sie nur Flügel hätten. Es sind die hübschen Vögel, die man in den Käfig sperrt (China). Jeder Vogel singt, wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Vögel, die früh singen, frisst abends die Katze. Vögel sind mager, solange ihre Jungen noch klein sind (Japan). Wie die Alten sungen, so zwitschern die Jungen. Zwei Raubvögel bleiben nicht lange verbündet (Spanien).



Vogel: Sprüche: "Binde zwei Vögel zusammen - sie werden nicht fliegen können, obwohl sie nun vier Flügel haben" (Dschelal ed-din Rumi). "Es gibt Leute, welche den Vogel ganz genau zu kennen glauben, weil sie das Ei gesehen haben, woraus er hervorgekrochen ist" (Heinrich Heine). Es sind die hübschen Vögel, die man in den Käfig sperrt (China). "Fasst die Flügel des Vogels in Gold, und er wird sich nie wieder in die Lüfte schwingen" (Rabindranath Tagore). Gleich kommt das kleine Vögelchen heraus (Fotografenspruch). "Gott ernährt die Vögel unter dem Himmel – und im Winter lässt er sie verhungern" (Jules Renard). "Könnte ein Vogel genau sagen, was er pfeift, warum er das pfeift und was in ihm pfeift, würde er nicht pfeifen" (Paul Valéry). "Vogel fliegt, Fisch schwimmt, Mensch läuft" (Emil Zatopek). Wenn dir ein Vogel auf den Kopf macht, sei froh, dass Elefanten nicht fliegen können ("Sprüchekalender"). "Wenn nur die begabtesten Vögel singen würden, wäre es im Wald ganz schön leise" (Daniel Küblböck; ähnlich von Henry van Dyke).



Vogel: Vergleiche: "Das Genie hat etwas vom Instinkt der Zugvögel" Jakob Bosshart. Dass die Vögel der Sorge und des Kummers über deinem Haupte fliegen, kannst du nicht ändern. Aber dass sie Nester in Deinem Haar bauen, das kannst du verhindern (China; ähnlich Erasmus von Rotterdam). "Der Idealismus ist ein Vogel, dessen Flügel täglich gestutzt werden, aber immer wieder nachwachsen" (Carlo Volpi). "Der Mensch ist frei wie ein Vogel im Käfig; er kann sich innerhalb gewisser Grenzen bewegen" (Johann Kaspar Lavater). "Die Ehe ist wie ein Käfig; man sieht, dass die Vögel draußen verzweifelt versuchen hereinzukommen und die drinnen verzweifelt versuchen herauszukommen" (Michel de Montaigne). "Die Männer sind wie die Vögel: viele warten nur darauf, abzuschwirren und irgendwo einen zu zwitschern" (Beate Hasenau). "Die Seele ist ein Vogel, den Satan zu fangen versucht" (Maxim Gorki).



Vogel: Vergleiche: "Die Welt ist eine optimistische Schöpfung; Beweis: Alle Vögel singen in Dur" (Jean Giono). "Ein Man ohne Träume ist wie ein Vogel ohne Flügel" (Sergej Koroljow, russischer Raumfahrtpionier). "'Frei wie ein Vogel' sein? - und sein Leben lang nur die eine, amtlich zugeteilte Melodie pfeifen?" (Stanislaw Jerzy Lec). "Glaube ist der Vogel, der singt, wenn die Nacht noch dunkel ist" (Rabindranath Tagore). Im Gegensatz zu manchen Menschen, muss sich ein Vogel nicht mit fremden Federn schmücken. "Intelligenz ohne Ambition ist ein Vogel ohne Flügel" (Salvador Dalí). "Je mehr Würmer der frühe Vogel gefangen hat, umso schmackhafter ist das Mittagessen der ausgeschlafenen Katze" (Volker Pispers). "Jeder Künstler soll es der Vogelmutter nachmachen, die sich um ihre Brut nicht mehr bekümmert, sobald sie flügge geworden ist" (Marie von Ebner-Eschenbach).



Vogel: Vergleiche: "Statt zu lernen, in Liebe zu leben, lernen die Menschen das Fliegen. Das ist als wollten die Vögel zu fliegen aufhören und laufen oder Fahrräder bauen und darauf fahren lernen" (Leo N. Tolstoi). "Stille ist das nicht vorhandene Zwitschern der Vögel" (Erich Fried). "Über den Wassern deiner Seele schwebt unaufhörlich ein dunkler Vogel: Unruhe" (Christian Morgenstern). Vogelgrippe ist der Zustand danach, wenn man zu viel gezwitschert hat. "Wer den rechten Augenblick verpasst, ist wie einer, der einen Vogel aus der Hand freigelassen hat; er wird ihn nicht wieder zurückbekommen" (Johannes von Kreuz). "Wir haben gelernt, wie die Vögel zu fliegen, wie die Fische zu schwimmen; doch wir haben die einfache Kunst verlernt, wie Brüder zu leben" (Martin Luther King).



Vogel: Schimpfworte: "Mancher spottet nur deshalb über komische Vögel, weil er selbst nicht fliegen kann" (G. Drews).
The Birdie Song ("der verhassteste Popsong aller Zeiten"). Bunter, hässlicher, komischer, leichter, leichtsinniger, linker, lockerer, loser, schräger ("Lieber ein schräger Vogel als ein krummer Hund"), seltener ogel ("rara avis", Horaz und Persius; der Berliner dekliniert rarus avus), sonderbarer Vogel. Schriller Vogel (Im Film/Filmtitel: "The birdcage – Ein Paradies für schrille Vögel" 1996). Ein sauberer Vogel ("dank Persil"). Einen Vogel haben (ein Psychotherapeut beispielsweise ist "ein Mann, der dem Vogel, den andere Leute haben, das Sprechen beibringt" Wolfgang Gruner. Vogelkunde = Psychiatrie. "Das Leben wär’ nur halb so nett, / wenn keiner einen Vogel hätt’", "Sprüchekalender". "Wer keinen Vogel hat, kann auch keine originellen Ideen ausbrüten!" Gerhard Uhlenbruck). Eisvogel (temperamentlose, frigide Frau). Er hat Vögel/Spatzen unterm Hut (ist zu faul zum Grüßen).



Vogel: Schimpfworte: Galgenvogel ("Galgenvögel mit einer Mistel im Maul nennt man Friedenstauben" Werner Schneyder. Vgl. auch den Film "Vier Vögel am Galgen" 1973 und "Die Galgenvögel" 1986), Gelbschnabel/Grünschnabel (vorlautes Kind), schnäbeln (küssen). Kackvogel, Lockvogel (bereits im Alten Testament "Jeremias"; die Vogelsteller benutzten Lockvögel, die durch ihr Singen andere Vögel in Fallen lockten. Vgl. auch Film "Der Lockvogel" (1995), Paradiesvogel (herausgeputzter, schillernder Zeitgenosse. Ehe: "Das Paradies verlieren und den Paradiesvogel behalten" Jean Paul), Pechvogel (rührt von der Vogelstellerei her, vom Pech verfolgter Mensch. Eine Vogelart, die niemals aussterben wird; "einer, der von zwei Übeln beide wählte", ursprünglich ein Vogel, der mit einer Leimrute gefangen wurde. "Wenn ein Pechvogel auf einen grünen Zweig kommt, sieht es aus, als säße er zu Unrecht dort" Eugen Gürster).



Vogel: Schimpfworte: Raubvogel/ Raubvogelgesicht ("Je leiser der Flug, desto gefährlicher der Raubvogel" Graham Greene. "Opportunisten: Raubvögel, die kriechen" Rudolf Rolfs), Singvogel (junge Sängerin; Mensch, der ein Geständnis ablegt, bzw. andere verrät). Spottvogel, Totenvogel (Nekrophiler), Vogelbauer (Bordell. "Ein Landmann, der eine Meise hat" K. de Rottwinkel), Vögelchen (leichtes Mädchen), vogelfrei (geächtet. Dem Delinquenten wurde das Begräbnis versagt, er wurde den Raubvögeln überlassen), Vogelhaube/Vogelkäfig (Damenhut), Vogelhaus (Irrenanstalt, Vagina), Vogelstraußpolitik (vor Tatsachen die Augen verschließen), , vogelwild, Zugvogel (Herumtreiber, Landstreicher-in, treuloser Mann).



Vogel: Fabeln: S. auch Hund, Krähe, Schwalbe. Gottfried August Bürger "Der Vogel Urselbst". Jean de la Fontaine "Der vom Pfeil verwundete Vogel".
Kinderreim:
"Ich hab'n Vogel,
Du hast'n Piep.
Meiner flog weg
Und deiner blieb."

Johann Wilhelm Ludwig Gleim "Die Schöpfung der Vögel".
Buchtitel: Wilhelm Raabe "Die Akten des Vogelsangs" (1896). Tennessee Williams "Süßer Vogel Jugend" (Bühnenstück, Film 1961).
In der Literatur: Aristophanes "Die Vögel" (Nachdichtung u. a. von Johann Wolfgang von Goethe). "Klageschrift der Vögel an Lutherum über seinen Diener Wolfgang Sieberger". David Herbert Lawrence "Zwei blaue Vögel" (dt. 1965). Hermann Löns "Das Birkhuhn", "Der große Brachvogel" und "die Rohrweihe". Lukian "Der Eisvogel oder die Verwandlung". Maurice Maeterlinck "Der blaue Vogel" (Drama 1908, vertont von Engelbert Humperdinck 1912, Film 1976 mit Liz Taylor). Max Mell "Der Vogel aus dem Hochwald". Heinz Piontek "Vogellied" und "Vogelperspektiven". Peter Rosegger "Der Vogelsprache kundig". Emanuel Schikaneder "Die Raubvögel" (1783). Rabindranath Tagore "Verirrte Vögel" (Aphorismen).



Vogel: Im Gedicht:
"Es sitzt ein Vogel auf dem Leim,
Er flattert sehr und kann nicht heim.
Ein schwarzer Kater schleicht herzu,
Die Krallen scharf, die Augen gluh.
Am Baum hinauf und immer höher
Kommt er dem armen Vogel näher.

Der Vogel denkt: Weil das so ist
Und weil mich doch der Kater frisst,
So will ich keine Zeit verlieren
Will noch ein wenig quinquilieren
Und lustig pfeifen wie zuvor.
Der Vogel, scheint mir, hat Humor."
(Wilhelm Busch "Letzte Gelegenheit").

Angelus Silesius "Ihr kleinen Vögelein ..." Ernst Moritz Arndt "Ich fing einen Vogel" und "Mein Vöglein". Achim von Arnim "Sing, Vöglein, das den Zweig bewacht". Ingeborg Bachmann "Mein Vogel". Werner Bergengruen "Totenspruch auf einen Vogel" (in "Figur und Schatten") und "Gegen Verletzungen des Gemüts" ("Ein Vogel war lahmgeschossen, / sein winziges Blut ist geflossen" in "Figur und Schatten"). Otto Julius Bierbaum u. a. "Waldvögel" und "Der Vögel Vorgesicht". Wolfgang Borchert "Der Vogel".



Vogel: Im Gedicht: Bertolt Brecht "Die Vögel warten im Winter vor dem Fenster" (Sperling, Specht, Amsel). Wilhelm Busch "Es sitzt ein Vogel auf dem Leim ..." Hans Carossa "Der Pirol" und "Vogelballade". Adelbert von Chamisso "Der Glücksvogel". Geoffrey Chaucer "Parlement of foules" ("Parlament der Vögel" 1382). Felix Dahn u. a. "Blaukehlchens Doppelsang" und "Von allerlei Vögelein". Max Dauthendey u. a. "Die Vögel vom Niemandsland" und "Flug der Vögel". Richard Dehmel "Der Vogel Wandelbar". Annette von Droste-Hülshoff "Die Vogelhütte" ("Heidebilder"). Günter Eich "In anderen Sprachen". Joseph von Eichendorff u. a. "An die Waldvögel" "und "Der Knabe" ("Es war ein zartes Vögelein ..."). Heinz Erhardt "Kleiner Vogel" und "Wirklich unerhört". Gustav Falke u. a. "Der seltene Vogel" und "O bitt' euch, liebe Vögelein". Ferdinand Freiligrath "Die Zugvögel" (nach Felicia Hemans) und "Vögel und Wandersmann". Emanuel Geibel "Vöglein, wohin so schnell?"

"Weisse schwalben sah ich fliegen.
Schwalben schnee- und silberweiss.
Sah sie sich im winde wiegen.
In dem winde hell und heiss ..."
(Stefan George "Vogelschau")



Vogel: Im Gedicht: Johann Wilhelm Ludwig Gleim "Amor, ein Vogel". Günther Grass "Vogelflug" und "V, der Vogel". Franz Grillparzer "Wenn der Vogel singen will". Anastasius Grün u. a. "Romancero der Vögel" und "Vogelsang im Winter". Friedrich Güll "Arm Vög’lein" und "Vom listigen Grasmücklein ein lustiges Stücklein". Friedrich von Hagedorn "Die Vögel". Rudolf Hagelstange "Ein Vogel sang". Thomas Hardy "Birds at Winter Nightfall" und "The Puzzled Game-Birds". Georg Philipp Harsdörffer "Die Vögel". Friedrich Hebbel u. a. "Das Vöglein" und "Als ich einen toten Vogel fand". Heinrich Heine "Ich wandelte unter den Bäumen ..." und "Ich steh’ auf des Berges Spitze". Stephan Hermlin "Die Vögel und der Test". Hermann Hesse "Herbst" ("Ihr Vögel im Gesträuch …") und "Sage" ("Der König mit den Mannen saß beim Mahl, / Da flog ein scheuer Vogel durch den Saal …"). Georg Heym "Die Vögel". August Heinrich Hoffmann von Fallersleben u. a. "Das arme Vöglein" und "Vögleins Frage".



Vogel: Im Gedicht: Ludwig Christoph Heinrich Hölty "Ballade. Ich träumt', ich war ein Vögelein". Marie Luise Kaschnitz "Mensch, Vogel und Fisch" und "Vögel". Friederike Kempner u. a. "Das Vögelchen" und "Die Zugvögel". Justinus Kerner "Der Magnetvogel" und "Vogellied". Klabund u. a. "Der zarte Vogel" (Mei-scheng) und "Der zahme Vogel" (Su-tung-po). Reiner Kunze "Vögel über dem Tau" (1959). David Herbert Lawrence "Vögel, Blumen und wilde Tiere" (dt. 2000). Nikolaus Lenau "Der Pechvogel" und "Zweierlei Vögel".

"Kleiner Vogel, gelb und braun
Mustert Dein Gefieder.
Immer klingt aus jedem Zaun
Mir Dein Liedchen nieder:
Nimmer nimmer nimmer nimmer mehr.

Kleiner Vogel, Glück und Traum
Flog wie Deine Flügel.
Bringt ein wenig Glück und Traum
Noch im Flug Dein Flügel?
‚Nimmer nimmer nimmer nimmer mehr’"
(Detlev von Liliencron "Goldammer")



Vogel: Im Gedicht: Henry Wadsworth Longfellow "A Little Bird in the Air" und "Birds of Passage". Hermann Löns u. a. "Goldammer und Ortolan" und "Die Trappen". Oskar Loerke u. a. "Die Vogelstraßen" und "Winterliches Vogelfüttern". Christian Morgenstern "Im Baum, du liebes Vöglein dort", "Vogelschau" und "Vöglein Schwermut". Eduard Mörike u. a. "Auf den Tod eines Vogels" und "Suschens Vogel". Pablo Neruda "Die Vögel erscheinen". Friedrich Nietzsche "Zwischen Raubvögeln". Heinz Piontek "Seltsame Vögel" und "Eisvögel fangen Feuer" (nach Gerard Manley Hopkins). Alexander Puschkin "Das Vöglein". Joachim Ringelnatz "Aus der Vogelkunde" und "Volkslied" ("Wenn ich zwei Vöglein wär' ...") Dante Gabriel Rossetti "Beauty and the Bird". Eugen Roth "Tierleben für jung und alt" (1973). Friedrich Rückert u. a. "Der Buchfink und die Nachtigall". "Kinderlied von den grünen Sommervögeln", "Die Kreuzschnäbel" und "An den Regenpfeifer".



Vogel: Im Gedicht: Hans Sachs u. a. "Das Regiment der anderthalbhundert Vogel" und "Der zwölf reinen Vögel Eigenschaft, die zwölf unreinen Vögel" (1555). Friedrich Schlegel "Die Vögel" und "Wenn ich nur ein Vöglein wäre ..." Friedrich Schnack u. a. "Wundervogel" und "Vogelwolke". Heinrich Seidel "Bei Goldhähnchens". Algernon Charles Swinburne "Baby-Bird". Ludwig Tieck "Vogelgesang". Georg von der Vring u. a. "An eine Schneeammer", "Der Regenvogel" und "Das Wiegenlied vom Vogel". William Wordsworth "Water Fowl".
Im Märchen: S. auch Maus. Brüder Grimm "Der goldene Vogel", "Der Vogel Greif", "Die drei Vögelchen", "Fitchers Vogel" und "Der Fundevogel". Richard Dehmel "Der Vogel Wandelbar". Hermann Hesse "Vogel".



Vogel: Im Film: u. a. "Auch Vögel können töten" (1970). "Der blinde Vogel" (1963). "Der Feuervogel" (1935, 1995, 1997). "Der goldene Feuervogel" (1979 Kinderfilm). "Der König und der Vogel" (1979). "Der Paradiesvogel" (1962). "Der Schatz der Vogelinsel" (1952). "Der Todesvogel". "Der Vogelhändler" (1962). "Der Wundervogel Semurg" (1972). "Die Rebellion der Vögel" (1982 Kinderfilm). "Die Suche nach dem wunderbunten Vögelchen" (1964). "Die Vögel" (1963 Alfred Hitchcock, nach Daphne du Mauriers gleichnamiger Erzählung). "Die Vögel 2 – Die Rückkehr" (1993/94). "Fundvogel" (1930). "Mit den Vögeln sprechen" (1997). "Nomaden der Lüfte" (2001).
"Suche nach dem wunderbunten Vögelchen" (Kinderfilm 1964). "… und wieder male ich weiße Vögel" (1984 Kinderfilm)"Vögel kehren zurück" (1971)"Vögel sterben in Peru" (1967). "Vogelkönig" (1987 Kinderfilm).



Vogel: Filmtitel: "Alle Vöglein sind schon da" (1988). "Das lange Gespräch mit dem Vogel" (1992). "Das Schloss der blauen Vögel" (1971). "Der blaue Vogel" (1918, 1976, 1982, 1993, 2001). "Der fremde Vogel" (1911). "Der Gesang der Vögel" (1995). "Der grüne Vogel" (1979 TV-Film). "Der Kampf um den Sturmvogel" (1917). "Der Mensch ist kein Vogel" (1965). "Der rote Vogel" (1994). "Der Schatten des fliegenden Vogels" (1977). "Der Schrei des Dornenvogels" (1984). "Der Totenvogel" (1922). "Der Vogel" (1987, 1998 TV-Film). "Der Vogel des Glücks" (1993). "Der Vogel im Käfig" (1917). "Der weiße Vogel mit dem schwarzen Fleck" (1970). "Die Augen der Vögel" (1982). "Die Farben der Vögel" (1989). "Die gelben Vögel" (1987). "Die Nacht der 100 Vögel" (1978).



Vogel: Filmtitel: "Die Sprache der Vögel" (1991). "Die Vogelpredigt oder das Schreien der Mönche" (2004/05). "Die weißen Vögel" (1999 TV-Film). "Die Zeit der bunten Vögel" (1990). "Drei schräge Vögel" (1960, 1978). "Ein großer graublauer Vogel" (1969). "Ein lockerer Vogel" (1985). "Ein Vogel auf dem Drahtseil" (1990). "Ein Vogel bin ich nicht" (1971 TV-Film). "Ein Vogel im Haus" (1974). "Feuervogel" (1952). "Feuervogel – Die Kids von Planet Four" (1995). "Flieg, Vogel, flieg"! (1978, 1986, 1988). "Fliegender Vogel" (1987 TV-Serie "Derrick"). "Frei wie ein Vogel" (1980, 1995). "Futter für süße Vögel" (1962).
"Gesang der Nachtvögel" (1996 TV-Serie "Derrick"). "Gestatten, Vöglein im Dienst" (1970 Sexfilm). "Gleich wirst du singen, Vögelein" (1965). "Große Vögel, kleine Vögel" (1965). "Jazzclub – Der frühe Vogel fängt den Wurm" (2003/04). "Kleiner Vogel" (1997). "Komm nur, mein liebstes Vögelein" (1968). "Mein blauer Vogel fliegt" (1975). "Nicht alles, was fliegt, ist ein Vogel" (1978 Zeichentrickfilm).



Vogel: Filmtitel: "Phoenix der Zaubervogel" (1997). "Professor Lust und seine Vögelein" (1967 Sexfilm). "Raubvögel" (1973). "Sing, Vogel, sing!" (1987). "Singvogel" (1994 TV-Serie "Tatort"). "Steig’ wie ein Vogel auf …" (1980). "Süßer Vogel Jugend" (1961). "Tote Vögel" (1961/65). "Tote Vögel singen nicht" (1976 TV-Serie "Derrick"). "Vogel des falschen Paradieses" (1988). "Vögel unserer Hoffnung" (1976). "Vögel, Waisen, Narren" (1969). "Vögelein, wo steht dein Bett?" (1969 Sexfilm). "Wie ein freier Vogel" (1985). "Wie ein Vogel auf dem Draht" (1974). "Wie ein Vogel im Wind" (1993). "Wie ein Vogel ohne Flügel" (1997). "Wildvogel" (1943). "Xam und der Vogel oder in der Tiefe des Brunnens" (1994). "Zugvogel am Sund" (1978). "Zugvögel" (1947, 1968, 1999). "Zugvögel der Liebe" (2001). "Zugvögel … Einmal nach Inari" (1997). "Zwei Galgenvögel" (1971). "Zwei Galgenvögel geben Zunder" (1972).



Vogel: In der Malerei: s. auch Katze u. a. Max Beckmann "Hölle der Vögel" (1937/38). Georges Braque "Vogel III" (1952). Marc Chagall "Die Vögel der Nacht" (1967). Albrecht Dürer "Wappen mit Vogel" (Zeichnung ). Anthonis van Dyck "Porträt eines Kindes mit Vogel" (1. Drittel 17. Jh.). Max Ernst "Vogel im Winterwald" (Fälschung). Paul Klee "Traumvögel" (1919) und "Die Zwitscher-Maschine" (1922). Leonardo da Vinci "Der Vögel Flug". Joan Miró "Flug des Vogels im Mondschein" (1967) und "Frauen und Vogel im Mondschein" (1949). Bartolomé Esteban Perez Murillo "Familie mit dem Vögelchen" (um 1650). Pablo Picasso "Vogelfangende Katze" (1939). Rembrandt "Selbstporträt mit toter Rohrdommel" (1639).



Vogel: In der Musik: "Die Vögel" (Oper 1954). Edvard Grieg "Lyrische Stücke. Vögelein". Joseph Haydn "Vogelquartett". Engelbert Humperdinck "Der blaue Vogel". Leos Janácek "Marsch der Blaukehlchen". Olivier Messiaen u. a. "Das Erwachen der Vögel" (1953). Robert Schumann "Waldszenen. Der Vogel als Prophet". Igor Fjodorowitsch Strawinski "Der Feuervogel" (Ballett 1909/10). Karl Zeller "Der Vogelhändler" (Operette 1891).
Im Lied: "Alle Vögel sind schon da" ("Frühlings Ankunft" Volkslied, Text August Heinrich Hoffmann von Fallersleben). U. a. "Bettelei der Vögel" und "Das Federspiel – ABC mit Flügeln" (aus "Des Knaben Wunderhorn"). "Die Vöglein im Walde". "Kommt ein Vogel geflogen, / setzt sich nieder auf mein Fuß". "Sitzt ein kleins Vogerl im Tannenwald". "Wenn ich ein Vöglein wär'".
Schlager: S. auch Biene. "And your bird can sing" (The Beatles). "Birds of a feather" (Bing Crosby). "Blackbird" (The Beatles). "Bluebirds over the mountain" (Ersel Hickey). "How many birds" (The Bee Gees). "Mockin' bird hill" (1951 Les Paul). "Mocking bird" (Inez Fox). "Some birds" (Anne Murray). "Surfin bird" (The Trashmen). "The dirty bird song" (1955 Frank Starr). "Yellow bird" (Bert Kaempfert). Reinhard Mey "Auf eines bunten Vogels Schwingen".



Vogel: s. auch Amsel, Bachstelze, Balz, Bussard, Dohle, Drossel, Eichelhäher, Elster, Ente, Eule, Falke, Fasan, Feder (Federvieh), Fink, Gans, Geier, Gimpel, Grasmücke, Habicht, Hahn, Hänfling, Huhn, Kauz, Kiebitz, Krähe, Kranich, Kuckuck, Laubenvögel, Meise, Milan, Moorhuhn, Möwe, Nachtigall, Nest, Pute, Rabe, Rauchschwalbe, Rebhuhn, Reiher, Rotkehlchen, Schnepfe, Schwalbe, Spatz, Specht, Sperber, Star, Storch, Taube, Tölpel, Uhu, Valentin (hl.), Wachtel, Wendehals, Wiedehopf, Zaunkönig, Zeisig



Vögel: s. auch Vogel



Vogelbeere: s. Eberesche

Vogelfang: Schon römische Kaiser, z.B. Marc Aurel, frönten dieser Leidenschaft mit der Leimrute. Nachtigallen galten als besondere Delikatesse, so z.B. Nachtigallen-Zungen-Salat und Drosselhirn. Auch heute noch berufen sich die Nachfahren der alten Römer auf diese ehrwürdige Tradition und lauern den Zugvögeln auf. Eine besondere Delikatesse sind Rotkehlchen am Spieß. Als der Sachsenherzog Heinrich zum deutschen König gewählt werden sollte, traf man ihn nicht zu Hause an, sondern im Wald, wo er dem Vogelfang nachging. Er erhielt später den Beinamen "der Finkler". Jean Paul beschreibt, wie sein Lehrer während der Schulstunde dem Vogelfang nachging - anstatt den Kindern das Lesen beizubringen.



Vogelfang: Redensarten: Auf etwas erpicht sein (geht auf das Festkleben des Vogels an der mit Pech bestrichenen Leimrute zurück). Er ist darauf erpicht wie der Teufel auf die arme Seele. Jemandem auf den Leim gehen/kriechen (nach Plautus "Bacchides"). In die Fänge geraten. Jemandem ins Garn gehen (hereinfallen). Pech haben, Pechsträhne, Pechvogel (vgl. auch Gedicht von Nikolaus Lenau), umgarnen.
Sprichwörter: Fischefangen und Vogelstellen verdarben schon manchen Junggesellen. Mit den Vögeln, mit denen man fliegt, wird man schließlich auch eingefangen werden (Schweden).



Vogelfang: Sprüche: "Nicht zeigt der Vogel den Vogelfängern, von welcher Seite aus er erhascht werden kann" (Ovid "Ars amatoria").
Vergleiche: "Der Arzt und der Sargmacher verhalten sich wie der Vogelsteller und Vogelbauermacher" (Jean Paul). "Man lernt selten aus dem Unglück und den Irrtümern anderer, noch weniger aus seinen eigenen. Die Menschen sind wie Vögel; sie lassen sich immer in denselben Schlingen fangen" (Christina von Schweden). Vogel Sicher ist leicht zu fangen.



Vogelfang: Fabeln: S. auch Lerche, Rebhuhn, Storch. Äsop "Der Vogelsteller und die Schlange".
In der Literatur: Aristophanes "Die Vögel":
"Wer Philokrates, den Finkler, totschlägt, der erhält zum Lohn
Ein Talent, und wer ihn lebendig liefert: vier;
Weil er ... Drosseln scheußlich aufbläst und zu Markte bringt,
Und den Amseln ihre Flügel in die Nasenlöcher steckt;
Auch, weil er freie Tauben fängt und in Verschläge sperrt
Und sie gefesselt, um damit andre in das Garn zu locken!"

Johann Gottfried Herder "Der Vogelsteller" (aus dem Orient). August Heinrich Hoffmann von Fallersleben "Der kleine Vogelfänger" und "Vogel, flieg aus!". Friedrich von Logau "Des Frauenzimmers Vogelfang". Martial "Epigramme" ("Leimruten").



Vogelfang: Im Gedicht: Bion "Der Vogelsteller". Ferdinand Freiligrath "Du hast genannt mich einen Vogelsteller". Karl Krolow "Lied des Vogelstellers" (nach Jacques Prévert). Eduard Mörike "Unser Fritz". Friedrich Rückert "Das Vogelschießen" und "Weisheit aus Vogelmund". Hans Sachs "Der Buhler Vogelherd". Moritz August von Thümmel u. a. "Der Vogelsteller" (in: M. Bern Hrsg.): "Der Vogelsteller früh aufsteht, / Er fragt nicht, ob die Uhr recht geht."
Im Film/Filmtitel: u. a. "Der Vogelfänger" (1993). "Der Vogelhändler" (1908, 1935, 1953, 1962).



Vogelfang: In der Malerei: u. a. Pieter Bruegel d. Ä. "Winterlandschaft mit Eisläufern und Vogelfalle" (1565) und "Vogeldieb". Albrecht Dürer "Vogel in drei Positionen" (Aquarell 1520) und "Vogelfängernarr" (Holzschnitt 1494).
Im Lied: "Vom Vöglein" (in "Des Knaben Wunderhorn").



Vogelfang: S. auch Nest



Vogelhochzeit: Vogelhochzeit (u. a. sorbisches Brauchtum am 25. Januar). Bekanntes Kinderscherzlied. S. die einzelnen Vögel. Dort auch die Texte aus der "Alternativen Vogelhochzeit".



Vogelkirsche: Baum des Jahres 2010. Im Gedicht: Werner Bergengruen "Der Vogelkirschenbaum" (in "Die heile Welt").



Vögeln: "Battos: Trefflicher Meister im Vögeln! Du kannst dich, so wie du's machst
wacker mit den Satyrn messen und den bocksfüßigen Panen!" (Theokrit).

"… Wie sie sich abmühen,
diese Labormäuse, mit dem Klonen!
Doch vorzüglicher ist es, zu vögeln"
(Hans Magnus Enzensberger).

Italienisch ficcare. Ausdruck für Geschlechtsverkehr. Bereits im Mittelalter als "vogelen", nach dem Geschlechtsakt der Vögel, verwendet.
Sprichwörter: So genau vögelt kein Edelmann (Wander).
Sprüche: Das frühe Vögeln entspannt den Wurm. Vögeln sollte man dreimal täglich ... Wasser geben. Bürospruch: Das Fangen von Fliegen - und Vögeln im Büro ist verboten. Unsere Chefin ist eine richtige Tierfreundin; sie ist so gut zu Vögeln. Graffitispruch: "Ich liebe die Vögel, die Vögel lieben mich; aber der, den ich liebe, der vögelt mich nicht!".
"Es gibt Kapitel, wo man unentwegt lesen muss: Wir werden ficken, wir haben gefickt, wir wollen ficken, wir wollen noch mal ficken. Das ist alles, mehr hat Updike nicht zu bieten. Manchmal kommt ‚vögeln'. Das ist eine Abwechslung, und das sieht man dann mit Freude" (aus einer Literaturkritik von Marcel Reich-Ranicki). Erich Maria Remarque wünschte sich in einem Brief an Marlene Dietrich: "Herr Jesus. Wenn man durchs Telefon vögeln könnte! Das wäre ein Fortschritt."



Vögeln: Volksmund:
"O wie labend ist der Abend,
Eben erst gevögelt habend."

"Rauche, trinke, sei gefräßig,
Vor allem vögle regelmäßig!"

"Vögl langsam, vögl langsam,
Vögl net aso gschwind."
(Georg Queri).

Volksgut:
"Ich hab den dicksten,
Ich hab den dicksten,
Ich hab den dicksten Mann geseh'n.
Er wollte vögeln,
Er wollte Vögeln,
Er wollte Vögeln das Genick umdreh'n."



Volkserotik:
"Wenn ich ein Vöglein wär',
flög' ich zu dir.
Da ich kein Vöglein bin,
vögle ich hier."

Schnaderhüpfl:
"Das Mensch mag i net,
Tut mir zu viel lüg'n,
Red allweil von Vög'ln,
I seh nie einen fliegen."

Missverstanden wurde Eugen Roth Vers:
"Der Storch – wie könnt es anders sein,
Stellt sich bei so viel Vögeln ein."

" ... und hinten drein komm ich bey nacht
und vögle sie, das alles kracht"
(Johann Wolfgang von Goethe "Hanswursts Hochzeit").



Vögeln: S. auch Sex (Landleben)



Vogelscheuche: "Schütze der rote Priapus das Obst in den Gärten und scheuche,
Fest die Sichel gefasst, grimmig die Vögel weg!"
(Tibull "Elegien").
Der in Holz geschnitzte griechisch-römische Fruchtbarkeitsgott Priapus war der "größte Schrecken für Diebe und Vögel". Sein Glied wurde mit roter Farbe bemalt, um die abschreckende Wirkung zu verstärken. Das trug ihm den Spitznamen "roter Wächter" ein. Gegen Diebe trug er als Waffe eine Sichel. Wenn es im Winter nichts mehr zu bewachen gab, wurde der "hölzerne Gott" ganz einfach verheizt.
Kindervers:
"Ich hab’ ein bös’ Kindchen.
Wenn’s immer so bleibt,
so stell’ ich’s in Garten,
dass’s die Spatzen vertreibt."



Vogelscheuche: Sprüche: "Es ist bestimmt kein Zufall, dass man als Vogelscheuchen immer nur Männer aufstellt" (Doris Blake). "Find’st du im Keller eine Leiche, / stell’ sie ins Beet als Vogelscheuche" (Dietmar Bittrich). "In jeder Vogelscheuche schlummert der Anspruch auf wirkliches Grauen" (Stanislaw Jerzy Lec). "Warum Vögel den Menschen nie verstehen werden? Körner im Winter – Vogelscheuchen im Sommer" (Markus M. Ronner). Auf einen ungeliebten Zeitgenossen: Sein Bild könnten die Vogelscheuchenhersteller auf ihre Prospekte drucken.
Vergleiche: Er hat solche Angst wie jemand, der eine Vogelscheuche aufstellt und sich nachher selbst nicht mehr in seinen Garten traut.



Vogelscheuche: Schimpfworte: Zerlumpte Person (aussehen wie eine Vogelscheuche). Vögelscheuche ("Frau, die einen am Geschlechtsverkehr hindert" E. Borneman).
In der Literatur: Rudolf G. Binding "Die Vogelscheuche" (in "Die Geige" 1925, Novelle). Nikolai Lesskow "Die Vogelscheuche".
Im Gedicht: Günter Grass "Die Vogelscheuchen".
"Im lieben Deutschland daheime,
Da wachsen viel Lebensbäume;
Doch lockt die Kirsche noch so sehr,
Die Vogelscheuche schreckt noch mehr ..."
(Heinrich Heine)

Paul Heyse "Vogelscheuche". Lukian "Priap als Hüter eines leeren Gartens". Christian Morgenstern "Die Vogelscheuche". Tibull "An Priapus".
Im Märchen: Ludwig Tieck "Vogelscheuche" (1835).
Im Film/Filmtitel: '"Die Nacht der Vogelscheuche" ("Vogelscheuche" (1983). Britische TV-Serie. In der Musik: "Die Vogelscheuche" (Ballett 1970, Text nach Günter Grass).



Volksmedizin: (Pflanzen und Tiere). So unglaublich sich die Auswirkungen der zahlreichen "Rezepte" auch anhören mögen, ein gewisser Placeboffekt ist ihnen nicht abzusprechen. Man glaubte daran und der Glaube heilte, nicht das "Medikament". Das gilt auch für die meisten Heilkräuter. Wenn sie überhaupt eine Wirkung hatten, dann meist nicht die, die ihnen die Volksmedizin zuschrieb. Nur weniges hat Bestand vor der heutigen Medizin. S. auch die einzelnen Pflanzen, Sachbegriffe und Tiere.





Korrekturen, Ergänzungen?


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