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Anfangsbuchstabe: P




Lexikon des Landlebens



Pächter: Redensart: Etwas für sich gepachtet haben (für sich beanspruchen). In der Fabel: Jean de la Fontaine "Der Pächter, der Hund der Fuchs" und "Jupiter und der Pächter".
Im Film/Filmtitel: u. a. "Die Pächterin Tan’ka" (1929). "Uli, der Pächter" (1955 Jeremias Gotthelf).
S. auch Knecht



Pappel: Im Harz und in Thüringen wurde früher gefallenen Mädchen zu Pfingsten ein Pappelzweig vor die Tür gestellt, "wohl eine Anspielung auf die Pappel als Abtreibungsmittel". Pappelblattkäfer, Pappelbock (Bockkäfer). Pappelglucke (Schmetterling), Pappelspinner. Pflanzenname: Pappelrauhfuß, Pappelrose.
Volksrätsel: "Ein langer Narr, ein dürrer Mann, / hat hunderttausend Schellen an."
Im Gedicht: Bertolt Brecht "Die Pappel vom Karlsplatz". Paul Celan "Ich hörte sagen". Johann Wolfgang von Goethe "Alle Pappeln hoch in Lüften". Günter Grass "Später Wunsch". Detlev von Liliencron "Mächtige deutsche Pappel". Friedrich Rückert.

"Pappeln, belaubte Phallen,
am Wege Napoleons.
Gloire im Blätterschatten,
im Winde das Umsonst"
(Günter Eich).

In der Malerei: Claude Monet "Die Pappeln von Giverney" (1887).
S. auch Espe



Papst: Sprichwörter: Der Papst und ein Bauer wissen mehr als der Papst allein.

"Der Papst sieht's nie
Der Kaiser selten,
Doch immer der Bauer von Velden"
(Lösung: Seinesgleichen).



Peitsche:
"Derart sprach er und trieb die mähnenumflatterten Rosse
vorwärts mit knallender Peitsche" (Homer "Ilias").
"Hilfsmittel zum Antreiben und Strafen …, sowie für leichte Hilfe" (Brockhaus). Bereits aus der Frühgeschichte der Landwirtschaft bekannt, als die Ehefrau in Ermangelung von Zugtieren den Pflug zog. Später drehten die Frauen den Spieß, Verzeihung, die Peitsche um, z. B. als Domina. Zur Luststeigerung werden vor allem edelsteinbesetzte Exemplare verwendet (Johann Heinrich Meibom verfasste - 1639 einen Bestseller unter dem Titel "Epistel über die Nützlichkeit der Geißelhiebe beim Liebesspiel"). Radfahrpioniere führten eine Peitsche mit sich, um angriffslustige Hunde auf Distanz zu halten. Im alten Rom peitschten Priester Frauen aus, um ihre Unfruchtbarkeit zu "kurieren". Mit Peitschenknallen werden im Frühjahr die Hexen vertrieben, wobei der Umstand zugute kommt, dass dabei die Peitschenspitze Schallgeschwindigkeit erreicht. Pflanzennamen: Peitschenkaktus, Peitschenmoos. Peitschenmuseum Burladingen.



Peitsche: Redensarten: Einpeitschen. Etwas durchpeitschen. Jemanden auspeitschen. Meereswogen/Schüsse peitschen. Mit Zuckerbrot und Peitsche (je nach Bedarf Milde und Härte anwenden). Die Hand für die Peitsche hinhalten bedeutete im alten Rom soviel wie "zur Schule gehen". Schuften wie ein gepeitschtes Tier.
Peitschenhiebverletzung (Schleudertrauma), Peitschenlampe (Straßenlaterne). Tiernamen: Peitschennatter, Peitschenwurm. Pflanzennamen: Peitschenalge, Peitschenkaktus, Peitschenmoos.
Sprichwörter: Alle Kreatur weidet unter Gottes Peitschenschlag (Hellas). Das beste Pferd braucht die Peitsche, der klügste Mensch die Frage, die frommste Frau einen Mann (jüdisch). Eine Peitsche, die immer knallt, achten die Pferde nicht. Mit der Peitsche treibt man den Hunger nicht aus. Mit eigner Peitsche und fremden Rossen ist gut fahren. Wer kein Pferd hat, braucht keine Peitsche.



Peitsche: Sprüche: Von Friedrich Nietzsche stammt der zweideutige Satz: "Du gehst zu Frauen? Vergiss die Peitsche nicht!" ("Also sprach Zarathustra"). "Die Sklaven von heute werden nicht mit Peitschen, sondern mit Terminkalendern angetrieben" (John Steinbeck). "Ein edles Pferd lässt sich schon durch den Schatten der Gerte lenken" (Curtius Rufus). "Eine Peitsche fällt guten Reitern zur Last" (Bertolt Brecht). "Uns fehlt ein Nationalzuchthaus und eine gemeinsame Peitsche" Heinrich Heine "Tannhäuser").
Vergleiche: "Ich trage nie eine Uhr. Uhrzeiger sind Peitschen für all jene, die sich als Rennpferde missbrauchen lassen" (François Mitterand).



Peitsche: In der Literatur: Rudolf G. Binding "Das Peitschchen" (in "Legenden der Zeit" 1948). Martial "Epigramme" (u. a. "Die Peitsche"). Karl May "Der Peitschenmüller".
Im Gedicht: Gustav Falke "Die Peitsche euch!" Günter Grass "Die Peitsche". Kurt Tucholsky "Zuckerbrot und Peitsche".
Im Film/Filmtitel: u. a. "Das Mädchen mit der Peitsche" (1951, 1964). "Der Mann mit der Kugelpeitsche" (1973). "Der Mönch mit der Peitsche" (1967 Edgar Wallace). "Der Peitschenmeister" (1997). "Die Gräfin mit der Peitsche" (1959). "Die grüne Peitsche" (1958). "Die Liebespeitsche" (1968). "Die Peitsche" (1961). "Die Peitsche der Pandora" (1996). "Die Peitsche im Genick" (1963). "Die schwarze Peitsche" (1956). "Die silberne Peitsche" (1952). "Die Todespeitsche" (1948). "Dragonard – Die Sklavenpeitsche" (1987).



Peitsche: Im Film/Filmtitel: u. a. "Gesetz der Peitsche" (1951). "Lassy LaRock – Der Mann mit der Peitsche" (1948/49). "Liebling, vergiss die Peitsche nicht!" (1966). "Mit Peitsche und Pistole" (1951/52). "Mit Rohrstock und Peitsche" (1968). "Mit Winchester und Peitsche" (1953). "Peitschen der Tyrannen" (1958). "Pornospiele mit Stock und Peitsche" (1968 Sexfilm). "Sklavinnen der Peitsche" (1954). "Um Krone und Peitsche / Der Todessprung" (1918). "Unter der Peitsche des Geschickes" (1918). "Zorro – Der Mann mit der Peitsche" (1968). "Zorros schwarze Peitsche" (1937). "Zuckerbrot und Peitsche" (1968, 2001 TV-Serie "Anwalt Abel").
In der Malerei: u. a. Auguste Renoir "Mädchen mit Peitsche" (1885).



Penis: (ländliche Ausdrücke, am Stammtisch und bei der Aufklärung der männlichen Jugend verwendet):
"Wie die Nase des Mannes
Ist auch sein Johannes

Beutel, Brunzer, Brunzzeug, Büchserl, Ding, Eichelober, Eier (pars pro toto, "Ei am Stiel"), Gemächte, Glied, Gschlamp (hängende Genitalien), Gurke, Horn, Knorpel, Knüppel, Latte (erigierter Penis. Bürospruch: Holz verbindet: Meine Chefin hat es als Brett vor dem Kopf, ich als Latte in der Hose. Der Städter kennt die Sonderform "Mopralla" = Morgenprachtlatte), Leberwurst, Lümmel, Nagel, Ochsenhörnd'l, Pfahl ("Pfahl im Fleisch"), Pfeife (Pfeifenschoner = Präservativ):
"Frau Wirtin hat auch einen Galan,
Dem hat’s der Türspalt angetan.
Wieder einmal trieb er’s durch die Ritze,
Da schlug der Wind die Türe zu,
Weg war die Pfeifenspitze."



Penis: Pflock, Piephahn, Pimmel (Kinderpenis), Pinsel ("Deinen Pinsel kannst Dir an den Hut stecken"), Prügel (einer Frau den Prügel zwischen die Beine werfen für koitieren), Rammler, Reitgerte, Riemen (sich am Riemen reißen = Selbstbefriedigung), Rohr (volles Rohr, ein dickes Rohr haben), Rohstock, Rübe/Steckrübe/rote Rübe, Rüssel, Rute ("Wünschelrute"), Säbel, Sack (pars pro toto, Spruch: Die Katze an den Sack lassen), Säckel, Sämann, Samenspender, Schlauch, Schniedel, Schniedelwurz.
Schwanz (Redensart: schwanzgesteuert. Schwanzfänger = Vagina. Dr. Schwanz = Facharzt für Geschlechtskrankheiten. Spruch: "Kein Schwanz ist so hart wie das Leben" Luisa Franca. Schlappschwanz: Penis nach dem Koitus. Vgl. auch Goethe "Der Schwanz".

"Am Ammersee, am Ammersee,
Da reckn d' Fisch dee Schwänz in d' Höh.
Wann ih zu meiner Kathl geh,
geht's mir wiea dee Fisch am Ammersee."
(Georg Queri "Bauernerotik")



Penis: Schweif, Specht, Spieß, Spritze/Spritzer, Stab, Stamm, Ständer (erigierter Penis. "Love me staender" frei nach Elvis Presley), Stange (Spruch: "Sie hielt mir die Stange, nur leider nicht lange"), Stängel ("Allzu früh den Seinigen mähte der Herr den Lebensstängel dieses Mannes ab" Grabspruch aus Axam), Stecher, Stecken ("Dreck am Stecken": Ausfluss aus dem Penis. Spruch: Lieber Eis am Stiel als Dreck am Stecken), Steifer, Stöpsel, Stößel, Stoßgeier, Stoßstange, Strumpf (Redensart: Jetzt geh ich mal meinen Familienstrumpf auswinden, für pissen), Stutzen, Wurm (Würmchen, Würmeling. Spruch: Hier ist Angeln verboten – steck deinen Wurm weg!), Wurstl, Wurzel/Genusswurzel, Zagel, Zapfen, Zebedäus, Zeug. Der römische Dichter Catull geriet unter den "Balken" des Prätors Memmius. Zipfel (Spezialform "Blaue Zipfel", nach übermäßigem Einsatz. Zipfelhaube, Zipfelmütze = Kondom).
Stammbuchvers nach E. Borneman:
"Der die Bäume hat gegipfelt,
Der die Männlein hat gezipfelt,
Der die Weiblein hat gespalten,
Wolle dich gesund erhalten!"



Penis: Nach Geräten benannt: Apparat, Bohrer (stumpfer Bohrer = schlaffer Penis), Bolzen, Büchsenöffner/Dosenöffner, Deichsel, Dengelstiel, Fiedelbogen, Flegel (Dreschflegel), Gerät, Hahn (nach dem Wasserhahn), Hammer (mit Stiel. Der Schlager "If I had a hammer, a hammer in the morning", gesungen von Trini Lopez, wird allerdings irrtümlich mit dem männlichen Glied in Verbindung gebracht), Harke, Hobel/Fotzhobel, Horn, Klöppel, Kolben, Ladstock, Lötkolben, Maschine, Ramme, Schaft, Schlegel, Schwengel (auch nichtsnutziger Mensch), Stecher, Stecker, Stiel, Stift, Werkzeug, Wetzstein



Penis: Bei den Landtieren sind unterschiedliche Penisformen festzustellen: Noppen, Borsten etc. Der Katzenpenis ist mit Schuppen und Widerhaken besetzt. Die Spitzmaus (das kleinste Säugetier der Welt) kann ihr Glied nach Gebrauch wie ein Taschenmesser zusammenklappen. Das Pferd stellt mit 60 cm Länge den Rekord unter den Haustieren auf. Die argentinische Ruderente hat ein Gerät, das alles Bekannte in den Schatten stellt: es misst in ausgefahrenem Zustand über 42 Zentimeter. Ein mit Noppen, Haken und Zacken besetzter Penis verhilft dem Schlangenweibchen zu langandauerndem Genuss.



Penis: S. auch Deichsel, Distel, Koitieren, Rübe, Sex, Wurzel



Petersilie: "Schnittlauch mit Dauerwelle" (E. G. Tange). Von den alten Griechen als heilige Pflanze verehrt. Gegen die gefürchteten kopflosen Geister konnte man sich durch Kreuzschlagen wappnen, aber auch durch die Anwendung von Petersilie. Die 40tägige Keimzeit der Petersilie wird in einer Legende so erklärt: Sie muss erst nach Rom reisen und den Petrus um Erlaubnis fragen. Sie gilt wegen ihres starken Aromas als Potenzmittel. Auch für Abtreibungen wurde die Pflanze verwendet. In einem alten Tanzlied heißt es:
"Die Petersilie ist gut,
Brosius steckt's auf seinen Hut.
Da wackelt ihm sein Federbusch ..

Redensarten: Er macht ein Gesicht, als ob ihm die Petersilie verhagelt wäre (missmutig gestimmt sein). Man kann Petersilie hinter seinen Ohren säen (so schmutzig ist er). Petersilie auf allen Suppen (für überall dabei sein). Petersilienblättrigkeit, Petersilienhochzeit (12 1/2-jähriges Ehejubiläum).
Sprichwörter: Petersilie hilft dem Mann aufs Pferd, der Frau aber unter die Erd'.
Vergleiche: "Wahrer Snobismus ist es, sich seine Petersilie von Fleurop ins Haus liefern zu lassen" (G. Drews).
In der Literatur: Ruth Schaumann "Der Petersiliengarten" (Märchen, in" Der singende Fisch").
Im Lied: "Petersilie" (In "Des Knaben Wunderhorn").



Petrus (hl.): Bedingt durch seinen eigenen Beruf Patron der Fischer, aber auch der Schmiede.



Petting: (ländliche Schnaderhüpfl):
"Die Gans'l tun pfeifen,
Die Hirsch' tun röhr'n.
Die Bub'n tun greifen,
Die Menscher habns gern."

"S Dirndl hat an weißen Bauch,
Un drauf an braunen Fleck.
Der Bub reibt die ganze Nacht
Und bringt ihn nicht weg."

"Dass i nicht g'falln bin,
Da dank' ich, o Gott,
Aber g'stolpert schon öfter
Übers sechste Gebot."

"Dirndl, ich hab dir g'sagt,
Lass' mir mei Ruh.
Sonst krieg'n wir an kloan Girgl,
Was tun wir damit?"

"Beim Kopf und bei d Füss'n,
Da fangt sich die Liebe an.
Bei der Mitt wärs am best'n,
Da därf man nöt dran."
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Pfahl: siehe Zaun



Pfarrer: (auf dem Dorf):
"Hier ruht Pater Beni,
Hinterlassen hat er weni':
Einen Maßkrug und ein Kruzifix,
Sonst nix
(Grabspruch)

Sprichwörter: Auch ein Pfarrer segnet zunächst seinen eigenen Bart (Griechenland). Der Pfarrer ist ein Heiliger vor dem Dorf, aber nicht vor der Magd seines Hauses. "Ein weinender Pfarrer und eine lachende Wirtin nimmt den Leuten das Geld aus dem Beutel" (Jean Paul). Es ist nicht not, dass die Pfaffen heiraten, solange die Bauern Weiber haben (altdeutsch). Pfaffen und Hunde verdienen ihr Brot mit dem Munde. Was Pfaffen und Wölfe beißen, ist schwer zu heilen. Pfaffenschnitzel (Bruststück von Gans oder Ente, die früher dem Pfarrer als Ehrengast zustand).



Pfarrer: Sprüche: "Da haben wir Gottes Wort schwarz auf weiß", sagte der Bauer, als er den Pfarrer auf einem Schimmel reiten sah. "Die Zeiten sind schlecht", sagte der Pfarrer, "die Bauern machen ihre Kinder selber". "Ich hab es öfters rühmen hören, / Ein Komödiant könnt einen Pfarrer lehren" (Johann Wolfgang von Goethe "Faust"). "In jedem Dorf gibt es eine Fackel, den Lehrer, und jemanden, der dieses Licht löscht, den Pfarrer" (Victor Hugo). "Pfarrer sind große Herrn, Pfarrer tun’s selber gern" (Volksmund).
In einem weit verbreiteten Schwank weist ein Bauer nach, warum sein Pferd klüger sei als der Pfarrer. Seit es einmal gestürzt sei, gehe es niemals wieder auf das Eis. Hochwürden aber renne immer wieder ins Wirtshaus. Ein Bischof visitierte einen Dorfpfarrer und entdeckte dabei eine junge, hübsche Haushälterin und zwei Kinder, die im Hof spielten. "Was sind das für Kinder?" fragte er den Pfarrer. Der antwortete: "Es sind die Neffen meines Bruders".



Pfarrer: In der Literatur: "Der Pfarrer als Heiratsvermittler" und "Der Vogel im Käfig" (u. a. In: "Die hundert neuen Novellen"). Ludwig Anzengruber "Der Pfarrer von Kirchfeld" (1870/71, Theaterstück). Achim von Arnim "Metamorphosen der Gesellschaft. Sonntagserzählung des Landpredigers. Honoré de Balzac "Szenen aus dem Landleben" (2. "Der Dorfpfarrer"). Georges Bernanos "Tagebuch eines Landpfarrers" (1936). Heinrich Federer u. a. "Am Fenster" und "Jungfer Therese" (1913). Ludwig Ganghofer "Hochwürden Herr Pfarrer". Oliver Goldsmith "Der Landpriester von Wakefield (1766, deutsch 1767). Francis Jammes "Der Pfarrherr von Ozeron" (1918, deutsch 1921). Jakob Michael Reinhold Lenz "Der Landprediger" (1776/77). Oskar Panizza "Pastor Johannes" (1894). Wilhelm Raabe "Der Hungerpastor" (1863/64). Peter Rosegger u.. a. "Bergpredigten" (1911), "Der Dorfcaplan" (in "Dorfsünden"), "Der Pfarrer im Gebirge" (in "Die Älpler") und "Der Pfarrer von Grabenbach" (in "Sonderlinge aus dem Volke der Alpen"). Ludwig Thoma "Der heilige Hies". Felix Timmermans "Der Pfarrer vom blühenden Weinberg" (1923).



Pfarrer: Im Gedicht: Gottfried August Bürger "Des Pfarrers Tochter zu Taubenhain". Annette von Droste-Hülshoff "Des alten Pfarrers Woche". Johann Wilhelm Ludwig Gleim "Pfarrer Kunz". Justinus Kerner "Pfarrer Sauls Gesicht".

"Meine guten Bauern freuen mich sehr;
Eine ‚scharfe Predigt’ ist ihr Begehr.
Und wenn man mir es nicht verdenkt,
Sag’ ich, wie das zusammenhängt.
Sonnabend, wohl nach Elfe spat,
Im Garten stehlen sie mir den Salat;
In der Morgenkirch’ mit guter Ruh
Erwarten sie den Essig dazu;
Der Predigt Schluss fein linde sei:
Sie wollen gern auch Öl dabei."
(Eduard Mörike "Pastoral-Erfahrung")

Peter Rosegger "Hannchen beim Pfarrer". Friedrich Rückert u. a. "Die Pfarrjüngferchen" und "Pfarrer und Kaplan". Hans Sachs u. a. "Der fahrend Schüler mit dem Teufelbannen" (1551, Liebesabenteuer einer Bäuerin mit dem Dorfpfarrer; Nutznießer ist der "fahrende Schüler") und "Der Pfarrer mit dem Chorrock" ("Ein Pfarrer auf eim Dorfe saß …") Ludwig Uhland "Auf den Tod eines Landgeistlichen".



Pfarrer: Im Film/Filmtitel: u. a. "Am Gletscher" (1989 Dorfpfarrer in Island). "Am Sonntag bist du tot" (2014). "Böses Blut" (TV-"Tatort" 2001). "Camillla – Das Mädchen und der Priester" (1984). "Das Gelübde des Priesters" (1951). "Das Herz eines Priesters" (1999). "Das Mädchen vom Pfarrhof" (1955). "Dem Himmel sei Dank" (TV-Film 2005, Dorfpastorin). "Der Bergpfarrer" (TV-Film 2004/05). "Der Pastor mit der Jazztrompete" (1962). "Der Pfarrer und das Mädchen" (1974). "Der Pfarrer von Kirchfeld" (1914, 1937, 1955). "Der Pfarrer von Pigalle" (1957). "Der Pfarrer von St. Michael" (1957). "Der Pfarrer von St. Pauli" (1970). "Der Pfarrgockel" (TV-Serie "Königl. Bayerisches Amtsgericht"). "Der Priester" (1990, 1994). "Der Priester und das Mädchen" (1958, 1995). "Der Priestermord" (1988). "Der Tod eines Priesters" (1999 TV-Serie "Der Bulle von Tölz"). "Des Pfarrers Töchterlein" (1912). "Die Frau des Priesters" (1970, 1992). "Die Geliebte des Priesters" (1970).



Pfarrer: Im Film/Filmtitel: "Die Geliebte und der Priester" (1996). "Die Liebe eines Priesters" (2005). "Die Pastorenwitwe" (1920). "Die Pfarrhauskomödie" (1972). "Don Camillo und Peppone". "Ein Priester schweigt" (1988). "Eva und der Priester" (1961). "Hochwürden wird Papa" (2002 mit Hans Clarin). "Mord im Pfarrhaus" (1986 Agathe Christie). "O Gott, Herr Pfarrer" (1988 TV-Serie). "Pfarrer Braun" (TV-Krimi-Serie). "Pfarrer in Kreuzberg" (1977). "Pfarrer in Lenau" (1990). "Pfarrer Iseli" (1969). "Pfarrer Kneipp, der Wasserdoktor" (1958). "Priester der Entrechteten" (1992). "Sehnsucht nach Liebe" (TV-Film 2004 Dorfpfarrerin). "Tagebuch eines Landpfarrers" (1950). "… und Papa war der Pastor" (1986). "Vier Pastorentöchter" (1985).



Pfarrer: Im Lied: "Es wollt’ ein Bauer früh aufsteh'n …" ("Und als der Bauer in die Kammer kam, / Stand der Pfaff da, zog seine Hosen an …")
In der Malerei: Albrecht Dürer "Geschichte des Pfarrers von Kalenberg" (Holzschnitt 1490).



Pfarrer: S. auch Kirche, Predigt.



Pfeffern: Brauchtum in den Tagen nach Weihnachten. Junge Burschen schlagen mit Ruten den Mädchen an die Beine und rufen dabei: "Schmeckt der Pfeffer gut?" Die Mädchen kaufen sich mit Gebäck, z.B. mit Pfefferkuchen, frei.



Pferd: "Vierbeiner, Grasfresser. Vierzig Zähne, davon vierundzwanzig Backenzähne …" (Charles Dickens). "Begründer und Bewahrer der Zivilisation" (Ambrose Bierce). "Die edelste Eroberung, die der Mann je gemacht hat" (Georges-Louis Buffon).
Mit ca. 46 Jahren das langlebigste europäische Säugetier. Dem römischen Kriegsgott Mars wurden jedes Jahr Pferde geopfert. Ihre abgeschnittenen Schwänze hob man als Fruchtbarkeitssymbol bis zum nächsten Frühjahr auf. Aus dem Schnauben und Wiehern von Pferden deutete man im Altertum die Zukunft. Die Satyrn werden in der griechischen Kunst als "schöne Jünglinge mit spitzen Ohren und einem zu einem Schwänzchen verkümmerten Pferdeschweif" dargestellt. Der Silen ist ein "zweibeiniges halbmenschliches Pferdewesen". Ein aus Holz geschnitzter Pferdekopf, der am Hausgiebel angebracht wurde, konnte Unheil abwenden. Stotternde können geheilt werden, wenn man sie an einem Brunnen zwischen zwei Pferden trinken lässt. Pferde, die einen Leichenwagen gezogen haben, bleiben so lange traurig, bis sie wieder eine Hochzeit fahren dürfen.



Pferd: Bei jungen Mädchen gibt es eine sog. "Pferdephase", in der das Pferd dem Mädchen "einiges bieten kann" (M. Miersch). Mädchen identifizieren sich gerne mit Pferden, weil es "gewaltlose Fluchttiere" sind. Von zehn Kindern, die Pferde lieben, ist nur eines ein Junge. Hippotherapie ist der medizinische Ausdruck für "therapeutisches Reiten", dessen Kosten leider von den Krankenkassen seit 1999 nicht mehr übernommen werden. Der Pferdeliebhaber füttert sein Reittier mit "Pferdeleckerli" (Minze, Banane, Apfel) und pflegt es mit "Hufbalsam" und "Fliegenfrei-Felldeo". Inzwischen gibt es eine Universität für Pferdeflüsterer. Pferdeklappe (anonyme Abgabemöglichkeit für nicht mehr gebrauchte Reittiere). Pferdehochsprung: nur eineinziges Mal olympische Disziplin (1900). Der II. Weltkrieg war der "größte Pferdekrieg der Geschichte".



Pferd: Nervöse und traurige Pferde kann man aufheitern, indem man einen Spiegel im Stall anbringt. Das Pferd soll alles zehnmal größer sehen, deswegen "unterwirft es sich auch dem kleineren Menschen". Die Wissenschaftler fanden überraschenderweise heraus, dass das Pferd auf der Intelligenzskala nur den achten Rang einnimmt, nach Affen, Elefanten, Delphinen, Löwen, Hunden und Katzen. Trotz seines niedrigen Intelligenzquotienten war das Pferd seit zwei Jahrtausenden "zweifellos der nützlichste tierische Kriegshelfer" (M. Schreiber). So wie der Beamte im Sitzen kann das Pferd im Stehen schlafen. Wer Pferdefleisch isst, kann sich auf die Steinzeitmenschen und die Ureinwohner Amerikas berufen: Pferde standen bereits auf ihrem Speisezettel. In anderen Kulturen galt das Pferd als Opfertier, deshalb war der Verzehr von Pferdefleisch mit einem Tabu belegt. "Der Verzehr von Pferdefleisch war den Römern eher ekelhaft und sie verstanden sich nur dazu, wenn die Alternative das nackte Verhungern geheißen hätte" (A. Toynbee). Hildegard von Bingen warnt vor dem Verzehr, weil das Fleisch "zäh und unverträglich" ist.



Pferd: Berühmte Pferde: S. auch Hengst. Der "Wilde Jäger" benutzte ein dreibeiniges Pferd, begleitet von Hunden, Füchsen und Dachsen. "Buzephalos" (Lieblingspferd Alexander des Großen). "Babieca" hieß das Pferd des spanischen Nationalhelden El Cid. Napoleons Pferd hieß "Nickel". Das Pferd "Comanche" war der einzige Überlebende in der Schlacht am Little Big Horn 1876, wo der Indianerhäuptling Sitting Bull das 7. US-Kavallerieregiment vernichtend schlug. Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts sorgten die "rechnenden und denkenden" Elberfelder Pferde für Aufsehen; vor allem der "Kluge Hans" brachte es zu einer deutschlandweiten Berühmtheit.



Pferd: Pegasus: "Sie ritten auf einem Schaukelpferd und glaubten, es wäre Pegasus" (John Keats).
Geflügeltes Pferd des Göttervaters Zeus. Dichterross. "... geflügeltes Wort für ein hochtrabendes Steckenpferd" (Gerhard Uhlenbruck). Pegasus mit Pensionsberechtigung (Poetikprofessor).
Redensarten: Den Pegasus besteigen/reiten ("Wie soll Pegasus in die Lüfte steigen, wenn du ihn mit leerem Stroh fütterst?" Zarko Petan. "Mancher, der sich berufen fühlt, den Pegasus zu reiten, wird schon sehr bald abgeworfen" Klaus Müller).
Sprüche: "Die Pegasuse fliegen tief: es wird Anerkennung regnen" (Wieslaw Brudzinski). Bürospruch: Wäre der Pegasus so leicht wie der Amtsschimmel zu reiten, gäbe es kein Behördendeutsch.
Im Gedicht: Felix Dahn "Vom Pegasus". Arno Holz "Der geschundene Pegasus" (1892). Friedrich Schiller "Pegasus im Joche".
In der Malerei: u. a. Odilon Redon "Pegasus" (um 1895) und "Triumph des Pegasus", (um 1905-1907).



Pferd: Zentaur (Kentaur): Die Zentauren der griechischen Sage sind Mischwesen aus Pferd und Mensch. Herkules tötete den Zentauren Nessos, der sich an seiner Gemahlin vergehen wollte. Über das Aussehen eines Zentauren informiert uns der Sagenerzähler Gustav Schwab ausführlich: "Der schönste und jugendlichste unter den Centauren war Cyllarus; goldfarben sein langes Lockenhaar und sein Bart, sein Antlitz freundlich, Nacken, Schultern, Hände und Brust wie vom Künstler geformt, auch der untere Teil seines Körpers, der Rossleib, war ohne Fehler, der Rücken bequem zum Sitzen, die Brust hochgewölbt, die Farbe pechschwarz, nur Beine und Schweif lichtfarbig." Chiron "der gerechteste, mildeste und frommste aller Kentauren war berühmt wegen seiner Kenntnisse in Musik, Medizin und Schießen … Durch einen vergifteten Pfeil von Herkules … verletzt, bat er ob der entsetzlichen Schmerzen Zeus, ihn unter die Sterne zu versetzen, was auch geschah" (Lawrence Norfolk, vgl. auch das Sternbild).



Pferd: Zentaur (Kentaur):In der Literatur: Frank Thiess "Der Zentaur" (1931). John Updike "Der Zentaur".
Im Gedicht: Werner Bergengruen "Lied der Kentauren" (in "Figur und Schatten"). Hugo von Hofmannsthal "Nach einem antiken Vasenbild". Friedrich Hölderlin "Chiron". Karl Krolow "Kentaurenflucht" (nach José Maria de Hérédia).
In der Malerei: u. a. Arnold Böcklin "Kentaurenkampf" ( 1873). Sandro Botticelli "Minerva und der Kentaur" (um 1482-1483). Giorgio de Chirico "Ödipus und die Kentauren". Albrecht Dürer (verschiedene Zeichnungen). Max Klinger "Wandbild der Villa Albers: Landschaft mit Kentaur" (1884-85). Franz von Stuck "Betrunkene Kentaurin" und "Kentaur und Nymphe".



Pferd: Trojanisches Pferd: "Danaergeschenk". In dem gigantischen hölzernen Pferd, das auf Anweisung des Odysseus gebaut wurde, versteckten sich die griechischen Krieger und gelangten so in die belagert Stadt Troja. Vergil in der "Aeneis": "Was es auch sei, ich fürchte die Danaer, selbst wenn sie Geschenke bringen".
Redensarten: Ehrlich sein wie ein Rudel Trojanischer Pferde (für falsch). Stanislaw Jerzy Lec meint, Politik sei ein "Wettrennen trojanischer Pferde". Von einem sehr alten Mann sagt man, er ist schon auf dem Trojanischen Pferd geritten. Wer das berühmte Pferd nachbauen will, dem mag die folgende Anleitung einige Hilfen bieten: "Epeus aber zimmerte zuerst die Füße des Pferdes, dann den Bauch; über diesen fügte er den gewölbten Rücken, hinten die Weichen, vorn den Hals; über ihn formte er zierlich die Mähne, die sich flatternd zu bewegen schien; Kopf und Schweif wurden reichlich mit Haaren versehen, aufgerichtete Ohren an den Pferdskopf gesetzt und gläserne leuchtende Augen unter der Stirne angebracht; kurz es fehlte nichts, was an einem lebendigen Pferde sich regt und bewegt" (Gustav Schwab). Trojaner (EDV-Virus: Spitzelprogramm).
Im Film /Filmtitel: u.. a. "Das Trojanische Pferd" (1939). Lovis Corinth "Das Trojanische Pferd" (1924).



Pferd: Mähne (üppiger, ungepflegter Haarwuchs), Paradepferd, Pferd (Turngerät, Springer im Schachspiel, vgl. auch die Fabel von Gotthold Ephraim Lessing), Pferdebahn (Straßenbahn), Pferdefleischholz (Holzart), Pferdehirsch, Pferdeknopfnebel (Astronomie), Pferdekuss (schmerzhafte Prellung), Pferdelunge, Pferdemakrele, Pferdeoper (Wildwestfilm), Pferdepocke (Hautkrankheit), Pferdeschwanz (Frisur. Die Geige ist ein "Instrument, das menschliche Ohr zu kitzeln, indem man einen Pferdeschwanz an Katzendärmen reibt" Ambrose Bierce). Pferdestärke (PS, "Eine wunderbare Sache, als nur Pferde sie hatten" E. G. Tange. "Auto: Pferdestärke anvertraut an Esel" Stefanie Kroth. Die Pferdestärke geht auf James Watt zurück, der mit dieser Leistungsangabe seiner Dampfmaschinen deren Überlegenheit gegenüber dem Antrieb durch Pferde vermitteln wollte), Pferdsprung (Turnübung). Schaukelpferd, Seepferdchen (Schwimmabzeichen), Wiehern (laut lachen), Xanthippe (das gelbe Pferdchen, auch zänkische Frau - Zankthippe), Zugpferd ("Wer sich als Zugpferd vor anderer Leute Wagen spannen lässt, ist ein Esel, der die Karre aus dem Dreck ziehen soll" Gerhard Uhlenbruck). Coaching by horses (Managmenttraining mit Pferden). Markensignete: die Autofirmen Ferrari und Porsche. Das Flusspferd ist nicht mit dem Pferd, sondern mit dem Schwein verwandt. Herrgottspferdchen (Marienkäfer).
Tiernamen: Pferdeantilope, Pferdebock (Säbelantilope), Pferdeegel, Pferdemagenbremse (Fliege), Pferdezunge (Heilbutt), Seepferdchen. Pflanzennamen: Pferdeaktinie (Anemone), Pferdebohne, Pferdeeppich, Pferdeminze, Pferderettichbaum, Sattellorchel.



Pferd: Steckenpferd (früher Kinderspielzeug. Bereits auf antiken Abbildungen. "Ross, das seinem Reiter im Nacken sitzt" (Ron Kritzfeld).
Redensarten: Ein Steckenpferd reiten. "Hobbys sind Steckenpferde, die den Reitern die Sporen geben" und "Ein Hobby ist ein Steckenpferd, das auf seinem Reiter sitzt" (Heinz Rühmann).
Sprichwörter: Ein Steckenpferd frisst mehr als zehn Ackergäule. Steckenpferde sind die teuersten Pferde. Wer ein Steckenpferd reitet, steht mit beiden Beinen auf der Erde.



Pferd: Steckenpferd. Sprüche: "Am sichersten reitet man auf dem Steckenpferd des Chefs" (Ralph Boller). "Das Steckenpferd ist das einzige Pferd, das über jeden Abgrund trägt" (Friedrich Hebbel), "das einzige Pferd, bei dem auch der Reiter beschlagen wird" (Gerhard Uhlenbruck). "Der Autonarr: Pferdestärken sind sein Steckenpferd" (Gerhard Uhlenbruck). "Ein Steckenpferd kann einen ganz schön in Trab halten" (Gerhard Uhlenbruck). "Hans Dampf in allen Gassen hat kein Steckenpferd, aber er weiß auf jedem zu reiten, das man ihm zwischen die Beine schiebt" (Stefan Zweig). "Mit Steckenpferden ist das so eine Sache: Entweder du reitest sie oder sie reiten dich" (Stefanie Kroth). "Steckenpferd’ bedeutet nicht, dass man ein Hobby tierisch ernst nehmen soll" (Gerhard Uhlenbruck"). "Steckenpferde dürfen nicht im Galopp geritten werden, sonst nützen sie nichts" (Mathias Wieman). "Steckenpferde sind schlechte Kutschenpferde" (Georg Christoph Lichtenberg). Chefschelte: Sein Steckenpferd - die Sekretärin reiten. Buchtitel: Edgar Wallace "Das Steckenpferd des alten Derrick".
In der Literatur: Werner Bergengruen "Morgenritt auf dem Steckenpferdchen" (in "Badekur des Herzens").
Im Gedicht: Heinz Erhardt "Das Steckenpferd". August Heinrich Hoffmann von Fallersleben "Steckenpferdreiterlein".



Pferd: Redensarten: Alles auf ein Pferd setzen/aufs falsche Pferd setzen. Auf dem Apostelpferde reiten (per pedes apostolorum = zu Fuß gehen). Bestes Pferd im Stall (fähigster Mitarbeiter). Das hält kein Pferd aus. Das Pferd hinter den Wagen spannen. Dasselbe Pferd zweimal kaufen. Den Bettler aufs Pferd setzen (vergebliche Mühe). Die Pferde gehen mit ihm durch (er verliert die Beherrschung). Die Pferde scheu machen (jemanden ängstigen). Ein totes Pferd reiten (Unnützes, Unsinniges tun. Steig ab, wenn du merkst, dass du ein totes Pferd reitest - indianisch). Eine Nachricht trifft einen wie der Hufschlag eines Pferdes (überraschend). Einem eine Abreibung verpassen (Schläge, Zurechtweisung; vom Abreiben der Pferde). Endstation Salami (Wurst aus Pferdefleisch). Ich glaub’, mein Pferd schielt (überrascht sein). Jemand singt wie ein altes Pferd hustet.



Pferd: Redensarten: Jemandem etwas vom Pferd erzählen (vom Trojanischen Pferd, raffinierte Lügen auftischen). Jemandem gut zureden wie einem kranken Pferd. Ich denk’, mich tritt ein Pferd (erstaunt sein). Keine zehn Pferde bringen mich da hin/weg. Man hat schon Pferde (vor der Apotheke) kotzen sehen (für ein unwahrscheinliches Vorhaben). Man muss den Pferden zu saufen geben. Mit den Hufen scharren (in Startposition warten). Mit ihm kann man Pferde stehlen (für Verlässlichkeit. Alternativ: Mit dem kann man Pferdeäpfel stehlen). Nun mal sachte mit den jungen Pferden (nichts überstürzen). Schneller als ein Pferd einen fahren lässt. Rennpferd des kleinen Mannes (Brieftaube). Schuften/arbeiten wie ein Pferd. Um eine Pferdelänge voraus sein. Wie ein Pferd im Stehen schlafen. Pferdekuss (Schlag, Fieberbläschen).



Pferd: Redensarten: Gaul (sprachliche Sonderform, vor allem in Süddeutschland): S. auch Karren. Auf jemanden einreden wie auf einen kranken Gaul. Einem geschenkten Gaul, schaut man nicht ins Maul (bezieht sich auf Pferdehändler, die am Gebiss der Tiere deren Alter feststellen. Alternativ: Einem geschenkten Barsch schaut man nicht in die Kiemen). Ihm geht der Gaul durch. Mach mir meinen Gaul nicht scheu (nur langsam!). "Wenn alte Gäule in Gang kommen, sind sie nicht zu bremsen" (Christoph Lehmann). Rappe (schwarzes Pferd. Hexen schlüpfen nach ihrem Tod in die Gestalt von Rappen). Berappen (bezahlen, von der Schweizer Münze. Wohl eher vom Adler als Münzbild, den man für einen Raben hielt), auf Schusters Rappen (zu Fuß. "Andare sul cavallo di San Francesco" Italien). Scheuklappen haben. Der Schweif musste für zahlreiche Wörter herhalten: u. a. geschweift, abschweifen, umherschweifen, weitschweifig, Kometenschweif. "Weltgeist (Weltseele) zu Pferde" (Georg Wilhelm Friedrich Hegel über Napoleon, auch Johann Wolfgang von Goethe).



Pferd: Sprichwörter: S. auch Sau.
"Wer nicht Lust hat an einem blanken Schwert
Und nicht Lust hat an einem stolzen Pferd
Und nicht Lust hat an einem schmucken Weib,
Der hat kein Herz in seinem Leib!"
(Martin Luther).

"Das Paradies der Erde,
Liegt auf dem Rücken der Pferde,
In der Gesundheit des Leibes
Und am Herzen des Weibes"
(Friedrich von Bodenstedt).

An Meinen und Glauben bindet man kein Pferd fest. Das Denken soll man den Pferden überlassen, denn die haben die größeren Köpfe (vielleicht von den "denkenden" Zirkuspferden). Das Pferd, das am besten zieht, bekommt die meisten Schläge.



Pferd: Sprichwörter: Das Pferd, die Frau und das Schwert verborgt man nicht (Griechenland). Das Pferd wäre ein hübsches Tier, sagte der Ochse, wenn es nur ein paar Hörner hätte. Das sind des Mannes Leiden: Jäher Tod des Wallachs während des Marsches, Zerbrechen des Bogens auf der Jagd, Tod der Frau im Alter und Bersten des Kessels im Winter (aus der Mongolei). Der Trog ist voll, aber die Pferde saufen nicht. Die Frau, das Pferd und das Schwert dürfen gezeigt, aber nicht verliehen werden (aus Großbritannien). Die wildesten Fohlen werden die besten Pferde. Ein geliehenes Pferd fällt auch auf ebenem Wege (Litauen). Ein fettes Pferd rennt nicht gut. Ein gesprochenes Wort holen vier Pferde im Galopp nicht ein (Japan). Ein Pferd kommt vor Hunger um, wenn es von mehreren Leuten gehütet wird (aus Obervolta). Eine gute Hand macht aus einem Klepper ein Pferd, eine schlechte aus einem Pferd einen Klepper (Spanien). Einem schwitzenden Pferd und einer weinenden Frau vertrau dich nicht an (Albanien).



Pferd: Sprichwörter: Ein Pferd soll man erst nach einem Monat, eine Frau nach einem Jahr loben. Ein gutes Pferd sucht man im Stall, ein braves Mädchen zu Hause. Frauen, Pfauen und Pferde sind die drei stolzesten Tiere der Erde. Junge Frauen sind die Pferde, auf denen alte Männer zur Hölle reiten. Kommt das Glück als Gaul, / dann sei zum Reiten nicht zu faul! Krankheit kommt zu Pferde und geht zu Fuß wieder weg (England). Man kann arbeiten wie ein Ackergaul, / für die Zuschauer ist man immer zu faul. Mancher kommt zu Pferd und geht zu Fuß wieder weg. Mit gutem Gaul, Latein und Geld, / kommt man durch die ganze Welt. Mitten im Fluss soll man nicht die Pferde wechseln. Pferdehufen, Katzenklauen und Spielerhänden ist nicht zu trauen. Ungeduld ist ein schnelles Pferd aber ein schlechter Reiter. Wer die Wahrheit sagt, muss ein schnelles Pferd haben (Lettland).



Pferd: Sprichwörter: Wer ein Pferd ohne Fehler will, muss zu Fuß gehen (Frankreich). Wer Frauen und Pferde sucht ohne Mängel, hat nie ein gutes Pferd im Stall, im Bett nie einen Engel.

"Wer seine Frau lässt geh'n auf jedes Fest,
Sein Pferd aus jeder Pfütze trinken lässt,
Hat bald eine Mähre im Stall
Und eine Hure daheim und überall."

Wo das Pferd liegt, da lässt es auch Haare. Zur Heirat reite nicht auf schnellem Pferde (Russland).



Pferd: Sprüche:
Der Mai ist gekommen, die Pferde schlagen aus,
der Bauer im Nachthemd die Treppe runtersaust.
Die Hühner im Stall, die spielen Klavier,
die Oma auf’m Nachttopf, die schreit nach Papier.

"Am Brandmal erkenn’ ich die Pferde, die was taugen, verliebte Jünglinge erkenn’ ich an den Augen" (Leo N. Tolstoi). "Auf unsere Frauen, unsere Pferde und die, die sie besteigen" (Hochlebespruch von Jacques Chirac). "Das Auto hat das Pferd noch lange nicht verdrängt – oder kennen Sie ein Denkmal, auf dem ein Mann am Steuer sitzt?" (Hans Günter Winkler). "Das ist schon ein zweischneidiges Pferd" (aus einer Zeitungsnotiz). "Das Schwein sagt zum Ross: Ich ließe mich nicht striegeln" (Ludwig Anzengruber).



Pferd: Sprüche: "Die Natur könnte kein Pferd bilden, wenn nicht alle übrigen Tiere voraufgingen, auf denen sie, wie auf einer Leiter, zur Struktur des Pferdes emporstieg" (Johann Wolfgang von Goethe). "Ein Pferd, ein Pferd! Mein Königreich für ein Pferd!" (William Shakespeare "König Richard III."). "Ein richtiger Mann sollte sich nie auf eine Frau verlassen, sondern immer auf sein Pferd" (John Wayne). "Ein Western für Erwachsene ist ein Film, in dem der Held klüger ist als sein Pferd" (Jim Laker). "Eine Frau, ein Gewehr und einen Gaul darf man nicht ausleihen" (Napoleon Bonaparte). Für den Kutscher ist das Pferd ein anziehender Leitartikel. Hier arbeiten 100 Pferde und ein Esel (Aufschrift auf einer Autoheckscheibe).



Pferd: Sprüche: "Ich ärgerte mich über den Menschenlärm unter mir und konnte nicht eher schlafen, als bis ich wusste, es waren Pferde" (Jean Paul). "Ich glaube an das Pferd; das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung" (Kaiser Wilhelm II.) "Ich helfe den Bauern auf die Beine", sagte der Edelmann, als er ihnen die Pferde wegnahm. "In England ist das Interesse an der Ungleichheit der Pferde weitaus größer als an der Gleichheit der Menschen" (Gilbert Keith Chesterton). Pferde sind nicht für das Reiten gemacht, sie lassen das Reiten nur zu.



Pferd: Sprüche: "Sie interessiert sich eben nur für Dinge, die gleichzeitig Gras fressen und furzen können" (Prinzgemahl Philipp über Queen Elisabeth). Sieht aus, als habe man ihm das PPferd unterm Hintern weggeschossen. "Stirb noch nicht, Pferd", sagte der Bauer, "ich will gleich Hafer säen". "Über die Pferde hat der Herr eine himmlische Satteldecke gebreitet" (Carl Zuckmayer). "Was Diplomaten und Pferde miteinander verbindet, ist die Gewohnheit, im Stehen zu essen" (Robert Lembke). "Wenn die Pferde Götter hätten, sähen sie wie Pferde aus" (Xenophanes). Wenn ein Mädchen von Pferden träumt, dann hat der Reiter nichts getaugt. "Wenn Sie ein Pferd haben, das einen Wagen ziehen soll, müssen Sie ihm Futter geben" (Winston Churchill über das Nachkriegsdeutschland). "Wer vom Pferd fällt, muss schauen, dass er möglichst schnell wieder in den Sattel kommt" (John Wayne). Schüleraufsatz: Ein Pferd ist ein sehr gefährliches Tier: vorne beißt es, hinten tritt es aus, rechts und links kann man runterfallen!



Pferd: Vergleiche:
"So wie den jungen Stier die ersten Male das Joch drückt,
Wie ein gefangenes Pferd erst kaum die Zügel erträgt,
So fügt mein unerfahrenes Herz sich schwer nur der Liebe"
(Ovid "Briefe berühmter Frauen").
Das Herz gleicht einem Pferd, das über die Ebene galoppiert: Leicht ist es losgelassen und schwer zum Halten gebracht (China). "Das Pferd ist der Esel des Menschen" (Wilhelm Busch "Vorlesungen aus dem Gebiet der Naturgeschichte"). "Eine Frau soll aussehen wie ein junges Mädchen, auftreten wie eine Lady, denken wie ein Mann und arbeiten wie ein Pferd" (Caroline Klein Simon). Gestriegelt wie ein Paradepferd. Zebra: "Ein Pferd hinter Gittern". Giraffe: Ein "durch Neugier verlängertes Pferd" (Ramón Gómez de la Serna). Das Kamel ist ein Pferd "mit einem zu engen Hüftgürtel" oder ein "Pferd, zu dem ein persönlicher Referent einen Entwurf gemacht hat" (Horst Ehmke). "Der Fürst, der einen Weisen nährt und ihn nicht fragt um Rat, / ist gleich dem Krüppel, der kein Bein und doch ein Reitpferd hat" (Wilhelm Müller). "Der Stil eines Autors ist ein Pferd, das nur einen einzigen Reiter trägt" (John Steinbeck).



Pferd: Vergleiche: "Ehemänner sind wie angepflockte Pferde: sie grasen gerne an der äußersten Grenze ihrer Bewegungsfreiheit" (Dany Robin). "Ehemänner sind wie Pferde: erst wenn sie Zügel spüren, schlagen sie über die Stränge" (Louise Martini). "Ein Automechaniker zu einem Kunden: Ich will mich vielleicht so ausdrücken - wenn Ihr Wagen ein Pferd wäre, dann müssten Sie es jetzt erschießen lassen" (aus "Gut gesagt"). Guter Vorsatz: "ein Pferd, das oft gesattelt, aber selten geritten wird" (mexikanisches Sprichwort). "Geduld mag eine müde Mähre sein, dennoch schleppt sie sich weiter (William Shakespeare). "Männer wünschen sich eine Frau, mit der man Pferde stehlen kann; Frauen wünschen sich einen Mann, mit man sich ein Auto kaufen kann" (Anna Magnani). Schlechte Gewohnheiten sind "Pferde, die ihren Stall von selber finden" (Ugo Foscolo). Karriere ist ein "Pferd, das auch gute Reiter bisweilen abwirft" (James Baldwin) und das "ohne Reiter vor dem Tor der Ewigkeit anlangt" (Karl Kraus).



Pferd: Schimpfwörter: Arbeitspferd, Brauereipferd, Fohlen (Mädchen), Gestüt (Bordell), Haflinger (Inhaftierter), Klepper, Mähre (alte Frau. Heinrich VIII. von England nannte seine Braut Anna von Cleve eine "flandrische Mähre"), "Mustang: In der englischen Gesellschaft die amerikanische Ehefrau eines englischen Adeligen" (Ambrose Bierce). Nilpferd (dicke Frau), Paradepferd (die beste Hure im Stall eines Zuhälters), Pferdchen (Prostituierte. Zuhälter haben Pferdchen laufen. Wohl gestriegeltes Pferdchen = befriedigte Frau.). Pferdegebiss, Pferdegesicht (z. B. der Schauspieler Fernandel), Pferdenarr, Pferdeverstand (großer Kopf - kleines Hirn. "Pferdeverstand ist das, was Pferde davon abhält, auf künftiges Verhalten der Menschen zu wetten" Oscar Wilde), Reitpferd/ Schaukelpferd (Prostituierte), Schindmähre. Ackergaul (Prostituierte, die sich auf das Landvolk spezialisiert hat), Karrengaul (plumpe, dicke Frau).



Pferd: Fabeln: S. auch Bremse, Eber, Esel, Fuchs, Hund, Jäger, Jagdhund, Ochse, Wolf. Äsop u. a. "Das Pferd, das Rind, der Hund und der Mensch", "Der Esel und das Pferd" und "Der Wolf und das Pferd" (vgl. auch Friedrich von Hagedorn). Jean de la Fontaine "Das Pferd und der Wolf" und "Das Pferd und der Esel". Christian Fürchtegott Gellert u. a. "Das Füllen" und "Das Pferd und der Esel". Johann Wilhelm Ludwig Gleim u. a. "Das deutsche Pferd und das britische" und "Der Esel und das Pferd". Claire Goll "Tagebuch eines Pferdes" (dt. 1951). Friedrich von Hagedorn "Das Ritterpferd und der Klepper". Gotthold Ephraim Lessing "Zeus und das Pferd".



Pferd: In der Literatur: Am Beginn der "Hippologie" steht Xenophons Schrift "Über die Pferdezucht". Hildegard Knef "Der geschenkte Gaul" (Memoiren 1970). "Das halbe Pferd" und "Das Pferd an der Turmspitze" (Baron von Münchhausens Reise nach Russland). Werner Bergengruen u. a. "Das schwarze und das weiße Pferd" (in "Baltische Geschichten" 2000) und "Pferdegruß. Erzählungen und Gedichte von Reiter und Pferd" (1967). Rudolf G. Binding "Das Heiligtum der Pferde" (1935). Giovanni Boccaccio "Das Dekameron". 9. Tag. Agatha Christie "Das fahle Pferd". Nicholas Evans "Der Pferdeflüsterer". Eulenspiegel "21. und 23. Historie". Marieluise Fleißer "Das Pferd und die Jungfer". Maxim Gorki "Das Fohlen". Knut Hamsun "Mein Skyßpferd". Siegfried Lenz "Lotte soll nicht sterben". Jack London "Der Schrei des Pferdes" (aus "Der Ruhm des Kämpfers"). Martial "Epigramme" ("Die Pferdedecke"). Martin Walser "Ein fliehendes Pferd" (1978, auch als Film 2007).

Kindermund:
"Hopp, hopp, hopp,
Pferdchen, lauf Galopp,
Über Stock und über Stein ..."



Pferd: Im Gedicht:
"Thrakisch Füllen, warum wirfst du
Doch auf mich so schräge Blicke?
Grausam fliehst du mich, du traust mir
Wohl des Klugen wenig zu?

Aber wisse nur, ich wollte
Dich aufs allerbeste zäumen
Und dich fest im Zügel haltend
Lenken um das Ziel der Bahn.

Jetzt noch weidest du im Grünen,
Spielst umher in leichten Sprüngen,
Denn es mangelt noch ein Reiter,
der der Schule kundig ist"
(Anakreon, übers. von Eduard Mörike).



Pferd: Im Gedicht: S. auch Bertolt Brecht "Tierverse" ("Es war einmal ein Pferd / Das war nicht sehr viel wert ...") Richard Dehmel "Das richtige Pferd". Günter Eich "Japanischer Holzschnitt" ("Ein rosa Pferd, / gezäumt und gesattelt, - / für wen?") Heinz Erhardt "Der König Erl". Johann Wolfgang von Goethe "Mir schlug das Herz, geschwind zu Pferde ..." Friedrich Hebbel "Zu Pferd! Zu Pferd!". Georg Herwegh "Pferdeausfuhrverbot". Peter Huchel "Sommerabend". Justinus Kerner "Arzt und Pferd". Klabund "Der Pferdedieb". Friedrich von Logau "Eine Pferde-Tugend". Conrad Ferdinand Meyer "Der Rappe des Komturs".

"Es läutet beim Professor Stein.
Die Köchin rupft die Hühner.
Die Minna geht: Wer kann das sein? -
Ein Gaul steht vor der Türe ..."
(Christian Morgenstern "Der Gaul" in "Galgenlieder")



Pferd: Im Gedicht: Heinz Piontek "Herbstliche Koppel", "Pferdejunge" und "Traum der Pferde" (nach Ted Hughes). Alexander Puschkin "Das Pferd".

"Ich möchte einer werden so wie die,
die durch die Nacht mit wilden Pferden fahren,
mit Fackeln, die gleich aufgegangnen Haaren
in ihres Jagens großem Winde wehn ..
(Rainer Maria Rilke "Der Knabe")

Joachim Ringelnatz "Letzter Ritt ("Ein Mädchen ritt / Ihren Schimmel / Zum Schlachter…") Eugen Roth "Tierleben für jung und alt" (1973). Walther von der Vogelweide "Zu Hofe reite, Dieterich! …"
Im Märchen: S. auch Fuchs. Gebrüder Grimm "Hans im Glück".



Pferd: Im Film/Filmtitel: u. a. "Abenteuer im Zeichen des weißen Pferdes" (1974). "Adlerflügel" (1978). "Alina" (TV-Film 2005). "All die schönen Pferde"" (2000). "Alles Glück dieser Erde" (1977, auch 2003/04 TV-Film). "Apassionata" (Pferd). "At – Mein Pferd" (1982). "Auf die Pferde, Dsigiten" (1964). "Ausbruch der Pferde" (1966). "Barbie und der geheimnisvolle Pegasus" (Trickfilm 2005). "Black beauty" (1971). "Black – Der schwarze Blitz". "Bony, das Wildpferd" (1960). "Csutak und das graue Pferd" (1960). "Das bucklige Pferdchen" (1975 Zeichentrickfilm). "Das eiserne Pferd" (1924 John Ford Eisenbahn). "Das Frühlingspferdchen" (1985 Kinderfilm). "Das Geheimnis des wilden Mustangs". "Das gemordete Pferd" (1992). "Das ohnmächtige Pferd" (1975 TV-Film). "Das Pferd" (1967). "Das Pferd kam ohne Socken" (1971). "Das Pferd seiner Träume" (1991). "Das Pferdemädchen" (Kinderfilm 1978). "Das Pony vom ersten Stock" (1989 Kinderfilm). "Das Pony von der Insel" (1961). "Das schönste Pferd" (1977). "Das verwunschene Pony" (1999). "Das Teufelspferd" (1932/39). "Das weiße Zauberpferd" (1992). "Das wilde Pony" (1984). "Das Wunderpferdchen" (1941). "Daydream believer – Pferde sind die besseren Menschen" (1991).



Pferd: Im Film: "Der blaue Mustang" (1954). "Der Junge, der Pferde liebte" (1962). "Der Mann, den sie Pferd nannten" (1969/1976). "Der Pferdedieb" (1911, 1986). "Der Pferdeflüsterer" (1998). "Der Pferdehirt" (1981). "Der Pferdemörder" (TV-Serie 1996, "Polizeiruf 110"). "Der Reiter auf dem goldenen Pferd" (Märchenfilm). "Der Roman eines Pferdes" (1924). "Der schwarze Mustang" (1956, 1975, 1976). "Der silberne Hengst – König der Wildpferde" (1993). "Der Tod des weißen Pferdes" (1985). "Dick und Dalli und die Ponys" (1955). "Die Flucht der weißen Pferde" (1963). "Die Geschichte von der Gänseprinzessin und ihrem treuen Pferd Falada" (Märchenfilm 1988/89). "Die Insel der Pferde", "Die Jagd nach dem Pferdedieb" (1969). "Die Kinder aus Nr. 67 oder Heil Hitler, ich hätt’ gern’n paar Pferdeäpfel" (1980). "Die kleinen Pferdediebe" (1977). "Die Pferdefrau" (TV-Film 2002). "Die Pferde von Katarinenberg" (Inga Lindström). "Die Pferdeinsel" (TV-Film 2006). "Die Pferdekur" (1968/69). "Die roten Pferde" (1960).



Pferd: Im Film: "Disneys Desperados" (Zeichentrickfilm 1990). "Drei Mann auf einem Pferd" (1957). "Ein fliehendes Pferd" (1986, 2007). "Ein Paradies für Tiere" (TV-Film 2005). "Ein Pferd für Clara" (Kinderfilm). "Ein Pferd für Danny" (TV-Film 1995). "Ein Pferd für die Familie" (TV-Serie "Die Simpsons"). "Ein Pferd für Igor" (1978). "Ein Pferd für Winky". "Ein Pferd für zwei" (1978). "Ein Pferd mit Streifen" (1991). "Ein Pferd namens Kaminski" (1990). "Ein Pferd namens October" (1948). "Ein Pony für zwei" (1989 Kinderfilm). "Ein Sommer mit dem Wildpferd" (1981). "Equus – Blinde Pferde" (1977). "Es ist an der Zeit, die Pferde zu satteln" (1983).



Pferd: Im Film: "Flicka" (1943). "Heartland: Paradies für Pferde" (TV-Serie). "Heiße Colts und schnelle Pferde" (1955). "Ich denk’, mich tritt ein Pferd" (1975). "Ich glaub’, mich tritt ein Pferd" (1977). "Ico - das kleine Wildpferd" (1983). "Jeder träumt von einem Pferd" (Kinderfilm 1981, TV-Film 1988/89). "Keiner hat das Pferd geküsst" (1980). "Mein Freund, das Wildpferd". "Mein Freund der Lipizzaner" (1994). "Min Pferd Duke (mit John Wayne). "Mein wildes Pony" (1975). "Meine Kanone, mein Pferd … und deine Witwe" (1972). "Meine Pferde, meine Liebe" (1988). "Meine Pferde, meine Söhne …" (1978). "Meines Vaters Pferde" (1953/54). "Merlin oder der Goldkurs / Ein Pferd im Haus" (1982). "Mister V. – Pferd ohne Reiter" (Tierfilm 2003). "Misty, das Pony von der Insel" (1961). "Mr. ED, das sprechende Pferd" (TV-Comedy-Serie). "Mustang, Bär und Jäger" (1976). "Nur Pferden gibt man den Gnadenschuss" (1969). "Nur Pferde im Kopf" (Kinderfilm). "Pfeilschnelle Pferde, pfiffige Diebe" (1983)



Pferd: Im Film: "Pferdediebe am Missouri" (1948). "Pferdefieber" (1976). "Pferdelady" (1979). "Pferdewechsel in der Hochzeitsnacht" (1972). "Phar Lap – Das schnellste Pferd der Welt" (1984). "Ponydiebe" (1967). "Pony-Express" (1909, 1953). "Pony-Treck" (1995). "Rettet Trigger" (Kinderfilm). "Riekes Wildpferd" (Kinderfilm 1994). "Sarah und das Wildpferd" (TV-Kinderfilm 1996). "Schau dich nicht um, uns folgt ein Pferd" (1979 Kinderfilm). "Sechs schwarze Pferde" (1961). "Sie weidete Pferde auf Beton" (1982). "Spirit – Der wilde Mustang" (Zeichentrickfilm 2001/02). "Stubbe und der Pferdestecher" (1996 TV-Film). "The missing" (2003). "Traumpferd" (1980). "Unruhe im Tal der Pferde" (1984). "Wilde Mustangs" (1985). "Wilde Pferde" (Western 1973). "Wildpferde" (1982, 1995). "Wir sind alle ein wenig Pferd" (1988). "Zaina – Königin der Pferde". "Zeit der trunkenen Pferde" (2000/2002). "Zieh weiter, Pony" (1959 Kinderfilm).



Pferd: In der Malerei: u. a. S. auch Adler, Pflug, Vieh, Viehmarkt. Höhle von Lascaux. Hans Baldung gen. Grien "Pferde im Wald" (1534). Arnold Böcklin "Der Abenteurer". Marc Chagall "Das fliegende Pferd" (1945/48) und "Das grüne Pferd" (1956). Gustave Courbet "Pferd im Wald" (1863). Salvador Dalí u. a. "Die Geliebte ist schön wie eine Pferdeherde" (Radierung 1971). Honoré Daumier "Mann auf weißem Pferd". Eugène Delacroix u. a. "Pferd im Gewitter" (1824) und "Pferde am Meer" (1860). Albrecht Dürer Kupferstiche: u. a. "Das große Pferd" (1505), "Das kleine Pferd" (1505) und "Der heilige Georg zu Pferde" (Holzschnitt 1502/03, auch Kupferstich 1508), ferner Zeichnungen. Anthonis van Dyck "Pferdekopf". Thomas Gainsborough "Landschaft mit Bauer und Pferden" (1755) und "Sonnenuntergang" (Zugpferde werden getränkt" 1760). Paul Gauguin u. a. "Die Furt" (1901) und "Das weiße Pferd" (1898). Ferdinand Kobell "Landschaft mit Pferden".



Pferd: In der Malerei: Fernand Léger "Akrobat mit Pferd" (1954). Max Liebermann "Reitender Junge am Strand - dickes Pferd" (1903). Edouard Manet "Marie Lafébure zu Pferd". Franz Marc u. a. "Rote Pferde" (1911) und "Turm der blauen Pferde" (1913). Hans von Marées u. a. "Pferdeführer und Nymphe" (1883) und "Pferdeschwemme". Hans Memling "Allegorischen Darstellung zweier Pferde und eines Affen" (um 1475). Edvard Munch "Pferd in wildem Galopp" (1912). Gabriele Münter "Stillleben mit weißem Pferdchen",(1935). Pablo Picasso u. a. "Knabe, ein Pferd führend" (1906) und "Das verwundete Pferd" (1923). Auguste Renoir "Reiter im Bois de Boulogne" (1873). Rembrandt "Porträt des Frederick Rihel mit Pferd" (1663). Georges Seurat u. a. "Badende und weißes Pferd im Fluss" (1883) und "Knabe mit Pferd" (1883). Giovanni Battista Tiepolo "Bellerophon" ca. (1724). Plastik: Henry Moore "Steigendes Pferd" (1959).



Pferd: Im Lied: "Da steht ein Pferd auf dem Flur". "Pony-Hopp". "Ponylied". "Stumpfsinn, Stumpfsinn, du mein Vergnügen" ("Den höchsten Wert / hat doch das Pferd"). Schlager: u. a. "Bury me on the lone pony" (Country song). "Ein Pferd kehrt heim". "Es hängt ein Pferdehalfter an der Wand (1952 Bruce Low)". "Horses" (Album 1975). "Mamatschi, ach schenk mir ein Pferdchen". "Moxica and the horse" (Vangelis). "Pony time" (Chubb Checker)



Pferd: S. auch Abreibung, Geschirr, Hengst, Hippolytus (hl.), Hufeisen, Reiter, Ross, Sattel, Schimmel, Stephanus (hl.), Stute, Unzucht mit Tieren, Viehmarkt, Zaum, Zügel



Pferdefuß: verborgene, schlechte Eigenschaft. Den Teufel erkennt man am Pferde- bzw. Bocksfuß (Klumpfuß). Das Teuflische am Amtsschimmel.
Sprüche: "Es ist tröstlich, dass jeder Pferdefuß auch eine Achillesferse hat" (Gerhard Uhlenbruck). "Gott sieht auf das Herz", sagte der Teufel, als man auf seinen Pferdfuß zeigte. Pferdefußnote.

Kinderreime:
"Du bist gerührt wie Apfelmus
Und kernig wie Spinat.
Dein Herz schlägt wie ein Pferdefuß
Wenn du Geburtstag hast."



Pfifferling: Ein Pilz, der früher in Massen auftrat, daher die Redensarten: Keinen Pfifferling für etwas geben. Keinen Pfifferling wert sein (Spruch: (Wussten Sie schon, dass ein Knollenblätterpilz keinen Pfifferling wert ist? Vielleicht nicht nach dem Pilz, sondern nach einer Münze). Sich keinen Pfifferling um etwas kümmern. Das geht dich keinen Pfifferling an.
Vergleiche: "Wer in schlimmen Fällen furchtsam ist, taugt keinen Pfifferling" (Plautus "Das Hausgespenst"). Wussten Sie schon, dass der Fliegenpilz keinen Pfifferling wert ist?
Im Gedicht: Günter Grass "Frisch aus Polen geliefert". Heinrich Seidel "Der kluge Pfifferling".



Pflanze:
"Suchst du das Höchste, das Größte?
Die Pflanze kann es dich lehren.
Was sie willenlos ist,
sei du es wollend – das ist’s"
(Friedrich Schiller).

Redensarten: Etwas aufpflanzen (z. B. eine Fahne). Jemanden pflanzen (necken, veralbern), sich fortpflanzen, sich vor jemandem aufpflanzen (ihm drohen). Berliner Pflanze ("Denkste denn, denkste denn, du Berliner Pflanze; / denkste denn, ick liebe dir, weil ick mit dir tanze"), Fleischpflanzerl. "Menschenpflanzer" (Penis bei Boccaccio). Zartes Pflänzchen (z.B. der jungen Liebe). Tiernamen: Pflanzenfresser (Herbivoren), Pflanzenlaus, Pflanzenwespe.
Sprichwörter: Freundschaft ist eine Pflanze, die oft begossen werden muss (England).
Sprüche: S. auch Tier. "Die Blume ist das Lächeln der Pflanze" (Peter Hille). "Ich glaube, wer blind wäre, könnte die Pflanzen besser verstehen" (Christian Morgenstern). "Ich liebe das stille Leben der Pflanzen. Sie schimpfen nicht, sie lügen nicht, sie zetteln keine Kriege an" (Oliver Sacks).



Pflanze: Vergleiche: "Anerkennung ist eine Pflanze, die vorwiegend auf Gräbern wächst" (Nikolaus Lenau, auch Robert Lembke). "Das Militär ist eine Pflanze, die man sorgfältig pflegen muss, damit sie keine Früchte trägt" (Jacques Tati). "Das Vertrauen ist eine zarte Pflanze: ist es zerstört, so kommt es so bald nicht wieder" (Otto von Bismarck). "Die Freundschaft und die Liebe sind zwei Pflanzen an einer Wurzel. Die letztere hat nur einige Blumen mehr" (Friedrich Gottlieb Klopstock). "Es ist mit der Liebe wie mit den Pflanzen: Wer Liebe ernten will, muss Liebe säen" (Jeremias Gotthelf). "Neugier ist ein verletzliches Pflänzchen, das nicht nur Anregung, sondern vor allem Freiheit braucht" (Albert Einstein). "Unsre Lebensalter sind die Lebensalter der Pflanze: wir gehen auf, wachsen, blühen, blühen ab und sterben" (Johann Gottfried von Herder). Vertrauen ist eine Pflanze, die langsam wächst (England). "Von anderen Pflanzen unterscheiden sich Schauspieler dadurch, dass sie eintrocknen, wenn sie nicht in die Presse kommen" (Alfred Polgar). "Wahre Freundschaft ist eine nur sehr langsam wachsende Pflanze" (George Washington). "Was ist der Mensch im Schlaf? Er ist eine bloße Pflanze" (Georg Christoph Lichtenberg). "Weinende Witwen sind am schnellsten wiederverheiratet. Feuchtigkeit begünstigt die Verpflanzung" (Oliver Wendell Homes). "Wie die Pflanzen haben auch die meisten Menschen versteckte Eigenschaften. Nur der Zufall bringt sie ans Licht" (La Rochefoucauld).



Pflanze: Schimpfworte: Pflanze (Frau), Asphaltpflanze (Großstadtmädchen, Prostituierte), ausgerupftes Pflänzchen (entjungfertes Mädchen), Pflanzenfresser (Vegetarier, Grüner), Schlingpflanze (Frau, die nicht abzuschütteln ist). Sumpfpflanze.
Dialog: "Ist diese Pflanze künstlich?" "Natürlich!" "Was? Natürlich?" "Nein, künstlich!" "Ja, was nun, künstlich oder natürlich?" "Natürlich künstlich!"
In der Literatur: Johann Wolfgang von Goethe "Die Metamorphose der Pflanzen" (1799/1800). Johann Peter Hebel "Über die Verbreitung der Pflanzen".
Im Gedicht: Franz Grillparzer "Spaziergänge. 2. Pflanzenwelt". Hermann Löns "Irrkraut".



Pflanze: Im Film/Filmtitel: u. a. "Nur die Pflanze war Zeuge" (1978). "Rühr nicht die Pflanze an!" (1978).



Pflanze: S. auch Aronstab, Baum, Bilsenkraut, Binse, Blume, Brennnessel, Distel, Dorn, Efeu, Eisenkraut, Enzian, Fette Henne, Fingerhut, Fingerkraut, Getreide, Gewürz, Hanf, Holunder, Immergrün, Kamille, Klette, Knoblauch, Königskerze, Kraut, Kümmel, Löwenmaul, Mistel, Nachtschattengewächs, Obst, Pilze, Rhabarber, Rose, Rosmarin, Sauerampfer, Schafgarbe, Schilf, Schleierkraut, Schnittlauch, Senf, Strauch, Süßholz, Taubnessel, Tausendgüldenkraut, Trauerweide, Unkraut, Wegwarte, Wicke, Ziege (Geißblatt).



Pflanzliche Anaphrodisiaka: Kloster- und Ordensleute, "welche keusch sein wollen", sollten regelmäßig zur Gartenraute greifen. Weitere Pflanzen, die zur Dämpfung des unerwünschten Triebs vor allem von der Geistlichkeit verwendet wurden: Mönchs- oder Klosterpfeffer, Tollkirsche, aber auch Kopfsalat, Endiviensalat und Gurken. Baldrian und Hopfen beruhigen und machen müde, d.h. wer schläft sündigt nicht.



Pflanzliche Aphrodisiaka: Gelbe Rübe, Pflaume, Winde, Stechapfel, Melisse, Malven und Alraune, ferner Liebstöckel (wohl wegen des Namens), wurden in der Vor-Viagrazeit als wirksame Liebesmittel gepriesen. Der Naturforscher Matthioli meinte, der Samen der Gartenkresse mache "lustig und begierlich zur Unkeuschheit". Kirschkerne in Weingeist eingelegt fördern das "Venuswerk". Der "brüchige" Mann suchte sich eine Eiche, bohrte sie an, steckte seinen Penis in das Loch und sprach: "O Eiche, so wie dein Herz gesund ist, so möge auch mein Penis gesund sein." Die Schwaben lieben es scharf:
"Pfeffer bringt den Mann aufs Ross
unds Weib in den Erdenschoß."

S. auch die einzelnen Pflanzen



Pflaume: "Unter der Last der Pflaumen neigten die Äste sich schwer bis zum Boden herunter" (Theokrit).
"Nimm Pflaumen für des Alters morsche Last, denn sie pflegen zu lösen den hartgespannten Bauch" (Martial).
Pflanzen, die den menschlichen Geschlechtsteilen ähnelten wie Pflaumen, Spargel, Porree und Nüsse, sprach man nach dem sog. Prinzip der Sympathie orgasmussteigernde Wirkung zu. Ein Überbein kann man wegzaubern, wenn man es gegen den Stamm eines Pflaumenbaums drückt. Gegen die Gelbsucht empfahl die Volksmedizin folgendes Rezept: Man zerdrücke einige lebendige Läuse in einer gedörrten Pflaume und verschlucke alles zusammen.
Redensarten: Anpflaumen, verpflaumen (jemanden verspotten, anlügen). Er macht ein Gesicht wie die Sau auf dem Pflaumenbaum. Pflaumenblütenboxen (religiöse Betätigung in China), Pflaumenregen (frühsommerliche Niederschläge).
Tiernamen: Pflaumenglucke (Schmetterling), Pflaumenmade, Pflaumensägewespe, Pflaumenspinner, Pflaumenstecher (Käfer), Pflaumenwickler. Pflanzennamen: Kirschpflaume, Pflaumenpilz.



Pflaume: Sprichwörter: Der Baum, der am Wege steht, behält seine Pflaumen nicht lange. Die ersten Pflaumen sind immer madig. Sprüche: "Das ist der Daumen, / der schüttelt die Pflaumen …" (Kinderreim). "Die Matte auf der Wiese ausgebreitet, saß ich da und ärgerte mich über die Pflaumenblüte" (Basho). Vergleiche: Es sind immer die Pflaumen, die Äpfel mit Birnen vergleichen.
Schimpfworte: Pflaume: Dummer, ungeschickter Mensch (Kollegenschelte: Als Pflaume kann man keine Karriere machen). Backpflaume, Pflaumenaugust (Dummkopf), Pflaumensturz (theatralische Form eines Nervenzusammenbruchs), Pflaumentüte (Damenunterhose), pflaumenweich, s. auch Vagina. Pflanzenname: Pflaumenflechte.
In der Literatur: Hedwig Courths-Mahler "Pflaumenmus und rote Rosen". Martial "Epigramme" ("Das Gefäß mit Damaszener Pflaumen").



Pflaume: Im Gedicht: Bertolt Brecht "Der Pflaumenbaum" und "Erinnerung an die Marie A".:
"An jenem Tag im blauen Mond September
Still unter einem jungen Pflaumenbaum
Da hielt ich sie, die stille bleiche Liebe
In meinem Arm wie einen holden Traum ..

Friedrich Güll "Pflaumenregen". Karl Krolow "Pomologische Gedichte. IV. Pflaumen". Pablo Neruda "Ode an die Pflaume". Georg von der Vring "Mirabellenernte" und "Pflaumen fallen, reifblau …" In der Malerei: u. a. Edouard Manet "Pflaume" (um 1878). Henri-Émile-Benoit Matisse "Pflaumenblüten auf grünem Hintergrund" (1948).
Im Film /Filmtitel: "Huhn mit Pflaumen" (2011).



Pflug: "Ein Gerät, das laut nach Händen ruft, welche die Feder zu führen gewöhnt sind" (Ambrose Bierce).
Durch seine Erfindung vor ca. 6000 Jahren konnte die Bodenproduktivität bis zum 7000fachen gesteigert werden. Auf seinen Diebstahl stand einst "Ausdärmen" oder die Todesstrafe. An den Tagen, an denen Jesus im Grab lag, durfte nicht gepflügt werden. Wird beim Pflügen eine Furche vergessen, bedeutet das den Tod eines nahen Angehörigen. Die hl. Kunigunde lief mit bloßen Füßen über glühende Pflugscharen, um sich von dem Vorwurf der ehelichen Untreue "zu reinigen". Hans Sachs berichtet von unverheirateten Mädchen, die an Fastnacht vor den Pflug gespannt wurden.



Pflug: Redensarten: "Pflug" (Yoga-Figur), pflügen (z.B. das Schiff pflügt die Wellen). "Den Strand pflügen" (sich vergeblich abmühen, Ovid "Tristia"). Schwerter zu Pflugscharen (Motto der internationalen Friedensbewegung,, nach Jesaias). Unterm Pflug sein (bearbeitet werden). Umpflügen (ändern).
Sprichwörter: Das schönste Wappen in der Welt, das ist der Pflug im Ackerfeld. Dem Armen frisst sogar die Maus die Pflugschar (Albanien). Der Pflug am Morgen macht die besten Furchen. Ein altes Weib und ein neuer Pflug sind nirgends besser als in der Erden. Gebrauchter Pflug blinkt. Gelingt es, wird’s eine Pflugschar, krümmt es sich, wird’s eine Sichel (arabisch). Wer die Klassiker studiert, ohne sie zu begreifen, täte besser daran, zum Pflug zurückzukehren (aus China).
Pflugnasenschimäre, Pflugscharbein (Nasenknochen), Pflugziehen (Fastnachtsbrauch).



Pflug: Sprüche: S. auch Schmied. "Der zerschnittene Wurm vergibt dem Pflug" (William Blake). "Du sollst nicht mehr verzehren, / als dein Pflug mag ernähren" (Grimmelshausen). Man muss sich zu helfen wissen, sagte der Bauer, und spannte seine Frau vor den Pflug. Pflügt der Bauer splitternackt, / die Magd ein starker Brechreiz packt (Sprüchekalender).
Vergleiche: "Er pflügt fremdes Land, das eigene lässt er unbebaut" (Plautus in "Asinaria" über einen Ehebrecher). "Lügen, Trügen ist ein Pflug, / der hat Ackerleute genug" ("Freidanks Bescheidenheit").
Schimpfworte: Den Acker pflügen (koitieren, vgl. auch "Die hundert neuen Novellen").



Pflug: Fabeln: Äsop "Der Pflüger und der Wolf".
In der Literatur: Michail Scholochow "Neuland unter dem Pflug" (dt. 1933). Ernst Wiechert "Es geht ein Pflüger übers Land" (1951).
Im Gedicht: Matthias Claudius "Wir pflügen und wir streuen ..." Oskar Loerke "Der große Pflug". Christian Morgenstern "Pflügerin Sorge". Hans Sachs "Die Hausmaid im Pflug". Friedrich Schiller "Parabeln und Rätsel. 10. Wie heißt das Ding, das wen’ge schätzen …?" (Auflösung: Der Pflug). Ina Seidel "Der Pflüger". Solon:
"Andre durchfurchen jahraus, jahrein den fruchtbaren Acker,
ihre Gedankenwelt kreist um den gebogenen Pflug".
In der Sage: Brüder Grimm "Der Mann im Pflug".



Pflug: Im Film/Filmtitel: u. a. "Der Pflug und die Sterne" (1936). "Neuland unterm Pflug" (1959/61).
In der Malerei s. auch Krähe. Franz von Lenbach "Pferde am Pflug" (um 1860). Edvard Munch "Der Pflüger" (1916).
Schlager: "Plow under" (The Almanac Singers)



Pflug: S. auch Furche, Kunigunde (hl.)



Pfropfen: Veredeln. "Kommt dann zum Pfropfen die Zeit, so vermähle den Zweig mit dem Zweige" (Ovid "Heilmittel gegen die Liebe"). Propfbastard (Chimäre), Propfenkrankheit (Kartoffelknolle).



Pilz: "Der Parvenü der Pflanzen" (Christian Morgenstern). Das "Fleisch im Walde". "Bückware".
Kaiser Claudius wurde von seinem Mundschenk mit Pilzen vergiftet. Kaiser Karl VI. starb an einer Knollenblätterpilzvergiftung. Pilz (Krankheitserreger). Atompilz (der Kernphysiker Werner Heisenberg soll nach dem Krieg seiner Köchin verboten haben, Pilze zu servieren). Pilzkopffrisur, ausgelöst durch die Musikgruppe "The Beatles". Pilze wurden in den mittelalterlichen Klöstern aus Angst vor Vergiftung so gut wie nicht gegessen. Der Pilz gilt als Symbol für das männliche Glied.



Pilz: Verschiedene Pilzarten werden als Droge verwendet, z.B. die Psilos, sog. magic mushrooms, als "Stoff aus dem Fleisch Gottes" von den indianischen Ureinwohner Mexikos gerühmt. Ihr Genuss verspricht Halluzinationen, gefolgt von extrem gesteigerten Wahrnehmungen: "Die Augen sehen schärfer, die Ohren besser", schwärmen Konsumenten. Pilze können auch ein Zaubermittel sein. "Alice im Wunderland" verrät uns: Nachdem sie den Pilz, auf dem eine Raupe saß, gegessen hatte, konnte sie nach Belieben größer oder kleiner werden. Die Eichenrotkappe wurde 1994 zum ersten "Pilz des Jahres" gewählt. Weitere "Pilze des Jahres": 1995 Feuerschwamm, 1996 Habichtspilz, 1997 Frauentäubling, 2012 Grauer Leistling, 2013 Braungrüner Zärtling, 2016 Rötelritterling. Pilzsammler werden gelegentlich anstelle des fehlenden Wilds von Jägern aufs Korn genommen. Für den Fall, dass der Schuss erfolgreich war, gab es ein eigenes Jagdsignal, z.B. "Pilzweib tot" (A. Lehmann).
Pilzgärten (in Ameisenbauten) , Pilzmalz (Branntweingewinnung). Tiernamen: Pilzkäfer, Pilzkoralle, Pilzmücke.



Pilz: Redensarten: Sich ausbreiten wie ein Pilzgeflecht. Wachsen wie die Pilze nach dem Regen, wie die Pilze aus dem Boden schießen (z. B. Neubauten). Glückspilz ("Glückspilze sind nur bedingt zum Verzehr geeignet" G. Drews. Wer als Glückspilz geboren wird, ist ein Pechvogel, denn wer nie Pech hat, weiß das Glück nicht zu schätzen.
"Geboren ward er ohne Wehen
Bei Leuten, die mit Geld versehen.
Er schwänzt die Schule, lernt nicht viel,
Hat Glück bei Weibern und im Spiel ..."
(Wilhelm Busch "Glückspilz")



Pilz: Sprichwörter: In eines Neidischen Auge wächst sich der Pilz zur Palme aus (Russland). Kaum schaut der Pilz den Himmel an, da nagen auch schon die Maden dran (sorbisch). Mit Dichtern, Malern und Musikern ist es wie mit den Pilzen: Für einen guten zehntausend schlechte (aus China).

"Pilze von nur geringem Werte
sind die bekannten Ziegenbärte!
Genießbar wohl, doch kein Genuss,
den echten Pilzen ein Verdruss
mit Recht:
ein Pilz, der Haltung wahrt,
trägt einen Hut und keinen Bart!"
(auf Walter Ulbricht gemünzter DDR-Kalenderspruch 1958)



Pilz: Sprüche: Alle Pilze sind essbar, manche davon sogar öfters. "Das Pilzesammeln ist das Waidwerk des Minderbegüterten" (Edmund Michael). Die letzten Worte des Pilzsammlers: Den Pilz kenn ich, der ist nicht giftig. "Isst Oma einen gift’gen Pilz, / nimm’s dankbar hin und sprich: Gott will’s!" (Dietmar Bittrich). Mein Onkel ist 100 Jahre alt geworden, und er hat es den Pilzen zu verdanken: Er aß nie welche. "Silber und Gold, Mantel und Toga kann man leicht verschenken, schwer ist es aber, auf Pilze zu verzichten" (Martial). "Urlaubsfreundschaften und Pilzgerichte soll man nicht aufwärmen" (Bernhard Wicki). "Wie wenig bleibt vom Waldzauber in der Pilzsuppe übrig!" (Stanislaw Jerzy Lec". Wenn irgendwo Pilze schmoren, wird der Kriminalist unwillkürlich hellhörig" (Agathe Christie). "Zumindest bei Pilzsammlern sollte ein Tischgebet obligatorisch sein" (Robert Lembke). Kollegenschelte: Wenn Du schon Fußpilze züchten willst, dann bitte nicht unter unserem gemeinsamen Schreibtisch.



Pilz: Vergleiche: "Ehekrise ist, wenn das Rezept für das Pilzgericht aus einem Krimi stammt" (aus: "Stegreifblüten"). "Liebschaften sind wie Pilzgerichte: beide sollte man nicht aufwärmen" (Claus Biederstaedt, ähnlich Heinz Erhardt). Mädchen sind wie Pilze, die schönsten sind die giftigsten. Mit der Liebe ist es wie mit einem Pilz; man weiß nie, ob es wirklich der Richtige war, ehe es zu spät ist.
Schimpfworte: Giftpilz, lästig wie Fußpilz (Spruch: Der einzige Pilz, der mit Sicherheit nicht giftig ist, ist der Fußpilz), Spaltpilz (u. a. langer, dünner Penis mit großer Eichel) Steinpilz (kurzer, dicker, erigierter Penis, E. Borneman).



Pilz: In der Literatur: Werner Bergengruen "Die schöne Frau Amanita" (in: "Das Buch Rodenstein"). Günter Eich "Stimmen der Pilzfeinde". Günter Grass in: "Mein Jahrhundert" (1999). Peter Handke "Versuch über den Pilznarren" (2013). Martial "Epigramme" ("Pilze"). Dorothy Sayers "Der Fall Harrison". Friedrich Schnack "Das Männlein im Walde".
Im Gedicht: Günter Grass u. a. "Mit Sophie in die Pilze gegangen" (1976) und "Zum Fürchten". Boris Pasternak "Die Pilzsammler". Eugen Roth "Der Pilzsucher", "Der Waldgänger" und "Der Pilz-Fachmann".
Im Film /Filmtitel: u. a. "Das Angebot des Tages" (TV-Film 2010). "Der Karpatenpilz" (1989). "Der Schwammerlkönig". "Mushrooms – Eine Leiche zum Anbeißen" (1995). "Pilzgift" (1969).
In der Malerei: Günter Grass "Stillleben mit Pilzen" (2002).



Pilz: S. auch Bovist, Fliegenpilz, Hallimasch, Hexe, Morchel, Pfifferling



Polizist: Dorfpolizist, volkstümlich Gendarm ("Schandarm"). Er war der erste, der bei Wirtshausschlägereien Reißaus nahm und bei der Wirtin in der Küche Zuflucht suchte. Erst wenn die gesamte Einrichtung zerschlagen war, waltete er seines Amtes und begann zu "recherchieren". Kinderspiel: Räuber und Gendarm.
Im Gedicht: Fritz Graßhoff "Erkälteter Landgendarm im Schnee".
Im Film/Filmtitel: u. a. "Landjäger" (1977). "Vollweib sucht Halbtagsmann" (TV-Film 2001). "Wachtmeister Studer" (1936, 1939). "Wachtmeister Zumbühl" (1994).



Postbote (auf dem Land): In früheren Zeiten wichtiges Kommunikationsmittel auf dem Land, da z. B. aus Sparsamkeitsgründen alles auf offenen Postkarten übermittelt wurde (z. B. die Mitteilung einer gelungenen Abtreibung). Tauchte meist zur Mittagszeit auf, wenn das Essen auf dem Tisch stand..
Im Film/Filmtitel: u. a. "Briefträger Müller" (1953 mit Heinz Rühmann). "Der Briefträger" (1971). "Der Briefträger darf nicht sterben" (1991). "Der gute Briefbote" (1911). "Der Postbote" (1995). "Die Briefträgerin" (1983). "Die Frau des Briefträgers" (1976). "Die Schule der Briefträger" (1947). "Hammy, der fliegende Postbote" (1992). "Wer einmal in das Posthorn stößt" (1973).



Potemkinsche Dörfer: s. Dorf



Prämien: Flächenstilllegungsprämie, Aufforstungsprämie. Bald wird dem Bauern nichts anderes mehr zu tun bleiben, als seine eigene Abschlachtprämie zu kassieren.



Predigt: Redensarten: Jemand predigt wie die Katze den Mäusen.
Sprichwörter: Kurze Predigt und lange Bratwürst' haben die Bauern gern (auch: Die Bauern haben häufig Durst, / sie lieben kurze Predigt und lange Wurst).



Primel: (Himmelsschlüssel). In Shakespeares "Macbeth" heißt es, wer dem "Weg einer Primel folgt, der endet im Fegefeuer". Primeln verwelken in der Vase und als Topfpflanzen rasch, daher die Redensart: Eingehen wie eine Primel. Primelkrankheit. Pflanzennamen: Primelstrauch.
Vergleiche: "Süß wie die Primel, die unter den Dornen hervorlugt" (Oliver Goldsmith). Schimpfworte: Kellerprimel (Frau).
In der Literatur: Adalbert Stifter "Primel" (in "Feldblumen").
Im Gedicht: Robert Burns "The Primrose". Samuel Taylor Coleridge "To a Primrose". Max Dauthendey "Zwei lila Primeln". John Donne "The Primrose". Nikolaus Lenau "Primula veris". Adam Mickiewicz "Primel". Christian Morgenstern "Die Primeln blühn und grüßen". Rainer Maria Rilke "Primel". Friedrich Rückert "Himmelschlüssel". Ferdinand von Saar "Die Primeln". Joseph Viktor von Scheffel "Primula veris". Georg von der Vring "Die Primel". Josef Weinheber "Primel". William Wordsworth "The Primrose of the Rock".
S. auch Schlüsselblume



Probenächte: Spielart des "Fensterlns". Wichtiges Verfahren vor der Heirat, um die sexuelle Potenz zu testen (nachdem von den Eltern die finanzielle geprüft worden war).
In der Literatur: Friederich Christoph Johann Fischer "Über die Probenächte der teutschen Bauernmädchen" (1779). Fischer weiß: "Beinahe in ganz Teutschland und vorzüglich in der Gegend Schwabens, die man den Schwarzwald nennt, ist unter den Bauern der Gebrauch, dass die Mädchen ihren Freiern lange vor der Hochzeit schon diejenigen Freiheiten über sich einräumen, die sonst nur das Vorrecht der Ehemänner sind … Zu Anfang der Beziehungen bleibt das Mädchen angekleidet auf dem Bett liegen und man unterhält sich nur, später lässt sie sich in leichterer Kleidung überraschen und gestattet ihm zuletzt alles, womit ein Frauenzimmer die Sinnlichkeit einer Mannsperson befriedigen kann."



Prostitution: Sex auf dem Land gab's nicht immer kostenlos, wie das Schnaderhüpfl beweist:
"Mein Büberl, i sag dir's,
Du tätst mir schier gfall'n,
Wenns Du nur a Geld hätt'st,
Damitst mi könntst zahl'n."



Pudel: Neben dem Border Collie die klügste Hunderasse. "Bekanntlich eine sehr gelehrige und getreue Hunderasse, die ihrer Genialität wegen historisch berühmt ist und deshalb meist von Leuten gehalten wird, die dergleichen bedürfen und doch selbst nicht haben, z.B. von Studenten, Dichtern, Künstlern, Schmugglern etc." ("Anekdoten-Lexikon"). Der berühmte Philosoph Arthur Er soll einmal gesagt haben, wenn es keine Hunde gäbe, hätte er nicht leben wollen. Das bezog sich wohl auf seinen Pudel Butz, den Wilhelm Busch in einer Zeichnung verewigt hat. Besonderen Zynismus zeigte der Philosoph, wenn er seinen Hund ausschimpfen wollte und ihn mit "Du Mensch" anschrie. Er soll ihn etwa alle 10 Jahre durch einen neuen ersetzt haben. Georg Wilhelm Friedrich Hegel verfasste über seinen Pudel ein Gedicht. Ein weiterer Pudel, der in die Literaturgeschichte einging, ist "Ponto". Sein Besitzer Jean Paul pflegte dessen Locken an seine Verehrerinnen zu schicken - und schonte dadurch seinen eigenen Haarschmuck. Der Teufel schlüpft gern in die Gestalt eines schwarzen Pudels.



Pudel: Redensarten: Des Pudels Kern (das Wesentliche. "Das also war des Pudels Kern!" Goethe im "Faust"). Einen Pudel werfen (Fehlwurf beim Kegeln). Wie ein begossener Pudel dastehen (enttäuscht sein). Wie ein ondulierter Pudel (Lockenhaar). "Der Pudel in der Mikrowelle" (moderne Mythen - Wanderlegenden). Teilweise nicht vom Pudel: Pudelmütze, pudelnackt, pudelnärrisch, pudelnass, pudelwohl. "Pudel" (deutsches Wort im Englischen). Schüttelreim: Siehst du dort den Pudel rennen, / er will bei seinem Rudel pennen.
Schimpfworte: Pudelscherer (Friseur).



Pudel: In der Literatur: Fritz Reuter "Hanne Nüte un de lütte Pudel" (1865). Wolfdietrich Schnurre "Die Aufzeichnungen des Pudels Ali" (1962). Karl Heinrich Waggerl "Liebe Dinge".
Im Gedicht: Otto Julius Bierbaum "Der begossene Pudel". Wilhelm Busch "Naturgeschichtliches Alphabet" ("Der Papagei hat keine Ohren, / Der Pudel ist meist halb geschoren"). Heinrich Heine "Der tugendhafte Hund" ("Ein Pudel, der mit gutem Fug / Den schönen Namen Brutus trug ..."). Oskar Loerke "Der Pudel mit der Löwenschur". Christian Morgenstern "Der heroische Pudel" (in "Galgenlieder") und "Lorus". Eugen Roth "Tierleben für jung und alt" (1973).
In der Musik: Ludwig van Beethoven "Elegie auf den Tod eines Pudels". Im Lied: "Bauer bind' den Pudel an, / Dass er mich nicht beißen kann."
Im Film/Filmtitel: u. a. "Der weiße Pudel" (1956).



Pute: Truthahn. Nach dem Ruf "put-put". Schimpfwort für weibliche Wesen, z.B. Cocktailpute, dumme Pute. Puter (puterrot anlaufen).
Im Film /Filmtitel: u. a. "Die Pute von Panem" (2013). "Pommery und Putenbrust" (2002).





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© Hans Baier 2017