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Lexikon des Landlebens



Waagscheit: (auch Wagscheit, vom "Wagen"). Vorrichtung zum Einspannen, Geschirrteil. Redensart: Besoffenes Wagscheitel.



Wacholder: "Kräftig gedeihen Wacholder, mit stachligen Früchten Kastanien;
reichliches Obst liegt unter den Bäumen, vor heiterer Fülle
lacht die Natur" (Vergil "Hirtengedichte").
"Baum" des Jahres 2002; kann bis zu 800 Jahre alt werden. Wacholderrauch vertreibt Dämonen und Geister; er wird auch nach einem Todesfall eingesetzt, um das Sterbezimmer auszuräuchern. Wachholderharz "töt die Würm im Leib", wird aber auch zur Abtreibung verwendet. Das Öl "ist gut denen, so den Krampf haben und das Hüftweh" (Leonhart Fuchs). Der Verzehr von Wacholderbeeren soll vor Augenkrankheiten und Gelbsucht schützen; er soll Zahnschmerzen mildern und das Zahnen der Kleinkinder erleichtern. Eine wirksame Waffe gegen die "Bedrohungen der Gegenwart" ist der Wacholderschnaps. Namengebend: Tiernamen: Wacholderdrossel (Trimalchio ließ in seinem berühmten Gastmahl ein gebratenes Wildschwein auftischen, mit lebenden Wacholderdrosseln im Bauch). Pflanzenname: Wacholdermistel. Gedicht: Bertolt Brecht "Suchte Wacholder für Schnaps im Wald …" Sergej Jessenin "Im Wacholderdickicht". Baum des Jahres 2002.



Wachtel: Die kleinste Hühnervogelart, die hierzulande heimisch ist und der einzige Zugvogel unter den Hühnervögeln. Bereits die alten Ägypter verzehrten sie als Delikatesse; Wachtelzungen standen auf dem Speiseplan der Juden. Die Griechen ließen sie links liegen, da man glaubte, dass die Vögel sich von Giftpflanzen ernährten, auch die Bibel hielt sie für giftig. Die Römer hielten Wachtelhähne als Kampfhähne, nahmen sie als "Spielgefährten" ins Haus und schätzten sie laut Petronius aber auch in "gepfefferte Eidotter eingebacken". Ältere Kochbücher führen bis zu 60 Gerichte auf. Es soll das einzige Tier sein, das "zur Epilepsie fähig ist". Sein Rufen kann eine Teuerung ankündigen.



Wachtel: Die Bibel berichtet von riesigen Schwärmen, sie sollen sogar Schiffe versenkt haben. Heutzutage ist der Ruf des Wachtelhahns wohl nur noch im zweiten Satz von Beethovens sechster Sinfonie zu hören, denn die Tiere werden fast ausschließlich in Volieren gezüchtet. In dem Film "Babettes Fest" werden "Cailles aux sarcophages" gereicht. Tiernamen: Wachtelhund (Hunderasse), Wachtelkönig (Ralle). Pflanzennamen: Wachtelweizen.

Wenn im Walde schreit die Wachtel,
und dem Mädel juckt die Schachtel,
kriegt der Jüngling einen Ständer,
dann steht Frühling im Kalender.

Schimpfworte vor allem für Frauen: Wachtel (Prostituierte, Wachtmeister). Alte Wachtel (hässliche alte Frau), Spinatwachtel (aus "Spital" entstellt; ältere verschrobene Frau), Spitalwachtel (Krankenschwester), Zonenwachtel (Angela Merkel).



Wachtel: In der Fabel: Christian Fürchtegott Gellert "Die Wachtel und der Hänfling".
In der Literatur: Johann Peter Hebel "Die Wachtel". Wolfgang Koeppen schildert in der Kriminalerzählung "Auf dem Phantasieross", wie eine Frau durch Wachteln, die vergiftete Tollkirschen gefressen hatten, ins Jenseits befördert wurde.
Im Gedicht: Johannes Bobrowski "Der Wachtelschlag". Max Dauthendey "Der Wachtelruf". Eugen Roth "Tierleben für jung und alt" (1973).

"Wachtel, ich habe dir heuer im wogenden Saatengefilde
Nicht ablauschen gekonnt einen nur einzigen Schlag;
Und mir ist’s, als hätten die Ähren ihr volles Gewicht nicht,
Da dein lieber Gesang nicht sie gesegnete mir."
(Friedrich Rückert)

In der Musik: Ludwig van Beethoven "Wachtelschlag" (Klavierlied).
Im Lied: "Auf dem Acker rattert was". "Die mähen den Acker Und singen ein Lied". "Hör, wie die Wachtel im Acker dort schlagt". "Wachtelwacht" (aus "Des Knaben Wunderhorn").



Wachteln: s. auch Wachtel



Wagen: Es soll Geisterwagen geben, bei denen Pferde wie Kutscher kopflos sind. Ein beladener Wagen, der dem Brautpaar auf dem Weg zur Kirche begegnet, bedeutet Glück und Reichtum. Beim Bleigießen lässt ein Wagen eine baldige Reise erwarten. Redensarten: Auf Achse sein (unterwegs sein). Bei ihm fehlt ein Rad (er ist nicht ganz bei Verstand). Das fünfte Rad am Wagen (überflüssig sein; moderne Autos verzichten daher darauf. "Freidank"). Das Rad der Geschichte anhalten. Den hinteren Wagen schmieren (für antreiben). Ein Rad schlagen. Einen Horizont wie ein Wagenrad haben (geistig beschränkt sein). Jemand ist dem Teufel vom Karren gefallen (schlimme Person).



Wagen: Redensarten: Jemandem an den Wagen fahren/pissen (ihm zu nahe treten). Sich nicht vor jeden Wagen spannen lassen. Sich nicht an den Wagen pinkeln lassen (sich nichts gefallen lassen). Unter die Räder kommen. Der Große Wagen, der Kleine Wagen (Sternbilder, Schreimaschinenteil), Glücksrad, Wagenburg, Wagenrad (breitrandiger Damenhut). Hemmschuh (Bremsvorrichtung).
Sprichwörter: Besser bäurisch gefahren als herrisch gelaufen (Schwaben). Das schlechteste Rad knarrt am lautesten. Den größten Lärm machen immer die leeren Wagen. Der Wagen wird nicht bald voll, wenn einer aufladet und zwei ab. Fahre nicht mit vieren, wenn Du nur für zwei Pferde Futter hast.



Wagen: Sprüche: "Ein Wagen mit vier Pferden kann die menschliche Zunge nicht einholen" (Konfuzius). "Im Wagen verachte ich den Fußgänger, auf der Straße den Fahrer" (Jean Paul). "Man ist am meisten in Gefahr, überfahren zu werden, wenn man eben einem Wagen ausgewichen ist" (Friedrich Nietzsche).
Vergleiche: "Des Narren Herz ist wie ein Rad am Wagen, und seine Gedanken laufen um wie die Nabe" (Altes Testament "Sirach"). "Leidenschaften sind die Pferde am Wagen des Lebens; aber wir fahren nur gut, wenn der Fuhrmann Vernunft die Zügel lenkt" (Karl Julius Weber).



Wagen: Schimpfworte: Abgehängter Wagen (ehemalige Freundin), herumfuhrwerken.
Schüttelreim: "Ich fuhr auf einem Leiterwagen, / wo Steine und so weiter lagen."
Marterl am Berg Isel:
"Hier liegt Elias Gfar,
gestorben im sechzigsten Jahr.
Kaum hat er das Licht der Welt erblickt,
hat ihn ein Wagenrad erdrückt."



Wagen: Im Gedicht: Günter Eich "Abendliches Fuhrwerk". Max Dauthendey "Oben am Berg". Ludwig Thoma "Der Fuhrmann".
Im Film/Filmtitel: u. a. "Der letzte Wagen" (1956). "Der Planwagen" (1923). "Vierzig Wagen westwärts" (1965).
In der Malerei: Peter Paul Rubens "Landschaft mit Fuhrwerk" (um 1620).



Wagen: S. auch Deichsel, Karren, Kutsche



Wald:
"… Du darfst nicht baden, nicht gehen, nicht reiten,
denn überall lauert ein Schutzmannsgesicht.
Du siehst in den preußischen Einsamkeiten
Den Wald vor lauter Verboten nicht!"
(Erich Weinert "Der preußische Wald"

Ein Drittel von Deutschland ist von sieben Milliarden Bäumen bedeckt. In einem Liter Waldboden finden sich bis zu sechs Milliarden Lebewesen. Waldgeister sind gutartige Dämonen. Es gibt ein Waldgebiet des Jahres.



Wald: Redensarten: Dann ist Schweigen im Walde. Den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen (ähnlich schon bei Ovid "Tristia". "Die Herren dieser Art blend't oft zu vieles Licht; / sie sehn den Wald vor lauter Bäumen nicht" Christoph Martin Wieland. Vgl. auch den Film "Der Wald vor lauter Bäumen" 2003). Er hat davon singen hören, weiß aber nicht in welchem Wald. Alternative Redensart: Der deutsche Dichterwald ("Singe, wem Gesang gegeben, in dem deutschen Dichterwald" Ludwig Uhland "Freie Kunst"). "Fürst der Wälder" (Name für den bayerischen Robin Hood Matthias – Hiasl Klostermeyer). Holla, die Waldfee! (Ausruf der Überraschung), Ich glaub’, ich steh’ im Wald (überrascht sein, auch Filmtitel 1981). In grauer Vorzeit, als unsere Vorfahren noch in den Wäldern lebten (für früher). Im Wald und auf der Heidi (alternativ. Auch Pornofilm 1991).



Wald: "Friedwald"/"Ruheforst" ("letzte Ruhe unter Bäumen"; 2011 existierten an die 150 Anlagen; der erste entstand 2001 im Reinhardwald bei Kassel), "Hakenkreuzwald" (im Dritten Reich Baumpflanzungen in Form eines Hakenkreuzes, das allerdings nur vom Flugzeug aus zu erkennen war), "Hochzeitswald" (Brauch, zu bestimmten Festen einen Baum zu pflanzen), "Räuberwald" (Bezeichnung für den Spessart), Waldhorn (Blasinstrument), Waldkindergarten, Waldlauf (1908 von Carl Diem eingeführt), Waldportier (Falter), Waldviertel (Niederösterreich), Wienerwald, Dickicht, Unterholz. Poetische Wälder (Sammlung von Gelegenheitsgedichten im 17. Jh.).
Tiernamen: Waldameisen, Waldbock (Antilope), Waldeidechse, Waldfrosch, Waldgärtner (Borkenkäfer) , Waldhuhn, Waldkauz, Waldrapp (Ibis).
Pflanzennamen: Waldbinse, Waldbrustwurz (Angelica), Waldcereus, Walddickblatt, Walderbsenwicke, Waldfarn, Waldfreund, Waldgeißblatt, Waldgerste, Waldhabichtskraut, Waldhirse, Waldhyazinthe, Waldklette, Waldlorbeer (Seidelbast), Waldmeister, Waldmelisse, Waldnessel, Waldrebe, Waldrippenfarn, Waldrohr (Reitgras), Waldsänger (Farn), Waldspringkraut, Waldvögelein, Waldwinde (Geißblatt).
Sprichwörter: Der Wald ist schön, nur die Bäume taugen nichts (jüdisch). Die den Walt säen, ernten ihn nicht. Wald hat Ohren, Feld hat Augen. Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus (vgl. auch Johann Peter Hebel).



Wald: Sprüche: S. auch Baum. "Die Gefühle eines Mannes für eine Frau erkennt man daran, wie schnell er bei einer Autopanne im Wald einen Abschleppdienst alarmiert" (Eva Pflug).

"Die Seele wird vom Pflastertreten krumm.
Mit Bäumen kann man wie mit Brüdern reden
und tauscht bei ihnen seine Seele um.
Die Wälder schweigen. Doch sie sind nicht stumm.
Und wer auch kommen mag, sie trösten jeden."
(Erich Kästner).



Wald: Sprüche: Erst kommt der Waldweg, dann ist der Wald weg (Sprüchekalender). "Frieden findet man nur in den Wäldern" (Michelangelo). "Früher fuhren wir jedes Wochenende in den Wald; heute haben wir die Müllabfuhr" (Stefanie Kroth). "In keinem modernen Lande der Welt ist das Waldgefühl so lebendig geblieben wie in Deutschland" (Elias Canetti). "Man kann nicht den Wald abholzen und das Echo stehenlassen" (Richard Schröder). Mit dem möchte ich nicht durch einen finstern Wald gehen. "Nur der Einsame findet den Wald: Wo ihn mehrere suchen, da flieht er, und nur die Bäume bleiben zurück" (Peter Rosegger). "Schönste deutsche Lyrik ist Lyrik vom Walde" (Peter Dürrenmatt). "Sie machten den Wald für die Touristen zugänglich, indem sie ihn abholzten" (Wolfgang Eschker). "Was nützt einer Frau der ökologisch sauberste Wald, wenn sie darin vergewaltigt werden kann?" (Alice Schwarzer). Volksgut: "Mein Sohn heißt Waldemar, weil es im Walde war."



Wald: Vergleiche: "Autoren, die bestohlen werden, sollten sich nicht darüber beklagen, sondern freuen. In einer Gegend, in der kein Waldfrevel vorkommt, hat der Wald keinen Wert" (Marie von Ebner-Eschenbach). Der teuerste Wald ist der Anwalt – das teuerste Laub ist der Urlaub ("Sprüchekalender"). "Hallraum der Seele."



Wald: Schimpfwort: Im Wald wohnen, Hinterwäldler (zurückgeblieben, auch Homosexueller), hinterwäldlerisch, Lustwäldchen (Schamhaar der Frau), Schilderwald, Unterwald (Schamhaar, Unterwaldshobel = Damenrasierapparat), Waldheini (dummer, ungeschickter Mann), Waldschnalle (verwahrlostes Weibsbild), Waldschrat (kleiner, ungestalter Mann). Kahlschlag (Vollglatze). Die Sänger vom finsteren Walde (nicht sehr erfolgreicher Männergesangverein).



Wald: Kindermund:
"Wenn du eine Schwiegermutter hast,
dann schick sie in den Wald;
denn im Wald, da sind die Räuber...
die machen alle kalt."

In der Fabel: Jean de la Fontaine "Der Wald und die Holzsammler". Buchtitel: Umberto Eco "Im Wald der Fiktionen". Brüder Grimm "Altdeutsche Wälder" (Zeitschrift 1813). Jean Paul "Philanthropisten-Wäldchen". Johann Gottfried Herder "Kritische Wälder".



Wald: In der Literatur: H. C. Artmann "Das im Walde verlorene Totem" (1949). Heimito von Doderer "Der Grenzwald" (1967). Marie von Ebner-Eschenbach "Das Waldfräulein" (1873 Drama). Mircea Eliade "Der verbotene Wald". William Faulkner "Der große Wald". Ludwig Ganghofer "Das Schweigen im Walde" (1899, mehrfach verfilmt) und "Waldrausch" (1908, Film 1977). Trygve Gulbranssen "Und ewig singen die Wälder" (Film 1959). Knut Hamsun "Winterwälder" (1903, deutsch 1907). Peter Handke "Lucie im Wald mit den Dingsda" (1999). Heinrich Hansjakob "Waldleute" (1897). Carl Hauptmann "Waldleute" (1896). Ernest Hemingway "Über den Fluss und in die Wälder" (dt. 1950).



Wald: In der Literatur: Hermann Hesse "Mai im Kastanienwald". Ernst Jünger "Das Wäldchen" (1918) und "Der Waldgang" (1951). Paul Keller "Waldwinter" (1902). Rudyard Kipling "Der Waldgott" (um 1935). August von Kotzebue "Die kluge Frau im Walde" (1801 Zauberspiel). Jakob Michael Reinhold Lenz "Der Waldbruder" (1797). Astrid Lindgren "Im Wald sind keine Räuber". Hermann Löns "Sämtliche Werke" (u. a. "Bergwaldwildnis"). Norman Mailer "Das Schloss im Wald". Karl May "Der Waldläufer" (1879) und "Waldröschen" (1882/84). Mo Yan "Der Klan der Grasverzehrer" und "Der rote Wald". Heinz Piontek "Waldpoem". Wilhelm Raabe "Die Leute aus dem Walde" (1863). Peter Rosegger u. a. "Aus meiner Waldheimat" (auch als Film) und "Waldferien" (1887).



Wald: In der Literatur: Emanuel Schikaneder "Die Waldmänner" (1793). Friedrich Schnack "Sebastian im Wald" (1930) und "Das Waldkind" (1939). Adalbert Stifter "Der Hochwald" (1841), "Der beschriebene Tännling", "Der Waldgänger" (1847) und "Der Waldsteig" (1845 in "Studien"). Theodor Storm "Waldwinkel" (1874/75). Ludwig Thoma "Waldfrieden" (Lustspiel 1916). Ludwig Tieck "Waldeinsamkeit" (1841). Leo N. Tolstoi "Der Holzschlag" (1855). Lope Felix de Vega Carpio "Der verhexte Wald". Siegfried von Vegesack "Der Waldprophet" (1967). Ernst Wiechert u. a. "Der Totenwald" (1947) und "Wälder und Menschen" (1936).



Wald: Im Gedicht:
"In tiefen Schnee gehüllt siehst Soracte du
erstrahlen; tragen können die Wälder kaum
die schwere Last; von Eis und Kälte
starren die Flüsse in Todesstille."
(Horaz "Oden").

Ernst Moritz Arndt u. a. . "Der grüne Wald", "Waldgruß", "Waldhochzeit" und "Waldlust". Achim von "Grüner Wald im deutschen Lande" und "Rausche durch den Wald". Hans Arp "Im Wald". Johannes R. Becher "Der Wald", "Waldschlag" und "Der Zauberwald". Werner Bergengruen "Die ewigen Wälder" (in "Figur und Schatten"). Bertolt Brecht "Die schwarzen Wälder". Clemens Brentano u. a. "Es ging verirrt im Walde …" und "O kühler Wald …" Georg Britting "Der Wald" und "Vorm Wald":
"Die Hitze blickt grünäugig aus dem Wald.
Riesenfichten, urgewachsen, alt,
Drehen ihre Äste rauchend. Kuckucksruf erschallt.
Rote Kerzen,
Blumen treiben übern Weg wie Kinderherzen."



Wald: Im Gedicht: Hermann Broch "Schon lichtet der Herbst den Wald". Wilhelm Busch "Waldfrevel". Hans Carossa "Im Uferwald verborgen" und "Wald im Winter". Matthias Claudius "Lied vom Reifen" ("Seht meine lieben Bäume an …") "Serenata, im Walde zu singen". Felix Dahn "Waldes-Träumen", "Waldmorgen" und "Waldrast". Max Dauthendey u. a. "Geruch der Walderde" und "Ein Waldtal". Richard Dehmel "Waldnacht". Annette von Droste-Hülshoff "Fels, Wald und See". Günter Eich "Wiederkehr" und "Waldblöße". Joseph von Eichendorff u. a. "Der Jäger Abschied" ("Wer hat dich, du schöner Wald, / Aufgebaut so hoch da droben?" und "Waldgespräch". Melodie Felix Mendelssohn-Bartholdy) und "Abschied" (Melodie F. Mendelssohn):
"O Täler weit, o Höhen,
O schöner, grüner Wald,
Du meiner Lust und Wehen
Andächtger Aufenthalt ..."



Wald: Im Gedicht: Ralph Waldo Emerson "Waldeinsamkeit" und "Woodnotes". Heinz Erhardt "Oben ohne". Paul Fleming "Poetische Wälder". Theodor Fontane u. a. "In der Krankheit. Mein ganzes Zimmer riecht nach Wald" und "Mittag". Ferdinand Freiligrath u. a. "Im Walde" und "Der Mann im Walde". Robert Frost "Rast im Winterwald". Emanuel Geibel u. a. "Im Walde" und "Im Wald, im hellen Sonnenschein …" Ywan Goll "Wald". Johann Wolfgang von Goethe "Ein Gleiches" ("Über allen Gipfeln / Ist Ruh ...") Günter Grass "Mein Wald" und "Waldgängers Klage". Martin Greif u. a. "Im Waldgehege" und "Im Walde". Franz Grillparzer "Das Grab im Walde" (Ballade) und "Es liegt ein düstrer Wald von alten Buchen". Anastasius Grün "Waldsee". Thomas Hardy "In a Wood". Friedrich Hebbel "Im Walde".



Wald: Im Gedicht: Heinrich Heine "Waldeinsamkeit". Johann Gottfried Herder "Der Wald und der Wanderer". Hermann Hesse "Waldnacht". Georg Heym "Der Schläfer im Walde" und "Der Wald". Paul Heyse u. a. "Im Walde" und "Waldesnacht".

"Wie deine grüngoldenen Augen funkeln,
Wald, du moosiger Träumer,
Wie so versonnen deine Gedanken dunkeln,
Saftstrotzender Tagesversäumer ..."
(Peter Hille "Waldstimmen")

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben u. a. "Leb wohl, du schöner Wald!" und "In den Wald!". Ludwig Christoph Heinrich Hölty "Das Feuer im Walde". Arno Holz "In graues Grün …" Karl Immermann "Tulifäntchen. Die Fee im Walde".



Wald: Im Gedicht: Friedrich Georg Jünger "Schwarzer Fluss und windweißer Wald" (1955) und "Waldgang". Erich Kästner "Die Wälder schweigen" (in "Lyrische Hausapotheke"). Gottfried Keller u. a. "Waldfrevel" und "Waldlieder". Friederike Kempner "Das Wäldchen". Justinus Kerner u. a. "Im Walde" und "Waldleben". Klabund u. a. "Mond überm Schwarzwald" und "Weihnachtslegende". Friedrich Gottlieb Klopstock "Mein Wäldchen". Karl Krolow "Im schlafenden Wald" (nach Paul Valéry). Elisabeth Langgässer "Vorfrühlingswald". Hans Leifhelm "Verwandlung im Wald". Nikolaus Lenau u. a. "Waldestrost" und "Waldlieder" (1843). Detlev von Liliencron u. a. "Vorfrühling am Waldrand" und "Waldfahrt".



Wald: Im Gedicht: Henry Wadsworth Longfellow "The Masque of Pandora. Voices of the Forests" und "Woods in Winter". Hermann Löns "Sämtliche Werke" (u. a.. "Der Märchenwald", "In der Schonung"). Oskar Loerke "Der Wald der Welt" (1936). Friedrich von Matthisson "Der Wald".

Conrad Ferdinand Meyer u. a. "Im Walde" und "Jetzt rede du!":
"Du warest mir ein täglich Wanderziel,
Viellieber Wald, in dumpfen Jugendtagen,
Ich hatte dir geträumten Glücks soviel
Anzuvertraun, so wahren Schmerz zu klagen.
Und wieder such ich dich, du dunkler Hort,
Und deines Wipfelmeers gewaltig Rauschen -
Jetzt rede du! Ich lasse dir das Wort!
Verstummt ist Klag und Jubel. Ich will lauschen."



Wald: Im Gedicht: Christian Morgenstern u. a. "An den Wald" und "Sommernacht im Hochwald". Eduard Mörike u. a. "Wald-Idylle" und "Waldplage". Erich Mühsam "Nacht im Schwarzwald". Sandor Petöfi "Heiter strömt es nach dem Wald". Heinz Piontek "Durch die Wälder". Franz von Pocci "Die Kinder im Walde". Johann Rist "An den dichten Wald". Peter Rosegger "Wilder Waldespsalm" (in "Sonntagsruhe").

"Einst war's nur für Hasen und Füchse
Im wildesten Waldesgewüchse
Der einsamste Platz.
Jetzt liegt dort Matratz,
Papier und Konservenbüchse."
(Eugen Roth "Waldfrieden")

Friedrich Rückert u. a. "Waldstille" und "Welt und Waldgedränge".



Wald: Im Gedicht: Hans Sachs u. a. "Ein Klagred der wilden Holzleut über die ungetreuen Welt" (1550) und "Der Waldbruder mit dem Esel". Adolf Friedrich von Schack "Das Waldtal" und "Im Walde". Joseph Viktor von Scheffel u. a. "Der Mönch von Banth (Banz). Waldpsalm" (in "Frau Aventiure"), "Waldeinsamkeit" (u. a. "Nach dem Windbruch", "Waldbrand" und "Waldfrevel"). Max von Schenkendorf "Der Schwarzwald". August Wilhelm Schlegel "Waldgespräch". Friedrich Schlegel "Im Walde" und "Im Spesshart" (Spessart). Friedrich Schnack u. a. "Waldriesen" und "Früher Wald". Ina Seidel "Waldarbeiter".



Wald: Im Gedicht: Theodor Storm "Im Walde" und "Waldweg". Ludwig Thoma "Heilige Nacht. Im Wald is so staad..." und "Im Walde". Ludwig Tieck u. a. "Klage im Walde", und "Die Zeichen im Walde". Georg Trakl "Winkel am Wald". Ludwig Uhland "Der Wald" und "Waldlied". Georg von der Vring u. a. "Im Welzheimer Wald" und "Nacht am Schurwald". Frank Wedekind "Waldweben". Josef Weinheber "Waldwege". Oscar Wilde "In the Forest". William Wordsworth "In the Woods of Rydal". Philipp von Zesen "Waldgespräch". Märchen: Brüder Grimm "Die Alte im Wald". Ludwig Tieck "Waldeinsamkeit" (in: "Die Märchen aus dem Phantasus").



Wald: Im Film/Filmtitel: u. a. Katze "7 Zwerge – Männer allein im Wald" (2004 Otto Waalkes). 7 Zwerge - Der Wald ist nicht genug" (2007). "Abenteuer im Zauberwald" (Märchenfilm 1964/65 und 1986). "Abschied vom Zauberwald" (1988). "Al Capone im deutschen Wald" (1969 TV-Film). "Als ich beim Käthele im Walde war"(1963). "Angesichts der Wälder" (1994). "Aufruhr im Zauberwald" (1986). "Aus dem Dunkel des Waldes" (1948). "Aus meiner Waldheimat" (1963 Peter Rosegger). "Bobo und die Hasenbande 2 - Abenteuer im Wald" (Trickfilm 1998/99). "Dans les bois" (2016 mit Gérard Depardieu). "Das einsame Haus am Waldesrand" (1976 Kinderfilm). "Das Geheimnis des Waldes" (1917). "Das Haus im Wald" (1984 TV-Serie "Tatort"). "Das Herz des Waldes" (1978). "Das Lied von der Waldfee" (1982). "Das Mädchen aus dem Wald" (1956). "Das Mädchen aus den nördlichen Wäldern" (1960).



Wald: Im Film/Filmtitel: "Das Mädel aus dem Böhmerwald" (1936 und 1964 "Dick und Doof"). "Das Opfer – Ein Film über den Wald" (1998). "Das Schloss im Spinnwebwald". "Das Schwarzwaldmädel". "Das Schweigen im Walde" (1929, 1937, 1955, 1976). "Das Stöhnen im Walde" (1969). "David im Wunderwald" (1997). "Der Forstarzt – Juhnke & Co." (1992). "Der geheimnisvolle Forst" (1956). "Der hohe Wächter des Waldes" (1998 TV-Film). "Der Smaragdwald" (1984). "Der tote Taucher im Wald" (1999/2000). "Der verlorene Wald" (1971). "Der versteinerte Wald" (1935, 1965). "Der verzauberte Wald" (1927, 1957). "Der Wald" (1987, 1996). "Der Wald der Gehenkten" (1965). "Der Wald von Overloon" (1965). "Der Wald vor lauter Bäumen" (2003). "Der Waldhauptmann" (1988). "Der Waldhüter" (1977). "Der Waldmeister" (1997).



Wald: Im Film/Filmtitel: "Der Weg durch die düsteren Wälder" (1997). "Der Weg in den Wald" (1984). "Die Erbin der Wälder" (1943). "Die Kommissarin: Das Mädchen im Wald" (2001). "Die Nacht im Grenzwald" (1968). "Die Waldläufer" (1978). "Dort hinterm Wald" (1962). "Dort oben im Wald bei diesen Leuten" (1990). "Drei in einem Wald" (1963). "Drei kamen aus dem Wald" (1958). "Durch die Wälder, durch die Auen" (1956). "Ein Balkon im Wald"( 1979). "Ein Schrei in den Wäldern" (2004). "Ein Yuppie steht im Wald" (1992). "Es steht der Wald so schweigend" (1084/85). "Ewiger Wald" (1936).



Wald: Im Film/Filmtitel: "Fackeln im Wald" (1964). "Geheimnis des grünen Waldes" (1960). "Hab’ ein Schloss tief im Wald" (1958). "Haute Tension: Wald der Gerechtigkeit" (1989). "Heart wood – Im Herzen der Wälder". "Heimweh nach dem Silberwald" (1959). "Ich glaub’, ich steh im Wald" (1981). "Im dunklen Wald" (1998 TV-Serie "Bella Block"). "Im Wald, da sind …"). "Im Zauberwald der Gallavants" (1984). "In the woods" (2015). "Jana, das Mädchen aus dem Böhmerwald" (1935). "Johannes durch den Wald" (1968 TV-Film). "Justin – allein im Wald" (1996). "König des Böhmerwaldes" (1959). "Märchenwald" (TV-Tatort 2004). "Mord im Wald" (1992 TV-Serie "Tatort"). "Rübezahls Hochzeit" (1916). "Ruckzuck im Walde" (1968). "Ruf der Wälder" (1965 mit Paul Hörbiger).



Wald: Im Film/Filmtitel: "Schreie im Wald" (1992). "Schweigen im Walde" (1918). "Sieben Zwerge – Männer allein im Wald" (2003). "Stellt dem Waldgeist keine Fallen" (1981). "Teufelswald" (1992). "The dark area – Wald des Schreckens" (2000). "Tief im Böhmerwald" (1908). "Tief in den Wäldern" (2010). "Tod in den Wäldern" (TV-Film 1999). "… und die Wälder schweigen" (1951). "Und die Wälder werden schweigen" (1965). "Und ewig singen die Wälder" (1959). "Väterchen Frost" (1965). "Wald der Glückseligkeit" (1986). "Wald des Grauens" (1999). "Waldbande" (1970). "Waldeslust" (Sexfilm). "Waldheimat" (1984). "Waldrausch" (1939, 1962, 1977). "Waldwinter" (1936, 1956). "Wilder Westerwald" (1994 TV-Film). "Wir werden nicht mehr in den Wald gehen" (1968). "Wo die alten Wälder rauschen" (1956).



Wald: In der Malerei: u. a. Albrecht Altdorfer "Waldlandschaft mit St. Georges Drachenkampf" (1510). Max Beckmann "Waldweg im Schwarzwald" (1936). Arnold Böcklin "Schweigen im Walde" (1885-86). Wilhelm Busch "Herbstwald" (2. Hälfte 19. Jh.). Paul Cézanne u. a. "Brücke im Wald (»Le petit pont«)" (um 1880) und "Felsen-Wald von Fontainebleau" (1894-1898). Jean-Baptiste-Camille Corot "Waldeingang bei Ville d'Avray" (2. Drittel 19. Jh.). Max Ernst "La forêt" und "Grätenwald". Lucas Cranach d. Ä. "Johannes d. T. im Walde predigend" (1516). Jean-Honoré Fragonard "Rinaldo im Zauberwald" (um 1763). Caspar David Friedrich "Der Chasseur im Walde" und "Wald im Spätherbst (Waldwasser Herbstwald)" (1835). Thomas Gainsborough "Gainsboroughs Wald" (1748).



Wald: In der Kunst: Joseph Beuys Kunstaktion 7000 Eichen – Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung. In der Malerei: Vincent van Gogh Vincent van Gogh "Mädchen in Weiß im Wald" (1882) und "Paar beim Waldspaziergang" (1890). Ernst Ludwig Kirchner "Drei Akte im Wald" (1912). Jules Fernand Henri Léger "Akte im Wald" (1909-10). Frau Filippo Lippi "Anbetung im Walde" (1459). August Macke "Paar im Walde" (1912 und"Paar auf dem Waldweg" (1913). Hans von Marées "Abendliche Waldszene" (um 1870) und "Rast am Waldesrand" (1863). Piet Mondrian "Wald bei Oele" (1908). Edvard Munch "Die Kinder im Märchenwald" (1929). Pierre-Auguste Renoir "Junger Mann im Walde von Fontainebleau" (1886). Henri Rousseau "Am Waldrand" (um 1886). Jacob van Ruisdael "Der große Wald" (2. Drittel 17. Jh. ) Georges Seurat "Wald in Pontaubert" (um 1879–1882). Carl Spitzweg "Liebespaar im Wald" (um 1860). In der Sage: Brüder Grimm "Der kommende Wald und die klingenden Schellen".



Wald: In der Musik: "Der Wald hat sich entlaubet" (Lochamer Liederbuch 15. Jh.). Edvard Grieg "Lyrische Stücke. Waldesstille". Franz Lehár "Vilja, o Vilja, du Waldmägdelein" (Lied). Franz Liszt "Waldesrauschen". Dmitri Dmitrijewitsch Schoschtakowitsch "Das Lied der Wälder". Franz Schubert "Nachtgesang im Walde" (Chor). Robert Schumann "Waldszenen. Drei Waldlieder". Johann Strauß (Sohn) "Waldmeister" (Operette 1895). Carl Maria von Weber "Das Waldmädchen" (Oper).
Im Lied: S. auch Lyrik (Eichendorff). "Am Waldesrand". "Denn im Wald, da sind die Räuber". "Der stille Waldweg". "Der Wald steht schwarz und schweiget". "Es war im Böhmerwald". "Gebt mir die Antwort, weite Wälder!" "Ich ging durch einen grasgrünen Wald". "Im grünen Wald, dort wo die Drossel singt". "Im Wald, im grünen Walde". "Lenchen ging im Wald spazieren". "Nun ruhen alle Wälder" (Text Paul Gerhardt, Melodie Johann Sebastian Bach). "Oh du schöner Westerwald". "Oh, Schwarzwald, wie bist du schön". "So scheiden wir mit Sang und Klang". "Tief im Wald". "Waldandacht". "Waldeslust". "Waldesnacht". "Waldgesang" (Johann Gottfried Herder" und "Waldlied". "Wie lieblich schallt durch Busch und Wald" (Text Christoph von Schmid). Schlager: "Wochenend und Sonnenschein" (The Comedian Harmonists).



Wald: S. auch Baum, Sanitätsgefreiter Neumann



Wälder: s. auch Wald



Waldsterben: S. auch Holzweg, Tanne. Wort des Jahres 1983. Begriff, der wie Kindergarten oder Sauerkraut, in zahlreiche andere Sprachen einging. Das Waldsterben soll bereits 1555 von Nostradamus vorausgesagt worden sein. Spruch: Erst stirbt der Wald/Baum, dann stirbt der Mensch. Über allen Gipfeln ist Gift ... (frei nach Goethe).
"Weil der Wald
an den Menschen stirbt,
fliehen die Märchen …"
(Günter Grass aus "Die Rättin")



Wallfahrt: Wie der Beamte bei der Kur, so entzog sich der Landwirt beim Wallfahrten gerne für einige Tage der anstrengenden Arbeit.

"Wallfahrt'n bin i gangen
alle Tag zeitig in der Fruh,
Kirch'n hab i koane gfund'n,
aber Wirtshäuser gnu!"

In der Literatur: Carl Amery "Die Wallfahrer". Clemens Brentano "Die drei Nüsse" (1817). Peter Rosegger "Die Wallfahrer" (in "Die Älpler"). Oskar Panizza "Die Wallfahrt nach Andechs" (1894). Ludwig Thoma "Die Wallfahrt" (in "Agricola").
Im Gedicht: Stefan George "Die zweite Wallfahrt". Martin Greif "Die Wallfahrt auf dem Berge". Heinrich Heine "Die Wallfahrt nach Kevlaar" (Chorwerk von Engelbert Humperdinck). Hermann Löns "Die Wallfahrt nach Cevelaar". Friedrich von Matthisson "Die Wallfahrtskapelle". Ludwig Uhland "Der Waller".
Im Film/Filmtitel: "Die fröhliche Wallfahrt" (1956). "Die Wallfahrt nach Kevlaar" (1911).
Im Lied: "De Binschgaua Wallfahrt".



Walnuss: Wer sie bei sich trägt, ist vor den Anfeindungen des Teufels sicher. Verwendung als Liebesorakel: Sobald zwei ins Wasser geworfene Nussschalen aufeinander zuschwimmen, dann ist die Hochzeit nahe. Das Mädchen wirft am Hl. Abend Nüsse vor die Hühner: "Gackert der Hahn, kriegt sie an Mann, gackert die Henn, kriegt sie keen." Wenn es viele Walnüsse gibt, soll es auch viele uneheliche Kinder geben. Rumänische Frauen stecken eine geröstete Walnuss in ihr Mieder und hoffen dadurch eine Schwangerschaft zu verhindern. Der Schatten von Walnussbäumen galt im Altertum als gesundheitsschädlich. Walnüsse sollen gegen Warzen helfen - und gegen Kopfschmerzen, da die Walnuss eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Gehirn hat. In der Bachblütenmedizin wird die Pflanze bei Menschen eingesetzt, die "sich nur schwer an Veränderungen anpassen können oder für bestimmte Gedanken, Stimmungen und Einflüsse unverhältnismäßig empfänglich sind". Walnussbäume werden als "Lebensbaum" bei der Geburt eines Kindes gepflanzt, so in Goethes "Die Leiden des jungen Werthers". Die Walnuss ist der Baum des Jahres 2008.



Walnuss: Sprichwörter: Keine schönere Walnuss, als wenn ein Mönch am Nussbaum hängt (Wander).
Im Gedicht: Max Dauthendey "Die Schlafende unterm Nussbaum" und "Ein großer Nussbaum":
"Ein großer Nussbaum stand wie eine grüne Laube,
Ein Weg ging drunter hin im Staube,
Fern lag ein Dorf, ein Fluss mit Berggeländen …"

Georg von der Vring u. a. "Beim Öffnen einer Walnuss" und "Walnuss-Ernte".



Walnüsse: s. auch Walnuss



Wanze: Es gibt an die 40000 Arten. Schon im Altertum als Ungeziefer bekannt und als wahre Landplage verschrien. So beklagte Dionysos die Wanzen in seinem Athener Nachtquartier. Sie kann bis zu einem Jahr lang ohne Blut leben. Nach Deutschland soll sie erst im 11. Jahrhundert gekommen sein. Plinius empfiehlt Wanzen gegen Schlangenbisse. "Gegen Schlafsucht seien sieben Wanzen in einem Becher Wasser (für Kinder nur vier Wanzen, bitte!) sehr wirksam" (R. Schenda). "Im Falle eines chronischen Geschwürs mit einer klaffenden Wunde bringe man auf die Stelle einige Bettwanzen auf, deren Köpfe zuvor zu entfernen sind", heißt es in einer Anleitung zur Herstellung von Arzneimitteln aus dem Jahr 1590. Bei Gerstenkörnern soll ausgedrücktes Bettwanzenblut die Schwellung lindern, heißt es in einem Rezept aus dem Jahr 1789. Nach Immanuel Kant sollen Wanzen durch Sonnenlicht entstehen.



Wanze: Die Irländer behaupten, sie "verdanken" die Wanzen den Engländern. Die Engländer hingegen glauben, das Ungeziefer sei deutscher Herkunft, und nennen sie "German duck". In Frankreich herrschte die Meinung, die Wanzen gingen nicht zu den Kartäusern, wohl aber zu den Kapuzinern, weil diese weniger reinlich seien. Die Franzosen haben eine Wanzenfalle wider dieses "Ungeziefer ersonnen" (Brockhaus 1841). Da wollten ihre Nachbarn nicht nachstehen: Unter der Nr. 324 398 wurde ein deutsches Reichspatent für eine Wanzenfalle erteilt. Luis Buñel schildert einen Besuch bei Salvador Dalí: "… ich … traf ihn mit nacktem Oberkörper und einem Verband auf dem Rücken an. Er hatte geglaubt, eine Wanze … auf seinem Rücken zu spüren – in Wirklichkeit war es ein Pickel oder ein Warze -, und sich mit einer Rasierklinge den Rücken aufgeschnitten und geblutet wie ein Irrer." Insekt des Jahres 2007: Ritterwanze. Spitzname: Tapetenflunder. Entwanzen ("debuggen" = Fehler in einem Computerprogramm bereinigen). Tiernamen: "Jesuswanzen" (wegen ihrer Fähigkeit, über das Wasser zu gehen). Wanzenspinne. Pflanzennamen: Wanzenblume (Mädchenauge), Wanzendill (Korainer).



Wanze: Sprichwörter: Die Wanze stinkt, auch wenn sie auf dem Rock der Zarin sitzt (Russland).
Sprüche: S. auch Floh. "Auch im Rahmen des Weltbildes nisten Wanzen" (Stanislaw Jerzy Lec). "Itzund wissen drei ungebetene Gäste in jedwed Haus zu dringen: der Winter, die Wanzen und die Pfaffen" (Willibald Alexis). "Hauptsache, die Wanzen dringen nicht in die Träume" (Stanislaw Jerzy Lec).
Vergleiche: "Eine Staatsform und eine Wanzenjagd sind nah miteinander verwandt: das Ungeziefer kommt immer wieder; aber es ist doch einstweilen dafür gesorgt, dass es den Menschen nicht bei lebendigem Leibe auffrisst" (Friedrich Hebbel). "Wenn das nicht gut für die Wanzen ist", sagte der Bauer, als sein Haus brannte. Schüleraufsatz: Die Wanzen bringen uns zwar keinen unmittelbaren Nutzen, aber sie zwingen uns zur größtmöglichen Sauberkeit.

"Liebe Wanze, sei so gut,
Lass mir doch mein bisschen Blut,
saug mich doch nicht völlig leer,
geh zum Nachbar, der hat mehr."
(Heinz Erhardt "Humanismus").



Wanze: Schimpfworte: Seinen Intimfeind Erasmus von Rotterdam nannte Martin Luther "eine Wanze, die tot noch mehr stinkt als lebendig". Asphaltwanze/Chausseewanze (Prostituierte), Bettwanze (Langschläfer, liederliche Frau, Prostituierte), Bürowanze, Chaussee-Wanze (Kleinauto), Fettwanze (von Fettwanst), miese Wanze. Wanze (Abhörgerät für den Spionageeinsatz). Wanzenburg (von Ungeziefer heimgesuchtes Haus, verschmutzte Wohnung), Wanzenfalle (Bett), Wanzensuppe (Linsensuppe).



Wanze: In der Literatur: Franziska zu Reventlow "Die Silberwanze". Heinrich Seidel "Die Geschichte von der Wanze" (in: Helmut Leonhardt).
Im Gedicht: Richard Dehmel "Kumpaney":
"Ein Herr Laus, ein Floh und eine Wanze
setzten sich an meinen Tisch.
Sprach der Floh: Brüderchen, tanze!
Hoppla! frisch! ..."

Heinrich Heine "Der Wanzerich" und "Atta Troll":
"Ja, das Schrecklichste auf Erden
Ist der Kampf mit Ungeziefer,
Dem Gestank als Waffe dient –
Das Duell mit einer Wanze."

Bert Brecht:
"Den Haien entrann ich,
Die Tiger erlegte ich,
Aufgefressen wurde ich
Von den Wanzen."



Wanze: Im Gedicht: Joachim Ringelnatz "Fliege und Wanze". Eugen Roth "Tierleben für jung und alt" (1973). Kurt Tucholsky "Gute Nacht" ("Ich geh mit meinen Wanzen schlafen …").
Im Film/Filmtitel: u. a. "Bug vaudeville" (1921). "Eine Chance für die Wanze" (1991). "Gefährliche Wanzen" (1974 TV-Serie "Tatort"). "Wanzenjagd" (1986). "Zwei tolle Wanzen kochen ab" (1975).
Im Lied: "Auf der Mauer, auf der Lauer / sitzt ne kleine Wanze ..."



Wanzen: s. auch Wanze



Wappentier: u. a. der Greif im Wappen von Greifswald, der aufspringende Stier von Turin, der Adler im deutschen und amerikanischen Wappen. S. auch die einzelnen Tiere.



Wasserfall: Redensart: Sie hat einen hohen Wasserfall (für lange Beine). Sie redet wie in Wasserfall.
Sprüche: Im Walde rauscht ein Wasserfall, / wenn’s nicht mehr rauscht, ist’s Wasser all.
Schimpfworte: Uferschaden am Wasserfall (Geschlechtskrankheit).
Im Gedicht: Theodor Däubler "Der Wasserfall". Martin Greif "Am Wasserfall". Anastasius Grün "Der Heilquell im Wasserfall". Christian Morgenstern "Vor einem Wasserfall" und "Wasserfall bei Nacht". Friedrich Schlegel "Der Wasserfall". William Wordsworth "The Waterfall and the Eglantine".
Im Film /Filmtitel: u. a. "Sellale – Der Wasserfall" (2001).



Wasserratte: Seemann, guter Schwimmer.
Schimpfworte: Wasserratte (Uromanin). In der Fabel: s. auch Aal.
Im Film /Filmtitel: u. a. "Zwei Wasserratten" (TV-Film).



Weg: Kreuzwege waren ein beliebter Versammlungsort und Beschwörungsplatz von Geistern und Gespenstern. Man soll diese Wege möglichst meiden, außer man ist ein heiratslustiges Mädchen, das dort seinen künftigen Ehemann treffen kann.
Redensarten: Auf dem schnellsten Wege. Auf dem Weg der Besserung/auf dem besten Weg sein. Auf diesem Weg. Auf halbem Wege (… stehen bleiben/sich treffen). Auf dem Weg nach, auf kaltem Wege. Auf schriftlichem Weg. Dahin ist noch ein weiter Weg. Den goldenen Mittelweg gehen. Den steinigen Weg gehen. Den Weg allen Fleisches gehen. Den Weg des geringsten Widerstands gehen. Den Weg ebnen/bahnen/bereiten. Der letzte Weg (Beerdigung). Der Weg, den wir alle gehen müssen (nämlich sterben). Die Wege kreuzen/trennen sich. Einem nicht über den Weg trauen. Einen Weg einschlagen. Einen weiten Weg vor sich haben. Er wird seinen Weg machen. Etwas auf kaltem Weg tun. Etwas in die Wege leiten. Etwas zuwege bringen. Jemandem einen Weg abnehmen (eine Besorgung erledigen).



Weg: Redensarten: Jemandem einen Weg abnehmen. Jemand hat einen langen Weg hinter sich. Jemandem auf halben Weg entgegenkommen. Jemandem aus dem Weg gehen. Jemandem den Weg abschneiden. Jemandem einen Stein in den Weg legen. Jemandem etwas mit auf den Weg geben. Jemandem im Weg stehen/in den Weg kommen/sich selbst im Weg stehen, dem steht nichts im Wege. Jemandem nicht über den Weg trauen. Jemandem stehen alle/viele Wege offen. Jemandem über den Weg laufen. Jemanden auf den rechten Weg führen/vom rechten Weg abbringen. Jemanden aus dem Weg räumen (umbringen). Jemandem den Weg abschneiden. Krumme Wege gehen. Schwierigkeiten aus dem Weg gehen. Neue Mittel und Wege finden. Seinen (eigenen) Weg gehen/machen. Seiner Wege gehen. Sich auf den Weg machen. Sich einen Weg offen halten. Sich jemandem in den Weg stellen. Steine aus dem Weg räumen. Unsere Weg trennen sich/gehen auseinander.



Weg: Keineswegs, Lebensweg, Scheideweg, unwegsam, Verhandlungsweg, Wegbereiter, Weggenosse, Weggefährte, Wegmarke, wegweisend, Wegzehrung. Wegschnecke. Pflanzenname: Wegraute, Wegerich (der Wegerich findet bei Frauen als Orakel Verwendung, um die Zahl der Kinder zu erfahren, die sie bekommen wird. Ob er beim Biss tollwütiger Hunde hilft, mag bezweifelt werden)
Sprichwörter: Alle Wege führen nach Rom. Besser auf neuen Wegen etwas stolpern als in alten Pfaden auf der Stelle zu treten (China). Ein guter Fußweg ist besser als ein schlechter Fahrweg.



Weg: Sprüche: "Der Weg ist immer mehr als das Ziel" (Heimito von Doderer). "Egal wie weit der Weg ist, man muss den ersten Schritt tun" (Mao Zedong). "Es gibt keinen erkennbaren Weg vor uns, sondern nur hinter uns" (Waldemar Bonsels). "Gehe nicht, wohin der Weg führen mag, sondern dorthin, wo kein Weg ist, und hinterlasse eine Spur" (Jean Paul). "Jeder Mensch hat seinen Weg, und jeder Weg ist richtig" (Thomas Bernhard). "Rat erbitten: sich den eingeschlagenen Weg von einem anderen bestätigen lassen" (Ambrose Bierce). "Schade, dass man das Glück nicht auf dem Wege zu ihm finden kann" (Stanislaw Jerzy Lec). "Unseren Weg weisen uns meistens die Feinde" (Hans Habe). "Wege entstehen dadurch, dass wir sie gehen" (Hans Kudszus). "Wenn alle Wege verstellt sind, bleibt nur der Weg nach oben" (Franz Werfel).
Vergleiche: "Auch aus Steinen, die dir in den Weg gelegt werden, kannst du etwas Schönes bauen" (Erich Kästner). "Der weg des Geistes ist der Umweg" (Georg Wilhelm Friedrich Hegel).
Schimpfworte: Hohlweg (Vagina), Wegelagerer.



Weg: Im Gedicht:
"Am Kreuzweg wird begraben,
Wer selber sich brachte um;
Dort wächst eine blaue Blume,
Die Armesünderblum’.

Am Kreuzweg stand ich und seufzte;
Die Nacht war kalt und stumm.
Im Mondschein bewegte sich langsam
Die Armesünderblum’."
(Heinrich Heine)

Hermann Löns "Der Kreuzstein". Sandor Petöfi "Am Kreuzweg steh' ich ..." In der Malerei: u. a. Jean-Baptiste-Camille Corot "Weg nach Sèvres" (1855-1865). August Macke "Sonniger Weg" (1913). Camille Pissarro "Der Weg" (um 1864).



Weg: S. auch Feldweg, Holzweg, Landstraße



Wege: s. auch Weg



Wegwarte: (Zuchtformen Zichorie, Chicorée). Sie soll eine verwunschene Prinzessin sein, die seit ewigen Zeiten am Wegrand auf ihren Liebsten wartet, vielleicht auch die "blaue Blume" der Romantik. Seit 1600 wird ihre Wurzel als Kaffeeersatz verwendet. In der Bachblütenmedizin hilft die Pflanze Menschen, "die übermäßig besitzergreifend sind und deren Sorge um andere egozentrische und manipulierende Ausmaße" annimmt. Blume des Jahres 2009.
In der Literatur: Friedrich Schnack in "Cornelia und die Heilkräuter" (1940).
Im Gedicht: Isolde Kurz "Wegwarte". Hermann Löns "Wegewarte".



Weide: (Feld, Wiese).
"Als in der Frühe die rosenfingrige Eos sich zeigte,
drängten die männlichen Tiere sich eilig hinaus auf die Weide"
(Homer "Odyssee").
Redensarten: Augenweide. Sich an etwas weiden.
Sprüche: "Der Skilift zeigt im Januar, / wo einst des Bauern Weidland war" ("Sprüchekalender"). Muht die Kuh laut im Getreide / war ein Loch im Zaun der Weide.
Sprichwörter: Wechsel der Weide macht fette Kälber (aus Großbritannien).
Vergleiche: "Alles, was lebt, wird mit Gottes Geißel auf die Weide getrieben" (Heraklit). "Die Frau ist Feld und Weide, aber sie ist auch Sodom und Gomorrha" (Simone de Beauvoir). "Man gibt Almosen, um der Not abzuhelfen, aber nicht, um die Faulheit auf die Weide zu treiben" (Augustinus Aurelius). Männer sind wie Bullen: ist die eine Weide abgegrast, ziehen sie zur nächsten.
Schimpfworte: Heiße Weide (Homosexuellenlokal).



Weide: Im Gedicht: S. auch Hirte. Joseph von Eichendorff "Grün war die Weide ..." William Shakespeare "Grüne Weide".

"Früher, da ich unerfahren
Und bescheidner war als heute,
Hatten meine höchste Achtung
Andre Leute.

Später traf ich auf der Weide
Außer mir noch mehre Kälber,
Und nun schätz ich, so zu sagen,
Erst mich selber."
(Wilhelm Busch)

"… ein Kerl, der spekuliert,
Ist wie ein Tier, auf einer Heide
Von einem bösen Geist im Kreis herumgeführt,
Und rings umher liegt schöne grüne Weide."
(Johann Wolfgang von Goethe "Faust")

Im Film/Filmtitel: u. a. "Die grünen Weiden" (1936).



Weide: (Strauch, Baum). Die Ureinwohner Japans hielten sie für die Wirbelsäule des ersten Menschen. An der Weide soll sich Judas aufgehängt haben. Auch Holunder (nach Shakespeare), Birken, Eichen und Espen kommt dieser zweifelhafte Ruhm zu. Weil sich in der Weide böse Geister verbergen, darf man damit nie Vieh oder Kinder schlagen. Der Samen der Weide wurde zur Empfängnisverhütung eingesetzt. Der Pflanzenkenner Matthiolus schreibt: Die Weide "nimmt die Begierde zum Venushandel, und ein solches tut nicht allein der Same, sondern auch die Blätter …" Wegen der in ihr enthaltenen Salizylsäure (Wirkstoff u. a. im Aspirin) hilft das Kauen von Weidenrinde gegen Fieber und Erkältungskrankheiten. Das hat bereits Hildegard von Bingen erkannt. Bei Zahnweh geht man zu einer Weide und spricht:
"Guten Abend, liebe alte Weide,
Ich bring dir meine Zahnschmerzen heute.
Ich wünsche, dass sie bei dir bestehen
und bei mir vergehen."

Dass sie gegen Sommersprossen hilft, glaubt wohl nur die Volksmedizin. Pflanzenname: Weidenröschen, Weiderich.
Sprichwörter: Die Weide biegt sich, wenn sie vom Wind gestreichelt wird, die Eiche wird vom Sturm gestürzt (China).



Weide: In der Fabel: Johann Gottfried Herder "Alte Fabeln mit neuer Anwendung".
In der Literatur: Hans Christian Andersen: "Unter dem Weidenbaum".
Im Gedicht: Otto Julius Bierbaum "Hinter einer grünen Weide". Georg Britting "Neben einer Weide liegend". Max Dauthendey "Die kühlen buschigen Weiden". Johann Peter Eckermann "Auf einen Weidenbaum".

"Die Weiden, verwachsene Weiber,
gebeugt mit zottigem Kopf,
zerlumpt sind ihre Röcke,
die Läuse nisten in ihrem Kopf."
(Günter Eich)

Martin Greif "Weiden am Bach". Anastasius Grün "Der Weidenbaum". August Heinrich Hoffmann von Fallersleben "Die Weidenflöte". Peter Huchel "Ölbaum und Weide". Klabund "Das Weidenblatt" (Tschan-tiu-lin).

Hermann Löns "Das ist am See der Weidenbaum" und "Liebesklage":
"Weidenbaum, dir will ich's sagen,
Weidenbaum, dir will ich's klagen ..."



Weide: Im Gedicht: Christian Morgenstern "Die Weide am Bache" und "Die Weidenkätzchen":
"Kätzchen ihr der Weide,
Wie aus grauer Seide,
Wie aus grauem Samt!
O ihr Silberkätzchen,
Sagt doch, ihr Schätzchen,
Sagt, woher ihr stammt."

Rainer Maria Rilke "Die Weide von Salenegg". Dante Gabriel Rossetti "Weidenwald" (übers. von Stefan George). Friedrich Rückert "Die hohle Weide". In der Sage s. auch Katze.
Im Lied: "Der unglückliche Weidenbaum" (Johann Gottfried Herder). Schlager: "Down in the willow garden" (Everly Brothers).



Weide: Im Film/Filmtitel: u. a. "Der Weidenbaum" (1984). "Der Wind in den Weiden" (1981, 1995). "Die Weiden im Winter" (1995). "Mond über den Weiden" (1998 TV-Film).
Malerei: u. a. Jean-Baptiste-Camille Corot "Rast unter Weiden am Wasser" (1865-1870). Albrecht Dürer "Der heilige Hieronymus neben dem Weidenbaum" (Kupferstich 1512). August Macke "Weiden am Bach" (1912). Adolph Menzel "Bauplatz mit Weide" (1846).



Weiden: s. auch Weide



Weiher: Tümpel (kleiner Weiher. Pflanzennamen: Weihernuss (Wassernuss). Schimpfwort: Dimpfel = stumpfsinniger Mensch z. B. Bierdimpfel).
Sprüche: s. auch Sumpf. "Der Sänger singt am Weiher leise, / doch singt er etwas leierweise" (Erich Mühsam, Schüttelreim).
In der Literatur: Georg Britting "Der bekränzte Weiher" (Erzählungen 1937). Arthur Schnitzler "Der Gang zum Weiher" (Schauspiel 1926).
Im Gedicht: Georg Britting "Waldweiher". Felix Dahn "Wald-Weiher". Annette von Droste-Hülshoff u. a. "Der Weiher" ("Heidebilder") und "Am Weiher" ("Heidebilder"). Martin Greif "Gesegnete Weiherstunde".
Im Film /Filmtitel: u. a. "Am Weiher" (1985 TV-Serie "Lindenstraße"). "Der Polenweiher" (1986).
In der Malerei: u. a. Albrecht Dürer u. a. "Weiherhäuschen" (Zeichnung) und "Weiher im Walde" (um 1495). Gustav Klimt "Stiller Weiher im Schlosspark von Kammer" (1899). S. auch Sanitätsgefreiter Neumann, Teich



Wein:
"'Wein und Wahrheit', behauptet man, teurer Freund.
Wir auch wollen der Wahrheit frönen im Rausch des Weins"
(Theokrit).
"Gottes zweitbestes Geschenk an den Mann" (Ambrose Bierce).
Wein war die erste Pflanze, die Noah nach der Sintflut anpflanzte. Der Talmud kennt 60 Weinsorten. Christus am Kreuz wurde mit einem Schwamm ein Aufguss aus Wein und Myrrhe gereicht; von Luther fälschlich mit "Essig" übersetzt. Die Lex Salica (um 500) bestrafte die Tötung eines Weinbauern doppelt so hart wie die eines Ackerbauern. Hartmann von Aue war der Meinung, dass ein Becher Wein mehr stärke als 44 Becher Bier. Wein war besonders bei Hexen begehrt, um sich in Stimmung zu bringen.



Wein: Weinfälschern suchte man auf die Spur zu kommen, indem man Wacholderbeeren in den Wein warf. Gingen sie unter, war der Wein mit Wasser gepanscht. Der Weingott Bacchus ist eine "praktische" Gottheit, die von den "Alten als Ausrede erfunden wurde, um ohne Skrupel saufen zu können" (Ambrose Bierce). Berühmt war der "Wein der Kleopatra"; ein probates Mittel, um den römischen Helden Caesar "ins Bett zu kriegen". Das Getränk enthielt neben Wein u. a. Bilsenkraut und Roh-Opium. Das Weinblatt ersetzte in der Kunst das ursprüngliche Feigenblatt. Pflanzenname: Rebendolde, Weinpalme, Weinrose, Weinraute, Weinsteinflechte.



Wein: Redensarten: Einen Wein mit Wasser taufen (für verdünnen). Jemandem klaren/reinen Wein einschenken ("Kein Wein ist so sauer, wie der reine, der einem eingeschenkt wird" Markus Ronner. "Die Politiker schenken uns den reinsten Wein ein: Ohne Beimischung von Wahrheit" Gabriel Laub). Jungen Wein in alte Schläuche füllen (Matthäus 9,17). Wasser in den Wein gießen (einem die Freude verderben). Wasser predigen und Wein trinken (schlechtes Vorbild, besonders bei Geistlichen. "Die Welt ist voll von Leuten, die Wasser predigen und Wein trinken" Giovanni Guareschi). Weinbeere/Weinbeerengeschwulst, Weingeist (Alkohol), Weinhefe, Weinmond/Weinmonat (Oktober), weinrot, Weinsäure, weinselig, Weinviertel (Niederösterreich.
Tiernamen: Weinhähnchen (Grille) , Weinschwärmer (Schmetterling).

"Wenn der Wein soll laben,
Muss er vier Religionen haben:
Er muss sein lutherisch lauter vom Fass,
calvinisch gekeltert im hellen Glas,
Er muss wie ein Jude ohne Taufe sein
Und katholisch Wunder tun an Mark und Bein."



Wein: Sprichwörter: Alte Freunde und alter Wein sind am besten. Alter Wein und junge Weiber, / sind die besten Zeitvertreiber. Beim Wein geht die Zunge auf Stelzen. Das Weib und der Wein bringen den Mann um den Verstand (Spanien). Der Wein hat zwei Mängel: Der schlechte verdirbt den Magen, der gute den Beutel. Der Wein ist die Milch der Alten (Island). Der Wein macht lose Leute. Durch Wein und Weiberlist manch Mann ein Narr geworden ist. Durst macht aus Wasser Wein. Ein junges Weib ist im ersten Jahr feuriger Most; im zweiten zeigt sich, ob Wein oder Essig daraus werden wird. Ein Witwer ist ein Weinstock ohne Rebe. Freundschaft ist wie Wein, je älter, desto besser (Polen). Geht der Wein aus, hört das Gespräch auf; geht das Geld aus, bleiben die Freunde aus (Frankreich). #
Wein: Sprichwörter: Guten Wein trinkt man zu jeder Zeit, aber am liebsten bei Gelegenheit. Guter Wein und eine schöne Frau
sind zwei angenehme Gifte (Griechenland). Guter Wein verdirbt den Beutel und schlechter den Magen. Im Wein ist Wahrheit (in vino veritas. Antispruch: Seine Wahrheitsliebe zeigt sich darin, dass er gern zum Wein greift). Im Kopf ist der Wein nie so still wie im Fass (Bulgarien). In Wein und Bier ertrinken mehr als im Meer. Ohne Wein und Brot ist die Liebe tot. Pflanz den Weinstock für dich und den Ölbaum für deinen Sohn (Italien). Vor 11 (Uhr) keinen Wein, nach 11 (Uhr) kein Wasser! Wein ist der Alten Milch. Wein, Weiber und Pferde machen den Männern viel Beschwerde. Wer einen guten Wein trinkt, sieht Gott (Frankreich). Willst du wissen, wo es guten Wein gibt, so frag, wohin die Popen gehen (Bulgarien).



Wein:
"Man kann, wenn wir es überlegen,
Wein trinken, fünf Ursachen wegen:
Einmal, um eines Festtags willen;
sodann, vorhandenen Durst zu stillen;
Ingleichen künftigen abzuwehren,
ferner dem guten Wein zu ehren,
und endlich um jeder Ursach’ willen"
(Friedrich Rückert).

"Die Wahrheit ist im Wein;
Das heißt: In unsern Tagen
Muss einer betrunken sein,
Um Lust zu haben, die Wahrheit zu sagen"
(Friedrich Rückert)



Wein: Sprüche:
"Der Mensch braucht den Wein. Er stärkt den schwachen Magen, erfrischt die ermatteten Kräfte, heilt Wunden an Leib und Seele, verscheucht Trübsal und Traurigkeit, verjagt die Müdigkeit der Seele, bringt Freude, entfacht unter Freunden die Lust am Gespräch" (Augustinus zugeschrieben).

"Trunken müssen wir alle sein!
Jugend ist Trunkenheit ohne Wein;
Trinkt sich das Alter wieder zu Jugend,
So ist es wundervolle Tugend.
Für Sorgen sorgt das liebe Leben
Und Sorgenbrecher sind die Reben"
(Johann Wolfgang von Goethe).

"Alter verbessert den Wein und den Kapitalertrag, aber ich wüsste nicht, was sonst" (Stefanie Kroth). "Außen Wasser, innen Wein, / lasst uns alle fröhlich sein!" (Badespruch).



Wein: Sprüche: Auch trockener Wein macht eine feuchte Aussprache. Auch weißer Wein macht eine rote Nase. "Beim Weißwein denkt man an Dummheiten, beim Rotwein spricht man Dummheiten, beim Sekt macht man Dummheiten" (Henri Vidal). "Das Leben ist zu kurz, um schlechten Wein zu trinken" (Johann Wolfgang von Goethe). "Der junge Weinstock gibt mehr Trauben, der alte aber gibt besseren Wein" (Francis Bacon). "Der Rheinwein ist der beste, in welchen der Rhein und die Mosel gar nicht geflossen sind" (Georg Christoph Lichtenberg). "Der Wein erfindet nichts, er schwatzt nur aus" (Friedrich Schiller "Die Piccolomini"). "Der Wein erfreut des Menschen Herz" (Psalm 104,15). "Der Wein ist der Glättstein des Trübsinns" (Friedrich Rückert").



Wein: Sprüche: "Der Wein ist unter den Getränken das nützlichste, unter den Arzneien die schmackhafteste und unter den Speisen die angenehmste" (Plutarch, auch vom Bier überliefert). "Der Wein wirkt stärkend auf den Geisteszustand, den er vorfindet: Er macht die Dummen dümmer, die Klugen klüger" (Jean Paul). "Die Deutschen lieben Rheinwein; er wird in schlanke Flaschen gefüllt und für ein gutes Getränk gehalten; von Essig unterscheidet er sich durch das Etikett" (Mark Twain). "Die Freundschaft, die der Wein gemacht, / Wirkt wie der Wein nur eine Nacht" (Friedrich von Logau "Weinfreundschaft"). Die Macht der Presse spüren vor allem Weintrauben ("Sprüchekalender"). "Ein Glas Wein am Tag ist die beste Medizin überhaupt – man nennt das auch Schluckimpfung" (Stefanie Kroth).



Wein: Sprüche: "Es ist mir völlig gleichgültig, wohin das Wasser fließt, solange es nicht in den Wein läuft" (Gilbert Keith Chesterton). "Gott ist auch in einem guten Wein" (Johann Wolfgang von Goethe). "Ich nehme alle Tage das Medikament, das der unvergleichliche Dickens gegen Selbstmord verschreibt: ein Glas Wein, ein Stück Brot und eine Pfeife Tabak" (Vincent van Gogh). In Maßen genossen kann der Wein auch in großen Mengen nicht schaden. "Manchmal habe ich so das Gefühl, eine Pulle Wein sei mehr wert als die ganze Dichterei" (Gottfried Keller). "Nacht und Liebe, Wein und Jugendalter verführen leicht" (Terenz "Die Brüder").



Wein: Sprüche:
"Ohne Wein kann’s uns auf Erden
Nimmer wie dreihundert werden.
Ohne Wein und ohne Weiber
Hol der Teufel unsre Leiber"
(Johann Wolfgang von Goethe).

"Reimet sich gleich Wein und Rhein, / Reimt sich Wasser nicht mit Wein" (Friedrich von Logau "Rhein-Wein"). "Rotwein ist für alte Knaben / Eine von den besten Gaben" (Wilhelm Busch "Abenteuer eines Junggesellen"). " Schade, dass man einen Wein nicht streicheln kann" (Kurt Tucholsky). "Wein erhöht den Geist und macht ihn geneigt zur Entflammung, und beim vollen Pokal schwinden die Sorgen dahin" (Ovid). "Wer nicht liebt Wein, Weib und Gesang, / der bleibt ein Narr sein Leben lang" (Martin Luther fraglich. Alternativ: Lieber Wein, Weib und Gesang als Bier, Mann und Gebrüll). "Was ist das Leben, da kein Wein ist?" (Jesus Sirach). "Wenn man älter wird, so lernt man eben einsehen, dass man von einem Menschen nicht alles verlangen kann und dass man zufrieden sein muss, wenn ein Weinstock Trauben trägt. In jüngeren Jahren verlangt man auch noch Erd- und Himbeeren dazu" (Theodor Fontane). "Wo aber der Wein fehlt, stirbt der Reiz des Lebens" (Euripides).



Wein: Vergleiche: "Alter ist irrelevant, es sei denn, du bist eine Flasche Wein" (Joan Collins). "Anderer Leute Wein auf Bouteillen ziehen und sich dabei ein bisschen benebeln, dass man glaubt, er gehöre ihm. So etwas tun die meisten deutschen Schriftsteller" (Georg Christoph Lichtenberg). Beim Wein ist es wie in der Politik: Man merkt erst hinterher, welche Flaschen man gewählt hat. "Bücher sind wie Weinflaschen, der Staub darauf spricht für Qualität" (Ernst Heimeran).
"Dass aber der Wein von Ewigkeit sei,
Daran zweifl’ ich nicht.
Oder dass er von den Engeln geschaffen sei,
Ist vielleicht auch kein Gedicht.
Der Trinkende, wie es auch immer sei,
Blickt Gott frischer ins Angesicht"
(Goethe "West-Östlicher Divan").



Wein: Vergleiche: "Das Leben sollst du genießen wie einen vorzüglichen Wein. Schlückchenweise mit Pausen" (Ludwig Feuerbach). "Der Wein ist Gottes zweitbestes Geschenk an den Mann" (Ambrose Bierce). "Die Kunst ist zwar nicht das Brot, wohl aber der Wein des Lebens" (Jean Paul). "Ehen und Weine werden mit den Jahren sauer" (Victor Hugo). "Ein schlechter Schriftsteller wird manchmal ein guter Kritiker, genauso wie man aus einem schlechten Wein einen guten Essig machen kann" (Henry de Montherlant). "Im Wein liegt Wahrheit – und mit der stößt man überall an" (Georg Wilhelm Friedrich Hegel). "Im Wein liegt Wahrheit, weil sie dort nicht mehr stehen kann" (Manfred Hinrich). "Junge Liebe vergleich’ ich am besten mit heurigem Weine, / Koste beides, es wächst stets im Genießen der Durst" (Emanuel Geibel). "Wein ist Poesie in Flaschen" (Robert Louis Stevenson). "Wie nicht jeder Wein im Alter sauer wird, so auch nicht jeder Charakter" (Marcus Tullius Cicero). Wein ist wie Politik. Man merkt erst hinterher, welche Flasche man gewählt hat. "Welchen Wein die Parteien uns auch immer verheißen: Wenn sie zur Regierung kommen, verdünnen sie ihn immer mit demselben Wasser" (Rod Roda).
Schimpfworte: Spätlese (ältere heiratswillige Frau), Weinfass, Weinschlauch (durch Weintrinken dick gewordener Mann).



Wein: In der Fabel s. auch Hirsch. Martial "Epigramme" (u. a. "Weinkelche" und "Weinwolke"). In der Literatur: Mo Yan "Die Republik des Weines". Heinz Piontek "Wie wenig ich vom Wein verstehe" (in "Farbige Schatten"). George Bernard Shaw "Junger Wein gärt" (1933).
Im Gedicht: S. auch Schmetterling. Anakreon "Kelterlust", übersetzt von Eduard Mörike:
"Schwarze Trauben erst in Körben
Bringen Jünglinge und Mädchen
Auf den Schultern hergetragen.
In die Kelter aber schütten
Jene sie sofort und lösen
Nun den Most, die Beeren tretend.
Hoch erschallt das Lob des Gottes,
Hoch in lauten Kelterliedern,
Während sie den jungen Bakchos
In der Tonne brausen sehen.
Und der Greis, wenn er ihn trinket
Tanzet er auf wanken Füßen,
Dass die Silberlocken beben;
Und der junge, schöne Bursche
Überschleicht im Rausch ein Mädchen,
Das, dem scheren Schlummer weichend,
Seinen zarten Leib im Schatten
Grüner Blätter hingegossen;
Reizet es, die höchsten Rechte
Hymens keck vorauszunehmen.
Wollen Worte nichts verfangen,
Weiß er durch Gewalt zu siegen.
Denn zu wilden Taten lockt der
Trunkne Gott das junge Völkchen."



Wein: Im Gedicht:
"Wer als Wein- und Weiberhasser
Jedermann im Wege steht,
Der genieße Brot und Wasser,
Bis er endlich in sich geht"
(Wilhelm Busch)

Guillaume Apollinaire "Rheinische Nacht". Ernst Moritz Arndt "Trinklied". Achim von Arnim u. a. "Du schwerer Wein, kannst du nicht brechen" und "Lied". Bakchylides von Keos "Der Wein". Charles Baudelaire u. a. "Die Seele des Weines" (in "Blumen des Bösen", übers. von Stefan George). Carl Michael Bellmann "Das Notabene" (übers. von Klabund). Clemens Brentano "Der Musikanten schwere Weinzunge". Georg Britting "Im Wein / birgt sich viel: / Spiel, / Schwermut und Lust …" und "Lob des Weines" (1942/44, 1950). Wilhelm Busch u.. a. "Lebenslauf" und "Wein- und Weiberhasser". Catull "Knabe, alten Falerner gieße ein jetzt …" Matthias Claudius "Rheinweinlied". Felix Dahn "Weinlied". Cäsar Flaischlen "Beim Wein". Emanuel Geibel u. a. "Im Herbste, wenn die Trauben glüh'n …" und "Lied vom Wein".



Wein: Im Gedicht:
"Das Wasser allein macht stumm,
das beweisen im Wasser die Fische,
der Wein allein macht dumm,
das beweisen die Herren am Tische.
Daher, um keines von beiden zu sein,
trink´ ich Wasser vermischt mit Wein"
(Johann Wolfgang von Goethe).

Johann Wilhelm Ludwig Gleim "Die Macht des Weins" und "Tafelgespräch". Anastasius Grün "Die Rebe". Andreas Gryphius "Über die Worte: Sie sind voll süßes Weins". Hafis "In Weinhäusern …" Friedrich von Hagedorn u. a. "Der schlechte Wein" und "Doris und der Wein". Georg Philipp Harsdörffer "Lied von dem Weinmonat". Otto Erich Hartleben "Der Magdalenenwein". Friedrich Hebbel "Der Wein" und "Vor dem Wein". Johann Gottfried Herder "Der Wein" (aus dem Griechischen) und "Wein und Wasser". Georg Herwegh "Rheinweinlied". Hermann Hesse "Beim Wein" und "Tröster Wein". Paul Heyse "Neuer Wein". August Heinrich Hoffmann von Fallersleben u. a. "Wasser und Wein" und "Weinlied". Friedrich Hölderlin "Brot und Wein". Horaz "Oden" und "Epoden" ("Lob des Weines", Trost im Wein" und "Dem Weinkrug"). Ernst Jandl "auch mit dem wein …"



Wein: Im Gedicht: Friedrich Georg Jünger "An den Wein". Abraham Gotthelf Kästner "Auf eines Reisenden Urteil vom Naumburger Weine" und "Ordnung der Weinbouteillen in meinem Keller". Gottfried Keller "Landwein" und "Das Weinjahr". Justinus Kerner "Wein". Klabund "Trinklied". Johann Klaj "Bacchus in Gestalt des Herbstes". Ewald Christian von Kleist "Liebeslied an die Weinflasche". Friedrich Gottlieb Klopstock u. a. "Der Rheinwein" und "Der Wein und das Wasser". Theodor Körner "Weinlied".

Gotthold Ephraim Lessing u. a. "Der trunkne Dichter lobt den Wein" und "Die Stärke des Weins":
"Wein ist stärker als das Wasser:
Dies gesteh'n auch seine Hasser.
Wasser reißt wohl Eichen um,
Und hat Häuser umgerissen:
Und ihr wundert euch darum,
Dass der Wein mich umgerissen?"



Wein: Im Gedicht: Georg Christoph Lichtenberg "Das alte Fass ist ausgetrunken ..." Friedrich von Logau u. a. "Wein", "Wein und Gicht" und "Wein-Lust". Henry Wadsworth Longfellow "Catawba Wine ". Hermann Löns "Ein Lied zum Weine". Martial "Rat an einen frustrierten Liebhaber" ("Gern setzt du, Rufus, Wasser dem Wein zu …"). Conrad Ferdinand Meyer "Weinsegen". Christian Morgenstern "Füllet Wein in goldne Schalen" und "Wein und Waffe". Börries von Münchhausen "Das Weinwunder" (Ballade). Pablo Neruda "Ode an den Wein". Novalis "Der Wein" und "Zur Weinlese". Fernando Pessoa "Nicht nur mit Wein …" Sandor Petöfi "Wasser und Wein". Alexander Puschkin "Wasser und Wein". François Rabelais (in "Gargantua und Pantagruel"). Joachim Ringelnatz "Im Weinhausgarten". Friedrich Rückert u. a. "Becher und Wein" und "Wein und Weinen". Hans Sachs "Die vier wunderberlichen Eigenschaft und Würkung des Weins" (1528). Ruth Schaumann "Rebenhang" (1927). Friedrich Schnack "Weingericht" und Weinlied". Theodor Storm "Oktoberlied" ("Der Nebel steigt, es fällt das Laub; / Schenk ein den Wein, den holden!..." Georg Trakl "Beim jungen Wein" und "Im Weinland". Ludwig Uhland "Die Geisterkelter" und "Wein und Brot". Johann Peter Uz "Der Sommer und der Wein". Varro "Lob des Weines" und "Wein in Maßen". Paul Verlaine "Weinlese". Georg von der Vring "Weinrose".



Wein: Im Film/Filmtitel: u. a. Rose "An der Donau, wenn der Wein blüht" (1965). "Basta, Rotwein oder Totsein" (2004). "Columbo: Wein ist dicker als Blut" (1973). "Der Weinskandal" (1987 TV-Film). "Der Winzerkönig" (TV-Serie 2006). "Der Winzerkrieg" (2011). "Die Straßen von Berlin: Blutwurst und Weißwein" (1995). "Die Tage des Weines und der Rosen" (1962). "Die Weinernte" (1967). "Die Weinkeller des Majestic" (1992). "Die Weinmacher" (1989). "Die Winzerin von Langenlois" (1957). "Ein Bild von einem Mörder" (Winzer. TV Serie "Polizeiruf 110" 2004). "Equalizer – Blut und Wein" (1987). "Feingold – Winzer, Weine und Intrigen" (1988). "Im Wein liegt Wahrheit" (1993 TV-Film). "In vino veritas" (TV-Serie "Julia"). "Junger Wein" (1976, 1986). "Liebe aus Träumen geboren" (1997 Winzer). "Piroggen und bitterer Wein" (1978). "Polterabend" (TV-Film 2003 Tod in der Weinpresse). "Roter Wein" (1976).



Wein: Im Film/Filmtitel: "Schuld allein ist der Wein" (1949). "Schütt’ die Sorgen in ein Gläschen Wein" (1938). "Tödlicher Wein" (1992). "Vino santo – Es lebe die Liebe, es lebe der Wein" (1999). "Wein ist dicker als Blut" (TV-Serie "Columbo"). "Wein, Weib und Gesang" (1922). "Weingeister" (1924). "Weinlese" (1982, 1989 TV-Film). "Weinreisender gesucht" (1921). "Wenn der junge Wein blüht" (1926).
In der Malerei: u. a. Hans Baldung "Madonna in der Weinlaube" (um 1541-1543). Michelangelo Caravaggio "Der junge Bacchus". Gustave Courbet "Die Weinlaube" (1870) und "Weinlese in Ornans" (1849). Vermeer van Delft "Paar beim Wein" (1870). Albrecht Dürer "Christus in der Kelter" (Zeichnung ). Francisco de Goya "Weinlese" (1786). Max Slevogt "Weinlaube" (1917) und "Weinlese in der Pfalz" (1927).



Wein: In der Musik: Alban Berg "Der Wein" (Konzertarie nach Charles Baudelaire 1929).
Im Lied: "Aus der Traube". "Bunt sind schon die Wälder" (Strophen 2-5). "Die Pfälzer Weinnase". "Fein, fein schmeckt uns der Wein". "Ich brauch' nur ein Fläschchen Wein". "Kleine Winzerin vom Rhein". "Lob des Weins " (Johann Gottfried Herder). "Rundgesang und Rebensaft". "Schütt’ die Sorgen in ein Gläschen Wein". "Weinlied" (Robert Stolz). "Weinsüppchen" und "Vom Wasser und vom Wein" (aus "Des Knaben Wunderhorn"). "Wenn das Wasser im Rhein ". "Wohlauf noch getrunken den funkelnden Wein!" (Text von Justinus Kerner. Vertont von Robert Schumann).
Schlager: u. a. "A steel guitar and a glass of wine" (Paul Anka). "An der Donau, wenn der Wein blüht" (1933/1965). "And her tears flowered like wine" (Stan Kenton). "Drinking wine spoo dee o dee" (Jerry Lewis). "Du lieber, guter Wein" Hans Moser). "Frauen und Wein" (1952). "Grapevine" (Mickey Gilley). "Rot ist der Wein" (Ivo Robic). "Sieben Fässer Wein" (Roland Kaiser).



Wein: S. auch Traube, Ulrich (hl.), Urban (hl.)



Weinberg: Redensarten: Arbeiter im Weinberg des Herrn (tätiger Christ, Jesaja 5,7 und Matthäus 20,1). Tiernamen: Weinbergschnecke. Pflanzennamen: Weinbergpfirsich.
Sprichwörter: Weinberge und Teich machen selten reich. Wenn der Fuchs sich über den Weinberg ärgert, spart man viele Trauben (Portugal).
Sprüche s. auch Wildschwein.
Vergleiche: "Auf demselben Menschen wachsen, wie auf einem Weinberg, oft vielerlei Weine: auf der Mittagseite der herrlichste und auf der Nordseite einer, der nicht zu trinken ist" (Jean Paul).
In der Literatur: Lion Feuchtwanger "Die Füchse im Weinberg" (1947/48). Johann Wolfgang von Goethe "Weinstock". Friedrich Georg Jünger "Das Weinberghaus" (1947). Ruth Schaumann "Der Weinberg" (1946). Johann Gottfried Seume "Die Weinlese. Eine einfache Erzählung". Carl Zuckmayer "Der fröhliche Weinberg" (1925, Film 1952).



Weinberg: Im Gedicht: Gottfried August Bürger "Die Schatzgräber". Max Dauthendey u. a. "Augustmond im Weinberg" und "Weinlese". Annette von Droste-Hülshoff "Geistliches Jahr. Ev.: Von den Arbeitern im Weinberge". Joseph von Eichendorff "Der Winzer". Emanuel Geibel "Im Herbste, wann die Trauben glühn" und "Im Weinberg". Johann Gottfried Herder "Der Bock und der Weinstock" (aus dem Griechischen). August Heinrich Hoffmann von Fallersleben "Zur Weinlese". Gottfried Keller "Die Winzerin". Sarah Kirsch "Im Weinberg". Friedrich von Matthisson "Die Weinblüte". Eduard Mörike "Im Weinberg". Novalis und "Zur Weinlese". Heinz Piontek "März im Weinberg". Hans Sachs "Der Rebmann" (in J. Amman "Ständebuch") und "Ein Klag Gottes über seinen Weinberg, verwüstet durch Menschen Lehr und Gebot (1531). Ruth Schaumann "Der Rebenhag" (1927). Friedrich Schlegel "Der Weinberg. Lorenzo". Johann Gottfried Seume "Zur Weinlese". Ernst Stadler "Weinlese". Johann Peter Uz "Die Weinlese". Johann Heinrich Voß "Der Rebenspross". Walther von der Vogelweide "Der gute Wein wird selten gut …"



Weinberg: Im Film/Filmtitel: u. a. "Bienzle und der Tod im Weinberg" ("Tatort" 2005). "Der fröhliche Weinberg" (1927, 1952, 1960, 1978, 1985). "Die Liebe hat das letzte Wort" (TV-Film 2004). "Geerbtes Glück" (TV-Film 2004). "Tod im Weinberg" (2009 TV-Serie "Ein Fall für zwei"). "Weinberg" (TV-Serie 2015).
In der Malerei: u. a. Albrecht Dürer "Der Gärtner mit dem Weinstock" (Holzschnitt 1515). Vincent van Gogh "Die roten Weinberge" (1888). Max Slevogt "Weinlese in der Pfalz" (1927). Carl Spitzweg "Rast auf dem Weinberg" (um 1845).
Im Lied: "Ein Rundgesang von des Herrn Weingarten" (aus "Des Knaben Wunderhorn"). "In der Pfalz da blühen uns're Reben"



Weinberg: "Der Bauer und seine Söhne" von Äsop: Ein Bauer lag im Sterben, und weil er wollte, dass sich seine Söhne mit der Landwirtschaft vertraut machen sollten, rief er sie zu sich und sprach: "Liebe Kinder, in einem meiner Weingärten liegt ein kostbarer Schatz vergraben." Da nahmen die Söhne, nachdem der Vater gestorben war, Pflug und Spaten und gruben alles Land um. Den Schatz fanden sie zwar nicht, aber der Weingarten schenkte ihnen reiche Frucht.



Weinpanscher: Ein fränkischer Winzer "veredelte" 90000 Liter Wein mit Wasser. Zum Verhängnis war ihm geworden, dass er das Wasser aus seinem mit Nitrat verseuchten Hausbrunnen genommen hatte.
In der Malerei: u. a. Albrecht Dürer "Weinfälschernarren" (Holzschnitt 1494).



Weißdorn: Aus ihm soll die Dornenkrone Christi geflochten sein. Seine Dornen schützen gegen Hexen. In der Antike glaubte man, die Berührung dieser Pflanze würde Frühgeburten herbeiführen.
Im Gedicht: Ferdinand Freiligrath "An einen Weißdorn" (nach Pierre de Ronsard). Wilhelm Raabe "Der Hagedorn". Friedrich Rückert "Der Weichdorn". Ludwig Uhland "Graf Eberhards Weißdorn".
"Nun hört die Stimme, die um Mitleid ruft
Macheath liegt hier nicht unter’m Hagedorn
nicht unter Buchen, nein, in einer Gruft
hierher verschlug ihn des Geschickes Zorn."
(Bertolt Brecht "Dreigroschenoper").



Weizen:
"Ihm trägt die fruchtbare Erde
Weizen und Gerste, voll hängen die Bäume von Früchten, beständig
mehrt sich das Vieh" (Homer "Odyssee").
In Ägypten wurde er den Verstorbenen als Totenspeise mitgegeben. Der Tau auf blühendem Weizen soll gegen Sommersprossen helfen.
Redensarten: Er färbt Ruß und verkauft ihn für Weizenmehl (er lügt). Sein Weizen blüht (er hat Erfolg). Pyramide (von griechisch "pyramis" = Weizenkuchen), Weizenbier (Weißbier). Tiernamen: Weizeneule (Schmetterling), Weizenhalmfliege. Pflanzennamen: Weizenhalmtöter (PilZ.



Weizen: Sprichwörter: Dankbarkeit und Weizen gedeihen nur auf gutem Boden. Tausend Verse wiegen nicht ein einziges Weizenkorn auf (arabisch).
Sprüche: "Wer aus dem Weizen einen Kuchen haben will, muss das Mahlen abwarten" (William Shakespeare). "Wer die Saat verfüttert hat, kann nicht erwarten, dass der Weizen blüht" (Norbert Blüm).
Vergleiche: "Fernsehdirektoren haben eine einmalige Begabung: Sie können die Spreu vom Weizen trennen - Und die Spreu senden sie dann" (Dieter Hallervorden).
In der Literatur: Günter Eich "Weizenkantate" (1936). Johann Peter Hebel "Die Weizenblüte". Nikolai Lesskow "Das erlesene Korn". Martial "Epigramme" ("Feines Weizenmehl").
Im Gedicht: Werner Bergengruen "Das Weizenkorn" (in "Die heile Welt"). Friedrich Hebbel "Ein Weizenfeld".
Im Märchen: Hans Christian Andersen "Der Buchweizen" (Buchweizen ist allerdings keine Weizenart, sondern ein Knöterichgewächs).
Im Film /Filmtitel: u. a. "Septemberweizen" (1978/80). "Weizenherbst" (1951).
In der Malerei: u. a. Vincent van Gogh "Weizenfeld mit Zypressen" (1889) und "Weizenfelder. Auvers" (1890). Claude Monet "Weizenfeld" (1881) und "Strandweg zwischen Weizenfeldern nach Pourville" (1882).



Wendehals: Spechtart, die ihren Hals schlangenförmig drehen kann. Vogel des Jahres 1988. Im Altertum band man ihn an ein kleines Rad und ließ es ihn wie eine Tretmühle drehen. Im alten Griechenland Zaubervogel für verschmähte Liebe. Um die Liebe zurück zu gewinnen wurde er auf ein Rad gebunden und dieses unter Aussprechung von Zauberformeln gedreht.
Schimpfworte: Wendehals (u. a. Transvestit. Opportunist, Politiker, der seine Partei je nach politischer oder wirtschaftlicher Lage wechselt - bereits seit 1850, neu aufgekommen im ehemaligen Ostblock), "Winde Hals" (Johann Wolfgang von Goethe in "Hanswursts Hochzeit").
Im Gedicht: Eugen Roth "Tierleben für jung und alt" (1973).
Im Film/Filmtitel: u. a. "Ein Wendehals" (1994).



Wendelin (hl4.): Patron der Bauern und Hirten und Schutzheiliger gegen Viehseuchen. Einer Legende nach, die auch bei anderen Heiligen auftaucht, soll der Leichnam von Wendelin "am Morgen nach seiner Beisetzung neben dem Grab gelegen haben". Daraufhin spannte man zwei Ochsen vor einen Karren und man ließ die Ochsen den Leichnam Wendelins dorthin ziehen, wohin sie wollten. Wo sie stehen blieben, fand dann der Heilige seine endgültige Ruhestätte. "O heiliger Wendelin, du Viechpatron, / Siech uns als deine Kinder an" (Gebet aus dem Stubaital).



Wespe: Aristophanes ließ in einer seiner Komödien den Chor in Gestalt von Wespen auftreten. In einem antiken Bericht geht der Fuchs, um an den Honig zu kommen, folgendermaßen vor: Er steckt seinen Schwanz in ein Wespennest, zieht ihn mit den Wespen heraus, schlägt die Wespen tot und macht sich dann über den Honig her. Das größte bisher bekannte Wespennest wurde 1999 in Japan entdeckt. Es hatte einen Umfang von 2,45 m und wog 8 kg. Einige Wespen erkennen die Gesichter ihrer Artgenossen. Vespa (Motorroller, von italienisch Wespe). "Das Wespennest" (satirische Zeitschrift).



Wespe: Redensarten: Ein Gefühl wie ein Wespenstich (für unangenehm). In ein Wespennest greifen/stechen/stochern, sich in ein Wespennest setzen (eine heikle Sache angehen). Wespentaille (superschlank, "Wespentaille trotz Bienenstich" Ernährungsratgeber). Tiernamen: Wespenbock (Käfer), Wespenbussard, Wespenspinne.
Sprichwörter: Einer Biene mag man den Stich nachsehen, einer Wespe nicht. Sieben Wespen stechen ein Pferd tot (auch Hummeln und Hornissen). "Wespe" (verschiedene Kriegsschiffe, Berliner Kabarett, Sternbild).
Sprüche: S. auch Biene. Für mich bitte einen Kaffee – und eine Cola für die Wespen (Bestellung eines Gastes).



Wespe: Vergleiche: "Die Verleumdung gleicht der Wespe, die uns belästigt und gegen die man sich nur wehren soll, wenn man sicher ist, sie zu töten, sonst kehrt sie nur um so wütender zum Angriff zurück" (Nicolas Chamfort). "Produzenten von Sarkasmen sollte es ergehen wie den Wespen: wer seinen Stachel betätigt, müsste umkommen" (Eleonore Duse). "Sich neue Bahnen brechen, / Heißt in ein Nest von Wespen stechen" (Johann Wolfgang von Goethe).
Einem preußischen Abgeordneten, der Matthias Claudius falsch zitierte, wird zugeschrieben: "Greif niemals in ein Wespennest, / doch, wenn du greifst, so greife fest." (Claudius: "Greif nicht leicht in ein Wespennest; / Doch wenn du greifst, so stehe fest").
Schimpfworte: Schlupfwespe (polizeilich nicht erfasste Prostituierte), Wespe (unruhige junge Frau, Polizistin), wepsig (unruhig).



Wespe: Fabeln: S. auch Biene, Hengst, Schmetterling. Äsop "Die Wespe und die Schlange" und "Die Wespen, die Rebhühner und der Bauer": Vom Durst getrieben, kamen die Wespen und die Rebhühner einst zu einem Bauern und baten um Wasser. Sie wollten als Dank dafür die Weinberge des Bauern umgraben und seine Trauben veredeln, während die Wespen mit ihren Stacheln die Diebe vertreiben wollten. Doch der Bauer ließ sich nicht auf dieses Angebot ein: "Meine zwei Ochsen machen mir keine Versprechungen, aber sie tun alles, was ich ihnen befehle; ihnen werde ich daher lieber als euch zu trinken geben." Gotthold Ephraim Lessing "Die Wespen".
In der Literatur: Aristophanes "Die Wespen". Agathe Christie "Das Wespennnest". Jonathan Swift "Gullivers Reisen" (Gulliver im Kampf mit den Riesenwespen).
Im Gedicht: S. auch Biene. Georg Britting "Wespen-Sonette". Hermann Claudius "Wespenlied". Eugen Roth "Tierleben für jung und alt" (1973). Friedrich Rückert "Biene und Wespe".
Im Film/Filmtitel: u. a. "Das tödliche Wespennest" (2001/02). "Das Wespennest" (1970, 1975). "Die Wespenfrau" (1959). "Wespen" (Kurzfilm 2003). "Wespennest" (1983, 1989, 1993).



Wespen: s. auch Wespe



Wetter:
"Wenn's bayrisch Bier regnet
und Bratwürste schneit,
dann bitt’ ich den Herrgott,
dass’s Wetter so bleibt."

Alle Wetter! (Anerkennung),. Gut Wetter machen, um gut Wetter bitten. Tauwetter (Politik), wettern (schimpfen), wetterwendisch. Wetterfahne/Wetterhahn, Wetterscheide. Wetterläuten: Läuten der Kirchenglocken bei Anzug eines Gewitters. Zeitweise verboten, nicht wegen des Aberglaubens, sondern weil allzu viele Glöckner vom Blitz erschlagen wurden. Pflanzennamen: Wetterdistel (Eberwurz), Wetterrose (Malve), Wetterstern (Pilz).
Sprichwörter:
Fürstengunst, Aprilenwetter,
Frauenlieb' und Rosenblätter,
Würfelspiel und Kartenglück
Wechseln jeden Augenblick."



Wetter: Sprichwörter: S. auch Schwalbe. Am besten hat’s der Herrgott im April: / Er kann’s Wetter machen, wie er will. Für eine Hochzeit und für ein Begräbnis ist das Wetter nie zu schlecht (Irland). Lobe das Wetter am Abend und den Sohn, wenn er graue Haare hat (aus Finnland). Wenn man lange genug wartet, wird das schönste Wetter (aus Japan).
Sprüche: "Die Kalendermacher machen die Kalender, aber Gott macht das Wetter" (Julius Wilhelm Zincgref). "Großen Seelen ziehen die Schmerzen nach wie den Bergen die Gewitter. Aber an ihnen brechen sich auch die Wetter, und sie werden zur Wetterscheide der Ebene unter ihnen" (Jean Paul). "Heutzutage hat die Natur etwas Unnatürliches, und Wind und Wetter wirken übertrieben" (Gottfried Benn). "Jeder schimpft über das Wetter, aber keiner tut etwas dagegen" (Mark Twain?). "Schönes Wetter täuscht immer über die wirkliche Lage hinweg" (Paul Gauguin). "Sonnenschein ist köstlich, Regen erfrischt, Wind kräftigt, Schnee erheitert. Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur verschiedene Arten von gutem" (John Ruskin). Wenn der Wetterbericht für‘s Wochenende zwanzig Grad ankündigt, dann heißt das möglicherweise, dass es samstags elf und sonntags neun Grad warm wird.
Schimpfwort: Wetterfahne (wetterwendischer Mensch).



Wetter: Im Gedicht: Günter Grass "Übers Wetter geredet". Franz Grillparzer "Böses Wetter". Heinrich Heine "Das ist ein schlechtes Wetter..." Hermann Hesse "Blumen nach einem Unwetter" und "Wetterleuchten". Karl Immermann "Bei trübem Wetter". Gottfried Keller "Trübes Wetter". Justinus Kerner "Lust stürmischen Wetters". Hermann Löns "Wetterleuchten". Christian Friedrich Daniel Schubart "Bei einem Wetter". Ludwig Thoma "Föhn".
Im Film/Filmtitel: u. a. "Aprilwetter" (1985). "Böse Wetter" (TV-Serie "Polizeiruf 110" (1970). "Stürmisches Wetter" (1995). "Tauwetter" (1977, 1990). "Wetterleuchten" (1924, 1927, 1943). "Wetterleuchten am Dachstein" (1953). "Wetterleuchten über dem Zillertal oder der gestohlene Himmel" (1974). "Wetterleuchten um Barbara" (1941). "Wetterleuchten um Maria" (1957). "Wettertanz" (1990). "Wettervorhersage" (1982). "Der Wetterwart" (1923). "Der Wetterwart des Montblanc" (1930).
S. auch Gewitter, Hagel, Katze, Regen



Wetterregel:
"Glückselig ist der Bauersmann,
der's Wetter recht erkennen kann."
Am besten hat's der Herrgott im April:
Er kann's Wetter machen, wie er will.

"Wetterheilige" sind u. a. Columban, Georg, Katharina und Mauritius. Bei der "Bauernpraktik oder Wetterbüchlein", 1508 erstmals erschienen und vielfach nachgedruckt, handelt es sich um astrologische Wettervorhersagen aufgrund von Planetenstellungen. Eine wichtige Rolle spielt noch heute der sog. "Hundertjährige Kalender" des Klosterlangheimer Abts Mauritius Knauer. Der Titel der Erstausgabe für die Jahre von 1701 bis 1801 lautet: "Wie ein jeder Hausvater, hohen und niedrigen Standes, solche ganze Zeit über nach der sieben Planeten Influenz judicieren und sein Hauswesen mit Nutzen einrichten möge". Nach hundert Jahren soll sich das Wetter wiederholen. Im Gegensatz zu diesem astrologischen Ansatz stützen sich die folgenden Bauernregeln auf Beobachtungen. Jedoch keine Regel ohne Ausnahme. Mit dem Spruch: "Kräht der Hahn auf dem Mist, / Ändert sich’s Wetter oder es bleibt wies ist", sagt der Landmann das kommende Wetter präziser voraus als die amtliche Vorhersage mit ihren millionenteueren Computern. S. auch die einzelnen Pflanzen und Tiere
S. auch Christi Himmelfahrt, Fink, Johannes der Täufer, Martin (hl.)



Wetzstein: Redensarten: Die Scharte auswetzen (stumpfe Sicheln und Sensen werden mithilfe des Wetzsteins geschärft). Schimpfwort: Wetzen (koitieren), Wetzstein (Frau, Prostituierte, erigierter Penis).



Wicke:
"Oder säe, zu anderer Jahreszeit, goldgelben Weizen,
wo du vorher die Hülsenfrucht, heiter mit klappernder Schale,
einbrachtest oder die schmächtige Wicke und herbe Lupine"
(Vergil "Vom Landbau").
"Weh mir, wie mager mein Stier, und er weidet in üppigen Wicken!
Ein und dieselbe Liebe verzehrt das Vieh wie den Hirten"
(Vergil "Hirtengedichte").
Der Volksmund weiß, wozu verschiedene Pflanzen verwendet werden können, Z.B. Rosen zum Kosen, Wicken zum F...; aber auch als Aphrodisiakum. Redensart: In die Wicken gehen (Jägersprache: Das Wild flüchtet in ein Wickenfeld und ist daher unauffindbar). In die Wicken ficken (unbefriedigender Koitus).



Wicken: s. auch Wicke



Wiedehopf: Der thrakische König Tereus wurde in der griechischen Sage in einen Wiedehopf verwandelt. Aristoteles hielt den Vogel für einen verwunschenen König. "Stinkvogel" (er stinkt geradezu sprichwörtlich und beschmutzt sein Nest). Zusammen mit dem Raben ständiger Begleiter des König Salomo. Hexenvogel. Als "wirksame" tierische Aphrodisiaka galten der Wiedehopf, das Herz von Schwalben, die Federn von Krähen, ferner das Drüsensekret von Kiebitzweibchen. Vogel des Jahres 1976. Nationalvogel Israels.
Sprichwörter: Auch der Wiedehopf putzt sein Nest. In der Fabel: S. auch Esel. Johann Wilhelm Ludwig Gleim "Der Wiedehopf und die Mücke" und "Der Wiedehopf und die Nachtigall".
In der Literatur: Aristophanes "Die Vögel" (u. a. "Weckruf des Wiedehopfes an die Nachtigall").



Wiedehopf: Im Gedicht: Wilhelm Busch "Der Knabe und der Wiedehopf". August Heinrich Hoffmann von Fallersleben "Tanzmeister Wiedehopf". Eugen Roth "Tierleben für jung und alt" (1973).

"Wenn der Hoppevogel schreit,
Ist der Tag nicht mehr weit.
Wenn die Sonne sich aufthut,
Schmeckt der Schlaf noch so gut!"
(Joseph von Eichendorff "Aus dem Leben eines Taugenichts").

Schüttelreim:
"Der Wiedehopf ne Haube trägt.
Des Winzers Hand die Traube hegt."
(B. Papentrigk)

Sage: Brüder Grimm "Rohrdommel und Wiedehopf".
Im Lied: "Der Wiedehopf, der Wiedehopf, / der schenkt der Braut nen Blumentopf" (aus der "Vogelhochzeit"). "Der Wiedehopf hat einen Schopf" (aus "Stumpfsinn, Stumpfsinn, du mein Vergnügen"). "Wiedehopf im Mai" (1967), deutsche Version des Schlagers "Puppet on a string". Oper von Hans Werner Henze "L'Upupa und der Triumph der Sohnesliebe".



Wiese: "Aber du weidest noch heute auf Wiesen und hüpfst in nichtigem Spiele;
hast ja noch keinen tüchtigen Reiter, der etwas von Pferden versteht!"
(Anakreon).
Germanen und Christen stellten sich das Jenseits als herrliche Wiese, voll Blumen und Obstbäumen und von Quellen gesäumt vor.
Redensarten: Auf der grünen Wiese (vor der Stadt, auf unbebautem Gelände). Auf die Wies'n gehen (Theresienwiese, Oktoberfest in München). Das ist mir eine gemähte Wiese (erwünschte Gelegenheit, Erfolg der ohne Anstrengung erreichbar ist). Jemand sieht aus wie eine ungemähte Wiese (ungepflegt). Seine Wiese pflastern lassen (Unnützes tun).
Tiernamen: Wiesenotter (Viper), Wiesenralle, Wiesenschmätzer (Drossel), Wiesenschnake, Wiesenspinner (Schmetterling), Wiesenwanze. Pflanzennamen: Wiesenbocksbart, Wiesenknopf (Bibernelle), Wiesenkohl (Knöterich), Wiesenkresse (Schaumkraut), Wiesenraute, Wiesenripse.
Sprichwörter: Auf der Wiese der Hoffnung weiden viele Narren (Russland).



Wiese: Sprüche: Sprüche s. auch Unkraut. "Das Gebirge, wie hassenswert! Ein See, wie langweilig! Die grünen Wiesen wie abstoßend!" (Thomas Bernhard). "Wir lagen auf der Wiese und baumelten mit der Seele" (Kurt Tucholsky).
Vergleiche: Ein Haus ohne Frau ist wie eine Wiese ohne Tau (USA). Es ist schon über so viele Dinge Gras gewachsen, dass man keiner grünen Wiese mehr trauen kann.
Schimpfworte: Idiotenhügel, -wiese (Übungsgelände für Skianfänger), #
Wiese: Pflanzennamen: Wiesenflockenblume, Wiesenhafer, Wiesenknöterich, Wiesenknopf, Wiesenraute, Wiesensilge. Bastelwiese/Familienwiese (Ehebett, Schlafzimmer), Fleischwiese (Badestrand), Lasterwiese, Liegewiese/Lustwiese, Onanierwiese, Sündenwiese (Bett, Couch, Sofa), Hotel zur sündigen Wiese/Rheumawiese (Campingplatz), Spielwiese (u. a. für Bett, Glatze, Vagina). Schon bei Walther von der Vogelweide Ort, wo sich die Besitzlosen vergnügten ("Unter der Linden, an der Heide ..."). Neuhochdeutsche Übersetzung:
"Auf der grünen Wiese,
Hab ich sie gefragt,
Ob sie mich mal ließe,
Ja, hat sie gesagt."

Literarische Anmerkung: "Feldvögelei" führte bei Günter Grass zur Produktion des "Blechtrommlers".



Wiese: In der Literatur: Günter Grass "Meine grüne Wiese". Halldór Kiljan Laxness "Auf der Hauswiese" (dt. 1978). Karl Heinrich Waggerl "Lob der Wiese" (in "Wagrainer Geschichtenbuch" 1936) und "Das Wiesenbuch" (1932).
Im Gedicht: Johannes R. Becher "Die grüne Wiese". Georg Britting "Abgemähte Wiesen" und "Wiese vorm Dorf". Wilhelm Busch "Die stille Wiese" (in: "Die Knopp-Trilogie"). Max Dauthendey "Nenn dich meine Wiesen" und "Wenn ich jetzt an die Wiesen denk". Cäsar Flaischlen "Auf der Wiese". Theodor Fontane "Unter grasbedeckten Wiesen". Johann Wolfgang von Goethe "Ziehn die Schafe von der Wiese …" Martin Greif "Auf der Wiese". Catharina Regina von Greiffenberg "Wiesen Liedlein". Peter Hacks "Märkische Wiesen". Johann Peter Hebel "Die Wiese". Johann Gottfried Herder "Die Wiese". Hermann Hesse "Die sanfte Wiese". Paul Heyse "Wiesengang". Ernst Jandl "sommerlied" ("wir sind die menschen auf den wiesen …").



Wiese: im Gedicht: Klabund "Auf der Wiese" (Li-tai-po). Karl Kraus "Wiese im Park". Detlev von Liliencron "Kinder auf der Wiese". Hermann Löns "Die Wiesen silbern liegen…" Christian Morgenstern "Mattenrast" und "Philanthropisch" ("Ein nervöser Mensch auf einer Wiese …"). Novalis "Es färbte sich die Wiese grün ..." Friedrich Rückert "Die Wiese". Ludwig Uhland "Die Blumenwelt". Georg von der Vring " Nachts auf der Wiese" und "Wiesengesang". Walther von der Vogelweide "Unter der Linden …"
Im Film/Filmtitel: u. a. "Auf der grünen Wiese" (1953). "Das Glück liegt auf der Wiese" (1995). "Das Schiff auf der Wiese" (1970). "Die Beshin-Wiese" (1935 Sergej M. Eisenstein). "Die Mahd der Habichtswiese" (1981). "Die Wiese" (1979). "Die Wiese der Sachen" (1974/87). "Endlose Wiesen" (1977). "Im schönsten Wiesengrunde" (1968). "Le bonheur est dans le pré". "Rote Wiesen" (1945).



Wiese: In der Malerei: u. a. S. auch Bauernmädchen. Albrecht Dürer u. a. "Das große Rasenstück" (1503 vgl. auch Albrecht Goes "Versöhnung") und "Das kleine Rasenstück". Caspar David Friedrich "Wiese bei Greifswald" (1815/20, 1830). Vincent van Gogh "Berglandschaft bei Sonnenaufgang mit eingezäunter Wiese" (1889). Francisco de Goya y "Die Wiese von San Isidro" (um 1788). Ernst Ludwig Kirchner "Mädchen auf blühender Wiese" (1908). Camille Pissarro "Frau in der Wiese bei Eragny" (1887). Auguste Renoir "Junge Mädchen auf der Wiese" (1890–1894) und "Wiesenweg" (1874). Georges Seurat "Auf einer Wiese sitzender Knabe" (um 1882–1883). Hans Thoma "Wiesenlandschaft" (1871). Vincent van Gogh "Stillleben mit Wiesenblumen und Rosen" (1886).
Im Lied: "Auf uns'rer Wiese gehet was". "Das Lied von der grünen Wiese" (Claire Waldoff). "Die Wiese" (Johann Gottfried Herder). "Ich zieh' durch Wiesen". Schlager: "Eine kleine Frühlingswiese" (The Comedian Harmonists).



Wiesen: s. auch Wiese



Wiesel: "Mit einmal, siehe, da kommt ein Wiesel herbeigekrochen! setzt sich mir gerade gegenüber und guckt mir so starr ins Gesicht, dass ich über die Keckheit eines so winzigen Tierchens um ein Haar gänzlich die Fassung verloren hätte" (Apuleius "Der goldene Esel").
Die Griechen und Römer kannten zwar die Katze durch die Ägypter, verwendeten aber Wiesel zum Mäusefangen und als Spieltiere. Außer den heute noch bekannten Haustieren hielten die alten Römer neben Schlangen und Sperlingen auch das Wiesel. Man kann das Wiesel vom Hühnerstall fernhalten, indem man ihm mit gereimten Sprüchen einen Ehepartner verspricht. Es soll dämonische Eigenschaften besitzen, weil es in Erdlöchern haust, und Krankheiten bringen (z.B. den Menschen seiner Stimme berauben), vielleicht wegen seines Geruchs.



Wiesel: Conrad Gesner meint, es vergifte "mit seinem Biss und Anhauchen Mensch und Vieh". Wird man von ihm gebissen, "so lebt man noch soviel Jahre als Zähne in der Wunde zu sehen sind" (Riegler). Zehe und Hoden des Wiesels fanden als Kontrazeptivum Verwendung. Gasthaus Goldenes Wiesel (bei Marie von Ebner-Eschenbach).
Redensarten: Wie ein aufgeschreckter Hühnerhaufen reagieren, der ein Wiesel oder einen Fuchs gesehen haben will. Wieselflink, wieseln (sich durchwieseln). Wiesel: Kleinpanzer der Bundeswehr. Die Japaner sind im Zoo der Menschen die Wiesel. Tier des Jahres 2013.



Wiesel: Sprichwörter: Aus den Eiern könnten schlimme Vögel schlüpfen, sagte das Wiesel, und trank sie aus (Wander). In der Fabel: S. auch Fledermaus, Kaninchen, Ratte. Äsop "Das Wiesel". Phaedrus "Das Wiesel und der Mensch" und "Der Kampf der Mäuse und der Wiesel". Jean de la Fontaine "Das Wiesel im Kornspeicher". Hans Sachs: "Der hungrige Fuchs im Keller mit dem Wiesel" und "Die Wiesel mit der Maus".
In der Literatur: S. auch Marder. Werner Bergengruen "Die Zigeuner und das Wiesel" (ca. 1955). Der Dichter Schickele ist "wegen seines rötlichen Pelzes" ein "vielgejagtes, elegantes Wiesel".



Wiesel: Im Gedicht: Christian Morgenstern "Das ästhetische Wiesel" (in "Galgenlieder"):
"Ein Wiesel
saß auf einem Kiesel
inmitten Bachgeriesel.
Wisst ihr,
Weshalb?
Das Mondkalb
Verriet es mir
im Stillen:
Das raffinier-
te Tier
tat’s um des Reimes willen."

Eugen Roth "Tierleben für jung und alt" (1973).
In der Malerei: u. a. Albrecht Dürer (Zeichnung).
In der Musik: Lied: Reinhard Mey "Der kleine Wiesel".
S. auch Marder



Wild: Redensarten: In die eigenen Falle tappen. Wildbahn (Jagdrevier), in freier Wildbahn. Wildbeuter (Jäger und Sammler), Wildleder, Wildpark.
Sprüche: "Herbst. Wenn das Wild im Pfeffer liegt" (Emil Baschnonga).
Vergleiche: "Ein scheues Wild die Gedanken sind. / Jag ihnen nach, sie fliehen geschwind. / Siehst du sie hellen Auges an, / zutraulich wagen sie sich heran" (Paul von Heyse).
Schimpfworte: Freiwild, Wildfang (nach der Wildfalle, bzw. dem gezähmten Falken), Wildling, Wildsau (s. auch Sau und Schwein; Prostituierte, die in einem fremden Revier ihrer "Arbeit" nachgeht), Wildwechsel (Promenadenweg, Strich).
In der Literatur: Franz Xaver Kroetz "Wildwechsel" (1971).
Im Gedicht: Günter Eich "Wildwechsel".
Im Film/Filmtitel: u. a. "Lederstrumpf: Der Wildtöter" (1957). "Wildwechsel" (1972).



Wildbach: "Wildwasser" (Opferschutzorganisation für sexuell missbrauchte Kinder und Frauen).
Redensarten: So überwältigend, dass einem die Augen übergehen wie ein Wildbach nach einem Gewitter. In der Fabel: Jean de la Fontaine "Der Bergstrom und der Fluss".
Im Gedicht: Felix Dahn "Der Wildbach an die Blume". Martin Greif u. a. "Am Sturzbach" und "An einem Gießbach". Anastasius Grün "Wildbach". Morgenstern u. a. "Bergbach nach Regen" und "Bergbäche". Ludwig Tieck "Bergstrom". Georg von der Vring "Wildbach".

"Querfeldein braust der Waldstrom wohl;
Der Bach im Wege bleiben soll."
(Matthias Claudius)

Im Film/Filmtitel u. a.: "Abenteuer auf der Wildwasser-Ranch" (1994). "Die Kinder vom Wildbachfelsen" (1945). "Wildbach" (TV-Serie). "Wilde Wasser" (1962). "Wildwasser" (1939). "Wildwasser-Sam" (1976). "Wildwasser-Sommer" (1987). "Liebesgrüße aus dem Lederhöschen - Wo der Wildbach durch das Höschen rauscht" (1974 Sexfilm). "Wo der Wildbach rauscht" (1956).
In der Malerei: Ferdinand Hodler "Wald mit Bergbach" (1902). Lied: "Wo der Wildbach rauscht".



Wildente: In der Fabel: S. auch Hase.
In der Literatur: Henrik Ibsen "Die Wildente" (Drama 1884).
Im Gedicht: William Wordsworth "The Wild Duck's Nest".
Im Film/Filmtitel: u. a.. "Die Wildente" (1925, 1976, 1978, 1983).



Wildenten: s. auch Wildente



Wilderer: Wildschütz. Seitdem das Wild nicht mehr herrenlos war, sondern dem Adel das Jagdrecht zustand, musste jeder, der diese Regelung ignorierte, mit drakonischen Strafen rechnen - und das schon seit über einem Jahrtausend. Ledige Wilddiebe wurden noch im 16. Jahrhundert in Österreich auf die Galeeren geschickt. Verheirateten "lähmte man einen Schenkel, damit er daheim bleiben müsse und für Weib und Kinder sorgen könne" (H. Döbler). Der Wilderer ist der heimliche Held zahlreicher Lieder und Sagen. Er ließ sich angeblich eine Hostie unter der Haut einwachsen, um sich vor Verwundung zu schützen, oder er verbündete sich schlicht und einfach mit dem Teufel. Er brach nicht nur die Gesetze, sondern vergaß auch manchmal die guten Sitten:
"Bei der Nacht um zwölf
Geh i zu meim Weib,
Da lad ich mein Stutz'n
Und schieß ihr in' Leib."



Wilderer: Der berüchtigtste Wildschütz war der bayerische "Hiasl" (Matthias Klostermeyer):
"I bin der boarisch Hiasl, und faihl'n tua i nix,
Solang i Blei und Pulver hab', mei Schrot- und Kugelbix."

Nicht weniger berühmt waren der "König der Bernina" und Georg Jennerwein, der 1877 von einem Jäger erschossen wurde. Er ist durch das Volkslied zur Legende geworden:
"Es war ein Schütz in seinen schönsten Jahren,
Er wurde weggeputzt von dieser Erd',
Man fand ihn erst am neunten Tage
Bei Tegernsee am Peißenberg ...

Und zum Gericht am jüngsten Tage
Putzt jeder's Gewissen und auch das Gewehr;
Marschieren d' Jäger samt die Förster
Aufs Gamsgebirg zum Luzifer."



Wilderer: Redensarten: Den Kopf/sich aus der Schlinge ziehen (kommt ev. auch vom Galgen). Die Schlinge zuziehen. In fremden Revieren wildern (u. a. verheiratete Frauen verführen). Sich in der eigenen Schlinge fangen.
Sprichwörter: Ein alter Wilddieb gibt den besten Heger ab (England). Wo kein Wild ist, da gibt es auch keine Wilderer. "Ein guter Wilddieb muss wie ein Förster denken" (bayerischer Spruch aus dem 18.Jahrhundert).
Sprüche: "Der Oberbayer ist ein Wilderer mit Ehrfurcht vor dem Gesetz" (Thomas Niederreuther).
Vergleiche: "Ein Selbstmörder ist ein Wilddieb" (Jean Paul).



Wilderer: In der Literatur: Werner Bergengruen "Dachser", "Unsere Liebe Frau im Forst" (in: "Das Buch Rodenstein") und "Untreue und Vergebung". Heinrich Federer "Der Wilderer Augusto Sarti" (in "Unter südlichen Sonnen und Menschen" 1926). Ludwig Ganghofer. Friedrich Gottlieb Klopstock "Der Wildschütz oder Die Stimme der Natur". Peter Rosegger "Der Wildschütz" (in "Die Älpler"). "Ludwig Thoma u. a. "Der Wilderer" (in "Agricola") und "Die Wilderer".
Im Gedicht: Achim von Arnim "Der Wilddieb". Adelbert von Chamisso "Vier Lieder von Béranger. 2. Die rote Hanne oder das Weib des Wilddiebs". Gustav Falke "Der Wilderer". Nikolaus Lenau "Der Raubschütz".



Wilderer: Im Film/Filmtitel: u. a. "Auf der Spur des Wilderers" (1979). "Bergkristall" (1948, nach Adalbert Stifter). "Das Geständnis des Wilddiebs" (1911). "Der geheimnisvolle Wilddieb" (Kinderfilm). "Der Wilddieb mit den hundert Gesichtern" (1983). "Der Wilderer" (1926). "Der Wilderer vom Silberwald" (1957). "Der Wilderer vom Velsatal" (1956). "Der Wilderer von Santa Maria" (1953). "Der Wildschütz" (1953). "Der Wildschütz – Im Tal des Schweigens 3" (TV-Film 2006/07). "Der Wildschütz von Schliersee" (1951). "Der Wildschütz von Tirol" (1949 Adalbert Stifter). "Die Sennerin und der Wilderer" (1955). "Die Stieftochter des Wilddiebs" (1951). "Die Wilderer vom Teufelsmoor" (1960). "Echo der Berge" (1954). "Im Mond des Jägers" (1997). "Jägerblut" (1996). "Jaider – der einsame Jäger" (1971). "Jennerwein" (2003). "Peto, das Eichhörnchen und die Wilddiebe" (1977). "Wilderer" (1975). "Wilderernacht" (1949). "Wildschütz Jennerwein" (1929/30).



Wilderer: In der Malerei: u. a. Wilhelm Leibl "Die Wildschützen" (Fragment) (1882–1886).
In der Musik: Albert Lortzing "Der Wildschütz" (Oper 1842). Carl Maria von Weber "Der Freischütz" (Oper 1821).
Im Lied: "Der bayrische Hiesel" (aus "Des Knaben Wunderhorn"). "Der Wilddieb". "Der Wildschütz Jennerwein". "Ich bin ein freier Wildbretschütz". Schlager: u. a. "Die Försterliesel" (1953).



Wildgans: Sprüche: "Eigentlich wollte ich Wildgans werden" (Konrad Lorenz).
In der Literatur: Selma Lagerlöf "Wundersame Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen" (1906/07, deutsch 1907/08, auch Film).
Im Gedicht: Günter Grass "Ulvshale". Klabund "Drei wilde Gänse".
Im Film /Filmtitel: u. a. "Amy und die Wildgänse" (1996). "Die Rückkehr der Wildgänse" (1985). "Die Wildgänse kommen" (1977). "Einsatzkommando Wildgans" (1982). "Geheimcode Wildgänse" (1984). "Ruf der Wildgänse" (1961). "Sie häuten sie lebend – Unternehmen Wildgänse" (1978). "Spezialkommando Wildgänse" (1971). "Unternehmen Wildgänse" (1978, 1982). "Wildgänse 2" (1985). Im Lied: "Wildgänse rauschen durch die Nacht" (Text Walter Flex, Kultlied der Jugendbewegung).
Schlager: "The cry of the wild goose" (Frankie Laine)



Wildgänse: s. auch Wildgans



Wildschwein: Seine Jagd zieht eine lange Verletztenliste nach sich, darunter etliche deutsche Könige. Wildschweinzähne helfen gegen Seitenstechen. Die Genitalien, zu Pulver gestoßen, "machen fruchtbar und heilen ... das Unvermögen im Venuskrieg". Wildschweine gelten als Leibspeise nicht nur von Asterix und Obelix, sondern aller Bewohner des gallischen Dorfes. "Bonsaischwein": Kreuzung aus asiatischen Zwergwildschweinen mit kleinwüchsigen Laborschweinen (im Gegensatz zu den angeblich in Flaschen aufgezogenen "Bonsaikätzchen"). Die Polizei in Niedersachsen setzte ein Wildschwein zur Sprengstoff- und Drogensuche ein.
Schimpfworte: Wildschwein, Wildsau (u. a. fremde Prostituierte), "ein Wildschwein im Weinberg" (der Papst über Martin Luther). Schwarzkittel (Richter, Staatsanwalt, Rechtsanwalt, Geistlicher), Wildschweingebiet (Stadt-Umland-Besiedlung), "Wildschweinkönig" (Theodor W. Adorno über seinen Vater). Fabeln: S. auch Adler. Äsop "Das Wildschwein und der Fuchs". Phaedrus "Der Hund, der Keiler und der Jäger".
In der Literatur: "Münchhausen und die Wildschweine".
Im Gedicht: Detlev von Liliencron "Zerbrochener Keilerkopf". Christian Morgenstern "Ein Wildschwein und ein Zahmschwein". Eugen Roth "Tierleben für jung und alt" (1973).
Im Märchen: Brüder Grimm "Das tapfere Schneiderlein".



Wildschwein: Im Film/Filmtitel u. a. "Das Wildschwein ist los" (1983). "Der Keiler" 2006). "Die Roppenheimer Sau" (1983). "Die Wildschweinjagd" (1987). "King Frat – Die Wildschweine sind los" (1979).
In der Malerei: u. a. Peter Paul Rubens "Wildschweinjagd". Diego Velázquez "König Philipp IV. auf der Saujagd" 1645).



Wildschweine: s. auch Wildschwein



Windmühle: Redensarten: Gegen Windmühlen kämpfen (vergebliches Bemühen, nach Miguel de Cervantes "Don Quijote". Sancho Pansa tadelt seinen Herrn: "... habe ich’s Euer Gnaden nicht gesagt, Ihr möchtet wohl bedenken, was Ihr tuet, es seien nur Windmühlen, und das könne nur der verkennen, der selbst Windmühlen im Kopf habe?). Der Preußenkönig Friedrich der Große lag wegen der Windmühle in Sanssouci mit dem Müller in Streit. "In einem Dorf standen zwei Windmühlen. 1987 ordneten die Behörden an, eine der beiden sei abzureißen, da es für zwei dort nicht genügend Wind gäbe" (H. Haefs).
Sprichwörter: Den Wind kann man nicht verbieten, aber man kann Mühlen bauen (Holland). Die Mühle dreht sich nicht vom gestrigen Winde. Ein Wasser treibt viele Mühlen. Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Schutzmauern, die anderen Windmühlen (China).
Vergleiche: "Der Mann, der den Wind der Veränderung spürt, sollte keinen Windschutz, sondern eine Windmühle bauen" (Mao Zedong). "Die Hoffnung ist ein umgekehrter Don Quichotte, der feindliche Schwerbewaffnete zu Windmühlen erklärt" (Gabriel Laub). "Wir haben keine Windmühlen mehr. Haben wir deshalb den Kampf gewonnen?" (Wolfgang Eschker).



Windmühle: In der Literatur: Arno Schmidt "Windmühlen" (1974).
Im Gedicht: S. auch Müller. Wilhelm Busch "Der Bauer und der Windmüller" (1861).

"Hier liegt der Müller Jackson!
Er lebte vom Winde mit liebem Weib und Knaben;
Es leben auch sonst noch viele davon,
Die keine Mühle haben."
(Matthias Claudius "Grabschrift an den Windmüller Jackson")

Heinz Erhardt "Windmühlen". Henry Wadsworth Longfellow "The Windmill". Eduard Mörike "Der Königssohn und die Windmüllerstochter". Joachim Ringelnatz "Leise Maschinen" ("Einsam auf dem Hügel / Kreisen vier Windmühlenflügel ..."



Windmühle: Im Film/Filmtitel: u. a. "Der Schatz in der Windmühle" (1957). "Die fliegende Windmühle" (1978/81). "Die schwarze Windmühle" (1973/74). "Die Windmühle" (1972).
In der Malerei: u. a. Jan Bruegel d. Ä. "Landschaft mit Windmühle" (1608). Vincent van Gogh "Le Moulin de La Galette" (1886 ). Ernst Ludwig Kirchner "Windmühle auf Fehmarn" (19113). Rembrandt "Landschaft mit Windmühle". Jacob van Ruisdael.
Schlager: u. a. "Windmills of your mind" (Mister Acker Bilk).



Windmühlen: s. auch Windmühle



Wirtshaus:
"Mein Begehr und Willen ist:
in der Kneipe sterben!
Nah den Lippen sei der Wein,
eh sie sich verfärben …

Für die Kirche nicht so sehr
Ist mein Herz erglommen,
doch die Kneipe war mir stets,
bleibt mir stets willkommen …"
(aus den "Carmina Burana").



Wirtshaus: Die römischen Dichter beschrieben ihre Gasthäuser als schmutzig und "oft mit einem Bordell verbunden", die Wirte standen im Ruf, Wein mit Wasser zu verdünnen. "Der Wirtshausbesuch folgt bei dem Landvolke unmittelbar und regelmäßig nach jedem sonntäglichen oder außergewöhnlichen Kirchengang, daher denn auch schon bei dem Bau der Wirtshäuser Bedacht genommen ist, dieselben so nahe als möglich an die Kirche zu erstellen" (Dr. A. Berger 1860). Das bezeugt auch der Spruch: "Er geht gern in die Kirche, wo mit gläsernen Glocken geläutet wird". Dass im Dorfwirtshaus in früheren Zeiten nicht nur gegessen und getrunken wurde, bezeugt ein Chronist: "Es werde vielfältig Mord und Totschlag verübt, auch könne keine Maid noch Weib ohne Besorgnis gehen, geschändet, oder gar ohne Maidtum wieder nach Hause zu kommen."



Wirtshaus: Tiernamen für Gastwirtschaften: u. a. Schwarzer Adler, Zur Goldenen Gans (u. a. Stammlokal Franz von Liszts in Weimar), Zum Gockelwirt, Zum Hirschen, Zum Goldnen Lamm, Weißes Lamm, Weißes Rössl (Hotel in St. Wolfgang. Operette von Ralph Benatzky 1930), Roter Ochse, Zum Schwan, Zum Schwarzen Bock, Silberne Schlange (Mozarts Stammlokal). Doktor Eisenbart besaß in Magdeburg das Brauhaus "Zum goldenen Apfel". Heinrich Heine kannte eine Wirtin "Zur roten Kuh". Arthur Schopenhauer speiste im "Englischen Rosshof", Bertolt Brecht im "Roten Hahn" in Augsburg. Pflanzennamen: u. a. "Zur Eiche", "Zur Linde", "Grüner Baum". Das berühmteste Wirtshaus stand an der Lahn.
Sprichwörter: Auf einem langen Weg und in einer engen Herberge lernt man seinen Gefährten kennen (Spanien). Im Wirtshaus lernt man Leut' kennen, nicht in der Kirche. Krankenhaus und Gefängnis sind nahe beim Wirtshaus (Italien). Wo Gott eine Kirche baut, baut der Teufel ein Wirtshaus daneben.



Wirtshaus: Sprüche: "Die Deutschen schwärmen nur deshalb so für die Natur, weil so viele Wirtshäuser drin stehen" (Henry F. Urban). "Lad’ ich ein, oder wird’ ich eingeladen – zweimal leidet meine Freiheit – aber im Wirtshaus nie" (Jean Paul). Lieber ein wackliger Wirtshaustisch als ein fester Arbeitsplatz. "Toren besuchen im fremden Land die Museen, Weise gehen in die Tavernen" (Erhart Kästner). Schlechte Gasthäuser sind die besten Heiratsvermittler. "Wer Hackbraten im Wirtshaus bestellt, hat das Vertrauen zu den Menschen noch nicht verloren" (Ralph Boller).
Vergleiche: "Eine Oase ist ein Gasthaus in der Wüste" (Gustave Flaubert). "Ein Leben ohne Feste ist wie ein weiter Weg ohne Wirtshäuser" (Demokrit). "Ein Leben ohne Freunde ist wie eine weite Reise ohne Wirtshaus" (Demokrit, auch Jean de LaBruyère). "Oase: Wirtshaus in der Wüste" (Gustave Flaubert). Wie heißt das gefährlichste Gas zwischen zwei Wirtshäusern? - Sauerstoff!



Wirtshaus: In Literatur: Stefan Andres "Das Wirtshaus zur weiten Welt" (1942). Oskar Panizza "Das Wirtshaus zur Dreifaltigkeit". Kurt Tucholsky "Das Wirtshaus im Spessart" (1927).
Im Gedicht: Werner Bergengruen "Wirtshaus von ehedem". (in "Die heile Welt"). Rudolf G. Binding "Die Schenke". Georg Britting "Im Tiroler Wirtshaus". Wilhelm Busch "Das Teufelswirtshaus" und "Lieder eines Lumpen". Annette von Droste-Hülshoff "Die Schenke am See". Johann Peter Hebel "Abendlied, wenn man aus dem Wirtshaus geht". Hermann Hesse u. a. "Handwerksburschenpenne" und "Landstreicherherberge". August Heinrich Hoffmann von Fallersleben "Auf der Bierbank" und "Die Bauern in der Schenke". Marie Luise Kaschnitz "Wirtshausnacht". Nikolaus Lenau "Heideschenke" und "In der Schenke". Eduard Mörike "Das lustige Wirtshaus". Friedrich Nietzsche "An Hafis". Rainer Maria Rilke "Dorfsonntag". Sandor Petöfi "Die Waldschenke". Eugen Roth "Schwäbische Schenke" und "Glückssachen":
"Hier steht ein Wanderer und flucht:
Er hat’s im ‚Ross', im ‚Lamm' versucht,
Hat sich erkundigt, ob im ‚Bären'
Noch Zimmer zu vermieten wären ..."



Wirtshaus: Im Gedicht: Friedrich Rückert u. a. "Das Wirtshausschild" und "Die Zauberschenke". Hans Sachs "Ein Gespräch zwischen sieben Männern, darin sie ihre Weiber beklagen" (1531). Joseph Viktor von Scheffel "Die Herberge am See".

"… In verräucherter Taverne
Sitz ich weinend nun beim Weine.
Fange Fliegen. Träume Sterne.
Und ich bin so ganz alleine …"
(François Villon

Friedrich Schnack "Todschenke". Gustav Schwab "Im Bergwirtshaus".
Märchen: Wilhelm Hauff "Das Wirtshaus im Spessart" (Film 1957/58/67 mit Liselotte Pulver).
Im Film /Filmtitel u. a. "Da wo die Liebe wohnt" (TV-Film 2002). "Das Wirtshaus der sündigen Töchter" (1978). "Das Wirtshaus im Spessart" (1922, 1957/58/67 mit Liselotte Pulver). "Das Wirtshaus von Dartmoor" (1964). "Der Gasthof in den Bergen" (1988). "Im Gasthaus zum Scharfen Hirschen" (1975/76). "Im Wirtshaus Zum Goldenen Herzen" (1949). "Und Gott schuf die Wirtshaussängerin" (1972). "Zum Gasthof der spritzigen Mädchen" (1979). "Zum Goldenen Ochsen" (1958).



Wirtshaus: In der Malerei: u. a. Peter von Cornelius "Wirtshausszene" (um 1820). Wilhelm Leibl "Bäuerinnen im Wirtshaus". Edouard Manet "Schenke" (1878). Ludwig Richter (Holzschnitte).
Im Lied: "Das Wirtshaus an der Lahn" (Comedian Harmonists). "Es steht ein Wirtshaus an der Lahn". "Grad aus dem Wirtshaus / komm ich heraus". "Im Krug zum grünen Kranze". Franz Schubert "Im Wirtshaus" (in "Die Winterreise"). Benatzky, Ralph "Im Weißen Rössl". "In München steht ein Hofbräuhaus". Schlager: u. a. "Heut’ ist Schützenfest im Goldnen Lamm"
S. auch Frau Wirtin, Stammtisch



Wolf: Er ist "gar sehr gefräßig, grausam, arglistig, und der gefährlichste Feind der wilden und zahmen Tiere, sonderlich der Schafe". Das "schädlichste Geschöpf Gottes", welches "die Menschen angreifet, zerreißet und frisset" (Zedler "Universal-Lexikon" (1758).
Kein heimisches Raubtier war in früheren Zeiten so verhasst. "Stammvater" des Haushunds. Tier des Jahres 2003. Seit 100 Jahren gibt es in Deutschland erstmals wieder frei lebende Wölfe, und zwar in der Oberlausitz an der polnischen Grenze (2002). Der Menschen fressende Wolf ist die Ausnahme und gehört in das Reich der Fabel; ebenso die Behauptung, Wölfe hätten Menschenkinder großgezogen. Symbol des Bösen; Leichendämon, weil er Aas frisst. Schafhirten, die um ihren Lohn betrogen wurden, verwandeln sich in Wölfe und reißen dann die Schafe ihres früheren Herrn, aber auch Hexen und Zauberer tauchen in Wolfsgestalt auf oder reiten auf ihnen. Sie benutzen seinen Schweifwedel zum Wettermachen.



Wolf: Will man sich Wölfe vom Leib halten, spricht man folgenden Wolfssegen: "Petrus nimmt seinen Schlüssel und versperrt dem Wolf den Rüssel." Vor allem weibliche Tiere gelten als Musterbeispiel für Geilheit; nicht zu Unrecht wurde die griechische bzw. römische Dirne "Wölfin" genannt. Auch in Zaubersprüchen wird der Wolf verwendet, wenn z.B. die eben verheiratete Frau vor ihrem Mann das neue Heim betritt und sagt: "Ich bin der Wolf und du das Schaf", dann erhält sie die Herrschaft über Mann und Haus. Mit Wolfszähnen in der Tasche kann man vor Gericht nicht verlieren. Die verschiedenen Wolfsteile helfen in der Volksmedizin fast gegen jede erdenkliche Krankheit. Der Verzehr des Wolfsphallus "erregt zum Koitus". Wer von einem Wolf träumt, dem stehen Unglück, Krankheit oder Tod ins Haus.



Wolf: Berühmte Wölfe: Der Fenriswolf der germanischen Sage war der Sohn Lokis und einer Riesin. "Er fährt mit klaffendem Rachen umher, dass sein Oberkiefer den Himmel, der Unterkiefer die Erde berührt, und wäre Raum dazu, er würde ihn noch weiter aufsperren." Da er zu einer Gefahr für die Götter wurde, hat man ihn gefesselt und ein Schwert zwischen seine Kiefer gespreizt. Am Weltuntergangstag kam er jedoch frei, tötete Odin und verschlang Sonne und Mond. Die "Capitolinische "Wölfin" ging als "Mutter der Römer" in die antike Mythologie ein; sie säugte die auf dem Tiber ausgesetzten Zwillinge Romulus und Remus und bewahrte sie so vor dem Hungertod. Der Wolf "Isegrimm" führt in Goethes Tiergedicht "Reineke Fuchs" vor dem König der Tiere Klage gegen Reineke (1794).

"'Wie ist dir's doch so balde
Zur Ehr und Schmach gediehen?'
Blieb' der Wolf im Walde,
So würd' er nicht beschrie'n"
(Johann Wolfgang von Goethe "Zahme Xenien").



Wolf: Geländewagen der Bundeswehr, Sternbild am südlichen Himmel, Mondkrater. Fleischwolf (Haushaltsgerät, Redensart: Jemanden durch den Wolf drehen). Wolfskinder: In der Sage Kreuzung zwischen Wolf und Mensch, auch ausgesetzte Kinder, die von einer Wölfin aufgezogen wurden. Der "Wolfsmann", Sigmund Freuds bekanntester Patient, träumte von weißen Wölfen, die auf einem Baum vor seinem Fenster saßen. Freud diagnostizierte aus diesem Traum eine infantile Neurose.
"Wolf" (Deckname für Hitler; vgl. auch Wolfsburg, Wolfsschlucht und Wolfsschanze Führerhauptquartier). (alter) Leitwolf, einsamer Wolf, Reißwolf. "Lupo" ist eine Automarke von VW. Krankheiten: Wolf (Feigwarze), Leitwolf, Lupus (Hautkrankheit), Reitwolf (wunder Hintern) Karl Valentin "Die alten Rittersleut":
"Wenn die Ritter lange ritten,
Habn sie viel oft aufgeritten,
Ach, der Wolf tat gar so weh,
Schrieen oft Herrjemine."
Wolfsrachen (gespaltener Gaumen, angeborene Missbildung). Lupercus (Wolfsabwehrer: Beiname des Herdengottes Faunus).
Tiernamen: Wolfsbarsch, Wolfsfliege, Wolfshering, Wolfshund ("wolfsfester" Schäferhund), Wolfsmilchschwärmer (Schmetterling), Wolfsnatter, Wolfsspinne, Wolfsspitz (Hunderasse).
Pflanzennamen: Wolfsauge ((Krummhals), Wolfsbast (Seidelbast), Wolfsbeere, Wolfsbohne (Lupine), Wolfseisenhut, Wolfsflechte, Wolfsfuß, Wolfstrapp. Wolfsmilchgewächs (charakteristisch der giftige weiße Milchsaft; er diente den Buschmännern als Pfeilgift. Er soll auch gegen Warzen helfen früher auch Abführmittel. Vgl. auch Dante Gabriel-Rossetti "Die Wolfsmilchpflanze").



Wolf: Werwolf: "Welcher verwandelt tierischen Leib zu Menschengestalt" (Ovid). "Sobald einer auf eigenem Lande ist, kann ihm der Wehrwolf nichts tun" (Wilhelm Busch).
Werwolf (unheimlicher Mensch; ursprünglich ein Mensch, der sich in einen Wolf verwandelt hat und sich mit Wölfinnen paart; er kann auch zu einem Vampir mutieren. "In Menschengestalt kann man sie an ihren zusammengewachsenen Theo-Waigel-Augenbrauen erkennen" Karen Duve; aber auch an ihrem kupierten Schwanz). Sie streiften nachts durch das Land und fraßen Säuglinge. Sie waren von Kopf bis Fuß behaart und hausten der Sage nach auf abgelegenen Inseln im Ozean – "ihre Leibspeise: in Zitronensauce angebratene Menschenherzen" G. Stockinger). Redensarten: Jemanden wie einen Werwolf fürchten. "Wehrwolf" (1923 gegründetes Freikorps), "Werwolf" (1944 von der SS aufgestellte Organisation). In der Malerei: Lucas Cranach d. Ä. Holzschnitt 1512.



Wolf: Werwolf. In der Literatur: Willibald Alexis "Der Werwolf". Theodor Däubler "Der Werwolf" (1921). Alfred Hitchcock "Die drei Fragezeichen und der höllische Werwolf". Hermann Löns "Der Wehrwolf" (1910).
Im Gedicht: Emanuel Geibel "Romanze vom Werwolf". Sandor Petöfi "Wolfsabenteuer".

"Ein Werwolf eines Nachts entwich
von Weib und Kind und sich begab
an eines Dorfschullehrers Grab
und bat ihn: ‚Bitte, beuge mich!' ..."
(Christian Morgenstern "Der Werwolf" in "Galgenlieder")

In der Sage: Brüder Grimm "Der Werwolf", "Die Werwölfe ziehen aus" und "Der Werwolfstein".



Wolf: Werwolf. Im Film/Filmtitel: u. a. "American Werewolf" (1981). "American Werwolf in Paris" (1997). "Der Mörder ist ein Werwolf" (1989). "Der Werwolf" (1931, 1934, 1963). "Der Werwolf kehrt zurück" (1987). "Der Werwolf von London" (1935). "Der Werwolf von W." (1987). "Der Werwolf von Washington" (1870). "Der Wolf" (norwegische TV-Serie). "Die Wölfe'". "Ein Werwolf beißt sich durch" (1981). "Gänsehaut: Der Werwolf aus den Fiebersümpfen" (1997 Kinderfilm). "Ich war die Sexsklavin der Werwölfe" (1990). "Legende vom Werwolf" (1974). "Meine Mutter ist ein Werwolf" (1989). "Scooby Doo und der widerspenstige Werwolf" (1988 Zeichentrickfilm). "Stephen King’s Werwolf von Tarker Mills" (1986). "The grey – Unter Wölfen". "Tom, der Werwolf" (1983). "Underworld" (2003). "Wolf" (2008). "Wolf - Das Tier im Manne" (1994).



Wolf: Redensarten:
"Die Redensart ein jeder kennt:
Spricht man vom Wolf, kommt er gerennt.
Und wer Lateinisch kann, sagt da:
Ecce! Lupus in fabula!"
(Eugen Roth).

Aufheulen wie Wölfe bei Vollmond. Dem Wolf die Schafe anvertrauen (Verspottung verkehrter Aufsicht). Den Leitwolf in sich entdecken. Einsamer Wolf (Einzelgänger, u. a. für den Politiker Herbert Wehner. Spruch: Auch einsame Wölfe haben manchmal gern etwas Gesellschaft). Hungrig wie ein Wolf (Wolfshunger). "Lupus in fabula" (Terenz, das Unglück taucht so unvermittelt auf wie der Wolf in der klassischen Fabel).
Mit den Wölfen heulen (die Meinung der Mehrheit vertreten. Experten wollen wissen, dass dadurch der Mensch als Mitsänger und nicht als Beutetier angesehen wird und dadurch vor Angriffen verschont bleibt. Manche heulen so lange mit den Wölfen, bis sie ihre Schäfchen ins Trockene gebracht haben. "Wer sich gezwungen sieht, mit den Wölfen zu heulen, mag sich in reinster Notwehr befinden. Aber ist das ein Grund, hinterher auch mit den Schafen zu blöken?" Martin Kessel. "Mit den Wölfen heulen gilt denen als Ausrede, die mit den Schafen blöken" Hans Reimann. Vgl. auch Reinhard Mey "Bevor ich mit den Wölfen heule".)



Wolf: Redensarten:
"Mit den Wölfen muss man heulen,
Eine alte Weisheit spricht,
Aber mit dem Schwein zu grunzen,
Braucht man drum noch lange nicht."
(Ludwig Körner)

Vom Wolf das Lamm zurückfordern (bereits bei Plautus). Wolf im Schafspelz (sich als sanftmütig tarnen. Matthäus 7,15. "Schlimmer als ein Wolf im Schafspelz ist ein Schaf im Wolfspelz" Wieslaw Brudzinski. "Schlimmer als ein Wolf im Schafspelz ist ein Schaf, das mit den Wölfen heult" Wolfgang Eschker. "Wölfe im Schafspelz erkennt man daran, dass sie ungeschoren bleiben" Simone Signoret). Wolf unter Wölfen, Rudeltaktik (im II. Weltkrieg Angriffsverfahren gegen Geleitzüge), Rudelverhalten.



Wolf: Sprichwörter: S. auch Esel. Alten Wolf reiten die Krähen. Am vorderen Tor wehrt man den Tiger ab, und durch die Hintertüre kommt der Wolf ins Haus (aus China). Auch wenn wir den gefangenen Wolf noch so gut füttern, er wird immer zum Wald hin blicken. Der Hunger treibt den Wolf aus dem Wald. Der März soll kommen wie ein Wolf und gehen wie ein Lamm. Der wohlerzogene Wolf wird kein Lamm (aus Armenien). Der Wolf bleibt ein Wolf, auch wenn er einen Schafspelz trägt. Der Wolf holt nicht Genehmigung von Rom, wenn er in der Fastenzeit Hühner fressen will. Der Wolf hat keine Angst vor dem Hund, aber er mag sein Bellen nicht (jüdisch). Der Wolf ist immer bereit, sich ohne Lohn als Schäfer zu verdingen (Russland). Der Wolf schützt das Schaf vor dem Fuchs, dass er es selber fressen kann (aus Bulgarien). Der Wolf stiehlt die Schafe, weil er sie nicht kaufen kann. Der Wolf wird zwar älter aber nicht frömmer.



Wolf: Sprichwörter: Des Wolfes Magen, des Mönches Kragen und des Advokaten Taschen sind immer offen. Die Freiheit der Wölfe ist der Tod der Schafe (Lämmer, Isaiah Berlin). Ein Mensch ohne Geld ist wie ein Wolf ohne Zähne (Frankreich). Gäb’ es keine Wölfe im Wald und keinen Teufel in der Hölle, Hirten und Pfaffen wären längst verhungert. Geschrei macht den Wolf größer, als er ist. Hüte die Schafe, auch wenn du den Wolf nicht siehst. Im Januar sieht man lieber einen Wolf als einen Bauern ohne Jacke. Jeder ist des anderen Wolf ("Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf" Plautus "Asinaria". Später bei Thomas Hobbes). Lehre den Wolf sprechen und er ruft: Lamm, Lamm! Man will den Wolf immer größer machen, als er ist (Frankreich). Mische dich nicht unter die Wölfe, sonst wirst du gefressen.



Wolf: Sprichwörter: Niemand kann die Wölfe sattmachen und auch die Schafe heil lassen (Ukraine). Nur ein toter Wolf ist ein guter Wolf. Selbst wenn der Wolf die ganze Nacht hungernd verbringt, trifft ihn der Argwohn des Menschen (Arabien). Sei immer gut, doch nie zu gütig! / Die Wölfe werden sonst leicht übermütig. Wenn der Wolf erlegt ist, beißen ihn alle Hunde (aus Frankreich). Wenn die Beute verzehrt ist, frisst ein Wolf den anderen. Wenn du einen Ziegenbock betrunken machst, läuft er geradewegs in den Wald, um dem Wolf einmal seine Meinung zu sagen (Afrika). Wer Angst vor Wölfen hat, darf nicht in den Wald gehen (Russland). Wer den Wolf zum Wächter macht, hat den Schafstall schlecht bewacht. Wer einen Wolf großzieht, wird zum Dank gefressen (Russland). Wo der Wolf ein Lamm findet, da sucht er noch eins (Spanien).



Wolf: Sprüche: S. auch Schaf.
"Wenn ein Wolf das Maul leckt,
und eine Jungfrau sich im Bett streckt,
so gelüst't dem Wolf nach einem Lamme
und der Jungfrau nach einem Manne."
(Altdeutsch).

"Der Wolf raubt auch die Schafe, die man gezählt hat" (Vergil). "Die Not ist’s, die uns Härte lehrt, sie lockt den Wolf selbst aus dem Wald" (François Villon). "Seit ich weiß, dass Wölfe Vegetarier sind, bin ich Pazifist" (Yves Montand). "Wir treffen uns wieder", sagte der Wolf zum Fuchs, "wenn nicht gleich, so spätestens beim Kürschner auf der Stange."

Vergleiche: "Der Wolf ist auf den Hund gekommen - der Mensch ist Wolf geblieben" (Felix Renner). "Die Menschen sind ein Wolfspack, nichts als ein Wolfspack, das die zu Tode hetzt, die ihm Gutes tun könnten" (Sigmund Freud). "Die Wohlfahrt eines Staates ist gefährdet, wenn es darin viele Wolfarten gibt." "Haifische auf dem Land" (Jack London). "Manche halten den Unternehmer für einen räudigen Wolf, den man totschlagen müsse, andere meinen, er sei eine Kuh, die man ununterbrochen melken könne; nur wenige sehen in ihm ein Pferd, das den Karren zieht" (Winston Churchill). Wie ein Wolf Kreide fressen. Wie Wölfe Hunden ähnlich sehen, so sehen Schmeichler Freunden ähnlich.



Wolf: Schimpfworte: Rudelbildung (aggressives Verhalten im Mannschaftssport), Rudelbumsen, Wolfsnatur, Wolfsrudel/Wolfsverhalten (einer verbeißt sich in den andern), zahnloser Wolf.
Ukrainischer Bauer: "Letzten Winter haben mich in den Karpaten 99 Wölfe verfolgt." "Warum ausgerechnet 99?" "Es waren eigentlich 100. Aber dann hättet ihr natürlich behauptet, es sei eine Übertreibung" (nach S.L.)



Wolf: In der Fabel: Fabeln: S. auch Bock, Esel, Gans, Hirsch, Hirte, Hund, Kranich, Lamm, Marder, Pferd, Reiher, Schaf, Ziege. Isegrim: der Wolf in der Fabel (auch für einen alten mürrischen Menschen). "Ecbasis captivi" ("Die Flucht eines Gefangenen") ist eines der ältesten mittellateinischen Tierepen und handelt über die Feindschaft zwischen Fuchs und Wolf. Es entstand um 1043/46. Äsop u. a. "Der Esel und der Wolf", "Der Löwe, der Wolf und der Fuchs", "Der Wolf und das Schaf" und "Der Wolf und das Lamm": Ein Wolf sah wie ein Lamm gerade aus einem Fluss trank und suchte nach einem Grund, um es zu verspeisen. Er nahm daher weiter oben am Fluss seinen Platz und beschuldigte das Lamm, dass es sein Wasser verschmutze. Das Lamm, das weiter unten stand, erwiderte, es könne ihm das Wasser gar nicht trüben. Da versuchte es der Wolf mit einem neuen Vorwurf: "Aber im vorigen Jahr hast du meinen Vater beschimpft!" Als das Lamm entgegnete, damals sei es noch gar nicht geboren gewesen, schrie der Wolf: "Wenn du auch noch so viele Entschuldigungen hast, es hilft dir nichts, ich werde dich trotzdem fressen" (vgl. dazu auch Phaedrus und Martin Luther).



Wolf: In der Fabel: Jean de la Fontaine u. a. "Der Fuchs, der Wolf und das Pferd", "Der Wolf klagt gegen den Fuchs vor dem Affen", "Der Wolf als Schäfer", "Der Wolf und das Lamm", "Der Wolf und der Storch", "Die Wölfe und die Schafe", "Der Löwe, der Wolf und der Fuchs", "Der Wolf und der Jäger", "Der Wolf und die Schäfer" und "Der Wolf und der Fuchs". Franz Grillparzer "Der Räuber und der Wolf". Friedrich von Hagedorn "Die beiden Wölfe" und "Der Wolf und der Fuchs". Johann Gottfried Herder "Alte Fabeln mit neuer Anwendung". Gotthold Ephraim Lessing u. a. "Der Esel und der Wolf" und "Der Wolf und der Schäfer". Phaedrus "Wolf und Fuchs vor dem Affen als Richter", "Der Wolf zum Hund", "Die kreißende Sau und der Wolf" und "Der Wolf und der Fuchs". Hans Sachs: u. a. "Das bös Weib mit dem Wolf", "Der Wolf mit der Bäuerin" und "Der Wolf mit dem Lamm".



Wolf: Buchtitel: Hans Fallada "Wolf unter Wölfen" (1937, auch als Film). Hermann Hesse "Der Steppenwolf" (1927, auch als Film 1974). Ulrich Plenzdorf "Zeit der Wölfe" (1989). Luise Rinser "Den Wolf umarmen" (1981 Autobiographie). René Schickele "Der Wolf in der Hürde" (1931).
In der Literatur: "Der Wolf im Pferdegeschirr" (Baron von Münchhausen). Willibald Alexis "Isegrimm". Giovanni Boccaccio "Das Dekameron" (9. Tag. Talano von Molese träumt, dass ein Wolf Kehle und Gesicht seiner Frau zerfleischt. Sie glaubt nicht daran, aber es passiert wirklich). Agatha Christie "Rotkäppchen und der böse Wolf". Eulenspiegel "78. Historie". Hermann Hesse "Der Steppenwolf" (1927) und "Der Wolf" 1904. Jack London u. a. "Beute der Wölfe", Wolfsblut" und "Der Sohn des Wolfs". Hermann Löns "Isegrims Irrgang". Romain Rolland "Die Wölfe" (Drama 1899). Frank Thiess "Die Wölfin" (1939). Leo N. Tolstoi "Der Wolf und der Hund. Anton Pawlowitsch Tschechow "Bleßkopf". Ernst Wiechert "Der Totenwolf" (1924).



Wolf: Im Gedicht: Rudolf G. Binding "Die Wölfin bist du ...". Hans Magnus Enzensberger "Verteidigung der Wölfe" (1957). Heinrich Heine "Deutschland – ein Wintermärchen Caput XII". Eugen Roth "Tierleben für jung und alt" (1973). Hans Sachs u. a. "Die Wolfsklage" und "Der Pfaff in der Wolfsgruben" (1548. Ein Mönch wurde zusammen mit einer ehebrecherischen Frau in einer Fallgrube gefangen. Dem "Sünder" wurden zur Strafe "beide Nierlein" ausgeschnitten). Friedrich Schiller "Xenien und Votivtafeln. Die kritischen Wölfe". Märchen: Brüder Grimm u. a. " Der Wolf und der Fuchs", "Der Wolf und die sieben jungen Geißlein" und "Rotkäppchen" (s. auch Deutschlands erste 20-Euro-Sillbermünze). "Von dem hochheiligen Wunder, das St. Franziskus tat, als er den grimmigen Wolf von Agobio bekehrte" (in "Die schönsten Legenden des heiligen Franz"). In der Sage: Brüder Grimm "Der Wolf und der Tannenzapf".



Wolf: Im Film: u. a. s. auch Hund, Schaf "Adrian und der Wolf" (1999). "Allein unter Wölfen" (1979). "Am Rand der abschüssigen Schlucht" (1960). "Anna und die Wölfe" (1972). "Balto 2 –Auf der Spur der Wölfe" (Trickfilm 2001). "Darkwolf". "Das Dschungelbuch" (1993). "Das Wolfskind" (1996). "Der einsame Wolf" (1972, 1993). "Der heulende Wolf" (1919). "Der Junge und der Wolf" (2009), "Der weiße Wolf" (1990). "Der Wolf aus dem verfluchten Gebirge" (1968). "Der Wolf der Silaberge" (1949). "Der Wolf und die sieben Geißlein" (Märchenfilm 1956/57). "Der Wolf von Malveneur" (1942). "Der Wolfsjunge" (1969/70). "Der Wolfsmensch" (1941). "Die Rache des Wolfsjägers" (1979). "Die Stunde des Wolfes" (1966, 1972, 1999). "Die Todeskrallen des grausamen Wolfes" (1973). "Ein Wolf für meinen Leutnant" (1977). "Ein Wolf kehrt zurück" (1976). "Eine Wolfsgeschichte" (1976). "Felix und der Wolf" (Kinderfilm 1988).



Wolf: Im Film: "Isegrim" (1977). "Isegrim und Reineke" (2002/04 Trickfilm). "Kim und die Wölfe" (2002 Kinderfilm). "Lobo, der Wolf" (1962). "Mein Freund, der Wolf" (1999 TV-Film). "Pat und Patachon: die Wolfsjäger" (1925). "Peter und der Wolf" (TV-Märchenfilm 1995/96). "Piroschka und der Wolf" (1988). "Silver wolf" (1999). "Tal der Wölfe" (2006). "Trapper, Wolf und Fährtensucher" (1974/76). "Vom Wolf und den pfiffigen Geißlein" (1977). "Wild". "Wolf – Das Tier im Manne" (1994). "Wolf fangs" (1927). "Wolfen" (1981). "Wölfe". "Wolfmen" (1987). "Wolfsblut" (1946, 1973/74, 1990/91). "Wolfsblut 2 – Die Teufelsschlucht der wilden Wölfe" (1974). "Wolfsblut 2 – Geheimnis des weißen Wolfes" (1994). "Wolfsblut, der einsame Jäger" (1976). "Wolfsblut greift ein" (1974). "Wolfsblut kehrt zurück". "Wolfsfrau" (1996). "Wolfskinder". "Wolfsmond" (1978, 1999).



Wolf: Filmtitel: "Auf Wolfsspur" (1977). "Begrabt die Wölfe in der Schlucht" (1973 mit Gregory Peck). "Das Herz des Toren frisst der reißende Wolf" (1993). "Das Imperium der Wölfe". "Der eiskalte Wolf" (1991). "Der graue Wolf" (1986). "Der Grenzwolf" (1950, 1980 mit Charles Bronson). "Der große Wolf ruft" (1964). "Der mit dem Wolf tanzt" (Western 1990/91 mit 7 Oscars). "Der Pakt der Wölfe" (2001). "Der Schatten des Wolfes" (1992). "Der Schrei der schwarzen Wölfe" (1972). "Der schwarze Wolf" (1971, 1995). "Der schweigsame Wolf" (1982). "Der Steppenwolf".(1973). "Der Wolf" (1982). "Der Wolf hetzt die Meute" (1984). "Der Wolf im Schafspelz" (2002 TV-Serie "Tatort"). "Der Wolfsmann" (TV-Serie "C.S.I."). "Die Augen des Wolfes" (1985/87).



Wolf: Filmtitel: "Die mit den Wölfen heulen" (1967). "Die Rache des Wolfes" (1991). "Die Spur des Wolfes" (1975). "Die Umarmung des Wolfes" (1992 TV-Film). "Die Wölfe" (2009 TV-Dreiteiler). "Die Wolfsfalle" (1957, 1983). "Die Wolfspfote" (1983). "Die Zeit der Wölfe" (1984). "Geheimnis der Wölfe" (2005 TV-Serie "Die Cleveren"). "Heimatgeschichten – Einsamer Wolf" (1996). "Ich werde dich töten, Wolf" (1971). "In Bethlehem gibt es keine Wölfe" (2000). "Little Jo – Eine Frau unter Wölfen" (1993). "Marie und der Wolf" (2003). "Nackt unter Wölfen" (1945 und 1962/63). "Red riding Hood - Unter dem Wolfsmond". "Schrei des weißen Wolfes" (1998). "Secrets of the lone wolf" (1941). "The lone wolf in Mexico" (1947). "The lone wolf in Paris" (1938).



Wolf: Filmtitel: "The wolf at the door" (1986). "The wolf hunters" (1949). "The wolf song" (1929). Weiße Wölfe" (1969). "Wenn die Wölfe heulen" (1983). "Wer mit dem Wolf tanzt" (1990). "Wolf" (1989). "Wolf im Schafspelz" (2001). "Wolf Mountain" (1992). "Wolf unter Wölfen" (1964/65). "Wolf! Wolf!" (1993). "Wolfsecho" (1968). "Wolfshund" (1999 TV-Film). "Wolfsliebe" (1999). "Wolfsmilch" (1987). "Wolfsrudel" (1975). "Wolfszeit" (2003/04). "Zärtlichkeit der Wölfe" (1973 Massenmörder Fritz Haarmann). "Zeit der Wölfe".



Wolf: Comic Walt Disney "Lil’ Bad Wolf" und "The big bad wolf". In der Kunst: Kapitolinische Wölfin mit Romulus und Remus. In der Malerei: u. a. Franz Marc "Die Wölfe". Peter Paul Rubens "Wolfsjagd".
In der Musik: Sergei Prokofjew "Peter und der Wolf" (Märchenspiel 1936/37, auch als Film 2008).
Im Lied: "Der alte Wolf wird langsam grau" (Hildegard Knef).



Wolf: S. auch Sanitätsgefreiter Neumann



Wölfe: s. auch Wolf



Wolfgang (hl.): 31. Oktober. Er ist Schutzheiliger der Hirten, Holzfäller und Köhler. Man ruft ihn gegen Gicht, Bauchweh und Schlaganfall an.



Wolpertinger: "Alpenländisches Phantom". Es gibt nur ungenaue Beschreibungen, die an einen gehörnten Hasenbastard denken lassen. Man kann ihn nachts bei Kerzenschein sehen und da nur undeutlich.
Redensarten: Ebenso gut könnte man Wolpertinger schießen gehen (für Unsinniges tun).



Wurm: Würmer sollen keine Ohren haben. Sie sind die "wahren Hermaphroditen", d.h. sie haben Fortpflanzungsorgane beider Geschlechter. Im Volksglauben ist er ein "Produkt der Buhlschaft zwischen Hexe und Teufel". Zahlreiche Pflanzen halfen bei Wurmbefall: u. a. Knoblauch, Brombeeren, Spargel, Birkensaft, Petersilie und Brennnesseln. "An apple a day keeps the doctor away". Es ist "vielleicht der tägliche Wurm und nicht der von ihm verspeiste Apfel, der den Arzt fernhält" (M. R. Berenbaum). Ein 39-jähriger Thailänder verzehrte täglich einen lebenden Wurm, um sich fit und gesund zu halten.



Wurm: Redensarten: Da ist/steckt der Wurm drin (u. a. im Brett vor seinem Kopf, auch im Paradiesapfel).

"Der Apfel scheint so rosenrot,
ist doch ein Würmlein drin,
es ist kein Knabe so hübsch und fein,
er trägt einen falschen Sinn."

Den Drehwurm haben (schwindlig sein, z.B. vom Karussellfahren. Der Drehwurm ist eine gefährliche Krankheit der Schafe). Den Wurm segnen (seine Meinung sagen). Eine Kreuzung aus Zwerg und Wurm (für unbedeutend). Einem Würmer aus der Nase ziehen (jemandem mühsam eine Antwort entlocken. Volksmedizin: Verschiedene Krankheiten sollen durch spezielle Würmer verursacht sein. Kurpfuscher zogen auf Jahrmärkten diese Würmer durch die Nase aus dem Kopf des Patienten). Es wurmt mich (ärgert mich). Ein getretener Wurm krümmt sich. Sich krümmen/winden wie ein Wurm. Seine Wurzeln liegen in … Wurm (auch Computervirus), armes Würmchen (kleines Kind). Bandwurm (redselige Frau; Bandwurmsatz).
Sprüche: Lieber einen Bandwurm als gar kein Innenleben. "Meistens ist in sechs bis acht Wörtern völlig abgemacht, und in ebensoviel Sätzen lässt sich Bandwurmweisheit schwätzen" Christian Morgenstern. "Der Bandwurmsatz ist die Nationalkrankheit unseres Prosastils" Ludwig Reiners).



Wurm: Bücherwurm. Eigentlich kein Wurm, sonder verschiedene Insekten wie Läuse, Käfer und Asseln. Leidenschaftlicher Leser und Sammler. "Der Wurm findet es merkwürdig und töricht, dass der Mensch seine Bücher nicht frisst" R. Tagore. Er wird übrigens bereits in den Apokryphen des Alten Testaments erwähnt).

"Durch Seiten voll gelehrter Schrift
Ihr Maden, fresst euch behände,
Doch wahrt der Herrschaft Feingefühl
Und schont die goldgebundenen Bände"
(Robert Burns).



Wurm: "Eisenwürmer" (Schrauben) Erdenwurm/Gewürm (kleine Kinder), einen Hirnwurm haben (leicht verrückt sein), Gaudiwurm (Faschingszug), Holzwurm (kein Wurm, sondern ein Käfer), Kulturwurm, Lindwurm (Drache, Penis), Mehlwurm (Bäcker, Müller), Tazzelwurm (alpenländisches Ungeheuer), Unglückswurm, Würmer im Hintern (unruhiges Sitzfleisch), Wurmfortsatz (Blinddarm), wurmig, wurmstichig. Krankheit: Augenwurm (veraltet für Gerstenkorn). Der Name der Stadt Worms wird auf die bösen Würmer (Schlangen), die an diesem Ort hausten, zurückgeführt. Heute ist davon nichts mehr zu sehen, weil sie von Siegfried erschlagen wurden. Gewissenswurm: "Es ist kein so schädlicher, tödlicher, reißender, beißender, winniger, unsinniger, greulicher, abscheulicher Wurm als der nagende Wurm eines bösen Gewissens" (Abraham a Sancta Clara). Würmer (Erdnussflips). Tiernamen: Glühwürmchen jedoch sind keine Würmer, sondern Käfer. Wurmfisch, Wurmkrebs, Wurmnatter, Wurmschlange, Wurmschnecke, Wurmzüngler (Chamäleon). Tatzelwurm (abendländisches Fabeltier). Wurmkrankheiten/Wurmmittel. Pflanzennamen: Wurmfarn, Wurmlattich Wurmtang, Wurmwurz.



Wurm: Sprichwörter: Wer Geld hat, ist ein Drache, wer keines hat, ein Wurm (China). Wer leiht ohne Bürgen und Pfand, / dem sitzt ein Wurm im Verstand. Wer nicht das Leben des Wurms riskiert, fängt auch nicht den großen Fisch.



Wurm: Sprüche: "Auf jeder Tafel findet der Mensch alles, was er braucht, um einst von den Würmern schmackhaft gefunden zur werden" (Ludwig Börne). "Der Wurm darf dem Adler um den Schnabel kriechen" (Johann Kaspar Lavater). "Der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler" (Helmut Thoma). "Ein wahrhaft großer Mann wird weder einen Wurm zertreten, noch vor dem Kaiser kriechen" (Benjamin Franklin). "Hätt' Allah mich bestimmt zum Wurm, so hätt' er mich als Wurm erschaffen" (Johann Wolfgang von Goethe "Divan"). "Die Gleichheit vor dem Wurm" (tot sein, Pierre Daninos).



Wurm: Sprüche: "Der getretene Wurm krümmt sich. So ist es klug. Er verringert damit die Wahrscheinlichkeit, von neuem getreten zu werden" (Friedrich Nietzsche). "Essbar: wohlschmeckend und bekömmlich - wie der Wurm für die Kröte, die Kröte für die Schlange, die Schlange für das Schwein, das Schwein für den Menschen und der Mensch für den Wurm" (Ambrose Bierce). "Gewiss ist der Mensch ganz verrückt: Er kann keinen Wurm herstellen, aber Götter macht er dutzendweise" (Michel de Montaigne). "Heiliger Wurm aus Asien!" (Ausspruch des Erstaunens). "Ich kann fliegen, sagte der Wurm, als er mit dem Apfel vom Baum fiel" (Werner Mitsch). "Würmer und Schmeichler sind Zeichen einer fetten Erde" (Jean Paul). "Würmerspeise: das Endprodukt, dessen Rohmaterial wir sind" (Ambrose Bierce).



Wurm: Vergleiche: "Ein jeder Mann hat seinen Wurm, Kopernikus den seinen" (Goethe "Sprichwörtlich"). "Ein Apotheker ist der Komplize des Arztes, der Wohltäter des Leichenbestatters, der Ernährer der Würmer" (Ambrose Bierce). "Leichenpredigt ist das Tischgebet für die Würmer" (Jean Paul). "Wer sich zum Wurm macht, kann nachher nicht klagen, wenn er mit Füßen getreten wird" (Immanuel Kant). Was der Wurm in der Nuss, ist die Traurigkeit im Herzen (Russland). "Wer sich zum Wurm macht, soll nicht klagen, wenn er getreten wird" (Immanuel Kant).
Schimpfworte: Darmwürmer/Spulwürmer (Nudeln).



Wurm: Fabeln: Äsop "Der Wurm und der Fuchs" und "Der Wurm und die Schlange". Johann Wilhelm Ludwig Gleim "Der Fabeldichter und das Würmchen". Johann Gottfried Herder "Adler und Wurm". Buchtitel: Ludwig Anzengruber "Der G'wissenswurm" (1874).
In der Literatur: Giovanni Boccaccio "Das Dekameron". 7. Tag. Siegfried Sommer "Der Wurmhändler".



Wurm: Im Gedicht: Wilhelm Busch "Naturgeschichtliches Alphabet" ("Der Walfisch stört des Herings Frieden, / Des Wurmes Länge ist verschieden"). Heinz Erhardt "Der Wurm". Justinus Kerner "Wurm und Tiger". Christian Morgenstern "Die Beichte des Wurms" (in "Galgenlieder").

"Es stand sehr schlimm um des Bandwurms Befinden.
Ihn juckte immer etwas von hinten.
Dann konstatierte der Doktor Schmidt,
Nachdem er den Leib ihm aufgeschnitten,
Dass dieser Wurm an Würmern litt,
Die wiederum an Würmern litten."
(Jochim Ringelnatz)

Eugen Roth "Tierleben für jung und alt" (1973). Friedrich Rückert "Das Würmlein Ming-Ling".

"Ach du liebes Gottchen
Behüte unser Lottchen
Vor Hunger, Not und Sturm
Und vor dem bösen Hosenwurm.
Amen."
(Kurt Tucholsky)



Wurm: "Würmer in der Dauerwelle" (moderne "Sage" - Wanderlegende).
Im Film/Filmtitel: "Der G’wissenswurm" (1936). "Der Wurm des Alters" (1912). "Die Rückkehr der Raketenwürmer" (1996). "Die Wurmfresser" (1977). "Tremors 3 – Die neue Brut" (2001 Sandwürmer).
Schlager: " Heyworm" (1955 Little Jimmy Dickens).



Wurm: S. auch Glühwürmchen, Ohrwurm, Regenwurm



Würmer: s. auch Wurm



Wurzel: Redensarten: Auf eine gemeinsame Wurzel zurückgehen. Das Übel an der Wurzel fassen/ausrotten. Etwas mit Stumpf und Stiel ausrotten. Seine Wurzeln liegen in … Wie angewurzelt stehen (Wenn jemand wie angewurzelt dasteht, ist es vermutlich ein Baum). Wie ein Stock dastehen. Wurzel allen Übels. Wurzeln schlagen (u. a. lange warten müssen, sich einleben. "Manchmal schlägt der Lorbeer im Kopf Wurzeln" Stanislaw Jerzy Lec).
Haarwurzel, Handwurzel, tiefwurzelnd, verwurzelt, Wurzelbürste (Bürste mit harten Borsten), Zahnwurzel, Wurzel (Zahlenlehre, z.B. Quadratwurzel, Wurzel ziehen. Penis). Wurzelbakterie, Wurzelbrand (Pilzkrankheit), Wurzelkropf (Holzkrankheit). Wurzelsepp (Sammler von Heilkräutern). "Radikal denken, heißt, wie ein Wurzelsepp denken" (Peter Rühmkorf). Entwurzelt, wurzellos (heimatlos), Wurzelstock (über Stock und Stein), Wurzelstumpf.
Tiernamen: Wurzelbohrer (Schmetterling) , Wurzelfliege, Wurzelfüßler, Wurzelkrebs, Wurzellaus, Wurzelmaus, Wurzelratte. Pflanzennamen: Wurzelschwamm (Pilz), Wurzeltöter (Pilz).
Sprichwörter: Arbeit hat bittere Wurzel, aber süße Frucht. Die Wurzeln erzählen den Zweigen nicht, was sie denken (arabisch). Geduld ist ein Baum, dessen Wurzel bitter, dessen Frucht aber unendlich süß ist (Persisches Sprichwort). Wo Treue Wurzel schlägt, macht Gott einen Baum daraus.



Wurzel: Sprüche: "Es ist wichtiger, dass jemand sich über eine Rosenblüte freut, als dass er ihre Wurzel unter das Mikroskop bringt" (Oscar Wilde). "Nicht in den Zweigen, in den Wurzeln steckt des Baumes Kraft" (Gertrud von LeFort). "Stürme lassen die Bäume tiefer wurzeln" (George Herbert). "Unter Fortschritt verstehen die meisten die Unfähigkeit, Wurzel zu fassen" (Richard von Schaukal). "Was nicht in die Wurzel geht, geht nicht in die Krone" Friedrich Georg Jünger).



Wurzel: Vergleiche: "Die Wurzel des Optimismus ist Angst" (Oscar Wilde). "Die Wurzeln der Wissenschaft sind bitter, umso süßer die Früchte" (Cato). "Ein Vorurteil ist ein Irrtum, der Wurzeln geschlagen hat" (Martin Held). "Ich betrachte die Musik als die Wurzel aller übrigen Künste" (Heinrich von Kleist). "Rücksicht auf andere ist die Wurzel allen Missvergnügens" (François de Chateaubriand). Schwächen sind seit eh und je Wurzeln des Fortschritts: Vermutlich konnte Noah nicht schwimmen. "Wer seine Wurzeln nicht kennt, kennt keinen Halt" (Stefan Zweig). "Wir müssen die Bildungspolitik in Ruhe wie eine Pflanze wachsen lassen. Wir dürfen sie nicht alle vierzehn Tage ausbuddeln, um zu sehen, welche Wurzeln sie geschlagen hat" (Werner Remmers). Zwei Dinge sollen Kinder von ihren Eltern bekommen: Wurzeln und Flügel.
Schimpfworte: Wurzel (Genusswurzel = Penis; die Genusswurzel einpflanzen/begießen = koitieren. Die Axt an die Wurzel legen = kastrieren. Die Wurzel freilegen = sich ausziehen/sein Glied vorzeigen. Das Übel an der Wurzel packen für Selbstbefriedigung), Flachwurzler (einfach gestrickter Mensch), Wurzelsepp (Waldschrat, Naturbursche, alter Mann).



Wurzel: In der Literatur: Anzengruber 1871. Achim von Arnim "Die mystische Wurzel". Christian Morgenstern "Die zwei Wurzeln". Im Film/Filmtitel: u. a. "Die Wurzel allen Übels" (1946). "Die Wurzel des Hasses" (1988). "Die Wurzel des Herzens" (2000). "Die Wurzeln des Himmels" (1958). "Die Zauberwurzel" (1977). "Entwurzelt" (1993 TV-Film). "Entwurzelt – Eine Familie am Abgrund" (2000 TV-Film). "Raices/Wurzeln" (1954). "Wurzeln" (1955, 1987). "Wurzeln des Bösen" (1990).



Wurzeln: s. auch Wurzel





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© Hans Baier 2017