Ergebnisliste

Anfangsbuchstabe: B




Lexikon des Landlebens



Bach: Redensarten: Das Geschäft geht den Bach hinunter (bachabgehen, d.h. Gewinne kehren nie wieder). Ein Bächlein machen (beim Kleinkind die Blase entleeren, auch beim Hund). Nah am Bach/am Wasser gebaut haben (weinerliche Frau). Tiernamen: Bachsaibling (Forelle), Bachwassermotte (Köcherfliege). Pflanzennamen: Bachbunge.
Sprichwörter: Aus kleinen Bächen werden große Flüsse (Frankreich). Es ist kein Strom, in den nicht trübe Bäche münden. Im Bach ersaufen auch Leute. Im Becher ersaufen mehr als im Bache. Jenseits des Baches/Berges wohnen auch Leute. Seichte Bäche rauschen am meisten.
Sprüche: "Die Psychologie befasst sich mit den einzelnen Wellen des Baches. Aber hat ein Bach je aus Wellen bestanden?" (Karl Kraus). "Querfeldein braust der Waldstrom wohl; / Der Bach im Wege bleiben soll" (Matthias Claudius). Schimpfwort: Bachratz (ungepflegte Frau, ungepflegter Mann).
Vergleiche: "Zeit ist nur ein Bach, an dem ich angeln gehe" (Henry David Thoreau).



Bach: Im Gedicht: Georg Britting "Kleines Sommerbild" und "Leeres Bachbett". Max Dauthendey u. a. "Die Bachwelle" und "Geh’ ich an dem Bach entlang". Günter Eich "Bach im Dezember". Max Dauthendey u. a. "Die Bachwelle" und "Ein funkelnd Bächlein schiebt durch’s Tal". Heinz Erhardt "Der Bach". Johann Wolfgang von Goethe "Der Junggesell und der Mühlbach". Martin Greif "Der Wanderer und der Bach". Franz Grillparzer "Spaziergänge 1. Bachesgemurmel". Johann Gottfried Herder "Das Lied vom Bache". August Heinrich Hoffmann von Fallersleben "Der böse Bach". Ludwig Christoph Heinrich Hölty "Der Bach". Johann Georg Jacobi "Der Bach". Friedrich Gottlieb Klopstock "Der Bach". Theodor Körner "Der Jüngling am Bach". Christian Morgenstern "Der Waldbach rauscht Erinnerung …" und "Mir ist, als flösse dieser Bach nach draußen …" Sandor Petöfi "Eile, Bächlein, eile!" Heinz Piontek "Die Furt". Joachim Ringelnatz "Lustig quasselt der seichte Bach …" Friedrich Rückert u. a. "Am Bache" und "Der Paradiesbach".



Bach: Im Gedicht:
"An der Quelle saß der Knabe,
Blumen wand er sich zum Kranz,
Und er sah sie, fortgerissen,
Treiben in der Wellen Tanz.
'Und so fliehen meine Tage
Wie die Quelle rastlos hin!
Und so bleichet meine Jugend,
Wie die Kränze schnell verblühn! ...'"
(Friedrich Schiller "Der Jüngling am Bache")



Bach: In der Malerei: u. a. Gustave Courbet "Waldbach mit Rehen" (um 1868). Claude Monet "Der Bach von Robec" (1872). Hans Thoma "Der Bach im Tal" (1906) und "Schwarzwaldbach" (1860).
In der Musik: Edvard Grieg "Lyrische Stücke. Bächlein". Im Lied: "An einem Bach im tiefen Tale". "Das Lied vom Bache " (Johann Gottfried Herder). "Wohin?" ("Ich hört’ ein Bächlein rauschen …", vertont von Franz Schubert).



Bach: S. auch Quelle, Wildbach



Bäche : s. auch Bach



Bachstelze: Da sie sich gern beim weidenden Vieh aufhalten, gelten sie als Seelen verstorbener Tiere. Man darf sie nicht töten, sonst kann man ein Unglück erleiden und ertrinken. Das am Hals getragene getrocknete Herz einer Bachstelze schützt gegen Schlaganfälle.
Schimpfworte: Bachstelze (Bettnässerin, Urinfetischistin). In der Fabel: Johann Wilhelm Ludwig Gleim "Das Bachstelzchen und die Störchin" und "Die Krähe und die Bachstelze".
Im Gedicht: Heinrich Seidel "Die Bachstelze"
Im Film /Filmtitel: u. a. "Die Armee der Bachstelzen" (1964). Lied: "Das Lied von der Bachstelze".



Backfisch: s. Fisch



Backofen: Gehörte früher, wie das ebenfalls abseits stehende Häusl, zu jedem Bauernhof; wurde jedoch entweder zur Garage umfunktioniert oder einfach abgerissen.
Redensarten: Der Backofen ist eingefallen (die Frau ist entbunden worden). Das ist ein kalter Backofen (für eine unnütze Sache).
Im Gedicht: Emile Verhaeren "Das Brotbacken" (übersetzt von Stefan Zweig):
"… Und nun …
Fassten die Mägde je zu zweit das Brett und tauchten
Rasch in des Ofens Bauch das teigig-weiche Brot.

Jäh schlugen aus der Lohe da die lechzendheißen
Glutzungen hoch – wie Hunde tollgehetzt und rot
Aufspringend, um ihr Antlitz wütend zu zerbeißen."



Backtrog: Wenn sich die Braut im Backtrog anzieht, wird sie in der Ehe die Herrschaft über ihren Mann haben. Keine Schläge wird sie später bekommen, wenn sie wenigstens dort die Schuhe anzieht.



Balz: Redensarten: Balzen, auf die Balz gehen (sich um eine Frau bewerben). "Der Balzruf ist das Heiratsinserat der Vögel" (Jürgen Herrmann).



Bauer: "Einer, der nur Erfolg hat, wenn es ihm gelingt, seinen Boden an einen Golfklub zu verkaufen" (E. G. Tange).
Einteilung: Ziegenbauer, Kuhbauer, Ochsenbauer, Pferdebauer; ferner nach der Größe des Misthaufens, der Kutsche und des Traktors.
Redensarten: Auf Bauernfang ausgehen (die Arglosigkeit bzw. Leichtgläubigkeit ausnützen). So fragt man einen Bauern aus (als Antwort auf eine neugierige Frage). Bauer (Schachfigur/Bauernopfer. Wenn das Spiel zu Ende ist, kommen König und Bauer wieder zurück in den gleichen Kasten, italienisches Sprichwort.), Bauernopfer (Plagiat: Man weist einen kleinen Teil des fremden Gedankenguts in einer Fußnote aus, schreib aber "dahinter" ohne Quellenangabe weiter ab). Bauernfrühstück (Pfannengericht bestehend aus Bratkartoffeln, Rührei und Speck), Bauerngroschen (mittelalterliche Silbermünze in Goslar), Bauernlegen ("Ausverkauf" freier Bauernhöfe), Bauernpraktik (astrologischer Haus- und Wetterkalender), bauernschlau/Bauernschläue, Bauernschmaus (einfaches Essen aus Kartoffeln und Fleischresten), Bauernseufzer (Wurstsorte), Bauernsterben ("erst stirbt der Hof, dann stirbt der Bauer"), Feierabendbauer (Nebenerwerbslandwirt). Tiernamen: Bauernkarpfen. Pflanzennamen: Bauernrose (Pfingstrose).



Bauer: Sprichwörter:
"Landleute heiraten nach Land,
Edelleute nach Stand,
Hofleute nach Welt,
Kaufleute nach Geld."

Bauer bleibt Bauer, selbst wenn er auf seidenem Kissen schläft (aus Dänemark). Bauern und Schweine haben immer etwas zu grunzen. Bei großer Herren Händeln müssen die Bauern die Haare lassen. Besser ein gesunder Bauer als ein kranker Kaiser. Der Bauer ist glücklich, wenn er Bauern trifft (Griechenland). Der Bauern Weisheit und der Huren Schönheit gelten nicht weit. Ein Doktor und ein Bauer wissen mehr als ein Doktor allein (altdeutsch). Ein reicher Bauer kennt seine Verwandten nicht. Fette Beamte - dürre Bauern (China). Hat der Bauer sein Brot, / leidet auch der Städter keine Not. Jeder Soldat benötigt drei Bauern: Einen, der ihn ernährt; einen, der ihm ein schönes Weib beschert und einen, der für ihn zur Hölle fährt (Dreißigjähriger Krieg). Wehe dem Bauern, wenn dem Junker der Gaul krepiert. Wenn ein alter Bauer stirbt, lacht das Geld und weint das Feld. Zieh einen Bauern aus dem Dreck, und er wird dich zum Dank hineinstoßen (USA).



Bauer: Sprüche: "Das Bauernleben ist das allerseligste Leben, denn es wächst ihnen alles, die andern Stände müssen das Ihre kaufen" (Herzog Friedrich der Weise). "Denke wie ein Philosoph und rede wie ein Bauer" (Rudolf von Jhering). "Denn wäre nicht der Bauer, so hättest du kein Brot" (Adelbert von Chamisso). "Der Bauer ist auch ein Mensch – so zu sagen" (Friedrich Schiller "Wallensteins Lager"). "Der Bauer ist kein Spielzeug" (Adelbert von Chamisso "Das Riesen-Spielzeug"). "Der Weltmann kann von einem Bauern lernen, nicht aber der Bauer von einem Weltmann" (Thomas Niederreuther). "Du sprichst ja, Kerl, als wär der Gott ein Bauer!" (Aristophanes). "Dümmer zu scheinen, als man ist - darin besteht die bäuerliche Taktik. Beim Städter ist es umgekehrt" (Thomas Niederreuther).



Bauer: Sprüche: "Fressend und saufend kommt der Bauer zu nichts" (Martial). "Ich bin eines Bauern Sohn. Mein Vater, Großvater und meine Ahnherren waren rechte Bauern" (Martin Luther). Liegt der Bauer tot im Zimmer / lebt er nimmer (Graffitispruch). Wenn der Bauer nicht schwimmen kann, dann sagt er, es liegt an der Badehose. Wenn ich nachts gut schlafen soll, muss ich tagsüber meine Ruhe haben, sagte der Bauer und legte sich nieder. Schüleraufsatz: Das Landwirtschaftsministerium ließ die Bauern zusammenkommen, denn die Schweine fraßen zuviel.
Vergleiche: "Der Gesetzgeber soll denken wie ein Philosoph, aber reden wie ein Bauer" (Rudolf von Jhering).



Bauer: Schimpfworte: "Du Bauer!" und "Halt die Klappe, verschwinde aufs Land", so beschimpften laut Plinius schon die Römer einander. Bäuerisch (ungeschliffen), Bauerndorf, Bauernkaff (kleines Dorf, in dem nur Bauern wohnen), Bauernfänger (Betrüger; "Nepper, Schlepper, Bauernfänger". Aus der Berliner Gaunersprache. Vgl. auch Franz Kafka "Entlarvung eines Bauernfängers". Taschentuch bei der Selbstbefriedigung), Bauernfünfer, Bauernlackel, Bauernlümmel, Bauernmensch, Bauernolympiade (Landwirtschaftsfest), Bauernrammel, Bauernsau, Bauernschädel, Bauernschreck (unattraktive Frau), Bauernspitz, Bauerntölpel und Bauerntrampel (Frau, Mädchen vom Land), Bauerntrottel, kalter Bauernarsch (kaltes Essen), Mistbauer.



Bauer: Fabeln: S. auch Hund, Schlange. Äsop u. a. "Der Bauer und die Tyche" und "Der Bauer und seine Söhne": Ein Bauer lag im Sterben, und weil er wollte, dass sich seine Söhne mit der Landwirtschaft vertraut machen sollten, rief er sie zu sich und sprach: "Liebe Kinder, in einem meiner Weingärten liegt ein kostbarer Schatz vergraben." Da nahmen die Söhne, nachdem der Vater gestorben war, Pflug und Spaten und gruben alles Land um. Den Schatz fanden sie zwar nicht, aber der Weingarten schenkte ihnen reiche Frucht. Jean de la Fontaine u. a. "Der Mann vom Lande am Donaustrande". Christian Fürchtegott Gellert "Der Bauer und sein Sohn" und "Die Bauern und der Amtmann". Johann Wilhelm Ludwig Gleim "Der Bauer und der Schäferhund". Johann Gottfried Herder "Der Landmann und der Sterndeuter" (aus dem Griechischen). Phaedrus "Der Spaßmacher und der Bauer".



Bauer: In der Literatur: Buchtitel: Johannes von Tepl "Der Ackermann aus Böhmen" (um 1400). Ludwig Anzengruber Theaterstücke u. a. "Der Meineidbauer" (1871/72, Filme ab 1926). "Der G'wissenswurm" (1874, Film 1936). Roman und Erzählung: "Der Schandfleck" (1884, erste Fassung 1876). "Der Sternsteinhof" (1883/85, Film 1976). "Dorfgänge. Gesammelte Bauerngeschichten" (1879ff.). "Die Trutzige. Bauernkomödie" (1879). In der Komödie "Die Kreuzelschreiber" (1872), vermutlich angeregt durch "Lysistrata" von Aristophanes, stellen sich die Bauern von Zwentdorf gegen das brandaktuelle Dogma von der Unfehlbarkeit des Papstes. Als Analphabeten unterzeichnen sie eine entsprechende Resolution mit drei Kreuzen. Der Pfarrer fordert daher die Ehefrauen auf, sich ihren Männern so lange zu verweigern, bis diese eine Sühnewallfahrt nach Rom unternommen hätten. Die Männer greifen jedoch zu einer List und gewinnen so den "Ehekrieg".



Bauer: In der Literatur: Ernst Moritz Arndt "Über den Bauernstand" (1815). Honoré de Balzac "Die Bauern". Johannes R. Becher "Arbeiter, Bauern, Soldaten" (Drama 1925). Giovanni Boccaccio "Das Dekameron". 3. Tag. Pearl S. Buck "Die gute Erde" (1931, auch als Film). Lena Christ "Bauern" (1919). Eulenspiegel: "Wie alle Bauern und Bäuerinnen über den jungen Eulenspiegel klagten" (ferner 13., 26. und 88. Historie). Hans Fallada "Bauern, Bonzen und Bomben" (1929/31, TV-Film 1973). Gustav Freytag "An den Bauern Michael Mross" (1848). Ludwig Ganghofer "Bauerntrutz". Jeremias Gotthelf "Der Bauern-Spiegel" (1837) und "Erlebnisse eines Schuldenbauers" (1854). Oskar Maria Graf u. a. "Der große Bauernspiegel" (1962) und "Der harte Handel" (1932/35, auch als Fernsehfilm).



Bauer: In der Literatur: Hans Jakob Christoph von Grimmelshausen "Der teutsche Bauer" (in "Simplicianische Kalendergeschichten"). Trygve Gulbranssen "Und ewig singen die Wälder" und "Das Erbe von Björndal" (Film 1960). Knut Hamsun "Segen der Erde" (1917, deutsch 1918, Nobelpreis 1920). Johann Peter Hebel "Der Bauersmann und der Visitator". Franz Xaver Kroetz "Bauernsterben" (1986). Nicolas Restif de LaBretonne u. a. "Der verführte Landmann". Nikolai Lesskow "Der Gast beim Bauern". Hermann Loens: Der letzte Hansbur (ca. 1925). Heiner Müller "Die Bauern" (1964).



Bauer: In der Literatur: Ferdinand Raimund "Das Mädchen aus der Feenwelt oder Der Bauer als Millionär" (1826). Fritz Reuter "Hans Dumm, der kluge Bauer" Peter Rosegger "Als ich noch der Waldbauernbub war" (1900 – 1902, auch Film 1963) und "Jakob der Letzte" (1889). Hans Sachs u. a. "Der Bauer mit dem Tod" und "Der schwanger Bauer". Emanuel Schikaneder "Der redliche Landmann" (1792/95). Michail Scholochow "Der stille Don" (1928 – 1940). Johann Gottfried Seume "Kurzes Pflichten- und Sittenbuch für Landleute" (1810). August Strindberg u. a. "Die Leute auf Hemsö" und "Inselbauern" (1887). Ludwig Thoma u. a. "Agricola" (1897), "Andreas Vöst" (1906), "Bayerische Bauern" (1912), "Bauernmoral" (1908), "Erster Klasse", "Mathias Bichler" (1914), "Der Ruepp" (1922, TV-Film 1979) und "Der Wittiber" (1911). Felix Timmermans "Bauernpsalm" (Roman dt. 1936). J. R. R. Tolkien "Der Bauer Giles von Ham und der Drache". Leo N. Tolstoi "Anna Karenina" (1873-77). Karl Anton Pawlowitsch Tschechow "Die Bauern" (1897). Lope Felix de Vega Carpio "Der Bauer und der Gelehrte". Heinrich Waggerl "Brot" (1930). Ernst Wiechert "Die Jerominkinder" (1945 - 1947). Carl Zuckmayer "Ein Bauer aus dem Taunus und andere Geschichten" (1927).



Bauer: Im Gedicht: Gottfried August Bürger "Der Bauer" und "Der Edelmann und der Bauer":
"'Das schwör' ich dir, bei meinem hohen Namen
Mein guter Klaus ich bin aus altem Samen!'
'Das ist nicht gut', erwidert Klaus,
'Oft artet alter Samen aus'."

Matthias Claudius u. a. "Abendlied eines Bauersmanns" und "Das Bauernlied". Felix Dahn "Vom deutschen Landwirt". Richard Dehmel "Ein Ackersmann". Stefan George "Der freund der fluren". Johann Wilhelm Ludwig Gleim "Lied des Bauers". Johann Wolfgang von Goethe "Dem Ackermann". Hans Jakob Christoph von Grimmelshausen "Du sehr-verachter Bauren-Stand / Bist doch der beste in dem Land …" Friedrich von Hagedorn "Der verliebte Bauer". Heinrich Hansjakob "Bauernblut" (1896) und "Erzbauern" (1898). Thomas Hardy "The Bedridden Peasant". Friedrich Hebbel "Ein Dithmarsischer Bauer".



Bauer: Im Gedicht:
"Ich denk’, ich lang mal in den Sack
Und schmauch mein Pfeifel Rauchtabak
Und fahr’ jetzt heim mit Egg’ und Pflug,
Der Bless meint auch, es sei genug …"
(Johann Peter Hebel "Der zufriedene Landmann")

Johann Gottfried Herder "Das Grab eines Landmanns" (aus dem Griechischen). August Heinrich Hoffmann von Fallersleben "Bauernfrühling" und "Bauernglaube". Ludwig Christoph Heinrich Hölty "Der alte Landmann an seinen Sohn" ("Üb immer Treu und Redlichkeit"; Arie in Mozarts "Zauberflöte"). Arno Holz "Der Bauer" (in "Die Blechschmiede"). Abraham Gotthelf Kästner "Zwischen einem Reisenden und einem Bauer". Justinus Kerner "Vogt Finsterlings Bauernideal". Klabund "Der Bauer und die Erde" (Su-tung-po) und "Der Landwirt Würstlein von Sebelsdorf".



Bauer: Im Gedicht: Nikolaus Lenau "Die Bauern am Tissastrande". Friedrich von Logau u. a. "Stadt-Leute und Dorf-Leute" und "Unterscheid zwischen Land-Mann und Lands-Knecht". Christian Morgenstern "Der fremde Bauer". Eduard Mörike "Pastoralerfahrung". Börries von Münchhausen "Altes Bauernlied". Fritz Reuter "Woran einer einen pommerschen Buren kennen kann". Joachim Ringelnatz "Kürzeste Liebe". Friedrich Rückert u. a. "Die Bauern und ihr gnädiger Herr" und "Der Dorfedelmann". Hans Sachs u. a. (in J. Amman "Ständebuch"), "Der Bauer mit der Säuhaut" und "Der verkehrt Bauer". Max von Schenkendorf "Der Bauerstand". Friedrich Schiller "Baurenständchen". Christian Friedrich Daniel Schubart u. a. "Der Bauer im Winter" und "Schwäbisches Bauernlied". Ludwig Thoma "Die Bauern". Felix Timmermans "Bauerngebet" (in "Adagio"). Leo N. Tolstoi "Der Bauer und der Wassermann". Georg Trakl "Die Bauern" (Zyklus). Vergil "Vom Landbau" (u. a. übersetzt von Johann Heinrich Voß).



Bauer: Im Gedicht:
"… Bebaue Saat und Ackererde
Und plag und müh dich Tag und Nacht
Und halte Esel, Küh und Pferde,
In Hof und Feld, in Stall und Haus
Magst du die Glieder dir verrenken –
Doch gib nicht dein Erspartes aus
Bei Mädchen und in Schenken"
(François Villon "Das große Testament").

Johann Heinrich Voß "Der Landmann" (1784). William Wordsworth "The Farmer of Tilsbury Vale".
Im Märchen: Brüder Grimm "Das Bäuerlein im Himmel". Eduard Mörike "Der Bauer und sein Sohn".



Bauer: Im Film/Filmtitel: u. a. S. auch Ernte. "Als ich noch der Waldbauernbub war" (1963). "Arbeiter, Bauern" (2001). "Ballade von Narayama" (1983). Bauern, Bonzen und Bomben" (TV-Film 1973). "Bauernaufstand" (1991). "Forsthaus Falkenau"(1989ff TV-Serie). "Bauernhass" (1929). "Bauernopfer" (1993 TV-Serie "Tatort"). "Bauernschach" (TV-Film 1994). "Bauernsterben" (2003 TV-Serie "Die Wache"). "Das Duo – Bauernopfer" (2003). "Das fruchtbare Land" (1980). "Der Bauer als Millionär" (1961). "Der Bauer mit dem Fahrrad" (1974). "Der Bauer und der Millionär" (1977). "Der Bauer und seine neun Töchter" (1981). "Der Bauer vom Brucknerhof" (1956). "Der Bauernaufstand" (1991 TV-Serie "Forsthaus Falkenau"). "Der Bauerngeneral" (1981/82 TV-Film). "Der Bauernrebell" (1952 Andreas Hofer). "Der Berghofbauer" (1944). "Der Erfinder" (1981). "Der fidele Bauer" (1951, 1927, 1973). "Der Griff nach der Flasche" (TV-Serie "Die Methoden des Franz Josef Wanninger" Bauer vergiftet Bäuerin).



Bauer: Im Film/Filmtitel: u. a. "Der Junge vom Land" (1984). "Der Loibnerbauer" (1951). "Der Meineidbauer" (1941, 1956). "Der Millionenbauer" (TV-Serie). "Der Sternsteinhof" (1976). "Der Teufelsbauer" (1941). "Der Waldbauernbub – Eine Weihnachtsgeschichte" (1983). "Die Bauern" (Russland 1935). "Die Bauernprinzessin" (2003). "Die Fernsehsaga – Eine steirische Fernsehgeschichte" (TV-Film 1996). "Die große Schuld des Berghofbauern" (1953). "Die Siebtelbauern" (1997). "Erst die Arbeit und dann!" "Hinterlassenschaften" (TV-Film 2002). "Höhenfeuer" (1985). "Irgendwie und sowieso" (TV-Serie). "Lastrumer Mischung" (Tatort 2001). "Mutter aus heiterem Himmel" (TV-Film 2005). "Rufer, der Wolf" (TV-Film 2004). "Schinderhannes" (1928). "Sie sind ein schöner Mann" (2007). "Um einen Fußbreit Land" (1948). "Umwege des Herzens" (TV-Film 2001). "Unser Pappa" (2001). "Unter Bauern - Retter in der Nacht" (2009).



Bauer: In der Malerei: S.. auch Acker u. a. Adriaen Brouwer "Singende Bauern", Pieter Bruegel d. Ä. ging als "Bauern-Breugel" in die Kunstgeschichte ein. Paul Cézanne "Sitzender Bauer" (1898-1900). Gustave Courbet "Bauern von Flagey bei der Rückkehr vom Markt" (1850). Albrecht Dürer u. a. "Die drei Bauern" (Kupferstich um 1496/97), "Entwurf zu einem Bauernmonument" (Holzschnitt) und "Marktbauern im Gespräch und junges Paar" (Zeichnung). Thomas Gainsborough "Bauern auf dem Weg zum Markt: früher Morgen, um (1769) und "Pfeiferauchender Bauer vor der Hüttentür" (1788). Vincent van Gogh u. a. "Bauern bei der Arbeit" (1890) und "Grabende Bauern" (1889). Hans Holbein "Ackermann und Tod" (aus "Totentanz" 1525). Wilhelm Leibl u. a. "Alter Bauer und junges Mädchen" und "Bauernjunge auf dem Stuhl" (1874-75), Franz von Lenbach "Kopf eines Bauern" (1861), Max Liebermann "Schreitender Bauer" (1894). Amadeo Modigliani "Junger Bauer" (1918). Pablo Picasso "Schlafende Bauern" (1919). Peter Paul Rubens "Rückkehr der Bauern vom Feld" (um 1637). Georges Seurat "Bauer mit Hacke" (um 1882), Adriaen van de Velde "Reisende bei einem Bauern" (1662).



Bauer: In der Musik: Johann Sebastian Bach "Bauern-Kantate" (1742). Béla Bartók "Ungarische Bauernlieder". Anton Dvo?ák "Der Bauer, ein Schelm" (Oper 1878) und "Peasant's ballad". Werner Egk "Georgica" (Orchesterwerk 1934). Leo Fall "Der fidele Bauer" (Operette 1907). Friedrich von Flotow "Martha. Chor der Landleute". Michail I. Glinka "Ein Leben für den Zaren" (1836). Robert Schumann "Album für die Jugend. Der fröhliche Landmann" (Klavier). Franz von Suppé "Dichter und Bauer" (Operette).
Im Lied: "Ach Gott ich bin ein armer Bauer". "Bucheller Bauernlied". "Das Bauernwerk ist nix mehr wert". "Der Bauer hatt' drei Töchter". "Ein Bauernmaskenball" (Weiß Ferdl). Ein Lied von den uppigen Bawren (Ambraser Liederbuch). "Es wollt' ein Bauer früh aufsteh'n". "Grablied eines Landmanns" (Johann Gottfried Herder). "Im Märzen der Bauer die Rösslein einspannt". "Wenn man beim Bauern dient". "Wollt ihr wissen, wie der Baue".



Bauer: S. auch Dorf, Isidor (hl.), Kalter Bauer, Ökobauer, Sex, Tagelöhner



Bauern : s. auch Bauer



Bäuerchen: Redensarten: Ein Bäuerchen machen, speziell beim Kleinkind (Rülpsen, Aufstoßen - nach dem Motto: "Sie hörten den Landfunk - es jodelte der Bauer Otto Zitzelsberger"). Früher ein sicheres Zeichen zur Unterscheidung von Land- und Stadtbewohnern.



Bäuerin: Man schätzte den Arbeitseifer der Frauen, wenn sie bis zu den einsetzenden Wehen auf dem Feld blieben. Der Satiriker Karl Heinrich Ritter von Lang schrieb, die Juden seien in Bayern zwischen den Hunden und Kälbern angesiedelt. Aus Höflichkeit vergaß er zu erwähnen, dass die Frauen erst nach den Kälbern kamen – aber noch vor Hund, Katze und Federvieh. Erst allmählich rückte sie an die zweite Stelle vor. Inzwischen hat sich die Situation jedoch grundlegend geändert. Keine vernünftige Frau – nicht einmal eine Thailänderin - heiratet heute mehr in eine Landwirtschaft ein, ohne ihre Bedingungen im Ehevertrag zu stellen. Ist der Ehemann nicht kooperativ, droht die Scheidung – und der Hof ist nur noch die Hälfte wert.



Bäuerin: Ein Spruch, der in zahlreichen Mundarten auftaucht, auch in Franken, sagt:
"Weibersterb'n
bringt kein Verderb'n,
Doch Gäulsverreck'n,
das bringt Schreck'n."

Oder: "Reich werden wird, wem die Weiber abgehen und die Pferde wohlstehen." Oder die Wetterregel: "Lieber das Weib auf der Bahr / als Lichtmess hell und klar". Eugen Roth hat uns eine Variante überliefert:
"Ein schneller Hund, ein braves Pferd
Sind mehr als zwanzig Weiber wert!
So sagt ein Sprichwort der Araber -
Ganz ähnlich heißt’s auf Bayrisch aber:
Der Bauer sagt: Wenn d’ Weiber sterb’n
No is des weiter koa Verderb’n.
Wenn aber d’ Ross verreckn,
Oh, saggera, des is a Schreckn!"



Bäuerin: Sprichwörter: Esel, Weib und Nuss geschlagen werden muss. Ein ungeprügeltes Weib ist wie eine Mühle ohne Mühlsteine - Rumänien). Oft werden die Schläge schon "präventiv" ausgeteilt, z.B. auf dem Heimweg von der Hochzeitsfeier. Das Kurbayerische Landrecht verlangt allerdings "Mäßigkeit" beim Züchtigungsvorgang. Ich strafe meine Frau nur mit guten Worten, sagte ein Bauer und warf ihr das Gebetbuch an den Kopf. Ein anderer: Das kommt auf eine neue Rechnung, als er seine Frau an Neujahr schlug. "Bauer sucht Frau" (TV-Sendung).



Bäuerin: Sprichwörter: 99 Hühner und 1 Weib ergeben 100 Mistviecher. Die Frau kann mit der Schürze mehr aus dem Haus tragen, als der Mann einfährt mit dem Erntewagen (nach Friedrich Rückert). Drei Dinge verderben das Bauernhaus: / böses Weib, Wanz und Maus. Ein Bauer bekommt leichter eine Frau als eine Kuh. Ein treuer Hund, ein treues Pferd, sind mehr als tausend Weiber wert. Für den Hund einen Knochen, für das Weib einen Stock (Ungarn). Lass das Schwein nicht an die Kartoffeln, lass die Frau nicht an das Geld (Litauen). Man soll seine Frau wie seine Seele lieben, aber sie schütteln wie einen Birnbaum (Russland). Such dir Frau und Ochsen in deinem Dorf (Italien). Wem die Frauen sterben und die Pferde fohlen, dem wächst das Vermögen. Wenn das Pferd lahmt, wirft der Bauer die Frau vom Wagen (Russland). Wenn die Hunde hinken, die Weiber weinen und die Krämer schwören, so hat das nicht viel zu bedeuten (Dänemark). Wenn man von Frau und Huhn will Nutzen sehn, muss man ihnen den Hals umdrehn.



Bäuerin: Sprüche: "Da wird er seine liebe Not mit ihr haben", sagte der Bauer, als er Pfarrer ihn tröstete, dass Gott seine Frau zu sich genommen habe. "Du willst eine Bäuerin heiraten? Ist dir klar, dass du ihr dann dein Leben lang den Hof machen musst?" (G. Drews). "Das wolle Gott nicht", rief der Bauer, als er hörte, dass der Frühling alles aus der Erde hervorlocke, "dann käme ja auch meine Alte wieder".
Marterln- und Grabsprüche, als späte Rache der Männer: "Wohl ist ihr / Und auch mir." "Tränen können dich nicht mehr zum Leben zurückrufen, darum weine ich" (Grabspruch am Brenner).

"Hier liegt mein Weib, Gott sei's gedankt,
Bis in das Grab hat sie gezankt.
Lauf, lieber Leser, schnell von hier,
Sonst steht sie auf und zankt mit Dir."

"Hier ruht mein trautes Weib
In dieser Grabeshöhle.
Wir waren oft ein Leib,
Doch niemals eine Seele."



Bäuerin: In der Fabel s. auch Wolf.
In der Literatur: S. auch Ei. Lena Christ "Madam Bäuerin" (1919/1920). Peter Dörfler "Als Mutter noch lebte" (1912) und "Apollonia-Trilogie" (1932, TV-Film 2004/05). Oskar Maria Graf "Das Leben meiner Mutter" (1940/46). Alexander Puschkin "Die Geschichten des verstorbenen Iwan Petrowitsch Belkin. Fräulein Bäuerin". Peter Rosegger "Die Hausfrau" (in "Die Älpler"). Hans Sachs u. a. "Der fahrend Schüler mit der Bäuerin" und "Frau Wahrheit will niemand herbergen". Anna Wimschneider "Herbstmilch" (1984, Film 1988/89).
Im Gedicht: Johannes R. Becher "Bäuerinnen mit Kuchenblechen". Hans Sachs "Die Bäurin mit dem Eirimschmalz". Gustav Schwab "Der Bäurin Süden".
Im Film/Filmtitel: u. a. "Bauernprinzessin" (2003). "D’Eisheilign und die kalte Sophie" (1997). "Der Doktorbäuerin Glück und Ende" (1995). "Die Sonnhofbäuerin" (1948). "Einmal leben" (TV-Film 1999). "Emmas Glück" (2006). "Leo" (2006). "Madame Bäuerin" (1992). "Verlorenes Land" (2001).



Bäuerin: In der Malerei: u. a. Pieter Bruegel d. Ä. "Alte Bäuerin" (um 1563). Marc Chagall "Die Bäuerin" (1907). Albrecht Dürer "Der Bauer und seine Frau" (Kupferstich um 1496/97, "Narr als Bäuerin" (Holzschnitt 1494), "Der Marktbauer und seine Frau" (Kupferstich 1519) und "Windische Bäuerin" (Zeichnung). Paul Gauguin "Bretonische Bäuerinnen" (1894). Vincent van Gogh "Porträt einer Bäuerin mit weißer Haube" (1885) und "Porträt einer jungen Bäuerin" (1890). Wilhelm von Kobell "Reiter mit Handpferd und Bäuerin" (1823). Wilhelm Leibl u. a. "Bäuerin mit Kind" und "Miesbacher Bäuerin" (um 1896). Paula Modersohn-Becker "Alte Bäuerin" (1903). Camille Pissarro "Bäuerin" (4. Viertel 19. Jh. ) und "Bäuerin mit Schubkarren" (1874).



Bäuerin: In der Sage: Brüder Grimm "Landgraf Philips und die Bauersfrau". In der Musik: Pietro Mascagni "Cavalleria rusticana" (Oper 1890). Im Lied: "Die Bäuerin ist grantig, woran mag das liegen?" "Die Bäuerin wär so gerne Königin". "Die Bäuerin zum Jahrmarkt fuhr". "Es hat ein Bauer ein junges Weib" (auch "schönes Weib"). "Frau Bäuerin sucht's Kätzchen". "Jede Bäuerin braucht an Bauern". "Mit Leib und Seel a Bäurin". "Wollt ihr wissen, wie die Bäurin ihren Hafer aussät". Schlager: "Geile Bäuerin". "Meine Bäuerin".
In der Malerei: Albrecht Dürer "Marktbauer und seine Frau" (Kupferstich 1519).



Bauerngarten: In der Literatur: Friedrich Schnack "Petronella im Bauerngarten".
Im Gedicht: Georg Britting "Bauerngarten". Manfred Hausmann "Vollmond über einem Bauerngarten". Heinz Piontek "Grasgarten im September". Friedrich Rückert "Deutscher Blumengarten".
In der Malerei: u. a. Gustav Klimt "Bauerngarten mit Sonnenblumen". Emil Nolde "Blumengarten" (1915 hängt im Kanzleramt).



Bauernhaus: In manchen Gegenden glaubte man, dass derjenige, der als erster ein neues Haus betritt, sterben müsse. Das führte dazu, dass man als erstes ein Tier, z.B. einen Hahn über die Schwelle trieb. Auch von neu erbauten Brücken ist ähnliches bekannt.

Hausinschriften:
"Gott bewahr' das Haus, Vieh und Säu,
Bittet der Hausherr, Sebastian Bräu."

"Wann die Esel Flöten blasen
Und Schnecken springen wie die Hasen,
Wenn mein Weib tut nimmer zanken,
Dann erst soll der Giebel wanken."



Bauernhaus: In der Literatur: Peter Rosegger (in "Das Volksleben in Steiermark" 1902).
Im Gedicht: Gustav Falke "Einsame Kate". Eugen Roth "Nacht im Bauernhaus".
In der Malerei: Paul Gauguin "Bauernhaus in Arles" (1888). Vincent van Gogh "Bauernhütten in Auvers" (um 1890) und "Strohgedeckte Häuser in Cordeville" (1890). Gustav Klimt "Bauernhaus in Ober-Österreich" (1911–1912) und "Bauernhaus mit Birken" (1900). Wilhelm Leibl "In der Bauernstube" (1890).



Bauernhof: Redensart: Haus und Hof (der ganze Besitz).
Sprichwörter: Ein Bauer, der nicht ackert und eine Henne, die nicht gackert, bleiben nicht lange auf dem Hofe.
In der Literatur: Ludwig Anzengruber "Die Herzfalte" und "Der ledige Hof" (1877). Karl Immermann "Der Oberhof" (1838/39, Teil des Romans "Münchhausen"). Franz Kafka "Der Schlag ans Hoftor". Franz Xaver Kroetz "Stallerhof" (Schauspiel 1971). Heinz Piontek "Das Gehöft". Theodor Storm "Immensee" (auch Film). Lulu von Strauß und Torney "Der Hof am Brink" (1906) und "Der Judashof" (1937).
Im Gedicht: Günter Eich "Abgelegene Gehöfte" (1948). Hermann Hesse "Der stille Hof".



Bauernhof: Im Film/Filmtitel: u. a. s. auch Heide, Jäger "Alte Liebe rostet nicht" (1997). "Annelie vom Berghof" (1958). "Bauer Gurkes Hof" (Trickfilm). "Bauernhof der sieben Sünden" (1949). "Birkenhof und Lerchenau" (1994). "Da, wo die Heimat ist" (TV-Film 2004). "Das Erbe vom Pruggerhof" (1955/59). "Das Geheimnis vom Brinkenhof" (1923). "Das Mädchen vom Eichenhof" (1969). "Das Mädchen vom Germundshof" (1948). "Das Mädchen vom Hof" (1979). "Das Mädchen vom Moorhof" (1935, 1947, 1958). "Der Baum der Holzschuhe" (1978). "Der Erbe vom Lilienhof" (1919). "Der Forellenhof" (1965). "Der Hof in der Pussta" (1959). "Der Letzte vom Bärenhof" (1932). "Der Paulsenhof" (1987). "Der Sternsteinhof" (1976). "Der verlassene Hof" (1950). "Die blonden Mädels vom Lindenhof" (1918). "Die bumsfidelen Mädchen vom Birkenhof" (1974 Sexfilm). "Die Claudia vom Geiserhof" (1917). "Die Erben vom Prickingshof" (1999). "Die Erbin vom Alpenhof" (1946). "Die Erbin vom Rosenhof" (1942). "Die Frau vom Stromhof" (1950). "Die Frauen vom Tannhof" (1934). "Die Herrin vom Salzerhof" (1953). "Die Herrin vom Sölderhof" (1955). "Die Mädchen vom Eichenhof" (1969).



Bauernhof: Im Film/Filmtitel: u. a. "Die Mädchen vom Wilkohof" (1979). "Die Mädels vom Immenhof" (1955). "Die Rückkehr" (TV-Film 2002). "Die Schwestern vom Gullnerhof" (1950). "Die Sünderin vom Fernerhof" (1941). "Die Zwillinge vom Immenhof" (1973). "Dort, wo der Berghof steht" (1957). "Ein Hof in der Provence" (1995). "Else von Erlenhof" (1919). "Ferien auf dem Reiterhof" (1983). "Ferien auf Immenhof" (1957). "Frühling auf Immenhof" (1974). "Hierankl" (2003). "Immenhof" (TV-Serie). "Komplott auf Erlenhof" (1950). "Land und Söhne" (1979). "Marienhof" (TV-Serie). "München ruft!" (1997). "Neues vom Immenhof" (TV-Serie). "Neues vom Süderhof" (TV-Serie). "Neuland" (2009 TV-Serie "Tatort"). "Nonni und Manni". "Schatten über dem Vergeiner Hof" (1950). "Schicksal am Berghof" (1952). "Schwarzwaldhaus" 2002. "Tannöd". "Und täglich grüßt der Marienhof" (1996 TV-Film). "Unser Bauernhof" (Fernsehserie). "Unser Papa" (2001 TV-Film). "Urlaub auf dem Heidehof" (1994 TV-Film). "Willkommen daheim" (TV-Film 2005).



Bauernhof: In der Malerei: u. a. Vincent van Gogh "Tor zum Bauernhof" (um 1888). Jean-François Millet (II) "Der Meierhof Cousin in Gréville" (1854). Joan Miró "Der Bauernhof" (1921-22), Camille Pissarro "Kinder auf einem Bauernhof" (1887), Salomon van Ruisdael "Landschaft mit Gehöft" (1631), Adriaen van de Velde "Bauernhof" (1666) und "Bauernhof am Wasser" (1661).
Im Lied: "Auf unserm schönen Bauernhof". "Onkel Tom hat einen Bauernhof".



Bauernhof: S. auch Farm, Scheune, Stall



Bauernhofmuseum: Ort, wo die bäuerliche Kultur in ihrer ursprünglichen Form erhalten geblieben ist - ohne Fernseher und elektrischen Rasierapparat. Dafür mit Wirtshaus, Kartenspiel und selbstgebrautem Bier. Vorstufe von Reservaten.



Bauernkrieg: Aufstand der Bauern gegen die Feudalherren im 16. Jahrhundert.
In der Literatur: August Bebel "Der deutsche Bauernkrieg" (1876). Ludwig Börne "Der deutsche Bauernkrieg von W. Wachsmuth" (Besprechung). Friedrich Engels "Der deutsche Bauernkrieg" (1850). Martin Luther "Widder die reubischen und moerdisschen rotten der bawren" (1525).
Im Gedicht:
"… Aufrauschte die Flamme mit aller Kraft,
brach Balken, Bogen und Bande, -
ja, gnade dir Gott, du Ritterschaft:
Der Bauer stund auf im Lande!"
(Börries von Münchhausen "Bauernaufstand" (Ballade)

In der Malerei: u. a. Lucas Cranach d. Ä. "Hinrichtung von Bauern durch das Fallbeil" (1525 Holzschnitt. Der Scharfrichter des Truchsess von Waldburg rühmte sich, "mit eigener Hand 1200 Köpfe abgeschlagen zu haben"). Albrecht Dürer "Gedenksäule für den deutschen Bauernkrieg" (1525). Käthe Kollwitz: "Bauernkrieg" (Radierungen)
Im Film /Filmtitel: u. a. "Bauernaufstand anno domini 1573" (1976). "Der Bauernkrieg" (1998).



Bauernmädchen:
"Ach, wie freut es mich, mein Liebchen,
dass du so natürlich bist!
Unsre Mädchen, unsre Bübchen
spielen künftig auf dem Mist!"
(Johann Wolfgang von Goethe)

Bauernmädchen Geldschein 1926 Deutsches Reich 5 Mark.
Sprüche: "Je mehr ein Mann weiß und je weiter er reist, desto wahrscheinlicher ist es, dass er einmal ein Mädchen vom Lande heiratet" (George Bernard Shaw).
Vergleiche: "Die Wahrheit ist wie ein Bauernmädchen; am schönsten ist sie ungeschminkt" (Oskar Kokoschka).
In der Literatur: Giovanni Boccaccio "Das Dekameron". 10. Tag. Ludwig Christoph Heinrich Hölty "An einen Freund, der sich in ein schönes Landmädchen verliebte" und "Elegie auf ein Landmädchen". Nicolas Restif de LaBretonne u. a. "Das verführte Landmädchen" (1786). Alexander Puschkin "Das Edelfräulein als Bauernmädchen".



Bauernmädchen: Im Gedicht: Robert Burns "Hochlandmädchen".
"Mit einem Mädchen hier zu Lande
ist' s aber ein langweilig Spiel:
Zur Freundschaft fehlt's ihr am Verstande,
zur Liebe fehlt's ihr am Gefühl."
(Johann Wolfgang von Goethe)

Martin Greif "Das Grab der böhmischen Bauerndirne". Max Mell "Ein Landmädchen". Johann Heinrich Voß "Das Landmädchen".
Im Märchen: Brüder Grimm "Die kluge Bauerntochter".



Bauernmädchen: Im Film/Filmtitel: u. a. "Anna und Elisabeth" (1933). "Barbie - Die Prinzessin und das Dorfmädchen" (2004 Zeichentrickfilm). "Das Mädchen vom Moorhof" (1935, 1947, 1958). "Das unbezähmbare Herz" (TV-Film 2003). "Dornenvögel" (Farmerstochter). "Ein Mädchen vom Lande" (1954/55 mit Bing Crosby). "Film ohne Titel" (1948). "Jeanne d’Arc – Die Frau des Jahrtausends" (TV-Film 1999). "Kohlhiesels Töchter" (u. a. 1920). "Landmädchen" (1954). "Sie tanzte nur einen Sommer" 1951/52. "Tess" (1979). "The case of Lena Smith" (1929). "Vom Bauernmädchen zum Opernstar" (1911). "Weites Land" (1958 mit Gregory Peck und Jean Simmons, 2003). "Zwei Mädchen vom Lande" (1983).



Bauernmädchen: In der Malerei: u. a. Gustave Courbet "Die Dorfmädchen" (1851), Otto Dix "Bauernmädchen mit Kind" (1951). Thomas Gainsborough "Dorfmädchen mit Hund und Henkelkrug" (1785). Vincent van Gogh "Das Bauernmädchen", Wilhelm Leibl u. a. "Bauernmädchen mit weißem Kopftuch" (um 1876) und "Kopf eines Bauernmädchens" (1879). Paula Modersohn-Becker "Bauernmädchen auf einem Stuhl" (1903). Georges Seurat "Auf einer Wiese sitzendes Bauernmädchen" (um 1882–1883). Carl Spitzweg "Betendes Bauernmädchen im Walde" (um 1850–1860). S. auch Sex (Landleben)
Schlager: 2Country girl" (Faron Youn).



Bauernregel: S. auch Heilige, Pflanzen, Wetterregel



Bauernregel: Alternative Scherzregeln:
Tanzen im Januar die Mucken - / kann man nicht mittanzen, man muss zugucken.
Wenn's am 4. Januar schneit, / ist der 5. nicht mehr weit.
"Sollten sich Lieb und Viehzucht lohnen, / versuch’s im Januar mit Hormonen" (Dietmar Bittrich).
Sonnt sich der Dachs in der Lichtmess-Woch, / wird ihm warm oder es friert ihn noch.
"Wenn die Bäurin Ende Februar nicht will, / versuch’s noch einmal im April" (Dietmar Bittrich).
Fastnacht kommt früh, November später. / Fastnachtskinder haben stets zwei Väter.
Märzenschnee / ist gut fürs Zahnweh / und die Flöh.
"Wenn Maria sich verkündet, / der Bauer nachts nicht heimwärts findet" (Dietmar Bittrich).



Bauernregel: Alternative Scherzregeln:
Ist es an Ostern schön und warm, / kommt die Verwandtschaft und frisst dich arm.
Ist es an Pfingsten warm und heiter, / kommen sie wieder und fressen weiter.
Regnet’s im Mai, / ist der April vorbei.
Juni "Lässt man die Bäuerin jetzt alleine, / schleicht sie zum Knecht sich in die Scheune" (Dietmar Bittrich).
"Ist’s im Juli trocken und heiß, / klebt dem Bauern die Hose am Steiß" (Wilhelm Busch).
Schaut im Oktober die Maus aus dem Loch, / hat sie schon gfressen oder's hungert sie noch.



Bauernregel: Alternative Scherzregeln:
Schneit's dem Bauern auf den Hut, / ist das für den Filz nicht gut.
Friert’s im Dezember Stein und Bein / dann könnte das der Winter sein ("Sprüchekalender").
Wenn der Fuchs im Dezember geschossen wird, / im Januar er kein Huhn mehr entführt.
Friert's zu Silvester Berg und Tal, / geschieht’s dies Jahr zum letzten Mal.
Ist Silvester hell und klar, / ist am andern Tag Neujahr ("Sprüchekalender").
Stellt sich am Tag Regen ein, / so hat man keinen Sonnenschein.



Bauernschrank: Redensart: Etwas ist so astrein wie ein alter Bauernschrank (für zweifelhaft).



Bauersfrau: s. Bäuerin



Bauerntheater: "Für Theatervorstellungen haben sie nur dann Interesse, wenn einer oder mehrere hiebei geprügelt werden" (Dr. A. Berger 1860).
In der Malerei: Adolf Menzel "Bauerntheater in Tirol" (1859).



Baum: "Hochstrebendes Holzgewächs" (Sprach-Brockhaus). "Ein Gegenstand, der jahrelang am selben Fleck steht, bis er sich urplötzlich einem Autofahrer in den Weg stellt" (E. G. Tange). "Ein hoher Strunk; von der Natur zum Strafvollzug vorgesehen" (Ambrose Bierce).
Wohnsitz der Götter. Zwischen Rinde und Stamm hausen die armen Seelen von Verstorbenen, aber auch böse Hexen, vermutete man später. Zahnstocher aus dem Holz eines vom Blitz getroffenen Baums vertreiben Zahnweh. Liebende befragten Bäume als Orakel:
"Bäumchen, ich schüttel’ dich, Bäumchen ich rüttel’ dich,
Wer ist die Liebste wohl für mich?"



Baum: Bei der Geburt eines Kindes pflanzte der Vater einen Baum in der Nähe des Hauses. Drei Haare des geliebten Mädchens in eine Rindenspalte geklemmt verhinderten, dass einem die Angebetete wieder davonläuft. Eine Spezialität, von der das Guinness-Buch der Rekorde berichtet, ist das Baumessen: Der Rekord steht bei 89 Stunden für eine 3,35 Meter hohe Birke mit 12 cm Stammdurchmesser. Es gibt zahlreiche "tausendjährige" Bäume in Deutschland, z.B. die Bavariabuche in Pondorf. Der höchste deutsche Baum ist mit 62 Metern eine Douglasie in Eberbach (2011). Allein für die in China jährlich hergestellten 45 Milliarden Essstäbchen müssen 25 Millionen Bäume gefällt werden. Baumrinde war ein begehrtes Zahlungsmittel bei den Mongolen. Der "Tag des Baumes" wird am letzten Sonntag im April "gefeiert".



Baum: Redensarten: Bäume ausreißen (stark bzw. tatendurstig sein. "Neue Leute dürfen nicht Bäume ausreißen, nur um zu sehen, ob die Wurzeln noch dran sind" (Henry Kissinger). Den dürren Baum reiten (am Galgen hängen). Den falschen Baum anbellen. Der natürliche Feind des Autofahrers. Ein Kerl wie ein Baum (baumlang, baumstark). Es brennt der Baum. Irgendwann fällt jeder Baum. Kaum vernehmlich wie das Murmeln der Bäume (für leise). Lügen, dass sich die Bäume/Balken biegen. Sich aufbäumen (sich widersetzen). Sich zwischen den Bäumen verirren. Das ist um auf die Bäume zu klettern (zum Verzweifeln). Zu weit auf den Baum klettern. Vom hohen Baum heruntersteigen. Zwischen Baum und Borke stecken (Dilemma; in auswegloser Lage, unschlüssig sein).



Baum: Baum der Erkenntnis: Vom Baum der Erkenntnis/der Versuchung essen (Paradies 1. Buch Moses; vgl. auch Bernt von Heiseler "Gott pflanzt den Baum der Erkenntnis". Salvador Dalí "Der Baum der Erkenntnis" Radierung 1974.
Vergleiche: "Aphorismen sind Hobelspäne vom Baum der Erkenntnis" (Hanns-Hermann Kesten. Ähnlich: "Aphoristische Definitionen sind kandierte Früchte vom Baum der Erkenntnis" Helmar Nahr). "Das Obst, das er vom Baum der Erkenntnis gegessen hatte, muss noch unreif gewesen sein" (Wolfgang Eschker). "Der Kommunismus ist das Paradies auf Erden; sobald man vom Baum der Erkenntnis gegessen hat, wird man daraus vertrieben" (Wolfgang Eschker). "Einfälle sind Fallobst vom Baum der Erkenntnis" (Gerhard Uhlenbruck).



Baum: "Bäumchen wechsle dich!" (Kinderspiel), "Baumklettern" (eine der 64 Koituspositionen im indischen "Kamasutra"), Baumkuchen (hoher Kuchen, der schichtweise gebacken wird. "Von wegen Baumkuchen! Betrug!" schimpfte der Holzwurm, als er vom Bäcker kam). Tiernamen: Baumläufer (Singvogel), Baumsalamander, Baumschläfer (Nagetier), Baumschnüffler (Schlange), Baumweißling (Schmetterling). Pflanzennamen: Baumfarn, Baumhasel, Baumtomate, Baumwacholder, Baumwürger.
Lebensbaum ("Metapher für das Leben an sich". Vgl. auch Friedrich Rückert "Der Baum des Lebens" Gedicht, auch Pflanze - Thuja). "Soll dich des Lebens Baum befrein von Todsbeschwerden, / So musst du selbst in Gott ein Baum des Lebens werden" (Angelus Silesius). Salvador Dalí "Der Baum des Lebens" Radierung 1974). Purzelbaum, sich aufbäumen.
Stamm, Stammbaum (u. a. Lieblingsbaum, an dem der Hund sein Bein zu heben pflegt. Genealogie: "Der Stammbaum ist der Baum des Lebens, nicht des Erkenntnisses" Jean Paul. "Stammbäume sind die einzige Baumart, die gelegentlich Grund hätte, ihre Wurzeln zu verbergen" Moritz Goldschmidt. "Wenn du über deinen Familienstammbaum sprichst, tust du gut daran, den einen oder anderen Zweig zu stutzen" Peter Darbo. "Ich kenne eine Kollegin, die ihren Stammbaum zurückverfolgen kann bis zu jenen Ahnen, die noch auf ihm lebten" (Robert Lembke).



Baum: Sprichwörter: Auf einen Hieb fällt kein Baum (Redensart: Auf Anhieb). Bäume ohne Frucht und schöne Weiber ohne Zucht, die findet man ungesucht. Bäume sterben aufrecht. Der Baum muss gerade gebogen werden, solange er jung ist (Italien). Die beste Zeit einen Baum zu pflanzen, war vor 20 Jahren, die nächstbeste Zeit ist jetzt (Uganda). Egal wie hoch ein Baum wächst, die Blätter fallen immer zu den Wurzeln (China). Ein hoher Baum fängt viel Wind. Einen alten Baum verpflanzt man nicht (einen alten Menschen soll man nicht aus seiner gewohnten Umgebung reißen). Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr feststellen, dass man Geld nicht essen kann (Indianisches Sprichwort).



Baum: Sprichwörter: Es dauert zehn Jahre, einen Baum, aber hundert Jahre, einen Menschen großzuziehen (China). Fällt ein großer Baum, reißt er viele kleine nieder. Gott lässt die Bäume nicht bis in den Himmel wachsen. Hohe Bäume werfen lange Schatten. In Sachsen, wo die schönen Mädchen auf den Bäumen wachsen. Man muss auf keinen Baum sehen, worauf ein Mädchen steht, sonst wird man blind. Träume wachsen nicht auf den Bäumen. Wenn du allzu lange unter einem Baum hockst, machen dir die Vögel auf den Kopf (Togo). Wenn ein Baum sich zu beugen verseht, wird er nie vom Winde gebrochen (Afrika). Wer im Schatten sitzen will, muss Bäume pflanzen.



Baum: Sprüche: "Acht Bände hat er geschrieben; er hätte gewiss besser getan, er hätte acht Bäume gepflanzt oder acht Kinder gezeugt" (Georg Christoph Lichtenberg). "Bäume sind alles heranwachsende Särge" (Bug-Jargal). "Bäume und Steine werden dich das lehren, was du niemals von Meistern lernen kannst" (Bernhard von Clairvaux). "Der große Baum braucht überall viel Boden, und mehrere, zu nah gepflanzt, zerschlagen sich nur die Äste" (Gotthold Ephraim Lessing). Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das Bäume fällt um daraus Papier herzustellen, auf das er dann schreibt: Rettet den Wald. "Die Bäume fahren im Frühling aus der Haut" (Wilhelm Busch). "Die Männer sind ungerecht: Sie sehen immer nur den Baum, gegen den eine Frau gefahren ist – aber die vielen Bäume, die sie nicht einmal gestreift hat, die sehen sie nicht" (Lisa Gastoni).



Baum: Sprüche: "Ein Narr sieht nicht denselben Baum, den ein Weiser sieht" (William Blake). Es gibt kein Verbot für alte Weiber, auf Bäume zu klettern. "Es war Frühling, und die Bäume flogen zu ihren Vögeln" (Paul Celan). "Fährst du rückwärts an den Baum, / verkleinert sich dein Kofferraum" (R. Habeck). "Fantasie hat ein Recht, im Schatten des Baumes zu schwelgen, aus dem sie einen Wald macht" (Karl Kraus). "Habt Ehrfurcht vor dem Baum; er ist ein einziges großes Wunder, euren Vorfahren war er heilig" (Alexander von Humboldt). Hängt die Grünen, solange es noch Bäume gibt! "Ich verstehe nicht, wie man an einem Baum vorübergehen kann, ohne glücklich zu sein" (Feodor Michailowitsch Dostojewski) "In einer Stunde streckt man einen Baum zur Erden, / der hundert Jahre hat gebraucht, um groß zu werden" (Friedrich Rückert).



Baum: Sprüche: "Man kann den Baum nicht nach der Güte seiner Blätter einschätzen, sondern nur nach der Güte seiner Früchte" (Giordano Bruno). "Nur nicht verzagt im Unglück! Wenn Gott einen Baum umhauen lässt, so sorgt er schon dafür, dass seine Vögel auf einem andern nisten können" (Johann Kaspar Lavater). "Paradox ist, wenn ein Goethedenkmal durch die Bäume schillert" ("Fliegende Blätter"). "Verabreden Sie sich im Herbst mit einer Dame niemals unter einem Baum. Es könnte sein, dass man Sie unter dem fallenden Laub nicht mehr findet" (Rudi Carrell).



Baum: Sprüche: "Was sind das für Zeiten, wo ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist, weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt" (Bertolt Brecht). "Wenn man in einen Wald eintritt, so ist es, als trete man in das Innere einer Seele" (Paul Claudel). "Wer einen Baum pflanzt, wird den Himmel gewinnen" (Konfuzius). "Wer möchte leben ohne den Trost der Bäume" (Günter Eich). "Willst du für ein Jahr planen, baue Reis an, willst du für ein Jahrzehnt planen, pflanze Bäume, willst du für ein Jahrhundert planen, bilde Menschen" (Tschuang-Tse). Antispruch: Rette die Bäume, iss Biberfleisch!



Baum: Vergleiche: "Aphorismen sind Hobelspäne vom Baum der Erkenntnis" (Hanns-Hermann Kersten). "Bäume sind Gedichte, die die Erde in den Himmel schreibt" (Mahatma Gandhi, auch Khalil Gibran) "Der Baum der Enthaltsamkeit hat Genügsamkeit zur Wurzel und Zufriedenheit zur Frucht" (Denis Diderot). "Der Baum des Wissens ist nicht der des Lebens" (Lord Byron). "Der Friede ist ein Baum, der eines langen Wachstums bedarf" (Antoine de Saint-Exupéry). "Der Mann ohne Frau ist ein Baum ohne Laub und Zweige" (Korsika). "Ein Bücherschatz ist wie ein geistiger Baum, der Bestand hat und seine köstlichen Früchte spendet von Jahr zu Jahr, von Geschlecht zu Geschlecht" (Thomas Carlyle). "Ein Reicher ohne Freigebigkeit ist ein Baum, der weder Früchte noch Schatten gibt" (Christoph Friedrich Wilhelm Jacobs). "Er war ein Kerl wie ein Baum; sie nannten ihn Bonsai" (Stefanie Kroth).



Baum: Vergleiche: "Es ist mit dem Menschen wie mit dem Baume. Je mehr er hinauf in die Höhe und Helle will, umso stärker streben seine Wurzeln erdwärts, abwärts, ins Dunkle, Tiefe, ins Böse" (Friedrich Nietzsche). "Grau, teurer Freund, ist alle Theorie, / Und grün des Lebens goldner Baum" (Goethe im "Faust"). "Mit Bäumen kann man wie mit Brüdern reden und tauscht bei ihnen seine Seele aus" (Erich Kästner). "Schlagbaum" (Baum, der beim Fällen den Holzfäller erschlägt). So wie ein Baum mit der Zeit von selbst gerade wächst, kommt der Mensch im Alter zur Vernunft (China). "Staatliche Planwirtschaft ist wie ein prachtvoller Baum mit weit ausladender Krone. Aber in seinem Schatten wächst nichts" (Harold Macmillan). "Unbewegliche Armee kann nie den Krieg gewinnen. Unbiegsamer Baum zerbricht im Sturm" (Laotse).



Baum: Schimpfworte: Baumschule (vgl. Werner Bergengruen "Die Baumschule" (in "Badekur des Herzens"), Baumschüler (Anfänger, dummer Schüler, der versehentlich eine falsche Schule besucht hat).



Baum: In der Literatur:
"Auch der Baum, auch die Blume warten nicht bloß auf unsere Erkenntnis. / Sie werben mit ihrer Schönheit und Weisheit aller Enden um unser Verständnis" (Christian Morgenstern).
Fabeln: S. auch Schilf. Äsop: "Die Bäume und der Ölbaum". Johann Wilhelm Ludwig Gleim "Die Götter und die Bäume". Phaedrus "Die Bäume im Schutze der Götter".
In der Literatur: Thomas Bernhard "An der Baumgrenze" (1969). Paul Claudel "L’arbre" (Drama 1890). Johann Peter Hebel "Baumzucht". Eugen O’Neill "Gier unter Ulmen" (Drama 1924). Friedrich Schnack "Der Baumfreund auf der Mainau". Allan Sillitoe "Der brennende Baum". J. R. R. Tolkien "Baum und Blatt". Virginia Woolf "Jacobs Baum" (dt. 1981).



Baum: Im Gedicht: Ernst Moritz Arndt "Der alte Baum und ich". Johannes R. Becher "Deutscher Baum" und "Die toten Bäume". Gottfried Benn "Pappel". Bertolt Brecht u. a. "Die Ballade vom Baum und den Ästen" und "Vom Klettern in Bäumen". Georg Britting "Unter hohen Bäumen" (1951). Hans Carossa "Alter Baum im Sonnenaufgang". Hermann Claudius "Einem Baum". Matthias Claudius "Ein Lied vom Reifen" ("Seht meine lieben Bäume an …") Theodor Däubler "Der Baum". Max Dauthendey u. a. "Der tote Baum" und "Die Pappeln am Fluss". Annette von Droste-Hülshoff "Die Nadel im Baume". Heinz Erhardt "Bäume im Wald". Gustav Falke "De lütt Boom". Paul Fleming "An einen gewissen Baum". Ferdinand Freiligrath "Der Baum auf Rivelin".



Baum: Im Gedicht: Johann Wolfgang von Goethe "Sag ich's euch, geliebte Bäume". Günter Grass "Verstiegener Wunsch" ("Mit Bäumen reden ...") Catharina Regina von Greiffenberg "Auf die blühenden Bäume". Anastasius Grün "Baumpredigt" und "Ein Baum". Rudolf Hagelstange "Der Baum". Thomas Hardy "The Tree". Friedrich Hebbel "Der letzte Baum" und "Unterm Baum".

"Unterm weißen Baume sitzend,
Hörst du fern die Winde schrillen,
Siehst, wie oben stumme Wolken
Sich in Nebeldecken hüllen ..."
(Heinrich Heine)



Baum: Im Gedicht: Johann Gottfried Herder "An die Bäume im Winter" und "Der mächtige Baum" (aus dem Orient). Hermann Hesse "Baum im Herbst" und "Vom Baum des Lebens" (Gedichte). Georg Heym "Der Baum". Paul Heyse "Der Tod im Baum". Hugo von Hofmannsthal "Blühende Bäume". Friedrich Hölderlin "An einen Baum". Peter Huchel "Die Pappeln". Ernst Jandl "Der künstliche Baum" (1969). Karl Krolow "Mahlzeit unter Bäumen" und "Pappellaub". Erich Kästner "Ein Baum lässt grüßen" und "Mitleid und Perspektive oder Die Ansichten eines Baumes". Justinus Kerner "Unter dem Fruchtbaum" und "Vom morschen Baume". Sarah Kirsch "Bäume lesen". Nikolaus Lenau "An einen Baum" und "Der Baum der Erinnerung". Detlev von Liliencron "Einsamer Baum". Oskar Loerke "Der höchste Baum an die Wetter" und "Die ehrwürdigen Bäume". Conrad Ferdinand Meyer u. a. "Der Lieblingsbaum" und "Der verwundete Baum". Heinz Piontek "Bäume" und "Sommer mit Bäumen". Rainer Maria Rilke "Herbst" ("Oh hoher Baum des Schauns, der sich entlaubt ...") und "Leise weht ein erstes Blühn ..."



Baum: Im Gedicht: Dante Gabriel Rossetti "The Trees of the Garden". Eugen Roth "Kunterbuntes Alphabet" ("Nur durch das E einander gleichen / Die Erlen, Eschen, Eiben, Eichen)". Friedrich Rückert u. a. "Vom Bäumlein, das andere Blätter hat gewollt" (Balladen) und "Vom Bäumlein, das spazieren ging". Ferdinand von Saar "Die Pappeln". Oda Schaefer "Letzter Baumschatten". Friedrich Schiller "Der Baum, auf dem die Kinder ..." (Rätsel). Friedrich Schnack "Lebensbaum" und "Weihe des Baumes". Ludwig Uhland "Die Ulme zu Hirsau". Emile Verhaeren "Die Bäume" und "Der Baum". Georg von der Vring u. a. "Baum der Geduld", "Blühende Akazie", "Einsame Pappel" und "Ruhloser Baum". Josef Weinheber "Baum im Frost" und "Blühender Baum vor Abend". William Wordsworth "Eibenbäume" ("Yew-Trees") (übers. von Ferdinand Freiligrath). Carl Zuckmayer "Der Baum" (1926). Stefan Zweig "Bäume im Frühling".



Baum: Im Film: u. a. "Bau’ ein Haus, pflanz’ einen Baum" (1979). "Das Haus unter den Bäumen" (1971). "Das singende, klingende Bäumchen" (1957 Märchenfilm). "Der Baum, der Bürgermeister und die Mediathek oder die 7 Zufälle" (1993). "Der Baum von Dshamal" (1980). "Der Baumflüsterer" (1998). "Der Blutbaum" (1996). "Der ewige Baum" (1985). "Der Junge im Baum" (1981). "Der Kampf um den heiligen Baum" (1994). "Der Krähenbaum" (1987). "Der Leopard" (Geschichte eines Bauern 1972). "Der Magdalenenbaum" (1989). "Der Mann auf dem Baum" (TV-Film 2011). "Der Mann, der Bäume pflanzte (Zeichentrickfilm aus dem Jahr 1987). "Der Mann im Baum" (1988). "Der Mann mit den Bäumen" (1989/90). "Der tote Baum" (1988). "Der verbotene Baum" (1978). "Der Wunschbaum" (TV-Film 2000/04). "Die Bäume des Fräulein Tham" (1967). "Ein Baum wächst in Brooklyn" (1945). "Ganze Tage in den Bäumen" (1968, 1976). "Im Prater blüh’n wieder die Bäume" (1929, 1958). "In Werder blühen die Bäume" (1928). "Sommerbaum der Freude" (1983). "The tree" (2010). "Vom singenden, klingenden Bäumchen" (1987). "Wie die Bäume vorbeihuschen" (1967). "Wir haben Baumpflanztag" ("Peanuts").



Baum: Filmtitel: "Als die Bäume groß waren" (1961). "Baum der Erkenntnis" (1981). "Baum der Hoffnung" (1992). "Baum ohne Wurzeln" (1974). "Baum zur Erinnerung auf dem Schlachtfeld" (1987). "Bäumchen, Bäumchen, wechsle dich!" (1967). "Bäume ausreißen" (1981). "Cian’s Bäume wachsen nicht" (1984 TV-Film). "Der Baum, den wir verletzten" (1986). "Die Früchte des Baumes" (1980). "Ein Baum im Kopf". "Ein Baum und seine Zweige" (1991). "The Tree of Life" (2011). "Träume wachsen nicht auf Bäumen" (1996).



Baum: In der Malerei: u. a. Giovanni Bellini "Madonna mit dem Bäumchen" (1487). Paul Cézanne "Die Pappeln" (1879-1882). Lovis Corinth "Baum am Walchensee" (1923). Gustave Courbet "Landschaft mit Baum" (um 1868). Albrecht Dürer u. a. "Baum im Steinbruch" (Zeichnung), "Baumgruppe mit Weg im Gebirge" (Zeichnung) und "Die heilige Familie unter dem Baum" Holzschnitt 1511). Caspar David Friedrich "Bäume im Mondschein" (um 1824) und "Einsamer Baum (Dorflandschaft bei Morgenbeleuchtung - Harzlandschaft" 1821/22). Paul Gauguin u. a. "Der dicke Baum (Te burao)" (1892) und "Der große Baum (Te rau rahi)" (1891). Vincent van Gogh "Baumstämme" (1890). August Macke "Mädchen unter Bäumen" (1914), Piet Mondrian "Der graue Baum" (1911/12) und "Der rote Baum" (1908). Claude Monet u. a. "Pappeln an der Epte" (um 1900) und "Pappeln im Sonnenlicht" (1887). Max Pechstein "Unter den Bäumen" (1911), Camille Pissarro "Gemüsegarten und blühende Bäume in Pontoise" (1877) und "Landschaft mit großen Bäumen" (1875). Rembrandt "Die drei Bäume" (Radierung). Egon Schiele u. a. "Herbstbaum im Wind" (1912) und "Herbstsonne und Bäume" (1912).



Baum: In der Musik: Christoph Willibald Gluck "Der verzauberte Baum" (Oper 1759). Im Lied: "Alt wie ein Baum". "Das Bäumlein" (in "Des Knaben Wunderhorn"). "Das Lied vom Henkersbaum". "Der Baum des Lebens". "Der Baum im Odenwald". "Im Prater blüh'n wieder die Bäume". Udo Jürgens "Mein Baum". "So ein Baum". "Stark wie ein Baum". "Steigt ein 'Bübchen auf den Baum". Schlager: "Green tree boogie" (Bill Haley). "Mein Freund der Baum". "Shaking the tree" (Peter Gabriel). "Trees" (1961 The Platters).



Baum: S. auch Ahorn, Ast, Birke, Buche, Eberesche, Eiche, Erle, Esche, Espe, Fichte, Kastanie, Kiefer, Kirsche, Obst, Tanne, Vogelkirsche, Wald, Weide



Bäume : s. auch Baum



Baumhaus: Wird inzwischen auch vom Londoner Kaufhaus Harrods angeboten. Es gibt wahre architektonische Wunderwerke mit Küche, Bad, Heizung und Internetanschluss. Das luftige Eigenheim hat eine lange Tradition. Noch heute leben Ureinwohner im Südpazifik in Behausungen, die auf bis zu dreißig Meter Höhe befestigt sind. Der römische Kaiser Caligula hat in einer riesigen Platane regelrechte Feste gegeben. Die Familie Medici baute im 16. Jahrhundert ein Baumhaus aus Marmor. Die englische Königin Elisabeth I. dinierte in einer Linde. Das Baumhaus der Königin Victoria ist noch erhalten. Im australischen Regenwald gibt es ein Hotel aus 45 Baumhäusern.
Im Film/Filmtitel: u. a. "Das Apfelbaumhaus" (2004). "Das Baumhaus" (1994). "Meermanns Baumhaus" (1991). "Projekt: Baumhausgeisel" (1999).



Baywa: (Abkürzung für Bayerisches Warenlagerhaus).
Im Lied: "Gott mit Dir, du Land der Baywa!" Satire der Biermösl Blosn auf den Text der Bayernhymne.



Beere: Keine Beeren sind Brombeere, Erdbeere, Himbeere, Holunderbeere, Schlehdornbeere und Wacholderbeere, jedoch Tomaten, Gurken, Bananen. Beim Sammeln von Waldbeeren muss man die ersten drei gefundenen auf einen Baumstumpf legen oder über die Schulter werfen, denn sie gehören den Armen Seelen. Dann wird man viele weitere finden. Fällt eine Beere versehentlich zu Boden, darf sie von Kindern nicht aufgehoben werden, denn sie gehört dem Teufel. Beerenauslese (Wein aus edelfaulen Trauben), Beerenwanze. Pflanzennamen: Beerenmalve, Beerentang (Alge).



Beere: Redensarten: Jemanden in die Beeren schicken (für wegschicken).
Sprichwörter: Kindheit und Beerenzeit währen nicht ewig. Versprochene Beeren füllen die Körbe nicht (aus Lettland). Sammlerweisheit: Die guten ins Kröpfchen, die schlechten ins Töpfchen (Umkehrung eines Sprichworts, vgl. auch Brüder Grimm "Aschenbrödel). Schimpfworte: Knabberbeeren (Hämorrhoiden).
Im Gedicht: Otto Julius Bierbaum "Für Beerensucher". Max Dauthendey: "Die Vogelbeer’". Hermann Löns "Das Bickbeernpflücken". Georg von der Vring "Die Beeren"
Im Film /Filmtitel: u. a. "Bittere Beeren" (1977). Lied: "Du bist der Halm meiner Beere". "Hängt der Baum so voller Beeren".



Beere: S. auch Brombeere, Erdbeere, Himbeere, Johannisbeere, Stachelbeere



Beeren: s. auch Beere



Beichte: Die Bauersfrauen gingen regelmäßig zur Beichte, mindestens einmal im Monat. Hatten sie selbst keine Sünden, so beichteten sie die ihrer Nachbarin.

"Beim Backofen drauß'n
Is all's so voll Ruß,
Und's Diandl werd ängstö,
Wenn's beicht'n gehn muaß."

Auch die Kinder mussten mindestens einmal im Monat gehen, obwohl es nicht viel zu beichten gab, wie das Sprüchlein beweist: "Ich habe genascht, ich habe gelogen, / Ich habe die Katze am Schwanz gezogen." Die männlichen Landbewohner beichteten meist nur einmal im Jahr, und zwar zu Ostern - oder überhaupt nicht. Als Beleg für die Osterbeichte gab es den sog. Beichtzettel, den man aber auch gegen einen geringen Geldbetrag von Kindern "kaufen" konnte. Fast immer war es die Sünde der Unkeuschheit, die den Dörflern zu schaffen machte. Dabei fand einmal ein Knecht überraschendes Verständnis beim geistlichen Herrn, wie der folgende Schnaderhüpflvers beweist:
"S Vögeln hab i mal beicht,
Und es fiel mir nicht leicht.
Sagt der Pfarrer zu mir:
‚Sepp, mir gehts grad so wie Dir.'"

Sprüche: "Die meisten Menschen beichten am liebsten die Sünden anderer Leute" (Graham Greene). "Die größten Annäherungswerte an einen Beichtvater erreicht wahrscheinlich der Barkeeper" (Peter Sellers). "Klatschen heißt anderer Leute Sünden beichten" (Wilhelm Busch).



Beil: s. Axt



Berg: "Briefbeschwerer der Natur".
Aufenthaltsort und Begräbnisstätte von Dämonen, Riesen, Göttern und Helden, z.B. von Kaiser Barbarossa. In ihrem Innern bauen Zwerge wertvolle Erze ab und schmieden kostbare Schmuckstücke. Tiernamen: Bergmännle (Murmeltier). Pflanzennamen: Alpenaurikel, Alpenbalsam, Alpenglöckchen, Alpenhelm, Alpenlattich, Alpenrachen, Alpenrose, Alpenscharte, Alpenveilchen, Bergfenchel, Bergflachs, Berghülse, Berglaserkraut, Bergminze, Bergscharte.



Berg: Redensarten: Gipfel (das ist der Gipfel für unerhört), gipfeln. Berg- und Talfahrt, Berg (z. B. von Sorgen). Den hölzernen Berg hinaufsteigen (sich ins Bett begeben). Der Berg kreißte und gebar eine Maus (nach Horaz "Ars poetica". Hinter dem Berg halten (verheimlichen). "Mancher reißt den Mund gewaltig auf, doch seine Leistungen sind ganz unscheinbar; so gebiert der gewaltig stöhnende, kreißende Berg nur eine Maus" Äsop, vgl. auch Johann Gottfried Herder "Alte Fabeln mit neuer Anwendung"). Auch Phaedrus hat dieses Motiv in seiner Fabel "Der kreißende Berg" dichterisch gestaltet:
"Ein Berg ging schwanger, schrecklich stöhnend.
Und alle warteten gespannt und stumm.
Da gebar er - ein Mäuslein. Zu Dir gesagt:
Großes versprichst Du, bringst nichts zustande."



Berg: Redensarten: Die Haare stehen einem zu Berge (Vergil "Aeneis". Auch "Hiob"). Ein Hang ist so steil, dass man den Hühnern Steigeisen anziehen muss/dass man den Hühnern Säckchen umhängen muss, damit die Eier nicht den Berg herunterrollen. Es geht mit ihm bergab/bergauf. Goldene Berge versprechen (unrealistische Versprechungen machen, bereits bei Terenz "Phormio"). Goldene Berge (u. a. schöner Busen einer erfolgreichen Filmschauspielerin). Hinter dem Berg halten (verschweigen, bereits bei Luther). Jemanden nach oben bringen wie ein Bergführer den Touristen. Lobe die Berge und bleibe im Tal! Noch nicht über den Berg sein/über den Berg sein ("Denn sie fürchteten sich und wären lieber über alle Berge gewesen" Martin Luther). "Wenn du erst über den Berg bist, geht es rasch von selber abwärts" (Johanna Spyri). Über alle Berge sein (verschwunden sein). So viel wiegen wie zwei Berge (für schwer). Wie ein Ochs vor dem Berg (etwas nicht verstehen).



Berg: Redensarten: Berge versetzen: Unmögliches erreichen, z. B. durch Glauben; "Hiob". "So mancher will Berge versetzen und landet im Leihhaus" Beate Kuckertz. "Berge versetzt der Glaube. Jawohl! Die schweren Probleme löset der Glaube nicht auf, sondern verschiebet sie nur" Ludwig Feuerbach. "Zwar hat der Glaube bisher noch keine wirklichen Berge versetzen können, obschon dies, ich weiß nicht wer, behauptet hat. Aber er vermag Berge dorthin zu setzen, wo keine sind" (Friedrich Nietzsche). "Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft" (Marie von Ebner-Eschenbach). "Der Glaube kann zwar keine Berge versetzen, aber er vermag Berge dorthin zu setzen, wo keine sind" (Friedrich Nietzsche). "Der Glaube versetzt Berge, der Zweifel erklettert sie" (Karl Heinrich Waggerl). "Wenn der Glaube stark ist, kann er Berge versetzen. Aber ist er auch noch blind, dann begräbt er das Beste darunter" (Karl Heinrich Waggerl).
Berg (große Menge: er kann Berge von Nudeln verdrücken), bergehoch (sehr hoch), bergeweise (massenhaft), Bergfahrt (Fahrt flussaufwärts), Bergfex (Bergfreund), Bergfried (Hauptturm der Burg), Bergholz (Mineral), Bergkristall (Quarz), Bergmehl (Kalkspat), Bergmönch (Kobold), Bergpredigt (Matthäus 5 - 7), Bergrennen (Autosport), Bergwolle (Asbest). Butterberg, Heiliger Berg (z.B. Kloster Andechs), Schuldenberg, Venusberg (mons veneris). Alpendollar (österreichischer Schilling bis 2001), Alpenrebellen, Alpenrammler (Band).



Berg: Sprichwörter: Auch ein kleiner Berg kann einem großen Fluss den Ursprung geben (Russland). Berg und Tal kommen nicht zusammen, aber die Leute. Berge und Berge begegnen sich nicht, wohl aber Menschen und Menschen (Iran). Der Mensch, der den Berg versetzte, war derselbe, der anfing, kleine Steine wegzutragen" (China). Die Hügel sprechen am liebsten von den Bergen (Russland). Ein Zwerg bleibt immer ein Zwerg, / und stünd’ er auf dem höchsten Berg. Es führen viele Wege zum Gipfel eines Berges, doch die Aussicht bleibt die gleiche (China). Es sind die Ebenen, die die Berge tragen (Russland). Hinter dem Berge leben auch Leute. Die Höhe allein macht einen Berg nicht verehrungswürdig (Japan). Steigst du nicht auf die Berge, so siehst du auch nicht in die Ferne (China). Wenn du deinen Hals auch noch so lang machst, du kannst doch nicht hinter den Berg sehen (Kongo).



Berg: Sprüche: S. auch Maulwurf. Auf den Bergen ist die Freiheit (nach Friedrich Schiller "Die Braut von Messina"). "Berge sind stille Meister und machen schweigsame Schüler" (Johann Wolfgang von Goethe). Das Leben in den Bergen ist hart, aber nicht aussichtslos ("Sprüchekalender"). "Der Gipfel zwingt erst zur Bewährung beim Blick in die Tiefe" (Hans Arndt). "Der kleinste Hügel vermag uns die Aussicht auf einen Chimborasso zu verdecken" (Marie von Ebner-Eschenbach). "Der Mensch kann wohl die höchsten Gipfel erreichen, aber verweilen kann er dort nicht lange" (George Bernard Shaw). "Der Standort des Gipfels ist am Abgrund" (Stanislaw Jerzy Lec). "Die Berge schauten her und drohten: Bewundert uns!" (Hermann Lenz). "Endlich sind wir über den Berg, von jetzt an geht’s abwärts" (Carl Fürstenberg 1933).



Berg: Sprüche: "Es gibt Berge, über die man hinüber muss, sonst geht der Weg nicht weiter" (Ludwig Thoma). "Es ist nicht der Berg, den wir bezwingen - wir bezwingen uns selbst" (Edmund Hilary). "Ich verstehe nicht, was man gegen den Abstieg haben kann. Gäbe es den Abstieg nicht, wären die Gipfel übersät mit erfrorenen Bergsteigern" (Werner Schneyder). "Mancher, der ‚über den Berg’ ist, merkt gar nicht, dass es nur noch bergab gehen kann" (Markus M. Ronner).



Berg: Sprüche: "Nur die Tiefe nebelt, nicht der Berg" (Jean Paul). "Überhaupt hat das Gebirgsleben etwas Menschlicheres als das Leben auf dem flachen Lande. Die Bewohner sind einander näher und, wenn man will, auch ferner, die Bedürfnisse geringer, aber dringender" (Johann Wolfgang von Goethe). Vor dem Berg ist irgendwo auch hinter dem Berg. "Wenn der Berg nicht zum Propheten kommt, muss der Prophet zum Berg kommen" (angeblich von Mohammed). "Wie komme ich am besten den Berg hinan? / Steig nur hinauf und denk nicht dran!" (Friedrich Nietzsche).



Berg: Sprüche:
"Ehre sei Gott in der Höh!
Er hat die Berge so hochgestellt,
dass nicht jeder Lumpenhund,
von denen die Täler so reich gesegnet sind
auf ihnen herumsteigen kunnt!"
(In F. Graas Hrsg.)

Grabspruch:
"Aufkraxelt schier drei Stund,
In drei Minuten war er drunt.
Oben war er froh und heil,
Drunten leider's Gegenteil."

Schnaderhüpfl:
"Da drob'n aufm Berg,
Da steht a Fabrik,
Da werden die Madl
Elektrisch gefickt."



Berg: Vergleiche: "Auf dem Gipfel des Erfolgs steht auch ein Kreuz; für die Leichen, über die man gegangen ist" (Gerhard Uhlenbruck). "Die Liebe versetzt Berge, insofern in ihr kein kommerzieller Bergbau betrieben wird" (Karl Talnop). "Es kommt vor, dass Berge Mäuse gebären; manchmal tritt aber auch der entsetzliche Fall ein, dass einer Maus zugemutet wird, einen Berg zu gebären" (Marie von Ebner-Eschenbach). "Gipfel und Abgrund sind eins" (Friedrich Nietzsche). "Kinderaugen sind klar wie Bergseen, auf deren Grund ein Ungeheuer schlummert" (Schottland). "Man steigt den grünen Berg des Lebens hinauf, um oben auf einem Eisberge zu sterben" (Jean Paul). "Menschen sind wie Berge: die großen scheinen aus der Nähe kleiner, die kleinen größer" (Aleksander Swietochowski). "Mit dem Altwerden ist es wie mit Auf-einen-Bergsteigen: Je höher man steigt, desto mehr schwinden die Kräfte – aber umso weiter sieht man" (Ingmar Bergmann). Steile Berge, feuchte Täler (Frau). "Was du für den Gipfel hältst ist nur eine Stufe" (Seneca).



Berg: In der Fabel: Jean de la Fontaine "Der kreißende Berg". Johann Wilhelm Ludwig Gleim "Der gebärende Berg". Friedrich von Hagedorn "Der Berg und der Poet".
In der Literatur: Alphonse Daudet "Tartarins Reise in die Schweizer Alpen". Hermann Broch "Bergroman" (1969). Alfred Döblin "Berge, Meere und Giganten" (1924). William Faulkner "Sieg in den Bergen" (dt. 1956). Heinrich Federer "Berge und Menschen" (1911). Ludwig Ganghofer "Bergfeuer" und "Der laufende Berg" (1925). Knut Hamsun "Weihnachten in der Berghütte". Hermann Hesse "Berg und See" (1948) und "Der Berg" (1940). Henrik Ibsen "Hochlandsleben". Franz Kafka "Der Ausflug ins Gebirge". Maurice Maeterlinck "Pfade im Gebirge" (dt. 1922). Mohammed "Koran" 52. Sure, Vom Berg". Edgar Allen Poe "In den rauen Bergen". Peter Rosegger "Bergpredigten" (1885) und "Geschichten aus den Alpen" (1873). Robert Walser u. a. "Das Gebirge" und "Der Jüngling in den Alpen".



Berg: Im Gedicht: Herbert Achternbusch "Der Berg". H. C. Artmann "ich hör den tosbach rauschen …" Rose Ausländer "Bergbesteigung" (in "Einverständnis" 1980). Johannes R. Becher "Im Schatten der Berge". Gottfried Benn "In memoriam Höhe 317". Clemens Brentano "Am Berge hoch in Lüften". Georg Britting "Mondnacht im Gebirge". Robert Burns "Yon wild mossy mountains". Hans Carossa "Unzugänglich schien der Gipfel". Paul Celan "Gespräch im Gebirg". Max Dauthendey "Der Morgen ging in roten Bergen auf" und "Längst zu Bergen wuchs die Zeit". Richard Dehmel "Ein Bergführer" und "Bergpsalm". Heinz Erhardt "Der Berg". Ferdinand Freiligrath "Aus dem schlesischen Gebirge" und "Mein Herz ist im Hochland …" (von Robert Burns). Emanuel Geibel u.. a. "Im Gebirg" und "Am Bergsee". André Gide "Berge". Johann Wolfgang von Goethe "Schweizeralpe". Günter Grass "Karfreitag im Gebirge". Martin Greif u. a. "Der Hohenpeißenberg" und "Sonntag im Gebirge". Franz Grillparzer "Alpenszene" und "Das Alpenglühen".



Berg: Im Gedicht: Anastasius Grün "Lieder aus dem Gebirge". Albrecht von Haller "Die Alpen". Heinrich Heine "Harzreise" (u. a. "Berg-Idylle") und "Nächtliches Hüttengeflüster". Gerog Herwegh "Aus den Bergen" und "Der beste Berg". Hermann Hesse u. a. "Hochgebirgsabend" und "Hochgebirgswinter". Paul Heyse "Alpenfeuer" und "Auf der Höhe". August Heinrich Hoffmann von Fallersleben "Die Bergfahrt". Klabund "Die Graubündnerin". Marie Luise Kaschnitz "Die Kinder dieser Welt" ("… über die sieben Berge fuhren / die Kinder dieser Welt"). John Keats "Ich sah von Hügelhöh ins Land hinein".

"Hoch auf der Berge Gipfel
Vergess' ich die ganze Welt,
Der Selbstsucht breite Wipfel,
Die Bosheit und das Geld …"
(Friederike Kempner "Hoch auf der Berge Gipfel")



Berg: Im Gedicht: Justinus Kerner "Alphorn". Klabund "Ode in den Bergen". Karl Kraus "Epigramm aufs Hochgebirge". Gertrud von LeFort "Gesang aus den Bergen" und "Gipfelrausch". Nikolaus Lenau "Wanderung im Gebirge". Detlev von Liliencron "Hochgebirge". Hermann Löns "Im Riesengebirge". Friedrich von Matthisson "Alpenreise" und "Der Alpenwanderer". Conrad Ferdinand Meyer u. a. "Der Berg der Seligkeiten" und "In den Bergen". Christian Morgenstern u. a. "Allein im Gebirg" und "Nebel im Gebirge". Friedrich Nietzsche "Aus hohen Bergen". Martin Opitz "An einen Berg". Friedrich Müller "Ode an ein Gebirge". Rainer Maria Rilke "Der Berg". Joachim Ringelnatz "Berge, Meer und Ebene". Eugen Roth "Dolomitengruß" und "Alpenglühen".



Berg: Im Gedicht: Friedrich Rückert "Die Berge" und "Im Gebirg". Adolf Friedrich von Schack u. a. "In den Alpen" und "Morgen auf den Alpen". Joseph Viktor von Scheffel "Auf wilden Bergen" (in "Frau Aventiure") und "Bergpsalmen" (1870). Friedrich Schiller "Berglied". August Wilhelm Schlegel "Der gespaltene Berg". Friedrich Schlegel "Abendröte. Die Berge" und "Auf dem Feldberge". Gustav Schwab u. a. "Auf dem Bussenberge" und "Vom Berge". Ina Seidel "Der Berg". Robert Louis Stevenson "Im Hochland". Ludwig Tieck "Die Berggeister". Ludwig Uhland "Des Knaben Berglied" ("Ich bin vom Berg der Hirtenknab’, / Seh' auf die Schlösser all’ herab ..."



Berg: Im Film/Filmtitel: u. a. "Abenteuer in den Bergen" (1935). "Abenteuer in der Berghöhle" (1963). "Alarm in den Bergen" (1955). "Alpenballade" (1965). "Alpenglühn" (1987). "Alpenglühn im Dirndlrock" (Sexfilm 1974). "Alpenröschen im Dirndlhöschen" (Sexfilm 1970/71). "Alpensaga" (1976/80). "Alpentragödie" (1927). "Am Fuß der blauen Berge" (TV-Westernserie 1959/63). "Auf der Heidi gibt’s koa Sünd" (Pornofilm 1990). "Aufstand in den Bergen" (1958). "Begegnung in den Bergen" (1966). "Berg der Begierden" (1997 TV-Serie "Der Bulle von Tölz"). "Berg des Schicksals" (1924 mit Luis Trenker). "Bergblume" (1921). "Berge brennen" (1955). "Berge in Flammen" (1931 mit Luis Trenker). "Berge und Zwerge" (1990). "Bergfest" (2010). "Bergführer Lorenz" (1943). "Bergkristall" (1949, 1998, 2004). "Bergnacht" (1913). "Bergsommer" (1951). "Bergstimmen" (1921). "Bergvagabunden" (1990 TV-Serie "Café Meineid"). "Chrysanthemen in den Bergen" (1958). "Cliffhanger". "Da, wo die Berge sind" (2000). "Das Bergunglück" (1994 TV-Serie "Polizeiarzt Dangerfield").



Berg: Im Film/Filmtitel: u. a. "Das Geheimnis der Berge" (1911). "Das Geheimnis der Berghütte" (1944). "Das Geheimnis der Berghöhle" (1975 Kinderfilm). "Das Geheimnis des Azteken-Berges" (1988). "Das Geheimnis des goldenen Berges" (1985). "Das Geheimnis vom Bergsee" (1951/52). "Das Gold der sieben Berge" (1960). "Das Lied der schwarzen Berge" (1932). "Das Paradies am Ende der Berge" (1993). "Das Volk der schwarzen Berge" (1972). "Das Wunder in den Bergen" (TV-Film 2000). "Der bebende Berg" (1931). "Der Berg" (1982, 1990). "Der Berg der Abenteuer" (1996). "Der Berg der Liebe" (1951). "Der Berg der Versuchung" (1956). "Der Berg des Schicksals" (1923). "Der Berg des Schreckens" (1949). "Der Berg kennt keine Gnade" (1972). "Der Berg ruft" (1937 mit Luis Trenker). "Der Bergführer" (1917).



Berg: Im Film/Filmtitel: u. a. "Der Bergführer von Zakopane" (1930). "Der brennende Berg" (1920). "Der dritte Mann im Berg" (1959). "Der Einsame in den Bergen" (1975). "Der Engländer, der auf einen Hügel stieg, und von einem Berg herunterkam" (1994/95). "Der Fürst der Berge" (1921). "Der Fürst der schwarzen Berge" (1971). "Der heilige Berg" (1925/26 Luis Trenker mit Leni Riefenstah, 1934). "Der Judas von Tirol". "Der König der silbernen Berge" (1960). "Der kupferne Berg" (1946). "Der laufende Berg" (1941, 1991). "Der Mann aus den Bergen" (1975). "Der Mann in den Bergen" (1974 TV-Serie). "Der Mann vom Obersalzberg" (1977). "Der Ruf der Berge" (TV-Film 2005). "Der Schrecken der Berge" (1990). "Der schwarze Berg" (1971). "Der Scout der schwarzen Berge" (1963). "Der Sohn der Berge" (1977). "Der Sohn der weißen Berge" (1930). "Der stumme Berg" (1997).



Berg: Im Film/Filmtitel: u. a. "Der Teufelsberg" (1988 Kinderfilm). "Der verborgene Berg" (1974). "Der verrufene Berg" (1945). "Die Berge rufen" (1972). "Die Frauen vom Berg Chenoua" (1978). "Die geheimnisvolle Berghöhle" (1960). "Die Geschwister aus den Bergen" (1992). "Die Heldin der schwarzen Berge" (1912). "Die Hölle de roten Berge" (1951). "Die Kinder von den blauen Bergen" (1980). "Die Rache der Berge" (1918). "Die Schlacht am blauen Berge" (1930). "Die Spur führt ins Berghotel" (1975). "Die Verdammten der blauen Berge" (1964). "Die Versöhnung". (2007). "Die weiße Hölle vom Piz Palü" (1929). "Dort oben, wo die Alpen glüh’n" (1956). "Duell in den Bergen" (1949/50 Luis Trenker). "Duell in der Nordwand" (2001).



Berg: Im Film: "Echo der Berge" (1954). "Eine Tragödie aus den Bergen" (1913). "Entscheidung am Wilden Kaiser" (1967). "Es geschah in Bosniens Bergen" (1964). "Flucht in die Berge" (1983). "Flucht in die Dolomiten" (1955/56 mit Luis Trenker). "Geheimnis des Bergsees" (1954). "Gesetz der Berge" (1937). "Gesetz der uralten Berge" (1988 Kinderfilm). "Gewundene Bergpfade" (19183). "Glühende Berge – Flammendes Herz" (1930). "Goldene Berge" (1931, 1957). "Heidi" (1952/1993). "Heidi in den Bergen" (1975). "Herr der rauen Berge" (1950). "Hinter dem Berg" (2000). "Hoch drob’n auf dem Berg" (1957). "Im Atem der Berge" (1997). "Im Banne der Berge – Almrausch" (1931). "Im Kampf mit dem Berge" (1921). "Im Reich der weißen Berge" (1987). "Im Schatten des Berges" (1940). "Im Zauberreich des Berggeistes" (1957). "In den Bergen dröhnt es" (1946). "In den wilden Bergen" (1985). "Janosik, der Held der Berge" (1962/63). "Kampf in den Bergen" (1936). "Kampf in den Tusan-Bergen – Die Fellachen" (1979). "Kinder der Berge" (1958).



Berg: Im Film: "König der Berge" (Zeichentrickserie "Die Simpsons" 1997). "Königin der Berge" (Western 1954). "Kumpane über Berg und Tal" (1958). "Kurier in den Bergen" (1976). "Liebe versetzt Berge – Alpenglühen 2" (TV Film 2004/05). "Mein erstes Bergsteiger-Gwand" (Luis Trenker). "Mein Vaterhaus steht in den Bergen" (1960). "Menschen der Berge" (1964). "Nächtlicher Regen in den Bergen von Sichuan" (1980). "Nordwand" (2008). "Nostromo – Der Schatz in den Bergen" (1996). "Paradies in den Bergen" (TV-Film 2004). "Piraten der Berge" (1951). "Rebell der roten Berge" (1957). "Rebellen der schwarzen Berge" (1950). "Rübezahl, Herr der Berge" (Märchenfilm 1957). "Ruf der Berge" (1944, 1954, 1967, 1998). "Scanderbeg – Ritter der Berge" (1953). "Schicksal am Berg" (1950). "Schrei aus Stein". "Söhne der Berge" (1934). "Solange noch die Rosen blüh’n" (1956). "Spiel im Berg" (1993 TV-Film). "Spur in den Bergen" (1954). "St. Helens – Der tödliche Berg" (1981).



Berg: Im Film: "Steinschlag" (TV-Film 2005). "Sturm am Wilden Kaiser" (1963). "Sunchaser – Die Suche nach dem heiligen Berg" (1996). "Symphonie der Berge" (1930). "Tausend Berge" (1959). "Teufel der weißen Berge" (1951). "Teufelsberg" (1998). "Thamar, das Kind der Berge" (1924). "Tochter der Berge" (1919). "Über den Bergen" (1991). "Über den hohen Bergen" (1919). "Über Meere und Berge" (1989, 1991). "Unter dem Berg" (1991). "Vertical limit". "Via mala" (u. a.1944). "Volcano – Berg in Flammen" (1997). "Weihnachten in den Bergen" (1978). "Weit in den Bergen" (1958). "Wenn die Alpenrosen blüh’n" (1955). "Wenn die Berge locken" (1976). "Wetterleuchten am Dachstein" (1952). "Wilder Kaiser" (1999/2000 TV-Film). "Wilhelm Tell – Flammende Berge" (1960). "Wind kommt aus den Bergen" (1967). "Wochenende in den Bergen" (1954). "Zwei im Berg" (1997). "Zwischen uns die Berge" (1956).



Berg: In der Malerei: u. a. Gustave Courbet "Alpenlandschaft" (1874) und "Die Berghütte" (3. Viertel 19. Jh.). Edgar Degas "See und Berge" (um 1890-1892). Albrecht Dürer u. a. "Bergwand mit Schlucht" und "Verfallene Berghütte" (Zeichnungen). Anselm Feuerbach "In den Bergen von Castel Toblino" (1855), Caspar David Friedrich u. a. "Morgen im Riesengebirge" (1811) und "Vor Sonnenaufgang im Gebirge" (1824). Thomas Gainsborough "Felsiges Gebirgstal mit Schafen" (1783), Ferdinand von Kobell "Gebirgslandschaft mit Wasserfall" (1773) und "Rast an einem Gebirgssee" (1773). Oskar Kokoschka "Dolomitenlandschaft Tre Croci" (1913), Franz Marc "Zwei Frauen am Berg" (1906). Emil Nolde "Bergriesen" (1896-97), Ludwig Richter "Bergsee im Riesengebirge" (1839). Carl Spitzweg u. a. "Bergwanderung (Ausflug zum Herzogsstand)" (um 1870) und "Gebirgslandschaft mit Badenden" (1868).



Berg: In der Musik: Eccard, Johannes "Übers Gebirg' Maria geht". Edvard Grieg "Lyrische Stücke. Abend im Hochgebirge". Franz Liszt "Bergsinfonie" (1853). Richard Strauß "Eine Alpensinfonie" (u. a. "Auf der Alm", "Gewitter und Sturm" 1914/15).
Im Lied: "Bergvagabunden". "Das Ave Maria der Berge". "Das Karwendellied". "Golden schimmern meine Berge". "Hinter den sieben Bergen." "Hoch drob'n auf dem Berg". "Hoch oben in den Bergen". "Im Frühtau zu Berge". "La Montanara" ("Hörst du das Lied der Berge?"). "Treue Bergvagabunden". "Von den blauen Bergen kommen wir". "Wenn wir erklimmen". "Wir Kameraden der Berge". "Wo die Alpenrosen blüh'n".
Schlager: u. a. "Alpenfrieden". "Ask the Mountains" (Vangelis). "Blau von den Bergen kommen wir." "Hoch droben auf dem Berg". "Lookout montain" (1955 Chuck Miller). "Mountain dew" (Danny Davis). "One more mountain to climb" (Neil Sedaka). "Over the mountain across the sea" (1957 Johnny). "River deep mountain high" (1966 The Supremes). "Sieben Berge, sieben Täler".



Berge: s. auch Berg



Bergbach: s. Wildbach



Bernhard (hl.): Patron der Imker. Sein Attribut ist der Bienenkorb; der Heilige wird als "doctor mellifluus" gerühmt. Er tötete einmal einen ganzen Fliegenschwarm, indem er einen Bannfluch über ihn sprach.



Besamung: Neuerdings ist der "Deckbulle wieder auf dem Vormarsch", wie eine Agrarzeitschrift feststellt. Der Natursprung ist meist billiger als die künstliche Besamung.



Betrug: Sprichwörter: Wer einen Bauern betrügen will, muss einen Bauern mitbringen.
Der Coburger Jurist Georg Paul Hönn hat in seinem berühmten "Betrugs-Lexicon" 1724ff. zahlreiche Delikte aus ländlichen Gebieten aufgelistet:
"Bauern betriegen 1. Wenn sie im Pflügen immer eine Furche nach der andern dem Nachbar wegnehmen und zu ihrem eigenen Feld schlagen.
9. Wenn sie bei dem Markt-Verkauf des Getreides oben in die Säcke zum Schein das beste Getreide, in der Mitte aber und unten schlechtes und geringes tun.
24. Wenn sie die Fremde und Reisende, welche bei ihnen nach dem rechten Weg fragen, unrecht anweisen, und mit Fleiß einen von der Straße abführenden Weg zeigen." Hoenn empfiehlt, "dass man denen Bauern, die gemeiniglich schlau und voller List sind, nicht weiter traue, als man mit Augen siehet und mit Händen greifet".
"Bierbrauer betriegen 3. Wenn sie das so genannte Katzenhirn, Baldrian und dergleichen Kopf reißende Dinge mehr in die Pfanne werfen, damit das Bier davon stark, und die Leute, so es trinken, fein bald taumelnd werden."
"Bierwirte betriegen 4. Wenn sie kleiner Gemäß haben als landbräuchlich ist.
14. Wenn sie zumal den betrunkenen Gästen mit doppelter oder solcher Kreide, welche ausgekerbet und bei dem Schreiben unvermerkt doppelte Striche machet, anschreiben."
"Dienstboten betriegen. 15. Wann sie bei Ausnehmung derer Eier aus denen Hühnernestern, welche davon zurück behalten, und sich dann davon etwas zugute tun."
"Maulwurfs-, Ratten- und Mäusefänger betriegen 3. Wenn sie denen Leuten ihr Mäusepulver trefflich herausstreichen, welches doch entweder gar nichts taugt oder, da anfänglich ja etliche Mäuse davon sterben, doch darnach keine deren mehr anrühret."
"Rosstäuscher betriegen 21. Wann sie von diesem oder jenem ihrer Pferde vorgeben, sie wären aus kaiserlichen oder andern berühmten Gestüte, aus eines großen Herrns Marstall durch Verehrung oder besondere Adresse gekommen, da sie entweder gar nicht von solchen Orten oder um Mängel und Gebrechen willen ausgemustert worden."
"Schulmeister betriegen 3. Wenn sie, unter Vorschützung anderer die Schule betreffende Geschäfte, ihrem Feldbau und häuslichen Verrichtungen nachgehen und unterdessen das Schulwesen versäumen, auch wohl ihre Weiber einsweis informieren lassen."



Biber: "In seinen kunstvoll errichteten Wohnbauten findet sich neben dem Schlafzimmer und dem Kinderzimmer oft auch eine Art Badekammer im Atrium mit direktem Auslauf zum Fluss" (Eckhard Henscheid).
Europas größtes Nagetier, "ein gemütlicher, ehrlicher, treuherziger Gesell" (Alfred Brehm). Das starkriechende Drüsensekret "Bibergeil" wurde als Aphrodisiakum verwendet, soll aber auch gegen Kopfschmerzen helfen (vermutlich, weil es Salizylsäure enthält); deswegen wurde der Biber fast ausgerottet. Nach einer Sage aus dem Altertum, die uns die Fabeldichter Äsop und Phaedrus überliefert haben, beißen sich verfolgte Biber die Hoden ab, um den Jäger auf Distanz zu halten. Doch schon Plinius hatte die anatomische Unmöglichkeit der Selbstverstümmelung erkannt. Der Bischof Isidor von Sevilla vertrat die Meinung, der Biber (Castor fiber), werde deswegen Castor genannt, "weil er sich selbst kastriere". Biber und Enten durften in der Fastenzeit gegessen werden. Sie wurden kurzerhand zu Fischen erklärt, weil sie am oder im Wasser lebten ("Biber, Dachs, Otter – alles genug" Beschluss des Konstanzer Konzils 1414 - 1418). Das Fell des Bibers ist etwa 75mal so dicht wie das menschliche Kopfhaar. Der Biber kann nicht an Akustophobie leiden, weil er nicht nur seine Augen, sondern auch seine Ohren vor Lärm verschließen kann. In den USA gibt es eine Biber-Bruderschaft und den Vereinigten Biberorden. Er ist das „Nationaltier“ von Kanada.



Biber: Über die vielfältige medizinische Wirkung der Bibersekrete weiß das "Allgemeine Lexikon der Künste und Wissenschaften" 1767: "In die Nase gelassen stärken sie das Gehirn und benehmen das Hauptweh. Mit Weine getrunken, sind sie ein herrliches Mittel wieder die fallende Sucht, und dienen wider alle Seuchen, die von Kälte entstehen. Wem die Zunge erlahmet, dass er nicht reden kann, der lege gepülvertes Bibergeil darunter; es wird die Zunge bald wieder gut machen." Hildegard von Bingen versuchte mit einer pulverisierten Biberzunge oder Biberleber Fiber zu senken. Neuere Lexika rühmen das wohlschmeckende Fleisch des Bibers, vor allem "der Schwanz gilt als Leckerbissen". Da der Biber ein "Wassertier" ist, durfte er von Katholiken auch in der Fastenzeit gegessen werden. "Bezüglich seines Schwanzes ist er ganz Fisch", stellte 1754 der Jesuitenpater Charlevoix fest.



Biber: Rezept für Biber-Bratwürste: "Man putze den Schweif vom Biber, siede ihn weich und schneide ihn zu kleinen gewürfelten Stücken, nehme auch das Blut, weiche ein oder zwei Semmeln in Rahm ein, schneide eine Zwiebel sehr klein, und lasse sie in Butter anlaufen, gebe Gewürz, Majoran, Butter und Salz dazu, und fülle mit diesem allen wohl abgemischt die Gedärme des Bibers, welche aber zuvor sehr rein müssen geputzet werden, übersiede sie ein wenig, dann brate sie, und nehme sie zum Gebrauch."
Biber (Vollbart, Ein-Mann-U-Boot, Brückenlegepanzer), Biberbetttuch (grobes Baumwolltuch), Bibergarn (Mischgarn), Biberratte, Biberschwanz (Handsäge, Dachziegelform), "Fleißiger Biber" (Turingmaschine). Der Begriff "bibergeil" wird in Werbesprüchen zu bibergünstig ("bibergünstig statt schweineteuer") abgewandelt.
Sprüche: Esst mehr Bäume, schont die Biber! Vergleiche: "Zu einem guten Politiker gehören die Haut eines Nilpferdes, das Gedächtnis eines Elefanten, die Geduld des Bibers, das Herz des Löwen, der Magen des Vogels Strauß und der Humor einer Krähe. Diese Eigenschaften sind allerdings noch nichts wert ohne die Sturheit des Maulesels" (Winston Churchill).



Biber: In der Fabel: s. auch Marder. Äsop "Der Biber". Friedrich von Hagedorn "Die Tiere".
In der Literatur: Gerhart Hauptmann "Der Biberpelz" (1893, Komödie. Film 1949). Karl Kraus "Der Biberpelz" (Essay). Jules Verne lässt in seinem Roman "Kapitän von 15 Jahren" 1878 den Insektenforscher Bénédict die Intelligenz von Ratten, Bibern, ja sogar von Flöhen rühmen.
Im Gedicht: Lewis Carroll "The Hunting of the Snark" (Ballade). Eugen Roth "Tierleben für jung und alt" (1973).Die Meinung des Sanitätsgefreiten Neumann hingegen kann man fast vernachlässigen: "Der Biber ist ein Nagetier. / Der Bubo ist kein Zahngeschwür."



Biber: Im Film/Filmtitel: u. a. "Biber" (2011). "Das Tal der Biber" (Walt Disney). "Die Biber Brüder" (engl. Zeichentrickserie "The Angry Beavers" 1997ff). "Grey Owl und der Schatz der Biber" (1999).
Lied: "Ich bin ein kleiner Biber". "Meine Biber haben Fieber".



Biene: "Wachs- und Honigvögelein" (Abraham a Sancta Clara), "Wächter der Welt" (Albert Einstein), "Staatenbildendes Insekt".
Sie ist wegen ihrer Bestäubungsleistung nach Rind und Schwein das drittwichtigste Nutztier. Maurice Maeterlinck hält sie nächst dem Menschen unzweifelhaft für die "intelligentesten Bewohner dieses Erdballs". Ein Bienenvolk umfasst etwa 30000 bis 80000 Tiere. Für ein Kilogramm Honig muss eine Biene ca. 60000 Mal ausfliegen (das sind rund 240 000 km) und an mehr als vier Millionen Blüten saugen; das ist die halbe Strecke von der Erde zum Mond. Für ein Kilogramm Wachs schuften an die 150000 Tiere. Bienen sollen fünf Augen haben. An Bienenstichen sterben pro Jahr mehr Menschen als an Schlangenbissen. Eine Bienenkönigin kann bis zu 3000 Eier am Tag legen. Wegen ihrer Bestäubungsleistung nach Rindern und Schweinen das drittwichtigste Nutztier.



Biene: Wenn es den Bienen zu kalt wird, zittern sie in ihrem Stock gemeinsam, um Wärme zu erzeugen. Die Drohne kann nur einmal. Das Sperma reicht der Königin fürs ganze Leben. Das Sexualleben der Biene mit Gruppensex, Folter und Muttermord ist berüchtigt. Gegen ihr Treiben "neben sich Hurenhäuser, Swingerclubs und Sadomaso-Szene gesittet aus " ("Der Spiegel"). Bis zum 17. Jahrhundert nahm man an, dass das "Bienenoberhaupt" nicht eine Königin, sondern ein König sei. Bienen werden in Afrika eingesetzt, um wilde Elefanten von Pflanzungen fernzuhalten. Der französische Hobbykoch Bruno Comby empfiehlt Bienen als Leckerbissen; sie sollen nach würzigen Lebkuchen schmecken. Neuerdings werden Bienen und Ratten zum Aufspüren von Landminen eingesetzt.



Biene: Kulturgeschichte: Die Urchinesen hatten Angst, böse Geister könnten in die Verstorbenen eindringen und sie in Dämonen verwandeln. Sie verstopften den Toten daher Mund und Hintern mit Bienenwachs. Das war vor 5000 Jahren. Imkerei gab es bereits vor 3000 Jahren im Vorderen Orient. Die alten Griechen sahen in den Bienen die Ernährerin des Zeus. Sie wurden ursprünglich in liegenden Röhren gehalten. Im Altertum hielt man die Bienen für Botschafter der Götter, "die sie darüber auf dem laufenden hielten, was bei den Sterblichen geschah" (C. Potter). Hesiod vergleicht die Drohnen mit faulen Weibern. Vergil widmet den Bienen ein ganzes Kapitel seiner "Georgica" – einschließlich philosophischer Betrachtungen über den Bienenstaat - und Plinius füllt damit in der "Naturgeschichte" nicht weniger als zwanzig Kapitel. Ein anderer römischer Schriftsteller, Columella, schreibt in "Über die Landwirtschaft": "Ganz besonders aber muss der Bienenwärter, wenn er an den Stöcken zu hantieren hat, darauf achten, dass er am Tag zuvor sich des Geschlechtsverkehrs und des Alkohols enthält und nicht ungewaschen zu den Bienen kommt". Ferner soll man Latrinen nicht in der Nähe von Bienenstöcken anlegen. In der Bibel wird die Haltung von Honigbienen nicht erwähnt. Die Bienen galten lange Zeit als Symbol für Jungfräulichkeit (vermutlich weil sie niemand bei der Paarung beobachtete). Papst Urban VIII (1568 – 1644) ließ sie deshalb in seinem Familienwappen anbringen. Bienen werden schon seit Jahrtausenden als Waffen eingesetzt.



Biene: Legende und Brauchtum: Eine fromme Legende meint, dass die Bienen aus den Schweißtropfen Christi am Kreuz hervorgegangen seien. Eine verloren gegangene Hostie wurde von Bienen durch einen Wachsüberzug geschützt, bis sie wieder von einem Priester in Empfang genommen werden konnte. Wer von Bienen träumt, hat Unglück zu erwarten. Der Volksmund glaubt, dass Jungfrauen nicht von Bienen gestochen werden. Eine unerwünschte Schwangerschaft konnte man verhindern, indem man eine Biene, die als keusches Tier galt, aß - vermutlich nicht vor dem Verkehr, sondern anstatt. Im Bienensegen werden die Tiere ermahnt, fleißig Honig zu sammeln und nicht allzu weit fortzufliegen. Den Bienen muss man den Tod ihres Besitzers ansagen, sonst fliegen sie weg oder sterben. Die vorgeschriebene Formulierung lautete: "Biene, dein Herr ist tot. Verlass mich nicht in meiner Not."



Biene: Redensarten: Dufte, flotte, kesse Biene (hübsches, junges, vorwitziges Mädchen; früher auch Prostituierte, die von "Blüte zu Blüte" flog). Bienenfang (Mädchensuche, Partnerwahl). "Bienenfleiß". Fleißig wie eine Biene (Der griechische Philosoph Demokritos verabscheute die Bienen, weil sie wie der Geizige arbeiteten, als ob sie ewig leben würden. Auch Charles Dickens meinte, sie täten des Guten zuviel und überarbeiteten sich. Das ist wie in einem Bienenschwarm/Bienenstock. Bienenstich (Kuchenart) Mein Herz, das ist ein Bienenhaus (nach Karl Simrock). Stachel, anstacheln. Tiernamen: Bienenameisen, Bienenfresser (Vogel), Bienenkäfer, Bienenlaus, Bienwolf (Grabwespenart). Pflanzennamen: Bienenragwurz.



Biene: Sprichwörter: S. auch Taube. Bienen und Schafe nähren den Bauern im Schlafe (d.h. sie liefern dem Menschen Nahrung, ohne dass sie wie z.B. die Kühe täglich gefüttert werden müssen). Das Bild von der fleißigen Biene lässt sich jedoch wissenschaftlich nicht halten: Den Großteil ihrer Zeit bringen sie damit zu, "im Stock herumzulungern und einfach nichts zu tun" (M. R. Berenbaum). Manche Menschen gleichen den Bienen, aber nicht durch den Fleiß, sondern nur durch den Stachel. Wenn der Bien sich wohlfühlt, freut sich der Mensch. Schwarm, schwärmen.



Biene: Sprüche: A bee or not a bee, that is the question. Alle Menschen sind bestechlich, sagte die Biene zu ihrem Opfer. Cogito ergo summ. Lieber eine Biene im Bett als eine Wespe im Genick. Warum summen Bienen? Weil sie den Text vergessen haben. " Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben" (Albert Einsntein). "Wenn man beim Stiche der Biene oder des Schicksals nicht stille hält, so reißt der Stachel ab und bleibt zurück" (Jean Paul).
Vergleiche: "Der Aphorismus ist wie die Biene mit Golde beladen und mit einem Stachel versehen" (Carmen Sylva). "Die Geizigen sind den Bienen zu vergleichen: sie arbeiten, als ob sie ewig leben würden" (Demokrit). Ein ständiger Begleiter ist ein Mann, der seine Biene nie im Stich lässt. Geburtenkontrolle ist der "Versuch, der Biene den Stachel zu nehmen, aber den Honig zu lassen" (Robert Lembke). "Ein Wort gleicht der Biene, es hat Honig und Stachel" (Talmud). Eine Frau, die fleißig ist wie eine Biene, hat auch einen Stachel). Liebe ist "die Bienenkönigin des jugendlichen Gedankenschwarms" (Jean Paul). "Mancher witzige Einfall sticht gleich den Bienen nur einmal" (Jean Paul).
Bürospruch: Wer fleißig ist wie eine Biene, kräftig wie ein Stier, arbeitsam wie ein Pferd und abends müde wie ein Hund, der sollte mal zum Tierarzt gehen, denn wahrscheinlich ist er ein Kamel.



Biene: Volkserotik:
"Alle Bienen sollen leben,
die mit zärtlichem Bemühen,
Honig von den Lippen geben,
und den Stachel in sich ziehen."



Biene: Schimpfworte: Asphaltbiene (Prostituierte), Arbeitsbiene (auch einträgliche Prostituierte), ausgeflogene Biene (ehemalige Freundin), Bienenhaus (Mädchenschule, -internat, Bordell), Bienenköniginnentyp (in der Sexualwissenschaft Frau, die den Mann nur zur Fortpflanzung wählt), Bienenkorb/Bienenstock (Frauenwohnheim, Bordell), Bienenstich (Geschlechtsverkehr), Kavaliersbiene (Filzlaus), Luxusbiene (teures Mädchen, ausgehaltene Frau), Mistbiene (schmutzige Frau), Sexbiene (verführerische Frau), Strichbiene (Prostituierte), Imker (Zuhälter). Die Bezeichnung "Killerbienen" wurde 1965 in Brasilien geprägt, wo im ganzen Land zahllose Attacken erfolgten; in São Paula zählte man mehr als 150 Todesfälle.



Biene: In der Literatur:
"Im Fleiß kann dich die Biene meistern,
in der Geschicklichkeit der Wurm dein Lehrer sein,
dein Wissen teilest du mit vorgezognen Geistern,
die Kunst, o Mensch, hast du allein."
(Friedrich von Schiller)

Fabeln: S. auch Hornisse, Schmetterling, Spinne, Wespe. Äsop "Der Imker" und "Die Bienen und Zeus": Die Bienen baten den Göttervater Zeus, er möchte ihnen doch die Kraft geben, die Menschen, welche sich ihren Waben näherten und ihren Honig wegnähmen, mit ihren Stacheln zu verwunden und zu töten. Zeus verdross ihre neidische Gesinnung, und er gab den Bienen die Eigenschaft, dass sie, wenn sie jemanden stechen, nicht nur ihren Stachel, sondern auch ihr eigenes Leben verlieren. Christian Fürchtegott Gellert "Die Biene und die Henne" und "Die Bienen". Johann Wilhelm Ludwig Gleim "Die Gärtnerin und die Biene". Johann Gottfried Herder "Alte Fabeln mit neuer Anwendung". Phaedrus "Die Bienen und die Drohnen vor dem Richterstuhl der Wespe".



Biene: In der Literatur: S. auch Klee. Hans Sachs "Die bin mit der spin".
Buchtitel: Johann Fischart "Bienenkorb" (1579). Ernst Jünger "Gläserne Bienen" (1957/1960). Mohammed "Koran" 16. Sure, "Von den Bienen". Johannes Mario Simmel "Die Bienen sind verrückt geworden".
In der Literatur: Waldemar Bonsels "Biene Maja und ihre Abenteuer" (1912, ab 1924 mehrmals verfilmt). Wilhelm Busch: "Unser Interesse an den Bienen" und "Kennen die Bienen ihren Herrn?" (Beiträge in "Bienenwirthschaftliches Centralblatt"). "Wie Eulenspiegel in einen Immenstock kroch". August von Kotzebue "Die Biene" (1808 Zeitschrift). Maurice Maeterlinck "Das Leben der Bienen" 1901 (dt. 1925). Peter Rosegger "Wie Bienen Hochzeit halten" (in "Meine Ferien"). Friedrich Schnack "Der Bienengeiger". Rudolf Steiner "Über das Wesen der Bienen". Horst Stern "Sterns Bemerkungen über Bienen".



Biene: Im Gedicht: S. auch Wespe. "Lorscher Bienensegen" (9./10. Jahrhundert). Ernst Moritz Arndt "Die Biene und der Lenz". Gottfried August Bürger "An die Bienen". Wilhelm Busch "Schnurrdiburr oder Die Bienen" und "Naturgeschichtliches Alphabet" ("Die Biene ist ein fleißig Tier, / Dem Bären kommt das g'spaßig für").

"… ‚Sehr geehrte Honigbienen!
Wir Verbraucher danken Ihnen!’"
(Heinz Erhardt "An die Bienen")

Paul Fleming "An die Bienen". Theodor Fontane "Bienen-Winkelried". Johann Wolfgang von Goethe "Bienengedicht". Martin Greif "Bienendom". Friedrich Güll "Das Immelein". Heinrich Heine "Die Lehre" ("Mutter zum Bienelein …") Johann Gottfried Herder u. a. "Die Biene" und "Die Bienen" (aus dem Griechischen). August Heinrich Hoffmann von Fallersleben u. a. "Bienenlos" und "Rätsel". Horaz "Oden" ("Schwan und Biene"). Kalidasa "An die Biene". Gotthold Ephraim Lessing "Die Biene". Friedrich von Logau "Ursprung der Bienen" und "Von einer Biene". Eduard Mörike "Der Knabe und das Immlein". Martin Opitz "An die Bienen". Heinz Piontek "Die Bienen". Eugen Roth "Tierleben für jung und alt" (1973). Friedrich Rückert u. a. "Biene und Hummel" und "Das Bienengesumme". Moritz Gottlieb Saphir "Meine Lieb' ist eine Biene ..." Joseph Weinheber "Der Bauer und die Bienen".
Im Märchen: Brüder Grimm "Die Bienenkönigin".



Biene: In der Musik: Lied: Das Lied vom 'Bienenstock". "Summ, summ, summ, / Bienchen summ herum!" (Text: August Heinrich Hoffmann von Fallersleben). "Wisst ihr, was die Bienen träumen?" Schlager: u. a. Karel Gott singt: "Und diese Biene, die ich meine, die heißt Maja. / Kleine, freche, schlaue Biene Maja".
Im Lied: "Mein Herz ist wie ein Bienenhaus".
"Bienenlied" (aus "Des Knaben Wunderhorn"):
"Ein Liedlein will ich singen
Von Honigvögelein,
Die hin und her sich schwingen,
Wo bunte Blumen sein …"

Schlager: "Die Biene Maja" (Karel Gott). "Flotte Biene, steiler Zahn". "Schön ist es auf der Welt zu sein, sprach die Biene zu dem Stachelschwein!" "The birds and the bees" (Jewel Akens).



Biene: Im Film: u. a. "Angriff der Killerbienen" (1994). "Bergblut" (2010). "Der Bienenkönig" (1990). "Der Bienenzüchter" (1986). "Der Flug der Biene" (1998). "Der tödliche Schwarm" (1977 Killerbienen). "Die Biene Maja". "Die Bienen - Tödliche Bedrohung" (TV-Film 2008). "Die tausendjährige Biene" (1983). "Die tödlichen Bienen" (1967). "Genocide – Die Killerbienen greifen an" (1983). "Killerbienen" (2002). "Mörderbienen greifen an" (1976). "Wax oder die Entdeckung des Fernsehens unter den Bienen" (1991). Filmtitel: "Bienen sind zum stechen da" (1968). "Der Bienenkorb" (1982). "Der Club der flotten Bienen" (1958). "Der Geist des Bienenstocks" (1973). "Die Bienenhüterin" (2009). "Die Bienenkönigin" (1963, 1990, 1998). "Golgo 13: Die Bienenkönigin" (1998 Zeichentrickfilm). "Tote Bienen singen nicht" (1969). "Wilde Bienen" (2001).



Biene: In der Malerei: Salvador Dali "Traum, verursacht durch den Flug einer Biene um einen Granatapfel, eine Sekunde vor dem Aufwachen" (1944).



Biene: S. auch Ambrosius (hl.), Bernhard (hl.), Drohne, Honig, Hummel, Jungfernzeugung, Leonhard (hl.)



Bienen: s. auch Biene



Bier: "... ist der lebende Beweis, dass Gott uns liebt und uns glücklich sehen will" (Benjamin Franklin).
Die nordischen Götter beschäftigten sich höchstselbst mit dem Bierbrauen. Thors Fahrt zum Riesen Hymir hatte den großen Bierkessel zum Ziel.
In Griechenland war Bier als Weinersatz barbarischer Völker bekannt, ähnlich urteilten die Römer, die es bei den Germanen kennengelernt hatten. Bei den Ärzten wegen vielfacher schädlicher Wirkungen wenig beliebt, wurde es dennoch gegen Husten und Eingeweidewürmer verordnet. Schon 1541 riet Herzog Wilhelm von Bayern, den Frauen, Gesicht und Busen mit Bierschaum einzureiben. Auch König Luise von Preußen schwor auf dieses Rezept. Bauernmädchen beträufelten gelegentlich ihr Allerheiligstes mit Bier, in der Hoffnung, dass der Angebetete auf den Geschmack käme. Der berühmte Doktor Eisenbart kurierte seine Patienten u. a. mit Bier, wie der folgende Vers beweist:
"Hat einst ein Fräulein Auszehrung,
dem goss ich Braunbier in die Lung'.
Mein Gott, wie nahm das Fräulein zu,
Es konnt' schon springen in der Fruh."



Bier: Der Codex ?ammurapi (1700 v. Chr.) enthält die älteste Bierschankordnung der Welt (so wurden Bierpanscher ihren Fässern ertränkt oder so lange mit Bier vollgegossen, bis sie erstickten). Die mittelalterlichen Mönche lebten nach dem Motto: Flüssiges bricht Fasten nicht. Der Bruder Brauer im Kloster Andechs genehmigte sich in der Fastenzeit täglich zehn Maß Bier zu (allerdings stärker eingebraut), anstatt achtzehn im übrigen Jahr. Im Mittelalter galt das Bier wegen seines geringeren Alkoholgehalts als geeignetes Getränk für Kinder, da es zudem auch weitgehend keimfrei war. "Bier macht schlauer", stellte das Londoner University College fest. Die besten Resultate wurden mit einem Liter pro Tag erzielt. Allerdings wurde schon früh vor dem Biergenuss gewarnt: Der italienische Arzt Canoniero, gestorben 1620, schrieb, das Bier mache dickes, unreines Blut, schade Nieren, Nerven und Gehirn und verursache Blähungen, Kopfschmerz, vor allem aber "Dummheit im Kopfe". Vielleicht auch deshalb, weil man nicht nur Hopfen und Malz zu seiner Herstellung verwendete, sondern auch Fichten- und Tannensprossen, Wacholderbeeren; Bilsenkraut, Heidekraut und Brombeeren. Zugemischter Ruß machte das Bier dunkler und Kreidemehl sauer gewordenes Bier wieder genießbar. In Nürnberg gibt es ein Weizenbierglasmuseum. Bierbikes verbreiten "Partystimmung" in Großstädten. Am ersten Freitag im August wird der Internationale Tag des Bieres gefeiert.



Bier: Redensarten: Das Bier nicht sauer werden lassen. Das ist nicht mein Bier (geht mich nichts an, das gefällt mir nicht). Dastehen wie schales Bier (für einfallslos). Das ist eine ganz andere Kanne Bier. Etwas wie saures Bier anbieten. Für jemand ist das Bier schon eingeschenkt – im Jenseits. Jemand sieht aus wie Weißbier (für blass). Zwei Worte, ein Bier!
Sprichwörter: Beim Bier gibt’s viel tapfere Leut’. Bier auf Wein, das lass sein; Wein auf Bier, das rat ich dir! (falsche "Trinkerweisheit"). Bier nährt, Wein/Schnaps zehrt. Wer Land kauft, kauft viele Steine; wer Fleisch kauft, kauft viele Knochen; wer Eier kauft, kauft viele Schalen; aber wer gutes Bier kauft, kauft nichts anderes (aus Großbritannien). Wo man Bier trinkt, kannst du lachen, / böse Menschen trinken schärf’re Sachen. Zum billigsten, was man sich denkt, / gehört das Bier: es wird geschenkt. Zwischen Schaum und Hefe ist das beste Bier.



Bier: Redensarten:
"Gott fürchten macht selig,
Bier trinken macht fröhlich,
Drum fürchte Gott und trinke Bier,
So wirst du selig und fröhlich hier!"

Bierherz (Herzerweiterung), Bierruhe, Bierschinken, Bierwurst (Wurstsorte), Bierzeitung (zu einem bestimmten Anlass hergestellte Scherzzeitung), Bierzipfel (Uhranhängsel in den Farben einer Studentenverbindung), Bud Spencer (Künstlername, der sich von Spencer Tracy und Budweiser Bier ableitet).



Bier: Sprüche:. Auch Wasser wird zum edlen Tropfen, / mischt man's mit Malz und Hopfen! Bist du beim Bier, so bleibe dabei. / Die Frau schimpft um zehn genauso wie um zwei. "Das Bier kräftigt den Leib (Hildegard von Bingen) – leider oft an der falschen Stelle" (Herbert Scherer). "Das Wasser gibt dem Hornvieh Kraft, / Den Menschen stärkt der Gerstensaft" (Wilhelm Busch). Denk' ich an Freibier in der Nacht, / so bin ich um den Schlaf gebracht. "Der Bayer hat ein irdisches Verhältnis zur Religion und ein mystisches zum Bier" (Johann-Baptist Metz). "Die Ehe ist eine Einrichtung, die es dem Mann ermöglicht, ein Bier zu trinken, während seine Frau den Rasen mäht" (Bibi Johns). "Die erste Pflicht der Musensöhne / Ist, dass man sich ans Bier gewöhne" (Wilhelm Busch). "Die weite Verbreitung des Bieres ist zu beklagen. Es macht dumm, faul und impertinent" (Otto von Bismarck). "Du sollst dein krankes Nierenbecken / Nicht mit zu kalten Bieren necken" (Eugen Roth). Durst wird durch Bier erst schön (Werbespruch). Durststrecke, nennt man die Etappe zwischen zwei Kneipen. "Ein Bier, das nicht getrunken wird, hat seinen Beruf verfehlt" (Meyer-Breslau). "Eine Kanne Bier, das ist ein Königstrank" (William Shakespeare).



Bier: Sprüche: "Es gehört zum deutschen Bedürfnis, beim Biere von der Regierung schlecht zu reden" (Otto von Bismarck). Es gibt Entscheidungen, die sind viel zu wichtig, um sie ohne Bier zu fällen. "Es wird bei uns Deutschen mit wenig so viel Zeit totgeschlagen wie mit Bier trinken" (Otto von Bismarck). "Genießt im edlen Gerstensaft / des Weines Geist, des Brotes Kraft!" (Hogarten). "Ich habe nichts dagegen, dass die Menschen im Internet verkehren. Aber eine Freundschaft, die in mehreren Biergartenbesuchen gestärkt worden ist, ist mehr wert als das gesamte Internet" (Roman Herzog). Irische Männer sind die einzigen auf der Welt, die über ein Dutzend nackte Frauen hinwegsteigen würden, um zu einer Flasche Bier zu kommen. Jedem Wasser, das man trinkt, nimmt man die Chance, ein Bier zu werden."



Bier: Sprüche: Leute versauft’s net euer ganzes Geld; kauft’s lieber ein Bier dafür! "Mein Leben, mein Nil, meine vorletzte Ölung, mein Weihwasser!" (Jean Paul). Lieber Bier im Bauch als Wasser im Kopf. Mit des Bieres Hochgenuss, / wächst des Bauches Radius" ("Sprüchekalender"). "Warum trinken die Schotten Whisky, die Deutschen Bier, die Russen Wodka, die Italiener Wein? Damit man die Völker an ihrer Fahne erkennt" (Stefanie Kroth). "Wen Bier hindert, der trinkt es falsch" (Gottfried Benn). Wenn nichts im Bier ist, klagt der Wirt, ist's nicht recht; wenn einmal eine tote Maus drin ist, ist's wieder nicht recht. "Zum Rauchen gehört auch das Biertrinken, damit der erhitzte Gaumen wieder abgekühlt werde. Das Bier macht das Blut dick und verstärkt zugleich die Berauschung durch den narkotischen Tabaksdampf" (Johann Wolfgang von Goethe). Zwei Worte, ein Bier! (Werbespruch). Zwischen Leber und Milz passt immer noch ein Pils.



Bier: Vergleiche: Alkoholfreies Bier ist wie ein BH auf der Wäscheleine, das beste ist raus. Ein Haus voller Töchter ist ein Keller voll sauren Bieres (aus den Niederlanden). "Flüssiges Brot" (Karl Julius Weber). : "Intelligente Frauen sind Sauerbier auf dem Beziehungsmarkt" (M. Dinklage). "Jargon: die Sprache hockt sich an den Biertisch" (Heinrich Wiesner).



Bier: Schimpfworte: Anti-Bierverein-Vorsitzender ("Weicheilexikon"), Bierbauch (Antispruch: Ein Mann ohne Bauch ist ein Krüppel zeitlebens), Bierdimpfl, Biereifer (Übereifer), bierernst (übertrieben ernst), Bierfass (dicker Mensch), Bierfilter (Niere), Bierleiche (völlig Betrunkener), Bierruhe, bierselig (leicht angetrunken), Biertischpolitik, Bierwärmer ("Weicheilexikon"), Freibiergesicht, Halbmaßtrinker/Lightbiertrinker ("Weicheilexikon"). Aussehen wie Braunbier und Spucke (elend).



Bier: Volksmund:
"Ich sitze hier und trinke Bier
Und wäre doch so gern bei dir.
O starkes Sehen, starkes Hoffen,
Ich kann nicht kommen, bin besoffen."

"Trink ich Bier, so verderb' ich,
trink ich Wasser, so sterb' ich.
Ist doch besser, Bier getrunken und zehnmal verdorben,
als Wasser getrunken und einmal gestorben."

Schnaderhüpfl:
"A schweinerne Wurst
und a frische Maß Bier,
und a schwarzaugets Dirndl
das schadet mir nie."



Bier: Im Gedicht: August Heinrich Hoffmann von Fallersleben "Hannoversches Zwangbier" und "Salvator-Bier". Hermann Löns "Bierkriegfrieden". Joachim Ringelnatz "Schneiderhüpfl vor dem Ochsen am Spieß". Hans Sachs "Wer erstlich hat erfunden das Bier und der vollen Brüder Turnier" (1553).
Schillerparodie ("Lied von der Glocke"):
"Gefährlich ist’s, den Leu zu wecken,
verderblich ist des Tigers Zahn,
jedoch der schrecklichste der Schrecken,
das ist ein Bierfass ohne Hahn."



Bier: Im Film/Filmtitel: u. a. "Bademeister – Busen, Beton, Bieralarm" (2001). "Besser als Bier" (1999). "Bier" (1999). "Bier – Anschlag auf dem Oktoberfest" (1998 Fernsehfilm). "Bier und Spiele" (1974). "Bier vom Fass" (1988 TV-Serie "Tatort"). "Bierkampf" (1977 mit Herbert Achternbusch). "Bierkrawall" (TV-Serie "Königl. Bayerisches Amtsgericht"). "Bierkrieg" (TV-Serie "Tatort" 1997). "Bockbierfest" (1930). "Der Bierkönig" (1989). "Der Bierkrieg" (1988 TV-Serie "Josef Filser). "Der kranke Bierkönig". "Deutsches Bier" (1999). "Feuer, Eis und Dosenbier" (2002). "Fünf Bier und ein Kaffee" (1988). "Hamburger Bier" (TV-Film 1981). "Lass jucken Kumpel 3: Maloche, Bier und Bett" (1974). "Menzingers Bier" (1998 TV-Film). "Starkbier" (1999 "TV-Serie "Tatort"). "Tödliches Bier" (1998). "Überfall eines Bierkutschers auf einsamer Landstraße" (1904). "Villa Lilly oder Der Bierkönig" (1988/89). "Wo, bitte, gibt’s Bier an der Front?" (1968).
Im Lied: "Braunbier, braunisch kuriert" (aus "Des Knaben Wunderhorn"). Schlager: "Bier her! Bier her ! / oder ich fall um". "Beer barrel boogie" (The Platters). "Beer Barrel Polka" ("Rosamunde"). "Bier und nen Appelkorn". "Das Schlimmste ist wenn das Bier alle ist". "Eine Weiße mit 'nem Himbeerschuss". "Es gibt kein Bier auf Hawaii" (Paul Kuhn). "Hol mir ma ne Flasche Bier" (Stefan Raab). "In Bauermanns Bierkeller". "Kapelle hat kein Bier". "Party, Palmen, Weiber und 'n Bier". "Pump ab das Bier!" "Resi bring Bier!" "Was kostet denn das Bier, wenn der Euro kommt?" "Weißbier auf der Hütt'n".
In der Malerei: u. a. Edouard Manet "Bierkellnerin" (1878–1879). Adolf Menzel "Im Biergarten" (1883).



Bier: S. auch Brauer, Hopfen, Trinken



Biersuppe: Beliebtes Landgetränk in früheren Jahrzehnten aus Wasser, Bier, Mehl, Zucker und Eiern. Friedrich der Große wurde "höchstselbst" in seiner Jugend mit Biersuppe aufgezogen, so berichten seine Biographen.



Bilsenkraut: Teufelsauge. Es ist eine der ältesten bekannten Gift- und Zauberpflanzen. Man muss sie durch einen Vogel herausziehen lassen. Soll schon bei den alten Babyloniern gegen Zahnschmerzen geholfen haben. In Shakespeares "Hamlet" stirbt der König an Bilsenkraut. Nachgewiesen ist seine berauschende Wirkung; sie ruft Sinnestäuschungen und Halluzinationen hervor. Die Pflanze wurde deshalb auch zu Hexensalben und als Aphrodisiakum verwendet. In Litauen hieß sie "Altsitzerkraut", weil man damit angeblich "unnütze Fresser" vom Altenteil ins Jenseits beförderte. Ende des 17. Jahrhunderts soll die Marquise de Brinvilliers ihre gesamte Familie mit einer Bilsenkrautmixtur ausgerottet haben. Es wurde bis ins 19. Jahrhundert dem Bier zugesetzt, woraus die Vermutung entstand, die Stadt Pilsen habe ihren Namen von der Pflanze.
„Da ich im Garten schlief
Beschlich dein Oheim meine sich’re Stunde
Mit Saft verfluchten Bilsenkrauts im Fläschchen
Und träufelt’ in den Eingang meines Ohres
Das schwärende Getränk!“
(William Shakespeare "Hamlet")



Binse: "Statt des Betts muss dienen die Binsenstreu, wo den Müden der Wanzen Gewimmel vom Schlaf aufjagt" (Aristophanes "Plutos"). Pflanzennamen: Binsenlilie. Tiernamen: Binsenjungfer (Libelle des Jahres 2016).
Redensarten: In die Binsen gehen (aus der Jäger- bzw. Fischersprache; Wasservögel flüchten während der Jagd gerne in die Binsen, wohin ihnen weder Jäger noch Jagdhund folgen können.
Sprichwörter: "Geht auch alles in die Binsen, / immer muss man freundlich grinsen"), Binsenwahrheit/Binsenweisheit (etwas ganz Selbstverständliches, bereits bei Plautus).
Sprüche: "Strecke Binsen hin: sie wachsen wieder - / Eichen legt die Axt für immer nieder" (Martin Greif). Eine spezielle Verwendung der Binse schildert Plautus im "Goldtopf": "Den Knaben, die schwimmen lernen, zieht man ein Kleid von Binsen über, dass sie nicht so leicht untergehen." Eine Sage erzählt, dass die Spitzen der Binsenblätter deshalb dürr sind, weil der Herrgott damit den Blindschleichen die Augen ausgestochen hat.



Biofuzzi: Zeitgenosse, der sich von Biokost ernährt, die von Biobauern oder in Bioläden angeboten wird; er hält sich vorwiegend an Biotopen auf und achtet auf den optimalen Biorhythmus.



Birke: Die Hexen reiten auf Birkenbesen zum Blocksberg. An eine Stalltür gehängt verwehren ihre Zweige den Hexen den Zutritt ("Birkenzweige sind Meister, / Sie verscheuchen Hexen und Geister"). "Helfer in Liebesnöten." Wenn man das Vieh mit Birkenruten schlägt, ist es das ganze Jahr vor Krankheiten sicher. Birkenzweige, die in der Nacht zum 1. Mai vor das Fenster eines Mädchens gesteckt werden, gelten als Liebesbeweis. Eine dürre Birke erhielten "gefallene" Mädchen. Birkenblättertee soll gegen Rheuma und Gicht helfen. Aus Birken wurde von den Neandertalern der erste Klebstoff, das sog. Birkenpech, entwickelt. Birkenblätter sind im Gegensatz zu den meisten Baumblättern essbar. Der sog. Birkenwein galt als Stärkungsmittel für impotente Männer. Birkenbaumsage: Sage von einer kommenden großen Schlacht am Hellwege in Westfalen. Wahrzeichen Estlands. Tiernamen: Birkenmaus, Birkenblattroller (Käfer), Birkenspanner (Schmetterling). Pflanzennamen: Birkenpilz.



Birke: "Der Schimmel unter den Bäumen."
Redensarten: Einen Tanz mit der Jungfer Birke tun (mit der Rute geschlagen werden). Er findet sich nicht aus drei Birken heraus.
Sprichwörter: Das gesündeste Kraut für die Kinder ist die Birkenrute (sorbisch). Schüttle die Birken wie du willst, es fallen doch keine Nüsse herab (Russland). Birkenzucker (Zuckeraustauschstoff). Tiernamen: Birkhuhn. Pflanzennamen: Birkenpilz.
In der Literatur: Manfred Hausmann "Lampioon küsst Mädchen und kleine Birken" (1928).
Schüttelreim:
"Ich geh’ dort in den Birkenwald,
denn meine Pillen wirken bald."

Gedichte mit dem Titel "Die Birke" von Otto Julius Bierbaum, Wilhelm Busch, Detlev von Liliencron, Hermann Hesse und Sergej Jessenin. Hermann Claudius "Birken". Hans Magnus Enzensberger "Näheres über einen Baum". Gustav Falke "Das Birkenbäumchen". Ferdinand Freiligrath "Am Birkenbaum". Robert Frost "Birken". Yvan Goll "Ich möchte diese Birke sein …" Johann Gottfried Herder "Die Birke über dem Grabe". Ricarda Huch "Erinnerung". Detlev von Liliencron "Abschied" und "Heidegänger. Die Birke". Hermann Löns "Alle Birken grünen in Moor und Heid'". Börries von Münchhausen "Birkenlegendchen". Heinz Piontek "Birkenwinter". Friedrich Rückert u. a. "Tanne und Birke" und "Zwischen Tannen und Birken". Georg von der Vring "Birke" und "Birkenreis".



Birke: Im Film/Filmtitel: u. a. "Birkenhain" (1970 "Das Birkenwäldchen"). "Die Birke" (1967). "Die Birke da oben" (1978/79). "Die schwarze Birke" (1978). "Drei Birken auf der Heide" (1956). "Drei weiße Birken" (1961). "Skierri – Das Land der Zwergbirken" (1982). "Synchronisation im Birkenwald" (1997).
In der Malerei: u. a. Gustav Klimt "Birkenwald" (1902/03) und "Junge Birken" (um 1900). Max Liebermann "Garten des Künstlers am Wannsee" (1918). Paula Modersohn-Becker "Birkenweg" (1900).
Im Lied: "Der Winter ist vergangen, ich seh' des Maien Schein". "Die Birke". "Drei Birken am Waldesrand". Schlager: "Drei weiße Birken". "Eine weiße Birke". "Es stehen drei Birken auf der Heide". "Ich brauch Tapetenwechsel, sprach die Birke" (Chanson Hildegard Knef). "Lied von der Birke". "Rauschende Birken".
Birken: s. auch Birke



Birnbaum: Der Birnbaum gilt im Volksglauben als Eheorakel. Wenn er viel trägt, dürfen die Mädchen des Hofs auf mehrere Freier hoffen. Will ein Mädchen wissen, ob ihr Geliebter treu war, sucht sie unter einem Birnbaum nach abgefallen Früchten. So viele sie findet, "so oft hat er bereits ein anderes Mädchen geküsst". Am Weißen Sonntag legt man die Kinder unter den Birnbaum, damit sie groß und kräftig werden. Fluch: Fluch: Kreuzbirnbaum und Hollerstauden.



Birnbaum: In der Literatur: Giovanni Boccaccio "Der verzauberte Birnbaum". Günter Eich "Unterm Birnbaum" (1951). Theodor Fontane "Unterm Birnbaum" (1885, s. auch Film 1973). Robert Neumann "Der Birnbaum. Nach Carl Sternheim" (Parodie).
Im Gedicht: Theodor Fontane Ballade "Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland" ("Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland, / Ein Birnbaum in seinem Garten stand ...") Yvan Goll "Birnbaum im Baugelände". Gerhart Hauptmann "Der alte Birnbaum". August Heinrich Hoffmann von Fallersleben "Wie lange soll ich noch warten? ("Steht ein schöner Birnenbaum…") Karl Krolow "Im Birnbaumschatten". Friedrich Schnack "Der hohle Birnbaum". Georg von der Vring "Der Birnbaum" und "Maigeschenk". In der Sage: Brüder Grimm "Der Birnbaum auf dem Walserfeld" (vgl. auch Adelbert von Chamisso)
Im Film /Filmtitel: u. a. "Birnbaum" (2007). "Der Birnbaum" (1998). "Unterm Birnbaum" (1973): u. a. Otto Dix "Alte Birnbäume in Hemmenhofen" (1940). Gustav Klimt "Der Birnbaum".
Im Lied: "Die Apfel- und die Birnbäume erblühten" (Russland). "Da droben auf grüner Waldheid". "Drunt in der greana Au, / steht a Birnbaam schee blau, juchhe!" "In meines Vaters Garten, da steht ein schöner Birnbaum".



Birne: Homer fand sie im Garten des Antinoos. Plinius erwähnte bereits 38 Sorten (heute kennt man an die 5000). Albertus Magnus meinte, "wenn man eine Nachgeburt unter einem Birnbaum vergräbt, werde das nächste Kind ein Knabe sein". Kinder, die am Weißen Sonntag unter einen Birnbaum getragen werden, sollen groß und stark werden. Träumt man von gelben Birnen, bedeutet das den Tod eines nahen Verwandten.
Redensarten: Äpfel und Birnen miteinander vergleichen. Birne (Kopf, Gehirn; sich die Birne zerbrechen. Kollegenschelte: Er steht ständig unter Strom, aber Licht in der Birne hat er nicht. Spruch: Ich mach’s wie die Birne, ich trag’s mit Fassung). Birnenförmig (u. a. für Brüste), Birnenrost (Rostpilze), Glühbirne (nach der Birnenform, vgl. auch Heinz Erhardt "Die Birne"; auch Freundin, durchgebrannte Glühbirne = untreu gewordene Freundin). Hutzel (gedörrte Birne). Pflanzennamen: Birnengitterrost, Birnenmilchling (Reizker), Birnenmoos, Erdbirne/Grundbirne (Kartoffel).
Sprüche: Mit deinen Knochen schmeiße ich noch Birnen vom Baum (ich werde dich überleben). Vergleiche: "Den Ruhm kann man den Winterbirnen vergleichen, die im Sommer wachsen, aber im Winter genossen werden" (Arthur Schopenhauer).



Birne: Schimpfworte: Birne (Kopf), birnenköpfig (bereits bei Aristophanes, Spitzname des französischen Königs Louis Philippe und des ehem. Bundeskanzlers Kohl). Abrissbirne ("Helmut Kohl nach der Spendengeschichte" K. de Rottwinkel), Hohlbirne (unmögliche Frau), Matschbirne, weiche Birne (dumm sein. Boxen: Hier riecht's so nach Obst, du hast wohl eine weiche Birne. Hinter einer rauen Schale verbirgt sich oft eine weiche Birne). Hutzelweib (verhutzelt, alte runzlige Frau), Hutzelmännlein (dito für den Mann).



Birne: Kindermund:
"Kaum zu glauben,
Am Birnbaum wachsen Trauben."

Spannenlanger Hansel,
nudeldicke Dirn,
gehen wir in den Garten,
schütteln wir die Birn!"

"Am Brunnen vor dem Tore,
da steht ein Birnenbaum,
er trägt so süße Äpfel,
die Birnen sieht man kaum."



Birne: Im Gedicht: S. auch Bohne, Wespe. Wilhelm Busch "Die Freunde". Theodor Fontane "Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland". Günter Grass "Kein Apfel". August Heinrich Hoffmann von Fallersleben "Der Birnenschmaus". Karl Krolow "Pomologische Gedichte. III. Birnen". Friedrich von Logau "Große Birnen". Georg von der Vring "Birn und Apfel" und "Birnenwiese".
Im Film/Filmtitel: "Birnenkuchen mit Lavendel" (2015). "Zum Nachtisch weiche Birne" (1935).
In der Malerei: u. a. Honoré Daumier "Kopf des französischen Königs Louis Philippe" (Graphik). Albrecht Dürer "Maria mit der Birne" (Kupferstich 1511). Klimt, Gustav "Der Birnbaum" . Pablo Picasso "Frau mit Birnen" (1909).
Lied: "Äpfel, Birnen und Spinat". "Apfel, Birne, Pflaume".



Birnen : s. auch Birne



Blasius (hl.): Der Heilige wird als Viehpatron angerufen und gilt auch als Wetterprophet. Er soll einen Knaben, der eine Fischgräte verschluckt hatte, vor dem Ersticken gerettet haben. Seitdem hilft der Blasiussegen gegen Halskrankheiten.



Blatt: Phyllomantie bedeutet Wahrsagen mithilfe von Blättern, z.B. im antiken Klatschmohnorakel.
Redensarten: Blätter in den Wald tragen (Unnützes tun). Das Blatt hat sich gewendet (vom Blatt der Silberpappel oder aus dem Kartenspiel. Abraham a Sancta Clara: "Wenn das Blättlein sich wendet, / Und der Wohlstand sich endet"). Das steht auf einem anderen Blatt (von Buchseite). Gutes Blatt (im Kartenspiel. Gut Blatt! (Skatspielergruß). Herzblatt. Sich kein Blatt vor den Mund nehmen (rücksichtslos seine Meinung sagen)"Im Herbst pflegt der Sommer kein Blatt mehr vor den Mund zu nehmen" Werner Mitsch. "Manches Großmaul nimmt schon deshalb kein Blatt vor den Mund, weil es so große Blätter gar nicht gibt". Wenn man ein Brett vor dem Kopf hat, braucht man kein Blatt mehr vor den Mund zu nehmen).



Blatt: Redensarten: Unbeschriebenes Blatt (bereits bei Aristoteles): "Die alte Jungfer ist das ewig unbeschriebene Blatt der Liebe" (Richard Breckner). "Wer sich für ein unbeschriebenes Blatt hält, kennt seine Stasi-Akte noch nicht" (Manfred Strahl). "Er schrieb seine Memoiren, weil er kein unbeschriebenes Blatt sein wollte" (Walter Richter). "Bei der Geburt ist der Mensch ein unbeschriebenes Blatt; die Kritzeleien beginnen erst später" (anonym). Vom Blatt spielen (z.B. beim Klavierspiel; u. a. Geschlechtsverkehr nach den Anweisungen eines Aufklärungsbuchs). Wie ein Blatt im Wind.



Blatt: Blatt (Schulterstück; Blattschuss: Schuss im Schulterbereich, flaches Ende des Ruders, Spielkarten: alles auf ein Blatt setzen). Blattaluminium (Folie), Blattbräune (Pflanzenkrankheit, Blätterteig (Gebäck). Blattgold (dünn ausgewalztes Gold), Blattgrün (Chlorophyll), Blattrollkrankheit. Entblättern (die Kleider ausziehen, verführen), Löschblatt (auch Regelbinde), Ruhmesblatt.
Tiernamen: Blatthornkäfer, Blattkäfer, Blattrandkäfer, Blattsauger, Blattschneiderameise, Blattschneiderbiene, Blattschwanzgecko, Blattsteigerfrosch, Blatttütenmotte, Blattwespe. Pflanzennamen: Blätterpilz (Pilz mit Lamellen, z.B. der Knollenblätterpilz), Blätterkohl, Blattflechten, Blatttang (Alge).



Blatt: Blatt Papier, blättern, hinblättern (z. B. Geld), umblättern (z.B. eine Buchseite). Titelblatt (u. a. Gesicht). Blätter ... (Titel von Periodika), Feuilleton ("Blättchen"). Blätterwald (Gesamtheit der Presse. Es rauscht im Blätterwald), Käseblatt (unbedeutende Zeitung; gut geeignet zum Einwickeln von Käse), Leib- und Magenblatt (Lieblingszeitung), Revolverblatt, Schmierblatt, Schmutzblatt, Schweineblatt (Skandalzeitung). Feigenblatt (u. a. Badehose, Mini-Slip, Regelbinde. Die Mode entstand, als Eva beschloss, ihr Feigenblatt zu verkleinern.), Kalenderblatt, Sägeblatt, Zifferblatt (Uhr). Blattscheißer (Reporter, Journalist, Schriftsteller). Extrablätter (Toilettenpapier). Vom Blatt singen.



Blatt: Sprichwörter: Dem Furchtsamen rascheln alle Blätter. "Der Herbst ist ein zweiter Frühling, wo jedes Blatt zur Blüte wird" (Albert Camus). Ein abgefallenes Blatt kehrt nicht zum Baum zurück (Rhodesien). Ein einziges Blättchen Erfahrung ist mehr wert als ein ganzer Baum voll guter Ratschläge (Litauen). Fallende Blätter kehren zu ihren Wurzeln zurück (China). Wetterregel (15. Juni): "St. Veit / Legt sich das Blatt Seit auf Seit."
Sprüche: "Das Blatt, auf dem die Raupe lebt, ist für sie eine Welt, ein unendlicher Raum" (Ludwig Feuerbach). "Ich kann mir kein Blatt am Baum anschauen, ohne vom Universum erdrückt zu werden" (Jules Renard). Laubsägen ist überflüssig, im Herbst fallen die Blätter ganz alleine von den Bäumen. "Wüsst' ich genau, wie dies Blatt aus seinem Zweige herauskam, / Schwieg ich auf ewige Zeit still: denn ich wüsste genug" (Hugo von Hofmannsthal).



Blatt: Vergleiche: "Das Herz einer leichtlebigen Frau gleicht der Rose, von der jeder Liebhaber ein Blatt abreißt. Dem Gatten bleibt nur der Dorn" (Madeleine Sophie Arnould). "Die Baumblätter zittern wie Augenlieder vor Lust der Umarmung, bis sich endlich die Zweige vor dem Winde ausstrecken" (Jean Paul). "Ein Diplomat ist ein Mensch, der keinen Mund vor das Blatt nimmt" (Manfred Schmidt). "Gleichwie die Blätter am Baume, so sind die Geschlechter der Menschen" (Homer). "Das Leben und die Träume sind Blätter ein und des nämlichen Baumes" (Arthur Schopenhauer). "Wie ein Blatt vom Baume fällt, / so fällt ein Mensch aus seiner Welt, / die Vögel singen weiter" (Matthias Claudius).



Blatt: In der Literatur: André Gide "Herbstblätter" (1950).
Im Gedicht: Otto Julius Bierbaum "Das grüne Blatt " und "Im Blätterfall". Max Dauthendey "Ein altes Herbstblatt fliegt im Acker auf" und "Ein jedes Blatt zur Erde will". Cäsar Flaischlen "Laub am Boden". Johann Wolfgang von Goethe "Kleine Blumen, kleine Blätter". Martin Greif "Das erste welke Blatt". Anastasius Grün "Das Blatt im Buche". Otto Erich Hartleben "Das welke Blatt" und "Herbstblatt". Hermann Hesse "Das treibende Blatt" und "Welkes Blatt". Ernst Jünger "Blätter und Steine" (1942). Nikolaus Lenau "Das dürre Blatt". Hermann Löns "Ein welkes Blatt". Novalis "An ein fallendes Blatt". "Es weht der Wind ein Blatt vom Baum ..." und "Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde ..."
(Rainer Maria Rilke "Herbst")



Blatt im Gedicht: Dante Gabriel Rossetti "The Leaf". Friedrich Rückert "Sind es abgefallne gelbe Blätter…" Georg von der Vring "Fliegt, ihr Blätter".

"Ein Blatt aus sommerlichen Tagen,
Ich nahm es so im Wandern mit,
Auf dass es einst mir möge sagen,
Wie laut die Nachtigall geschlagen,
Wie grün der Wald, den ich durchschritt."
(Theodor Storm "Ein grünes Blatt")



Blatt: Im Film/Filmtitel: u. a. "Andrea – Wie ein Blatt auf nackter Haut" (1967 Sexfilm). "Blatt und Blüte – Die Erbschaft" (2003/04). "Das letzte Blatt" (1952). "Das weiße Blatt" (1994). "Ein Blatt aus dem Buche des Lebens" (1907). "Ein Blatt im Sturm … Doch das Schicksal hat es verweht" (1917). "Ein Blatt Liebe" (1985). "Ein Blatt Papier" (1916). "Ein unbeschriebenes Blatt" (1959 TV-Film). "Weißes Blatt" (1991). "Wie ein Blatt im Wind" (1988).
In der Musik: Robert Schumann "Bunte Blätter". Schlager: "Autum leaves" (Nat King Cole). "The green leaves of summer" (Aus: The Alamo). "Wie ein Buch im Blatt der Zeit".



Blätter: s. auch Blatt



Blattlaus: Sie kann beides, sich geschlechtlich und ungeschlechtlich fortpflanzen. Das biblische Manna ("Man hu" – "Was ist das?", fragten die Juden, als sie es zum ersten Mal sahen) besteht aus dem süßen Sekret von Blattläusen, das wie Reif auf den Sträuchern lag.
Sprüche: "Wem Mutter Natur ein Gärtchen gibt und Rosen, dem gibt sie auch Raupen und Blattläuse, damit er's verlernt, sich über Kleinigkeiten zu entrüsten" (Wilhelm Busch).
Schimpfworte: Blattlaus (Journalistin)
Im Film /Filmtitel: u. a. "Die Blattlaus" (1991). "Willi, der Blattlauskönig". Schlager: "Blattlaus".



Blattläuse: s. auch Blattlaus



Blaukraut: Zungenbrecher: Blaukraut bleibt Blaukraut und Brautkleid bleibt Brautkleid.



Blindschleiche: Sie wurde mit "Blindheit" geschlagen, weil sie die Muttergottes mit einem Biss bedroht haben soll. Man hat sie immer wieder als Schlange angesehen und daher als Unheil verkündend und giftig gefürchtet. Aber auch Zauberkräfte sprach man ihr zu. Geräuchert konnte man sie als Zauberstab verwenden. Nachtigall und Blindschleiche sollen ursprünglich jeder ein Auge gehabt haben. Eines Tages hat sich die Nachtigall für eine Hochzeitsfeier das Auge der Blindschleiche ausgeliehen, es ihr aber nicht mehr zurückgegeben, ja sie später sogar verspottet:
"Ich bau mein Nest auf jene Linden,
so hoch, so hoch, so hoch, so hoch,
da magst du's nimmermehr finden."



Blindschleiche: Sie ist keine Schlange, sondern eine Eidechsenart. Ihr Name hat mit blind nichts zu tun: Er kommt aus dem althochdeutschen "plintsliche" ("blendender Schleicher" nach der bleiglänzenden Haut des Tieres).
Vergleiche: "Die Sozialdemokraten sind nicht mehr die Blindgänger, sondern die Blindschleichen der sozialen Marktwirtschaft: Sie wollen sich in dem von uns Geschaffenen warm einnisten" (Ludwig Erhard).
Schimpfworte: Blindschleiche (Frau, die schlecht sieht, Brillenträgerin).
Im Gedicht: Ringelnatz "An einem Teiche / Schlich eine Schleiche, / Eine Blindschleiche sogar ..." und "Blindschl" ("Ich hatte einmal eine Liebschaft mit / Einer Blindschleiche angefangen …") Eugen Roth "Tierleben für jung und alt" (1973).
Lied: "Ein Storch spazierte einst am Teiche / Da fand er eine blinde Schleiche".



Blindschleichen: s. auch Blindschleiche



Blitz: s. Gewitter



Blume: "Das Lächeln der Erde" (Ralph Waldo Emerson).
Sinnbild für Schönheit und Reinheit (Heinrich Heine "Du bist wie eine Blume ...") Die Blume des Jahres gibt es seit 1980.
Blumen wurden von der Landbevölkerung als Barometer benutzt: Sind die Blüten morgens zwischen 6 und 7 Uhr geöffnet, ist ein sonniger Tag zu erwarten; sind sie nach 7 Uhr noch geschlossen, wird es Regen geben.
Folgende Pflanzen öffnen ihre Blüten, wenn schönes Wetter bevorsteht: Anemone, Silberdistel.
Richten ihre Blüten nach der Sonne: Junge Sonnenblumen.
Schließen ihre Blüten vor dem Regen: Silberdistel, Ringelblume, weiße Akazie, Vogelmiere, Zaunwinde.
Schließen ihre Blätter: Sauerklee, Tomaten, Bohne, Gurke, Bibernelle.
Duftet stark, wenn es regnet: Labkraut.



Blume: Redensarten: Bunt wie ein Blumenbeet. Damit ist kein Blumentopf zu gewinnen (früher Schießbudentrostpreis auf dem Jahrmarkt). Danke für die Blumen! Etwas durch die Blume sagen (vorsichtig sagen. "Wer etwas durch die Blume sagen will, darf keine zu heikle wählen, sonst verwelkt sie, ehe es gesagt ist" Emil Baschnonga. Gärtner sind Männer, mit denen man durch die Blume reden kann. Gegensatz: unverblümt). Lasst Blumen sprechen (Werbeslogan). Verblümt, unverblümt. Vielen Dank für die Blumen! Blümchenkaffee (dünner Kaffe, bei dem man das Blümchenmuster auf dem Grund der Tasse sieht). Von allen Blumen naschen (es mit jeder Frau versuchen). Blumen aus der Flasche (Parfüm), Blumenbeet: "Ein kleines, meist rechteckiges Stück Land, wo ständig die Bälle der Nachbarskinder landen" (E. G. Tange).



Blume: Namengebend: Blume (Bierschaum, Weinduft , der kurze weiße Schwanz des Hasen Jägersprache), "Blume" (Name des Stinktiers in Walt Disneys "Bambi"-Film). Blumenkind (kleines Kind, das bei der Hochzeit vor dem Brautpaar Blumen ausstreut), Blumenkinder (Flower children, Hippies, benannt nach dem Blumenschmuck in ihren Haaren. Flower-Power-Generation). Blumenlese (Textauswahl, "Anthologie", "Florilegium"), Blumenorden (Pegnesischer Blumenorden), blumenreich (ausschweifend erzählen). Blumenstück (Blumendarstellung in der Malerei). Blumenuhr (aus verschiedenen Blumen, deren geöffnete Blüten die Zeit anzeigen. Carl von Linnés Blumenuhr). Blaue Blume der Romantik ("Er sah nichts als die blaue Blume und betrachtete sie lange mit unnennbarer Zärtlichkeit" Novalis). "Ritter der Blauen Blume, die ihr Bier erbrechen" (Charles de Gaulle über die Deutschen). Blümerant (unwohl, schwindlig. Kommt nicht von Blume, sondern von "bleu mourant" d.h. "sterbendblau"!) Floskel (lateinisch: die Redeblume). Eisblume (vgl. auch Werner Bergengruen "Die Eisblumen" und Otto Julius Bierbaum "Eisblumen zu Weihnachten"), geblümt (mit geblümten Worten). Kreuzblume (Pflanze, Architekturform). Tiernamen: Blumenfliege, Blumentiere (Korallentiere), Blumenwanzen. Pflanzennamen: Blumenbinse, Blumenkohl, Blumenkresse, Blumenrohr (Canna)



Blume: Sprichwörter: Die Blumen riechen dem Armen wie dem Reichen. Ein Verliebter betrachtet eine Blume mit anderen Augen als ein Kamel (Ägypten). Ein verliebter Alter ist wie eine Blume im Winter (Portugal). Eine schöne Blume steht nicht lange am Weg. Glück, das ist in beiden Händen Blumen halten (Japan). Nicht die Blumen und Bäume, nur der Garten ist unser Eigentum (China). Schönen Blumen und Frauen / darf man nicht bis morgen trauen. Wenn der April die Blume hervorbringt, ist es der Mai, der sich damit brüstet (Italien). Wer mit Blumen handelt, sagt, dass sie alle duften (China). Wohltaten sind wie frische Blumen (England).



Blume: Sprüche: Blumen, die nicht wachsen, nennt man Wachsblumen ("Sprüchekalender"). "Blumen sind an jedem Weg zu finden, / doch nicht jeder weiß, den Kranz zu winden" (Anastasius Grün). "Blüht eine Blume, zeigt sie uns die Schönheit. Blüht sie nicht, lehrt sie uns die Hoffnung" (Chao-Hsiu Chen). "Den Kontakt mit Blumen zu verlieren … ist die schlimmste Form der Vereinsamung" (Albert Camus). "Der Blütenkelch einer Winde vor meinem Fenster befriedigt mich tiefgreifender als die Metaphysik von Büchern" (Walt Whitman). "Der Sturm, der den stärksten Stamm bricht, kann den zartesten Blümchen nichts anhaben" (Nikolaus Lenau).



Blume: Sprüche: "Die Blume lebt und liebt und redet eine wunderbare Sprache" (Peter Rosegger). Die einzige Blume, die auf Beton wächst, ist die Neurose (Sprüchekalender). "Die Freude, die wir an den Blumen haben, das ist noch ordentlich vom Paradiese her" (Philipp Otto Runge). "Drei Dinge sind uns aus dem Paradies geblieben: die Sterne der Nacht, die Blumen des Tages und die Augen der Kinder" (Dante Alighieri). "Düfte sind die Gefühle der Blumen" (Heinrich Heine).



Blume: Sprüche: "Für Kritiker zu schreiben lohnt sich nicht, wie es sich nicht lohnt, denjenigen Blumen riechen zu lassen, der einen Schnupfen hat" (Anton Pawlowitsch Tschechow). "Gepflückte Blumen haben etwa von gefangenen Fischen" (Peter Handke). "Ich habe heute ein paar Blumen nicht gepflückt, um dir ihr – Leben mitzubringen" (Christian Morgenstern). "Jeder Geruch einer Blume stimmt mich auf meinem Schreibtisch poetisch" (Jean Paul). "Lasst hundert Blumen blühen!" (nach Mao Zedong). Schenkt euch Blumen während des Lebens, / auf den Gräbern sind sie vergebens. "Sobald der Mensch erschienen ist, sind alsogleich die Blumen erschienen" (Buch Sohar). Wenn Ehemänner Blumen nach Hause bringen, tun sie es meist, um ein fremdes Parfum zu verbergen (Ingrid van Bergen). Um eine Blume zu pflücken, braucht man nicht ins Gras zu beißen. "Wenn ich verliere, lassen die Leute an den Blumen, die sie mir zuwerfen, die Töpfe dran" (Otto Rehagel). "Wo Blumen blühen, lächelt die Welt" (Ralph Waldo Emerson).



Blume: Vergleiche: "Blumen sind die Liebesgedanken der Natur" (Bettina von Arnim). "Blumen sind die schönen Worte und die Hieroglyphen der Natur, mit denen sie uns andeutet, wie lieb sie uns hat" (Johann Wolfgang von Goethe). "Der positive Glaube ist die Blume, woraus die Biene ihren Honig, die Wespe ihr Gift holt" ("Fliegende Blätter"). "Des Menschenleben ist gleich einer Blume" (Maria Sibylla Merian). "Die Blume ist das Lächeln der Pflanze" (Peter Hille). "Die ganze Natur ist Sprache, die Blume ist ein Wort, ein Ausdruck, ein Seufzer ihrer vollen Brust" (Bettina von Arnim). "Die Liebe ist eine köstliche Blume, aber man muss den Mut haben, sie am grausigen Rand des Abgrunds zu pflücken" (Stendhal). "Die Normalität ist eine gepflasterte Straße; man kann gut darauf gehen – doch es wachsen keine Blumen auf ihr" (Vincent van Gogh).



Blume: Vergleiche: "Ein Pessimist ist ein Mensch, der sofort nach dem Sarg Ausschau hält, wenn er Blumen gerochen hat" (Henry Louis Mencken). "Ein vergiftet Gemüt saugt Gift aus den süßesten Blumen" (Jeremias Gotthelf). "Eine Frau ohne Geheimnisse ist wie ein Blume ohne Duft" (Maurice Chevalier). "Es gibt eine schöne Offenheit, die sich öffnet wie die Blume, nur um zu duften" (Friedrich Schlegel). "Farben sind das Lächeln der Natur und Blumen sind ihr Lachen" (James Henry). "Prozesse sind Blumen, die am üppigsten auf den Gräbern reicher Leute blühen" (Johann Nepomuk Nestroy). "Vorurteile sind wie ein Blumenstrauß, den man wenigstens von Zeit zu Zeit neu arrangieren sollte" (Luther Burbank). "Wie die Blume des Feldes bin ich rasch aufgegangen und wieder abgerissen worden" (Plautus).



Blume: Schimpfworte: Blümchen (Klitoris), ein Blümchen ausrupfen (ein Mädchen entjungfern), Blümchenpflücker ("Weicheilexikon"), Mauerblümchen (engl. wallflower. Mädchen, das unbeachtet an der Mauer steht und nicht zum Tanz aufgefordert wird. "Was nützt es dir, ein dummes, hässliches Mauerblümchen zu sein, wenn du dabei nicht glücklich bist?" G. Drews). Blümchen/Kräutlein Rührmichnichtan (Waldspringkraut, vom lateinischen "Noli me tangere"). Venusblümchen (Knutschfleck).



Blume: In der Literatur:
"Und sind die Blumen abgeblüht,
so brecht der Äpfel goldne Bälle!
Hin ist die Zeit der Schwärmerei,
nun schätzet endlich das Reelle!"
(Theodor Storm)

Johann Gottfried Herder "Alte Fabeln mit neuer Anwendung". Hans Christian Andersen "Meine Blumenmärchen". Waldemar Bonsels "Himmelsvolk. Ein Märchen von Blumen, Tieren und Gott". Wolfgang Borchert "Die traurigen Geranien". Pedro Calderón de la Barca "Die Schärpe und die Blume" (Lustspiel). John Galsworthy "The dark flower" (1913, dt. "Die dunkle Blume" 1926). Manfred Hausmann "Blumenstück" (1948). Francis Jammes "Von Blumen und jungen Mädchen". August von Kotzebue "Clios Blumenkörbchen" (1811). Maurice Maeterlinck "Die Intelligenz der Blumen" 1907. Jean Paul "Die Blumen auf dem Sarge einer Jungfrau". Rosamunde Pilcher "Blumen im Regen" (auch TV-Film 2001). "Raumschiff Enterprise XXIII. Planet der blauen Blumen" (Science Fiktion). Luise Rinser "Ein Bündel weißer Narzissen" (1956). Christoph von Schmid "Das Blumenkörbchen". Ruth Schaumann "Die Blumen" (1945). Friedrich Schnack u. a. "Blumen, die man liebt und schenkt" (1968) und "Sibylle und die Feldblumen (1937). Arthur Schnitzler "Blumen" (1894). Adalbert Stifter "Feldblumen" (1840). Heinrich Zschokke "Feldblumen".



Blume: Im Gedicht: Ernst Moritz Arndt u. a. "Die Blumen" und "Blumengespräch". Achim von Arnim "Abschied. An das Mädchen zur Erklärung einer Blume" und "Blumen". Charles Baudelaire "Die Blumen des Bösen" 1857. Gottfried Benn u. a. "Anemone" und "Levkoienwelle". Rudolf G. Binding "Mit Blumen" und "Blumen und Frauen". Rudolf Borchardt "Die gelbe Kaiserkrone". "Mit Margriten". Bertolt Brecht "Der Blumengarten". Clemens Brentano u. a.:
"Ich wollt' ein Sträußlein binden,
Da kam die dunkle Nacht,
Kein Blümlein war zu finden,
Sonst hätt' ich dir's gebracht ..."
und "Die Jungfrau und die Blumen".



Blume: Im Gedicht: Georg Britting "Blumen". Gottfried August Bürger "Das Blümchen Wunderhold". Wilhelm Busch "Sie war ein Blümlein". Pedro Calderón de la Barca "Die Blumen". Hans Carossa "Wolke und Blume". Adelbert von Chamisso "Frühling". Samuel Taylor Coleridge "The Faded Flower". Felix Dahn "Blumen-Worte" und "Blumenbilder in Sprüchen" (u. a. Chrysantheme, Reseda, Anemone, Alpenrose). Max Dauthendey u. a. "Drinnen im Strauß" und "Jasmin". Richard Dehmel u. a. "Aurikelchen" und "Narzissen". Heinz Erhardt "Das Blümchen". Paul Fleming "Von den Blumen". Theodor Fontane "Die Blumen des Waldes" und "Unter grasbedeckten Wiesen". Ferdinand Freiligrath u. a. "Die arme Blume" und "Der Blumen Rache" (Ballade). Peter Gan "Auf eine Euphorbie". Théophile Gautier "Bretonische Fischer im Sturm". Stefan George: "Blumen" (in "Erinnerungen an einige Abende innerer Geselligkeit"). Salomon Geßner "Idyllen. Der Blumenstrauß". Johann Wilhelm Ludwig Gleim "An der Doris Blumenbeet". Albrecht Goes "Chrysanthemen" und "Die Hungerblume".



Blume: Im Gedicht: Johann Wolfgang von Goethe u. a "Das Blümlein Wunderschön" (Ballade) und "Gefunden". Martin Greif u. a. "Die schöne Blumenverkäuferin" und "Blumen am Wege". Catharina Regina von Greiffenberg "Über die Blumen". Friedrich Güll "Die vielen Blumen". Friedrich von Hagedorn "Der Blumenkranz". Thomas Hardy "The Last Chrysanthemum". Georg Philipp Harsdörffer "Betrachtung der Maienblumen". Gerhart Hauptmann "Die blaue Blume". Manfred Hausmann u. a. "Windenblüte" und "Zinnien". Friedrich Hebbel "Ein Bild aus Reichenau". Heinrich Heine u. a. "Du bist wie eine Blume ..." (vertont von Robert Schumann) und "In Vaters Garten heimlich …"

"Es ist ein schöner Tag!
Überall wie holde Wunder,
blühen hervor die Blumen
und auch mein Herz will
wieder blühen"
(Heinrich Heine).



Blume: Im Gedicht: Wilhelm Heinse "Der Blumenkranz". Bernt von Heiseler "Auf einen Rittersporn" und "Glyzinie". Johann Gottfried Herder u. a. "Die Blume" (aus dem Orient) und "Meine Blume". Robert Herrick "To daffodils". Hermann Hesse u. a. "Blume, Baum, Vogel" und "Levkojen und Reseden". August Heinrich Hoffmann von Fallersleben u. a. "Der Blumen Bitte" und "Von meinem Blümchen". Hugo von Hofmannsthal "Kleine Blumen …" Ludwig Christoph Heinrich Hölty "An einen Blumengarten" und "Blumenlied". Arno Holz "Am andern Morgen ist der Biela krank" und "Tagebuchblätter". Johann Georg Jacobi "Bei Übersendung einiger Blumenstöcke im März" und "In den Blumenkorb einer Gärtnerin". Ernst Jandl "12 blumenbein". Friedrich Georg Jünger u. a. "Anemonen" und "Traubenhyazinthen". Abraham Gotthelf Kästner "An ein Frauenzimmer, das Blumen aus meinem Garten verlangte". Friederike Kempner u. a. "Das rote Blümlein" und "Holdes Blümlein, du willst nützen". Sarah Kirsch "Kuckuckslichtnelken".



Blume: Im Gedicht: Klabund "Blumentag" und "Das Blumenschiff" (Nachdichtung chinesischer Lyrik 1921). Theodor Körner "Das Wunderblümchen". Nikolaus Lenau "Bei Übersendung eines Straußes". Detlev von Liliencron u. a. "Aurikel", "Blümekens" und "Hyazinthen". Henry Wadsworth Longfellow "Flowers". Hermann Löns u. a. "Männertreu", "Tausendschönchen" und "Totenblumen". Friedrich von Matthisson "An einen Busenstrauß". Max Mell "Mit einer Blume". Agnes Miegel "Die Blume der Götter" (1949). Christian Morgenstern "Tapetenblume". Eduard Mörike "Auf eine Christblume". Novalis "Blumen". Rainer Maria Rilke "Blaue Hortensie" und "Rosa Hortensie". Alexander Puschkin "Die Blume". Rainer Maria Rilke "Siehe die Blumen". Joachim Ringelnatz "Fresia". Johann Rist u. a. "Blumen des Gartens" und "An eine Blume":
"Dass der Himmel dich schön geschmücket,
Dass die Sonne dein Kleid gesticket,
Dass du prangest vor Gold und Seiden,
Kann mein Röschen gerne leiden ..."



Blume: Im Gedicht: Dante Gabriel Rossetti "The Honeysuckle". Eugen Roth "Durch die Blume" und "Blumen". Friedrich Rückert u. a. "Auf die Narzisse", "Die Narzissen", "Der Goldlack", "Klematis" und "Mit einem Exemplar der Amaryllis". Ferdinand von Saar "Die Blumen der Armut" und "Die Malven". Adolf Friedrich von Schack "An eine Alpenrose". Oda Schaefer "Calla", "Immortelle", "Jasmin" und "Wildes Geißblatt". Joseph Viktor von Scheffel "Waldeinsamkeit. 6. Einsame Blumen". Friedrich Schiller u. a. „Xenien und Votivtafeln. Geranium. Ranunkeln" und „Meine Blumen". August Wilhelm Schlegel „Variationen. I". Friedrich Schlegel „Die Blumen". Ina Seidel „Phlox" und „Herbstritornelle". Percy Busshey Shelley „The Sensitive Plant". Theodor Storm „Blumen" und „Hyazinthen". Ludwig Tieck u. a. „Die Blumen" und „Feldblumen". Ludwig Uhland „Der Blumenstrauß" und „Die Malve". Karl Valentin:
„Zwei Knaben pflückten im Felde Blumen,
Da ist der Aufseher gekummen;
Der hat die Blumen ihnen g'nummen,
Da sind ihnen Tränen 'runtergrunnen."



Blume: Im Gedicht: Georg von der Vring u. a. „Akelei und Fuchsia", „Amaryllis", „An eine Hyazinthe", „Atem" (Narzissen), „Aurikeln und Viole", „Bei einer Hyazinthe", „Das Blau des Rittersporn", „Das Blumenbuch", „Die weiße Winde", „Gartengesänge 1" (Rittersporn), „Geranie", „Gladiole", „Iris bei Nacht", „Iris nach dem Regen", „Phlox", „Rote Anemone" und „Syringe". Karl Heinrich Waggerl „Heiteres Herbarium. Blumen und Verse" (1950, u. a. Hungerblümchen, Krokus, Rührmichnichtan, Rittersporn, Seidelbast). Walther von der Vogelweide „Winterlich Stürmen die Welt nun bezwang …" Josef Weinheber „Christblume". Franz Werfel „Die Winde". Marianne von Willemer „Mit einem zierlichst aufgetrockneten Blumenkranze". William Wordsworth "A Flower Garden", "The daffodils" (deutsch "Narzissen") und "To the Small Celandine". Stefan Zweig "Blumen".
Im Märchen: Hans Christian Andersen "Die Blumen der kleinen Ida". Brüder Grimm "Rätselmärchen" ("Drei Frauen waren verwandelt in Blumen, die auf dem Felde standen ...")



Blume: Im Film u. a. "Bergblume" (1921). "Bitte, lasst die Blumen leben" (1968). "Blumen aus Nizza" (1936). "Blumen für den Mörder" ("Der Schnapper" TV-Film 1997). "Blumen und Bäume" (1931, von Walt Disney). "Blumengarten für Kinder" (1981). "Blumengedicht" (1967). "Brennende Blumen" (1985). "Das Blumenmädchen vom …" (1922 Serie). "Das Blumenmädchen" (1972). "Das "Blumenwunder" (1925). "Das Geheimnis der gelben Narzissen" (Edgar Wallace 1961). "Das scharlachrote Blümchen" (Märchenfilm 1991). "Der Mann, der die Blumen liebte" (1983). "Der Täter schickte Blumen" (1983 TV-Serie "Derrick"). "Der Wachsblumenstrauß" (1963). "Die Blumenfrau vom Potsdamer Platz" (1925). "Die Blumenfrau von Lindenau" (1931). "Die feuerrote Blume" (1978). "Die steinerne Blume" (1946). "Die Wirkung von Gammastrahlen auf Ringelblumen" (1972 Drama). "Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran"(2003). "Pygmalion (Der Roman eines Blumenmädchens" (1938). "Wüstenblume" (2009).



Blume: Filmtitel: "Als die Blumen Trauer trugen" (TV-Serie "Der Kommissar" 1971). "Black Narcissus – Die schwarze Narzisse" (1947). "Blumen im Regen" (TV-Film 2001 Rosamunde Pilcher). "Blume im Schnee" (1960). "Blumen aus einer anderen Welt" (1999). "Blumen der Nacht" (1979, 1987). "Blumen des Bösen" (1972 "Columbo"). "Blumen des Schreckens" (1962). "Blumen des Todes" (1996 TV-Serie "Der Alte"). "Blumen für den Mann im Mond" (1975 Kinderfilm). "Blumen für die Angeklagte" (1960). "Blumen für Polt" (TV-Krimi 2001). "Blumen lieben oben" (1999). "Blumen lügen nicht" (1999). "Blumen ohne Duft" (1970). "Blumen vom Ex" (1998). "Blumen von der Bestie" (TV-Serie "Die rote Meile"). "Blumengrüße aus Entenhausen" (Zeichentrickfilm 1990). "Blüten, Blumen, Kränze" (1984). "Broken flowers" (2005). "Danke für die Blumen" (1988). "Das Geheimnis der roten Blume" (1965). "Das Lied von der glutroten Blume" (1919). "Das Lied von der roten Blume" (1956). "Dem Täter auf der Spur – Ohne Kranz und Blumen" (1972). "Die blaue Blume" (1993)



Blume: Filmtitel: "Die Blume auf dem Stein" (1962). "Die Blume der Hausfrau" (1998). "Die Blume der Nacht" (1955). "Die Blume des Bösen" (2002/03). "Die Blume des Bösen" (TV-Serie "Tatort" 2006). "Die Blumen für den Mörder" (1994 TV-Serie "Die Kommissarin"). "Die scharlachrote Blume" (1934). "Die Sumpfblume" (1913). "Die weiße Blume des Vergessens" (1945/46). "Die wilde Blume" (1915). "Die Winterblume" (1966). "Einfach Blumen aufs Dach" (1979). "Heimweh … dort wo die Blumen blühn" (1957). "Insel der Blumen" (1989). "Keine Blumen für O’Hara" (1941). "Kommissarin Lucas – Die blaue Blume" (2003). "Leidenschaftliche Blümchen" (1978). "Liebe lässt alle Blumen blühen" (1983). "Ohne Kranz und Blumen" (1972). "Ringelblumen im August" (1980). "Schick mir keine Blumen" (1964 mit Doris Day und Rock Hudson). "Tote im Narzissenfeld" (TV-Serie "Stockinger" 1995). "Totenblumen" (1995 TV-Serie "Für alle Fälle Stefanie"). "Und schon fliegt die dünne Blume weg" (1962). "Weiße Blumen für die Toten" (1976).



Blume: In der Malerei: S. auch Blume: u. a.. Jan Bruegel d. Ä. erhielt den Beinamen "Blumen-Bruegel". Paul Cézanne "Blumen" (um 1900) und "Herbstblumen" (1880). Marc Chagall u. a. "Der Blumenstrauß, der den Himmel erleuchtet" (1958) und "Blumenstrauß mit Liebespaar und Geiger" (1928). Lovis Corinth u. a. "Blumenstrauß" (1917) und "Korb mit Blumen" (1918). Gustave Courbet "Blumenstillleben" (1863). Edgar Degas "Frau mit Chrysanthemen" (1865). Albrecht Dürer u. a. "Akelei", "Liebäugel", "Pfingstrose", "Ranunkel", "Schöllkraut", "Türkenbund" und "Wilder Lattich" (Zeichnungen). Paul Gauguin "Die Frau mit der Blume" (1891). Vincent van Gogh "Iris" (1889) und "Still-Leben mit roten Gladiolen" (1886). Grandville "Die Seele der Blumen". Gustav Klimt "Blumengarten" (1905). Alfred Kubin "Die Wunderblume" (1905). Max Liebermann "Blumenterrasse im Wannseegarten nach Norden" (1928) und "Rote und weiße Blumen nach Südosten" (1927).



Blume: In der Malerei: August Macke "Spaziergang in Blumen" (1912). Henri Matisse u. a. "Blaue Vase mit Blumen auf blauem Tischtuch" (1913) und "Kapuzinerkresse und das Wandgemälde ‚Der Tanz’" (1912). Maria Sibylla Merian "Neues Blumen-Buch" (1680). Joan Miró "Der Blumenstängel stößt an den Mond" (1953). Claude Monet "Irisbeet in Monets Garten" (1900) und "Malvenstrauß" (1881/82). Emil Nolde "Blumengarten". Pablo Picasso "Hände mit Blumenstrauß" (1958). Odilon Redon "Blumen in einer Vase". Auguste Renoir u. a. "Blumen in einer Vase" (um 1866 und um 1869) , "Eine Hymne auf die Blumen" (1909) und "Geranien und Katzen" (1881). Peter Paul Rubens "Die Jungfrau im Blumenkranz". Georges Seurat "Blumen in einer Vase" (um 1880). Max Slevogt "Blumenstillleben" (1917). Hans Thoma "Feldblumenstrauß" (1872). Maurice de Vlaminck "Blumenstrauß" (um 1932).



Blume: In der Musik: "Die Sprache der Blumen" (Oper 1963). Giovanni Pierliugi Palestrina "I vaghi fiori". Sergei Prokofjew "Die steinerne Blume" (Ballett 1948). Robert Schumann "Waldszenen. Einsame Blumen". Richard Strauß "Weißer Jasmin" (Lied). Giuseppe Verdi "La Traviata. Von der Freude Blumenkränzen".
Im Lied: "Die Blümelein, sie schlafen". "Frühlingsblumen" (aus "Des Knaben Wunderhorn"). "Blumen für die Dame". "Ich ging im Walde so für mich hin" ("Gefunden" Text Johann Wolfgang von Goethe). "Meine Blümchen haben Durst". "Sag mir, wo die Blumen sind" (englisches Chanson, u. a. von Marlene Dietrich gesungen). Georg Kreisler "Blumengießen". "Und wüsstens die Blumen" (Rudolf Schock).
Lied: "Du bist wie eine Blume". "Ein Sträußchen am Hute". "Wie des Feldes Blumen sind Menschen".
Schlager: u. a. "Alle Blumen brauchen Sonne". "Alle Blumen wollen blühen". "Auf der Heide blüht ein kleines Blümelein". "Bitte Blumen statt harter Worte". "Bitte lasst die Blumen leben". "Blume von Hawaii. "Blumen aus Eis". "Blumen blühn für alle". "Blumen der Liebe". "Blumen des Lebens". "Blumen für die Dame". "Blumen für die Senora". "Blumen sind die schönste Sprache". "Danke für die Blumen". "Die blaue Blume". "Die Blume der Liebe". "Die Blumen der Heimat". "Dort, wo die Blumen blüh'n" ("Heimweh"). "Durch die Blume gesungen". "Ich schenk dir Blumen". "Jeder Zaun, jede Mauer wird aus Blumen sein." "Lasst alle Blumen blühen". "Petite Fleur" (1952 Chris Barber). "Sag mir, wo die Blumen sind" (1962 Marlene Dietrich. "Schenk mir Blumen jeden Tag." "Sie hatten Blumen in den Haaren". "Vielen Dank für die Blumen". "Where have all the flowers gone" (1962 The Kingston Trio).



Blume: S. auch Alpenveilchen, Aster, Blüte, Buschwindröschen, Butterblume, Edelweiß, Eisenhut, Enzian, Gänseblümchen, Glockenblume, Herbstzeitlose, Königskerze, Kornblume, Löwenmaul, Maiglöckchen, Mohn, Nelke, Rose, Schlüsselblume, Schneeglöckchen, Sonnenblume, Stiefmütterchen, Tulpe, Veilchen, Vergissmeinnicht



Blumen: s. auch Blume



Blumensprache: (Symbolik). Schon die alten Griechen sprachen den Blumen eine bestimmte Bedeutung zu. So ließ eine Blume im Ausschnitt auf Freundschaft, über dem Herzen auf Liebe hoffen. Die Bedeutungen wechselten im Lauf der Jahrhunderte.

Aster: Abwechslung.
Beifuß: Wiederkehrendes Glück.
Binse: Gefügigkeit.
Butterblume: Fröhlichkeit.
Efeu; Freundschaft und Treue.
Eichenlaube: Gastfreundschaft.
Farn: Aufrichtigkeit.
Flieder Demut.
Gänseblümchen: Unschuld.
Katzenpfötchen: Bestellung zum Rendezvous.
Lilie: Unschuld.
Lotus: Beredsamkeit.
Maiglöckchen: Kommende Freuden.
Malve: Anmut.
Margerite: Bitte um Geduld.
Orangenblüte: Keuschheit.
Passionsblume: Glaube.
Veilchen: Bescheidenheit und Demut.
Rose: Sie sendet vielfältige Botschaften, ob sie nun mit oder ohne Stacheln bzw.
Blättern übergeben wird, z.B. bedeutet sie Liebe.
Veilchen: Bescheidenheit und Demut.
Tausendgüldenkraut: Glückseligkeit.
Veilchen: Bescheidenheit, Demut, reine Gefühle.



Blumensprache: (Symbolik). Negative Eigenschaften:
Die Akelei weist auf Torheit hin.
Alraune: Aberglaube.
Anemone: Verlassenheit und Krankheit
Basilikum: Hass.
Butterblume: Langeweile.
Dahlie: Unbeständigkeit.
Distel: Menschenfeindlichkeit.
Mohn: Schlaf und Tod.
Glockenblume: Torheit.
Heidekraut: Einsamkeit.
Jasmin: Trennung.
Klette: Rohheit.
Knabenkraut: Irrtum.
Mistel: Bosheit.
Nelke (gelb): Verachtung.
Osterglocke: Begierde.
Ringelblume: Eifersucht.
Rose (gelb): Untreue.



Blumenuhr: Der schwedische Naturforscher Carl von Linné konnte mit einem Blick auf die von ihm konstruierte Blumenuhr im botanischen Garten von Uppsala die Zeit auf fünf Minuten genau bestimmen.
Zu der folgenden Zeit öffnen Pflanzen ihre Blüten:
6 Uhr: Zaunwinde, Taglilie.
7 Uhr: Weiße Seerose.
8 Uhr: Sumpfdotterblume, Habichtskraut.
9 Uhr: Ringelblume.
10 Uhr: Stockrose, Malve.
11 Uhr: Stern von Bethlehem.
12 Uhr: Mittagsblume.
18 Uhr: Nachtkerze.
Zu der folgenden Zeit schließen Pflanzen ihre Blüten:
12 Uhr: Bocksbart, Wegwarte.
13 Uhr: Pfingstnelke.
14 Uhr: Ringelblume.
15 Uhr: Kürbis.
16 Uhr: Zaunwinde.
17 Uhr: Weiße Seerose.
18 Uhr: Mohn.



Blüte:
"Wo immer du wandelst,
sollen Blüten sich öffnen,
und alle Dinge gedeihen,
auf die dein Auge fällt"
(Alexander Pope).

Redensarten: Aufblühen/verblühen/verwelken. Aus jeder Blüte Honig saugen (untreu sein, sich einen Vorteil verschaffen). Aussehen wie das blühende Leben. Jemandem blüht etwas. Seltsame/üppige/wunderliche Blüten treiben. Wie ein Schmetterling von einer Blüte/Blume zur anderen flattern (Schürzenjäger). Blüte/Blütezeit (Höhepunkt; z.B. die Blüte Roms. In der Blüte seiner Jahre/in voller Blüte stehen. Auch für Kindheit). "Blühende Landschaften" (leeres Versprechen, nach Helmut Kohl). Neues Leben blüht aus den Ruinen (Schönheitsoperation). Blütenlese (Anthologie, Brautschau), Blütenstecher (Rüsselkäfer), blütenweiß (völlig weiß). Wer im Mondschein sieben Blüten pflückt und sie unters Kopfkissen legt, wird von seinem zukünftigen Geliebten träumen. Blütenträume:
"Wähntest du etwa,
Ich sollte das Leben hassen,
In Wüsten fliehen,
Weil nicht alle
Blütenträume reiften?"
(Goethe im "Prometheus")



Blüte: Sprichwörter: Auch aus kleinen Blüten werden große Früchte (Asien). Aus derselben Blüte zieht die Biene ihren Honig und die Wespe ihr Gift (Italien). Die schönsten Blüten verwelken meist zuerst (China).
Sprüche: Das hebt die Biene auf die Blüte. "Der Herbst ist ein zweiter Frühling, wo jedes Blatt zur Blüte wird" (Albert Camus). "Die Blüten selbst der bescheidensten Pflanzen können mich zu Gedanken bewegen, die oft zu tief für Tränen sind" (William Wordsworth).



Blüte: Sprichwörter: "Die Gärtner sind nicht die einzigen Männer, die wissen, was ihnen blüht" (Hans Clarin). Die Industrie steht in Blüte, man sieht es an der toten Natur. "Freundschaft ist die Blüte eines Augenblicks und die Frucht der Zeit" (August von Kotzebue). "Hüte dich vor dem Imposanten! Aus der Länge des Stiels kann man nicht auf die Schönheit der Blüte schließen" (Peter Altenberg). "In seiner Sünden Maienblüte" (William Shakespeare "Hamlet"). Wenn Frauen verblühen, verduften die Männer.
Vergleiche: Das Leben ohne Liebe ist wie ein Baum ohne Blüten und Früchte" (Khalil Gibran). "Des Menschen Leben ist ein kurzes Blühen und ein langes Welken" (Ludwig Uhland). "Die Blüte ist das Symbol des Geheimnisses unseres Geistes" (Novalis). "Freundschaft ist die Blüte eines Augenblicks und die Frucht der Zeit" (August von Kotzebue).



Blüte: Schimpfworte: S. auch Sumpfblüte. Blühender Blödsinn/Unsinn. Blüte (Falschgeld; jemandem Blüten andrehen. Vermutlich aus dem Rotwelschen. "Wer Blüten druckt, muss rechtzeitig verduften", "Sprüchekalender". Blütenträume (Traum von illegalem Reichtum). Blüte: "Erstklassig gefälschte Banknote" K. de Rottwinkel. "Es gibt echte Blüten – und die sind falsch" Günter Barudio), Blütenstecher (Banknotenfälscher). Abgeblüht, verblüht (gealtert), Stilblüte.



Blüte: In der Literatur: Novalis "Blütenstaub". Robert Walser "Angstblüte".
Im Gedicht:
"Unser Wille ist nur der Wind,
Der uns drängt und dreht:
Weil wir selber die Sehnsucht sind,
Die in Blüten steht"
(Rainer Maria Rilke)

William Blake "Die Blüte". Samuel Taylor Coleridge "On Observing a Blossom". Max Dauthendey u. a. "Die Blütensporen " und "Maiblüten sind sorglose Lasten". John Donne "The Blossom". Ferdinand Freiligrath "Die Blüte". Johann Wolfgang von Goethe "Vier Jahreszeiten". Martin Greif "Fallende Blüten". Johann Gottfried Herder "Zwei Blüten" (aus dem Orient). Hermann Hesse "Der Blütenzweig" und "Voll Blüten". Hugo von Hofmannsthal "Blütenreife". Friederike Kempner "Eine Blüte seh’ ich prangen". Klabund "Baumblüte in Werder". Hermann Löns "Wunderblüten". Friedrich Rückert "Blüt’ und Frucht" und "Das Blütenreis". Adolf Friedrich von Schack "Wenn unter duft'gen Blütenzweigen". August Stramm "Blüte". Georg von der Vring "Traum du Knospe".



Blüte: Im Film/Filmtitel: u. a. "Asphalt-Blüten" (1973). "Blatt und Blüte" (TV-Krimi). "Blüte der Jahreszeit" (2012). "Blüte des Lebens" (1999 Rosamunde Pilcher). "Blüten, Blumen, Kränze" (1984). "Blüten im Staub" (1941). "Blüten in der Sonne" (Kinderfilm). "Blütenstaub" (1972 TV-Serie "Polizeiruf 110"). "Blütenträume" (1968, 1977 TV-Serie "Der Alte", 1983). "Die Blüte des Lebens oder Die Heranwachsenden" (1964). "Feuerrote Blüten" (2000/01). "Gebrochene Blüten" (1919, 1987 TV-Serie "Tatort"). "Reif auf junge Blüten" (1954/55 mit Brigitte Bardot und Jean Marais). "Reife Blüten" (1957). "Sommerblüten" (1958). "Späte Blüte" (1984). "Zerbrochene Blüten" (1919).
Lied: "Es blühen die Maien ". "Nun steht in Staub und Blüte".



Blüten: s. auch Blüte



Blutegel: Universalheilmittel. Er wurde schon 63 v. Chr. zum Schröpfen eingesetzt. Das Tier durfte nicht in der Nähe des Herzens angesetzt werden, da man befürchtete, es sauge das "Herzblut" aus.
Schimpfworte: Blutsauger. "Blutegel - Es gibt direkte und indirekte Steuern" (Wilhelm Busch "Tiersprache"). "Wehe, grausamer Eros, was bohrst du dich in meinen Körper und saugst mir wie ein Blutegel das Blut aus?" (Theokrit).
Redensarten: Hinter jemandem her sein wie der Egel hinter dem Blut (für gierig). Jemand klebt wie ein Blutegel an einem (für aufdringlich).



Bock: (Schafbock, Ziegenbock).
"Wenn die Philosophen nach der Länge ihres Bartes gewürdigt werden sollten, so hätte ein Ziegenbock den besten Anspruch auf die vakante Stelle" (Lukian).
"Bartmann". Er war schon in grauer Vorzeit als Sexualpartner geschätzt und Inbegriff tierischer Geilheit, vermutlich weil er es ca. 50-mal am Tag schafft. Dabei muss zwischen Schaf- und Ziegenbock unterschieden werden. Während zwei Ziegenböcke nötig sind, um 50 Ziegen zu decken, schafft das ein einziger Schafbock mit den Schafen. Und es gibt noch eine Besonderheit: "Böcke dulden nämlich, wie betrogene Ehemänner, dass andere Artgenossen über die Weibchen in ihrem Bereich sexuell verfügen" (L. Röhrich). Wenn zwei Böcke um ein Weibchen kämpfen, zeigt sich der Sieger als wahrer "Gentleman". Nachdem er vom Weibchen abgestiegen ist, überlässt er es dem Verlierer zur "Zweitverwertung".



Bock: Der Sündenbock wurde im Alten Testament symbolisch mit Sünden "beladen" und anschließend in die Wüste geschickt ("So soll der Bock all ihre Verschuldungen auf sich nehmen und in eine abgelegene Gegend tragen" 3. Buch Moses). Der Teufel ist der "Sündenbock Gottes". "Es ist nicht das Lamm, das aller Welt Sünden trägt, sondern der Bock, der sie alle begehen möchte" (Jean Paul). "Sündenbock der öffentlichen Meinung" nannte sich Otto von Bismarck. "Die Jagd auf Sündenböcke kennt keine Schonzeit" (Lothar Schmidt). Die Suche nach dem Sündenbock ist die beliebteste aller Jagdveranstaltungen.



Bock: Ziegenböcke werden in der Wilden Jagd von Hexen geritten. Die Hexen dachten sich ihren "Herrn und Meister" als schwarzen Ziegenbock. Will man einen unterirdischen Schatz heben, soll man dem Teufel einen Bock opfern. Wenn sich ein Schneider aufgehängt hat, muss er nach seinem Tod als Ziegenbock umgehen. Eine Schwangere soll kein Ziegenbockfleich essen, da sonst ihr Kind geil wird. Der hl. Albertus empfiehlt, das männliche Glied mit Bocksgalle einzuschmieren; das wird die widerspenstigste Frau gefügig machen. Wer dazu Bocksfett nimmt und "dann seine Frau beschläft, so wird sie ihn, die ihn vorher nicht gewollt, jedem anderen vorziehen".



Bock: Bock (im Volksmund für Gicht, Folterwerkzeug, Turngerät: Bockspringen, Gestell zum "aufbocken"). Sternbilder: Steinbock, Widder. Bockbüchse, Böckchen (Zwergantilope), Bockhuf (stumpfer Huf beim Pferd). Bocksbeutel: Typische Flaschenform des Frankenweins (nach dem Geschlechtsteil des Ziegenbocks; sie soll wohl dem Wein Sex-Appeal verleihen; nicht berücksichtigend, dass aus dem Beutel des Bocks größtenteils Wasser kommt). Die Flaschenform erinnert aber auch "an die Zeiten, in denen Wein in Tierbälgen transportiert und aufbewahrt wurde" (L. Röhrich). Bockbier (nicht nach dem Bock benannt, sondern nach Einbeck bei Hamburg. Spruch: Lieber Bockbier als Ziegenmilch. Nieder mit dem Bockbier, es lebe die Ziegenmilch! "Der Bock ist jenes Bier, welches auch als Bier getrunken werden kann" Wilhelm Busch). Bockwurst (nicht nach dem Bock benannt, Brühwurst, die man früher zum Bockbier verzehrte), Blauer Bock (Fernsehsendung), Kleebock (Holzgesell zum Trocknen des Klees), Kutschbock (Platz, auf dem der Kutscher sitzt). Prellbock, Rammbock (Belagerungsgerät). Ein Geißbock ist das Maskottchen des 1. FC Köln. Tiernamen: Hausbock (Käfer). Planzennamen: Bocksbart, Bocksdorn, Bockshornklee, Bocksknöterich.



Bock: Redensarten:
"Kein Mensch hat ernsthaft dran gedacht,
Dass er den Bock zum Gärtner macht.
Der Maibock schuf uns frohe Stunden,
Der Sündenbock wird schnell gefunden"
(Eugen Roth).

Bocksprünge machen/Zicken machen (Kapriolen machen, vom Italienischen "capro", der Bock). Den Bock bei den Hörnern packen. Den Bock melken (Unmögliches versuchen). Den Bock zum Gärtner machen (schädlicher Auftrag. "Die Gärtnerin ganz glücklich lachte, / Als man den Bock zum Gärtner machte"). Der Bock stößt einen (u. a. Schluckauf, trotzig sein). Die Böcke von den Schafen trennen (die Schafe zur Rechten, die Böcke zur Linken, Neues Testament Matthäus). Einen (groben) Bock schießen (bereits im 15. Jahrhundert bekam der schlechteste Schütze einen Bock als Trostpreis, manchmal auch ein Schwein. "Die größten Böcke werden auf der Jagd nach dem Glück geschossen" Phia Rilke. Bürospruch: Für seine Böcke, die er schießt, findet er immer einen Sündenbock). Etwas verbocken. Jemanden ins Bockshorn jagen (einschüchtern, schon bei Apuleius; ev. nicht vom Bock, vielleicht nach einem Gelehrten namens Boxhorn benannt). (Keinen) Bock haben (Spruch: Hast du keinen Bock, versuch's mal mit ner Ziege. Allein stehende Ziegen haben keinen Bock). Null-Bock (Antispruch: Null Bock auf Ziegen). Der Streit um des Kaisers Bart, ursprünglich um die Geißwolle, geht auf den Horazvers "Alter rixatur de lana saepe caprina" zurück.



Bock: Sprichwörter: Dem Bock ist jede Ziege recht (sorbisch; der griechische Dichter Theokrit warnte die Ziegen: "Springt nicht so lustig herum! Sonst wird der Bock euch bespringen"). Der Bock ist aus dem Haus, aber der Gestank ist drinnen geblieben. Mancher ziert die Gesellschaft wie der Bock den Pferdestall (altdeutsch).
Sprüche: Irrtum, sprach der Bock, als man ihn melken wollte. "Der Bock kann auch als Bier getrunken oder zum Springen in der Turnhalle benutzt werden" (Wilhelm Busch "Vorlesungen aus dem Gebiet der Naturgeschichte").



Bock: Schimpfworte (meist sexuell bestimmt): Bock (Plautus: "Du alter Bock, in deinen Jahren noch verliebt?", geiler Bock, bereits bei Petronius; Caesar wurde als "glatzköpfiger Bock" beschimpft. Joseph Goebbels war als "Bock von Babelsberg" verschrien; "weil er die Schauspielerinnen des Ufa-Ateliers in Babelsberg als seinen Privatharem betrachtete" E. Borneman). Lascher, steifer, sturer Bock. Aufbocken (homosexueller Geschlechtsverkehr), Bock/bocken (unartig sein), bockbeinig, bockig, Bockmist ("Ausscheidungen der Sündenböcke"), Bockprämie (Kindergeld), bocksbärtig (schon bei Lukian), Bockschein (Gesundheitsattest für Prostituierte), bocksfüßig (z.B. der Hirtengott Pan, die Satyrn), Bockshorn (Penis), bocksteif (u. a. erigierter Penis), Geißbock (Kunde einer Prostituierten), Hurenbock ("Den Säufer und den Hurenbock, den friert es selbst im wärmsten Rock").



Bock: Schimpfworte: Mistbock (schmutziger Mann), Rammbock (rücksichtsloser Mensch), Rammelbock, Springbock, Stinkbock:
"Und wenn auch die Böcke
Noch stinkiger wären,
So kann doch die Ziege
Des Bocks nicht entbehren"
(Goethe im "Faust").

Zottelbock (ungepflegte Person). Säckel, Seckl (dummer Kerl in Süddeutschland; spielt auf den Hodensack des Schafbocks an). Stinken wie ein Bock ("der allzeitfert'ge Schöngeist mit dem angestammten Bocksgeruch" Aristophanes "Die Acharner". Man soll den Bocksgeruch meiden, wenn man zu seinem Mädchen geht: "Denk an das Sprichwort: Es liegt unter der Achsel der Bock!" rät Ovid in der "Liebeskunst". Der durchdringende Geruch rührt daher, dass sich die Tiere Urin und Sperma in den Bart spritzen).



Bock: In der Literatur: Kindermund:
"In Offenau
Da ist der Himmel blau.
Da tanzt der Ziegenbock
Mit seiner Frau
Im Unterrock."

Fabeln: s. auch Fuchs. Johann Gottfried Herder "Alte Fabeln mit neuer Anwendung". Hans Sachs "Der Bock mit dem Wolf". Literatur: Daniel Defoe "Robinson Crusoe" (Robinson entdeckt in der Höhle den alten Ziegenbock).
"Merkur zu seinem Sohn Pan: Schau Dich an, siehst Du nicht einem Ziegenbock ähnlich? Sag, wie komme ich zu einem Sohn mit Hörnern, einer krummen Nase, Zottelbart und Bocksfüßen?"
"Pan: Gute Frage! Deine Hörner und Bocksfüße kommen daher, weil du dich an unsre Mutter in Gestalt eines Ziegenbocks heranmachtest, als du sie geschwängert hast" (Lukian "Göttergespräche").



Bock: Im Gedicht: Wilhelm Busch "Max und Moritz" ("He heraus! Du Ziegen-Böck! / Schneider, Schneider, meck, meck, meck!") Friedrich Güll "Wie die Kinder übers Böcklein schelmisch lachen …" August Heinrich Hoffmann von Fallersleben "Deklamierübung" und "Kitzlein, Spitzlein und Fritzlein". Elisabeth Langgässer "Tierkreisgedichte. Steinbock und Widder". Martial "Epigramme" ("Kilikische Bockshaarschuhe").

"Schließe deine Säume
Oben und unten am Rock.
Was ich von dir träume,
Träumt ein Bock."
(Joachim Ringelnatz "Traumbock")

Franz Werfel "Bocksgesang" (1921).
Friedrich Rückert "Die geschossenen Böcke". Friedrich Schiller "Xenien und Votivtafeln. Zeichen des Widders".



Bock: Im Film/Filmtitel: u. a. "Pirsch auf Böcke". "Vallys Ziegenbock" (1920).In der Malerei: s. auch Ziege.
In der Musik: "Der goldene Bock" (Oper 1964).



Bock: S. auch Empfängnisverhütung, Hammel, Ziege



Böcke: s. auch Bock



Böhmische Dörfer: s. Dorf



Bohne:
"Dionysos zu Herkules: Bekamst du niemals Appetit auf Bohnenbrei? Herkules: Potz, Bohnenbrei! Schon hunderttausendmal!" (Aristophanes "Die Frösche").
Lukian hingegen hält Pökelfisch und Bohnenbrei für eine "schlechte und gemeine" Speise. Bohnen und Zwiebeln waren wegen ihrer blähenden Wirkung geschätzt; sie sollten dem männlichen Glied mehr Volumen verschaffen. Nostradamus braute einen "Liebestrank" aus Salbei, Bohnenkraut und Minze (Giacomo Casanova, ein ausgewiesener Fachmann für zwischenmenschliche Beziehungen, hingegen begnügte sich mit einer scharf gewürzten Gulaschsuppe). Der hl. Hieronymus verbot Nonnen, Bohnen zu essen (obwohl später beliebte Fastenspeise). Berüchtigt waren früher, wegen sexueller Ausschweifungen, die sog. "Bohnenfeste". Pythagoras meinte, manche Seelen würden sich nach dem Tod in Bohnen verwandeln. Will man sich unsichtbar oder unverwundbar machen, muss man Bohnen essen, die auf einer vergrabenen schwarzen Katze gewachsen sind. Eingerieben helfen sie gegen Warzen und Hühneraugen (U. Müller-Kaspar). #



Bohne: Redensarten: Blaue Bohnen (Kugeln, nach der Farbe des Bleis. Eine blaue Bohne schlucken, für getroffen werden. Bohnenschleuder Pistole). Bohnen in den Ohren haben (schlecht hören). Du hast wohl Bohnen gefrühstückt? (nicht richtig im Kopf sein). Mit der Bohnenstange winken (für deutlich werden). Nicht die Bohne (überhaupt nicht. Werbespruch: "Kaffee: Nicht die Bohne – ungesund"). Bohnanza (Kartenspiel). Bohnenkaffee/Kaffeebohne, Bohnenkäfer, Bohnenkäse (aus der Sojabohne), Bohnenkönigsfest (lokal Dreikönigstag), Bohnenkraut (Gewürz, das für die Zubereitung von Bohnen benutzt wird), Bohnenspiel, Feuerbohne (Blume). Zack die Bohne!



Bohne: Sprüche: Eltern gebt euren Kindern Bohnen zu essen, dann findet ihr sie im Dunkeln leichter. Essen Sie Bohnen, wenn Ihnen das Leben zu eintönig ist! Hast du Sonne im Herzen und Bohnen im Bauch, kannst du immer laut furzen und stinken tut`s auch! Ohne B ist die Bohne ohne (Sprüchekalender). "Wir müssen Bohnen und Möhren heim ins Reich holen".
Nicht von jedermann geschätzt wird die blähende Wirkung, von der der Volksmund sagt:
"Jedes Böhnchen
gibt sein Tönchen,
Jedes Erbschen
Hat sein Ferzchen."

Ein Sprichwort weiß: Erbsen, Bohnen, Linsen / lassen’s Ärschlein grinsen. Wer lange gefastet hat, dem sind rohe Bohnen süß.
Schimpfworte: Bohnenstange (dünne, lange Person). Dumm (auch treu) wie Bohnenstroh, gefickter Arsch mit Bohnen (schlechtes Essen), Prinzessbohne/Saubohne (Klitoris).



Bohne: In der Literatur: Heinrich Zschokke "Die Bohne".
Im Gedicht: Wilhelm Busch "Bohnen". Günther Grass "Bohnen und Birnen". Martial "Epigramme" ("Die Bohne"). Friedrich Rückert "Die Frühbohnen". Walther von der Vogelweide "Bohne und Halm" und "Was ist denn an Frau Bohne …" Lügengeschichte: Münchhausen klettert auf einer schnellwachsenden Bohne zum Mond.
Im Märchen: S. auch Stroh. "Die Dame, die braune Bohnen gegessen hatte" (moderne "Sage").
Im Lied: "Am Sonntag, da isst der Meister Bohnen". "Das Dickebohnenlied". "Wenn hier en Pott mit Bohnen steiht".
Bohnenlied" (Spottlied, bereits in den Fastnachtspielen des 15. Jahrhunderts. Redensart: Das geht mir über das Bohnenlied):
"Ihr fordert, dass ich Lieder singe,
Mit Deutschlands Barden Glied an Glied?
Der Anblick unsrer deutschen Dinge,
Der geht mir übers Bohnenlied."
(Ludwig Uhland).

Schlager: "Bohnen in die Ohr'n".



Bohne: Im Film/Filmtitel: S. auch Kirsche: u. a. "Ananas und blaue Bohnen" (1989). "Auch die Engel essen Bohnen" (1972 mit But Spencer). "Big Zapper zahlt mit blauen Bohnen" (1973). "Blaue Bohnen für ein Halleluja" (1967 mit Bud Spencer). "Blaue Bohnen – kalter Stahl" (1959). "Blaue Bohnen zum Dessert" (1972). "Die Prinzessin auf der Bohne" (1997). "Die weißen Bohnen" (1989). "Fäuste, Bohnen und Karate" (1973). "Kennst du das Land, wo blaue Bohnen blüh’n" (1972). "Mickey und die Kletterbohne". "Milagro – Der Krieg im Bohnenfeld" (1987). "Nicht alle Engel essen Bohnen" (1974). "Rote Lippen – blaue Bohnen" (1955). "Tornedo – blaue Bohnen mit Speck" (1974). "Wer schluckt schon gerne blaue Bohnen?" (1975). "Zum Nachtisch blaue Bohnen" (1972).



Bohne: In der Malerei: u. a. "Weiche Konstruktion mit gekochten Bohnen. Vorahnung des Bürgerkrieges" (1936).



Bohnen : s. auch Bohne



Bovist: (Pilz) Etymologisch vom deutschen Bofist = Fuchsfurz. Er soll an Hexentanzplätzen wachsen.



Brandstiftung: "Wohltätig ist des Feuers Macht", reimte der Dichter Schiller - vor allem für den Landwirt. Das Feuer war gelegentlich ein wichtiges Hilfsmittel, um sich baufälliger Scheunen und Ställe auf Kosten der Brandversicherung zu entledigen, indem man z. B. Kinder mit einer brennenden Kerze zum Ostereiersuchen schickt. Man nannte es "heiße Sanierung". "Das hilft gegen die Mäus", sagte der Bauer und zündete seine Scheune an. In Österreich soll laut "Spiegel" ein Bauer seine Scheune in Brand gesteckt haben, indem er ein Streichholz an den nackten Hintern hielt und anzündete. Eine ähnliche Geschichte berichtet W. Krämer von einem niederländischen Tierarzt, der die Darmgase einer Kuh untersuchen wollte. Dabei führte er ein Röhrchen ein und hielt ein brennendes Streichholz an die Öffnung. Der Hof brannte ab und der Tierarzt wurde verurteilt. Das Suhler Intelligenzblatt brachte 1899 die Anzeige eines Landwirts: "Für die mir bei der Brandstiftung meiner Scheune geleistete Hilfe spreche ich herzlichen Dank aus."
Hirschkäfer, auch Irrlichter, ja sogar der Teufel, wurden der Brandstiftung verdächtigt.
Im Gedicht: Johann Wolfgang von Goethe "Jetzt war das Bergdorf abgebrannt".
S. auch Hirschkäfer



Brandversicherung: Im Gedicht:
"Im Dorfe wohnt ein Vetter,
Der gut versichert war
Vor Brand und Hagelwetter
Nun schon im zehnten Jahr ..."
(Wilhelm Busch "Peinlich berührt")

S. auch Sanierung



Brauer: "Wer das Bierbrauen erfunden hat, der ist ein Unheil für Deutschland gewesen" (Martin Luther).
In den Anfangszeiten der Braukunst waren Herstellung und Ausschank des Gerstensafts fest in Frauenhand, wie später bei den Wikingern. Die Sumerer verehrten eine Göttin des Bieres. Die babylonischen Brauer hatten das gleiche Ansehen wie Priester und mussten keinen Kriegsdienst leisten. König Hammurabi ließ Bierpanscher in ihren Fässern ertränken oder solange mit Bier voll gießen, bis sie erstickten. Der spätere Friedrich der Große hatte das Brauen gelernt – allerdings im Küstriner Gefängnis, in das ihn sein Vater "zur Besserung" gesteckt hatte. Den Braukünsten seiner Untertanen scheint er nicht recht vertraut zu haben, denn für seine Soldaten bezog er das Bier aus England.



Brauer: Die früheren Landbrauereien hatten noch nicht die Kenntnisse eines Weihenstephaner Fachhochschülers, um ein Bier zu brauen, das zwar vorzüglich haltbar war, aber in Husum genauso schlecht schmeckt wie in Berchtesgaden. Dass das Bier nicht immer gesundheitsfördernd war, beweist folgender Grabspruch aus Oberbayern:
"Hier ruht der Brauersepp.
Gott Gnad für Recht ihm geb!
Denn viele hat, was er gemacht,
Frühzeitig in das Grab gebracht.
Da liegt er nun, der Bierverhunzer,
Bet, o Christ, fünf Vaterunser!"

Aus Innsbruck:
"Christ! Steh still und bet a bissl
hier ruht der Brauer Jakob Nissl
zu schwer fast muss er büssen hier
er starb an selbstgebrautem Bier."



Brauer: An der Gemeindetafel eines Oberpfälzer Orts hing noch vor nicht allzu langer Zeit ein handschriftlicher Anschlag: "Bitte ab heute nicht mehr in den Bach scheißen, morgen wird gebraut!" Tautogramm: "Biedere, brave Brauer bereiten / Bitteres, braunes, billiges Bier ..." Brauerpech (Harzpech).
Sprichwörter: Wenn du einen Freund hast, dann gib ihm ein Bier aus; wenn du ihn aber besonders lieb hast, dann lehre ihn das Brauen (Persien). Es braut sich was zusammen. Schimpfwort: Brauereigeschwür (dicker Bauch). Zungenbrecher: Brauchbare Bierbrauer brauen brausendes Braunbier.
In der Literatur: Ferdinand von Saar "Der Brauer von Habrovan".
Im Gedicht: Hans Sachs "Der Bierbreuwer" (in J. Amman "Ständebuch").



Brauer: Im Film/Filmtitel: u. a. "Der Pfandlbräu" (TV-Film 1993). "Der Seelenbräu" (1949). "I know the way to the Hofbrauhaus" (1991). "In München steht ein Hofbräuhaus" (1952). "Tod in der Brauerei" (1996 TV-Serie "Der Bulle von Tölz").
In der Musik: Johann Sebastian Bach "Die Klugheit der Obrigkeit in Anordnung des Bierbrauens" (Oper).



Brauer: S. auch Betrug



Bremse: Blutsaugende Stechfliege, die sich im heißen Sommer über Pferde, Kühe und Menschen hermacht. Das Bremsenöl hatte nur wenig Wirkung. Bremsen erreichen auf ihrem Hochzeitsflug bis zu 145 Stundenkilometer. Die eifersüchtige Hera ließ Io, die Geliebte ihres Gatten, "von einer Bremse durch viele Länder jagen"; gequält von deren Stachel "wie von glühendem Eisen". Apollonius von Rhodos vergleicht in den "Argonauten" den liebestollen Gott Eros mit einem wildgewordenen Insekt, das sich auf weidende Herden stürzt; "die Hirten nennen es Rinderbremse". Bei Homer flüchten die Freier aus dem Saal "wie weidende Rinder, die der Anflug der schwirrenden Bremse wild vor sich herjagt". Nostradamus schildert in seinen Prophezeiungen eine Bremsen- und Heuschreckenkatastrophe in Italien. Goethe nannte Bettina von Arnim eine "leidige Bremse". Bremsenlarvenkrankheit.
In der Fabel: Christian Fürchtegott Gellert "Das Pferd und die Bremse".
Im Gedicht: Eugen Roth "Tierleben für jung und alt" (1973).



Bremsen: s. auch Bremse



Brennnessel: Plinius d. Ä. bezeichnete die Brennnessel als die "am meisten verhasste aller Pflanzen". Die alten Römer jedoch schätzten sie als Rheumamittel so sehr, dass sie sie eigens anpflanzten. Petronius schlug die Bearbeitung der Lendengegend mit Nesselruten vor, um die Potenz fördern. Horaz hingegen empfahl sie als bescheidene Nahrung für einfache Leute. Catull verherrlichte sie in einem Gedicht, "nachdem sie seinen starken Schnupfen und Husten heilte". Die Germanen schätzten Nesselkuchen. Von der Bronzezeit bis ins 20. Jahrhundert wurde sie für die Herstellung von Textilien verwendet. Bauern legten früher Brennnesseln auf die Bierfässer, um zu verhindern, dass das Bier bei Gewittern sauer wird. In Urin getauchte Brennnesseln wurden auch als Orakelpflanze verwendet, z.B. um die Keuschheit einer angeblichen Jungfrau zu prüfen. Auf ähnliche Weise konnte man an der Verfärbung der Brennnessel feststellen, ob ein Kranker bald sterben würde. Jungfrauen sollen von Brennnesseln nicht gebrannt werden können. Am Gründonnerstag Brennnesselgemüse zu essen, soll vor Geldnot schützen.



Brennnessel: Entsprechend zubereitet soll die Pflanze gegen Rheuma, Gicht, Lähmungen, Masern und Scharlach helfen. Gegen Verkalkung empfiehlt Hildegard von Bingen folgendes Rezept: "Zerstoße die Brennnessel zu Saft und füge etwas Olivenöl bei, und wenn du schlafen gehst, salbe damit deine Brust und deine Schläfen ein. Fünf bis zehn Tropfen sollten genügen." Die Heilige verwendet sie auch zur "Magenreinigung", auch Vergesslichkeit kann man mit der Pflanze behandeln. Leonhard Fuchs meinte, Brennnesselsud helfe gegen Haarausfall und vertreibe den "bösen Grind". Am Gründonnerstag gegessen soll sie vor Geldnot schützen. "Brennnessel" (antisemitische Zeitschrift).



Brennnessel: Redensarten: Sich in die (Brenn-)Nesseln setzen. Nessel (Baumwollgewebe), Nesselsucht (Hautausschlag). Sprichwörter: Je fester man eine Nessel anfasst, desto weniger brennt sie. Nesseln brennen Freund und Feind. Ungeduld ist ein Hemd aus Brenn-Nesseln (aus Polen). Was eine Nessel werden will, fängt beizeiten an zu brennen. Zungenbrecher: Esel essen Nesseln nicht.
Sprüche: "Auch die alte Brennnessel brennt" (Manfred Hinrich). Vergleiche: "Gehst du furchtsam mit deinen Leiden um, so stechen sie heißer als Brennnesseln, wenn man sie nur leise berührt" (Jean Paul).
Im Gedicht: Heinz Erhardt "Harte Schicksale". August Heinrich Hoffmann von Fallersleben "Brennnessel, verkanntes Kräutlein". Börries von Münchhausen "Ballade vom Brennnesselbusch". Friedrich Rückert "Brennnessel" ("Wenn ihr an Nesseln streifet ..."
Lied: "Brennnessel steht am Wegesrand". "Lied der Brennnessel".



Brennnessel: S. auch Jungfräulichkeit



Brennnesseln: s. auch Brennnessel



Broiler: s. Hähnchen (Brathähnchen)



Brieftaube: s. Taube



Brombeere: Die von Herakles getöteten Schlangen wurden von Alkmene in einem Brombeerbusch verbrannt. Brombeerschösslinge sind zauberwirksam; sie schützen z.B. das Vieh, wenn man sie an die Stalltüre hängt. Brombeeren sollen gegen Durchfall und Zahnausfall helfen. Im Mittelalter wurde der Brombeerwein geschätzt. Tiernamen: Brombeerblattspanner (Himbeerblattspanner), Brombeerfalter (Schmetterling), Brombeerkur (volkstümlicher Aberglaube, Durchkriechen).
Redensarten: In die Brombeeren gehen (sich auf ein unerlaubtes Liebesabenteuer einlassen).
Schimpfworte: Brombeeren (Hämorrhoiden).
Im Gedicht: Georg Britting "Die Brombeerenschlucht". Günter Grass "Brombeerzeit". Ferdinand von Saar "Der Brombeerzweig". Georg von der Vring "Die Liebste spricht"
Im Film /Filmtitel: u. a. "Brombeerchen" (2001). "Brombeerzeit" (1997/98).
Im Lied: "Die schweren Brombeeren" (aus "Des Knaben Wunderhorn"). Schlager: "Blackberry boogie" (Tennessee Ernie Ford). "Wilde Brombeeren".



Brombeeren: s. auch Brombeere



Brotzeit: Für den Landwirt die angenehmste Tageszeit. Redensart: Gelernter Brotzeitmacher.



Bruch: (Hernie). Eine auf dem Land nicht gerade seltene Krankheit, durch das viele Heben bedingt. Den Bruch versuchte man wegzubekommen, indem man durch gespaltene Baumstämme kroch.



Brunnen: Tiefe Brunnen bilden den Zugang zur Hölle und Unterwelt, sind ferner die bevorzugten Aufenthaltsorte des Basilisken. Stand eine Sonnenfinsternis bevor, fiel Gift vom Himmel und die Brunnen mussten zugedeckt werden. Brunnen wurden vielfach für Weissagungen verwendet. Den zukünftigen Ehepartner kann man im Wasserspiegel des Brunnens oder im Kaminfeuer sehen. Sobald die sog. Hungerbrunnen Wasser lieferten, stand eine Hungersnot bevor. Man darf keine Steine in einen Brunnen werfen, man könnte das darin ruhende Auge Gottes treffen. Auch das fromme Brauchtum hat sich der Brunnen angenommen, z.B. in den sog. Osterbrunnen. Der Bürgermeister von Brunsenhausen stellte einen Antrag, den Ort in Brunnenhausen umzubenennen. Spaßvögel handelten schnell und überklebten in der Nacht die Ortsschilder mit Schiffhausen.
Kinderreim (vom Schlaraffenland): "Alle Brunnen sind voll süßem Wein, / rinnen einem selbst ins Maul hinein …"



Brunnen: Redensarten: Brunnenvergiftung betreiben (politische Brunnenvergiftung nach Otto von Bismarck. In früheren Zeiten wurden bei kriegerischen Auseinandersetzungen z.B. Tierkadaver und Leichen in die öffentlichen Brunnen geworfen, um so das Wasser für lange Zeit ungenießbar zu machen). Den Mond im Brunnen suchen (sich irren). Die Hoffnungen sind in den Brunnen gefallen (für misslingen). Ohne Krug zum Brunnen gehen (für unvorbereitet). Wasser in den Brunnen schütten (für überflüssig).



Brunnen: Brunnengeist (Kräfte in Heilquellen), Brunnenkrebs, Brunnenmolch, Brunnenzopf (Pfanzenwurzeln), Gesundbrunnen (auch für Kurort), Jungbrunnen (sagenhafter Brunnen, der alle verjüngt, die in ihm baden oder aus ihm trinken. S. auch Mühle-Altweibermühle und Hans Sachs. Paul Heyse "Jungbrunnenmärchen" (1850. Auch für Pädophilie). Lebensborn, Lebensbrunnen (der Brunnen, aus dem der Storch die Kinder bringt), Quickborn (katholische Jugendorganisation). Pflanzennamen: Brunnenkresse (Salatpflanze, Schamhaar).



Brunnen: Sprichwörter: An kleinen Brunnen löscht man auch den Durst. Aus einem Brunnen betrachte nicht den Himmel (China). Das ist ein böser Brunnen, zu dem man Wasser tragen muss (jüdisch). Den Brunnen schätzt man erst, wenn er kein Wasser mehr gibt (Russland). Der Frosch, der im Brunnen lebt, beurteilt das Ausmaß des Himmels nach dem Brunnenrand. Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht ("..., bis ihn die Magd zerschlägt" Karl F. Wander). Du musst den Brunnen graben, bevor du Durst hast (aus China). Spucke nicht in den Brunnen, wenn Du noch daraus trinken musst. Wenn das Kind im Brunnen liegt, ist es zu spät, ihn zuzudecken. Wer in einen Brunnen stürzt, auf den wird sicher noch ein großer Stein herniederfallen (China). Wirft ein Narr einen Stein in den Brunnen, können ihn zehn Kluge nicht herausholen (jüdisch).



Brunnen: Sprüche: S. auch Quelle. "Die Mädchen werden immer getadelt, die lange am Brunnen verweilen" (Johann Wolfgang von Goethe). "Es macht die Wüste so schön, dass sie einen Brunnen hat" (Antoine de Saint-Exupéry). "Lobe den Brunnen, in den deine Schwiegermutter gefallen ist, aber schöpfe kein Wasser daraus!" (Andalusien). "Ich wollte meine Großmutter immer in einen Jungbrunnen schmeißen und dann irgendwann heiraten " (Oliver Korittke). "Siehst du den Hund im Brunnen versinken, / darfst du drei Wochen nicht draus trinken" (Dietmar Bittrich). "Wirf keinen Stein in den Brunnen, von dem du deinen Durst gelöscht hast" (Talmud).
Vergleiche: "Du darfst zu Gott nicht schrei'n, der Brunnquell ist in dir; / stopfst du den Ausgang nicht, er fließet für und für" (Angelus Silesius). Schimpfworte: Brunnenvergifter.



Brunnen:
"Wirf in den Brunnen, wo du trankest, keinen Stein;
Sag Übles dem nicht nach, bei dem du kehrtest ein"
(Friedrich Rückert "Aus dem Talmud").

In der Fabel: Jean de la Fontaine "Der Sterngucker, der in einen Brunnen fiel". Buchtitel: Martin Walser "Ein springender Brunnen" (1998).
In der Literatur: Stefan Andres "Der Knabe im Brunnen" (1953). Henry James "Der Wunderbrunnen" (dt. 1999). Knut Hamsun "Die Weiber am Brunnen" (dt. 1921). Heinz Piontek "Von den Brunnen auf dem Lande". Walter Scott "St. Roman’s Brunnen" (dt. 1846). Adalbert Stifter "Der Waldbrunnen".



Brunnen: Im Gedicht: S. auch Knecht, Storch. Achim von Arnim "Der Brunnen". Werner Bergengruen "Der versiegte Brunnen" (in "Die heile Welt") und "Singe, du Brunnenmund" (in "Figur und Schatten").

"Lösch aus dein Licht und schlaf! Das immer wache
Geplätscher nur vom alten Brunnen tönt.
Wer aber Gast war unter meinem Dache,
Hat sich stets bald an diesen Ton gewöhnt ..."
(Hans Carossa "Der alte Brunnen")

Clemens Brentano "Hörst du wie die Brunnen rauschen?" Adelbert von Chamisso "Die kleine Lise am Brunnen". Theodor Däubler "Gemurmel um den Brunnen" und "Der Schutzgeist am Brunnen". Max Dauthendey "Die flinken Brunnen singen laut". Richard Dehmel "Brunnenlied" ("Es ist ein Brunnen, der heißt Leid") und "Leises Lied". Martin Greif "Am Brunnen" und "Am Brünnlein". Franz Grillparzer "Der Wunderbrunnen". Peter Härtling "Unter den Brunnen" (Gedichtband 1958). Friedrich Hebbel "Das Kind am Brunnen" (Ballade). Hermann Hesse "Landstreicherherberge". Paul Heyse "Tiefer Brunnen". Hugo von Hofmannsthal "Weltgeheimnis" ("Der tiefe Brunnen weiß es wohl ...") Gottfried Keller "Am Brunnen".



Brunnen: Im Gedicht: Klabund "Du bist der tiefste Brunnen" und "Ein Brunnen". Theodor Körner "Erinnerungen an Schlesien. 1. Am Elbbrunnen" und "Am Hedwigsbrunnen bei Jauer". Gertrud von LeFort "Drei kleine Lieder. I". Hermann Löns "Am Brunnen". Conrad Ferdinand Meyer "Der römische Brunnen" und "Der schöne Brunnen". Christian Morgenstern "Der Born".. Martin Opitz "Auf einen Brunnen". Rainer Maria Rilke "Brunnen". Friedrich Rückert u. a. "Das Lauerbrünnlein" und "Der Mädelsbronnen". Hans Sachs "Der Jungbrunnen" ("Der Junkbrunn"). Friedrich Schiller "Zwei Eimer sieht man ab und auf …" August Wilhelm Schlegel "Der Gesundbrunnen". Gustav Schwab "Eberhard der Gütige zu Göppingen am Brunnen". Georg von der Vring "Der Brunnen". In der Sage: Brüder Grimm "Der quillende Brunnen". August von Platen "Der grundlose Brunnen".



Brunnen: Im Film/Filmtitel: "Alexej und der Brunnen" (2002). "Alter Brunnen" (1987 chinesisches Dorf). "Am Brunnen vor dem Tore" (1952). "Der Brunnen" (1987). "Brunnendämmerung" (1983). "Der Brunnen der drei Wahrheiten" (1961). "Der Brunnen des Wahnsinns" (1919). "Der Tag, an dem ein Schwein in den Brunnen fiel" (1996). "Der vergiftete Brunnen" (1921). "Die Gänsehirtin am Brunnen" (1979). "Die heiligen drei Brunnen / Symphonie der Berge" (1930). "Drei Münzen im Brunnen" (1954, 1990). "Märchenbrunnen" (1969 TV-Film). "The fountain" (2007). "Tiefe Brunnen" (1965).



Brunnen: In der Malerei: u. a.. Albrecht Altdorfer "Heilige Familie am Brunnen), P. Bruegel "Redensartenbild" ("Den Brunnen zudecken, nachdem das Kalb ertrunken ist"). Paul Cézanne "Landschaft mit Brunnen" (1865-1867). Jean-Baptiste-Camille Corot "Bretoninnen am Brunnen" (um 1850-55). Gustave Courbet "Der dunkle Brunnen" (1865). Lucas Cranach d. Ä. "Der Jungbrunnen" (1546). Albrecht Dürer "Eine Jungfrau, die in den Brunnen gefallen ist, wird durch Gott gerettet" Holzschnitt (1493). Jan van Eyck "Lebensbrunnen" und "Madonna am Brunnen" (1439). Hans Holbein d. Ä. "Brunnen des Lebens" (1519). Claude Lorrain "Jakob am Brunnen" (1666). Auguste Renoir "Frau am Brunnen" (um 1910). Carl Spitzweg "Wäscherinnen am Brunnen" (um 1880).



Brunnen: Im Lied: "Der Brunnen" und "Jetzt gang i ans Brünnele" (aus "Des Knaben Wunderhorn"). "Jetzt gang i ans Brünnele". "Und in dem Schneegebirge, / da fließt ein Brünnlein kalt". "Wenn alle Brünnlein fließen". Schlager "Drei Münzen im Brunnen" ("Three coins in the fountain" deutsch 1955). "The fountains of Salmacis" (Genesis).



Brunnen: S. auch Hygiene



Brust: Ländliche Namen für die weibliche Brust: Äpfel/Liebesäpfel, Äpfelchen (Äpfel der Zwietracht; Apfeltaschen, Äpfel im Schlafrock = Büstenhalter), Apparat, Auslage, Balkon, Brötchen, Buchteln, Dinger, Dutteln/Dutten/Tutteln (Duttelheber = Büstenhalter. Die Frau ist von Tuttlingen = sie hat große Brüste), Euter, Geschirr, Gschlamp (hängende Brüste), Herz (BH-Logo: "Sursum corda = Empor die Herzen!, Holz vor der Hütten, Hügel, Kutteln (Kuttelfleck = Brustwarze), Linsen (kleine Brüste), Möpse, Nippel (pars pro toto), Titten (von Zitze. Tittenschau = Striptease. "Andre Länder - andre Sitten, / Andre Frauen - andre Titten"), Vorbau, Vorgebirge.

Das Schnaderhüpfl weiß:
"Wenns'd eine Täubin willst sein,
Schön scheckert musst sein,
Schön hoch auf der Brust,
Dann kriegt der Tauber a Lust."



Brust: S. auch Euter, Milch (u. a. Milchwirtschaft)



Buch: s. auch Bücher



Buche: "Eingeschnitten in Buchen, von deinem Messer gezeichnet, wird mein Name bewahrt" (Ovid "Heroides").
"Hingestreckt hast du dich unter die mächtige Krone der Buche, Tityrus, spielst auf der Flöte dein Hirtenlied sanft und behaglich" (Vergil "Hirtengedichte").
In Weißbuchen soll der Blitz nicht einschlagen, weil Maria einst bei einem Gewitter unter diesem Baum Zuflucht suchte. Der empfehlende Spruch "Eiche weiche - Buche suche" bei Gewittern wird von der Wissenschaft nicht geteilt. Ebenso verhält es sich mit dem Volksglauben, man könne aus der Zahl der Bucheckern auf die Zahl der unehelichen Kinder im kommenden Jahr schließen.
Redensarten: Hagelbuchen/hanebüchen (grob, derb; vom Holz der Hainbuche, dem härtesten im deutschen Wald. Die Hainbuche war übrigens der Baum des Jahres 1996, die Rotbuche 1990). Namengebend: Buch (vom Deckel aus Buchenholz), Buchstabe (von Buchenstäbchen). Tiernamen: Buchfink (Vogel), Buchenbockkäfer, Buchenfrostspanner (Schmetterling), Buchengallmücke (Schädling), Buchenkahneule, Buchenprachtkäfer, Buchenrotschwanz (Schmetterling), Buchenspinner (Schmetterling), Buchenspringrüßler, Buchenwolllaus. Pflanzennamen: Buchenfarn, Buchenspargel.



Buche: In der Literatur: Hedwig Courths-Mahler "Im Buchengrund". Annette von Droste-Hülshoff "Die Judenbuche" (1842). Heinz Erhardt "Unsere Buche". Friedrich Gerstäcker "Unter Palmen und Buchen" (1865/67).
Im Gedicht: Georg Britting "Die alten Buchen". Theodor Däubler "Die Buche". Max Dauthendey "Im Buchenwald". Günter Grass "Zum Paar gefügt" ("Zwei Buchen einer Wurzel ...") Martin Greif "Am Buchenbaum" und "Bild des Herzens" (Blutbuche). Hermann Hesse "Die Blutbuche". Hermann Löns "Das Buchenblatt". Eduard Mörike "An eine Lieblingsbuche meines Gartens" und "Die schöne Buche". Rainer Maria Rilke "Dir zur Feier. Leise ruft der Buchenwald ..." Friedrich Rückert "Die geschälte Buche" und "Hainbuchenlaube".
Im Film /Filmtitel: u. a. "Die Judenbuche" (1980).
In der Malerei: u. a. Gustav Klimt "Buchenhain" (1902). Im Lied: "Das Buchenblatt". "Die alte Buche". "Die Buche".



Buchen: s. auch Buche



Bücher: Sie waren im Bauernhaus nur selten anzutreffen. Am ehesten noch vorhanden waren Sparbuch, Gebetbuch, Heiligenlegende und (in katholischen Haushalten) das fromme Erbauungsbuch des Paters Goffine.



Büffel: Sprichwörter: Der Büffel prahlt nicht mit seiner Kraft, wenn der Elefant da ist. Pflanzennamen: Büffelbeere, Büffelgras.
Schimpfworte: Grober, ungeschlachter Mann (Spruch: Glotzt wie ein Kaffernbüffel). Büffler, büffeln (für angestrengtes Lernen. Büffeln wie ein Ochse. Vermutlich nicht vom Büffel). Büffelhaut: "Eine Einrichtung, die dazu dient, den Büffel zusammenzuhalten" (E. G. Tange).
In der Literatur: Ernst Wiechert "Der weiße Büffel oder von der großen Gerechtigkeit" (1946).
Im Film /Filmtitel: u. a. "Blast – Wo die Büffel röhren" (1980). "Das Geheimnis des weißen Büffel". "Der weiße Büffel" (1976/77). "Die Büffel sind los". "Die Büffelfänger" (1989). "Salut für einen schwarzen Büffel" (1985).
Lied: "Das Lied an den heiligen Büffel". "Wenn der Büffel über die Prärie brüllt".



Bulldogge: Hunderasse.
Schimpfworte: ungehobelter, schlecht aussehender Mensch. Bullenbeißer (bissiger Mensch, bereits bei Aristophanes. Sie wurden ursprünglich dazu gezüchtet, "Bullen bei der Nase zu packen und zu Boden zu ziehen"). Winston Churchill wird die "englische Bulldogge" genannt. Bulldog: Schlepper (ursprünglich geschütztes Warenzeichen der Fa. Lanz), Bulldozer (Planierraupe), Himmelsbulldog (Hubschrauber).

Volksmund:
"Im Märzen der Bauer
Sein Bulldog raus tut,
Er ölt seinen Kolben
Und der Bäurin ihr Fut."

Im Gedicht: Eugen Roth "Tierleben für jung und alt" (1973).
Im Film /Filmtitel: u. a. "Bulldoggen und Kirschen" (1981). "Charlie - Eine himmlische Weihnachtsgeschichte" (Kinderfilm 1998). "Charlie – Alle Hunde kommen in den Himmel 1 – 2" (Kinderfilm 1989/95). "Eine Bulldogge zu Weihnachten" (2013).
Graphik: Thomas Theodor Heine: Logo für den "Simplicissimus" 1896.
Schlager: "Hey Bulldog" (The Beatles). "Ich bin Anton, die Bulldogge aus Malle".
S. auch Traktor



Bulle: Die landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft notierte für 1995 und 1996 an die 4000 Rippenbrüche und andere Verletzungen bei Zusammenstößen zwischen Mensch und Stier - 21 Fälle endeten tödlich.
Redensarten: Like a bull in a china shop (englische Redensart - Wie ein Elefant im Porzellanladen). Bulle von Kerl. "Bella bulla" (lateinische Sprachspielereien). Bullauge (rundes Schiffsfenster). Bulldogge (s. dort), Bullterrier (Hunderasse), "Buxtehuder Bulle" (Jugendbuchpreis seit 1971), "der goldene Bulle" (Druckfehler für "Die Goldene Bulle"). Bulldozer (Raupenfahrzeug), bullenstark, Bullenhochzeit: Fünf Jahre verheiratet mit Kindern, Elektro-Bulle (bei Bull-Riding-Wettbewerben Ersatz für einen echten Bullen), Sitting Bull (Indianerhäuptling, auch Polizist im Gefängnis).
Sprichwörter: Einen alten Bullen kannst du mit Stroh anbinden (Afrika).
Sprüche: Bullshit in = bullshit out (Computerweisheit). Lieber ein Zebra streifen als einen Bullen anfahren (Sprüchekalender).



Bulle: Schimpfworte: Bulle/Scheißbulle (Polizist. "Ein mehr als branchenüblich auf Law and Order pochender Polizeibeamter" K. de Rottwinkel, Beleidigung mit der höchsten Geldstrafe), Bullenbeißer (unfreundlicher Zeitgenosse, eigentlich ausgestorbene Hunderasse), Bullendoktor (Arzt für Geschlechtskrankheiten), Bullenhitze, Bullenkloster (Junggesellenwohnheim). Bullenschwein, bullig (kräftiges Mannsbild von ungeschlachtem Aussehen), Bullenstall (Polizeirevier, das Hoseninnere), bullshit (Scheißgeschwätz), bullshit castle (Firmenzentrale), Küchenbulle (Koch), Zuchtbulle (Schwängerer. Spruch: Lass dich vom Gemeindebullen umficken.) Spruch: "Wäre ich Richter, würde ich bei jedem Bullen'-Schimpfer auf Freiheitsstrafe ohne Bewährung erkennen, und zwar wegen schwerer Beleidigung eines nützlich-wertvollen Tieres" (A. Härtlin). Schüleraufsatz: Martin Luther kehrte vom Reichstag zu Worms zurück. Der Bannbulle kam hinter ihm her.



Bulle: Im Film/Filmtitel: u. a. "Adieu, Bulle" (1975). "Auch ein Bulle braucht mal Hilfe" (1987). "Banzai Runner – Ein Bulle räumt die Szene auf" (1987). "Bei Bullen singen Freunde nicht" (1968). "Blut eines Bullen" (1976). "Bullen, wie lange wollt ihr leben?" (1968). "Camora – Ein Bulle räumt auf" (1976). "Colt Heart – Der beste Bulle in L. A." (1990). "Cops and Robbersons – Das haut den stärksten Bullen um" (1994). "Das Bullenkloster" (1972/73). "Das Schlitzohr und der Bulle" (1975). "Der Bulle" (1967/68). "Der Bulle in Blue Jeans, genannt "Die Strickmütze" (1975). "Der Bulle und das Kind" (1990). "Der Bulle und das Landei" (TV-Film 2016). "Der Bulle und das Mädchen" (1984). "Der Bulle und das Streetgirl" (1984). "Der Bulle und der Schnüffler" (1984). "Der Bulle und die Dirne" (1982). "Der Bulle und die Stripperin" (1992). "Der Bulle von Hongkong" (1974). "Der Bulle von Paris" (1985). "Der Bulle von Tölz" (TV-Serie, u. a. "Bullenkur" 2001, "Bulle und Bär"). "Der erste Bulle". "Der letzte Bulle" (TV-Serie). "Der Superbulle räumt die Wüste auf" (1978). "Der Superbulle und die Halbstarken" (2000). "Der Weibertausch" (1952). "Die Bullen auf den heißen Feuerstühlen" (1975). "Die Bullen sind los" (1975). "Die Bullen von Dallas" (1979). "Die Partybullen" (2014). "Die Superbullen" (1997).



Bulle: Im Film/Filmtitel: "Ein Bulle aus Granit" (1988). "Ein Bulle für alle Fälle" (1974). "Ein Bulle nach Pamplona" (1978). "Ein Bulle rechnet ab" (1985). "Ein Bulle schlägt zurück" (1984). "Ein Bulle sieht rot" (1970). "Ein knallharter Bulle" (1987). "Ein Mini hängt die Bullen ab" (1980). "Eine Kugel für den Bullen" (1980). "Gott sei den Bullen gnädig" (1972). "Heiße Mädels, wilde Bullen" (1993). "Kaminsky - Ein Bulle dreht durch" (1984). "Las-Vegas-Bulle" (1987). "Logan: Ein Bulle unter Verdacht" (1998). "Mein Freund, der Bulle" (1998). "Nackte Bullen schießen nicht" (1993). "Off Beat - Der Bulle von Paris" (1985). "Off Beat – Lasst die Bullen tanzen" (1985). "Schieß doch, Bulle!" (1989). "Schlappe Bullen beißen nicht" (1986). "Seine Majestät der Bulle" (1984). "Super Troopers – Die Superbullen" (2000). "Tod eines Bullen" (1999 TV-Serie "Rosa Roth"). "Tony Marroni …" (1975ff). "Trial – Ein Bulle schlägt zurück" (1996). "Under Cover – Ein Bulle will Rache" (1987). "Von Bullen aufs Kreuz gelegt" (1989). "Von Bullen und Bären" (2000 TV-Serie "Tatort").



Bulle: S. auch Besamung, Stier



Bullen: s. auch Bulle



Bürgermeister: Sprichwörter: Des Schulzen Pferd will jeder tätscheln (sorbisch). Wenn arbeiten so schön wär', tät’s der Bürgermeister selber. Wo der Bürgermeister nichts taugt, steht das ganze Dorf in schlechtem Ruf (Ukraine).
Sprüche: "Wenn der Bürgermeister seine Pflicht tut, werden kaum vier da sein, die ihn mögen" (Martin Luther). "Hättest du mein Geld und ich deinen Verstand", sagte der Bauer zum Bürgermeister, "so hätten wir beide nichts".
Im Gedicht: August Kopisch "Der Burgemeister zu Pferde". Altägyptische Plastik: "Der Dorfschulze".
Im Film /Filmtitel: u.. a. s. auch Baum "Bürgermeisterin Anna" (1950). "Der Bürgermeister" (1979). "Kalle wird Bürgermeister" (1956 Kinderfilm). "Matthes und der Bürgermeister" (1961 TV-Film).



Buridans Esel: s. Esel



Busch: Gott zeigt sich Moses in Gestalt eines brennenden Dornbusches ("Als nun der Herr sah, dass er herankam, um nachzusehen, rief Gott ihm aus dem Dornbusch heraus die Worte zu: Mose, Mose!". Vgl. auch: In der Literatur: "Ernst Wiechert "Der brennende Dornbusch".
Im Film : "Der brennende Dornbusch" 2005.
In der Malerei: "Moses und der brennende Dornbusch" 1960-66). Haarbüschel.
Redensarten: Auf den Busch klopfen (aushorchen. Nach dem Vorgang bei der Treibjagd. Ludwig Uhland Ballade "Der weiße Hirsch": "Es gingen drei Jäger wohl auf die Pirsch … Mir hat geträumt, ich klopf’ auf den Busch, / Da rauschte der Hirsch heraus, husch, husch!". Manchmal muss man auf den Busch klopfen, damit die Schlange heraus kommt.") Cherchez la femme (die hinter dem Busch steckt). Es ist etwas im Busch (z.B. der Teufel). Mit einer Sache hinterm Busch halten. Sich seitwärts in die Büsche schlagen (heimlich verschwinden. Nach Johann Gottfried Seume "Der Wilde" 1793).



Busch: Wie Zieten aus dem Busch (plötzlich auftauchen wie der Husarengeneral Hans Joachim von Zieten):
"Wie selber er genommen,
Die Feinde stets im Husch,
So war der Tod gekommen
Wie Zieten aus dem Busch."
(Theodor Fontane "Der alte Zieten")

Busch (Tropenwald, Schamhaar), Buschenschenke (Gastwirtschaft), Buschhemd (ursprünglich im Urwald getragenes Baumwollhemd). Büschel, buschig (z.B. buschige Augenbrauen), Buschmänner (kleinwüchsige Jäger und Sammler in SW-Afrika), Buschmesser, Buschtrommel (Nachrichtenübermittlung). Tiernamen: Buschhorn-Blattwespen, Buschhund, Buschkatze. Pflanzennamen: Buschbohne, Buschwindröschen (Anemone). Schimpfworte: Buschhure (Prostituierte, die im Freien arbeitet), Buschklepper (Strauchdieb), Buschneger. Den Brunstbusch roden (koitieren, E. Borneman).



Busch: Sprichwörter: Aus einem kleinen Gebüsch springt oft ein großer Hase (große Leute stammen oft aus kleinen Verhältnissen). Wer sich vor dem Busch fürchtet, kommt nie in den Wald.
In der Fabel s. auch Fledermaus.
In der Literatur: Otto Ludwig "Buschdichtungen". B. Traven "Der Busch" (1928).
Im Gedicht: Otto Ludwig "Buschlieder". Friedrich Schlegel "Die Gebüsche". Friedrich Schnack "Busch". Ludwig Tieck "Die Gebüsche".
Im Film /Filmtitel: u. a. "Buschfeuer" (TV-Serie "CSI: Miami" 2003). "Das Buschgespenst" (TV-Film 1986 nach Karl May).
In der Malerei: u. a. Vincent van Gogh "Die Büsche" (1888) und "Gebüsche bei Arles" (1888).



Büsche: s. auch Busch



Buschwindröschen: Anemone. Im Gedicht:
"…Du Mädchen – nein, Seele nur
in blassem Mädchengesicht;
Aufblick aus Hauch, und Spur
Aus Sternenlicht …"
(Josef Weinheber "Buschwindröschen")



Busen: s. Brust



Bussard: Er soll nach einer antiken Legende drei Hoden haben. Wer sein Fleisch isst, wird wahnsinnig (dieses Verbot sollte wohl den überaus nützlichen Mäusefresser schützen). Mäusebussard (Polizist im Prostituiertendezernat).
In der Literatur: Hermann Löns "Der Mäusebussard".
Im Gedicht: Otto von Taube "Bussardruf". Eugen Roth "Tierleben für jung und alt" (1973).
Schlager: "Der Bussard". "Wenn der Bussard fliegt".



Bussarde: s. auch Bussard



Butter: Chorführerin:
"Tanzt, ihr schlanken Gespielinnen,
Schüttelt den leeren Bauch,
Denn es winken euch:
Austernschneckenlachsmuränen-
Essighonigrahmgekröse-
Butterdrosselhasenbraten ..."
(Aristophanes "Weibervolksversammlung").

Hexen sind auf Butter gierig und verhexen die Milch. Dagegen schützt Johanniskraut oder einige Tropfen Weihwasser im Butterfass. Ein Butterbrot kann man für die Wettervorhersage nutzen: Fällt es auf die Seite mit Butter, gibt es Regen, fällt es auf die andere Seite, wird das Wetter schön.



Butter: Redensarten: S. auch Milch. Butter bei den Fischen (für reich), Butterpapier (beschichtetes Papier zum Einwickeln von Speisen), butterweich (nachgiebig, mitleidig). Dastehen wie Butter in der Sonne (versagen). Er verdient nicht die Butter auf dem Brot. Es ist alles in Butter (es ist alles in Ordnung. Früher wurden Glaswaren dick in Fett verpackt, um sie vor Zerbrechen zu schützen. Antispruch: … du kannst dein Fett abkriegen. Die letzten Worte der Forelle: "Alles in Butter"). Für ein Butterbrot arbeiten (weit unter Wert). Gut verkäuflich wie die Butter vor Weihnachten. Ihm fällt die Butter vom Brot. Jemandem die Butter auf dem Brot nicht gönnen. Jemandem etwas aufs Butterbrot schmieren. Lass die Finger von der Butter. Schneidet wie Butter (ein scharfes Messer). Sich (nicht) die Butter vom Brot nehmen lassen (sich nicht übervorteilen lassen). Sich nicht unterbuttern lassen (sich behaupten). Verbuttern (vergeuden). Zerfließen wie Butter an der Sonne.
Butterbrief (Erlaubnisschein des Papstes, während der Fastenzeit Butter zu verzehren), Butterbrotpapier (fettundurchlässiges Papier), Butterfahrt (zollfreier Einkauf auf Schiff, beliebter Rentnerzeitvertreib), Proletenbutter (Margarine).
Tiernamen: Butterfisch, Butterkrebs, Buttervogel (Schmetterling). Pflanzennamen: Butterbaum, Butterbirne (Obstart), Butterblume, Butterbohne, Butternuss, Butterpilz/Butterröhrling.



Butter: Sprichwörter: Butter ist des Morgens Gold, des Mittags Silber und am Abend Blei. Mancher denkt zu buttern und hat dann Quark im Fass. Nähre dich von Brot und Butter, bis Gott dir den Schinken dazu gibt! (aus Marokko).
Sprüche: "Abwägen - Kunstvoll dein Brot untersuchen, um festzustellen, auf welcher Seite es mit Butter bestrichen ist" (Ambrose Bierce). "Die härteste Butter trifft immer auf das pappigste Brötchen" (Manfred Krug). "Ein Butterbrot landet immer auf der Butterseite; eine Katze landet immer auf dem Pfoten; was passiert, wenn man einer Katze Butter auf den Rücken schmiert?" ("Aus "Dumme Sprüche"). Fettflecken werden wie neu, wenn man sie regelmäßig mit Butter bestreicht. "Kanonen statt Butter" (Hermann Göring). "Mir ist es piepegal, ob Salz, Butter, Wein oder Frauen schlecht für mich sind; das Leben ist eine unheilbare Krankheit" (George Tabori). Wann ist Butter am fröhlichsten? Wenn sie ausgelassen ist.
Vergleiche: "Minister fallen wie Butterbrote: gewöhnlich auf die gute Seite" (Ludwig Börne). Wer Butter im Kopf hat, soll nicht in die Sonne gehen (jüdisch). "Willst du Butter von der Behörde, schicke Milch auf den Dienstweg" ("Sprüchekalender").
Schimpfwort: Butterfass (großes Gesäß. Das Butterfass auslecken = Anilinctus), Buttermilch (Sperma).



Butter: Kindermund:
"Ri ra ruz,
Der Teufel ließ nen Furz.
Er ließ ihn in ein Butterfass.
Achherrjeh wie stank denn das!"
Und:
"Martin Luther, Martin Luther
Liegt begraben in der Butter."

Im Gedicht: Robert Burns "Brose and Butter". August Heinrich Hoffmann von Fallersleben "Mein Leibgericht" ("Die Buttermilch, mein Leibgericht, / Die Buttermilch mein Leben! …") Christian Morgenstern "Das Butterbrotpapier".
Im Lied: "Eine gute, auserwählte, hochgelobte Buttermilch" (aus "Des Knaben Wunderhorn"). Schlager: "Bread and butter" The Newbeats)



Butter: Im Film/Filmtitel: u. a. "Alles in Butter" (1963, 1972, 1982). "Bread and butter" (1990). "Butter" (1998). "Butterbrot" (1990). "Die Olsen-Bande – Butter, Brot und Bonzen" (1977). "His bread and butter" (1916). "Schwarz, rot, gold – Alles in Butter" (1982).



Butterblume: (Hahnenfußgewächs). Von der Butterblume sagt man, dass ihr Geruch wahnsinnig macht. Mit ihr versuchten Mädchen herauszufinden, ob ihr Freund gleichgültig oder verliebt ist. Buchtitel: Alfred Döblin "Die Ermordung einer Butterblume" (1913).
Im Gedicht: Arno Holz "Dicke, gelbe Butterblumen!" Christian Morgenstern "Butterblumengelbe Wiesen". Schlager: "Build me up buttercup" (The Foundations).
Im Film/Filmtitel: "Butterblume".
Schlager: "Butterblume". "Einen Strauß von Butterblumen".





Korrekturen, Ergänzungen?


© Hans Baier 2017