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Lexikon des Landlebens



Sack:
"Willst lustig leben,
Geh mit zwei Säcken,
Einen zum Geben,
Einen, um einzustecken"
(Johann Wolfgang von Goethe).

Redensarten: Alter Sack, was nun? Angeben wie ein Sack Schmierseife. Den Knüppel aus dem Sack lassen. Den Sack zubinden. Den Säckel füllen. Der Sack ist noch nicht zugebunden (die Angelegenheit ist noch nicht beendet). Die Katze im Sack kaufen (etwas unbesehen kaufen. Schwank Tyll Eulenspiegels. "In schwierigen Zeiten kauft man die Katze im Sack, um wenigstens in den Besitz eines Sackes zu gelangen" Martin Kessel). Du hast wohl daheim einen Sack als Türe? Einen ganzen Sack voll ... (z.B. voller Lügen auftischen). Er kann schwimmen wie ein Sack voll Steine. In den Sack hauen (jemanden hart angehen, betrügen). In Sack und Asche gehen (Buße tun, trauern, "Esther"). In sich zusammensacken. Jemanden im Sack haben.



Sack: Redensarten: Den Sack zumachen. Jemanden in den Sack stecken (Diktatur ist die Staatsform, wo man den Menschen in Sack steckt und sich mit dem Kopf begnügt, sobald die Säcke knapp werden). Jemanden so sehr verprügeln, dass er seine Knochen im Sack nach Hause tragen muss. Mit Sack und Pack (mit dem gesamten Besitz). Säcke an den Türen haben (Aufforderung zum Türen schließen). Schlafen wie ein Mehlsack (ganz ruhig und tief). Sich fühlen wie ein nasser Sack. Tief in den Sack/Säckel greifen. Umfallen wie ein Sack/zusammensacken. Voll sein wie ein Sack (sehr betrunken). Sack (früher Gewicht, Hosentasche). Absacken, Absacker (letztes Getränk), Dudelsack (Musikinstrument), Press-Sack (Wurstart), Rucksack, Sackärmel, Sackbahnhof, Säckel (Geldbeutel, Hosentasche, auch Hoden und Penis), sackförmig, Sackgeige (Taschengeige), Sackhüpfen (Kinderspiel, auch Gruppensex), Sackkleid, Sackleinwand, Sackniere, Sackpfeife (Dudelsack), Sacktuch (Taschentuch), Tränensack.
Tiernamen: Sackkrebs, Sackspinne, Sackträger (Schmetterling). Pflanzennamen: Säckelblume.

Sack: Sprichwörter: Den Sack schlägt man, den Esel meint man (nach Petronius "Satyricon". Das Huhn töten, um den Affen zu erschrecken). Der Sack eines schamhaften Bettlers bleibt leer (Ungarn). Die Lanze kann nicht im Sack verborgen werden (arabisch). Ehre und Geld gehen nicht in den gleichen Sack Platz (Spanien). Ein leerer Sack steht nicht aufrecht/nicht gut (Italien). Es ist leichter einen Sack voller Flöhe zu hüten als ein Weib. Man muss den Sack zubinden, bevor er voll ist (Frankreich). Wer am letzten in den Sack kommt, kommt zuerst heraus. Zu voller Sack zerreißt.
Sprüche: "Sprich es in einen Sack und stell ihn vor meine Tür!" (R. Habeck). "Was ist doch Sex für eine primitive Angelegenheit. Wenn eine Frau nur auf Sex zielt, braucht sie sich nur einen Sack überzustülpen und drei Löcher hineinzuschneiden: man weiß schon wo" (Coco Chanel).
Vergleiche: "Jeder ist ein Sack für sich" und "Oben hält er den Sack zu, der unten ein Loch hat" (Wilhelm Busch). Morelli hält den Menschen für einen "mit Essen gefüllten Sack".



Sack: Schimpfworte: Alter, blöder, dicker, fauler ("Faule Säcke" Bundeskanzler Schröder über die niedersächsischen Lehrer), lahmer, müder, nasser Sack (der sich am Ofen eines anderen wärmt), aussackeln (ausbeuten, schröpfen), Bettelsack (Der Geiz und der Bettelsack sind bodenlos), Dicksack, Drecksack (englisch shitbag), einsacken, Fettsack, Fress-Sack, gelber Sack (Chinese), Geldsack (Geizhals), handgemachter Sack (Maßanzug), Lappsack, Lügensack, Lumpensack (schlecht gekleideter Mensch), Mehlsack mit Beinen (feister, plumper Mensch), Neidsack, Pfeffersack, Plumpsack, Postsack (milde Beleidigung eines Postbeamten – im Gegensatz zu Postarsch), Sack (schlecht sitzendes Kleid), Säckel (Dummkopf), Sackgasse (in ihr wird man sich wieder finden, wenn man einem Bürokraten in den Hintern kriecht. "Das Gute an den Sackgassen: sie zwingen zur Umkehr" Martin Held. "Umwälzungen finden in den Sackgassen statt" Bert Brecht). Sackgesicht (spanisch cara de culo), Sackhüpfen (Spiel, auch koitieren), Sackpfeife (Dudelsack), Sackzement (milder Fluch anstelle von Sakrament), Saftsack, Schlafsack (Vielschläfer), Schlappsack (auch Erektionsschwierigkeiten), Schnarchsack, Versacken. Volksgut: "Ich und du und noch so'n Sack, / Wir waren bei der Heimatflak."



Sack: In der Fabel: Jean de la Fontaine "Der Quersack". Literatur: Jonathan Swift "Gullivers Reisen" (Der Geldsack).
Im Gedicht: Karl Bröger "Legende von den Säcken" (Ballade). Wilhelm Busch "Ein dicker Sack ... " und "Der Sack und die Mäuse":
"Ein dicker Sack voll Weizen stand
Auf einem Speicher an der Wand. -
Da kam das schlaue Volk der Mäuse
Und pfiff ihn an in dieser Weise:
‚Oh, du da in der Ecke,
Großmächtigster der Säcke' ..."



Sack: In Literatur: August Heinrich Hoffmann von Fallersleben "Knüppel aus dem Sack". Hans Sachs "Der Bauer mit dem bodenlosen Sack". Märchen: Brüder Grimm "Tischchen deck dich, Goldesel und Knüppel aus dem Sack".
Im Film/Filmtitel: u. a. s. auch Katze "Ein Kartoffelsack wiegt mehr" (1994). "In der Sackgasse" (1983 TV-Film). "Knüppel aus dem Sack" (1955). "Sackgasse" (1937, 1994).
In der Malerei: u. a. Albrecht Dürer "Narren mit Sack". (Holzschnitt).



Sack: Umgangssprachlich für das männliche Geschlechtsteil (auch Hodensack). Die Katze an den Sack lassen (weibliche Bereitschaft zum Geschlechtsverkehr). Etwas an den Sackhaaren herbeiziehen. Mir geht der Sack ab. Sack und Eier (anerkennender Ausruf).
Volksgut nach "Rosamunde", Refrain:
"Mein Sack, mein Sack, mein Saxophon,
Das ist mein Ei, mein Ei, mein Eigentum.
Da lass’ ich keinen andern ran,
Da bleib ich lieber selber dran."



Sack: Sprüche: Keine Haare am Sack, aber im Puff vordrängen! Vielen Dank für den Korb, aber ich trage meine Eier im Sack. Ausbilderspruch (Soldatensprache): Dir bind ich gleich den Sack ab. Dir tret' ich gleich auf den Sack. Dir werd ich gleich den Sack aufreißen. Kolleg(inn)enschelte: Bei der stehen einem glatt die Haare am Sack zu Berge. Die/der geht mir auf den Sack. Ein Gesicht wie ein Sack ohne Eier. Schimpfworte: Absacken (kastrieren), den Sack ventilieren (die Hose aufknöpfen/das Glied vorzeigen), Dudelsack (Hodensack), Feuer im Sack (verliebt), Ficksack, leerer Sack (impotenter Mann), Press-Sack (Hodensack, Penis, enge Kleidung, Korsett), Pulversack (temperamentvoller Mann), Sack im Haus (Ehemann), Sackgasse (u. a. Vagina. "Jeder Scheide ihren Scheideweg, jedem Sack seine Sackgasse"), Sackheber/Sackträger (Suspensorium), "Sackkratzer" (R. D. Brinkmann für Italiener), Sacklouis, Sackpfeife (Penis), Sackraspel (Fahrrad), Sackratte (Filzlaus im männlichen Schamhaar s. Filzlaus), Schlappsack (leerer Hodensack), sackweise (Frage: Wo gibt’s die meisten Eier? Antwort: In einer Bar. Dort hängen sie sackweise vom Hocker), S.O.S.: Soldaten ohne Sack (BDM-Mädchen im Dritten Reich), Sackträger (Mann).
Albrecht Dürer "Narren mit Sack" (Holzschnitt 1495).



Sack: S. auch Hoden



Säen:
"Wasser vom klaren Quell, einige Tagwerk Morgen Wald und ein Saatfeld, das stets sichere Ernte bringt,
verheißen höheres Glück, als ein Reicher es ahnt" (Horaz "Oden").
Wenn man im Namen Mariens sät, werden die Schädlinge blind und können die Samen nicht finden. "Bei den Germanen pflegten die Ackerbauern an bestimmten Tagen auf dem Ackerfeld zu koitieren, um durch ihr Vorbild die Saat anzuregen" E. Borneman).
Redensarten: Auf fruchtbaren Boden fallen (Gleichnis vom Sämann, Matthäus 13,8). Drachensaat (Unfrieden, Streit. Aus der griechischen Mythologie). Dünn gesät (selten). Ernten, wo man nicht gesät hat. Hass säen, Gewalt säen (Spruch: Wer Gewalt sät, braucht sich nicht zu wundern, wenn er bei der Ernte eins über die Rübe kriegt). "Saat der Gewalt" (Film 1955). Säen und ernten. Die Saat geht auf. Tiernamen: Saatkrähe, Saateule, Saatschnellkäfer.



Säen: Sprichwörter: Auch nach einer schlechten Ernte muss man wieder säen. Der eine pflügt, der andere sät, aber wer ernten wird, weiß keiner von beiden (Litauen). Was man sät, das erntet man (Cicero). Wer nicht sät, soll auch nicht ernten. Wer sät, vertraut auf Gott (Spanien). Wer überall sät, wird nirgends ernten (Frankreich). Wer Wind sät, wird Sturm ernten ("Hosea" 8, 7). Wer Zwietracht sät, arbeitet für des Teufels Scheuer.



Säen: Vergleiche: "Der Gedanke ist das Saatkorn der Tat" (Ralph Waldo Emerson). "Wohl dem, der sagen darf: Der Tag der Aussaat war der Tag der Ernte!" (Marie von Ebner-Eschenbach). "Viele Lehrstunden hintereinander heißt in einem fort säen, so dass nichts wachsen kann, und mit der Saat die Ernte ersticken. Solange ihr die Uhr aufzieht, läuft sie nicht" (Jean Paul).
Schimpfworte: Sämann (Penis).
In der Literatur: Johann Peter Hebel "Vorbereitung des Getreides zur Aussaat". Peter Rosegger "Der Sämann" (in "Sonderlinge aus dem Volke der Alpen").



Säen: Im Gedicht: Werner Bergengruen "Sämannslied" (in "Figur und Schatten").

"Das beste Werk auf Erden ist:
Korn in die Scholle säen,
Und aller Freuden vollste ist:
Die schweren Schwaden mähen.
Rund geht der Wurf des Säemanns
und rund des Mähders Eisen,
Des ganzen Lebens Auf und Ab
liegt mitten diesen Kreisen."
(Otto Julius Bierbaum "Zwischen Saat und Sense")



Säen: Im Gedicht: Matthias Claudius "Wir pflügen und wir streuen" und "An - als ihm die - starb":
"Der Sämann säet den Samen
Die Erd' empfänget ihn, und über eine kleines
Keimet die Blume herauf ..

Gerrit Engelke "Saaten säen". Otto Erich Hartleben "Wir sind die Saat". Victor Hugo "Saatzeit". Conrad Ferdinand Meyer "Säerspruch" (vertont von Hans Pfitzner). Christian Morgenstern "Der Sämann". Friedrich Rückert "Das beste Werk auf Erden ist, / Korn in die Scholle säen". Friedrich Schiller "Der Sämann". Emile Verhaeren "Die wogende Saat" (1912, deutsch 1917). Lulu von Strauß und Torney "Reif steht die Saat". Vergil "Vom Landbau" ("Landarbeit will ich besingen, Maecenas, den Fleiß, der uns heitre / Saaten beschert; den Zeitpunkt zum Pflügen").



Säen: Im Film/Filmtitel: u. a. Alabama – Saat des Hasses" (1988). "Alien – Die Saat des Grauens kehrt zurück" (1980). "Böse Saat" (1955). "Des Teufels Saat" (1976). "Die Saat bricht auf" (1960). "Die Saat der Angst" (1973). "Die Saat der Erinnerung" (1985). "Die Saat der Gewalt" (1955). "Die Saat der Liebe" (1963). "Die Saat des Alien" (1974). "Die Saat des Bösen" (1985). "Die Saat des Geldes" (2002 TV-Film). "Die Saat des Sturmes" (1949). "Die Saat geht auf" (1935). "Drachensaat" (1943). "Evil dead – Die Saat des Bösen" (1991). "Loft – die neue Saat der Gewalt" (1985). "Saat" (1960). "Saat der Unschuld" (1980). "Saat des Wahnsinns" (1979). "Teuflisch sexy/Damien’s Saat" (1996). "Wintersaat" (1998 TV-Serie "Rosa Roth").



Säen: In der Malerei: u. a. Pieter Bruegel d. Ä. "Flusslandschaft mit einem Sämann" (1557). Vincent Van Gogh "Der Sämann" (1888) und "Saatfeld bei aufgehender Sonne". Jules Fernand Henri Léger "Der Sämann (1909). Jean-François Millet (II) "Sämann" (1850). Camille Pissarro "Frühling" (1872).
Im Lied: "Sämann" (in "Des Knaben Wunderhorn").



Säen: S. auch Samen



Säge: Redensarten: Jemanden absägen. Nervensäge. Sägemehl (Stroh) im Kopf haben. Sägen (schnarchen, schlecht Geige spielen). Sägebock, Sägemühle.
Tiernamen: Sägebarsch, Sägefisch, Sägegarnele, Sägehai, Sägehornbiene, Sägekäfer, Säger (Entenvögel), Sägeracken (Vogel), Sägerochen, Sägesalmler, Sägewespe. Pflanzennamen: Sägetang. Bürospruch: Da muss ich mal mit der Handsäge dreinfahren.
Im Film/Filmtitel: u. a. "Das deutsche Kettensägenmassaker" (1990). "Die Säge des Teufels" (1974). "Die Säge des Todes" (1980). "Mit Motorsägen spaßt man nicht" (1987). "Via mala" (Sägemüller, mit Gert Fröbe).



Salamander: "Unter allen giftigen Tieren ist der Salamander das größte Scheusal" (Plinius). Mittelalterliche Ärzte empfahlen ein Säckchen mit Pulvern aus Kröten und Salamandern gegen die Pest. Um einen Brand zu löschen, warf man früher Feuersalamander in die Flammen. Wer sich mit seinem Blut bestrich, war gegen Feuer unempfindlich - glaubte man. Die Alchemisten versuchten, mit Salamandern Gold zu machen. Maria Sibylla Merian soll einen Feuersalamander so gut dressiert haben, dass er ihr aufs Wort folgte. "Lurchi": Signet der Schuhfirma Salamander. Salamander (studentisches Brauchtum, Trinkritual; verschiedene Kriegsschiffe).
In der Literatur: Jorge Luis Borges "Einhorn, Sphinx und Salamander". Feuersalamander (Lurch des Jahres 2016).
Im Gedicht: Eugen Roth "Tierleben für jung und alt" (1973). Carl Zuckmayer "Kriechtiere und Lurche".
Im Film: "Salamander" (1928/29, Fernsehserie 2012/13).
S. auch Molch



Salat: Ägyptische Ärzte legten Salatköpfe auf schütteres Haar, um das Wachstum anzuregen.
Redensarten: Da haben wir den Salat/so ein Salat. Salateule. Bandsalat (bei Tonbändern, "ein Gericht, das keinem schmeckte"), Blechsalat (nach Autounfall), Buchstabensalat, Fleischsalat, Kabelsalat (besonders beim Computer, "Lieblingsspeise eines Elektrikers" R. Habeck), Skisalat (Skiunfall), Wellensalat (auf der Radiomittelwelle). Salatschüssel (Trophäe für den deutschen Fußballmeister).



Salat: Sprüche: "Es gibt drei Dinge, die eine Frau aus dem Nichts zaubern kann: Einen Hut, einen Salat und einen Ehekrach" (Mark Twain). "Ich esse zwar auch gern Salat und Körner, aber ich bin kein Fanatiker. Und wenn der liebe Gott gewollt hätte, dass wir uns von solchem Zeug ernähren, hätte er uns auch längere Nagezähne und Kaninchenohren geschenkt" (G. Drews). "Wenn du vor einer Schildkröte stehst, und es sagt dir einer, die ist jetzt 260 Jahre alt, dann hast du schon Respekt. Du kannst allerdings auch sagen: 260 Jahre lang bloß Salat fressen, das ist die andere Seite der Medaille" (Gerhard Polt). "Wenn man montags grüne Blätter zu sich nimmt, dienstags Essig und mittwochs Öl: Kann man dann donnerstags sagen, man habe Salat gegessen?" (Friedrich Hebbel).
Vergleiche: "Die Intellektuellen sind wie der Salat: viel Kopf und wenig Wurzeln" (Ralph Boller). "Wenn Ehemänner den Braten riechen, sagen sie meistens auch: ‚Da haben wir den Salat’" (Iska Geri).



Salat: Schimpfworte: Fleischsalat (Badestrand), Kopfsalat (geistige Verwirrung), Wurstsalat (homosexuelle Orgie), Zungensalat (Zungenkuss, Oralverkehr).
Im Gedicht: Wilhelm Busch "Pfannkuchen und Salat".
Im Film /Filmtitel: u. a. "Gemischter Salat – French dressing" (1981). "Warum die Ufos unseren Salat klauen" (1979).



Salat: S. auch pflanzliche Anaphrodisiaka



Salontiroler: Schimpfworte: Städter in alpenländischer Tracht. Tourist.



Samen: Menschliches Sperma. Insemination. Die freiwillige "Samenspende" kann zum Samenraub werden, wenn man einer (Samen-)Räuberin in die Hände fällt (vgl. auch den Film "Die Samenspende" Comedyserie 2001). Samen locken (zum GV animieren).
Sprüche: "Alles ist Samenkorn" (Novalis). "Die Anlage von tausend Wäldern liegt in einem Samenkorn" (Ralph Waldo Emeerson). "Die Erfahrungen sind die Samenkörner, aus denen die Klugheit emporwächst" (Konrad Adenauer). "Ein Buch ist ein Haufen toter Buchstaben? Nein, ein Sack voller Samenkörner" (André Gide). Eine junge Frau ohne Scham, / ein Acker ohne Sam', / ein junger Gesell ohne Zucht / bringen selten gute Frucht (Hausspruch). "Seminem in terram infudit" (Koitus interruptus des Onan im Alten Testament – fälschlich für Selbstbefriedigung). "Streu in den Furchen der fliehenden Zeit / Samen zur Frucht für die Ewigkeit" (Friedrich Schiller). Samenbank/"Samenbankraub", "Samentod" (Empfängnisverhütung). Samenbruch (Aufplatzen der Weinbeeren), Samenfresser (Insekten), Samenstrang. Seminar (vom lateinischen semen: Pflanzstätte, verschiedene Bedeutungen u. a. Priesterseminar, Universitätsveranstaltung).
Tiernamen: Samenkäfer. Pflanazennamen: Samenfarn.



Samen: Vergleiche: "Die Natur hat uns den Samen des Wissens geschenkt, aber nicht das Wissen selbst" (Seneca). Schimpfworte: Samenhandlung (Männerbordell, Homosexuellenlokal), Samenklau/Samenraub (Fellatio).
Volksmund:
"Der Pfarrer von Kempten,
Der stärkt seine Hemden
Mit eigenem Samen.
In Ewigkeit Amen!"
(Variante: "Der Pfarrer von Emden …"

Im Gedicht: Annette von Droste-Hülshoff "Geistliches Jahr. Ev.: Vom Samen, so unter die Dornen fiel". Peter Hille "Samenzeit". Joachim Ringelnatz "Das Samenkorn":
Ein Samenkorn lag auf dem Rücken,
die Amsel wollte es zerpicken.
Aus Mitleid hat sie es verschont
und wurde dafür reich belohnt.
Das Korn, das auf der Erde lag,
das wuchs und wuchs von Tag zu Tag.
Jetzt ist es schon ein hoher Baum
und trägt ein Nest aus weichem Flaum.
Die Amsel hat das Nest erbaut;
dort sitzt sie nun und zwitschert laut."

Im Film/Filmtitel: u. a. "Der Samen des Bösen" (1980). "Die Schwestern von der Samenbank" (1986 Sexfilm).
S. auch Säen



Sand: "Jener kann Sand vom verlassenen Strand stehlen, der die Frau eines Dummen lieben kann" (Ovid "Amores").
Redensarten: Auf Sand bauen (Matthäus Bergpredigt. Kirchenlied "Wer Gott dem Allerhöchsten traut, / Der hat auf keinen Sand gebaut"). Den Kopf in den Sand stecken (vom Vogel Strauß, der das aber in Gefahr gar nicht tut. Wenn man den Kopf in den Sand steckt, bleibt doch der Hintern zu sehen (Japan). Variante des Fußballnationalspielers Lothar Matthäus: "Wir dürfen jetzt nur nicht den Sand in den Kopf stecken!" (er könnte sich dort mit Stroh vermischen. Auch von Erich Ribbeck überliefert). Wer heute den Kopf in den Sand steckt, der knirscht morgen mit den Zähnen. "Wer den Kopf in den Sand steckt, bekommt heute einen besonders tiefen Einblick in unsere Umweltverschmutzung" Gerhard Uhlenbruck). Des Heiligen Römischen Reiches Streusandbüchse (Mark Brandenburg). Etwas in den Sand schreiben (als verloren ansehen). Etwas in den Sand setzen (nicht weiterkommen). Im Sand verlaufen (nicht mehr von Belang).



Sand: Redensarten: Jemandem Sand in die Augen streuen (für täuschen; römischer Gladiatorentrick, um den Gegner kampfunfähig zu machen. Auch mittelalterlicher Fechtertrick). Sand im Getriebe (verborgenes Hindernis. Sandbahnrennen (Motorradrennen), Sandbank, sandfarben, Sandfeldkrankheit (Rinderkrankheit), Sandfisch, Sandfliege, Sandfloh, Sandfuchs, Sandgarnele, Sandgecko, Sandgräber ((Nagerfamilie), Sandkastenspiele (ohne praktische Verwertbarkeit), Sandhase (Fußsoldat), Sandkohle, Sandkolik (Pferdekrankheit), Sandkuchen (feiner Rührkuchen), Sandpapier (Schleifpapier), Sandsack (Boxen), Sandsackatmung, Sandschneider (Kutsche), sandstrahlen (reinigen), Sandstrahlgebläse, Sanduhr/Sanduhrmagen, Treibsand.
Tiernamen: Sandaal, Sandbiene, Sanddollar (Seeigel), Sandfelchen (Fisch) , Sandhai, Sandhüpfer (Floh), Sandklaffmuschel, Sandkoralle, Sandkröte, Sandläufer (Eidechse, Vogel), Sandlaufkäfer, Sandlerche, Sandmücke, Sandmulle (Nager), Sandohrwurm, Sandotter, Sandschlange, Sandpier/Sandwurm (Köderwurm), Sandrasselotter, Sandratte, Sandregenpfeifer, Sandrennnatter, Sandspierling (Fisch), Sandtaucherfisch, Sanduhl (Flohkrebs) , Sandviper.
Pflanzennamen: Sandbeere, Sandbirne, Sandbüchsenbaum, Sanddorn, Sandflachs, Sandgerste/Sandgras/Sandhafer/Sandhalm (Strandhafer), Sandglöckchen, Sandhohlzahn, Sandkraut, Sandkreuzdorn (Sanddorn), Sandröhrling, Sandröschen, Sandsegge, Sandstrohblume.
Sprüche: Lieber Kies in der Tasche als Sand im Getriebe). Sand in die Wüste tragen/Sand in der Wüste fegen (für überflüssig). Sensibel sein wie ein Sandsack. Streusand drauf! (Schluss damit!). Wie Sand am Meer ("Genesis"). Die Märchengestalt des Sandmanns streut den Kindern nachts Sand in die Augen und verklebt so ihre Lider. Sandmännchen (beliebte Fernsehfigur).



Sand: Sprichwörter: Kommt der Krieg ins Land, / gibt’s Lügen wie Sand. Schlecht ist, wer Beleidigungen in Marmor und Wohltaten in den Sand schreibt (Türkei).
Sprüche: Kurz vor der Wahl halten Politiker gerne entweder eine Rede oder bei gelegen gekommener Überschwemmung auch mal einen Sandsack. Beides ist Dichtung. Der Sandsack jedoch mit Inhalt. "Du bist so überflüssig wie ein Sandkasten in der Sahara" (R. Habeck). "In einem Sandkorn ist die ganze Welt enthalten und der Himmel in einer wilden Blume" (William Blake). "Je kleiner das Sandkörnlein ist, desto sicherer hält es sich für die Achse der Welt" (Marie von Ebner-Eschenbach). Wussten Sie, dass man Sand zwar nicht durch sechs, aber dafür durch Sieben teilen kann? Steigerung von "imposant": Im Po Sand, im Hintern Kies, im Arsch Geröll.
Vergleiche: "Bei den meisten Menschen verläuft der Urlaub im Sande" (Gerhard Uhlenbruck). "Schreibe Kränkungen in den Sand, Wohltaten in Marmor!" (William Blake).
In der Literatur: E. T. A. Hoffmann "Der Sandmann" (1817). Antoine de Saint-Exupéry "Wind, Sand und Sterne" (1939).



Sand: Im Gedicht: Ferdinand Freiligrath "Sandlieder". Cäsar Flaischlen "Im Sand". Theodor Fontane "Goodwin-Sand". Max Dauthendeyx "Ich glühe wie Sand auf heißen Wegen". August Heinrich Hoffmann von Fallersleben "Max und der Sandmann". Stefan George "Da kaum noch sand im stundenglase läuft". Henry Wadsworth Longfellow "Sand of the Desert in an Hour-Glass", Hermann Löns "Flugsand".

"Das Schönste für Kinder ist Sand.
Ihn gibt’s immer reichlich.
Er rinnt unvergleichlich
Zärtlich durch die Hand …"
(Joachim Ringelnatz "Kindersand")

Heinrich Seidel "Der Liebsten Namen schrieb ich in Sand".



Sand: Im Film/Filmtitel: u. a. "Als ob/Sand" (1986). "Auch dort sind die Ufer sandig" (1991). "Auf Sand gebaut" (1992, 2000). "Blut und Sand" (1922). "Blutspuren im Sand" (1991). "Brennender Sand" (1960). "Das Rätsel auf der Sandbank" (1987 TV-Film). "Das Rätsel der Sandbank" (1985 TV-Film). "Das Sandmännchen" (1955). "Das Sandmännchen-Experiment" (1994). "Der Sandmann" (1983, 1992, 1995). "Die Sandburg" (1994). "Django - Kreuze im blutigen Sand" (1967). "Heiliger Sand" (1968). "Heißer Sand" (1971 TV-Film). "Heißer Sand auf Sylt" (1968). "Heißer Sand und kalte Füße" (1986). "Jenseits des Sandes" (1973). "Nackte Liebe im heißen Sand" (1971). "Roter Sand" (1968). "Sand" (1970, 1986). "Sandburg" (1999). "Sandkastenspiele" (1972). "Sandklippen" (1983). "Sonne, Sand und heiße Schenkel" (1975 Sexfilm). "Spiel im Sand" (1964). "Spuren im Sand" (1948 Western mit John Wayne, auch TV-Film 1974). "Tödlicher Sand" (1998). "Tränen auf heißem Sand" (1974). "Träume zerrinnen im Sand" (1981). "Treibsand" (1949, 1995/96). "Unter dem Sand" (2000/01). "Wilder Sand" (1989/90). "Wüstensand" (1955).



Sand: In der Musik: Engelbert Humperdinck "Der kleine Sandmann bin ich" (Lied in "Hänsel und Gretel"). Schlager: u. a. "Love letters in the sand" (1957 Pat Boone). "Sand in deinen Augen". "The Shifting and whispering sands" (1955 Billy Vaughn). "Quicksand" (The Byrds).
In der Malerei: u. a. Jacob van Ruisdael "Sandweg".



Sanierung: Braune Sanierung (s. Juden), heiße Sanierung (s. Feuer). Am beliebtesten ist letztere: D. h. geschicktes Anzünden von Scheune und Stall, ohne dass einem die Versicherung eine Absicht nachweisen kann. Lange Zeit war die Kerze Favorit. Man stellte sie brennend in die Scheune und ging dann in den Krug zum Kartenspiel. Neuerdings vertraut man lieber auf feuchtes Heu oder man erlaubt seinen minderjährigen Kindern das Rauchen in der Scheune.



Sanitätsgefreiter Neumann: Ähnlich wie bei der berühmten "Frau Wirtin" bedienen sich die derben Verse des berüchtigten Stabsarztanwärters ungeniert bei der ländlichen Tierwelt. S. auch Aufklärung, Biber, Filzlaus, Iltis.

"Der Adler fällt vom Büchsenschuss.
Der Arschfick ist ein Hochgenuss".

"Der Dachs sitzt faul in seinem Bau.
Den dicksten Dremmel scheißt die Sau."

"Die Drossel schlägt im Fliederstrauch.
Der Dorfschulmeister orgelt auch."

"Die Eich' ist Deutschlands schönster Baum.
Den Eicheltripper merkt man kaum."

"Enten gründeln auf dem Weiher,
Eunuchen haben keine Eier."

"Ein schöner Vogel ist die Gans,
Der heil'ge Geist fickt ohne Schwanz!"

"Der Igel ist ein Stacheltier.
Bei Impotenz versagt die Gier."

"Die Lerche singt vor Gottes Throne.
Der Leichenfick ist auch nicht ohne!"

"Der Ochse pflügt die Rieselfelder.
Der Onanist spart schwere Gelder."

"Rothaarig ist des Rehes Rücken.
Rotzbuben wollen auch schon ficken."

"Ne Riesenrübe ist der Rettich.
Nen Riesenpimmel, wollt' ich, hätt' ich."



Sanitätsgefreiter Neumann:
"Die Sau fühlt wohl sich in dem Mist.
Die Syphilis den Piephahn frisst."

"Die Tanne steht auf grünem Anger.
Vom Talglicht wird kein Mädchen schwanger."

"Der Uhu nachts im Walde krächzt.
Der Uterus nach Samen lechzt."

"Der Wolf manch' weißes Lämmlein fraß.
Der Wand'rer wichst die Hosen nass."#

"Die Ziege auf dem Acker grast.
Die Zunge um den Kitzler rast."

"Wenn warm und trocken ist der Mai
Beginnt die Wald-, Wiesen- und Feldvögelei.
Unangenehm ist es und bitter,
Wenn das Vergnügen stört ein Gewitter."

"Wer sich mit Tieren abgegeben
Und die Naturgeschichte kennt;
Der weiß, dass man in diesem Leben
Den schönsten Vogel ‚Piephahn' nennt."



Sattel: Redensarten: Die Pferde sind gesattelt. Draufsatteln. Fest im Sattel sitzen. In allen Sätteln gerecht (mit allen Tricks vertraut. Komödie von Frank Wedekind). In den Sattel setzen/heben ("Setzen wir Deutschland, sozusagen, in den Sattel! Reiten wird es schon können" Otto von Bismarck im Deutschen Reichstag). Jemandem aus dem Sattel heben. Sattelfest sein. Sich im Sattel halten. Umsatteln (das Studium, die Arbeit wechseln). Sattel (Bergsenke), Satteldach, Sattelgelenk (Gelenkform), Sattelholz, Sattelschlepper (Zugmaschine. Reiter nach dem Sturz des Pferds), Sattelzug (großer Lastkraftwagen).
Tiernamen: Sattelkröte, Sattelmücke, Sattelnase, Sattelrobbe (Seehund), Sattelschrecke, Sattelschwein (Rasse).



Sattel: Sprichwörter: Besser den Sattel als das Pferd im Stiche lassen. Das Glück sitzt im Sattel, das Unglück liegt unter den Hufen (Russland). Der gute Vorsatz ist ein Gaul, der oft gesattelt, aber selten geritten wird (Mexiko). Ein goldener Sattel ist wohl viel wert, / aber er macht aus einem Esel kein Pferd. Mitunter kostet der Sattel mehr als das Pferd (China). Ohne Pferd zu reiten ist schwerer als ohne Sattel. Wenn man die Sau sattelt, wird doch kein Reitpferd daraus. Wer die Wahrheit sagt, sollte sein Pferd gesattelt lassen (Georgien). Wer sein Huhn allein isst, muss auch sein Pferd allein satteln.



Sattel: Sprüche: Auf sattelt die Hühner, wir reiten zum Mond. It’s lonely in the saddle since the horse died (Spontispruch). "Keine Stunde im Leben, die man im Sattel verbringt, ist verloren" (Winston Churchill). "Mensch, alles außer Dir, das gibt Dir keinen Wert. / Das Kleid macht keinen Mann, der Sattel macht kein Pferd" (Angelus Silesius).
Vergleiche: "Die Dinge sind im Sattel und reiten uns" (Ralph Waldo Emerson). "Die Welt ist wie ein trunkener Bauer: Hebt man ihn auf einer Seite in den Sattel, so fällt er auf der anderen Seite wieder herab" (Martin Luther). "Mut ist wenn man sich zu Tode fürchtet und trotzdem aufsattelt" (John Wayne). "Wer andere in den Sattel hebt, muss sich nicht wundern, wenn sie anschließend auf dem hohen Ross sitzen" (Gerhard Uhlenbruck).



Sattel: Im Film/Filmtitel: u. a. "Der Mann im Sattel" (1925, m1944/45). "Der Teufel im Sattel" (1955). "Der Tod im Sattel" (1958). "Die im Sattel verrecken" (1970). "Duell im Sattel" (1956, 1986). "Eine Frau im Sattel" (1949). "Es ist an der Zeit, die Pferde zu satteln" (1983). "Fest im Sattel" (1958, 1987, 1992). "Freunde im Sattel" (1938). "Halt’ dich im Sattel" (1989). "Helden im Sattel" (1942). "Im Sattel geboren" (1953). "Im Sattel ritt der Tod" (1963). "In einem Sattel mit dem Tod" (1971). "Mann im Sattel" (1951). "Nackt auf hartem Sattel" (1969). "Rivalen im Sattel" (1952). "Satan im Sattel" (1955). "Verwegene Männer im Sattel" (1947).
Schlager: "Side Saddle" (1959 Russ Conway)



Sau: "Uns ist ganz kannibalisch wohl, / als wie fünfhundert Säuen!" (Goethe "Faust")
Sinnbild der Unkeuschheit. Jesus hat den Satan in Säue fahren lassen. Die alten Römer schätzten "Gebärmütter von Jungsauen" als Delikatesse. "Sauschwanz" (Unterschrift Mozarts in einem Brief an seine Base Maria Anna Thekla, vgl. auch Johann Wolfgang von Goethe in "Hanswursts Hochzeit").
Redensarten: Arme Sau (bedauernswerter Mensch). Außen wie ein Pfau, innen wie eine Sau (Mogelpackung). Bluten wie eine Sau (sehr stark). Dass es einer Sau graust. Die Sau rauslassen ("Wohlan, Mylord, so lasst die Sau heraus!" W. Shakespeare. Spruch: "Hat der Mann ‚ne Quotenfrau, / Lässt er öfter raus die Sau" R. Habeck. Bürospruch: Wenn der Chef zeigen will, was in ihm steckt, lässt er einfach die Sau raus. Lieber die Sau raus lassen, als auf den Hund kommen. Lieber die Sau raus lassen, als die Bullen holen). Die Sauglocke läuten (Zoten reißen). Eine Sau durchs Dorf treiben ("Ach, wissen Se, morjen läuft schon wieder ’ne janz andere Sau durchs Dorf" Konrad Adenauer). Einer fetten Sau den Arsch schmieren (einem Reichen Geschenke machen). Etwas passt wie der Sau das Halsband. Etwas versauen. Haben wir zusammen Säue gehütet (wir kennen uns doch gar nicht)?



Sau: Redensarten: Jemanden zur Sau machen (jemanden beschimpfen, erniedrigen; bereits bei Homer. Die Zauberin Kirke verwandelte die Gefährten des Odysseus in Säue; davon becircen. "Heute muss einer im Showbusiness schon von Schwein reden, wenn er nicht zur Sau gemacht wird" (Harald Juhnke). "Wenn wir uns gegenseitig zur Sau machen, dürfen wir uns über das Ergebnis nicht wundern" Gerhard Uhlenbruck. Bürospruch: Schneller als Kirke macht dich heute ein Inspektor zur Sau. Chefschelte: Unser Chef ist ein richtiger Tierfreund; jeden Tag macht er einen zur Sau. Oder: Ihn kann keiner zur Sau machen, er ist schon eine. Im Dienst kann er zur Sau werden und er ist immer im Dienst). Keine Sau ... (fragt danach).



Sau: Schwein gehabt: Zu der Redensart "Sauglück" bzw. "Schwein gehabt" im Kartenspiel meint Abraham a Sancta Clara: "So sind in den Karten vier Säu: Eichel-Sau, Schellen-Sau, Herz-Sau, Gras-(Laub)- Sau, und weil die Säue mehr gelten als der König, so ist ja das ein säuisch Spiel". Im mittelalterlichen Schützenfest bekam der schlechteste Schütze oft ein Schwein als Trostpreis. Erfolg definierte Rudolf Augstein so: "Etwas Sein, etwas Schein, etwas Schwein." Sau (Tintenklecks), saubillig. Saufang (Falle), Saufänger/Saufeder (Jagdwaffe). Saugut, saugemütlich, Sauglück, saugünstig, sauheiß, saukalt, sauschlecht. Saumagen (Magen, der alles verträgt; Lieblingsgericht, mit dem Bundeskanzler Kohl prominente Besucher verschreckte. "SaumagenOrden" der Karnevalsgesellschaft Schifferstadt). Sauschneider (Kastrierer), Sauschwänzlebahn (berühmte Museumsbahn im Schwarzwald). Sau tot (Jagdsignal), Sauwohl. Sauwut. Versaubeuteln (verunstalten, "mit Suff und Sex Geld vergeuden" E. Borneman).
Tiernamen: Saubär (Eber). Pflanzennamen: Saubohne, Saubrot (Alpenveilchen), Saudistel.



Sau: Sprichwörter: An Säuen fehlt es nicht, wenn der Teufel aus Besessenen fährt. Das Beste am Schweinskopf ist die Sau. Die Säue wühlen im Dreck, geben aber guten Speck. Eine fette Sau ist besser als ein fettes Pferd. Gott bewahre uns vor übler Nachrede, besoffenen Weibern und tollwütigen Säuen (Bulgarien). Jemand ist durch die Schule gelaufnen wie die Sau durch den Dreck. Man sieht's der Sau an, die sich an einer Schulwand gerieben hat.
Man soll die Perlen nicht vor die Säue werfen (Matthäus 7, 6. Man kann auch echte Perlen vor falsche Säue werfen und umgekehrt. "Wenn die Säue doch die Perlen fräßen!" Bert Berkensträter. "Wirft man Perlen vor die Sau / Weint alsbald die Ehefrau." "Wer Perlen vor die Säue schmeißt, muss wissen, dass sie unverdaulich sind und auf dem Mist landen" Gerhard Uhlenbruck. "Ein Künstler ist der, der seine Kunst nicht vor die Säue wirft, außer gegen viel Geld" Henry Meyer). Man verklagt keine Sau, die einen besudelt (altdeutsch). Sogar eine Sau grunzt, wenn sie vorbeigeht. Wenn die Sau gebadet ist, legt sie sich wieder in den Dreck. Wer sich zu den Säuen legt, der wird hernach nicht nach Veilchen duften.



Sau: Sprüche:
"Der Magen einer Sau,
die Seele einer Frau,
der Inhalt einer Worscht,
die bleiben ewig unerforscht

"Ein voller Bauch studiert nicht gern", sagte die Sau, nachdem sie sich satt gefressen hatte. "Für eine Sau ist es auch nicht geschrieben", sagte der Schüler, als der Lehrer klagte: "Das kann doch keine Sau lesen". "Herr, erlaube es mir, unter die Säue zu fahren" (Matthäus 8,31).
Vergleiche: Abgebrüht sein wie eine gesengte Sau. "Ein schönes Weib ohne Zucht ist wie eine Sau mit einem goldenen Haarband" (Sprüche Salomos). Fahren wie eine gesengte Sau (die Haut der geschlachteten Sau wird durch Sengen von den Borsten befreit. Vielleicht auch "gesenkt" von kastriert). Hereinplatzen wie die Sau in den Rübenacker. Irland ist eine "alte Sau, die ihre Ferkel frisst" (James Joyce). Schreien wie eine schlecht gestochene Sau. Schwitzen wie eine Sau/wie ein Schwein (ein Schwein schwitzt nicht!). Sich benehmen wie eine Sau.



Sau: Schimpfworte: Sau (ungepflegte Frau), angestochene Sau (schwangere Frau), barmherzige Sau (Prostituierte, die einen Freier gratis bedient). Ausgemistete, dumme, (stink-)faule, linke, rote, schwule, wilde Sau. Affensau, Bauernsau, "Deutschlands Supersau" (Helga Goetze), Fettsau, Ficksau, Jungsau (junge Prostituierte), Meersäuli (Ratte), Mistsau, Muttersau (Bordellwirtin) , Quotensau (abwertend für Quotenfrau), Saubohne (auch Klitoris), Sauborsten (weibliche Schamhaare), Sauluder, Saumensch (schlechte Magd, ungepflegte Prostituierte), Sautreiber (u. a. Zuhälter, Polizist im Prostituiertendezernat), Toppsau (verkommener Mensch, erfolgreichste Nutte im "Stall" eines Zuhälters), Zuchtsau (kinderreiche Frau, Teilnehmerin an der SS-Aktion "Lebensborn. Zuchtsauprämie = Kindergeld).



Sau: Schimpfworte: Blutsau, Bonzensau, Drecksau ("Und wenn ich sage Journalist, dann meine ich Drecksau. Das ist der richtige Name für das, was ihr tut" Louis Aragon. Chefschelte: Eine Sau bleibt eine Sau, auch wenn sie zur Drecksau befördert wird), Judensau (Martin Luther spricht von der Bibel, die sich unter dem Schwanz einer Sau befindet, s. auch unten), Kaisersau (Schimpfwort für den Fußballspieler Franz Beckenbauer), Kameradensau (unkameradschaftlicher Soldat), Ökosau (Umweltverschmutzer), Pistensau (rücksichtsloser Skiläufer), Pottsau, Quadratsau, Rampensau ("Der Spiegel" über Dieter Bohlen), Rennsau, Sauarbeit, Saubande (Familienbande, vgl. dazu auch Karl Kraus. "Saubande dreckade" Buchbinder Wanninger bei Karl Valentin), Saubankert, Saubär/Dreckbär, Saubauer, Saubengel, Saublatt (beim Kartenspiel, auch positiv), Saubub, Sauerei (Riesensauerei), Saufraß, Saufutter (minderwertiges Essen), Sauhammel, Sauhaufen, Sauhund, Saukälte, Saukerl, Sauklaue/-pfote (schlecht leserliche Handschrift), Saukopf, Saukrüppel, Sauladen (schlecht geführtes Unternehmen), Saupreuß (in Bayern Saupreiß)



Sau: Schimpfworte: Saulümmel, "Sausack" (s. Johann Wolfgang von Goethe in "Hanswursts Hochzeit"), Sauschwanz, Saustall (verschmutzte Wohnung. Bei dem sieht's aus wie in einem Saustall. Bürospruch: Saustall ist der Ort, wo sich das Bürokratenschwein am wohlsten fühlt. Spruch: Dieser Saustall muss ein anderer werden! Der Saustall bleibt der gleiche, nur die Schweine werden ausgetauscht.), Sauwetter (es saut, säut. "Kaum sank der Sommer, sonnenreich - / ‚Sauwetter!' schimpft ein jeder gleich" Eugen Roth), Sauwirtschaft (auch schlecht geführte Gaststätte), Übersau, Wildsau (rücksichtsloser Autofahrer; Monika Maron wurde in den Stasiakten wohl aus anderen Gründen unter dem Decknamen "Wildsau" geführt), Z-Sau (Zeitsoldat).



Sau: Schimpfworte: Saublöd, saudämlich, saudumm (Spruch: Es gibt Dumme und Saudumme, von den Dummen ist er keiner), saufrech, saugrob, säuisch (Goethe im Faust-Paralipomena: "Seid reinlich bei Tage / Und säuisch bei Nacht …"), saukomisch, saumäßig, sauteuer, unter aller Sau (lieber oberaffengeil als unter aller Sau). Einsauen (beschmutzen), versauen (versauter Bengel). Die "Judensau" ist eine Spottskulptur, die heute noch an einigen Gebäuden zu finden ist: so an Domen (u. a. Bamberg, Regensburg), Kirchen (u. a. Heilsbronn, Wimpfen) und an der Cadolzburg bei Nürnberg). Der Zeichner Walter Moers lässt "Adolf, die Nazi-Sau" aus einem Gully kriechen. In Painesville (USA) bekam ein Angeklagter, der einen Polizisten als Sau beschimpft hatte, eine geradezu "säuische" Strafe: Er musste unter dem Spott der Passanten zwei Stunden lang auf dem Gehsteig neben einem Schwein ausharren.



Sau: Kinderreime (Vom Schlaraffenland):
"Die Säu geraten alle Jahr,
laufen herum und sind schon gar,
mit Messern in dem Rücken,
dass jeder bald ohn' Aufenthalt
sich schneiden mag sein Stücke

In der Fabel s. auch Adler.



Sau: Die Sau in der Literatur: "Die klassische Sau: Das Handbuch der literarischen Hocherotik", "Die neue klassische Sau" und "Die kleine klassische Sau". E. T. A. Hoffmann: "Die Folgen eines Sauschwanzes" um 1812 . Martial "Epigramme" ("Die Gebärmutter"). Abraham a Sancta Clara "Hui Sau!" Jean Paul "Fibels ABC-Merkverse" ("Die Sau im Kot sich wälzet sehr. / Das Szepter bringet Ruhm und Ehr"). Ludwig Thoma "Die Sau". Varro "Das Forum - ein Saustall". Martin Walser "Das Sauspiel" (Schauspiel 1975).
Volksgut (Liedparodien):
"Herr Leutnant, Herr Leutnant,
Was macht denn Ihre Frau.
Sie wäscht sich nicht,
Sie kämmt sich nicht,
Sie ist ne große Sau."

"Es war in Schöneberg
In einem Puff.
Ich hatt' drei Mark bezahlt
Und kam nicht ruff.
Da hat die alte Sau
Mich noch bepisst,
Wie das in Schöneberg
So üblich ist."



Sau: Im Gedicht: Hans Sachs u. a. "Das groß Säu auf dem Küss" und "Schifffahrt der wüsten vollen Säu" (1567).
Im Film/Filmtitel: u. a. "Der Saustall" (1981). "Die alles zu Sau machen" (1970). "Die gestochene Sau" (2005 TV-Serie "18 – Allein unter Mädchen"). "Die kleine Sau" (1983). "Sau sticht" (1995 TV-Film).



Sau: S. auch Dreck, Ferkel, Sanitätsgefreiter Neumann, Schwein



Sauerampfer: In früheren Jahrhunderten als Durststiller verwendet; von Kindern als Kaugummiersatz genutzt. In größeren Mengen genossen ist die Pflanze giftig. Sauerampfersamen soll gegen nächtliche Pollutionen helfen. Der "Tabak" der Friedenspfeife, die Old Shatterhand mit den Kiowas rauchte bestand aus "Rüben, Hanf, Eicheln und Sauerampfer" (Karl May "Winnetou" I).
Redensarten: Den Essig mit Sauerampfer säuern (Unnützes tun). Er macht ein Gesicht, als ob er Sauerampfer gegessen hätte.
Schimpfworte: Sauerampfer: Schlechter Wein. Sauerampfergesicht.

"Am Bahndamm stand ein Sauerampfer;
Er sah nur Züge, keinen Dampfer"
(Heinz Erhardt).



Sauerampfer: In der Literatur: Jonathan Swift "Gullivers Reisen" (Gulliver versteckt sich zwischen Sauerampferblättern).
Im Gedicht:
"Ein Sauerampfer auf dem Damm
Stand zwischen Bahngeleisen,
Machte vor jedem D-Zug stramm,
Sah viele Menschen reisen ..."
(Ringelnatz "Arm Kräutchen")

Im Film/Filmtitel: "Karbid und Sauerampfer" (1963/64).



Sauerkraut:
"Sei mir gegrüßt, mein Sauerkraut,
Holdselig sind deine Gerüche"
(Heinrich Heine "Deutschland – ein Wintermärchen").

Schon die alten Griechen und Römer kannten Sauerkraut. Es ermöglichte die ersten längeren Schiffsreisen. Knechten und Mägden darf man nicht gleich am ersten Tag ihres Dienstantritts Sauerkraut vorsetzen, sonst fällt ihnen die Arbeit schwer.
Redensarten: So gegensätzlich wie Sauerkraut und Hobelspäne. Krautfresser und "Krauts": Schimpfwort im englischsprachigen Raum für die Deutschen ("Sauerkraut-Street": 86. Straße in New York, in der besonders viele Deutsche wohnen. Jedoch auch anerkennend "Traut the kraut" für den deutschen Tormann von Manchester City Bernd Trautmann). Sauerkraut (struppiger, ungepflegter Bart), "Sauerkraut" (deutsches Wort im Englischen), Sauerkrautstampfer (große, breite Füße).
Sprichwörter: "Allen Leuten recht getan, / Ist Sauerkraut mit Lebertran."



Sauerkraut:
"Wenn eine Sau ergraut ist,
Dann ist’s ein altes Schwein;
Wenn einer Sauerkraut isst,
Braucht er’s noch nicht zu sein

"Die Luft zitterte wie Schweinssulz, die Erde wühlte sich auf, die Vesuve speiten Honig und Sauerkraut", so stellt sich Karl Valentin den Untergang der Welt vor.

Fränkisches Spottgedicht:
"Alla Tog gibt's Sauerkraut,
Gor ka Mol a süß.
A Bauernmadla mog i net,
Die hot zu dreckerta Füß.

A Städtera, die mog mi net,
Der bin i viel zu fies.
Drum nimm i halt mei Bauernmadla
Und wasch ihr halt die Füß."



Sauerkraut: Abzählreim:
"Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben,
Sauerkraut und Rüben,
die haben mich vertrieben.
Hätt' meine Mutter Fleisch gekocht,
wär’ ich bei ihr geblieben

Ludwig Uhland "Metzelsuppenlied":
"Auch unser edles Sauerkraut,
Wir sollen's nicht vergessen;
Ein Deutscher hat's zuerst gebaut,
Drum ist's ein deutsches Essen

Im Film/Filmtitel: u. a. "Die Momskys oder Nie wieder Sauerkraut" (1980). "Kebab und Sauerkraut" (1997). "Sauerkraut" (TV-Serie 1992).



Sauerkrautlatein: Sprachscherze (in Schülerkreisen bereits seit dem Mittelalter bekannt; nach L. Röhrich). "Pauper non est anser" ("der Arm ist nicht ganz" – von "pauper" arm und "anser" die Gans). "Kufortis stalleris" ("Kuh fort ist, Stall leer ist"). Den Ausdruck "Suum cuique" ("jedem das Seine") übersetzte ein Schüler mit "Das Schwein quiekt", ein anderer mit "Jedem sein Schwein". "Di curante bis si filum" ("Die Kuh rannte, bis sie fiel um"). "Amice comis dies" ("Ah, Mieze, komm, iss dies"). "Dic aceta dilecti revisa" ("Die Katze da, die leckt ihre Füß' a"). "Tu cana ille gens te minima" ("Du Kanaille, kennst eh mi nimma"?) "Carpe diem" ("täglich Karpfen"). "Distinguendum" ("dies Ding wend' um!") oder "Leni vendendum!" ("Leni wend’ d’Ent’ um!". Ein Pfarrer während der Messe zu seiner vergesslichen Köchin). Der Horaz-Vers "Eheu, fugaces, Postume, Postume, labuntur anni!" wurde von Hugo Hartung in "Ich denke oft an Piroschka" folgendermaßen übersetzt: "Aus dem Heu, ihr Flüchtlinge, hintenrum, hintenrum läuft die Anni!" "Vere dignum et iustum est, aequum et salutare" ("Im Frühling ist es würdig und gerecht, auch ein Pferd zu grüßen". In: Werner Bergengruen "Der Pferdegruß").
Der Oberbayer kennt: "Vena, laus, amoris, pax, trux, ungoris" ("Wenn a Laus am Ohr is, pack’s, druck’s und gor is.") "Veni a malo ane magna nimis aquis" ("Wenn i amal oane mag, na nimm i’s a g'wiss"). "Per bella hos dentes hae vela mitti bona" ("Bärbela, host denn des Häfela mit die Bohna?")



Schabe: (Kakerlake). In Deutschland glaubte man, die Schaben seien aus Russland eingewandert und nannte sie daher "Russen". Die Russen hingegen nannten sie "Preußen" ("Prussaki"), weil ihrer Meinung nach dieses Ungeziefer aus Preußen stammte. Sie werden im Westen Deutschlands auch "Schwaben" oder "Franzosen" genannt. In Norddeutschland heißen sie Dänen - Benennung nach dem jeweiligen Nachbarland! Zerstoßen helfen sie gegen Epilepsie, gegen Würmer abgekocht. Der Engländer Ken Edwards verzehrte 2001 in einer Minute 36 mittelgroße Küchenschaben und schaffte es damit ins Guiness-Buch der Rekorde. Sie besitzen eine hohe Widerstandsfähigkeit, sie wurden noch nach Atombombentests auf dem Bikini-Atoll gefunden. Der russische Dichter Michail Bulgakow beschreibt in "Die Flucht", wie sich russische Emigranten mit Kakerlakenrennen die Zeit vertrieben. Einer der siegreichen Stars war "Ivan der Schreckliche" (derartige Wettrennen sind seit dem 16. Jahrhundert überliefert. S. auch "Sandkastenliebe" in der TV-Serie "Der letzte Zeuge"). Pflanzennamen: Schabenkraut.
Vergleiche: Ein US-Komiker beschimpfte das Rolling-Stones-Mitglied Keith Richards, er sei zusammen mit den Küchenschaben das einzige Lebewesen, das einen Atomkrieg überleben könne.



Schabe: Sprichwörter:
"Von Wölfen wird das Schaf zerrissen,
Von Schaben wird das Kleid zerbissen,
Von Sorgen wird das Herz gefällt,
Den Geizhals frisst sein eigen Geld

Im Gedicht:
"Die Schabe lebt zwar selbst behäbig,
Doch wo sie auftritt, wird es schäbig.
Zu wechselseitigem Verdruss
Nennt man sie ‚Preuß’ hier und dort ‚Russ’
(Eugen Roth "Tierleben für jung und alt")

Im Film/Filmtitel: u. a. "Joes Apartment – Das große Krabbeln". "Der Untergang der Küchenschaben" (1987). Im Volkslied: "La cucaracha" (Mexiko).



Schaf: "Hier sind Schafe, dort Ziegen, die Zwillinge werfen - hier füllen
Bienen voll Eifer den Stock, ragen die Eichen hoch auf" (Theokrit).
"Seine Furchtsamkeit ist lächerlich, seine Feigheit erbärmlich..." (Alfred Brehm).
Lebendiger Rasenmäher. Das Schaf gehört zu den ältesten domestizierten Haustieren. Nach neuesten Erkenntnissen ist es nicht so dumm wie bisher angenommen: Es kann z. B. Artgenossen einzeln an ihren Gesichtern erkennen. Es setzt dabei hauptsächlich die rechte Gehirnhälfte ein, was bisher nur vom Schimpansen und Menschen bekannt war. Der Hethiterkönig Anitta las aus blutigen Schafslebern die Zukunft. Es ist mit 200 Stellen das am häufigsten erwähnte Tier in der Bibel; ferner Lämmer mit 188 Nachweisen. Wer einer Schafherde begegnet, darf am selben Tag auf ein glückliches Ereignis hoffen, vor allem wenn die Schafe von links kommen ("Schafe zur Linken, wird Freude dir winken"). Am Hl. Abend klopfen Mädchen mit einem Besen dreimal an den Schafstall: Je nachdem, ob ein altes, junges Schaf oder ein Lamm blökt, bekommt die Fragestellerin einen alten oder jungen Mann, oder als "worst case" ein uneheliches Kind.



Schaf: Die fromme Legende berichtet vom hl. Patrick, dass er einem gestohlenen Schaf befahl, sich bemerkbar zu machen. Der Dieb aber hatte leider das Corpus delicti bereits aufgegessen. Da beschwor Patrick "in der Kirche vor allem Volk das Schaf bei der Kraft Jesu Christi, dass es in des Leibe schreien sollte, der es gegessen hätte. Da bähete das Lamm aus dem Bauch des Diebes, und also musste er Buße tun mit großer Schande. Dies Zeichen sahen die anderen Leute und hüteten sich hinfort vor Diebstahl."



Schaf: Coburger Füchse (Schafrasse). Fär Öer heißt übersetzt "Schafsinseln" (hier leben doppelt so viele Schafe wie Einwohner). Dalmatien "Schafsland". In Wales gibt es doppelt so viele Schafe wie Menschen (H. Haefs). Gegen die umweltschädlichen Methangase haben die Neuseeländer eine sog. "Anti-Bläh-Pille" erfunden (H. Haefs). "Dolly", das Klonschaf (1997 - 2003, eine Katze wurde 2002 geklont). Schafberg (Berg im Salzkammergut), Schafbiesfliege (Bremse), Schafblattern/Schafpocken (Windpocken), Schäfchen (Kirchenmitglied), Schäfchenwolken (kleine Haufenwolken. "Wenn Schäfchen am Himmel stehen, kann man ohne Schirm spazieren gehen"), Schaffinne, Schafkopf (bayerisches Kartenspiel), Schafskälte (Kälteperiode Mitte Juni. Deswegen scherte man Lämmer und trächtige Schafe erst nach diesem Zeitpunkt). Widder (Sternbild, römische Belagerungsmaschine).
Tiernamen: Herrgottschäfchen (Marienkäfer), Schaffliege/Schaflausfliege, Schafochse, Schafsfrosch, Schafstelze (Vogel), Schafzecke. Pflanzennamen: Schafegerling (Champignon), Schafeuter (Pilz), Schafgarbe (Schafgarbenorakel in China), Schaflinse (Kronwicke), Schafmaul (Feldsalat), Schafsnase (Apfelsorte), Schafporling, Schafsrachen.



Schaf: Redensarten: S. auch Wolf. Das schwarze Schaf in der Familie (bereits bei Moses im Alten Testament. "Jeder Herde ihr eigenes schwarzes Schaf!" fordert Stanislaw Jerzy Lec. "Dem Wolf ist es egal, ob du das schwarze Schaf bist" Volker Erhardt. "Schwarze Schafe nehmen weniger Schmutz an als die weißen" J. Bloberger. Kolleginnenschelte: Bei der CDU hätte sie gute Chancen als schwarzes Schaf. Gelegentlich verwandelt sich das schwarze Schaf in ein Unschuldslamm. Ehrenamtliche Mitarbeiter werden als die "weißen Schafe unter den Schwarzarbeitern" bezeichnet Gisela Knappe).

"Wenn einst der letzte Tag die Toten wird erwecken,
da trennen sich die Schafe von den Böcken.
Schwermütig wird nach den wohl manche Dame sehn,
wofern die Ziegen nicht schon bei den Böcken stehn."
(Abraham Gotthelf Kästner)



Schaf: Redensarten: Die Schafe von den Böcken scheiden (Matthäus 25). Ein Lärm, als scherte der Teufel ein Schaf. Geduldig wie ein Schaf, gutmütiges Schaf, Schafsgeduld. In der Wolle gefärbt. Jemanden ungeschoren lassen. Räudiges Schaf (das seine Herde ansteckt, bereits bei Iuvenal). Schäfchen zählen (beliebte Einschlaftechnik, die jedoch nach neuesten Forschungen der Universität Oxford nicht sehr wirksam sein soll. Bürospruch: Manche Beamte schlafen schneller ein, wenn sie anstatt Schäfchen Paragraphen zählen. Berechtigte Frage: "Was zählen Schafe, wenn sie einschlafen wollen?". Sein Schäfchen ins Trockene bringen (vermutlich sein "Schiffchen" ans Land ziehen, seit 1576 belegt. "Eigentlich müsste die Wüste voller Schafe sein, da heute jeder sein Schäfchen ins Trockene bringt" Gerhard Uhlenbruck. Um seine Schäfchen ins Trockene zu bringen, braucht man viele Schafsköpfe. Kolleginnenschelte: Ein Schäferstündchen genügte ihr, um ihr Schäfchen ins Trockene zu bringen). Verirrtes Schaf (Neues Testament Matthäus). Verlorenes Schaf (Altes Testament u. a. Psalm 119). Ausmerzen: Etwas als untauglich aussondern (vom Aussondern untauglicher Schafe im Monat März; "Merzschafe"). Eingepfercht/zusammengepfercht (wie die Heringe). Schiege (Mischwesen aus Schaf und Ziege).



Schaf: Sprichwörter: Auch die gezählten Schafe frisst der Wolf (Frankreich). Barmherzigkeit gegen die Wölfe ist Unrecht gegen die Schafe. Das blökende Schaf verliert seinen Bissen (Frankreich). Das ist ein dummes Schaf, das beim Wolf beichten geht (England). beichten geht; alternativ: Das Schaf ist verloren, das beim Wolf Rat holt. Der Wolf fragt das Schaf nicht, ob es nicht gefressen werden will (sorbisch). Ein guter Hirte schert seine Schafe, aber er zieht ihnen nicht das Fell über die Ohren. Ein Schaf auf dem Berge / hält die Ochsen unten für Zwerge. Ein schlechtes Schaf, das mit dem Wolf spazieren geht. Es genügt ein räudiges Schaf, um die ganze Herde anzustecken (Frankreich). Es ist ihm nicht ums Schaf, sondern um die Wolle. Frauen und Schafe muss man früh nach Hause bringen. Hinkende Schafe und gute Gedanken kommen hinterdrein. Lieber ein Tag Löwe als 100 Tage Schaf. Lieber die Wolle weggeben als das Schaf (Italien). Mach dich nur zum Schaf, die Wölfe sind bereit (Russland). Viele möchten Wolle holen und kommen geschoren zurück (Spanien). Wenn du ein Schaf bist, isst du wie ein Schaf, dann musst du dich nicht mit dem Tiger vergleichen (China). Wer sich selbst zum Schaf macht, den beißen die Hunde. Wer sich unter die Schafe mischt, wird mit ihnen geschoren werden.



Schaf: Sprüche: S. auch Wolf. "Bei der Schafschur und bei den Steuern sollte man aufhören, sobald die Haut erreicht ist" (Austin O’Malley). "Das Schaf ist bei den Menschen umso beliebter, je mehr Scherereien es macht." "Dass die Wölfe nach Freiheit schreien, ist begreiflich. Wenn aber die Schafe in ihr Geschrei einstimmen, so beweisen sie damit nur, dass sie Schafe sind" (Rudolf von Jhering). Der Hauptunterschied zwischen Mensch und Schaf ist die Wolle (Sprüchekalender). "Die Schafe schätzen sich zuweilen noch zur Ehre, lieber unter die superbe Klaue des Löwen zu fallen, als unter den pöbelhaften Zahn des Wolfs" (Wilhelm Ludwig Wekhrlin).



Schaf: Sprüche: "Ein Schriftsteller braucht kein ganzes Schaf zu essen, um schildern zu können, wie Hammel schmeckt. Es genügt, wenn er ein Kotelett isst" (William Somerset Maugham). "Es nützt den Schafen wenig, für die vegetarische Lebensweise einzutreten, solange der Wolf gegenteiliger Meinung bleibt" (Dean William Ralph Inge). Man braucht die Wolle von zehn Schafen, um einen Soldaten einzukleiden, und das Fell von zwanzig Steuerzahlern, um ihn zu erhalten. Paradox: Wenn sich zwei Schafe in die Wolle kriegen. "Seine Furchtsamkeit ist lächerlich, seine Feigheit erbärmlich" (Alfred Brehm).



Schaf: Sprüche: "Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein" (Albert Einstein). "Ungeschoren zu bleiben ist der Wunsch aller Schafe" (Karl Kraus). Was passiert, wenn man ein weißes Schaf ins Schwarze Meer wirft? – Es wird nass. "Weitaus das Ehrenvollste, allerdings auch das Unangenehmste für das Schaf war … seine Bevorzugung als Opfertier" (F. Elsensohn). "Wir wollen nicht wissen, was das Schaf alles gefressen hat, noch was es scheißt und pisst - wir wollen das Fleisch und die Wolle" (Epiktet).
Vergleiche: Der Scherz soll beißen wie das Schaf, nicht wie der Hund (Italien). "Die einzigen Tiere, die nicht aussterben, sind die schwarzen Schafe" (Manfred Sinner). "Eine Gesellschaft von Schafen muss mit der Zeit eine Regierung von Wölfen hervorbringen" (Bertrand de Jouvenal). "Ist es nicht seltsam, dass Schafsdärme die Seele aus eines Menschen Leib ziehen können?" (William Shakespeare). "Je schwärzer die Schafe, desto bunter ihr Treiben" (Hans-Jürgen Quadbeck-Seeger). Pazifisten sind "Schafe, die glauben, der Wolf lerne es, Vegetarier zu sein" (E. G. Tange, auch Yves Montand). Schüleraufsatz: Das Schaf erfreut uns nach dem Tod durch den lieblichen Klang seiner Gedärme.



Schaf: Schimpfwort vor allem für das weibliche Geschlecht: Dummes, gutmütiges, schwarzes, zweibeiniges Schaf. Räudiges Schaf (u. a. geschlechtskranke Frau), Schafscheiß (dummes Gerede), Schafsgesicht, Schafskopf (Dummkopf), Schafsnase (Dummkopf, naiver Mensch), Schafstall (Hilfsschule), schwarzes Schaf (Negerin). Eingepfercht sein (inhaftiert sein).

"Des Schweißes ist die Scholle wert.
Den Schafen man die Wolle schert."
(Schüttelreim von B. Papentrigk)



Schaf: In der Fabel: S. auch Ferkel, Kalb, Krähe, Kuh, Schwein, Wolf. Äsop u. a. "Die Wölfe und die Schafe" und "Der Hirt und die Schafe": Ein Hirte hatte seine Schafe in einen Eichenwald getrieben. Als er dort einen großen Baum voller Früchte sah, breitete er seinen Mantel darunter aus, stieg auf den Baum und schüttelte die Früchte herunter. Die Schafe verspeisten die Eicheln, leider auch den Mantel. Als das der Hirte sah, klagte er: "Ihr bösen Tiere, für die anderen Leute liefert ihr Wolle zur Bekleidung, mir aber, der ich für euch sorge, habt ihr sogar noch den Mantel genommen!"



Schaf: Fabeln: "Das geschorene Schaf": Als ein Schaf bei der Schur arg zu leiden hatte, sprach es zu seinem Peiniger: "Verlangt es dich nach meiner Wolle, so schneide weiter oben; willst du aber mein Fleisch, dann schlachte mich auf einmal und bewahre mich davor, stückweis zu Tode gequält zu werden!" Jean de la Fontaine "Die Wölfe und die Schafe". Friedrich von Hagedorn "Das geraubte Schäfchen". Gotthold Ephraim Lessing u. a. "Das Schaf und die Schwalbe" und "Zeus und das Schaf" (nach Äsop). Martin Luther "Vom Hunde und Schaf" (nach Äsop). Phaedrus "Das Schaf, der Hirsch und der Wolf" und "Das Schaf, der Hund und der Wolf".



Schaf: Im Lied:

"Ach wie so brav
Ist doch das Schaf,
Vor allen Tieren der Erde.
Es zeichnet sich aus,
Jahrein und jahraus,
Durch Stumpfsinn und heit're Gebärde."
(aus "Stumpfsinn, Stumpfsinn")



Schaf: In der Literatur: Herbert Achternbusch "Ich bin ein Schaf". Heinrich Böll "Die schwarzen Schafe" (1951). Franz Xaver Kroetz "Das Schaf im Wolfspelz"'. Martial "Epigramme" ("Weiße Wolle"). Der Film "Vom Winde verweht" trug ursprünglich den Titel "Bäh, Bäh - schwarzes Schaf" nach einem englischen Kinderlied. Doch diesen Titel hatte bereits Rudyard Kipling für eine seiner Erzählungen verwendet (H. Haefs).
Im Gedicht: Sigmund von Birken "Das verirrete Schäflein". Annette von Droste-Hülshoff "Geistliches Jahr. Ev.: Vom verlornen Schafe". Robert Gernhardt "Gesetzt den Fall, ihr habt ein Schaf gekränkt". André Gide "Polder" (Ein kleines Schaf geht spazieren …"). Johann Gottfried Herder "Das Schaf, das einen Wolf nährt" (aus dem Griechischen) und "Alte Fabeln mit neuer Anwendung". August Heinrich Hoffmann von Fallersleben "Brackschafe" und "Wer hat die schönsten Schäfchen?" Friedrich von Logau "Das lieblichste Tier".



Schaf: Im Gedicht: Christian Morgenstern "Das Mondschaf" ("Iunovis" in "Galgenlieder"), "Galgenkindes Wiegenlied" und "Geburtsakt der Philosophie" (in "Palma Kunkel"):
"Erschrocken staunt der Heide Schaf mich an,
als säh's in mir den ersten Menschenmann.
Sein Blick steckt an; wir stehen wie im Schlaf;
Mir ist, ich säh' zum ersten Mal ein Schaf

Eugen Roth "Tierleben für jung und alt" (1973). Hans Sachs "Der Schafstall Christi" und "Was das nützest und schädlichst Tier auf Erden sei" (ca. 1553). Franz Werfel "Schafe".
Computerspiel "Sven das Schaf" als Nachfolger der "Moorhuhn"-Jagd.



Schaf: Im Film/Filmtitel: u. a. "Black sheep – Schwarzes Schaf mit weißer Weste" (1996). "Das Hausschaf" (1982 TV-Film). "Das Schäfchenzählen" (Kinderfilm). 1981). "Das schwarze Schaf" (1943/44, 1960 Pater Brown). "Das schwarze Schaf in Afrika" (1987). "Das wilde Schaf" (1973/74 mit Romy Schneider). "Der Wolf im Schafspelz" (TV-Serie "Tatort" 2002). "Ein rabenschwarzes Schaf" (1968). "Kolibri im Schafstall" (1992). "Schafe in Wales" (1988). "Schafe töten" (1978). "Schwarze Schafe" (1973, 1989). "Shaun das Schaf" (Zeichentrickfilm). "Timmy das Schäfchen – spielt Fußball". "Timmy das Schäfchen – will gewinnen". "Tötet das schwarze Schaf!" (1971). "Wallis und Gromit unter Schafen" (1995). "Wölfe und Schafe" (1971 TV-Film). "Zirri – Das Wolkenschaf" (1992).
In der Malerei: u. a. Wilhelm von Kobell "Blick auf den Tegernsee" (1833). Franz Marc "Schafe" (1912). Jean-François Millet "Das Gehege der Schafe im Mondschein" (1860). Paula Modersohn-Becker "Sitzendes Mädchen mit Schafen am Weiher" (1903). Pablo Picasso "Schafschädel" (1939). Tizian "Landschaft mit Schafherde". William Turner "Haus am Fluss mit Bäumen und Schafen" (um 1807). Plastik: Pablo Picasso "Mann mit Schaf" (1944).
Im Lied: "Wer hat die schönsten Schäfchen?".



Schaf: S. auch Bock, Hammel, Lamm



Schäfer: "Fröhlich bläst auf der Hirtenflöte sein Liedchen der Schäfer,
Dem der begleitende Schwarm munterer Hunde nicht fehlt"
(Ovid "Heilmittel gegen die Liebe").
Schäferspiele (Liebesspiele), Pegnitz-Schäfer: 1644 in Nürnberg gegründete Sprachgesellschaft (vgl. auch Georg Philipp Harsdörffer "Pegnitz-Schäferei"). Schäfermatt (Schachterminus: schnelle Überrumpelung eines Anfängers. Im Film: "Coup du berger" 1956). Tiernamen: Schäfergrundel (Fisch).
Sprichwörter: Faule Schäfer haben gute Hunde. Schäfer und Schinder sind Geschwisterkinder. Wenn einer zehn Jahre Schäfer war, gehört er aufgehängt.
Vergleiche: Die Politik spielt den Schäferhund, der die Herde in die Arme ihrer Schlächter treibt.



Schäfer: In der Fabel: S. auch Fisch, Wolf. Christian Fürchtegott Gellert "Der Schäfer und die Sirene". Jean de la Fontaine u. a. "Der Schäfer und der König" und "Der Schäfer und seine Herde". Gotthold Ephraim Lessing "Der Schäfer und die Nachtigall" und "Der Schäferstab".
In der Literatur: "Das Merkzeichen" und "Der nachgiebige Bruder" (in: "Die hundert neuen Novellen"). Johann Wilhelm Ludwig Gleim "Der blöde Schäfer" (Singspiel 1745). Wilhelm Raabe "Hastenbeck". Upton Sinclair "O Schäfer, sprich!" (1949, deutsch 1953).



Schäfer: Im Gedicht: S. auch Jäger (Schäferin), Reiter. Achim von Arnim "Aus der Zeit, wo die Schäfereyen überhand nahmen" und "Der stolze Schäfersmann". Ludwig Bechstein "Der Schäfer". Otto Julius Bierbaum "Arie des Schäfers" und "David im Schäferhute". Sigmund von Birken u. a. "Pegnesisches Schäfergedicht" 1644/45 (darin "Schäfers Klage"). Giovanni Boccaccio "Ameto". Gottfried August Bürger "Des Schäfers Liebeswerbung". Wilhelm Busch "Der unsichtbare Schäfer". Simon Dach "Klage eines verliebten Schäfers über die Untreu seiner Phyllis". Max Dauthendey "Da geht ein alter Schäfer". Gustav Falke "Idyll". Paul Fleming "Schäferei". Johann Wilhelm Ludwig Gleim "Amor schlafend" und "Melisse". Johann Christoph Gottsched "Auf den Geburtstag seiner verlobten Braut, Jungfer L.A.V. Kulmus". Johann Wolfgang von Goethe u. a. "Der Schäfer putzte sich zum Tanz" und "Schäfers Klagelied". Martin Greif "Der glückliche Schäfer" und "Der verirrte Schäfer".



Schäfer: Im Gedicht: Catharina Regina von Greiffenberg "Spazier- oder Schäfer-Liedlein". Johann Christian Günther "Er erinnert sich der vorigen Zeiten und guter Freunde unter einem Schäfergedichte". Friedrich von Hagedorn "Lindor". Friedrich Hebbel "Der Schäfer". Wilhelm Heinse "Der blöde Schäfer". August Heinrich Hoffmann von Fallersleben "Des Schäfers Wunsch". Ludwig Christoph Heinrich Hölty "Elegie eines Schäfers". Christian Hofmann von Hofmannswaldau "Der verschwiegene Schäfer". Arno Holz "Schäfer Daffnis Fress-Sauf- & Venuslieder". Karl Immermann "Der Schäfer". Johann Klaj "Schäferlied bei dem Kripplein Christi".



Schäfer: Im Gedicht: Karl Kraus "Schäfers Abschied". Gotthold Ephraim Lessing "Das Schäferleben". Hermann Löns "Schäferlied". Benno Papentrigk "Schäferschüttelreime". Walter Raleigh "The Nimphs reply to the Sheepheard". Friedrich Rückert "Des Schäfers Grabmal". Ferdinand von Saar "Der Schäfer". Hans Sachs "Des Schäfers Wahrzeichen". Max von Schenkendorf "Christ, ein Schäfer". Gustav Schwab "Das Schäferfest". Edmund Spenser "Schäferkalender" (altengl. Epos 1579). Ludwig Tieck "Schäfergesang". Edmund Spenser "The Shepheardes Calender". Georg Trakl "Schäferliedchen". Ludwig Uhland u. a. "Der Schäfer" und "Schäfers Sonntagslied":
"Das ist der Tag des Herrn!
Ich bin allein auf weiter Flur.
Noch eine Morgenglocke nur,
Nun Stille nah und fern ..."



Schäfer: Im Gedicht: Johann Peter Uz "Der Schäfer" und "Morgenlied der Schäfer". Paul Verlaine "Schäferfeste". Frank Wedekind "Zwiegesang zwischen Felix, dem Schäfer, und Galathea, der Schäferin". Christian Felix Weise "Der bescheidne Schäfer". Philipp von Zesen "Schäfer-Lied" und "Unterredung zwischen dem Schäfer Thyrsis und der Schäferin Amaryllis".
In der Sage: Brüder Grimm "Das Erdmännlein und der Schäferjung" und "Der Schäfer und der Alte aus dem Berg".
In der Musik: Ludwig van Beethoven "Pastorale" (Sinfonie 1803). Schlager: u. a. "The shepherds song" (Mister Acker Bilk).
In der Malerei: u. a. Paul Gauguin "Bretonischer Schäfer" (1888). Giorgione "Schäfer mit Flöte". Peter Paul Rubens "Abendliche Landschaft mit Schäfer und Herde" (1638–1640) und "Schäferszene" (1. Hälfte 17. Jh. ) Johann Heinrich Wilhelm Tischbein Idyllen-Zyklus: "Drei Schäfer" (1819-20). Tizian "Nymphe mit dem Schäfer" (um 1570). Antoine Watteau "Die Schäfer (Fêtes galantes)" (um 1717).



Schäfer: Im Film/Filmtitel: u. a. "Der König und die Tochter des Schäfers" (1979). "Der Schäfer vom Trutzberg" (1958).
In der Musik: Claude Debussy "Children's corner". Percy Grainger "Schäfers Ruf". Im Lied: u. a. "Der Herr am Ölberg und der Himmelsschäfer" und "Zierlichkeit des Schäferlebens" (aus "Des Knaben Wunderhorn"). "Schäfer, sag, wo willst du weiden?" "Schäferlied".



Schäfer: S. auch Hirte



Schäferdichtung/Schäferroman/Schäferspiel: Bereits in der Antike, später Boccaccio, Petrarca, Gryphius, Klopstock, Goethe, Gleim und Gellert. S. unter Schäfer.



Schäferin: Redensarten: Ein Schäferstündchen halten (sich lieben). Bürospruch: Lieber eine Schäferstunde als zwei Überstunden. "Der Seelen entzückender Zusammenklang - ein Kuss - der Schäferstunde schwelgerische Freuden" (Friedrich Schiller "Don Carlos").
Im Gedicht: "Carmina Burana" (u. a. "Schnippische Schäferin"). Robert Burns "The Shepherd's Wife". Johann Peter Eckermann "Die Schäferin". Paul Fleming "Schäferei" und "Die verletzte Schäferin". Johann Wolfgang von Goethe "Das Veilchen". Friedrich von Hagedorn "Der Wunsch einer Schäferin". Wilhelm Heinse "Die eilfertige Schäferin" und "Die Schäferstunde". Karl Immermann "Der Prinz und die Schäferin". Ludwig Uhland "Der junge König und die Schäferin". Johann Heinrich Voß "Schäferin Hannchen". Frank Wedekind "Frühling" ("Willkommen schöne Schäferin ..."".
Im Film/Filmtitel: u. a. "Die nackte Schäferin" (1966).
In der Malerei: u. a. François Boucher "Die eingeschlafene Schäferin" (1745) und "Schäferidyll" (1749). Paul Gauguin "Bretonische Schäferin" (1886).
In der Musik: Igor Fjodorowitsch Strawinski "Faun und Schäferin" (Lied).
Im Lied: "Die kluge Schäferin" (aus "Des Knaben Wunderhorn").



Schafgarbe: Angeblich entdeckte der griechische Sagenheld Achilles als erster ihre heilenden Eigenschaften und behandelte damit die Wunden seiner Krieger im Trojanischen Krieg. "Die Garbkräuter seind nützlich zu allerlei äußerlichen und innerlichen Wunden und Geschwären" (Leonhart Fuchs 1543). Die Wurzel soll gegen Zahnschmerzen helfen.
Im Gedicht: William Wordsworth "Yarrow".



Schaufel: (Schippe). Bereits im Altertum zum Dreschen auf der Tenne verwendet. Redensarten: Dem Totengräber von der Schippe springen. Jemanden auf die Schippe nehmen (verulken). Sein eigenes Grab schaufeln. Schaufel (Geweihteil), Schaufelrad (Antrieb beim Raddampfer).
Tiernamen: Schaufelfuß (Krötenfrosch) , Schaufelmolch, Schaufelnase (Rochen), Schaufelnatter, Schaufelstör.
Sprichwörter: Zum Begräbnis der Wahrheit gehören viele Schaufeln.
Vergleiche: "Ein Buch ist für mich eine Art Schaufel, mit der ich mich umgrabe" (Martin Walser).



Scheune: Redensarten: Dahängen wie eine ans Scheunentor genagelte Fledermaus. Ein Maul so groß wie ein Scheunentor. Jemand hat wohl eine Scheune, aber kein Korn darin (für Angeber). Mit dem Scheunentor/Zaunpfahl winken. Steht da wie der Ochs vorm (neuen) Scheunentor. Wie ein offenes Scheunentor (Abwehr beim Fußballspiel). Die letzten Wort des Ausbilders: Sie können ja nicht einmal ein Scheunentor auf diese Entfernung treffen!
Sprichwörter: Es ist keine Scheune so voll, es geht immer noch eine Garbe hinein. In eine leere Scheune kommt keine Maus. Neid kriecht nicht in leere Scheunen. Wenn eine alte Scheune brennt, hilft kein Löschen (spöttisch für eine ältere Frau, die in später Liebe entbrannt ist). Wenn zwei sich lieben, wird die Scheune zum Paradies (Griechenland). Wer in einer Scheune sterben will, wird sich nicht in der Tür irren (Portugal).



Scheune:
"Eine Scheuer ohne Getreid',
Eine Herde ohne Weid',
Ein Pferdestall ohne Heu,
Ein Weib ohne Treu',
Ein Hirt' ohne Feld,
Ein Mensch ohne Geld
Achtet man nicht auf der Welt

Volkserotik:
"Ein Junge stand am Scheunen Tor
und guckte durch die Ritze,
plötzlich fiel die Sense um
weg war die Pfeifenspitze."



Scheune: Gedankenscheune (Kopf), Kulturscheune (moderner Theaterbau, Richard-Wagner-Festspielhaus in Bayreuth). Stadel (Komödienstadl, Musikantenstadl, Intrigantenstadl = zerstrittene Parteiclique). Ein Maul so groß wie ein Scheunentor.
Schimpfworte: Scheunentor (auch Vagina).
In der Literatur: Heinz Piontek "In Scheunen schlafen".
Im Gedicht: Georg von der Vring "Alte Scheune".
Im Film/Filmtitel: u. a. "Der Schatz in der Scheuer" (1993).
In der Malerei s. auch Flachs.



Scheune: S. auch Dreschen, Tenne



Schilf: Redensart: Schwankendes Rohr (unschlüssiger Mensch. Lukas 7,24). Wie ein Rohr im Wind. Schilfkäfer, Schilfleinen (Jagdstoff), Schilflilie (Iris), Schilfmeer (Rotes Meer), Schilfsandstein. Tiernamen: Schilfrohrssänger. Pflanzennamen: Schilfpalme.
Sprüche: "Nur ein Schilfrohr, das zerbrechlichste in der Welt, ist der Mensch, aber ein Schilfrohr, das denkt" (Blaise Pascal). In der Fabel: S. auch Eiche. Äsop "Die Bäume und das Schilfrohr".
In der Literatur: Martial "Epigramme" ("Zirkuspolster"). Anna Seghers "Das Schilfrohr".
Im Gedicht: Max Dauthendey "Schilfrohr". Annette von Droste-Hülshoff "Das Schilf" ("Heidebilder"). Stefan George "Die Bekränzung mit dem Schilf" und "Das Buch der Hirten- und Preisgedichte" (darin "Zwiegespräch im Schilfe"). Martin Greif "Am Schilfe". Peter Huchel "Die schilfige Nymphe". Nikolaus Lenau "Schilflieder". Georg von der Vring "Die Hütte im Schilf".

"Im Schilf, im Ried
singt ein Vogel mein Lied,
liegt das Schwanenkleid
meiner Flucht bereit …"
(Oda Schaefer "Im Schilf, im Ried")

Im Film/Filmtitel: "Belustigung einiger badenden Damen im Schilf" (1903). "Das Schilfrohr" (1974 TV-Film). "Der Mann im Schilf" (1978). "Flucht ins Schilf" (1953). "Mord im Schilf" (2005). "Schilf" (2012). "Schwankendes Schilf" (1959).
In der Malerei: u. a., s. auch Reh. Arnold Böcklin "Pan im Schilf" (1859).



Schimmel: "Hundert graue Pferde machen nicht einen einzigen Schimmel" (Johann Wolfgang von Goethe "Maximen und Reflexionen").
Abergläubische meinen, dass der Traum von einem weißen Pferd, den baldigen Tod bedeutet. Eine hoffentlich nicht unwirksame Methode, den Schluckauf zu bekämpfen: Man denkt darüber nach, wo man zuletzt einen Schimmel gesehen hat. Schimmel/Schimmelpilz (weißlicher Pilzbelag), Schimmelbogen (Buchbinderei, unbedruckter Bogen), Schimmelreiter (Sagengestalt). Tautologie: "Weißer Schimmel", wie "hölzerner Holzpantoffel", "kostenloses Freibier", "männliche Spermien", "schwarzer Rappe", "süßer Honig", "Tannenbaum", "Tierfauna".
Tiernamen: Schimmelkäfer. Pflanzennamen: Schimmelfichte, Schimmelkraut.
Sprichwörter: Hast Du nie auf einem Schimmel gesessen, hast Du nie ein gutes Pferd geritten (Polen). Je weißer das Ross, je mehr sieht man den Schmutz. Wer ein weißes Pferd und eine schöne Frau hat, hat immer Probleme. Aus einem Schüleraufsatz: Manche Pferde sind verschimmelt.
Limerick:
"Wir sind auch einmal nach Witten-
berge auf Schimmeln geritten.
Die Tiere ganz schwarz
Von Ruß, Pech und Harz:
Wie haben die Tiere gelitten."



Schimmel: Volksmund:
"Dort oben aufn Berg
Steht ein schneeweißer Schimmel,
Und die lustigen Leut'
Kommen alle in Himmel

In der Literatur: Johann Peter Hebel "Der Schimmel". Theodor Storm "Der Schimmelreiter" (1888, Film 1933/34).
Im Gedicht: Christian Morgenstern "Der Apfelschimmel" ("Es war einmal ein Schimmel, / der war so weiß, dass man ihn gar nicht sah …").
Im Lied: "Fuhrmannslied auf der Weinstraße" (aus "Des Knaben Wunderhorn").
Im Film/Filmtitel: u. a. "Der Holledauer Schimmel" (1968). "Der Schimmelkrieg in der Holledau" (1937). "Der Schimmelreiter" (1933/34, 1977/78, 1984).



Schimmel: Amtsschimmel: Der berühmteste Schimmel ist der Amtsschimmel. Die Herkunft des Wortes ist ungeklärt: Vielleicht kommt es von lateinisch "similis" (ähnlich), vom berittenen Amtsboten oder vom Schimmelpilz, der sich im Laufe der Zeit auf unbearbeiteten Akten ansetzt. Bürospruch: Akten bleiben meist so lange liegen, bis sie den Amtschimmel-Pilz angesetzt haben.
Redensarten: Das weiße Tier im Rathaus braucht wieder Futter. Den Amtsschimmel reiten. Der Amtsschimmel wiehert. Bürosprüche: Der Amtsschimmel ist ein unsichtbares Wesen, das sich nur durch Mist bemerkbar macht. Eine Beleidigung für ein echtes Pferd. Nicht Menschen, sondern Pferdeverstand ist notwendig, um mit dem Amtsschimmel umzugehen. Der Amtsschimmel bekommt leider nicht die Sporen, die er verdient. Wir überlassen das Denken den Pferden, die Beamten dem Amtsschimmel. Warnhinweis in einer Behörde: Bitte nicht auf dem Amtsschimmel herumreiten, er könnte AIDS übertragen.
Im Gedicht: Heinrich Heine: "Pferd und Esel". Rainer Maria Rilke: "XX. Sonett" ("...Herüber vom Dorf kam der Schimmel allein, / an der vorderen Fessel den Pflock ...")
S. auch Pferd, Unzucht mit Tieren



Schimpfwort: "Der Umgang mit Tieren gewöhnt die Bauern an Schimpfen, sogar die Kinder" (Jean Paul).
Gebiet, wo das Land und seine Tierwelt den wichtigsten Beitrag zur Sprache und Kultur geleistet haben. Fast alle Haustiere müssen als Schimpfwort herhalten - und das ist keineswegs eine Errungenschaft unsrer Tage: "Stinkendster Auswurf eine Esels, Rindvieh ohne Verstand, du gehörnte Ziege", heißt schon es in einer Handschrift aus der Zeit Karls des Großen. Das Federvieh (Gans, Henne, Ente), aber auch Kuh, Kalb und Schaf sind überwiegend für die Weiblichkeit reserviert. Auch Stadtbewohner greifen gelegentlich auf das reiche ländliche Repertoire zurück, z. B. wenn die Ehefrau als "blöde Bauernsau" tituliert wird. Besonders wirkungsvoll sind Kombinationen wie geile Sau, Schweinehund, Sauhund, Saubär, Mistvieh, Drecksau, Schweinefraß. Auch das Götz-von-Berlichingen-Zitat "Leck mich am Arsch" wird häufig verwendet. Schlagfertige Antwort eines Bauern: "Das hab' ich schon einer anderen Sau versprochen".
Kindermund:
Schlaf, Kindlein schlaf!
Deine Mutter ist ein Schaf,
Dein Vater ist ein Trampeltier,
Was kannst Du armes Kind dafür."



Schimpfwort: S. auch die einzelnen Tiere und Fluchen



Schinder: (Ursprünglich Abdecker). Jemanden schinden (quälen). Sich das Knie aufschinden. Zeilen schinden. Sich mit jemandem (ab-)schinden. Schinderei, Schinderhannes (hingerichteter Räuberhauptmann 1783 - 1803).
Schimpfworte: Leuteschinder, Menschenschinder, Schinderei, Schindluder, Schindmähre (verbrauchtes Pferd, altes Frauenzimmer, von einem Zuhälter ausgebeutete Frau), Zeilenschinder (Schriftsteller).
Im Gedicht: Joachim Ringelnatz "Schindluder".



Schlachten:
"Schwelt der November raureifgrau,
stich, Bauer, ab die Wurzelsau.
den Kessel heiz, die Wannen richt.
mit Korn den Metzger bläue nicht …"
(Fritz Graßhoff "November").

Das Schweineschwänzchen wurde gern Kindern heimlich angehängt.
Redensarten: Auf die Schlachtbank führen. Schlachtfeld (wie ein Schlachtfeld aussehen), Schlachtfest. "In Bollerup verstanden sie die Kunst der Hausschlachtung: Wo der Hammer den Ochsen treffen musste, wie das Tier gemächlich auszubluten war, was das Messer im Fleisch, die Säge am Knochen zu leisten hatte ..." (Siegfried Lenz).



Schlachten:
"Dem Metzger Jean Trouvé testiere
Ich meinen Stock für seine Stiere
Und meinen Strick für seine Kühe,
Dass er sich nicht beim Treiben mühe.
Doch gibt er sie vielleicht zurück
Und meint, ich wolle ihn nur necken,
so sei für seinen Hals der Strick
Und für sein Hinterteil der Stecken"
(François Villon "Das kleine Testament").

Schlachten/Schlacht (Kampfhandlung), Schlachtenbummler (Fußballfan), Schlachtfeld, Schlachtordnung, Schlachtplan, Schlachtross, Schlachtruf, Schlachtschiff. Schimpfworte: Abschlachten, ausschlachten, Fleischbeschauer (Polizeiarzt), Schlachtbank (u. a. Traualtar, Operationstisch), Schlächter (Massenmörder), Schlachterei/Schlächterei (Gemetzel), "Schlachtfest" (Obduktion vor laufender Fernsehkamera, auch Hochzeit), schlachtfrisch (jungfräulich. Frischfleisch = Jungfrau), Schlachthof (Standesamt, Ehebett), Schlachtopfer, schlachtreif, Schlachtschiff, Schlachtschüssel, Schlachtvieh, ungeschlacht (nicht vom gleichen Schlag). Metzeln, niedermetzeln Schwarzschlachten (Schlachten ohne amtliche Genehmigung).



Schlachten: Sprichwörter: Argwohn riecht den Braten, ehe das Kalb geschlachtet ist. Durch die Kunst des Metzgers fein / darf das Schwein in der allerfeinsten Gesellschaft sein. Ein Schlächter kauft dem anderen keine Wurst ab. Gut gefrühstückt, spürt man den ganzen Tag; gut geschlachtet das ganze Jahr. Heirate, und du bist wohlauf für eine Woche! Schlachte ein Schwein, und du bis wohlauf für einen Monat! Werde Priester, und du bist versorgt fürs ganze Leben (Polen)! Man muss nicht mehr schlachten, als man salzen kann.



Schlachten: Sprüche: Es ist erlaubt Tiere zu schlachten, um sie dann zu essen, aber es ist nicht erlaubt Pflanzen zu pflücken, um sie dann zu rauchen. "Jetzt bin i gmoant", hat die Sau g'sagt, wie's zum Schlacht'n gangen is. "Manche Wursthersteller können nur hoffen, dass nicht herauskommt, was reinkommt" (Robert Lembke). "Wenn das Schwein am fettesten ist, so hat es den Metzger am meisten zu fürchten" (Abraham a Sancta Clara). "Wenn im Hof der Metzger parkt, / kriegt das Schwein nen Herzinfarkt."
Vergleiche: "Demokratischer Sozialismus, das ist so eine Art vegetarischer Schlachthof" (Guido Westerwelle). "Kultur ist, was der Metzger hätte, wenn er Chirurg wäre" (Mary Pettibone Poole). "Sollte 'Schlachtbank' nicht vielmehr von der Verbindung der Schlacht mit der Bank herkommen?" Karl Kraus). "Wir fressen einander nicht, wir schlachten uns nur" (Georg Christoph Lichtenberg).



Schlachten: In der Literatur: Stefan Andres "Der Knabe im Brunnen". Hans Sachs "Der gestohlen Bachen" (Schinken). Otto von Taube "Der Metzgerbub und die Herzogin".
Im Gedicht: Franz Xaver Kroetz "Schlachtschüssel". Ludwig Uhland "Metzelsuppenlied" ("Wir haben heut nach altem Brauch / Ein Schweinchen abgeschlachtet ...") Frank Wedekind "Ich hab meine Tante geschlachtet" (in "Der Tantenmörder", vgl. auch Film 1972).
In der Malerei: u. a. Adriaen Brouwer "Das Schlachtfest" (um 1630-1640). Lovis Corinth "Schlachtstube" (1893). Edvard Munch "Der Schlächter" (1913).



Schlachten: S. auch Frau Wirtin



Schlagwaffen: (Vornehmlich in Landgasthäusern eingesetzt). Dazu zählen Bierkrüge, Stöcke, Stuhlbeine, Bänke, Holzscheite, Bilderrahmen. Gelegentlich wurde sogar der "geschnitzte Herrgott aus der Ecke" über dem Tisch gerissen. Ferner der Schlagring für "normale" Raufereien. Ein Fachmann für älplerische Volkskunde, Ludwig von Hörmann, schreibt darüber: "Oft befinden sich zum Überflusse auch Kreuze darauf oder Bildnisse des heiligen Antonius und Benediktus eingeprägt, damit durch die Fürbitte dieser Heiligen die zerschlagenen Köpfe wieder zusammenheilen." Ochsenziemer: Er bestand ursprünglich aus dem Penis eines Stiers, der zu einer 30 bis 40 cm langen beinharten Schlagwaffe präpariert wurde.



Schlagwaffen: S. auch Maßkrug, Rauferei



Schlange:
"Pferde fürcht ich,
wie auch die kalten Schlangen, von Kind an gar sehr"
(Theokrit).
"Ein sinnliches (sichtbares) Gift" (Novalis). Schlangen sind die Tiere, vor denen Menschen die meiste Angst haben. Dabei besteht z.B. bei einer einjährigen Reise durch ländliche Gegenden Englands die Gefahr, von einer Schlange getötet zu werden, ca. 1:500 Millionen (H. Haefs). In Deutschland ist seit 40 Jahren niemand mehr an einem Schlangenbiss gestorben (2002), obwohl an die 10 000 Giftschlangen in Wohnzimmern gehalten werden. Schlangen besitzen bis zu 300 Rippenpaare. Sie hören, riechen und sehen sozusagen mit ihrer sensiblen Zunge. Schlangen treiben es bis zu 24 Stunden lang. Unter ihnen gibt es auch Gruppensex und Transvestiten. In Irland gibt es weder Schlangen und Frösche. Der Landmann hielt der Einfachheit halber alle Schlangen für giftig. Im Altertum wurden Schlangen anstatt Katzen als Haustiere zum Vertilgen von Mäusen gehalten. Man hatte keine Scheu und ließ sogar Kinder mit ihnen spielen. Frauen trugen in der heißen Jahreszeit Schlangen zur Kühlung um den Hals.



Schlange: Schon der römische Schriftsteller Plinius der Ältere beobachtete, dass Schlangen nach der Häutung für kurze Zeit blind sind. Sie reiben ihre Augen an Fenchelbüschen und werden dadurch wieder sehend. Das hat jedoch nichts mit der geheimnisvollen Wirkung der Pflanze zu tun. Mithilfe der Fenchelstängel schlitzen sie sich rund um die Augen die alte Haut auf, um sie dann abstreifen zu können. Die Schlange ist in der Bibel allgegenwärtig. Sie hütete den Baum der Erkenntnis im Paradies und verführte Eva dazu, vom verbotenen Apfel zu kosten. Nach dem Sündenfall wurde sie von Gott verflucht ("Auf deinem Bauche sollst du kriechen und Erde fressen ein Leben lang!". Moses 1). Da sie in der Erde lebt, wird sie gern mit den Bewohnern der Unterwelt identifiziert, gleichsam als Personifizierung des Teufels. Sie gilt jedoch auch als Sinnbild des Lebens und der Ewigkeit, weil man glaubte, dass sie sich bei der jährlichen Häutung verjünge. Früher gab es sog. Hausschlangen. Sie hielten Blitze ab und mussten mit Milch gefüttert werden. Beim Baden legten sie ihre goldenen Kronen auf der Erde ab.
Das chinesische Gericht "Long-hunfeng-tang" besteht aus Schlangen-, Katzen- und Hühnerfleisch. Schlangensuppe gilt in Taiwan als Spezialität. Die Schlingnatter ist das Reptil des Jahres 2013.



Schlange: In der Volksmedizin: Gegen Schlangenbisse helfen sollen u. a. Lauch, Fenchel, Minze, gelbe Rüben, Brennnessel und Schierling, der selber giftig ist (wie Sokrates erfahren musste). Der Verzehr von Schlangenfleisch soll unsichtbar machen, Schlösser öffnen und reiches Wissen vermitteln. Es ist gleichsam ein Jungbrunnen und hilft, die Sprache der Tiere zu verstehen. Ein getrocknetes Schlangenherz soll laut Hildegard von Bingen gegen Depressionen helfen. Der Äskulapstab mit der sich windenden Schlange wurde zum "Markenzeichen" der Ärzte (eine Schlange soll den griechischen Gott der Heilkunst auf heilkräftige Pflanzen aufmerksam gemacht haben).



Schlange: Berühmte Schlangen: Zeus näherte sich einer seiner Geliebten als Schlange. "Heute würde er bei der Abneigung der Damen gegen nasskalte Amphibien kein Glück mehr haben" (W. Foitzick). Die Hydra ("Wasserschlange") der griechischen Mythologie besaß an die 100 Köpfe. Schlug man einen ab, so wuchsen sofort zwei neue nach. Erst Herkules konnte das Untier erledigen. Er hieb ihr die Köpfe ab, sein Neffe brannte sofort die Halsstümpfe aus, damit keine Köpfe mehr nachwachsen konnten. Herkules verwendete Blut und Galle der Hydra als tödliches Pfeilgift. Die Unterweltgöttin Hel und die Midgardschlange waren die Geschwister des berüchtigten Fenriswolfs. "Apophis" hieß die altägyptische Himmelsschlange. Römische Schriftsteller berichten von einem wahren Wundertier, der afrikanischen Doppelkopfschlange, deren Köpfe abwechselnd schlafen oder wachen. Es soll sich seinen Opfern schnell nähern, indem es den einen Kopf in das Maul des zweiten steckt, und so wie ein Reifen auf die Beute zurast. Moses errichtete eine eherne Schlange, um Israel vor einer tödlichen Krankheit zu retten. Der Hippokampos, ein Mischwesen aus Pferd und Schlange, ähnlich dem Seepferdchen, diente den griechischen Meeresgottheiten als Reittier. Eurydike trat auf ihrer Flucht auf eine Schlange und starb an deren Biss. Die Chimäre, ein Feuer speiendes Ungeheuer, wurde vorn als Löwe, in der Mitte als Ziege und hinten als Schlange dargestellt.



Schlange: Redensarten: S. auch Busch. Aus der Haut fahren (nach dem Bild der sich häutenden Schlange). Der Schlange auf dem Schwanz stehen (für reizen). Eine Schlange/Natter am Busen nähren (einen Undankbaren unterstützen. Äsop "Der Bauer und die Schlange" (vgl. auch Friedrich von Hagedorn). Kolleginnenschelte: Sie würde gerne eine Schlange am Busen nähren, wenn sie nur einen hätte. Eine Schlange, die sich in den Schwanz beißt. Etwas löst sich wie die Haut von der Schlange. In Schlangenlinien fahren. Jemand schnellt hoch wie eine Schlange vorm Zubeißen (für aufbrausend). Klug wie die Schlangen sein (Jesus rät seinen Jüngern laut Matthäus 10,16: Seid klug wie die Schlangen und einfältig wie die Tauben. "'Seid klug wie die Schlangen'; und die Schlange war so klug, den Menschen um das Paradies zu bringen" Hans Kudszus).



Schlange: Redensarten: Schlange stehen/Autoschlange/Menschenschlange/Paperschlange/Warteschlange (Feststellung: Die eigene Schlange ist immer die längste. Ein Engländer, der im Wald eine Schlange sieht, stellt sich hinten an). "Der Engländer ist der einzige Mensch, der imstande ist, allein Schlange zu stehen" George Mikes. "Jeder Engländer ist der Anfang einer Schlange" Pierre Daninos. Schlange (Geschütz).Wie eine Schlange aus Kunststoff (falsch). "England, das ist Regen, Cricket und eine korrekte Menschenschlange" Pierre Daninos). Sich schlängeln (z.B. ein Bach). Sich winden wie eine Schlange.
Schlangenalabaster, Schlangenbeschwörung, Schlangengrube (Ort voller Gefahr, bereits im Nibelungenlied), Schlangenhorn (Musikinstrument), Schlangenindianer, Schlangenkuss (Sagenmotiv), Schlangenmensch (Artist), Schlangennadel, Schlangenschrift, Schlangensteine (Ammoniten: in ihnen wurden Versteinerungen eingerollter Schlangen gesehen), Schlangenträger (Sternbild), Seeschlange (z.B. das Ungeheuer von Loch Ness), Luftschlange, Serpentinen (von lateinisch: die Schlange. Spruch: Quatsch keine Serpentinen!).
Tiernamen: Schlangenaal, Schlangenechse, Schlangenhalsechse (Saurier), Schlangenhalsschildkröte, Schlangenhalsvogel, Schlangenmakrele, Schlangensalamander, Schlangenschnecke, Schlangenstern (Stachelhäuter), Schlangenstorch (Marabu).
Pflanzennamen: Schlangenbärlapp, Schlangenbart (Liliengewächs), Schlangengurke, Schlangenhaargurke, Schlangenholz, Schlangenkaktus, Schlangenknoblauch, Schlangenkraut, Schlangenlauch, Schlangenmoos (Bärlapp), Schlangenrettich, Schlangenstapelie (Schhwalbenwurz), Schlangenwurz.



Schlange: Sprichwörter: Adam schiebt die Schuld auf Eva, und Eva auf die Schlange. Freundliche Rede lockt selbst eine Schlange aus ihrem Loch (arabisch). Jedes Paradies hat eine Schlange. Mit der Schlange stirbt das Gift nicht. Versteckt liegt die Schlange im Gras (Latein). Wer einen alten Zaun einreißt, den beißt leichtlich eine Schlange (altdeutsch). Wer eine Schlange aufzieht, dem wird mit Gift gelohnt. Wer von einer Schlange gebissen wird, der fürchtet sich vor einem Seil (arabisch).



Schlange: Sprüche:
"Er würgte eine Klapperschlang,
bis ihre Klapper schlapper klang"
(Heinz Erhardt).

"Die Schlange, die kleinste Bestie der Welt" John Milton). "Die Schlange ist das Tier der Weisheit. Ihr Biss ist tödlich" (Wolfgang Eschker). "Die Schlange wechselt zwar oft die Haut, aber nie die nützlichen Giftzähne" (Jean Paul). "Die Schlange, welche sich nicht häuten kann, geht zugrunde. Ebenso die Geister, welche man verhindert, ihre Meinungen zu wechseln; sie hören auf, Geist zu sein" (Friedrich Nietzsche). Ich wollt', ich wäre 'ne Schlange - dann könnt' ich im Liegen gehen. Letzte Worte des Naturfreunds: "Die Schlange kenn’ ich, die ist nicht giftig".



Schlange: Sprüche: "Verflucht!" sagte die Giftschlange, als sie sich in die Zunge biss. "Wer einmal von einer Schlange gebissen wurde, der fasst selbst ein Seil nur ganz vorsichtig an" (Dalai Lama). "Whisky ist gut gegen Schlangebisse; deshalb sollte er in keinem Schlafzimmer fehlen" (Brendan Behan). Wie kann man Schlangen voneinander unterscheiden? Wenn die Schlange gut sieht, ist es eine Seeschlange, wenn sie weniger gut sieht, ist es eine Brillenschlange und wenn sie gar nichts sieht, ist es eine Blindschleiche. (nach B.B.)
Aus einem Schüleraufsatz: Gott sagte zur Schlange: "Auf dem Bauche sollst du kriechen und Staub saugen dein Leben lang!"



Schlange: Vergleiche: "Das Gute reist mit der Geschwindigkeit einer Schlange, das Böse hat Flügel" (Mahatma Gandhi). "Das Lächeln eines Kindes ist tröstlich wie ein Schlangenbiss" (Frida Kahlo). "Der Utopist sieht das Paradies, der Realist das Paradies plus Schlange" (Friedrich Hebbel). Heiraten ist, als stecke man eine Schlange in seine Tasche (Bantu). "Sprache: die Musik, mit der wir die Schlangen beschwören, die einen fremden Schatz bewachen" (Ambrose Bierce).
Zungenbrecher: Es saßen zwei zischende Schlangen zwischen zwei spitzigen Steinen und zischten. Zungenbrecher: Wenn hinter Schlangen Schlangen schlängeln, schlängeln Schlangen Schlangen nach.



Schlange: Schimpfworte: Schlange für Frau: Brillenschlange (Brillenträgerin, Intellektuelle), falsche Schlange (verlogene Frau, Altes Testament "Genesis"), Giftschlange (boshafte Frau, auch infizierter Penis), Kühlschlange (abweisende, frigide Frau), Ringelnatter (heiratslustige Frau), rote Kreuzotter (Krankenschwester), Schlangenbrut, Schlangengrube (Ort voller Gefahren, auch Bordell). Schlangenfraß (ungenießbares Essen), Wasserschlange (Uromanin).



Schlange: Fabeln: S. auch Aal, Eidechse, Fuchs, Igel, Krebs, Natter, Rabe, Schwalbe, Vogelfang, Wespe, Wurm.
Äsop u. a. "Der Bauer und die Schlange", "Die Schlange, die Katze und die Mäuse" und "Die getretene Schlange": Weil die Schlange von vielen getreten wurde, beschwerte sie sich bei Zeus. Doch Zeus sagte zu ihr: "Hättest du den ersten, der dich trat, gebissen, so würde kein zweiter den Versuch gemacht haben, dich zu treten." Jean de la Fontaine "Der Landmann und die Schlange" und "Die Schlange und die Feile" (nach Äsop, vgl. auch Phaedrus "Die Schlange beim Schmied"). Johann Gottfried Herder "Alte Fabeln mit neuer Anwendung". Phaedrus "Die Schlange, schädliches Mitleid". Gotthold Ephraim Lessing u. a. "Der Knabe und die Schlange" und "Die Wasserschlange" (nach Äsop).
Goethe im "Faust": "Folg nur dem alten Spruch und meiner Muhme, der Schlange …"



Schlange: In der Literatur: Johann Wolfgang von Goethe "Das Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie". Johann Peter Hebel "Von den Schlangen". Manfred Hausmann "Andreas beschwört eine Schlange". Alfred Hitchcock "Die drei Fragezeichen und die singende Schlange". David Herbert Lawrence "Die gefiederte Schlange". Bram Stoker "Das Schloss der Schlange". Edgar Wallace "Die gelbe Schlange".

"Die Schlang gereicht von den Medusen,
Kleopatras gewölbtem Busen,
Bis zur der "Sünde" von Franz Stuck
So manchem Kunstwerk sehr zum Schmuck"
(Eugen Roth).



Schlange: Im Gedicht: Werner Bergengruen "Schlangenlied" (in "Herbstlicher Aufbruch"). Bertolt Brecht "Tierverse" ("Es war einmal eine Brillenschlange / Die tat Dienst als Fahnenstange ...") Max Brod "Gesang einer Giftschlange" (1966). Richard Dehmel "Der Schlangenkäfig". Emanuel Geibel "Die weiße Schlange". Paul Heyse "Die Schlange". Peter Huchel "Die Viper". Friedrich Georg Jünger "Die Schlange". Friederike Kempner "Kennt ihr sie nicht, die böse bunte Schlange?". Hermann Löns "Die Schlangen". Ovid "Metamorphosen". Joachim Ringelnatz "Schlängelchen" ("Schlängelchen zum Teufel kam, / Ganz still und bescheiden ...") Eugen Roth "Tierleben für jung und alt" (1973). Hans Sachs: "Der Schlangen Streit". Friedrich Schiller "Unter allen Schlangen ..." (Rätsel).
Im Märchen: Brüder Grimm "Die drei Schlangenblätter" und "Die weiße Schlange". In der Sage: Brüder Grimm "Der Kaiser und die Schlange".



Schlange: Im Film: u. a. "Avanaida – Todesbiss der Satansviper" (1983). "Boa vs. Python – Duell der Killerschlangen" (2002). "Der Mann in der Schlangenhaut" (1960 mit Anna Magnani). "Die Riesenschlange" (1981). "Die Schlangenpriesterin" (1943). "Killerschlangen" (1976). "Snakes in a plane".
Filmtitel: u. a. s. auch Adler, Regenbogen "Coplan – Engel und Schlange" (1989). "Das Blut der schwarzen Schlange" (1973). "Das Geheimnis der Todesschlange" (1981). "Das Schlangenei" (1977 Ingmar Bergman). "Das Schlangennest" (1983, 1995). "Der Biss der Schlange" (1990). "Der Fluch der gelben Schlange" (1962/63). "Der Foltergarten der gelben Schlange" (1980). "Der Schlangenkuss" (1996/97). "Der Schlangenladen" (1976). "Der Todesbiss der gelben Schlange" (1980). "Der Todeskuss der Schlange" (1988).



Schlange: Im Film: "Der Weg der Schlange" (1980). "Der Weg der Schlange auf dem Felsen" (1986). "Die Giftschlange" (1998). "Die Rache der kupfernen Schlange" (1940). "Die Schlange" (1962, 1965, 1972, 1986). "Die Schlange auf dem Altar" (1988). "Die Schlange vom Nil" (1953). "Die Schlange von Paris" (1922). "Die Schlangengrube" (1948). "Die Schlangengrube und das Pendel" (1967). "Die schwarz-goldene Schlange" (1987 TV-Film). "Die Viper" (1976, 1988, 1993). "Erzählung einer weißen Schlange" (1958). "Goldsnake – Das Geheimnis der goldenen Schlange"(1966). "Im Auge der Schlange" (1994). "Im Banne der Schlange" (1990/91). "Im Nest der gelben Viper" (1964). "Im Würgegriff der gelben Schlange" (1979). "Im Zeichen der Schlange" (1989). "In geheimer Mission: Die goldene Schlange" (1989).



Schlange: Im Film: "Kommissar X – Drei goldene Schlangen" (1968). "Lustvoll eine Schlange streicheln" (1968 Sexfilm). "Mit den Schlangen kam der Tod" (1961). "Schlange, Herz und Pantherkopf" (1985). TV-Film). "Schlangen" (1999 TV-Serie "Akte X"). "Schlangengift" (1981). "Schlangenzauber" (1984). "Teuflische Schlange" (1993). "Tupac Amaru – Strahlende Schlange" (1984). "Viper" (1996). "Viper – Gehirnwäsche" (1993). "Von der verzauberten Schlange" (19183). "Vorsicht, Schlangen!" (1979). "Zaire, der Zyklus der Schlange" (1992).
In der Malerei: u. a. Hans Baldung "Frau mit Spiegel und Schlange" (Vanitas? 1529). Albrecht Dürer "Nackter Mann mit Glas und Schlange" (Zeichnung). Jacopo Tintoretto "Die Aufrichtung der Ehernen Schlange" (1576).
Schlager: "Snakes And Ladders" (Men At Work)



Schlange: S. auch Blindschleiche, Klapperschlange, Natter



Schlehe: Schlehdorn. Unter dem Schlehenstrauch ist man vor Blitzschlag sicher, weil seine Zweige aus der Dornenkrone Christi gemacht sind. Zahnschmerzen vertreibt man mit einem Dorn, den man am Zahnfleisch reibt. In dem mittelhochdeutschen Gedicht "Der Renner" des Hugo von Trimberg gesteht eine Frau, sie habe Schlehen als Verhütungsmittel genommen, sei aber trotzdem schwanger geworden - vom Pfarrer. Im Mittelalter wurde aus der Rinde Tinte gewonnen. Tiernamen: Schlehenglucke (Schmetterling), Schlehenspinner (Schmetterling).
In der Literatur: Friedrich Schnack in "Cornelia und die Heilkräuter" (1940).
Im Gedicht: Hermann Lenz "Trauben und Schlehen". Paul Heyse "Vorfrühling":
Dort am Weg der weiße Streif -
Zweifelnd frag' ich mein Gemüte:
Ist's ein später Winterreif
oder erste Schlehenblüte?



Schleierkraut: Im Gedicht: Gottfried Benn "Schleierkraut".



Schleifstein: Redensarten: Dasitzen wie die Katze auf dem Schleifstein. Schleifen (u. a. Benehmen beibringen)



Schlitten: U. a. Gleitendes Maschinenteil.
Redensarten: Schlittern (rutschen), hineinschlittern, Schlittenfahren der Hunde (Krankheit), Schlittschuhe. Mit jemandem Schlitten fahren (schikanieren).
Schimpfworte: Alter Schlitten (Frau), Amischlitten (US-Straßenkreuzer), Luxus-Schlitten, Traumschlitten. Offiziersschlitten (Militär-Nutte). Schlittern (rutschen).
Sprichwörter: Geld fährt auf hohen Schlitten, Armut muss zu Fuße gehn.
Sprüche: "In Sommertagen rüste Deinen Schlitten / und Deinen Wagen in des Winters Mitten!" (Friedrich Rückert).



Schlitten: Im Gedicht: Achim von Arnim "Schlittenfahrt" und "Wenn man die Kinder im Schlitten fährt". Wilhelm Busch: "Die Rutschpartie". Gustav Falke "Ausfahrt":
Schlitten vorm Haus,
Steig ein, kleine Maus,
Zwei Kätzchen davor,
So gehts durchs Tor,
Zwei Kätzchen dahinter,
So gehts durch den Winter..."

Heinz Piontek "Östliche Romanzen. Schlittenromanze".
Im Film/Filmtitel: u. a. "Kavik, der Schlittenhund" (1980).
In der Musik: Wolfgang Amadeus Mozart "Deutscher Tanz. Nr. 3 (Schlittenfahrt)".
Schlager: "Sleigh ride" (Andy Williams)



Schlüsselblume: Primel (Primula veris). Himmelsschlüssel. Im Volksglauben entstand sie aus den Schlüsseln des hl. Petrus. Sie öffnet verwunschene Türen, abgesperrte Tore und Pforten, die zu verborgenen Schätzen führen. Ein Mädchen, das vor Ostern eine Schlüsselblume fand, wurde noch im selben Jahr Braut. Die Druiden der Gallier brauten aus der Schlüsselblume den "Saft der Begeisterung". Schwindelkraut: Seiltänzer kauten vor ihrem lebensgefährlichen Hochseilakt Primelwurzeln, um den Schwindel zu bekämpfen. Blume des Jahres 2016. Redensarten: Strahlen wie eine Primel. Poesiealbumspruch: So rein wie diese Blüte / sei auch dein Gemüte. Schimpfwort: Kellerprimel (unscheinbare Frau).
In der Literatur: Friedrich Schnack "Sibylle und die Feldblumen" (1941).
Im Gedicht: Georg Britting "Schlüsselblumenland". Karl Heinrich Waggerl "Schlüsselblume".
Im Film /Filmtitel: u. a. "Schlüsselblumen" (1987). S. auch Primel
In der Musik: Johann Sebastian Bach "Johannes-Passion":
"Betrachte, meine Seel, mit ängstlichem Vergnügen,
Mit bittrer Lust und halb beklemmtem Herzen,
Dein höchstes Gut in Jesu Schmerzen,
Wie dir auf Dornen, so ihn stechen,
Die Himmelsschlüsselblumen blühn!
Du kannst viel süße Frucht von seiner Wermut brechen,
Drum sieh ohn' Unterlass auf ihn!"



Schmetterling: Die Schmetterlinge besitzen 12 000 Augen. In der Antike Sinnbild der Wiedergeburt und Unsterblichkeit. Die Schmetterlinge sollen aus den Tränen der Muttergottes entstanden sein und wer sie tötet, tötet Maria (vielleicht ist das der Grund, warum es in Kalifornien per Gesetz verboten ist, einen Schmetterling zu töten). Sie gelten als Seelen von toten Ahnen und unschuldigen Kindern, aber auch als Hexen, die Milch stehlen, daher der englische Name "Butterfly". Der erste bunte Schmetterling, den man im Frühling sieht, kündigt eine Hochzeit an, ein gelber eine Taufe; ein weißer hingegen bedeutet Trauer. Setzt sich zufällig ein Schmetterling einem auf die Kleidung, so bringt das Glück. Er gehört zu den sog. "Gehirntierchen", die Geistesstörungen hervorrufen. Im Griechischen bedeutete das Wort "psyche" gleichzeitig "Seele" und "Schmetterling". Es gibt einen Schmetterling des Jahres, z.B. 2004 Aurorafalter, Schwalbenschwanz 2006, Landkärtchen 2007.



Schmetterling: Redensarten: Schmetterlinge im Bauch (kribbelndes Gefühl in der Magengegend. "Lampenfieber – das sind Schmetterlinge im Magen" Walter Slezak. Du willst Schmetterlinge im Bauch, steck dir Raupen in den Arsch! (Internetspruch). Wie ein Schmetterling von Blüte zu Blüte flattern (unzuverlässig, untreu sein). Schmetterling (Volleyballspieler), Schmetterlingsblüte (Blütenform), Schmetterlingsbrenner (Vorläufer des Bunsenbrenners), Schmetterlingseffekt (z. B. in der Berechung von Wettervorhersagen: Kann der Flügelschlag eines Schmetterlings in Brasilien einen Tornado in Texas auslösen?). Schmetterlingskreis (Hochfrequenztechnik), Schmetterlingsstil (Butterfly, Schwimmstil).
Tiernamen: Schmetterlingsagame, Schmetterlingsfisch, Schmetterlingsmücke. Pflanzennamen: Schmetterlingsflechte, Schmetterlingsporling, Schmetterlingsstrauch.

"Ach Schmetterling!
Könntest du singen,
In einem Käfig wärst du schon lange!"
(Basho)



Schmetterling: Sprüche: "Gerade die kleinen Tiere, wie die Schmetterlinge, rühren die entfernteste Welt auf" (Peter Handke). "Jeder bunte Schmetterling hat den Tod einer Raupe auf dem Gewissen" (Vladimir Nabokov). "Ideen sind keine Schmetterlinge, sie sind Fazit einer Schwerarbeit" (Rudolf Rolfs). "Leben ist nicht genug, sagte der Schmetterling. Sonnenschein, Freiheit und eine kleine Blume gehören auch dazu" (Hans Christian Andersen). "Löwen sind Schmetterlingen nicht lästig" (Martial "Epigramme"). Was haben eigentlich Schmetterlinge im Bauch, wenn sie verliebt sind? "Was sich alles entpuppen kann: ein Schurke und ein Schmetterling" (Karl Kraus). "Wer Schmetterlinge lachen hört, der weiß, wie Wolken schmecken. / Der wird im Mondschein ungestört von Furcht, die Nacht entdecken" (Novalis).
Vergleiche: "Geistvolle Aussprüche kommentieren hieße Schmetterlinge mut Hufeisen beschweren" (Martin Kessel). "Illusionen sind die Schmetterlinge des Liebesfrühlings" (Peter Sirius). "Ich schwebe wie ein Schmetterling und steche wie eine Biene" (Cassius Clay alias Muhammad Ali über seinen Boxstil). Hallo, Schmetterling/Mädchen, du fehlst mir noch in meiner Sammlung. "Sie war ein zarter Schmetterling. / Ich werde nie verschmerzen, / wie vieles Goldene sie stahl, / das Mädchen mit dem Muttermal / zwei Handbreit unterm Herzen" (Joachim Ringelnatz)..



Schmetterling: Schimpfworte: Schmetterling (Sinnbild der Flatterhaftigkeit, untreue Frau, auch Frauenheld, der von "Blüte" zu "Blüte" flattert), Kloakenschmetterling, Nachtfalter (Straßenmädchen, schwarzer Querbinder), Nachtschwärmer.



Schmetterling: In der Fabel: S. auch Raupe. Johann Wilhelm Ludwig Gleim "Der Schmetterling und die Biene". Abraham Gotthelf Kästner "Der Gärtner und der Schmetterling". Phaedrus "Der Schmetterling und die Wespe".
In der Literatur: Walter Benjamin "Schmetterlingsjagd". Wilhelm Busch "Der Schmetterling" (1895). Johann Wolfgang von Goethe "Entomologische Studien". Hermann Hesse "Das Nachtpfauenauge" und "Schmetterlinge". Marie Luise Kaschnitz "Schmetterling auf meiner Hand" (in: "Engelsbrücke"). Else Lasker-Schüler "Der Schmetterling". Leonardo da Vinci "Der Schmetterling und das Licht". Vladimir Nabokov "Sprich, Erinnerung, sprich" und "Weihnachten". Gérard de Nerval "Die Schmetterlinge", Friedrich Nietzsche "Christus als Schmetterlingsrüssel", Friedrich Schnack u. a. "Aurora und Papilio" ("Das kleine Schmetterlingsbuch" (1984) und "Das Leben der Schmetterlinge"(1947). Ina Seidel "Die alte Dame und der Schmetterling" (1964). James Thurber "75 Fabeln für Zeitgenossen". Christoph Martin Wieland "Die Abenteuer des Don Sylvio von Rosalva". Virginia Woolf "Der Tod des Falters".



Schmetterling: Im Gedicht: S. auch Raupe, Rotkehlchen, Veilchen. Georg Britting "Früher Falter". Wilhelm Busch u. a. "Der Traum" und "Sie war ein Blümlein hübsch und fein". Hans Carossa "An einen Schmetterling" und "Geist und Schmetterling am Ufer". Max Dauthendey u. a. "Nachtfalter" und "Ein Pfauenfalter". Heinz Erhardt "Der Schmetterling". Gustav Falke "Schmetterling" und "Der Trauermantel". Ferdinand Freiligrath "Die arme Blume". Robert Frost "Der Blumenschopf" und "Mein Schmetterling". Emanuel Geibel "Schmetterling". Johann Wolfgang von Goethe "Der Schmetterling" und "Selige Sehnsucht". Martin Greif u.. a. "Falter und Rosen" und "Zwei Falter". Rudolf Hagelstange "Unsichtbarer Schleifenschwinger". Friedrich Hebbel u. a. "Das Geheimnis der Schönheit" und "Der Schmetterling".



Schmetterling: Im Gedicht: Heinrich Heine "Die blauen Frühlingsaugen" und:
"Der Schmetterling ist in die Rose verliebt,
Umflattert sie tausendmal,
Ihn selber aber, goldig zart,
Umflattert der liebende Sonnenstrahl.

Jedoch, in wen ist die Rose verliebt?
Das wüsst' ich gar zu gern.
Ist es die singende Nachtigall?
Ist es der schweigende Abendstern?

Ich weiß nicht, in wen die Rose verliebt;
Ich aber lieb euch all':
Rose, Schmetterling, Sonnenstrahl,
Abendstern und Nachtigall."



Schmetterling: Im Gedicht: Johann Gottfried Herder u. a. "Das Lied vom Schmetterlinge" und "Der Schmetterling und die Rose". Hermann Hesse u. a. "Der Kohl", "Der Schmetterling" und "Falter im Wein". Georg Heym "Was kommt ihr, weiße Falter, so oft zu mir?". August Heinrich Hoffmann von Fallersleben u. a. "Schmetterling" und "Schmetterlings Klagelied". Abraham Gotthelf Kästner "Die Schmetterlinge". Gottfried Keller "Nachtfalter". Klabund "Schmetterlinge" (aus dem China.) Karl Kraus "Le papillon est mort" und "Wiedersehn mit Schmetterlingen". Hans Leifhelm "Der Schmetterling". Nikolaus Lenau "Der Schmetterling". Hermann Lenz "Bläuling". Hermann Löns "Das Pfauenauge" und "Schmetterling". Eugenie Marlitt "Schmetterling". Friedrich von Matthisson "Der Schmetterling". Christian Morgenstern "Ein Schmetterling fliegt über mir" und "Schmetterling und Skeptiker". Eduard Mörike "Im Winterboden schläft …" und "Zitronenfalter im April". Christian Morgenstern "Ein Schmetterling fliegt über mir". Börries von Münchhausen "Dunkler Falter". Robert Musil "Heimweh". Pablo Neruda "Leben und Tod eines Schmetterlings". Novalis "Wer Schmetterlinge lachen hört ..."



Schmetterling: Im Gedicht: Boris Pasternak "Schmetterlings Sturm". Jean Paul "Schmetterling". August von Platen "Farbenstäubchen auf der Schwinge" und "Schmetterlinge". Rainer Maria Rilke "Im Kirchhof zu Ragaz Niedergeschriebenes" ("Falter, über die Kirchhofmauer / herübergeworfen vom Wind ...") und "Schmetterling". Ringelnatz "Jene brasilianischen Schmetterlinge". Eugen Roth "Der Falter" und "Tierleben für jung und alt" (1973). Friedrich Rückert u. a. "Der Schmetterling im Herbste" und "Die Schmetterlinge". Ferdinand von Saar "An einen kleinen Feuerfalter" und "Der Trauermantel". Nelly Sachs "Schmetterling". Friedrich Schlegel "Der Schmetterling". Friedrich Schnack "Fremde Falter" und "Schmetterling in der Großstadt". Ina Seidel "Elegie auf Schmetterlinge". Heinrich Seidel "Der frühe Schmetterling" und "Schmetterliongslied". Carl Spitteler "Pfauenauge" und "Schmetterlinge" (1889). Ernst Stadler "Gebet, einfach zu sein". Georg von der Vring u. a. "Abendfalter" (1952) und "Grüner Falter". Josef Weinheber "An einen Schmetterling". William Wordsworth "To a Butterfly". Stefan Zweig "Der dunkle Falter".



Schmetterling: Im Film/Filmtitel u. a. "Armer Schmetterling" (1987). "Asphaltschmetterling" (1928). "Butterfly – Der blonde Schmetterling" (1981/82). "Butterfly Effect" (Titel 2004), "Butterfly kiss" (1995). "Das Geheimnis des blauen Schmetterlings" (2003). "Der Flug des Schmetterling" (1992). "Der blaue Nachtfalter" (1959 mit Zarah Leander), "Der goldene Schmetterling" (1926). "Der kleine Flügel des Schmetterlings" (1993 TV-Film). "Der letzte Schmetterling" (1990). "Der Schmetterling" (2002/04). "Der Schmetterling – Le Papillon" (2002). "Der Schrei des Schmetterlings" (1999). "Der Tanz des roten Schmetterlings" (1974). "Die Nacht des Schmetterlings" (1997). "Die Schmetterlingsschlacht" (1924). "Ein Schmetterling flog auf" (1962). "Ich bin ein Schmetterling" (1976). "Im Lande der Schmetterlinge" (1997).



Schmetterling: Im Film/Filmtitel "Jagd auf Schmetterlinge" (1992). "Lass mich küssen deinen Schmetterling" (1968). "Mothra bedroht die Welt" (1962 Riesenfalter). "Nur ein Schmetterling" (1918). "Operation Schmetterling" (1995). "Der Schmetterling – Le Papillon" (2002). "Schmetterling" (2001 TV-Film). "Schmetterling und Taucherglocke" (2010). "Schmetterlinge" (1972, 1987/88). "Schmetterlinge der Nacht" (1999). "Schmetterlinge sind frei" (1971). "Schmetterlinge und Blumen" (1985). "Schmetterlinge weinen nicht" (1970). "Schmetterlingsflügel" (1991). "Schmetterlingsgefühle" (TV-Film 1997/98). "Schmetterlingsschatten" (1991). "Traum eines Schmetterlings" (1993). "Zeit der Schmetterlinge" (1990).



Schmetterling: Graphik: Grandville "Abenteuer eines Schmetterlings".
In der Malerei s. auch Distel, Mohn. Thomas Gainsborough "Die Töchter des Malers jagen einen Schmetterling" (um 1757). Wilhelm von Kaulbach "Schmetterlinge" (um 1860). Bertrand-Jean Redon "Schmetterlinge" (um 1910). Carl Spitzweg "Der Schmetterlingsfänger" (1840). Plastik: Henry Moore "Schmetterling" (1984).
In der Musik: Frédéric Chopin: "Schmetterling" (Klavier). Edvard Grieg "Schmetterling". Georg Friedrich Händel "Qual farfaletta giro a quel lume" (Nachtfalter Arie). Robert Hanell "Babettes grüner Schmetterling" (Oper). Jacques Offenbach "Le papillon" (Ballett 1860). Giacomo Puccini "Madame Butterfly" (Oper 1904). Robert Schumann "Papillons" (Kleinigkeiten).
Schlager: "Bunter Schmetterling." "Butterfly" (Andy Williams). "Der letzte Schmetterling". "Exlusive butterfly" (Bob Lind). "Glück ist wie ein Schmetterling". "Lass die Schmetterlinge fliegen!" "Mein Schmetterling". "Schmetterling d'Amour". "Schmetterling der Sehnsucht." "Schmetterlinge im Bauch". "Schmetterlinge im Eis" (Herbert Grönemeyer). "Schmetterlinge fliegen überall." "Schmetterlinge in der Nacht". "Schmetterlinge weinen nicht." "Wen ein Schmetterling nicht fliegt."



Schmetterling: s. auch Raupe



Schmied: Hephaistos, Sohn des Zeus und der Hera, war der Gott des Feuers und der Schmiedekunst. Weil er missgestaltet geboren wurde, warf ihn seine Mutter ins Meer. Es war früher Brauch, dass der Schmied am Abend seine Arbeit mit drei Schlägen auf den Amboss beschloss. Sargnägel, die um Mitternacht von einem nackten Schmied zu Ringen geschmiedet wurden, konnten Krämpfe und Gicht heilen. Der Schmied gehörte zu den Berufen, die sich gern mit dem Teufel verbündeten. Er konnte aber auch als "schwarzer Meister" den Satan fesseln. Dann packte er ihn in einen Sack und "hämmerte ihn auf dem Amboss klein".



Schmied: Der Schmied hat Macht über die widerspenstigsten Pferde. Wenn sie beim Beschlagen Schwierigkeiten machen, nimmt er den sog. Armesünderstrick; dann stehen sie still wie ein Lamm. Eine der lukrativsten Aufträge für den Dorfschmied im Mittelalter war die Anfertigung von Keuschheitsgürteln. Meist wurde am lebenden Objekt Maß genommen. Ging der Schlüssel verloren, weil z.B. der Ritter sein Leben auf dem Kreuzzug ließ, durfte der Schmied erneut antreten. Gelegentlich wurde er mit Naturalien entlohnt. Berühmtheit erlangte der "Schmied von Kochel". Er wurde von den Österreichern am Sendlinger Friedhof erschossen.
Lügenmärchen:
"Ein Amboss und ein Mühlenstein,
die schwammen zusammen über den Rhein,
sie schwammen also leise ..."



Schmied: Redensarten: Das Eisen schmieden, solange es heiß ist. Ein/zwei/mehrere Eisen im Feuer haben. Gut beschlagen sein (sich auskennen). Hammer oder Amboss sein (entweder Herr oder Diener). Zwischen Hammer und Amboss (in Bedrängnis). Lärm machen wie ein Kesselschmied. Pläne schmieden. Seines Glückes Schmied sein (bereits bei Plautus und Sallust. "’Jeder ist seines Glückes Schmied.’ Aber wer kann noch mit Schmiedwerkzeug umgehen?" Oliver Hassencamp. "Jeder ist seines Glückes Schmied. Nur warten die meisten noch auf die nötigen Kohlen" Oskar Cöster. "’Jeder ist seines Glückes Schmied’? Die meisten von uns sind der Amboss" Hans-Horst-Skupy. Vgl. auch Gottfried Keller "Der Schmied seines Glückes". Antispruch: Jeder ist seines Glückes Schmied, / doch nicht jeder hat ein schmuckes Glied).
Schmiedefrömmigkeit (Hufbeschlag). Schmieden/Ränke schmieden (Rachepläne ausdenken), Anschmieden (fesseln). Eheschmiede/Glücksschmiede (Standesamt), Waffenschmiede. Reimeschmied (poetisch für Dichter). Tiernamen: Schmied (Laubfrosch, Schnellkäfer).
"Ja Deandl, wannsd heiratst,
dann heirat koan Schmied,
der bembert die ganze Nacht
und lasst dir koan Fried."



Schmied: Sprichwörter: Da muss noch gar vieles geschehen, bis man das Brot an den Mund bringen kann" (Ludwig Börne). Ein guter Amboss fürchtet nicht den Hammer (Italien). Ein schlechter Schmied, der den Rauch nicht vertragen kann. Müßiggang ist der Amboss, auf dem alle Sünden geschmiedet werden. Nicht jeder, der hämmert und klopft, ist ein Schmied (arabisch). Niemand ist schlechter beschuht als des Schusters Weib und die Stute des Schmieds (England). Schmiedes Kinder fürchten sich nicht vor Funken. Wer bei der Schmiede wohnt, / ist das Hämmern bald gewohnt. Wer viel Eisen im Feuer hat, dem werden einige kalt (England).



Schmied: Sprüche: "Rüstung: die Kleidung eines Mannes, dessen Schneider ein Schmied ist" Ambrose Bierce).
Vergleiche: "Der Intellekt als bloßes Werkzeug des Willens ist von ihm so verschieden wie der Hammer vom Schmied" (Arthur Schopenhauer). Die Gegenwart ist der Amboss, auf dem die Zukunft geschmiedet wird (Portugal). "Im Leben kommt es darauf an, Hammer oder Amboss zu sein – aber niemals das Material dazwischen" (Norman Mailer). "Jedes Menschen Glück schmiedet ihm sein Charakter" (Cornelius Nepos). "Mit wuchtigem Hammerschlag trifft, wie ein Schmied, mich Eros / und taucht mich, zu löschen die Glut, in den eisigen Sturzbach" (Anakreon). "Philosophen sind nicht mehr als die Schmiede, die den Pflug verfertigen. "Was gibt uns wohl den schönsten Frieden, als frei am eignen Glück zu schmieden?" (Johann Wolfgang von Goethe). "Wenn das Talent es versagt, schmiedet Entrüstung den Vers" (Juvenal).



Schmied: Vergleiche

"Verstand ohne Mut,
Zum Schmieden fehlt die Glut;
Mut ohne Verstand –
Zum Schmieden fehlt die Hand."



Schmied: Schimpfworte: Unglücksschmiede (Standesamt), Ränkeschmied ("Der Ränkeschmied von Ränken wird besiegt" Goethe "Tasso").
In der Literatur:
"Du musst steigen oder sinken,
du musst herrschen und gewinnen
oder dienen und verlieren,
leiden oder triumphieren,
Amboss oder Hammer sein!"
(Goethe "Ein anderes").



Schmied: Fabeln: S. auch Schlange. Buchtitel: Arno Holz "Die Blechschmiede". Gottfried Keller "Der Schmied seines Glückes". Konrad von Würzburg "Die goldene Schmiede".
In der Literatur: Werner Bergengruen "Der tolle Schmied" (in "Das Buch Rodenstein"). Charles de Coster "Die Legende vom lustigen Schmied Smetse Smee" (dt. 1927). Eulenspiegel "39 - 41. Historie".



Schmied: Im Gedicht: Achim von Arnim "Die Schmiede" und "Vor der rechten Schmiede". Anakreon "Eros der Schmied". Otto Julius Bierbaum "Schmied Schmerz". Wilhelm Busch "Schmied und Teufel". Max Dauthendey "Wie eine Schmiede erklang das Gemach". Richard Dehmel "Ein Schmied". Annette von Droste-Hülshoff "Die Schmiede" und "Feuer. Die Nacht, der Hammerschmied". Joseph von Eichendorff "Intermezzo. Chor der Schmiede". Gustav Falke "Auf dem Amboss". Stefan George Die Schmiede". Friedrich Hebbel "Das Lied vom Schmied". Hugo von Hofmannsthal "Nach einem antiken Vasenbild". Konrad von Würzburg "Die goldene Schmiede". Isolde Kurz "Amors Schmiede". Nikolaus Lenau u. a. "Lied eines Schmiedes" und "Mein Röslein, ich beschlage dich …" Friedrich von Logau "Grabschrift eines Schmiedes" und "Von einem Schmiede". Martin Opitz "Eines Schmiedes". Heinz Piontek "Östliche Romanzen. Die Tochter des Schmieds". Friedrich Rückert "27 Franzosen in einer fränkischen Schmiede". Hans Sachs (in J. Amman "Ständebuch") und "Der Schmied mit seiner geistlichen Frauen".



Schmied: Im Gedicht: Georg Trakl "In der Schmiede dröhnt der Hammer" (in "Die junge Magd").

"Ich hör' meinen Schatz,
Den Hammer er schwinget.
Das rauschet, das klinget,
Das dringt in die Weite
Wie Glockengeläute
Durch Gassen und Platz ..."
(Ludwig Uhland "Der Schmied" vertont von Johannes Brahms)

"Unter dem breiten Kastanienbaum
steht die Schmiede des Dorfes;
der Schmied ist ein gewaltiger Mann
mit riesigen, sehnigen Händen;
und die Muskeln seiner kraftvollen Arme
sind stark wie eiserne Bande."
(Henry Wadsworth Longfellow)



Schmied: Im Märchen: Brüder Grimm "Das junggeglühte Männlein". In der Sage: Wieland der Schmied (bereits in der Edda. Felix Dahn "Wieland der Schmied". Karl Simrock Epos 1835, Dramenentwurf von Richard Wagner 1849/50, Gerhart Hauptmann 1925).
Im Film/Filmtitel: "Das schwarze Schaf" (1960 mit Heinz Rühmann). "Der Fährmann denkt an den Schmied" (1982). "Der Hufschmied" (1922). "Der Schmied von St. Bartholomä" (1955). "Der Waffenschmied vom Ural" (1982). "Die Schmiede" (1924). "Die Waffenschmiede" (1989). "Vom tapferen Schmied" (Märchenfilm 1983).



Schmied: In der Malerei: u. a. Albrecht Dürer "Schmiedenarr" (Holzschnitt 1494) und "Die Herzensschmiede" (Zeichnung). Francisco de Goya y Lucientes "Die Schmiede" (1815). Diego Velázquez "Die Schmiede Vulkans" (1630).
In der Musik: Albert Lortzing "Der Waffenschmied" (Oper 1846). Robert Schumann "Lied eines Schmiedes".
Im Lied: u. a. "Der Lindenschmied". "Die Schmiede" und "Der Schmiedgesellen Gruß" (aus "Des Knaben Wunderhorn"). "Es steht eine Schmiede im tiefen Forst". "Geh'n wir mal rüber zum Schmied". "Vom versoffnen Hammerschmied" (in P. Köhler Hrsg.)
Spottlied:
"Wie machen’s denn die Schmiede?
So machen sie’s!
Sie schlagen die Nägel neunmal krumm,
Damit der Bauer gleich wieder kumm."



Schmied: S. auch Eligius (hl.), Matthias (hl.)



Schmiede: s. auch Schmied



Schnaderhüpfl/Schnadahüpfl: Auch Gstanzl. Vierzeiler, Text meist im alpenländischen Dialekt, mit lustigem, oft erotischem Inhalt.
Im Gedicht: Ludwig Thomas "Schnadahüpfl". Melodien. S. die einzelnen Stichwörter. Im Lied: "Schnadahüpfeln".



Schnecke: "Winziges Meterband, mit dem Gott das Land ausmisst" (Andrade Jorge Carrera).
Es gibt an die 100.000 verschiedene Arten. Schnecken haben ihre Zähne auf der Zunge, davon bis zu 210.000. Die Tiere wurden schon von den alten Römern gezüchtet. Lippinus ließ nicht nur ein Wildschweingehege anlegen, er ist auch der Erfinder der gewerbsmäßigen Schneckenzucht. In einer um 310 v. Chr. veranstalteten Prozession kroch eine mechanische Schnecke mit, die sogar eine Schleimspur hinterließ. Spezialisten rühmen die "aphrodisierende Wirkung" ihres Fleisches. Das ist wohl auch der Grund, warum Franzosen etwa eine halbe Milliarde Schnecken im Jahr verzehren.



Schnecke: Schnecken waren einst die Speise der Armen und durften auch in der Fastenzeit gegessen werden; sie hatten nach Kirchendekret kein Fleisch. Nach Kirchendekret kein Fleisch wie Fische und Krebse. Im Altertum betrachtete man die Schnecke, speziell ihr Haus als Symbol für die weibliche Scham ("glatt rosa und glänzend präsentiert sich die Pforte zu einer tiefen, fast unergründlichen Höhle" B. Hesse). Schnecken küssen sich vor dem Kopulieren und können dann angeblich sechs Stunden lang Sex haben und bis zu drei Jahre ununterbrochen schlafen. Die Bananenschnecke Nordamerikas beißt ihrem Begatter nach dem Akt den Penis ab, noch grausamer ist eine australische Art: Sie verspeist ihren Lover bei lebendigem Leib – nachdem er seine Schuldigkeit getan hat.



Schnecke: Schneckenschleim soll gegen Warzen helfen. Gekocht und als Pulver wurden sie gegen zahlreiche Gebresten "eingenommen", so z.B. gegen Durchfall, Nasenbluten, Fisteln, Kopfweh und Zahnschmerzen. Schwarze Schnecken, in die Schuhe gesteckt, halfen gegen Hühneraugen. "In Nordsibirien zeigen Frauen Männern ihre Zuneigung an, indem sie sie mit Feldschnecken bewerfen" (H. Haefs). Schnecken im Gemüsegarten kann man mit sog. Bierfallen bekämpfen. Allerdings muss auch der Nachbar mitspielen, denn sonst hat der Nachbar die Plagegeister los; man hat sie aber dann im eigenen Garten.



Schnecke: Berühmt ist das Schneckenrennen im elsässischen Osenbach: 10 Weinbergschnecken werden auf eine 50 cm lange Strecke geschickt. Der Sieger braucht ca. 15 Minuten, das ergibt eine Geschwindigkeit von 0,002 km/h. Eine entsprechende Weltmeisterschaft findet alljährlich in Congham (England) statt. Gefordert ist ein Rundkurs von 33 cm Durchmesser. 1995 stand der Rekord auf 2 Minuten und 20 Sekunden (Guiness).Auch in Gombito (Italien) gibt es ein ähnliches Rennen. Der Weltrekord im Strandschnecken-Weitspucken steht seit 2006 auf 10,41 Meter. Schnecken sind "landgebundene Fische" (EU-Mythos).



Schnecke: Redensarten: Besser ein Schneck / als gar kein Speck. Eine Schleimspur nach sich ziehen. Jemanden zur Schnecke machen (streng zurechtweisen. Kolleginnenschelte: Man kann sie nur dadurch schneller machen, indem man sie zur Schnecke macht. Wenn man seine Angestellen zur Schnecke macht, braucht man sich nicht über das geringe Arbeitstempo zu wundern). Mit der Aufmüpfigkeit einer neugeborenen Weinbergschnecke (für harmlos). Sich ins Schneckenhaus zurückziehen. Schneck (liebes Mädchen. Schneckenpost = Liebesbrief. Eine Schnecke angraben = flirten). Schnecke (Spiralförmige Treppe), Gebäck, Spirale, Schraube ohne Ende, spezielles Gewinde, Verzierung der Geige, Teil des Ohrs; Vagina s. dort), Schneckenfieber, schneckenförmig, Schneckengetriebe (Zahnrad), Schneckenloch (ovales Fenster), Schneckerl (geringelte Locke, Mädchenkosename). Medienschnecke/Videoschnecke (endlos laufendes Videoband). Nacktschnecke ("Scherzhafte Bezeichnung für eine extrem langsame Stripperin" K. de Rottwinkel). "Schwäbische Auster" (Weinbergschnecke).
Tiernamen: Nacktschnecke, Schneckenhabicht, Schneckenkanker (Weberknecht) , Schneckennatter, Schneckenräuber (Leuchtkäfer).
Pflanzennamen: Schneckenblüter, Schneckenbohne, Schneckenfaden, Schneckenklee, Schneckling (Blätterpilz).



Schnecke: Sprichwörter: Eine Frau soll sein wie eine Schnecke: häuslich; aber auch nicht wie eine Schnecke, nämlich all das Ihrige am Leib tragen. Krankheit kommt wie die Extrapost und schleicht wie die Schnecke. Weiber und Schnecken sollen immer im Hause stecken.
Sprüche: "Auch eine Schnecke bewegt sich in die richtige Richtung" (Angela Merkel"). Hui! sagte die Schnecke, als sie auf der Schildkröte saß. "Ich fragte eine Schnecke, warum sie so langsam wäre. Sie antwortete, dadurch hätte sie mehr Zeit, die Welt zu sehen" (Wolfgang J. Reus). "Mit Ausdauer erreichte die Schnecke die Arche" (Charles Haddon Spurgeon). Mindestens eine Schnecke wird immer einen Weg zu deinem Salatbeet finden. Wenn Schnecken verspeist werden, sind sie ganz aus dem Häuschen ("Sprüchekalender").
Vergleiche: "Der Weg des Menschen in sein Inneres ist, wie bei einer Schnecke - spiralförmig" (Stanislaw Jerzy Lec). "Die Menschen sind wie die Schnecken, die bei gutem Wetter aus ihrer Schale hervorkriechen und sich bei schlimmer Witterung darin zurückziehen" (Johann Geiler von Kaysersberg). Schlechte Nachrichten kommen auf Adlerschwingen. Gute nehmen die Schneckenpost.
Zungenbrecher: Wenn Schnecken an Schnecken schlecken, merken Schnecken zu ihrem Schrecken, dass Schnecken nicht schmecken.



Schnecke: Schimpfworte: Schnecke (Lesbierin), Hospitalschnecke (Krankenschwester), Nacktschnecke (Aktmodell, Strip-tease-Tänzerin), Schneckengang ("Seine Gedanken gehen einen Schneckengang und jeden Ruck derselben auf dem Papier beschmiert und verbindet er mit Wortschleim" Jean Paul), Schneckenhaus (Wohnwagen, Bordell. "Das Eigenheim, dessen Tilgung nur sehr langsam vonstatten geht" K. de Rottwinkel), Schneckenpost, Schneckentempo, wildgewordene Salatschnecke, Windhundschnecke. Langsam wie eine Schnecke ("Kunst: Auf lahmer Schnecke hohe Schule reiten" Fritz Graßhoff). "Kriechenden Schnecken sollte man nicht auf den Schleim gehen: man könnte ausrutschen" (Gerhard Uhlenbruck). Kollegenschelte: Der arbeitet mit dem Tempo einer arthritischen Schnecke.



Schnecke: Kindermund:
"Schneck im Haus,
komm heraus.
Kommen zwei mit Spießen,
wollen dich erschießen;
kommen zwei mit Stecken,
wollen dich erschrecken."



Schnecke: Fabeln: Äsop "Der Hund und die Schnecke" und "Die Schnecken": Ein Bauernsohn briet sich Schnecken. Als er sie knistern und zischen hörte, sagte er: "Was seid ihr für böse Tiere! Während eure Häuser brennen, singt ihr dazu." Friedrich von Hagedorn "Jupiter und die Schnecke". Hans Sachs.
In der Literatur: Ludwig Börne "Monographie der deutschen Postschnecke" (1821). Georg Britting "Der Schneckenweg" (1941). Günter Grass "Aus dem Tagebuch einer Schnecke" (1972). Martial "Epigramme" ("Kleine Löffel zu Schnecken und Eiern"). Friedrich Schnack "Der Schneckenwirt von Hohenlohe". Kerstin Hessel berichtet in "Der Tappeinerweg": "Die Schnecken, die sich in ihre Häuser verkrochen hatten, kamen langsam wieder heraus, und der Schüsselinhalt bewegte sich: Schleimfüße, Fühler, Mäuler krochen übereinander, durcheinander ..." Vor dem Kochen wurde Salz auf die "lebenden Schneckenleiber" gestreut, um sie zu "reinigen". Dann wurde der "Muskel" mit einem Messer abgetrennt und in das "kochende Bad" geworfen.



Schnecke: Im Gedicht: Achim von Arnim "Lied, mit welchem die Kinder die Schnecken locken". Wilhelm Busch "Die Schnecken".

"Auf, auf Kinder:
Müht euch schwitzend ab,
Euch in gegenseitiger Wollust zu paaren.
Euer Liebesgemurmel stehe dem der Taube nicht nach,
Eure Umschlingungen nicht dem Efeu,
Eure Küssen nicht denen der Schnecken."
(Hochzeitsverse des römischen Kaisers Gallienus )

"Ein Mensch zertritt die Schnecke, achtlos.
Die Schnecke ist dagegen machtlos.
Zu spät erst kann sie, im Zerknacken,
Den Menschen beim Gewissen packen."
(Eugen Roth "Zu spät")



Schnecke: Im Gedicht: Hermann Claudius "Auf eine Schnecke". Heinz Erhardt "Die Schnecke". Günter Grass u. a. "In meiner Hand die Hand meiner Tochter" und "Überrundet". August Heinrich Hoffmann von Fallersleben "Jeder nach seiner Art". Justinus Kerner "Das Schneckenhaus". Friedrich von Logau "Schnecken". Federico Garcia Lorca "Caracola". Christian Morgenstern "Gespräch einer Hausschnecke mit sich selbst". Joachim Ringelnatz "Straßenbahn 23 und 13".

"…Wenn du einen Schneck behauchst,
Schrumpft er ins Gehäuse,
Wenn du ihn in Kognak tauchst,
Sieht er weiße Mäuse."
(Joachim Ringelnatz "Überall ist Wunderland")

Eugen Roth "Tierleben für jung und alt" (1973). Friedrich Rückert "Frau Schnecke". Hans Sachs "Das Schneckenhaus".
Im Märchen: Hans Christian Andersen "Die Schnecke und der Rosenstock".



Schnecke: In der Malerei: Albrecht Dürer "Lautenspielender Engel mit Schnecke" (aus dem Gebetbuch Kaiser Maximilians) (1515).
Im Film/Filmtitel: u. a. "Das Schneckenhaus" (1980). "Das Schneckenrennen" (1997 TV-Film). "Die brennende Schnecke" (TV-Film 1995/96). "Die Strategie der Schnecke" (1993). "Inspektor Lavardin: Die schwarze Schnecke" (1988). "Schach dem Mörder" (TV-Serie "Columbo").



Schneeglöckchen: Pflanzenname: Schneeglöckchenbaum.
Vergleiche: Niedergeschlagen wie ein Schneeglöckchen im Matsch. Pflanzennamen: Schneeglöckchenbaum.
In der Literatur: Friedrich Schnack "Sibylle und die Feldblumen" (1941).
Im Gedicht: Felix Dahn "Vom Schneeglöckchen" und "Blumenbilder in Sprüchen. Schneeglöckchen". Richard Dehmel "Schneeglöckchen".

"'S war doch wie ein leises Singen
In dem Garten heute Nacht,
Wie wenn laue Lüfte gingen:
'Süße Glöcklein, nun erwacht,
Denn die warme Zeit wir bringen,
Eh's noch jemand hat gedacht.' ..."
(Joseph von Eichendorff "Schneeglöckchen")

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben "Schneeglöckchen" (1865). Hugo von Hofmannsthal "Schneeglöckchen, ei, bist du schon da? ...". Friedrich Rückert "Schneeglöckchen". Georg von der Vring "Schneeglock". Märchen: Hans Christian Andersen "Das Schneeglöckchen".
Im Film/Filmtitel: u. a. "Schneeglöckchen blühen im September" (1974 TV-Film). "Schneeglöckchen und Alleskönner" (1982).
Im Lied: Robert Schumann "Schneeglöckchen".



Schnepfe: Wenn Brautleute unmittelbar nach der Trauung einer Katze, einem Hasen oder einer Schnepfe begegnen, so bedeutet das Unglück in der Ehe. Schnepfenaal, Schnepfenfisch, Schnepfenfliege, Schnepfenibis, Schnepfenmesserfisch, Schnepfenstrauß
Schimpfworte: Schnepfe: Abwertend für Mädchen und Prostituierte, Jodelschnepfe, Schnepfenjagd (Mädchenfang), Schnepfenstrich (Prostituiertenstraße, aus der Jägersprache). Waldschnepfe (Prostituierte, die im Freien arbeitet).
In der Literatur: Martial "Epigramme" ("Die Feigenschnepfe").
Im Gedicht: Gottfried Benn "Durchs Erlenholz kam sie entlanggestrichen …" Günter Grass "Sonntagsjäger" ("Schnepfen gehen sie schießen ...") Detlev von Liliencron "Die Waldschnepfenjagd". Eugen Roth "Tierleben für jung und alt" (1973).
Im Lied: "Das Schnepfelein, das Schnepfelein, / das bringt der Braut das Töpfelein" (Aus der "Vogelhochzeit").



Schnittlauch: Der römische Kaiser Nero nahm an bestimmten Tagen nichts anderes als Schnittlauch zu sich. Damit wollte er seine Singstimme verbessern. Redensarten: Schnittlauchlocken (Bubikopf). Politiker einer bestimmten Partei werden mit dem Schnittlauch verglichen: außen grün, innen hohl (auch Schimpfwort für Justizbeamte).
In der Literatur: Martial "Epigramme" ("Schnittlauch").

"Wenn der holde Frühling lenzt
und man sich mit Veilchen kränzt,
wenn man sich mit festem Mut
Schnittlauch in das Rührei tut,
kreisen durch des Menschen Säfte
neue, ungeahnte Kräfte ..."
(Friederike Kempner )



Schnupftabak: Beliebtes "Suchtmittel" vor allem des bayerischen Landmanns, Schmalzler oder Schmai genannt, weil er ursprünglich mit Butterschmalz geschmeidig gemacht wurde ("Bayerisches Kokain", "Schmai macht high"). Der "g'standne" Bayer schnupft bis zu seinem 70. Lebensjahr ca. 12 Zentner. Weniger bekannt ist, dass der Schnupftabak auch zur Schwangerschaftsverhütung, und, wenn es doch einmal passiert war, zur Abtreibung eingesetzt wurde. Als Heilmittel ist er "gut für den Schwindel, verzehret die Flüsse und führet viel Feuchtigkeit aus dem Gehirn", hilft aber auch bei Augenleiden. Das Schnupfen nahm so überhand, dass es im 17. Jahrhundert mit dem Kirchenbann belegt wurde.

"Der eine schnupft zum Zeitvertreib,
der andre aus Verdruss,
der dritte weil er Kreuz und Leid
beim Weib vergessen muss."

Vermutlich schon von Christoph Kolumbus entdeckt. Berühmte Schnupfer: Katharina von Medici (zur Migränebekämpfung; in Frankreich "poudre de la reine" genannt), Madame Pompadour, Ludwig XV., Napoleon (er soll bis zu acht Pfund pro Monat verbraucht haben), Friedrich Schiller, Immanuel Kant, Sepp Maier, Altbundeskanzler Helmut Schmidt, Richard Wagner und Ludwig Thomas "Der Münchner im Himmel". Besonders von Arbeitern im Bergbau beliebt, da unter Tage Rauchen streng verboten ist.



Schnupftabak: Das Lexikon weiß, dass Schnupftabak nach vier Methoden hergestellt wird: 1. nach der Karottenmethode, 2. nach der Schmalzlermethode. 3. nach der Pariser Methode und 4. nach der sog. Schnellmethode. Kunstvoll gefertigte Schnupftabakdosen erzielten bei Auktionen Preise bis zu 76.000 DM. Es gibt regelrechte Meisterschaften, bei denen die unverbrauchten Tabakreste auf tausendstel Gramm elektronisch gewogen werden.
Schnupftabak gegen den Wind spucken (Sommersprossen). Schnupftabakhersteller: "Ein Mann, der sein Geschäft in fremder Leute Nase steckt" (Don Quinn).
Sprüche: Wenn Aug´ und Mund sich laben, soll der Zinken auch was haben!
Im Gedicht:
"Ich brauche diesen Staub mit Lust und Überfluss,
Damit ich Asch und Erde
Fein oft erinnert werde:
Mensch, lerne, was du wirst und wenn man leben muss!"
(Johann Christian Günther "Auf eine Schnupftobaksdose")

Johann Peter Hebel "Der allezeit vergnügte Tabakraucher". Alexander Puschkin "An eine Schöne, die Tabak schnupfte". Joachim Ringelnatz "Hymnüs'chen" ("Red ich von Tabak jedweder Sorte...). "Die Schnupftabakdose".



Schnupftabak: S. auch Tabak



Schrot: Redensarten: Aus echtem (altem) Schrot und Korn (s. Korn; ev. auch vom Bruttogewicht einer Münze). Jagd (kleine Kugeln, Schrotflinte). Schrotausschlag (Hautkrankheit beim Schjwein).
Schimpfworte: Vierschrötig. Christian Morgenstern "Die Möwen sehen alle aus, / als ob sie Emma hießen. / Sie tragen einen weißen Flaus / und sind mit Schrot zu schießen..."



Schubkarre: Redensarten: Dem Teufel vom Schubkarren gesprungen sein.
Sprüche: "So sehr wirkt fast die Menge wie Größe, dass zehn Schubkärrer hintereinander schon einen bedeutenden Eindruck machen" (Jean Paul).



Schuhplatteln: Lässt sich laut McCormack als "ritualisierte Abwehr von Stechmücken deuten".



Schule: (Dorfschule). In früheren Zeiten beim Landvolk wenig beliebt, weil sie die Kinder von der Arbeit abhielt und unverständliches, neumodisches Wissen vermittelte.
Sprüche: "An der lieben Dorfjugend kann man sogleich erkennen, ob das Dorf einen guten oder schlechten Schullehrer hat" (Karl Julius Weber).
In der Literatur: Adalbert Stifter "Die Landschule" (1849).
Im Gedicht: Johann Wilhelm Ludwig Gleim "Die Schule". Friedrich von Hagedorn "Die Schule". August Heinrich Hoffmann von Fallersleben "Die historische Schule". August von Platen "An die neue Schule". Friedrich Rückert u. a. "Die Dorfschulkinder" und "Die Winterschule". Friedrich Schlegel "Die neue Schule".
Im Film/Filmtitel: u. a. "Alte Schule" (1981). "Ännchen geht zur Schule" (1962). "Bambule in der Schule" (1976). "Claudine in der Schule" (1977). "Dick und Doof in der Schule" (1940). "Die Schule" (1995, 1997). "Die Schule am See" (1996). "Die Volksschule" (1991). "Hurra, die Schule brennt!" (1969). "Schule" (2000). "Sein und Haben" (2003). "Spuk in der Schule" (1987 Kinderfilm). "Unsere Schule" (1997). "Unsere Schule ist die Beste" (1994).
S. auch Lehrer



Schützenfest: Wer aus vielen Büchsen schießt, trifft selten die Scheibe.
Im Gedicht: August Heinrich Hoffmann von Fallersleben Schützenfest". Hermann Löns "Schützenfest".
Im Film/Filmtitel: u. a. "Das Schützenfest" (1998). "Der Schützenkönig" (1932, 1991). "Schützenfest in Schilda" (1931). "Schützenkönig wird der Felix" (1934). "Schützenliesel" (1954). "Schützenliesl" (1926).
In der Musik: "Jenbachtaler Schützenmarsch". "Tölzer Schützenmarsch". Schlager: "Schützenliesel". "Heut’ ist Schützenfest im Goldnen Lamm".



Schwalbe: Frühlingsbote. Die Turmwächter mussten früher die erste Schwalbe durch Blasen ihres Horns ankündigen. Plinius wusste, dass ein Schwalbenherz gegen Epilepsie hilft. Er lobte nicht nur die Ausstattung der Schwalbennester, sondern auch die Reinlichkeit der Jungvögel. Sie müssten bald lernen, sich umzudrehen, damit sie sich über den Nestrand hinaus "erleichtern" könnten. Weil die Schwalbe an Marienfeiertagen kommt und wieder wegfliegt, steht sie unter dem Schutz der Muttergottes. Sie schützt das Haus, unter dessen Dach sie ihr Nest baut, vor Blitz und Feuer. Wo keine Schwalbe ist, sollen böse Leute wohnen. Der Bauer glaubt: Zerstörst du mutwillig ein Schwalbennest, kostet’s dir die beste Kuh im Stall. Schwalbenasche hilft bei Halsentzündungen, Augenleiden und Epilepsie. Hildegard von Bingen wollte Lepra mit einer Mixtur aus Schwalbenkot und Klettenkraut heilen. Autofahrer wird interessieren, dass sie auch den Alkoholspiegel im Blut senken soll.



Schwalbe: Redensarten: Jemand muss viele Schwalben gesehen haben, bis er überzeugt ist, dass es Frühling ist (für Pessimist). Schon Wilhelm Busch wusste: "Bei Regenwetter fliegen die Schwalben niedrig". Schwalbe (Sexagentin, KGB-Deutsch. Fußballdeutsch, für vorgetäuschtes Foul. Schwalbe (Flugzeug, Schiffe). Schwalbennest (Balkon, kleines Haus am Hang, Büstenhalter, Aborterker an einer mittelalterlichen Burg). Schwalbenschwanz (Frackschöße, Holzverbindung). Markensignet: die französische Autofirma Simca. Schwalbe "Simson" Kleinkraftrad der DDR.
Tiernamen: Schwalbenschwanz. Schwalbenfaulvogel (Spechtart), Schwalbenfisch, Schwalbenmöwe, Schwalbenwanze. Pflanzennamen: Schwalbenwurz.
Sprichwörter: Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer (ursprünglich Frühling, nach Äsop bzw. Aristoteles: "Denn eine Schwalbe macht noch keinen Frühling und auch keinen Tag; ebenso macht auch ein einziger Tag oder eine kurze Zeit niemanden gesegnet oder glücklich"). Was weiß schon eine Schwalbe von den Träumen eines Schwans? (China). Wenn die Schwalben tiefer fliegen, werden wir bald Regen kriegen (nicht die Schwalben, sondern die die tiefer fliegenden Insekten spüren das Wetter)).



Schwalbe: Vergleiche: "Die Schwalbe ist die Soubrette der Natur" (Peter Hille). "Eine Schwalbe macht noch keinen Elfmeter" (Stefanie Kroth). "Männer sind wie Schwalben im Herbst: wenn sie abhauen wollen, sind sie plötzlich auf Draht" (Iska Geri). "Nichts hält die wahre Hoffnung auf. Sie fliegt mit Schwalbenflügeln" (William Shakespeare). "Wie die Schwalbe nistet die Phantasie gern an alten Mauern" (Johann Jakob Mohr). Zungenbrecher: Zwischen zwei Zwetschgenzweigen sitzen zwei zwitschernde Schwalben.



Schwalbe: Schimpfworte: Asphaltschwalbe/Bordsteinschwalbe/Chausseeschwalbe (Straßen-Prostituierte), Hausschwalbe (Dienstmädchen), Kanzelschwalbe (Kirchgängerin), Münsterschwalbe (im Mittelalter Prostituierte, die ihrem Gewerbe in der Nähe einer Kirche nachging). Die Rauschwalbe ist der Nationalvogel Österreichs. Pflanzennamen: Schwalbenwurz, Schwalbenwurzenzian.



Schwalbe: Fabeln: S. auch Nachtigall, Schaf, Spinne. Äsop u. a. "Das Huhn und die Schwalbe", "Die Schwalbe und die Krähe", "Die Schwalbe und die Schlange" und "Die Schwalbe und die Vögel". Jean de la Fontaine "Die Schwalbe und die kleinen Vögel". Christian Fürchtegott Gellert "Die beiden Schwalben". Gotthold Ephraim Lessing "Die Schwalbe" und "Die junge Schwalbe".
In der Literatur: "Wie der heilige Franziskus den Vögeln predigte und den Schwalben Ruhe gebot" (in "Die schönsten Legenden des heiligen Franz"). Klabund "Die erste Schwalbe". Ernst Toller "Das Schwalbenbuch" 1923/24.
Lügenmärchen: "Eine Kuh, die saß im Schwalbennest / mit sieben jungen Ziegen …"



Schwalbe: Im Gedicht: S. auch Gewitter, Spatz. Rudolf Borchardt "Grabschrift einer Schwalbe". Clemens Brentano "Schwalbenwitz". Adelbert von Chamisso "Die Schwalben". Felix Dahn "Vogelgesang. Schwalbe", "Die Schwalbe" und "Mariä Geburt fliegen die Schwalben fort". Max Dauthendey u. a. "Des Abends die Schwalben" und "Die Schwalben schossen vorüber …". Ferdinand Freiligrath "Schwalbenmärchen". Stefan George "Die schwalben". Johann Wilhelm Ludwig Gleim "An die Schwalbe". Ivan Goll "All die Schwalben". Friedrich Hebbel "Schwalbe und Fliege".

"Wenn ich eine Schwalbe wäre,
so flög' ich zu dir, mein Kind,
und baute mir mein Nestchen,
wo deine Fenster sind."
(Heinrich Heine "Lyrisches Intermezzo")

Johann Gottfried Herder aus dem Griechischen).Johann Gottfried Herder "An eine Schwalbe" (aus dem Griechischen). August Heinrich Hoffmann von Fallersleben "Der Schwalben Abschied". Ricarda Huch "Wie die zierlichen Schwalben sich rüsten …"



Schwalbe: Im Gedicht: Peter Huchel "Der Rückzug. II. Die Schwalbe". Henrik Ibsen "Die Sturmschwalbe". Karl Immermann "Die Schwalbe" (in "Tristan und Isolde"). Gotthold Ephraim Lessing "An die Schwalbe" (nach Anakreon). Detlev von Liliencron "Schwalbensiziliane". Christian Morgenstern "Schwalben". August von Platen "Der Schwalbenräuber". Joachim Ringelnatz "Es setzten sich sechs Schwalben". Eugen Roth "Tierleben für jung und alt" (1973). Friedrich Rückert u. a. "Die Rache der Schwalbe" und "Der Schwalbe Morgengruß". Adolf Friedrich von Schack "Die erste Schwalbe" und "Die Schwalbe". Friedrich Schnack "Schwalbengeist". Heinrich Seidel "Die Schwalbe". Karl Spitteler "Das Schwälblein oder das kleine Fräulein und der große Mann" (in: F. Avenarius Hrsg.) Georg von der Vring "Die Stunde der Schwalben" und "Nachtschwalbe". Stefan Zweig "Wie die Schwalbe …"



Schwalbe: Im Film/Filmtitel: u. a. "Das Mädchen mit der Schwalbe" (1950). "Die erste Schwalbe" (1975 Fußball). "Eine Schwalbe macht den Sommer" (2000/01). "Nachtschwalben" (1993). "Schwalben und Amazonen" (1977). "Sturmschwalbe" (1918). "… und ich grüße die Schwalben" (1971). "Was die Schwalbe sang …" (1956). "Wenn die Schwalben heimwärts ziehen" (1927).
Graphik: Grandville "Briefe einer Schwalbe an eine Kanarienvogel-Dame im Vogelkloster".
In der Malerei: Edouard Manet "Schwalben" (1873).
In der Musik: Boris Blacher "Die Nachtschwalbe" (Oper 1948). Giacomo Puccini "Die Schwalbe" (Oper 1917). "Machen wir’s den Schwalben nach!" (aus der Operette "Die Csárdásfürstin" von Emmerich Kálmán). Joseph Strauss "Dorfschwalben aus Östereich".
Im Lied: "Die Schwalben" (aus "Des Knaben Wunderhorn"). Schlager: u. a. "Du kleines Schwalbenpaar" (1950). "Schwalbenlied" (1937). "Die Schwalbe, die Schwalbe, / die bringt die graue Salbe" (aus der "Vogelhochzeit"). "Weiße Schwalben sah ich fliegen".



Schwalbe: S. auch Mond, Rauchschwalbe



Schwangerschaft: Im Volksmund "angebrannt". Schwangere Bauersfrauen sollten möglichst nichts berühren - außer Arbeitsgeräte.

"Dass‘s im Wald finster is,
Dös mach'n die Baum,
Dass mein Dirndl schwanger ist,
Dös glaub i kaum."

Das Dirndl ist schwanger.
Wer hat ihrs denn tan?
Zwei ungschmalzne Eier,
A Würstel daran."

Das Fastnachtspiel der "Der schwanger pawer" von Hans Sachs wurde 1544 in Nürnberg erstmals aufgeführt - ein früher Vorläufer des Films "Der schwangere Mann".
Im Film/Filmtitel: u. a. "Das schwangere Mädchen" (2000). "Ein bisschen schwanger" (1976). "Ich heiße Kristin, bin 16 und schwanger" (1979). "Saskia – Schwanger zum Sex gezwungen" (1997). "Schwanger! Es geschah unter Narkose" (1996). "Schwanger in den Tod" (1997 TV-Film). "Schwanger von Nr. 247" (1995). "Ungewollt schwanger" (1986).
S. auch Kalb.



Schwein:
Denn schon seit Kindesbeinen,
befasst ich mich mit Schweinen!"

Säu-getier. Namenloses Haustier, im Gegensatz zu Hund, Katze oder Kuh. Von den Borsten bis zum Fleisch ist alles verwertbar, sogar der Name als Schimpfwort. Kein anderes Tier, den Affen ausgenommen, ist dem Menschen anatomisch so verwandt: Rosafarbene Haut, "robuster Allesfresser und Neigung zum Fettansatz" (M. Allmaier). Schweine verwesen allerdings schneller als der Mensch, weil sie sich gesünder ernähren, weiß die Wissenschaft ("Der Mensch isst zu viel Mist; das konserviert"). Leider hat es im Laufe seines Zusammenlebens mit dem Menschen ein Drittel seiner Gehirnmasse eingebüßt. Dafür ist das Volumen seines Ejakulats mit 250 ml Spitze unter den Haustieren.



Schwein: Schweine können nicht schwitzen, deshalb sind Schlammbäder wichtig für die Temperaturregelung. Odysseus besaß mehrere Schweineherden, die sein treuer Hirt Eumaios hütete. Der Schweinehirt Syphilus soll einen neuen Götterkult ausgerufen haben, worauf die richtige Gottheit "eine schreckliche Seuche auf die Erde schickte". Die Ägypter setzten Schweine "zum Eintreten der Saaten und zum Dreschen des Getreides" ein. Die Römer delektierten sich an Schweinelebern, die mit Feigen gemästet waren. Hildegard von Bingen meint, dass der Verzehr von Schweinefleisch den Menschen "zu Sinneslust und zur Unbeherrschtheit" führt. Bei vielen Völkern als Opfertier in "höchstem Ansehen". Allerdings verzichtet etwa ein Viertel der Weltbevölkerung auf den Verzehr von Schweinefleisch - angehalten von strengen Speisegesetzen.



Schwein: Der Teufel und auch Hexen missbrauchen das Schwein als Reittier. Auch Luther soll auf der Flucht auf einem Schwein geritten sein, so wenigstens erzählt es die Sage. In Oberfranken versuchte man Schweine mit folgendem Spruch an den Stall zu gewöhnen: "Sau, eil in dein Gestell, wie der Advokat in die Höll." Junge Burschen klopfen an den Schweinestall: Wenn die Tiere ruhig sind, werde man eine brave Frau, wenn sie laut grunzen eine böse Frau bekommen. Das Schwein ist Attribut des heiligen Antonius des Einsiedlers. In Stuttgart gibt es ein Schweinemuseum (Motto: "Dieses Museum ist eine Sauerei"). China besitzt mit 490 Millionen Tieren fast die Hälfte aller weltweit gehaltenen Schweine.



Schwein: Das Schwein zählt "zu den zehn intelligentesten Tieren und ist eines der saubersten, wenn man ihm ausreichend Platz einräumt" (H. Haefs). Die alten Ägypter verehrten vor 5500 Jahren eine Schweinegöttin. An der mittelalterlichen Universität Salerno wurden Schweine wegen ihrer menschenähnlichen Anatomie seziert. Es liefert Insulin und Heparin und stellt seine Herzklappen für die Verpflanzung in menschliche Patienten zur Verfügung, gleichsam als medizinisches Ersatzteillager (nach geglückter Operation ist der Spruch angebracht "Schwein gehabt"). Versuchstier des Jahres 2010. Das Schwein erhielt nicht nur durch die BSE-Krise eine unerwartete Aufwertung, es werden auch immer mehr Borstenträger als Haustiere gehalten. Z.B. führt Krijn Krijgsman in Den Haag ein Hängebauchschwein spazieren - als Ersatz für den Kampfhund. Er hebt vor allem hervor, dass Schweine bereits nach einem Tag stubenrein seien. Weitere Vorteile: #
Schwein: Die Borstenträger sind perfekte Resteverwerter, sie brauchen kein teures Dosenfutter. Außerdem spart man die Hundesteuer. Es gibt auch keinerlei Entsorgungsprobleme. Man muss es nicht, wen man seiner überdrüssig geworden ist, wie Hund oder Katze über den Zaun des Tierheims oder der Tierkörperverwertung werfen, sondern man bringt es zum Metzger oder in den Schlachthof, und bekommt noch viel Geld dafür. Schweineblasen wurden früher als Kondom verwendet.

"Sein Leben mag’s im Dreck vertrödeln,
Man liebt das Schwein mit Kraut und Knödeln
Und Schinken etwa in Burgunder
Verehren wir als wahres Wunder"
(Eugen Roth).



Schwein: Der US-Schauspieler George Clooney, laut "People" "the sexiest man alive", der angeblich mit 1000 Frauen geschlafen hat, antwortete auf die Frage, wann er heiraten werde: "Wenn mein Hängebauchschwein Max tot ist" ("Der Spiegel"). Es gibt die Zeitschrift "Schweinekurier", einen Weltschweinetag und in China das Jahr des Schweins: Zu den berühmten Persönlichkeiten, die in einem "Schweinejahr" geboren wurden gehören u. a. Otto von Bismarck, Thomas Mann, Ernest Hemingway und Elton John. In Bad Wimpfen besteht Deutschlands einziges Schweinemuseum. Ein Bauer wurde 1881 verurteilt, weil er einen Nachbarn, der auf der Straße ein Schwein vor sich hertrieb, mit den Worten begrüßte: "Guten Tag miteinander!" Fazit: Das Schwein ist doch der bessere Mensch. "Angry birds 2" (Computerspiel, Tod den Schweinen")



Schwein: Redensarten: Au, Schweinebacke! Bluten wie ein Schwein (beim Schlachten). Besser Schwein haben als Schwein sein (nach dem As, der höchsten Spielkarte). Daraus wird kein Schwein klug. Das frisst kein Schwein. Das kann kein Schwein lesen (kommt von einem Lehrer namens Swyn). Das Schwein stehlen und die Füße als Almosen geben. Den inneren Schweinehund überwinden (der Hund des Schweinehirten stand in der Rangordnung der Hütehunde ganz unten). Einen Schweinestall tapezieren (Unsinniges tun). Er benimmt sich wie das Schwein auf dem Sofa. Ich glaub', mein Schwein pfeift (überrascht sein). Im Schweinsgalopp (schneller Lauf). Ihn kann man nehmen, um die Schweine zu zählen (er hat krumme Beine). Jemand hat’s hinter den Ohren wie die Schweine den Speck, wie die Ziegen den Dreck. Noch keine Schweine miteinander gehütet haben (man ist nicht an Kontakten interessiert). Schreien wie ein Lastwagen Schweine beim Entladen im Schlachthof.



Schwein: Redensarten: Schwein gehabt (z. B. wörtlich im II. Weltkrieg für gelungene Schwarzschlachtung. "Schwein gehabt", sagte der Eber, als er von der Sau stieg). Sich wie ein Schwein benehmen/ein Schwein sein. Voll sein wie ein Schwein (für betrunken). Wie bei Schweins unterm Sofa (sehr schmutzig). Zwischen Schwein und Ferkel sitzen. Marzipanschwein, Schweinfurt, Schweinsohren (Blätterteiggebäck). Das Schwein als Glücksbringer (Glücksschwein, in Bad Wimpfen gab es ein Glücksschweinmuseum, heute in Stuttgart), Schweinebucht (Kuba, auch entlegener Flughafenbereich bei Infektionsverdacht – Pilotenjargon). Schweinegeld, Schweinehälfte ("Der Teil einer gemischt bewohnten WG, der von den Männern bewohnt wird" K. de Rottwinkel), Schweinezyklus (Konjunkturtheorie, antizyklisches Verhalten in der Industrieproduktion). Pig Latin ("Schweinelatein", englische Kunstsprache), Trüffelschwein (Talentsucher).



Schwein: Redensarten: Sparschwein (in der Literatur: Hans Christian Andersen "Das Geldschwein". Sein Sparschwein schlachten. Das Leben gleicht einem Sparschwein: Man holt nur heraus, was man hineingetan hat). Protestschwein: Rot-weiß gestreifte Rasse; damit demonstrierte die dänische Minderheit in Friesland im 19. Jahrhundert für ihre Eigenständigkeit, als sie ihre rot-weiße Flagge nicht zeigen durfte. Spam-Mail (unerwünschte E-Mail. Spam ist die Abkürzung für Spiced pork and ham = gewürztes Schweinefleisch und Schinken). Trüffelschweine werden heutzutage nur noch selten eingesetzt, weil sie "in ihrer Gier die wertvollen Pilze oft selbst verschlingen"; dafür besonders abgerichtete Hunde..
Tiernamen: Meerschweinchen, Schweinelaus, Schweineorgel (fiktives Musikinstrument), Schweinsaffe (Makake), Schweinsdachs, Schweinsfisch, Schweinsfrosch, Schweinsfuß (Beuteldachs), Schweinshai, Schweinshirsch, Schweinsigel, Schweinsrüsselfrosch, Schweinswal. Pflanzennamen: Schweinekohl (Gänsedistel), Schweinsohr (Pfifferling, Gebäck), Schweinssalat.

"Mein idealer Lebenszweck
ist Borstenvieh, ist Schweinespeck"
("Der Zigeunerbaron" von Johann Strauß).



Schwein: Sprichwörter: Aus einem Schweinsohr kann man keinen seidenen Geldbeutel machen (England). Das Schwein, das den Teich trübt, kann das Meer nicht trüben (Afrika). Ein Geizhals und ein fettes Schwein / erst im Tode nützlich sein. Für faule Schweine ist die Erde stets gefroren (aus Dänemark). Ist das Schwein erst mal tot, hat es viele Freunde. Man kann einem Schwein Lippenstift auftragen, es bleibt immer ein Schwein (USA). Schweine haben ein schönes Leben, aber es dauert nicht lange. Schweine und Geizhälse nützen erst nach ihrem Tode. Schweinebraten und Schwiegereltern hat man besten kalt. Vor leeren Trögen streiten sich die Schweine (aus Malmedy). Was versteht ein Schwein von Apfelsinen? (Russland). Wenn die Schweine satt sind, stoßen sie den Trog um. Wer dem Schwein gibt, wenn's grunzt und dem Kind, wenn's schreit, bekommt ein fettes Schwein und ein verzogenes Kind. Wer gut für sein Schwein sorgt, der wird es in seinem Gemüse wiederfinden (aus Wallonien). Wer mir ein Schwein schenkt, dem geb’ ich gern eine Wurst.

"Ein kluger Mann verehrt das Schwein,
er denkt an seinen Zweck.
Von außen ist es ja nicht fein,
doch drinnen sitzt der Speck"
(Wilhelm Busch).



Schwein: Sprüche:
"It’s fine to be a Schwein,
But it’s öde to be blöde!"

"Das Schwein hält sich an Orten auf, wo sich nur ein Schwein aufhalten kann, und wird als Vorwurf für Kinder benutzt, die sich nicht waschen wollen" (Wilhelm Busch "Vorlesungen aus dem Gebiet der Naturgeschichte"). Das Schwein ist "ein Tier, das der Gattung Mensch durch seinen stattlichen und lebhaften Appetit nahe verwandt ist" (Ambrose Bierce). "Das Schwein ist das Nonplusultra - von Glück" (Friedrich Hebbel). "Der natürliche Aufenthaltsort des Schweins ist der menschliche Magen" ("Sprüchekalender").



Schwein: Sprüche: "Der Trog bleibt, nur die Schweine wechseln" (Bertolt Brecht). "Des Schweines Ende ist der Wurst Anfang" (Wilhelm Busch). Die Bestimmung des Schweins ist das Kotelett. "Die Schweine von heute sind die Koteletts von morgen". "Ehe gehe ich zu meinem Schweinehirten Johannes und zu den Schweinen, denn dass ich allein bliebe" (Martin Luther). "Ein Schwein wird nicht allein vom Wiegen fett" (Norbert Neuß). "Es dauert drei Generationen, um Öl abzuwaschen und zwei, um den Geruch von Schweinen loszuwerden" (Gertrude Vanderbilt Whitneys Warnung vor Öl- und Mastviehmillionären). "Es geht um die Wurst, sagte das Schwein, und lief dem Schlächter davon" (Werner Ehrenforth).



Schwein: Sprüche: "Es ist immer gefräßig; deshalb ist es ihm gleichgültig, was es frisst" (Hildegard von Bingen). "Ich habe Schweine gern. Hunde sehen zu uns auf. Katzen blicken zu uns herab. Schweine behandeln uns als gleichberechtigt" (Winston Churchill). "Isst man Schwein, ist man Schwein" (James Joyce). Kleine Schweinerei gefällig (Metzger-Werbespruch). "Künstler und Schweine liebt man erst nach ihrem Tode" (Max Reger). Man kann nicht Speck haben und das Schwein behalten. Man muss den Spieß solange drehen, bis das Schwein gar ist! "Mit Güte lockt fast überall / Die Frau ihr Schweinchen in den Stall" (Wilhelm Busch).



Schwein: Sprüche: "Was kann man von einem Schwein anderes erwarten als Grunzen?!" (Sean O’Casey). "Welches Schweinderl hätten’s denn gern?" (Standardfrage von Robert Lembke an seine Quizteilnehmer). "Wenn das Schwein am fettesten ist, hat es den Metzger am meisten zu fürchten" (Abraham a Santa Clara). "Wenn das Schwein satt ist, will es weiter fressen; wenn der Bauer reich ist, will er weiter raffen" (Wsewolod Iwanow). Wer im Schlachthaus sitzt, sollte nicht mit Schweinen werfen.



Schwein: Chefschelte: Von führenden Schweinen empfohlen. Schwein oder Nichtschwein, das ist hier die Frage. Man sieht es ihm am Rüssel an, dass er zu den gebildeten Schweinen gehört. Ohren wie ein Schwein, hört aber trotzdem schlecht. Als Mensch unmöglich, als Schwein zu kleine Ohren. Mein Chef hat nicht nur Schwein, er ist auch eins. Ein Schwein, das sich selber mästet.



Schwein: Vergleiche: S. auch Ziege. "Da haben wir das falsche Schwein geschlachtet" (Churchill nach dem II. Weltkrieg im Hinblick auf die sowjetische Politik). "Dem Reinen ist alles rein - so spricht das Volk. Ich aber sage euch: Den Schweinen wird alles Schwein!" (Friedrich Nietzsche "Also sprach Zarathustra"). "Der Reichtum des Staates ist weit wie das Meer. Wer nicht davon frisst, ist ein dummes Schwein" (Türkei). Diplomatie ist die Kunst, mit dem Schwein freundlich, aber erfolgsorientiert über den Sonntagsbraten zu reden. "Erfolg ist etwas Sein, etwas Schein und sehr viel Schwein" (Philip Rosenthal). Ich bin ein selbst gezüchtetes Schwein. "Es ist die äußerste Undankbarkeit, wenn die Wurst das Schwein ein Schwein nennt" (Karl Kraus). "Ich bin es müde, Schweine zu treiben" (Otto von Bismarck). "In einem Saustall das Evangelium predigen, hat noch nie den Schweinen das Grunzen abgewöhnt" (Georg Kaiser). "Kann Sex schweinisch sein? – Ja, wenn man es richtig macht" (Woody Allen). "Lieber ein Schwein des Herodes sein als dessen Sohn" (Kaiser Augustus).



Schwein: Vergleiche: Manchmal fragt man sich wirklich, ob die Begabung des Menschen für das Schweinische inzwischen nicht größer ist als das Talent der Schweine für das Menschliche" (Jürgen Werner). "Pornographie zeigt den Menschen, wie man es treiben kann als Schweinchen und, wenn es nicht mehr anders geht, auch mit den Schweinchen" (Helga Wex). "Prozess: Eine Maschine, in die man als Schwein hineingeht, um als Wurst wieder herauszukommen" (Ambrose Bierce). Wer andern in die Grube fährt, ist selbst ein Schwein. "Wie sollte ich kein Optimist sein. Meine Gegner erwiesen sich – bis jetzt – als genau die Schweine, die ich in ihnen vermutet habe" (Stanislaw Jerzy Lec).
Schüleraufsatz: Vom Onkel wurde das Schwein in die Scheune gebracht und dort zusammen mit dem Großvater geschlachtet. Schüttelreim: Der ist ein großer Schweinehund, / dem je der Sinn für Heine schwund.



Schwein: Schimpfworte: "Die Krone der Schöpfung, das Schwein, der Mensch" (Gottfried Benn). "Obwohl mit allen Wassern gewaschen, er blieb ein Schwein" (Nikolaus Cybinski).
Keine Untugend, die nicht mit dem Schwein in Verbindung gebracht wird. So wird ihm sogar vorgeworfen, seine Kinder aufzufressen. Das Alte Testament geht mit schlechtem Beispiel voran. Das Schwein "gilt als ungelehrig und ungehorsam, unsauber und triebhaft-unsittlich" (R. Schenda). Sein Name ist mit fast allen negativen Adjektiva kombinierbar. Armes, besoffenes, dummes, faules, fettes, fieses, mieses, perverses, vollgefressenes Schwein, Affenschwein, Beamtenschwein (damit beleidigt man nicht den Beamten, sondern das Schwein), Betonschwein (Poller gegen unerwünschtes Parken), Charakterschwein (Chefschelte: Ihn ein Charakterschwein nennen zu wollen, wäre eine Beleidigung für die Tierwelt), Dieselschwein (Dieselauto).



Schwein: Schimpfworte: Dreckschwein, Egoistenschwein, Etappenschwein ("Etappenschweine" Film mit Bud Spencer), Fress-Schwein, Frontschwein (gemeiner Soldat), gefüllter Schweinebauch (dicker, ev. betrunkener Zeitgenosse), Kapitalistenschwein, Kommunistenschwein, Kotzschwein, Lästerschwein (Schüttelwort zu Schwesterlein, auch zänkische Frau), Mastschwein (gefräßiger, fetter Mensch, "Bruder Mastschwein" nannte Thomas Müntzer Martin Luther), Nazischwein, Rübenschwein (Bonifatius Kiesewetter), Schwein des Anstoßes, "Schweinebande" (Oskar Lafontaine über den Deutschen Bundestag. Trickfilmserie), Schweinefraß (Volksgut: Parodie im Dritten Reich auf "Zehn kleine Negerlein"):
"... Sieben kleine Meckerlein,
Die fragte man: Na schmeckt's
Der eine sagte: Schweinefraß.
Da waren's nur noch sechs."



Schwein: Schimpfworte: Schweinegeld, Schweinehund ("Der fromme Christ führt Gott im Mund / Der Atheist den Schweinehund" Erich Mühsam in "Disput". "Ein narzisstischer Sodomit: liebt seinen inneren Schweinehund" Stanislaw Jerzy Lec. Schweinehund ("In der chinesischen Küche der Hund, der bei einem Versorgungsengpass an Schweinfleisch in Erwägung gezogen wird" K. de Rottwinkel), Schweineklasse (Touristenklasse im Flugzeug), Schweinerei (Versprecher: Diese Schweinerei muss eine andere werden!) , Schweinepriester (englisch creeping Jesus), Schweinestall (schmutzige Wohnung; Albert Einstein über die Universität Bern), Schweinesystem (der Staat im APO-Jargon), Schweinetreiber (Sittenpolizist), Schweinigel/Schweineigel (unreiner Mensch, vgl. auch Johann Wolfgang von Goethe in "Hanswursts Hochzeit"), Schweinigelei (unzüchtige Rede), schweinisch (obszön).



Schwein: Schimpfworte: Schweinekram (Pornoliteratur), Schweinekerl, Schweinepack, Schweinshaxen (kurze, krumme Beine. Volksmund: "Diese Hax'n sind gewachs'n wie die Hax'n einer wilden Sau"), Sparschwein ("Ein mieser Raffzahn, der niemandem etwas gönnt" K. de Rottwinkel; weibliche Scheide), Stachelschwein (schlecht rasierter Zeitgenosse, Spezialkondom), trockener Schweinearsch (geräucherter Schinken), Trüffelschwein (Schnüffler, Detektiv, Kriminalbeamter; Reporter sind "Trüffelschweine des Journalismus". "Der Lebenskünstler und der Feinschmecker wissen, dass man ein Schwein sein muss, um Trüffel zu finden "Marquis de Sade), Vierviertelschwein, Warzenschwein (Frau mit auffälligen Brustwarzen), Zuchtel (schlampige, liederliche Weibsperson, vom weiblichen Zuchtschwein). Rüssel (Nase, seinen Rüssel überall hineinstecken). "Horizontale Menschen" (wegen der Ähnlichkeit des Verhaltens). Widerborstig. "Sie Schwein!" so beschimpft der Gebildete seinen Kontrahenten, der Landmann hält sich lieber an "Du Sau!" Weitere Schimpfworte unter dem Stichwort "Sau".



Schwein: Pornokrates: Der belgische Maler Félicien Rops malte eine nackte Dame, die sich von einem Schwein führen lässt. "Blind" vertraut sie dem Symbol der Unkeuschheit und Unmäßigkeit. Rops nannte das Bild "Pornokrates oder die Dame mit dem Schwein". Schlimm, wenn man im Traum in ein Schwein verwandelt wird, mit Hängebauch und Ringelschwänzchen - sehr zur Freude des um Rat gefragten Psychotherapeuten.
Grabspruch:
"Hier liegt Johannes Weindl,
Er lebte wie ein Schweind'l,
Gsoff'n hat er wie a Kuh,
Der Herr geb ihm die ew'ge Ruh"



Schwein: "Aber es kehrten die Hirten und Schweine zurück von der Weide.
In die Koben sperrten die Männer die Tiere zum Schlafen,
durchdringend grunzten sie auf ihrem Weg in die Ställe"
(Homer "Odyssee").
In der Fabel: S. auch Adler, Eiche, Esel, Fuchs, Jäger, Marder, Wolf. Äsop "Das Schwein und der Fuchs" und "Das Schwein und der Hund". Jean de la Fontaine "Das Schwein, die Ziege und das Schaf". Johann Gottfried Herder "Alte Fabeln mit neuer Anwendung". Hans Sachs: "Das Schwein und der Fuchs".
In der Literatur: "Asterix: die goldene Sichel". Giovanni Boccaccio "Das Dekameron" (8. Tag. Eine Begebenheit, in der ein Schwein eine Rolle spielt.) Lewis Carroll "Die Geschichte vom Schwein". Lena Christ "Das Schweinchen". Eulenspiegel "94. Historie". Erich Kästner "Das Schwein beim Friseur".



Schwein: In der Literatur: Martial "Epigramme" (u. a. "Das Schwein", "Das Milchschweinchen" und "Lukanische Würste"). Christian Morgenstern "Der Tanz" ("Ein Vierviertelschwein und eine Auftakteule / trafen sich im Schatten einer Säule …") Oskar Panizza: "Das Schwein in poetischer, mitologischer und sittengeschichtlicher Beziehung" (1900). Petrus Placentius "Pugna porcorum" ("Boxkampf der Schweine"; in ihm beginnt jedes Wort mit dem Buchstaben p). Eugen Roth "Die Schweinsblasen". Uwe Timm "Rennschwein Rudi Rüssel" ("Er kam, sah und quiekte"; Kinderbuch, Film 1994/95). "Wie Bruder Ginepro einem Schwein einen Fuß abschnitt, nur um ihn einem Kranken zu geben" (in "Die schönsten Legenden des heiligen Franz"). "Krach um Jolanthe" (Theaterstück).



Schwein: Im Gedicht: "Was können denn Rehe und Hasen
anrichten? Schweine schaden den Pflanzungen, Schweine den Saaten"
(Kallimachos).
Wilhelm Busch "Der Bauer und sein Schwein" ("Ein Bauer treibt in guter Ruh / Sein fettes Schwein der Heimat zu ...")

Bertolt Brecht "Tierverse" ("Es war einmal ein Schwein / Das hatte nur ein Bein ...) und "Historie von verliebten Schwein Malchus":
"Hört die Mär vom guten Schwein
Und von seiner Liebe!
Ach, es wollt geliebet sein
Und bekam nur Hiebe ..."



Schwein: Im Gedicht:
"Abends beten die kleinen Schweine
Und falten die Pfötchen, die frommen: Lieber Sankt Hackepeter,
Mach, dass wir später
In eine sterile, reine
Ewigkeit aus Weißblech kommen ..."
(Fritz Graßhoff "Legende")

Günter Grass "Schweinekopfsülze". Franz Grillparzer "Physiko-Theologisch …" Heinrich Heine "Gespräch auf der Paderborner Heide". Hermann Hesse "Schweinerei". Klabund "Verfluchte Schweinerei". Friedrich von Logau "Schweine". Eugen Roth "Tierleben für jung und alt" (1973). Heinrich Seidel "Das Schwein". Ludwig Uhland "Ihr Freunde tadle keiner mich, / Dass ich von Schweinen singe! …" Märchen: Hans Christian Andersen "Das eherne Schwein", "Das Geldschwein" und "Der Schweinehirt".



Schwein: Im Film/Filmtitel: u. a. "Arme Schweine" (1994 TV-Serie "Polizeiruf 110"). "Bubi und das Wunderschwein" (1917). "Das Ökoschwein" (1997). "Das Schweigen der Schweine" (2005 TV-Serie "Die Rosenheim-Cops"). "Das Schwein – Eine deutsche Karriere" (1994 TV-Film). "Der Dicke und das Warzenschwein" (1972 mit Bud Spencer). "Der Schweinestall" (1969). "Der Tag, an dem ein Schwein in den Brunnen fiel" (1996). "Die drei kleinen Schweinchen" (1933, Walt Disney). "Die Prinzessin und der Schweinehirt" (1953). "Ein Schwein im Haus". "Ein Schweinchen namens Babe" und "Schweinchen Babe in der großen Stadt" (ab 1995). "Emmas Glück" (2006). "Her mit dem kleinen Schweinchen" (1984). "Immer Ärger mit Schweinchen George" (1999). "In vino veritas" (TV-Serie "Father Brown" 2015).



Schwein: Im Film/Filmtitel: "Magere Zeiten - Der Film mit dem Schwein" (1984). "Männer sind Schweine – Frauen aber auch". "Mein Chef : Das Schwein!" (1996). "Muppets most wanted" (2014). "Perlen und Schweine" (1997). "Rennschwein Rudi Rüssel" (1994). "Schwein gehabt" (2010 TV-Serie "Pfarrer Braun"). "Schweinchen Dick" (Kinderserie, Kindermund: "Schweinchen Fick"; erstmals 1935 in dem USA-Film "I haven't got a hat"). "Schweine, Geishas und Matrosen" (1961). "Schweine mit Flügeln" (1977). "Snatch - Schweine und Diamanten" (2000/01 "Rivalisierende Gangster aller Brutalitäts- und Einkommensklassen" traktieren sich mit Kampfhunden und bloßen Fäusten. Die Verlierer enden als Schweinefutter). "Wenn Schweine fliegen" (1993). "Zwei Mann, ein Schwein und die Nacht von Paris" (1956).



Schwein: In der Malerei: u. a. Marc Chagall "Trinkendes grünes Schwein" (1925). Albrecht Dürer "Der verlorene Sohn" (Kupferstich 1496) und "Missgeburt des Schweins von Landser" (Kupferstich um 1496). Pieter Bruegel d. "Der bestrafte Wüstling" (ein Delinquent wird in einen Schweinestall gesteckt). Albrecht Dürer "Der verlorene Sohn" (Zeichnung ).
In der Musik: Hans Werner Henze "Versuch über Schweine" (Kantate 1969).
Im Lied: Reinhard Mey "Die Würde des Schweins ist unantastbar". "Stumpfsinn, Stumpfsinn, du mein Vergnügen" ("Das liebe Schwein ist oft nicht rein"). Im Schlager: u. a. "I'm a hog for you baby" (The Lords). "Kein Schwein ruft mich an, keine Sau interessiert sich für mich". "Männer sind Schweine, / Sie wollen nur das eine" (Die Ärzte). "Piggies" (The Beatles). Die Popgruppe "Die Prinzen" verstieg sich zu dem Songtext: "Man muss ein Schwein sein in dieser Welt ..."



Schwein: S. auch Eber, Eichel, Ferkel, Sau, Schlachten, Sex, Trichinose, Valentin (hl.), Wildschwein.



Sebastian (hl.): Viehpatron. Er ist ferner für die Schützen und Jäger "zuständig".
Im Gedicht: Rainer Maria Rilke "Sankt Sebastian". Friedrich Rückert "Am Sebastianstage".
In der Musik: Claude Debussy "Das Martyrium des heiligen Sebastian" (Ballett 1911, nach Gabriele D’Annunzio).



Selbstbefriedigung: Auch auf dem Lande, an der Tages- bzw. Nachtordnung, wenn kein männliches bzw. weibliches Wesen zur Verfügung steht. S. auch Kalter Bauer, Rübe



Selbstmord: Aus der Auflistung ländlicher Selbstmordarten: Sich in der Scheune auf die Tenne stürzen. E605 als schnell wirkendes Gift nehmen, sich erhängen, da Stricke überall verfügbar. Ertränken selten, wegen wasserscheu.
Sprichwörter: Wer in einer Scheune sterben will, wird sich nicht in der Tür irren (Portugal).



Sellerie: "Müßig standen, ein jedes bei seinem Fahrzeug, die Rosse,
rupften Lotos und sumpfentsprossene Sellerieblätter" (Homer "Ilias").
Vermeintlich potenzförderndes Gemüse (Lied: "Das macht nur der Selleriesalat"). Bestandteil der sog. Hexensalben. In manchen Gegenden heißt der Sellerie deswegen "Stehsalat". Darauf geht vermutlich auch der Rat zurück, ein Brautpaar soll vor der Hochzeit etwas Sellerie in die Schuhe stecken. Konrad von Megenberg meinte im 15. Jahrhundert, dass die Pflanze "Unkeuschheit" bringe. Die Entjungferung einer Offizierstochter brachte Casanova mit einem Mahl bestehend aus Sellerie, Fisch und Täubchen zu Wege. Um potentielle Verehrer seiner Angebeteten in die Flucht zu schlagen, empfiehlt ein Arzneibuch aus dem gleichen Jahrhundert: "Nimm Selleriesaft mit Honig und schmier den Zagel damit und die Hoden" ein, so wird sie sich mit keinem anderen Liebhaber als mit dir abgeben. Ob das wirklich hilft, darf bezweifelt werden. Nur die Beruhigung von gereiztem Darm, Magen und Nerven ist nachgewiesen.



Sellerie: Im Altertum wurde der Sellerie übrigens als heiliges Kraut angesehen und für Siegerkränze verwendet. Ägyptische Ärzte verabreichten ihn gegen Rheuma. Bemerkenswerte Feststellung: "Wer ein Stück Sellerie isst, verbraucht dabei mehr Kalorien als das Stück enthält" (H. Haefs). Namengebend: Die Stadt Selinunt auf Sizilien wurde nach dem wilden Sellerie, der dort wuchs, benannt. Tiernamen: Selleriefliege.
Sprichwörter: Wenn eine Frau wüsste, was der Sellerie beim Mann bewirkt, würde sie dafür bis nach Rom laufen (Frankreich).
Sprüche: "Und welch eigne Poesie / schafft ihm erst ihr Sellerie" (Arno Holz). Schimpfworte: Selleriefatzke, Selleriegesicht (blasses Gesicht).
Im Gedicht: Hans Magnus Enzensberger "Ehre sei der Sellerie". Robert Gernhardt "Sellerie mon ami". Joachim Ringelnatz "Betrachtungen über dicke und dünne Frauen" ("Bei dünnen Frauen schmeckt das Knie / Nach ihrem Tod wie Sellerie").



Senf: Senf galt im Altertum als Mittel gegen Schlangenbisse. Jeden Morgen einige Senfkörner auf nüchternem Magen verschluckt soll gegen Schlaganfall helfen. Senf macht stark, auch in eroticis. Wichtiges Gewürz (Papst Johannes XXII ernannte einen seiner Neffen zum "Großen Päpstlichen Senftbewahrer").
Sprichwörter: Ich nehme Senf und Dill, / dann macht mein Mann, was ich will). Pflanzenname: Senfbaum.
Redensarten: Jemanden durch den Senf ziehen. Keinen langen Senf machen (sich kurz fassen). Seinen Senf dazugeben (ungefragt Stellung nehmen. Moderatoren sind "Männer, die ihren Senf zu dem Käse anderer Leute geben" Ralph Boller. "Wer überall seinen Senf dazu gibt, kommt schnell in den Verdacht ein Würstchen zu sein".). Senffarben, Senfgas (Nervengift). Pflanzennamen: Senfbaum, Senfgurke, Senfrauke.



Senf: Vergleiche: Der Glaube, senfkorngross, versetzt den Berg ins Meer; / denkt, was könnte er tun, wenn er ein Kürbis wär!" (Angelus Silesiua). Man sollte keinen Senf von sich geben, wenn man dazu nicht die passenden Würstchen liefern kann. Seh ich aus wie ‘ne Bratwurst oder warum gibst du deinen Senf dazu? Wer zu allem seinen Senf dazu gibt, kommt in den Verdacht ein Würstchen zu sein. "Wo die Würstchen an die Macht kommen, wird der Senf rationiert" (Wolfgang Menge).
Im Gedicht: Annette von Droste-Hülshoff "Geistliches Jahr. Ev.: Vom Senfkörnlein und Sauerteig".
Im Film/Filmtitel: u. a. "Austern mit Senf" (1979).



Sennerin: "Freie Tochter der Natur." In einem alten Bericht heißt es: "Mehrere Mägde mit bloßen Füßen, schmierigem Gesicht und verwirrtem Haar scheuern ein eisernes Geschirr, stampfen Butter oder spalten Holz. Eine Sau liegt an der Schwelle." Beschäftigung: Auftreiben, Rumtreiben, Abtreiben.
Im Gedicht: S. auch Alm, Gämse. Ludwig Ganghofer "Lied der Sennerin". Anastasius Grün "Der Sennerin Heimkehr". Nikolaus Lenau "Die schöne Sennin".
Im Film/Filmtitel: u. a. "Das Hirtenlied vom Kaisertal" (1956). "Die nackte Sennerin" (1966). "Die Sennerin von St. Kathrein" (1955).
In der Malerei: u. a. Franz von Defregger "Abschied von der Sennerin" (1877) , Carl Spitzweg "Mädchen im Gebirge" (1860/65) und "Sennerin auf dem Heinweg".



Sense: "Aus Sensen schmiedet man grausame Schwerter" (Vergil "Vom Landbau").
Es gibt eine Europameisterschaft im Sensenmähen. Eine in der Nähe des Bauernhauses aufgestellte Sense soll den Blitzeinschlag verhindern. Wer sich als Schnitter mit dem Teufel verbündet, dem mäht dieser das Korn. Der Bauer trug die Sense nie mit der Spitze nach oben, aus Angst, die Engel könnten sich daran verletzen. Während der Bauernkriege wurde die Sense als Waffe verwendet. In Achern besteht ein Sensenmuseum mit 300 Exemplaren aus aller Welt. Geldschein 1925 Deutsches Reich 50 Mark: Bauer mit Sense.

"Es ist ein Schnitter, der heißt Tod,
Er mäht das Korn, wenn's Gott gebot;
Schon wetzt er die Sense,
Daß schneidend sie glänze,
Bald wird er dich schneiden,
Du musst es nur leiden;
Musst in den Erntekranz hinein,
Hüte dich schöns Blümelein!"
(Clemens Brentano).

"Allein der Bauer vom Lande,
er hat ein natürliches Herz,
mit Schonung schwingt er die Sense,
die Sense von Stahl und Erz ..."
(Friederike Kempner "Leipziger Lerchen").



Sense: Redensart: Jetzt ist Sense (es reicht). Scharf wie ein Sensenhieb. Der Sensenmann (Name der USA für ihre Kampfdrohnen. Der "Schnitter Tod", der ohne Rücksicht auf Kraut oder Unkraut alles niedermäht. "Jener dürre Sensenritter / Streckt uns alle in den Sand" Heinrich Heine "Auf dem Hardenberge"). Tiernamen: Sensenfisch.
Sprichwörter: Die Liebe und die Sense erfordern Kraft und Geschick (Spanien).
Im Lied: "Schnitter Tod".



Sense: Schimpfworte: Alte Sense (Versager, impotent; stumpf wie eine alte Sense), Borstensense (Rasiermesser).
Kinderreim:
"Freut euch des Lebens,
Großmutter wird mit der Sense rasiert.
Alles vergebens,
Sie war nicht eingeschmiert."

Vergleiche: "Die Wirklichkeit ist eine Sense für Ideale" (E. G. Tange, auch Helmut Qualtinger). "Heilige Sense der Geschichte" (Josef Stalin über die Anwendung von Gewalt). "Symbolwechsel. Der Tod hat die Sense weggelegt. Er sitzt jetzt am Steuer" (Heinrich Wiesner), alternativ "... auf dem Mähdrescher".



Sense: In der Literatur/Buchtitel: "Edgar Allan Poe "Die Sense der Zeit".
Im Gedicht: Detlev von Liliencron "Die zwei Sensen". Christian Morgenstern "Der fremde Bauer" ("Ein Mann mit einer Sense tritt / Zur Dämmerzeit beim Dorfschmied ein"). Friedrich Schnack "Mann mit Sense".
Im Märchen: S. auch Hahn.
Im Lied: "Es ist ein Schnitter, der heißt Tod, / Hat Gewalt vom großen Gott" (vertont von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Vgl. das gleichnamige Gedicht von Clemens Brentano). Friedrich Wilhelm Weber: "Auf Adlerschwingen stürmt die Zeit: es naht / der Schnitter dir, der Tod, mit leisem Schweben."
In der Malerei: Albrecht Dürer "Benedikts Wunder mit der Sense" (Zeichnung ).
S. auch Ernte, Scheune



Sex: (Landleben). Die "Lex Baiuvariorum" aus dem 8. Jahrhundert kennt bereits 23 Tatbestände angefangen von der sexuellen Belästigung bis zur zünftigen Vergewaltigung: "Wenn einer dem Weibe eines anderen beiliegt - Von Knechten, die solches begehen - Wenn einer die Kleider über die Knie anhebt - Wenn ein Knecht mit einer Freien Unzucht treibt", so die diversen Überschriften. De Sade lobte in "Justine" die Loverqualitäten des Landmanns: "Man hat ganz recht, wenn man sagt, es stecken oft mehr Schätze in der Hose eines Bauern als in der eines großen Pächters."



Sex: Sprichwörter: Der Ehemann weiß nicht, was das ganze Dorf weiß (aus Rumänien). Kurze Tage und lange Nächte / verderben die Mägde und Knechte.
Sprüche: Der Ehemann weiß nicht, was das ganze Dorf weiß (Rumänien). "Durch die Bewegung im Beischlaf unterscheidet sich ein Alkibiades vom Bauer" (Wilhelm Heinse). "Ich kann alles", sagte die Magd, "am Tag die Frau bedienen und nachts den Herrn". "In kühler Au, in Waldesschatten, / siehst du den Knecht die Magd begatten" (Dietmar Bittrich). "Schäm dich, untreu zu sein! Sagte die Frau zum Knecht, der bei der Magd lag" (Bertolt Brecht). "Schaut die Magd oft nach dem Rind, / frag dich, wo die Knechte sind" (Dietmar Bittrich). "Wir machen uns ein wenig Freude", sagte der Bauer, als ihn seine Frau mit der Großmagd im Bett traf.



Sex: Aus dem alternativen Bauernkalender:
"Vögelt der Bauer zu Hl. Drei König,
So freut sich die Bäuerin und das nicht wenig!
Empfängt sie dabei und wird was daraus,
So beutelt's auf Michaeli einen Muckl heraus."

"Wenn der Bauer sät das Korn
Und der Bäurin juckt es vorn
Und dem Knechtlein steht der Ständer,
Dann ist Frühling im Kalender."

Oder:
"Im Januar früh Orion jagt,
Der Knecht erlegt im Heu die Magd."



Sex: Schnaderhüpfl:
"Heint nacht um elfe
Hat's Bettstadel kracht,
Mei Schatz is a Schreiner,
Hat's gleich wieder g'macht."

"Mei Vater is a Schreiner
und a Schreiner bin i
und mei Vater macht Bettstadl
und des was neig'hört, mach i."

Volkserotik:
"Die Bäu'rin zum Bauern sprach:
'Das ist mir eben recht,
und vögelst du die Dienstmagd,
so vögelt mich der Knecht."



Sex: Vor allem das Schwein muss für verschiedene Schweinereien herhalten:
"Wer fremdgeht, ist ein Schwein.
Wehr mehrmals fremd geht, ist ein Meerschwein.
Wer viel fremdgeht, ist ein Wildschwein.
Wer nur eine hat, ist ein Sparschwein.
Wer keine hat, ist ein armes Schwein.
Wer nicht erwischt wird, ist ein Glücksschwein.
Wer’s nur zu Hause macht, ist ein Hausschwein.
Wer drüber spricht, ist ein Dreckschwein.
Wer unrasiert fremdgeht, ist ein Stachelschwein.
Wer an einer fremden Brust lutscht, ist ein Warzenschwein.
Wer fremd geht und dabei Kinder macht, ist ein Zuchtschwein.
Wer nicht mehr kann, ist ein Schlachtschwein."

In der Literatur: "Der Vogel im Käfig" (in: "Die hundert neuen Novellen"). André Gide "Die Ringeltaube" 1907 (Sex mit einem Bauernbuben). Oskar Maria Graf "Das bayerische Dekameron" (1928/59).
Im Gedicht: Georg Queri "Bauernerotik". Oswald von Wolkenstein "Ain graserin …" (der Dichter vergleicht sein Glied mit einer "niedlichen, kleinen Hacke").



Sex: Im Lied:
"In einem Polenstädtchen ...":
"Drum lautet die Parole,
küss niemals eine Polin,
sie ist so schwach.
Schaff dir ein Bayernmädel an,
das mehr vertragen kann,
das nicht beim ersten Kuss
gleich sterben muss."



Sex: im Lied:
"Es hatt' ein Bauer ein schönes Weib,
die blieb so gerne zuhaus.
Sie bat oft ihren lieben Mann,
er sollte doch fahren hinaus!
Er sollte doch fahren ins Heu ..."

Doch der Bauer ahnte Böses, versteckte sich hinter dem Haus und sah, wie ein "Reitersmann" bald zu seiner "schönen" Frau hinein schlüpfte und ihr um den Hals fiel. Das konnte er nicht dulden, er warf den Reitersmann hinaus und warnte seine Frau:
"Setzt du mir jedes Mal Hörner auf,
fahr ich nicht ins Heu mehr hinaus.
Sonst reichen die Wände im ganzen Haus
Für die vielen Geweihe nicht aus.
Da fahr doch der Teufel ins Heu ..."



Sex: Im Film/Filmtitel: u. a. "Der Teufel vom Berg" (TV-Film 2005). "Landliebe" (2004 – 2008 schwule Kurzfilme). "Sex-Express in Oberbayern" (1976).
S. auch Abtreibung, Aufklärung, Dengeln, Empfängnisverhütung, Fremdenverkehr, Frau Wirtin, Heirat, Heu, Hochzeit, Hodengewicht, Hühnerficker, Inzucht, Ius prima noctis, Johannistrieb, Kalter Bauer, Koitieren, Mausen, Penis, Petting, Probenächte, Prostitution, Schwangerschaft, Selbstbefriedigung, Uneheliches Kind, Unschuld vom Lande, Unzucht mit Tieren, Vagina, Vögeln



Sex: (Landtiere). S. die verschiedenen Tiere u. a. Ente, Hase, Huhn, Igel, Schlange, Schnecke



Sexfilm: Eine kineastische Spezialität sind die Filme mit ländlichen Themen und "Helden". Wissenschaftliche Untersuchungen haben festgestellt: "Man pflegte die bayerische Mundart. Die Mädels trugen, so sie überhaupt bekleidet waren, Mini-Dirndln ohne Höschen drunter und die baumstarken Kerle – allesamt lächerliche Schießbudenfiguren – verkehrsfreundliche Lederhosen" (Anette Miersch). S. auch die Sachbegriffe: Alm, Heu.



Sexistische Begriffe (Tierwelt): u. a. Betthase (z. B. Goethes Frau Christiane), Bordsteinschwalbe, Häschen, Kätzchen, Mausilein, Schnecke, Spatz, Schwanz, Täubchen, Vögeln.
Kindermund:
"Zieh dich aus
Kleine Maus!
Mach dich nackig!
Steck'n nein
Zieh'n naus,
Iss er babbich,
Kleine Maus."



Sichel: Attribut des griechischen Gottes Chronos (vgl. auch Gemälde von Peter Paul Rubens und Francisco de Goya). Weil Uranos seine Kinder hasste, wurde er mithilfe einer Sichel entmannt. Nach Beendigung der Ernte werfen die Mädchen die Sichel hinter sich, um aus der Richtung, in die die Spitze weist, auf die Wohnung des künftigen Bräutigams zu schließen.
Redensarten: Er hat einen Rücken wie eine Sichel (für bucklig). Mondsichel (im Orient Symbol für das Boot des Mondgottes, das durch den unendlichen Raum fährt). Sichelband (Anatomie). Sichelförmig, Sichelkeim (Malaria), "Sichelschnitt" (deutsche Militäroperation in Flandern im II. Weltkrieg), Sichelwagen (Streitwagen), Sichelzellenanämie (Blutarmut), Sichelwagen (Streitwagen der Antike). Hammer und Sichel auf der Flagge der ehemaligen Sowjetunion).
Tiernamen: Sichelflügler (Schmetterling), Sichellerche, Sichelnatter, Sichelschrecke (Heuschrecke), Sichelstrandläufer, Sichelwanze, Sichelwespe. Pflanzennamen: Sichellebermoos, Sichelluzerne, Sichelmöhre, Sichelmoos.
Schimpfworte: Sichelbeine.
In der Literatur: Asterix "Die goldene Sichel" (richtig Hebe). Theodor Däubler "Mit silberner Sichel". Martial "Epigramme".



Sichel: Im Gedicht: Martin Greif "Die Schnitterin". Ludwig Heinrich Christoph Hölty "Erntelied" ("Sicheln schallen ...")

"An wolkenreinem Himmel geht
Die blanke Sichel schön,
Im Korne drunter wogt und weht
Und rauscht und wühlt der Föhn.

Sie wandert voller Melodie
Hochüber durch das Land,
Früh morgen schwingt die Schnitt'rin sie
Mit sonnenbrauner Hand."
(Conrad Ferdinand Meyer: "Vor der Ernte")

Friedrich Rückert "Morgens bei der Sichel Klang".



Sichel: Im Film/Filmtitel: u. a. "Hammer und Sichel" (1994). "Ich, Thomas Müntzer, Sichel Gottes" (1988/89). "Die Sichel des Mondes" (1987). "Sichel und Hammer" (1921).
In der Malerei: u. a. Vincent van Gogh "Kauernder Junge mit einer Sichel" und "Der Schnitter".
Im Lied: "Ich hört ein Sichlein rauschen".



Sichel: S. auch Isidor (hl.), Notburga (hl.)



Sieb: Gerät beim Dreschen etc. Koskinomantie: Wahrsagen mithilfe eines Siebs, z.B. im Liebesorakel. Auch Diebe lassen sich damit finden. "Sieb des Eratosthenes" (Methode zur Ermittlung von Primzahlen). Redensart: Der Teufel hat bei ihm durch das Sieb geschissen (sie/er hat Sommersprossen, ist pockennarbig). Durchlöchert wie ein Sieb. Durchs Sieb fallen ("Das Feinste fällt durchs Sieb" Wilhelm Busch). Ein Gedächtnis wie ein Sieb. Etwas versieben. Gesiebte Luft (Schießerei). Wasser mit einem Sieb schöpfen (Unnützes tun). Tüchtig sieben/aussieben (z. B. hohe Prüfungsanforderungen stellen). Siebbein (Anatomie), Siebdruckverfahren, Siebhaut, Siebkette (Nachrichtentechnik), Siebkreis (Elektrotechnik). Tiernamen: Siebmuschel.



Sieb: Sprichwörter: Es ist beim Weibe verschlossen / Wie Wasser in ein Sieb gegossen.
Sprüche: Die Löcher sind die Hauptsache an einem Sieb" (Joachim Ringelnatz). "Geld in des Armen Hand und Geduld in des Liebenden Seele und das Wasser im Sieb eilen und fließen davon" (Johann Gottfried von Herder).
Vergleiche: "Das Gedächtnis ist ein sonderbares Sieb: es behält alles Gute von uns und alles Üble von den anderen" (Wieslaw Brudzinski). "Das Gedächtnis mancher Menschen ist wie ein Sieb, weil ihre Gedanken nicht groß genug sind, um darin haften zu bleiben" (John Knittel). "Unser Gedächtnis gleicht einem Siebe, dessen Löcher anfangs klein, wenig durchfallen lassen, jedoch immer größer werden und endlich so groß sind, dass das Hineingeworfene fast alles durchfällt" (Arthur Schopenhauer).
In der Malerei: u. a.: Gustave Courbet "Die Kornsieberinnen" (1855).



Siebenschläfer: Mausart. Tier des Jahres 2004. Die Römer schätzten sie als besonderen Festtagsleckerbissen. Man hielt sie in umzäunten Gärten und mästete sie in kleinen Keramikgefäßen. Die Tiere wurden gebacken oder gesotten, "gewöhnlich als kleiner Snack oder als Zwischengang" (Wikipedia). Plinius meinte, sie würden sich im Winterschlaf wieder verjüngen. Siebenschläfer (27.Juni): Nach den Siebenschläfern richten sich sieben Tage und sieben Wochen. Nach den Siebenschläfern richten sich sieben Tage und sieben Wochen. Kollegenschelte: Er ist ein Siebenschläfer: Fünf Tage Schlaf in der Woche genügen ihm nicht. Er hat seinen Namenstag am Siebenschläfertag.
Im Gedicht: Johann Wolfgang von Goethe "Siebenschläfer" (in "West-östlicher Divan"). Karl Kraus "Der Siebenschläfer". Klabund "Der Tierkreis VI" ("Ein Siebenschläfer scharrt / Den Schlaf mir von der Stirn ...") Eugen Roth "Tierleben für jung und alt" (1973). Friedrich Rückert "Siebenschläfer".

"Ohne Tränen, ohne Küsse
Werd ich ruh'n auf dem Gesicht,
Wenn die letzten Haselnüsse
Sich der Siebenschläfer bricht …"
(Georg von der Vring "Siebenschläfer")

Im Film/Filmtitel: u. a. "Youcef oder die Legende vom Siebenschläfer" (1991).



Silo: Allgemein für architektonisch einförmiges Bauwerk, z.B. Beamtensilo (Amtsgebäude), Gebetssilo (Kirche), Jungfernsilo (Mädchenschule, Frauenwohnheim), Kultursilo (Museum), Männersilo (Junggesellenwohnheim), Mietsilo, Nuttensilo (Eros-Center), Studentensilo (Wohnheim), Touristensilo (Ferienhotel), Wohnsilo.
Vergleiche: "Wörterbuch, Kornspeicher der Sprache" (Pablo Neruda).



Simon (hl.): Apostel. Patron der Holzfäller, aber auch der Männer, die unter der Fuchtel ihrer Frauen zu leiden haben. Attribut: Säge.



Sommerfrische: "Ein Ort, wo sich Frauen nach einem Ehemann umsehen und Ehemänner nach einem Mädchen" (E. G. Tange). Truppenübungsplatz (hoher Bräunungsfaktor). "Schweigen die Kirchenglocken, so läuten die Kuhglocken. Beides ist angenehm zu hören. Das eine erinnert an die ewige Seligkeit, das andere an den irdischen Käse" (Georg Kaiser).
Schimpfworte: Sommerfrische (Gefängnis).
In der Literatur: Werner Bergengruen "Problematik in der Sommerfrische" (in "Badekur des Herzens"). Anton Pawlowitsch Tschechow "In der Sommerfrische".
Im Gedicht: Alfred Lichtenstein, Heinz Piontek und Ringelnatz jeweils unter dem Titel "Sommerfrische".
Im Film/Filmtitel: u. a. "Die Sommerfrische" (1965, 1973). "Ehe auf Sommerfrische" (1957). "Eine Sommerfrische wird gesucht" (1916). "Sommerfrische" (1990). "Sommerfrische gesucht" (1957).



Sonnenblume: "Taschenspiegel der Sonne" (Ramón Gómez de la Serna). "Oh Sonnenblume! … Wer vermag die Schritte der Sonne zu zählen?" (William Blake). Da sie ihre Blüte nach dem Sonnenstand richtet, gehört sie zu den botanischen Wendehälsen. Nach Ölpalme, Sojabohne und Raps ist sie die viertwichtigste Ölpflanze der Welt. Es gibt über 1000 Sorten. Die Sonnenblume wurde als Aphrodisiakum verwendet; sie erweckt "große Lust zu den ehelichen Werken", heißt es in einem alten Pflanzenbuch. Zeichen der Hippiebewegung (Blumenkinder). Unternehmen Sonnenblume (Entsendung deutscher Truppen 1941 nach Libyen).
Vergleiche: "Schmeichler sind wie Sonnenblumen, / blicken nach dem Himmel hin, / wurzeln aber in der Erde, / suchen Vorteil und Gewinn" (Friedrich von Logau). Schimpfwort: Für fröhliches, einfältiges Mädchen.

"Ihre Farbe ist im Spielen
Zugekehrt der goldnen Sonne,
Deren heißen Kuss zu fühlen,
Das ist ihre höchste Wonne."
(Ludwig Tieck"



Sonnenblume: In der Literatur: Friedrich Schnack "Die Sonnenblume".
Im Gedicht: Johannes R. Becher "Sonnenblumen-Sonett". William Blake "Ach, Sonnenblume!". Georg Britting "Der Tod im Garten" und "Die Sonnenblume":
"Über den Gartenzaun schob sie
Ihr gelbes Löwenhaupt,
Zwischen den Bohnen erhob sie
Sich, gold und gelb überstaubt ..."

Theodor Däubler "Die Sonnenblume". Max Dauthendey "Sonnenblumen". Gustav Falke "Sonnenblumen". Emanuel Geibel "Die Sonnenblume". Günter Grass "Späte Sonnenblumen". Karl Krolow "Sonnenblumen". Reinhold Schneider "Die Sonnenblumen unterm Mond". Georg Trakl "Sonnenblumen". Karl Heinrich Waggerl "Sonnenblume". Josef Weinheber: "Sonnenblume".



Sonnenblume: Im Film/Filmtitel: u. a. "Das Mädchen in den Sonnenblumen" (1984). "Die Dame mit den Sonnenblumen" (1918). "Sonnenblumen" (1970 mit Sophia Loren).
In der Malerei: S. auch Bauerngarten. u. a Paul Gauguin "Sonnenblumen" (1901) und "Still-Leben mit Sonnenblumen" (um 1890). Vincent van Gogh (verschiedene Motive u. a. 1888). Gustav Klimt "Die Sonnenblume" (1907) und "Garten mit Sonnenblumen auf dem Lande" (1905–1906). Henri Matisse "Sonnenblumen in einer Vase" (um 1898). Claude Monet "Sonnenblumenstrauß" (1880). Emil Nolde "Sonnenblumen im Abendlicht" (1943). Egon Schiele "Sonnenblumen" (1911).
Schlager: "Sunflower" (Dean Martin).



Sonnenblumen: s. auch Sonnenblume



Sonntagsarbeit: Sprüche: "Dem Herrgott ist nicht zu trauen", sagte der Bauer und fährt sein Heu am Sonntag ein. Dito: "Wenn es nur der Pfarrer nicht sieht, mit dem Herrgott will ich schon fertig werden."



Spargel:
"Denn Spargel, Schinken, Koteletts
Sind doch mitunter auch was Netts"
(Wilhelm Busch "Die fromme Helene").
"Essbares Elfenbein". Als Gemüse in Ägypten bereits 3000 v. Chr. gesichert. Mit harntreibenden Mitteln (Spargel, Sellerie, Petersilie) versuchte man, den schlaffen Penis zu reizen und aufzurichten. Es gibt ein Spargelmuseum in Schrobenhausen und verschiedene Spargelstraßen.
Redensarten: "Das ist schneller als Spargel gekocht" (Sueton "Vita divi Augusti"). Den Spargel quer essen können (Mensch mit überbreitem Mund). Er kocht eher als der Spargel (für aufbrausen). Hopfenspargel, Schwarzwurzel ("Arme-Leute-Spargel"). Rommel-Spargel (Verminte Holzbarriere, II. Weltkrieg), Spargelrost (Rostkrankheit), Spargelstein (Schmuckstein).
Tiernamen: Spargelhähnchen (Blattkäfer). Pflanzennamen: Spargelbohne, Spargelerbse, Spargelklee (Hornklee), Spargelkohl (Broccoli), Spargelschote.
Sprichwörter: Wer viel Spargel isst, ist auch ein guter Liebhaber). Wenn man Zahnschmerzen hat, soll man den Mund mit Spargelwasser spülen. Gichtgeplagte Zeitgenossen sollten die Pflanze meiden.



Spargel: Sprichwort s. auch Rübe.
Sprüche: "Bergwerke, Spargel, Kartoffeln und alte Adelsgeschlechter haben eins gemeinsam: das beste von ihnen ruht unter der Erde" (Vic Hammnond). "Denn Spargel, Schinken, Koteletts / sind doch mitunter auch was Netts" (Wilhelm Busch). "Spargeln und Menschen haben ein gemeinsames Schicksal: sobald einer den Kopf hochreckt, wird er abgestochen" (Eugen Gerstenmaier). "Spargeln Sie mit uns!" (Werbespruch der Firma Mövenpick). Bürospruch: Was unterscheidet den Spargel von unserem Betrieb? Beim Spargel ist der Kopf das Beste.
Vergleiche: "Es hat mich nie gestört, wenn man mich mit einem Spargel verglichen hat, denn am Spargel ist der Kopf das Wichtigste" (Charles de Gaulle). "Verstand ist wie Spargel; zu groß gewachsen, taugt er nichts" (Aleksander Swietochowski).



Spargel: Schimpfworte: ausgelutschter Spargel (schlaffer Penis), Betonspargel (Fernsehturm, Windkraftanlage), Industriespargel (Fabrikschornstein), Nikotinspargel (Zigarette), Spargeltarzan (schmächtiger Bursche), verspargelte Landschaft (durch Windräder entstellte Landschaft).
In der Literatur: Martial "Epigramme" ("Spargel").
Im Gedicht: Günter Grass "Spargelzeit".
Im Film: "Spargelzeit" (TV "Tatort" 2014).
In der Malerei: u. a. Edouard Manet (1880. Max Liebermann: "Ein Bund Spargel, ein Rosenbukett genügen für ein Meisterwerk").



Spatz: (Sperling)
"Eilig zogen schmucke Sperlinge über dunkle
Länder dich mit wirbelnden Flügeln, erdwärts quer durch den Äther"
(Sappho).
Auch Sperling; er ist der Lieblingsvogel der Göttin Aphrodite (es war wohl eher ein Dompfaff oder eine Drossel). Vogel des Jahres 2002. Er soll, verglichen mit seiner Körpergröße, ein kleines Gehirn haben. "Er ist unverschämt, gefräßig und schreit viel" (Brockhaus 1841). Vogel von geringem Nutzen und Wert: In der Bergpredigt wurden zwei Spatzen für einen Pfennig verkauft. Es war früher meist der erste Vogel ist, den man als Kind zu Gesicht bekam. In den Großstädten ist er so gut wie ausgestorben. Das liegt weniger an den fehlenden Pferdeäpfeln als Nahrung. Das Leben ist zu laut, "die Vögel können die Lockrufe ihrer potentiellen Partner nicht mehr hören". Die Meder hat er durch seinen "Appetit und durch seine starke Vermehrung" zur Auswanderung gezwungen. Die Griechen kannten den Sperling als männliches Schimpfwort und Hetärennamen, die Römer hingegen verwendeten seinen Namen als Kosewort. Sie brieten und kochten ihn und genossen seine Eier als Aphrodisiakum; Kaiser Claudius Albinus verzehrte zum Frühstück hundert Sperlinge, dazu noch vier Dutzend Austern. Der Vogel gilt als "liebeshungriges Tier". Antike Schriftsteller meinen, er sei "im Actus sehr schnell am Ziele" und "wiederhole ihn oft siebenmal in einer Stunde". Megenberg hält ihn für "sehr unkeusch".



Spatz: Mao Zedong befahl eine Vernichtungskampagne gegen Spatzen als Getreidefresser. Hunderttausende Chinesen mussten stundenlang auf Töpfe schlagen, um die Tiere zu vertreiben und schließlich zu vernichten. Weil daraufhin die Insekten überhand nahmen, musste Mao später Spatzen aus der Sowjetunion importieren, um das Gleichgewicht in der Natur wieder herzustellen. Sperlingsgasse nannte man im Mittelalter eine Gasse mit Bordell. Catull hat ihn mehrmals besungen:
"Tot ist der Sperling meines Mädchens,
ein Spatz, den sie so gerne hatte
und den sie mehr als ihre Augen liebte...
Jetzt geht er auf dem düstren Wege
Ins Land, von wo man nicht zurückkehrt."



Spatz: Fliegt der Vogel zufällig in ein Zimmer, so bedeutet das Unglück. Beim Säen mischt der Landmann den Samen mit Sperlingskot und spricht dabei: "Friss erst deinen Kot, bevor du meine Gerste frisst." Spatzen kann man auf das Feld des Nachbarn zaubern, wenn man fünf Weizenkörner zerkaut und sie auf das betreffende Feld spuckt. Der Spatzenplage suchte man in früheren Zeiten mit einer Spatzensteuer entgegenzusteuern; sie bestand aus einer genau festgelegten Anzahl von abzuliefernden Spatzenköpfen. Heute ist der Spatz im Winter der häufigste Vogel in Deutschlands Gärten.
Markensignet der deutschen Kleinwagenfirma "Spatz". "Der Spatz von Paris": Kosename für die französische Chansonsängerin Edit Piaf; Mireille Mathieu wurde der "Spatz von Avignon" genannt. Goldener Spatz (Kinderfilmfestival). Lustiger Spatz (Kosename, amüsante Frau), Kastelruther Spatzen (Musikgruppe), Spatzennest (häufiger Kindergartenname). Domspatzen (Domchor).
Spatzl/Spatzerl/Süßer Spatz (Kosename, geliebter Partner). Spätzle (kleine Spatzen, nach der Nudelform benannt. Spruch: "Spätzle habe ich zwar noch nicht gegessen, aber im Allgemeinen mag ich Geflügel" Thorsten Legat. Kommt wohl nicht vom Spatz).Mädchen). "Pferdearbeit - Spatzenfutter."



Spatz: Redensarten: S. auch Linse: Abspatzen (Spielkarte wegwerfen, die kein Trumpf ist). Belanglos wie lauter Spatzenfürze. Die Spatzen pfeifen es von den Dächern (alle wissen es schon). Du hast wohl einen Spatz gefrühstückt (für missgelaunt). Kurz wie der Herzschlag eines Sperlings. "Medien-Zeitalter: Wenn es die Spatzen schon vom Dach pfeifen, kräht danach kein Hahn mehr" Gerhard Uhlenbruck). Essen wie ein Spatz (sehr wenig). Jemand ist frech wie ein Rohrspatz (von Rohrsperling). Mit Kanonen auf Spatzen schießen (übertrieben reagieren). Schimpfen wie ein Rohrspatz (vom Ruf des Vogels). Spatzen unterm Dach/Hut haben (einen Vogel haben, verrückt sein. Den Hut nicht abnehmen).
Tiernamen: Sperlingskauz, Sperlingspapagei. Pflanzennamen: Spatzenzunge.



Spatz: Sprichwörter: Auch ein Sperling wirft im Fliegen einen Schatten (China). Aus dem Munde fliegt das Wort wie ein Sperling – und als Ochse kehrt es zurück (Litauen). "Das ist’s, was mich am Freund zumeist verdrießt, / Wenn er nach Spatzen mit Kartätschen schießt" (Emanuel Geibel). Den Sperling fängt man, indem man ihm Salz auf den Schwanz streut. Der Spatz in der Hand ist besser als die Taube auf dem Dach ("lieber einen kleinen, aber sicheren Vorteil als die ungewisse Aussicht auf einen großen, nach Plutarch. "Ein Spatz in der Hand ist besser als eine Taube auf dem Dach, sagt man. Der Spatz ist völlig anderer Meinung" Robert Lembke). Ein kluger Sperling nistet am Scheunendach (Russland). Hätte die Katze Flügel, gäbe es kaum Spatzen. Man flüstert oft einem ins Ohr, was die Spatzen auf den Dächern zwitschern. Treue Weiber und weiße Sperlinge sind seltene Vögel.



Spatz: Sprüche:
"Gott gebe mir nur jeden Tag,
So viel ich darf, zum Leben.
Er gibt’s dem Sperling auf dem Dach,
Wie sollt’ er’s mir nicht geben!"
(Matthias Claudius)

"Den Himmel überlassen wir den Engeln und den Spatzen" (Heinrich Heine). "Heute pfeift der Spatz. Und morgen vielleicht schon holt ihn die Katz" (Wilhelm Busch). "Selbst der Sperling, dieser nichtsnutzige Vogel, ist besorgt um seine Eier" (Wilhelm Busch). "Mit dem Sperling in der Hand, denken wir nur an die Taube auf dem Dach" (Ch. Tschopp). "Wie Kirschen und Beeren behagen, / Musst du Kinder und Sperlinge fragen" (Johann Wolfgang von Goethe).
Vergleiche: "Es ist mir rätselhaft, woher die andern jedes Mal so genau wissen, was die Spatzen von den Dächern pfeifen" (Nikolaus Cybinski). "Lieber den Spatz in der Hand als den Kuckuck auf den Wohnzimmermöbeln" (G. Drews). Parodisten sind "Spatzen, die einen Adler nachahmen können" (Peter Maiwald).
Schimpfwort: Frecher Spatz (kesses Mädchen), Dreckspatz (ungepflegter Zeitgenosse), Spatzenhirn (für vergesslich), Spatzenschreck, Sperlingslust (Mansardenwohnung).



Spatz: Kindermund:
"Weiß du schon das Beste?
(Nein?)
Der Sperling hockt im Neste."

"Meine Mutter hat die Sperlinge gerupft,
Da sind sie nackt in der Pfanne rumgehupft."

In der Fabel: S. auch Elster, Katze, Stieglitz. Johann Wilhelm Ludwig Gleim u. a. "Der Sperling und die Nachtigall" und "Ein Sperling und eine Taube". Gotthold Ephraim Lessing u. a. "Die Sperlinge" und "Der Sperling und die Feldmaus". Phaedrus "Der Sperling als Ratgeber des Hasen". Friedrich Rückert "Sperling und Kater".
Buchtitel: Claire Goll "Memoiren eines Spatzes des Jahrhunderts" (dt. 1978). Wilhelm Raabe "Die Chronik der Sperlingsgasse".
In der Literatur: Hermann Löns "Der Feldsperling". Iwan S. Turgenjew "Der Sperling".

"Mensch, Adler, Wolf und Walfisch lehren,
Wie man beständig vögeln soll;
Der Sperling ist nie genug zu ehren,
Denn der ist immer Samen voll"
(Johann Heinrich Voss "An Priap").



Spatz: Im Gedicht: Bertolt Brecht "Ich bin der Sperling ..." Gottfried August Bürger "Zum Spatz, der sich auf dem Saale gefangen hatte". Wilhelm Busch "Der Spatz" und "Spatz und Schwalben". Catull "Auf Lesbias Sperling" und "Klage um Lesbias Sperling". Heinz Erhardt "Der Spatz" und "‚s kommt ein Vogel geflogen". Johann Wolfgang von Goethe "Schneidercourage". Friedrich Güll "Spätzchen".

"Altes Haus mit deinen Löchern,
Geiz'ger Bauer, nun ade!
Sonne scheint, von allen Dächern
Tröpfelt lustig schon der Schnee,
Draußen auf dem Zaune munter
Wetzen unsre Schnäbel wir,
Durch die Hecken rauf und runter,
In dem Baume vor der Tür
Tummeln wir in hellen Haufen
Uns mit großem Kriegsgeschrei,
Um die Liebste uns zu raufen,
Denn der Winter ist vorbei!"
(Joseph von Eichendorff "Die Sperlinge")



Spatz: Im Gedicht: Johann Peter Hebel "Der Sperling am Fenster". Wilhelm Heinse "Die Undankbarkeit des männlichen Geschlechts". August Heinrich Hoffmann von Fallersleben "Der Spatz in seiner Würde", "Der Winter und die Spatzen" und "Spatz und Katze". Giacomo Leopardi "Il passero solitario". Friedrich von Logau "Ein Sperling". Hermann Löns "Der Spatz". Christian Morgenstern u. a. "Der Sperling und das Känguruh" (in "Palma Kunkel") und "Die drei Spatzen". Friedrich Müller "An den Spatzen". Eugen Roth "Tierleben für jung und alt" (1973). Friedrich Schiller "Xenien. Hausrecht". William Wordsworth "The Sparrow's Nest".
Im Märchen: Brüder Grimm "Der Hund und der Sperling" und "Der Sperling und seine vier Kinder".



Spatz: Im Film/Filmtitel: u. a. s. auch Rabe "Der älteste aller Spatzen" (1981 Kinderfilm). "Der nackte Spatz" (1938). "Der Spatz in der Hand" (1971, 1996). "Der Spatz ist auch ein Vogel" (1968). "Der Spatz von Paris – Edith Piaf" (1974). "Der Spatzenmörder" (1988 TV-Film). "Ein Spatz in der Hand" (1957, TV-Serie "Columbo" 1992). "Lissy, der Spatzenschreck" (1919). "Löckchen, ein nackter Spatz in fremden Federn" (1969). "Oliver und Olivia – Zwei freche Spatzen" (1990). "Sebastian und der Spatz" (1988). "Spatz auf dem Eis" (1983). "Spatzen" (1926). "Spatzen in Gottes Hand" (1950). "Sprit für Spatzen" (1984). "Willi, der Spatz" (1988 Zeichentrickfilm). "Zeffirellis Spatz" (1993).
Graphik: Grandville "Reise eines Sperlings aus Paris auf der Suche nach einer vollkommenen Regierung".



Spatz: In der Musik: Wolfgang Amadeus Mozart "Spatzenmesse".
Im Lied: "Der Spatz, der kocht das Hochzeitsmahl, / verzehrt die besten Bissen all" und "Unterm Dach juchhe / hat der Sperling seine Jungen" (aus der "Vogelhochzeit"). "Der Sperling, der Sperling, / der bringt der Braut den Trauring." (Aus der alternativen Vogelhochzeit: "Zwei Spatzen, zwei Spatzen, / tun sich am Hintern kratzen"). Schlager: "Spatzenkonzert" (1938). "Spatzenlied" (Maria Andergast).



Spatzen: s. auch Spatz



Sperlinge: s. auch Spatz



Specht: "Keiner Krähe Flattern, kein Specht zur Linken
hindre dein Scheiden!" (Horaz "Oden").
"Einer, der von sich sagen kann: Wo ich anklopfe, ist der Wurm drin" (E. G. Tange). Obwohl der Specht fast pausenlos (bis zu 20mal pro Sekunde) auf Baumstämme einhämmert, bekommt er trotzdem kein Kopfweh, weil Schädel und Schnabel federnd miteinander verbunden sind, dazu kommt ein "Reflex, der die Augen vor herumfliegenden Splittern schützt". Sein Ruf kündet schlechtes Wetter an, vielleicht weil man im Altertum dem Specht weissagende Fähigkeiten zugestand. Der Specht weiß um verborgene Schätze. Seine Stimme verrät den Mädchen Liebesgeheimnisse. Wenn einem beim Ausgraben einer Pfingstrose ein Specht zuschaut, (was vermutlich sehr selten vorkommen wird), können die Augen krank werden. Grünspecht: Spitzname "Zorro" nach seiner schwarzen "Gesichtsmaske". Specht (Antenne), Spechter (Trinkglas von der Landschaft Spessart = Spechteshart).
Tiernamen: Spechtfink, Spechtmeise (Kleiber), Spechtpapagei. Pflanzenname: Spechtwurz (Diptam).



Specht: Vogel des Jahres: Schwarzspecht 1981, Buntspecht 1997, Grünspecht 2014. Redensarten: Unermüdlich wie der Specht, der an derselben Stelle herumhackt. Mauerspecht (Souvenirjäger, der dem "antifaschistischen Schutzwall", alias Berliner Mauer, mit Hammer und Meißel zu Leibe rückte). Spechten (Ausschau halten).

Sprichwörter: "Alte Bäume behämmert der Specht am meisten" (Wilhelm Busch).
Sprüche: Nicht schlecht, Herr Specht (Ausruf der Anerkennung). "Sogar der Specht verdankt seinen Erfolg der Tatsache, dass er seinen Kopf benutzt" (Woody Allen). Wenn die Leute Häuser so bauen würden, wie wir Programme schreiben, würde der erstbeste Specht unsere Zivilisation zerhacken (Computerspruch).
Vergleiche: "Was haben begabte Journalisten mit Spechten gemeinsam? Wenn sie auf etwas pochen, ist meistens der Wurm drin" (Markus M. Ronner).
Schimpfworte: Specht (für Penis u. a. bei Henry Miller. Den Specht hacken lassen = koitieren), geiler Specht (schmächtiger Potenzprotz), Genussspecht, Grünspecht (Jäger, Polizist, Grünen-Politiker), Kackspecht, Knackspecht (Dauerschläfer), Schluckspecht (Säufer). In der Fabel: "Wie der Specht entstand" (in "Uralte Weisheit").



Specht: In der Literatur: Hermann Löns "Die Erdspechte" und "Der Schwarzspecht".
Im Gedicht: Bertolt Brecht "Ich bin der Buntspecht ..." Christian Morgenstern "Der Specht". Eugen Roth "Tierleben für jung und alt" (1973).
Im Film/Filmtitel: u. a. "Der Specht" (1903, 1971, TV-Serie "Die Camper" (2005). "Der Specht kennt keine Kopfschmerzen" (1975 Kinderfilm).
Im Lied: Aus der "Vogelhochzeit" ("Der grüne Specht, der grüne Specht, / der macht der Braut das Haar zurecht").



Spechte: s. auch Specht



Sperber: (Eigentlich "Sperlingsaar"). Nach einer Sage, hat der Sperber den abgehauenen Finger des hl. Adalbert gefunden. Sperber (verschiedene Kriegsschiffe). Sperberung (Gefiederzeichnung). Tiernamen: Sperbereule, Sperbergeier, Sperbergrasmücke.
Sprichwörter: Den toten Sperber lachen die Vögel aus (sorbisch). In Der Fabel: Johan Wilhelm Ludwig Gleim "Der Sperber und die Lerche".
In der Literatur: Hermann Löns "Der Sperber".
Im Gedicht: "Klabund "Ich sah den goldnen Sperber ..." Im Lied (aus der "Vogelhochzeit"): "Der Sperber, der Sperber, / Der war der Hochzeitswerber."



Spinat: "Substanz, die auf Kindertellern zum und vom Tisch getragen wird", "... von der man nur mit Mühe etwas Gutes sagen kann, außer dass sie keine Knochen hat" (E. G. Tange). Spinat und Erdbeeren sind die Lieblingsspeisen von Mickey-Mouse. Die falsche Annahme eines hohen Eisengehalts geht wohl auf die Nicht-Berücksichtigung der Unterschiede zwischen getrocknetem und frischem Spinat zurück (Wikipedia). Schimpfworte: S. auch Wachtel. Spinatfee (Verkäuferin in einem Gemüseladen).
In der Literatur: "Empedokles sagt, die Menschen seien aus der Erde entsprossen - wie Spinat" (Varro "Menippische Satiren").
Im Film/Filmtitel: u. a. "Wie wär’s mit Spinat?" (1977).



Spinne:
"Nicht jeder wandelt nur gemeine Stege:
Du siehst, die Spinnen bauen luft'ge Wege"
(Johann Wolfgang von Goethe).

Verglichen mit ihrer Größe ist die Hausspinne achtmal so schnell wie der schnellste Hundertmeter-Läufer. Sie besitzt bis zu 600 Drüsen, aus denen sie ihre Netze webt. Kein künstliches Garn erreicht die Reißfestigkeit des Spinnenfadens. "Wäre die Spinne genauso groß wie ein Mensch, dann könnte sie mit ihren entsprechend stärkeren Fäden einen Jumbojet im Landeanflug abfangen" (G. Traufetter). Afrikanische Eingeborene legen Astwerk in die Fensteröffnungen ihrer Häuser. Spinnen weben dann ein natürliches Moskitonetz. Manche Spinnen weben Netze in Herzform. Den Spinnen wachsen verlorene Beine nach. Die Spinnen Deutschlands vertilgen pro Jahr Insekten vom Gesamtgewicht der deutschen Bevölkerung – das sind sechs Millionen Tonnen. Der schlechte Ruf der Spinnen rührt wohl auch daher, weil die größeren Weibchen die kleineren Männchen anfallen und töten (wenn sie sonst nichts zu fressen haben); daher die Redensart "spinnefeind" sein.



Spinne: Das Wolfsspinnmännchen schleudert nach dem Sex das Weibchen in hohem Bogen weg und "rennt dann um sein Leben". Ausgediente Netze werden aufgefressen und dadurch recycelt. Nach einem unbewiesenen Mythos soll jeder Mensch im Lauf seines Lebens während des Schlafs ungewollt acht Spinnen verschlucken. Sie werden in Laos, Vietnam und Thailand gerne gegessen. Es gibt eine Spinne des Jahres.

"Spinnenfuß und Krötenbauch
Und Flügelchen dem Wichtchen"
(Goethe im "Faust")



Spinne: Der Volksglaube meint, dass die Spinnen in Gestalt des Teufels Gift aus den Blumen saugen und so den Menschen z.B. die Pest bringen. Blut aus Wunden, die durch "Bartscheren" entstanden sind, können durch ein in Öl und Essig getränktes Spinngewebe gestillt werden, verrät uns Plinius. Spinnweben können zum Blutstillen eingesetzt werden. Paracelsus empfiehlt, bei Vergiftungen Spinnen zu schlucken. Wegen ihres Kreuzzeichens auf dem Rücken bringt jedoch die Kreuzspinne Glück. Ein Franziskanerbruder soll einmal eine Spinne aus einem Messkelch getrunken haben. Als er sich an einer juckenden Stelle kratzte, kam die Spinne wieder zum Vorschein (vgl. dazu auch Jeremias Gotthelf und sog. "moderne Sagen" - Wanderlegenden).



Spinne: Wer in ein Spinnennetz läuft, wird einen Freund treffen. "Spinnwebe" ist der Spitzname der sibirischen Krankenschwester in Josef Martin Bauers Roman "So weit die Füße tragen". Altweibersommer: Es handelt sich um die Fäden junger Spinnen, die im Spätsommer an schönen Tagen vom Wind verweht werden. Sie heißen so, "weil sie sowenig Gewicht wie die Liebeserwartung alter Frauen haben" (E. Borneman). Die Schweizer Bezeichnung "Witwensömmerli" deutet auf die späte Liebe älterer Frauen hin. Im Volksglauben gilt die Jungfrau Maria als Urheberin. Sie überspinnt das ganze Land mit Seide. Die Fäden bringen Glück, sobald sie sich an Kleider oder ins Haar hängen. "Die Spinne in der Backe" (moderne "Sage").



Spinne: Berühmte Spinnen: "Da gab es einmal eine gewisse Arachne, die war Meisterschülerin in der Webschule der Göttin Athena." Aufgrund eines "Webfehlers" - sie soll die Liebesabenteuer der Göttin in einen Teppich gewebt haben - wurde sie von Athene kurzerhand in eine Spinne verwandelt (W. Foitzick). Arachne wurde zur Namensgeberin der Spinnentiere.
Arachnophobie heißt die krankhafte Furcht vor Spinnen; 5 - 10% der Bevölkerung leiden an ihr. Manche Psychologen vermuten, dass sie die "Folge einer unterbewussten Assoziation räuberischer Spinnen mit alles verzehrenden Müttern sei" (M. R. Berenbaum).



Spinne: Redensarten: Am seidenen Faden hängen. (Im Netz) laufen alle Fäden zusammen. Jemand hat eine Haut so fein wie Spinnweben im Altweibersommer. Jemand lässt keine Spinnweben vor seinem Mund wachsen. Opfer werden umgarnt und ausgesaugt. Sich winden wie die Spinne auf dem brennenden Holzscheit (für Ausflüchte suchen). Wie die Spinne die Fäden ziehen (sich einen Vorteil verschaffen). Zum Zerreißen gespannt. Autobahnspinne, Wäschespinne.
Tiernamen: Spinnenaffe, Spinnenameise, Spinnenassel, Spinnenfisch, Spinnenfliege, Spinnenfresser (Vogel), Spinnenläufer (Tausendfüßler), Spinnenspringer (Springschwanz), Spinnentöter (Wespe). Pflanzennamen: Spinnenkraut (Graslilie), Spinnenpflanze (Blume), Spinnenragwurz, Spinnentang.



Spinne: Sprichwörter: Das Recht gleicht dem Geweb' von Spinnen, der Käfer reißt es durch, die Fliege bleibt drinnen. Spinne am Morgen bringt Kummer und Sorgen ... s. Spinnen.
Sprüche:
"Die Zeit verrinnt, die Spinne spinnt
in heimlichen Geweben.
Wenn heute Nacht ein Jahr beginnt,
beginnt ein neues Leben"
(Joachim Ringelnatz)

Eine Welt ohne Männer ist technisch denkbar, aber wer tötet dann die Spinnen im Schlafzimmer? "Ich fürchte mich nicht", sagte die Spinne, "aber es überläuft mich ein Schauer". "Kleine Finsterlinge" (Brehms Tierleben). "Komm doch näher!" sagte die Spinne zur Fliege. "Denkst du, ich spinne", sagte die Fliege zur Spinne ("Sprüchekalender"). "Nur Dummköpfe und Spinnen produzieren aus sich selber heraus" (Bernard von Brentano).



Spinne: Vergleiche: "Der böse Trieb ist zuerst dünn wie Spinnfäden; bald aber wird er stark wie Wagenseile" (Talmud). Der Trauerflor ist das "Spinnengewebe, womit die Witwen sich einen neuen Mann fangen" (Ramón Gómez de la Serna). "Des Menschen Leben / ist wie Spinnenweben" (Abraham a Santa Clara). "Die Frau lässt die Werbung des Mannes passiv über sich ergehen – so passiv wie die Spinne, die im Netz auf die Fliege wartet" (George Bernard Shaw). "Flirts sind Spinnweben zwischen einem Maskulinum und einem Femininum, auf denen ein Sonnenstrahl tanzt" (Thaddäus Troll). "Der Kriminalschriftsteller ist eine Spinne, die die Fliege schon hat, bevor sie das Netz um sie herum webt" (Arthur Conan Doyle). Gesetze sind "Spinngewebe, durch die die großen Fliegen durchkommen und in denen nur die kleinen hängen bleiben" (Honoré de Balzac) oder "Gesetze sind wie Spinnweben, die wohl kleine Fliegen fangen mögen, Wespen und Hornissen jedoch entkommen lassen" (Jonathan Swift). Variante: Das Gesetz ist wie ein Spinnennetz: Die Ratte stört es nicht, aber die Fliege verfängt sich darin). Gewohnheiten sind anfangs Spinnweben, später Drahtseile (Spanien). "Nur im Fluss bleiben, nur nicht zur Spinne eines Gedankens werden" (Christian Morgenstern). "Sollte nicht der Mensch seine Ideen von Gott ebenso zweckmäßig weben können wie die Spinne ihr Netz zum Fliegenfang?" (Georg Christoph Lichtenberg). "Spannung: das Leben einer Spinne" (Jonathan Swift, auch George Bernard Shaw).



Spinne: Schimpfworte: Schimpfworte: Mickrige Spinne, Giftspinne/ Kreuzspinne (böse Frau. "Böse Tanten werden Hausspinnen nach ihrem Tode" Wilhelm Busch). Spinne (Pflanze), Spinnenbeine (dünne Beine), Spinnenfang (Psychoanalyse).



Spinne: In der Fabel: S. auch Biene, Wespe. Christian Fürchtegott Gellert "Die Spinne". Jean de la Fontaine u. a. "Die Spinne und die Lerche" und "Die Spinne und die Schwalbe". Johann Georg Jacobi "Die Spinne und der Hänfling". Abraham Gotthelf Kästner "Der Seidenwurm und die Spinne". Hans Sachs "Die Bien mit der Spinn" und "Die Spinn mit dem Zipperlein" ("Fabel: Der zipperlein und die spinn"). Buchtitel: Joseph Roth "Das Spinnennetz" (1923/1967).
In der Literatur: Jeremias Gotthelf "Die schwarze Spinne" (1842). Johann Peter Hebel "Die Spinnen". Alfred Hitchcock "Die drei Fragezeichen und die silberne Spinne". Manfred Hausmann "Martin befasst sich mit einer Spinne". Mohammed: "Koran" (29. Sure von der Spinne. Mohammed wurde auf der Flucht durch ein Spinnennetz vor Entdeckung bewahrt). Lukian versucht, uns in seinen "Lügengeschichten" weis zu machen, dass es auf dem Mond Spinnen gäbe, von denen die "kleinste größer ist als eine der zykladischen Inseln". Mohammed "Koran" 29. Sure, "Von der Spinne". Peter Rosegger "Das Waldspinnlein" (in "Meine Ferien"). Christoph von Schmid "Der Dank der Spinnen".



Spinne: Im Gedicht: Ludwig Anzengruber "Die Spinnen und die Fliegen" (in: M. Bern Hrsg.) Achim Otto Julius Bierbaum "Die Spinne". Bertolt Brecht "Aberglaube" ("Spinnelein am Morgen ...") Wilhelm Busch "Die Spinne". Hermann Claudius "Die Spinne". Heinz Erhardt "Verrat". Cäsar Flaischlen "Die Spinne".

"Als ich einmal eine Spinn erschlagen,
Dacht ich, ob ich das wohl gesollt?
Hat Gott ihr doch wie mir gewollt
Einen Anteil an diesen Tagen!"
(Johann Wolfgang von Goethe "Buch der Sprüche")

Günter Grass "Liebe im August". Rudolf Hagelstange "Die Töchter der Spinne". Johann Peter Hebel "Das Spinnlein". Hugo von Hofmannsthal "Der Jüngling und die Spinne". Peter Huchel "Kreuzspinne". Erich Kästner "Die schwarze Spinne". Gottfried Keller "Friede der Kreatur" ("Spinnen waren mir auch zuwider ...") Conrad Ferdinand Meyer "Die Spinne". Börries von Münchhausen "Die drei Hemden. Die Spinnhexe" (Ballade). Eugen Roth "Tierleben für jung und alt" (1973).
Im Märchen: Arachne. "Moderne" Sage (Wanderlegende): "Die Spinne in der Yucca-Palme" und "Das Spinnengeschwür".



Spinne: Im Film: u. a. "Angriff der Riesenspinne" (1975). "Arac attack – Angriff der achtbeinigen Monster" 2002 (Riesenspinnen). "Arachnid" (2001). "Arachnophobia" (1960/1990). "Das Spinnennest" (1944 Sherlock Holmes). "Die weiße Spinne" (1953/63). "Mörderspinnen" (1977). "Runaway – Spinnen des Todes" (1984). "Spider-Man" (1977, Comic-Verfilmung 2001/02). "Spiders 2" (2001). "Wasserspinne – Wunderspinne" (1982 Zeichentrickfilm)



Spinne: Filmtitel: u. a. "Das Auge der Spinne" (1971). "Das Geheimnis der Spinnenhöhle" (1983). "Das Netz der Spinne" (1969). "Das Rätsel der grünen Spinne". "Das Spinnennetz" (1989). "Das Spinngewebe" (1960). "Der Kuss der Spinnenfrau" (1985). "Die blinde Spinne" (1956). "Die goldene Spinne" (1943, 1956). "Die grüne Spinne" (1916). "Die Rache der gelben Spinne" (1978). "Die Rache der schwarzen Spinne" (1957/58). "Die schwarze Spinne" (1958, 1983). "Die Spinne" (1910, 1916, 1954, 1973, 1993). "Die Spinnen" (1919 von Fritz Lang, 1989). "Die weiße Spinne – Ein satirischer Bluff" (1927). "Im Netz der goldenen Spinne" (1966). "Im Netz der schwarzen Spinne" (1948). "Im Netz der Spinne" (1974, 1996, 2000/01). "Im Zeichen der roten Spinne" (1988). "In den Fängen der schwarzen Spinne" (1964). "In den Fängen der Spinne" (1998). "Kuss der Spinnenfrau" (1985).



Spinne: Filmtitel: "Shaolin - Bruderschaft der schwarzen Spinne" (1979). "Spider" (2004). "Spiders web – Die Beute der Spinne" (2001). "Spinne im Netz" (1989). "Spinnen des Todes" (1984, 2001). "Spinnenfußball" (1977). "Strategie der Spinne" (1969). "Walker, Texas Ranger: Schwarze Spinne" (1994). "Wie eine Spinne im Netz" (TV-Film 1997). "Wolfs Revier: Die Spinne" (1993).
In der Malerei: Salvador Dalí "Spinne am Abend – Hoffnung!" (1940). Gemälde von Rubens, Tintoretto, Veronese, Velázquez.
In der Musik: "Die schwarze Spinne" (Oper 1949 nach Gotthelf).



Spinnen: Dornröschen fällt in den hundertjährigen Schlaf, nachdem sie sich an einer Spindel gestochen hat. In der Fastnacht darf nicht gesponnen werden, da sonst die Mäuse den Faden auffressen. Auch Schwangere sollten nach Möglichkeit nicht spinnen, weil die Gefahr besteht, dass dem Kind ein Strick um den Hals gesponnen wird. Die Spinnstube (Rockenstube) war der Ort, wo nicht nur gesponnen und gesungen wurde, sondern wo sich auch die Dorfjugend traf und Liebende sich kennen lernen und zusammenfinden konnten.
Redensarten: Anspinnen (schwärmerisch verehren), Ausspinnen (vernünftig werden). Da spinnt sich etwas an. Etwas fortspinnen. Gedanken spinnen, Intrigen spinnen, Seemannsgarn spinnen (phantastische Geschichten erzählen), seidene Fäden spinnen, den Faden verlieren. Spinnst du? Kiefernspinner, Seidenspinner.
Sprichwörter: Es ist nichts so fein gesponnen, es kommt doch an die Sonnen. Jede Spinnstube erzählt andere Geschichten. Spinnen lernt man beim Spinnen. Spinnen, Weinen und Schwatzen über den Mann, ist alles, was ein Weib tun kann.
Spinnwebproblem/Spinntheorem (Wirtschaftstheorie: Auseinanderliegen von Angebot und Nachfrage). Spinnwebenhaut (Arachnoides, die mittlere Haut um Gehirn und Rückenmark). Tiernamen: Spinnfüßer (Insektenordnung), Spinnmilbe.



Spinnen: Sprichwörter:
"Spinnen am Morgen
Bringt Kummer und Sorgen.
Spinnen am Mittag
Bringt Müh und Plag.
Spinnen am Abend
Erquickend und labend."

Spinnen am Morgen und Mittag bedeutete Armut, Spinnen am Abend jedoch angenehme Feierabendbeschäftigung. Dieses Sprichwort wird heute fälschlich auf die Spinne bezogen.
Sprüche: Spinne am morgen, dann hast du's hinter dir (Schülerspruch).
Vergleiche: "Der Mensch sieht nur das Spinnrad des Schicksals, aber nicht die Spindel. Daher sagt er: ’Seht ihr nicht den ewigen leeren Kreislauf der Welt?’" (Jean Paul). "Leute, die spinnen, kriegen sich leicht in die Wolle" (W. Mieder). "Aber Bücherschreiben ist nicht viel besser als Baumwolle spinnen, und Spinnen ist das nächste am Betteln" (Jean Paul).



Spinnen: Schimpfworte: Spinnen (Asterix: "Die spinnen, die Römer". Du spinnst wohl - eher von der Spinne. "In der Tat spinnen wir Alten bisweilen" Plautus). Spinner (z.B. linker Spinner. "Ein Spinner ist jemand, der seinen Faden verloren hat" Gerhard Uhlenbruck. "Die Spinner von heute sind die Erfinder von morgen" Udo Lindenberg). Spinnerei (Nervenheilanstalt), spinnert, spintisieren (grübeln). "Gspusi" (Liebschaft), Hirngespinst.



Spinnen: In Literatur: Justus Möser "Die Spinnstube". J. G. Schmidt "Gestriegelte Rockenphilosophie oder Aufrichtige Untersuchung der von vielen superklugen Weibern hochgehaltenen Aberglauben" 1718.
Im Gedicht: Achim von Arnim "Der Weber und die Spinnerin"" und "Die Spinnerin".

"Es sang vor langen Jahren
Wohl auch die Nachtigall,
Das war wohl süßer Schall,
Da wir zusammen waren...

Gott wolle uns vereinen
Hier spinn' ich so allein,
Der Mond scheint klar und rein,
Ich sing' und möchte weinen."
(Clemens Brentano "Der Spinnerin Nachtlied")



Spinnen: Im Gedicht: Gottfried August Bürger "Spinnerlied". Emanuel Geibel "Lied der Spinnerin". Johann Wolfgang von Goethe "Die Spinnerin". Martin Greif "Lied der jungen Spinnerin". Johann Georg Jacobi "Spinnerlied".

"Rinne sanft, du weiche Welle,
Schöner Flachs, durch meine Hände,
Dass ich dich mit stiller Schnelle
Fein zum goldnen Faden wende! ..."
(Gottfried Keller "Die Spinnerin")

Justinus Kerner "Lob der Spindel". Klabund "Spinnstube". Hans Sachs " Die Spinnerin im Korb". Henry Wadsworth Longfellow "The Spinning-Wheel". Theokrit "Die Spindel". Johann Ludwig Tieck "Die Spinnerin". Heinrich Voß "Die Spinnerin". William Wordsworth "Lied der Spinnerin".
Im Märchen: Brüder Grimm u. a. "Die drei Spinnerinnen", "Die faule Spinnerin" und "Spindel, Weberschiffchen und Nadel".



Spinnen: Im Film/Filmtitel: u. a. "Das alte Spinnrad" (1936).
In der Malerei: u. a. Gustave Courbet "Schlafende Spinnerin" (1853). Vincent van Gogh "Spinnerin" (1884). Wilhelm Leibl "Die Spinnerin" (1892). Diego Velázquez "Die Spinnerinnen" (Die Fabel des Arachne 1657).
In der Musik: Anton Dvo?ák "Das goldene Spinnrad" (sinfonische Dichtung). Zoltán Kodály "Die Spinnstube" (Oper 1932). Felix Mendelsohn "Spinnerlied". Camille Saint-Saëns "Das Spinnrad der Omphale" (sinfonische Dichtung 1861). Richard Wagner "Der fliegende Holländer. Chor der Spinnerinnen".
Im Lied: Franz Schubert "Gretchen am Spinnrade" (Text: J. W. von Goethe). "Spinnerlied" (aus "Des Knaben Wunderhorn"). Schlager: u. a. "Das alte Spinnrad" (1934, Comedian Harmonists). "Spinning wheel" (1969 Sweat Blood)



Sporen: Redensarten: Dem Pferd die Sporen geben ("Besserwisser sind Leute, die einem Pferd die Sporen geben, auf dem sie gar nicht sitzen" Alain Payrefitte. "Manche geben ihrem Pferd dauernd die Sporen, wissen aber nicht, in welche Richtung sie reiten wollen" Wolfgang Tilgner. Ruhm ist ein "Pferd, dem man ständig die Sporen geben muss" Gioacchino Rossini). Gestiefelt und gespornt. Jemanden anspornen. Seine Sporen noch nicht verdient haben. Spornstreichs (in höchster Eile).
Sprüche: Der Angeber kauft zuerst die Sporen und borgt dann ein Pferd.
Vergleiche: "Besserwisser sind Leute, die einem Pferd die Sporen geben, auf dem sie gar nicht sitzen" (Alain Peyrefitte). "Freuden sind unsere Flügel, Schmerzen unsere Sporen" (Jean Paul). "Manchmal braucht der Genius den Sporn, meistens den Zügel" (Dionysios Cassios Longinos).
Im Gedicht: Werner Bergengruen "Die Sporen" (in "Pferdegruß").
Im Film/Filmtitel: u. a. "Blanke Sporen" (1952). "Blut und Sporen" (1956). "Heiße Sporen" (1969). "Schwarze Sporen" (1964). "Sporen zum Ruhm" (1983).



Spreu: Redensarten: Die Spreu vom Weizen trennen (Matthäus 3, 12. Ein Redakteur ist jemand, "der die Spreu vom Weizen sondert und die Spreu druckt" Adlai Stevenson. Ähnlich Dieter Hallervorden für Fernsehredakteure. Arbeit des Aphoristikers: Sprüche solange zu klopfen, bis sich die Spreu vom Weizen trennt" Jürgen Wilbert). Spreu im Wind (Altes Testament "Hiob"). Spreublatt (Blättchen auf dem Blütenboden von Korbblütern), Spreublume (Papierblume).
Sprichwörter: Borgst du dir Spreu von einem Reichen, musst du ihm Weizen zurückgeben (Finnland). Kein Korn ohne Spreu.
Sprüche: "Esel mögen Spreu lieber als Gold" (Heraklit von Ephesos). "Wie der Wind bläst, so treibt die Spreu" (Wilhelm Busch). Buchtitel: Sarah Kirsch "Spreu".
Im Gedicht: Hesiod "Werke und Tage":
"Ferner ist Heu im Speicher zu bergen und Spreu, dass es ausreicht
über das Jahr für die Rinder und Maultiere."



Stachelbeere: Schimpfworte: Stachelbeere (hässliche, ungepflegte, widerborstige Frau, Vagina), Stachelbeerbeine (stark behaarte Beine). Stachelbeermilbe, Stachelbeerspanner (Schmetterling des Jahres 2016).
In der Literatur: Karl Anton Pawlowitsch Tschechow "Die Stachelbeeren".
Im Gedicht: Fred Endrikat "Gedanken beim Stachelbeerenpflücken".
Im Film /Filmtitel: u. a. "Stachelbeeren" (Trickserie).



Stadt/Land: Sprüche: "Auf dem Land ist er schon Stadtgespräch" (Autowerbung). "Die Stadt ist gut", sagte der Bauer, "aber die Leute taugen nichts".



Stachelbeeren: s. auch Stachelbeere



Stall: Ein Drudenfuß an der Stalltür vertrieb Hexen.
Redensarten: Aus gutem Stall stammen (aus gutem Elternhaus). Bei dem sieht's aus wie in einem Stall. Den Stall ausmisten. Den Hosenstall offen stehen haben (offenes Hosentürl).

"Und da zum wiederholten Mal,
Ihm Knopf um Knopf abgeht,
So hat er seinen Hosenstall
Verflucht und zugenäht."
(Nach einem Studentenlied)

Glück im Stall haben. Jemandem geht ein Licht auf wie eine Stalllaterne. Rennstall. Stallgefährte, Stallgeruch (z.B. durch gemeinsame Herkunft), Stallwache. Tiernamen: Stallhase (zahmes Kaninchen). Pflanzennamen: Stallkraut (Hechel).
Das beste Pferd im Stall (Wenn mein Chef sagt, ich sei das beste Pferd im Stall, könnte ich wiehern). Den Stall aufmachen (die Hose aufknöpfen, den Partner erhören). Den Stall wittern (sich dem Zuhause nähern). Die Stalltür aufbrechen (entjungfern, vergewaltigen). Einen Augiasstall ausmisten (Missstände beseitigen. Herkules säuberte in der griechischen Sage an einem einzigen Tag den Stall des König Augias, der seit 30 Jahren nicht mehr ausgemistet worden war, indem er Breschen in die Mauern schlug und einen Fluss hindurchleitete. "Es gilt nicht, einen Augiasstall zu misten, sondern aufzupassen, dass keiner entstehe" Friedrich Hebbel. Hörspiel von Friedrich Dürrenmatt "Herkules und der Stall des Augias" 1954. Ivan Goll "Der Stall des Augias" 1924).



Stall: Sprichwörter: Arm und fromm beisammen gab's nur bei Josef im Stall. Wenn das Pferd gestohlen ist, schließt man den Stall zu (man hat zu spät gehandelt).
Schimpfworte: Stall (ungepflegte Wohnung. In einem Stall wohnen), Stall voller Kinder (große Familie), Stallbursche, Stalltür (Hosentürl).

"Kuhställe – nun, wir wissen das
Von denen noch des Augias –
Warn einst wohl schmutzig, doch gemütlich.
Im halben Dunkel tat sich gütlich –
Ein Bild des Friedens und der Ruh –
Die milde, mütterliche Kuh.
Jetzt sind sie, sachlich, glatt und helle,
Nichts mehr als eine Milch-Tankstelle"
(Eugen Roth).

In der Literatur: Walter Jens "Am Anfang der Stall, am Ende der Galgen".
Im Gedicht: Ludwig Thoma "Im Stall".
Im Film /Filmtitel: u. a. "Der Saustall" (1981).
In der Malerei: u. a. Franz Marc "Stallungen" (1913).



Stammtisch: "In Oberbayern Umschlagplatz für den Handel mit Vieh und Bräuten" (E. G. Tange). Redensart: Lufthoheit an Stammtischen.



Star: "Sie fliegen in Scharen und bilden dabei einen rundlichen Schwarm, weil jeder bestrebt ist, in die Mitte zu kommen. Sie tun das wegen der Habichte, die ihnen nachstellen. Abends versammeln sie sich und machen einander ein großes Geschwätz" (Konrad von Megenberg). Wegen ihrer schwarzen Federn früher als Unglücksbote angesehen. Star (Augenkrankheit) kommt nicht vom Singvogel, sondern von dem Wort "starren"; ebenso "Star" vom englischen "Stern". Starenkasten (umgangssprachlich für Radargerät zur Geschwindigkeitsüberwachung).
Sprüche: Auch ein Star kann eine Meise haben. "Stare sind Vögel. Stars sind komische Vögel" (Erhard Blanck). An die 72 Millionen Stare ließen sich im Winter 1952/53 in einem 16-Hektar großen Fichtenwald nieder.



Star: In der Fabel: S. auch Esel, Kuckuck. Johann Wilhelm Ludwig Gleim "Der Star und die Lerche". Friedrich von Hagedorn "Der Condor und die Staren". Johann Gottfried Herder "Der gelehrte Star".
In der Literatur: Johann Peter Hebel "Der Star von Segringen". Christoph von Schmid "Der Star".
Im Gedicht: Bertolt Brecht "Lied der Starenschwärme". Gottfried August Bürger "Star und Nachtigall". Wilhelm Busch "Auf die Frage geschrieben, ob die Stare wohl blieben". Felix Dahn "Von allerlei Vögelein. 1. Das Lied von den Staren". August Heinrich Hoffmann von Fallersleben u. a. "Die Stare" und "Mein Star". Hermann Löns "Es singt der Star". Wolfgang Amadeus Mozart "Gedicht auf seinen toten Star". Eugen Roth "Tierleben für jung und alt" (1973).
Im Lied: "Der Star und das Badwännlein" (aus "Des Knaben Wunderhorn").



Star: S. auch Frau Wirtin



Stare: s. auch Star



Stechmücke: (Schnacke). "Lästige Gedanken - zudringliche Stechmücken" (Wilhelm Busch).
Lateinischer Name "Aedes vexans" (quälender Taugenichts"). Englisch: Mosquito. Bereits im Alten Testament (Moses 2). Mit einem 350 Hertz hohen Sirren nähert sich der Blutsauger seinem Opfer. Es gibt zahlreiche, meist wirkungslose Methoden, das Ungeziefer zu vertreiben. So unterlegte beispielsweise ein Hamburger Radiosender sein Musikprogramm mit einem "Anti-Mücken-Ton" von 12,3 Kilohertz. In Philippsburg wurden Fußballspieler von Stechmücken angefallen: "Die Spieler waren so schwarz, dass man sie vom Schiedsrichter nicht mehr unterscheiden konnte" (N. Becker). Die Lappen legten sich bei Beginn der "Mückensaison" nackt in eine Wiese, um sich so zu immunisieren. Schmerzen verursacht der Speichel der Stechmücke. Lässt man sie in Ruhe, zieht sie den Speichel wieder aus der "Wunde", nachdem sie sich voll gesaugt hat. Damit verschwinden auch die Schmerzen. Die Blutsauger sollen auf bestimmte Duftmischungen der menschlichen Haut ansprechen. Auch Waschen schützt nur für kurze Zeit. "Süßes" Blut und Cholesteringehalt sollen keine Rolle spielen. Vegetarier werden genauso oft gestochen wie Fleischesser. Auch der Genuss von Knoblauch vertreibt die kleinen Biester nicht.



Stechmücke: Heuschrecken und Stechmücken stehen in Nostradamusinterpretationen für Hubschrauber. Redensart: Lästig wie eine hungrige Stechmücke. Spruch: "Warum hat Noah die zwei Stechmücken nicht erschlagen?!" In der Fabel: Christian Fürchtegott Gellert.
In der Literatur: Konrad Pfeffel "Schnacke" (1806).
Im Gedicht:
"Von Dürers Meisterhand ein Stich
betrachtet, wirkt mehr ‚äußerlich’,
dagegen dringt, wenn Sie verzeih'n,
der Mückenstich weit ‚tiefer’ ein.

Man sieht hieraus, dass ein Insekt
Viel mehr kann als der Intellekt."
(Heinz Erhardt "Stiche")

Werner Finck "Die Mücken". Eugen Roth "Tierleben für jung und alt" (1973). Friedrich Rückert "Die Fliegen und die Mücken …"
Im Film/Filmtitel: u. a. "Die Stechfliege" (1955).



Stechmücken: s. auch Stechmücke



Steigbügel: Redensarten: Jemandem den Steigbügel halten. Stegreif: Ursprünglich Reif zum Besteigen des Pferdes. Aus dem Stegreif reden.
Sprichwörter: Wer einen Fuß im Steigbügel hat, kommt leicht in den Sattel. Gehörknöchelchen. Schimpfwort: Steigbügelhalter.



Steinbruch: In Griechenland war es üblich, Verbrecher u. a. durch Hinabwerfen in einen Steinbruch zu töten.
Redensarten: Etwas als Steinbruch benutzen. "Tafel bei der Zufahrt zu einem Steinbruch: Keine Durchfahrt! Überlebende werden gerichtlich belangt" (aus "Gut gesagt").
Sprichwörter: Hüte dich vor dem Arzt dessen Frau Gräber verkauft, dessen Bruder einen Granitsteinbruch besitzt und dessen Vater mit Schaufeln handelt (England). Schimpfworte: Steinbruch (marodes Gebiss, kaputte Zähne).
In der Literatur: Theodor Däubler "Der Marmorbruch" (1930). Paul Fleming "An den Steinbruch zu Revel". Christian Morgenstern "Der alte Steinbruch". Ferdinand von Saar "Die Steinklopfer" (Novelle). Kurt Tucholsky "Lied der Steinklopfer".
Im Film /Filmtitel: u. a. "Nachmittag im Steinbruch" (1963). "Steinbruch" (1942). "Tiefer Fall" (TV-Krimi 2005).
In der Malerei: u. a. Paul Cézanne "Steinbruch bei Bibémus" (um 1900). Gustave Courbet "Der Steinbruch von Optevoz" und (1854) und "Die Steinklopfer" (1849). Albrecht Dürer u. a. "Ausgang aus einem Steinbruch" und "Steinbruch" (Zeichnungen).



Stephanus (hl.): Vieh-, speziell Pferdepatron. Stephaniritt (Brauchtum).



Stiefmütterchen: (Viola tricolor). Symbol der heiß entbrannten Liebe und der "treuen Erinnerung", aber auch der Schüchternheit und des Errötens. Englisch "heart’s ease" (Herzenserleichterung). "In den beiden oberen der fünf Blütenblätter vermutet man den Sitz der Stiefmutter, auf den beiden seitlichen Blütenblättern sitzen deren beide Töchter; dagegen müssen sich die beiden Stieftöchter mit dem unteren Blumenblatt, also einem einzelnen Sitz, begnügen" (Ulrike Müller-Kaspar). "Neid und Verdruss über das Gedeihen und die Schönheit der Stiefkinder sollen die Mutter mit ihren Kindern erbleichen gemacht haben" (Brockhaus 1841). Der Saft der Pflanze soll das Blut reinigen und das Gedächtnis schärfen.
Vergleiche: Lieber ein Stiefmütterchen als gar keine Verwandten.
In der Literatur: Novellentitel: Theodor Storm "Viola tricolor" (Film "Ich werde dich auf Händen tragen" 1958).
Im Gedicht: Joachim Ringelnatz "Rast auf Wanderschaft". Heinrich Seidel "Herbstabend in der Heide" ("3. Mit tausend Augen schauen / Stiefmütterchen mich an...") In der Malerei: u. a. Albrecht Dürer (Zeichnung).



Stieglitz: (Distelfink).
"Stieglitze sangen und Haubenlerchen, es gurrte die Taube,
gelbliche Bienen summten rings um das Wasser der Quelle"
(Theokrit).
Gebratene Stieglitze wurden gegen Bauchgrimmen verordnet. Vogel des Jahres 2016. In der Fabel: S. auch Nachtigall. Florian "Die Kanarienvögel und der Stieglitz". Johann Wilhelm Ludwig Gleim "Der Stieglitz und die Lerche". Friedrich von Hagedorn "Der Stieglitz und der Sperling".
Im Gedicht: Felix Dahn "Von allerlei Vögelein. 4. Der Stieglitz". Richard Dehmel "Der Stieglitz".

"Auch diesem Stieglitz da im Blätterfall,
Tickt wunderbar in seinem Federball
Ein schüchtern schluchzend Herz, ein kleines,
Ein Herz wie meins und deines ..."
(Gerrit Engelke "Ein herbstlich Lied für zweie")

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben "Der Stieglitz". John Keats "Linger awhile upon some bending planks ..." Eugen Roth "Tierleben für jung und alt" (1973).
In der Malerei: u. a. Raffael: "Madonna mit dem Stieglitz". Giovanni Battista Tiepolo "Madonna mit dem Stieglitz" (um 1760).
Im Lied: "Stieglitz, Stieglitz, s Zeisele ist krank ..." Aus der "Vogelhochzeit" ("Der Stiegelitz, der Stiegelitz, / der bringt die Braut zum Kirchensitz.") Aus der alternativen Vogelhochzeit: "Ganz oben auf der Kirchturmspitz, / Da onaniert ein Stiegelitz."



Stier:
"Noch nicht vermag, den Nacken gebeugt, das Joch
sie zu ertragen, kann im Gespann noch nicht
mit gleichem Schritte ziehn, noch nicht des
brünstigen Stieres Gewicht erdulden"
(Horaz "Oden").

"Schau doch die Stiere im Joch, sie schleppen nach Hause die Pflugschar -
schau doch die Sonne, sie sinkt und verdoppelt die wachsenden Schatten"
(Vergil "Hirtengedichte").
"Zehrt doch der Anblick der Kuh mit der Zeit an den Kräften der Stiere,
lässt sie durch schmeichelnde Lockung die waldige Trift und die Kräuter
völlig vergessen" (Vergil "Vom Landbau").
Europa wurde in der griechischen Sage von Zeus in der Gestalt eines Stiers auf die Insel Kreta entführt. Eine beliebte Sportart der Kreter, die Mut und Körperbeherrschung verlangte, war das Stierspringen: Man griff den galoppierenden Stier an den Hörnern oder auf dem Rücken und schwang sich über ihn hinweg, ähnlich dem heutigen Pferdsprung der Turner mit Wenden und Flanken. "Der Stier ist edel anzusehen, hat eine trotzige Stirne, borstige Ohren und stets zum offenen Kampfe herausfordernde Hörner" (Plinius).



Stier: Ausgerechnet der ehemalige Bundes-Landwirtschaftsminister Josef Ertl wurde 1993 von einem Hörnerträger an die Stallwand gedrückt und lebensgefährlich verletzt. Der Stier war wie der Hengst Liebesgeselle nymphomanischer Frauen, z. B. der Kaiserin Katharina. Wohl nicht zu Unrecht, denn er schafft es ca. 30-mal am Tag. Das ist wohl auch der Grund, warum müde Männer auf Stieramulette als Muntermacher schwören. Wenn eine Schwangere Stierfleisch ist, soll das Kind geil werden. Samen und Genitalien von Stier und Hengst, Tieren, die als besonders kräftig oder potent galten, fanden als Aphrodisiakum Verwendung. Der antike König Midas beging Selbstmord, indem er Stierblut trank. Die reichen Römer bekämpften ihren Haarausfall mit Stierblut.



Stier: Redensarten: Arbeiten wie ein Stier. Brüllen wie ein Stier (ein Ochse). Den Stier bei den Hörnern packen (eine gefährliche Sache anpacken). Er ist im Sternzeichen des Stiers geboren (für aufbrausend). Wie ein Stier auf jemanden losgehen. Stier (Sternbild, Tierkreiszeichen). Symbol des Evangelisten Lukas. Stier von Uri. Markensignet: die Autofirma Lamborghini. Stadt der Stiere (Turin). "Ehrenstier" ("Salzburger Stier" Kabarett-Preis). Tiernamen: Stierforelle, Stierkopfhai.
Sprichwörter: Ein Bauer und zwei Stiere sind drei grobe Tiere. Fürchte den Stier von vorn, das Pferd von hinten, und den Menschen von allen Seiten (Russland. Alternativ Anton Pawlowitsch Tschechow: "Fürchte den Bock von vorn, das Pferd von hinten und das Weib von allen Seiten.").



Stier: Vergleiche: "Tierfreund ist ein humaner Mensch, der sich freut, wenn der Stier den Torero tötet" (Gabriel Laub).
Schimpfworte: Stier (geiler Mann), Gemeindestier (sexuell sehr aktiver Mann), Stierbeutel (Hoden = Schimpfwort für sturen Kerl), stieren, Stierschädel, Stiernacken/stiernackig. Kampfstier auf vier Rädern (Sportwagen).

"Ein jeder Stier hat oben vorn
Auf jeder Seite je ein Horn,
Doch ist es ihm nicht zuzumuten,
Auf seinem Horn auch noch zu tuten;
Nicht drum, weil er nicht tuten kann -
Nein, er kommt mit dem Maul nicht dran."
(Heinz Erhardt "Der Stier".)



Stier: In der Fabel: S. auch Eber, Fliege, Frosch, Hirsch, Kalb, Ross. Äsop "Der Stier und die Wildziege" und "Der Löwe und der Stier": Ein Löwe war hinter einem prächtigen Stier her und wollte ihn mit List erledigen. Deshalb gab er vor, er habe ein Schaf geschlachtet, und lud den Stier zum Essen ein, in der Absicht, ihn bei Tisch zu töten und zu verspeisen. Der Stier erschien. Als er aber viele Kessel und lange Spieße, nirgends aber ein Schaf sah, versuchte er, sich schnell aus dem Staub zu machen. Der Löwe machte ihm deshalb Vorwürfe: "Warum willst Du ganz ohne Grund wieder gehen, ich hab' Dir doch nichts getan!" Da antwortete der Stier: "Ich hab' schon einen Grund. Ich sehe nämlich, dass du alle Vorbereitungen zum Schlachten getroffen hast, jedoch nicht für ein Schaf, sondern für einen Stier." Jean de la Fontaine "Die beiden Stiere und der Frosch". Johann Wilhelm Ludwig Gleim "Der Löwe und der Stier". Johann Gottfried Herder "Alte Fabeln mit neuer Anwendung". Gotthold Ephraim Lessing "Der Stier und der Hirsch" und "Der Stier und das Kalb" (nach Phaedrus). Phaedrus "Der junge Stier, der Löwe und der Räuber".



Stier: In der Literatur: Martial "Epigramme" ("Europa"). Voltaire "Der weiße Stier" (1774).
Im Gedicht: Georg Britting "Der Winterstier". Elisabeth Langgässer "Tierkreisgedichte. Stier". Eugen Roth "Tierleben für jung und alt" (1973).
Im Film u.. a. "Budd Boetticher – Der Stierkämpfer und das Kino" (1979). "Der Major und die Stiere" (1955). "Der Stier von Olivera" (1921). "Stierkämpfer wider willen" (1945 Dick und Doof).
Filmtitel: "Der Mond im Zeichen des Stiers" (1980). "Die Kommissarin: Stierblut" (1995). "Im Zeichen der Sterne; Stier" (2001). "Im Zeichen des Stiers" (1999). "Romeo, der tolle Stier" (1976 Sexfilm). "Wenn die Jungfrau mit dem Stier …" (1971 Sexfilm). "Wie ein wilder Stier" (1979/80 Boxerfilm).



Stier: In der Malerei: u. a. Höhle von Lascaux ("Saal der Stiere"). Albrecht Dürer u. a. "Europa auf dem Stier" und "Junger Stier" (Zeichnungen). Le Corbusier "Stier III" (1952-53). Franz Marc "Der Stier" (1911). Gemälde von Tintoretto, Veronese, Tizian, Rembrandt, Tiepolo. Pablo Picasso u. a. "Der Stier" (1945) und "Stiere in Vallauris". In der Plastik: Pablo Picasso "Stierschädel" (1942).

"Es liegt der Stier in heißen
am Bachesrand in stiller Ruh,
es liegt der Knödel in dem Magen –
in meinem Herzen liegt's nur du!"
(Aus einem anonymen Liebeslied )

Schlager: "Got the bull by the horns" (Johnny Horton).



Stier: S. auch Bulle, Frau Wirtin, Ochse



Stiere: s. auch Stier



Stoppeln: Abgeerntete Getreidehalme.
Redensarten: Etwas mühsam zusammenstoppeln. Von den Stoppeln auf die Ernte schließen (falscher Schluss). Bartstoppeln. Semmelstoppelpilz.
Schimpfworte: Stoppelhopser (Infanterist beim herbstlichen Manöver, Gutsverwalter).



Stör: Fisch des Jahres 2001 und 2014. In der Fabel: Florian "Das Krokodil und der Stör". Im Gedicht: Eugen Roth "Tierleben für jung und alt" (1973).



Storch:
"Am besten
pflanzt sich der Wein, wenn im rosigen Prangen des Frühlings die Störche
kommen mit glänzendem Federkleid, bitter gehasst von den Schlangen"
(Vergil "Vom Landbau").
In Thessalien stand auf das Töten von Störchen die gleiche Strafe wie auf das Töten eines Menschen. Störche sind in Deutschland selten geworden (dabei leben in manchen masurischen Dörfern mehr Störche als Einwohner). Die "eheliche" Treue der Störche hält strengen Nachforschungen nicht stand; sie bleiben zwar ein Leben lang dem Nistplatz, nicht aber dem Partner treu. Konrad von Megenberg (15. Jahrhundert) meint, dass sich die Störche die Federn ausreißen, um damit das Nest fürs Brüten vorzubereiten. Ein nistender Storch soll im Volksglauben vor Blitz und Feuer schützen, aber auch auf eine baldige Hochzeit und Kindersegen hindeuten. Er verlässt das Haus, wenn dort Unfrieden herrscht. Die Römer schätzten bei ihren Gastgelagen neben Fasan und Pfau vor allem gebratenen Storch. Kaiser Heliogabal ließ zu einer einzigen Mahlzeit sechshundert Storchenköpfe auftragen; er selbst verzehrte nur das Hirn. Storchenblut wurde als Gegengift verwendet, vermutlich weil der Storch "giftige" Schlangen und Kröten verschluckt, ohne Schaden zu nehmen. Briefmarke. Vogel des Jahres 1994.



Storch: "Wappentier der Gynäkologen".

"Der Klapperstorch hat krumme Beine.
Die Kinder werfen ihn mit Steine.
Aber Kinder bringt er keine"
(Joachim Ringelnatz).

"Wo kriegten wir nur die Kinder her,
Wenn Meister Klapperstorch nicht wär'"
(Wilhelm Busch).



Storch: Mit dem sog. Storchengesetz verpflichteten die Römer Kinder, im Alter für ihre bedürftigen Eltern zu sorgen (bereits bei Aristophanes). Als Kinderbringer ist er erst seit dem 19. Jahrhundert nachgewiesen. Legt die Störchin keine Eier, bekommt auch die Familie auf deren Haus sie nistet, keinen Nachwuchs. Meist holt der Storch die Kinder aus Brunnen und Teichen, manchmal auch aus einem Felsen. Die guten Kinder trägt er auf dem Rücken, die bösen im Schnabel. Sobald er sein Werk erledigt hat, beißt er die Mutter ins Bein. Um den Klapperstorch anzulocken, kann man Zuckerstückchen aufs Fensterbrett legen. Als die Zahl der Störche zurückging, ging auch die Kinderzahl zurück oder anders ausgedrückt: "Der Pillenkonsum wirkt sich aus: Man sieht kaum noch einen Storch" (Wolfram Weidner). Im Winter, wenn die Störche weggezogen sind, übernimmt der Schwan dessen Rolle. Vereinzelt waren auch Krähen, Geier, Raben und Krähen tätig.

"Was klappert im Hause so laut? Horch, horch!
Ich glaub', ich glaube, das ist der Storch.
Das war der Storch. Seid, Kinder, nur still
Und hört, was gern ich erzählen euch will.
Er hat euch gebracht ein Brüderlein
Und hat gebissen die Mutter ins Bein ..."
(Adelbert von Chamisso "Klapperstorch")



Storch: Redensarten: Da brat mir einer nen Storch (aber die Beine recht knusprig; für erstaunt sein). Der Storch hat angerufen (schwanger sein). Dich hat der Storch gebracht. Frau Storch/Storchentante (Hebamme). Noch an den Storch glauben (noch nicht aufgeklärt sein). Vom Storch ins Bein gebissen werden (schwanger sein). Storchenmode (Umstandskleidung), Storchennest (Ehebett, Auslichtung der Baumkrone bei kranken Bäumen), Storchschnabel (Zeichenhilfe - Pantograph). Flugzeugmarke "Fieseler Storch" (das langsamste Flugzeug der Welt). Pflanzennamen: Storchblume, Storchschnabel (Pflanze).
Sprichwörter: Ein Storch schimpft den andern Langbein.
Sprüche: "Es gibt drei Gemeinsamkeiten zwischen einem Storch und einem Preußen: großer Schnabel, kleines Hirn und der Drang nach Süden" (nach Günther Beckstein). "Hätte seine Mutter ihn nur weggeworfen und statt dessen den Storch behalten" (Mae West). "Lass’ die Störche klappern, es ist ihr Gesang" (Abraham a Sancta Clara).



Storch: Schimpfworte: Storch im Salatbeet (ungelenker, langbeiniger Mensch), storchenbeinig, Storchschnabel (Penis). Als dein Vater dich gesehen hat, da hat er den Storch erschossen (Sprüchekalender).

Kinderreime:
"Storch, Storch, guter,
bring mir einen Bruder!
Storch, Storch, bester,
bring mir eine Schwester!"

Carl Reinhardt "Thema mit Variationen" ("Wenn der Mops mit der Wurst über'n Spucknapf springt / Und der Storch in der Luft den Frosch verschlingt…")

Klapphornvers:
"Zwei Knaben rieten kreuz und quer,
Wo kommen die Klapphornverse her?
Da sprach der andre: ‚Horch,
Die bringt der Klapphornstorch!'"

Aus der alternativen Vogelhochzeit: "Zwei Störche, zwei Störche, / Die vögeln eine Lerche."



Storch: In der Fabel: s. auch Bachstelze, Frosch, Fuchs, Habicht, Wolf. Äsop "Der Vogelfänger und der Storch": Ein Vogelfänger hatte Netze für Kraniche ausgespannt und wartete in einem Versteck auf seine Beute. Als ein Storch sich zusammen mit den Kranichen niedergelassen hatte, kam der Vogelfänger gelaufen und fing zusammen mit den Kranichen auch den Storch. Der flehte ihn an, er möchte ihn doch schonen, denn er füge ja den Menschen keinen Schaden zu. Ganz im Gegenteil: Er sei höchst nützlich, fange er doch die Schlangen und anderes Ungeziefer. Aber der Vogelfänger antwortete: "Auch wenn du noch so tüchtig bist, Strafe verdienst du trotzdem, weil du dich mit Bösewichtern zusammengesetzt hast."
"Weiß denn der Sperling, wie’s dem Storch zumute sei?" (Johann Wolfgang von Goethe "Maximen und Reflexionen").



Storch: In der Literatur: Ernst Moritz Arndt "Der Storch und seine Familie" (1804). Georg Britting "Das Storchennest".
Im Gedicht: Bertolt Brecht "Der Storch bringt nicht die Kinder …" Wilhelm Busch "Die fromme Helene". Adelbert von Chamisso "Der Klapperstorch" und "Die kleine Liese am Brunnen". Matthias Claudius "Das Kind, als der Storch ein neues bringen sollte". Günter Eich "Septemberliches Lied vom Storch". Heinz Erhardt "Der zweifelhafte Storch". Peter Gan "Die Störche". Johann Wolfgang von Goethe "Beruf des Storches" und "Der Storch ..." Günter Grass "Adebar". Anastasius Grün "Storch". Peter Hacks "Der Storch". Johann Peter Hebel "Der Storch". Johann Gottfried Herder "An den Storch".



Storch: Im Gedicht: August Heinrich Hoffmann von Fallersleben u. a. "Alles hat seine Zeit" ("Geht ein Storch dort in dem Mühlenbach…" und "Unser Storch":
"Habt ihr ihn noch nicht vernommen?
Auf dem Dache sitzt er schon.
Unser Storch ist heimgekommen,
Hört doch! hört den frohen Ton!
Klappre du, klappre du klapp klapp klapp!
Klapp klapp klapp!
Klappre du, klappre du immerzu!

Klabund "Der weiße Storch" (Tschang-tsü-tsi). Hermann Löns "Der böse Vogel". Eduard Mörike "Storchenbotschaft" (vertont von Hugo Wolf). Sandor Petöfi "Herbst naht, der Storch verlässt uns bald …" Eugen Roth "Tierleben für jung und alt" (1973). Friedrich Rückert "Der Storch". Heinrich Seidel "Der Sttorch".
Im Märchen: Hans Christian Andersen "Die Störche". Wilhelm Hauff "Kalif Storch" (1825). In der Sage: Brüder Grimm "Die Störche" und "Die treulose Störchin".



Storch: Im Film/Filmtitel: u. a. "Christine und die Störche" (1962). "Der Klapperstorchverband" (1919). "Der schwebende Schritt des Storches" (1991). "Der Storch streikt" (1931). "Der ungerechte Klapperstorch" (1984). "Maybe baby – Am Anfang war der Klapperstorch" (1987). "Störche kommen, wann sie wollen" (1988). "Storchenpost" (1962). "Zeit der Störche" (1971).
In der Malerei: u. a. Albrecht Dürer (Zeichnung). Ludwig Richter u. a. "Der Storch". Carl Spitzweg "Der Klapperstorch" (1885).



Storch: Im Lied (vgl. auch August Heinrich Hoffmann von Fallersleben "Ein schweres Rätsel":
"Auf unsrer Wiese gehet was,
watet durch die Sümpfe,
es hat ein schwarz-weiß Röcklein an
trägt auch rote Strümpfe;
fängt die Frösche, schnapp, schnapp, schnapp,
klappert lustig klapperdiklapp:
Wer kann das erraten?"
Die Lösung folgt in der zweiten Strophe: Es ist nicht, wie vermutet der Storch, sondern die Störchin! "Klapperstorch" und "An den Storchschnabel" (aus "Des Knaben Wunderhorn").



Störche: s. auch Storch



Straßen: s. auch Straße



Strauch: Pflanzenname: Strauchwicke. Fabeln: Äsop "Die Wanderer und das Strauchwerk": Wanderer, die an einer Küste entlang gingen, sahen ein Strauchwerk, das in der Ferne hinschwamm. Sie glaubten jedoch, es sei ein großes Schiff. Als nun das Strauchwerk, vom Wind herangetrieben, in ihre Nähe kam, meinten sie immer noch, dass es ein Schiff sei, freilich nicht mehr ein so großes wie vorher. Erst als es ziemlich nahe herangeschwommen war, erkannten sie, dass es ein Strauch war, und sie sagten zueinander: "Auf dieses Nichts haben wir umsonst gewartet." Schimpfwort: Strauchdieb, Strauchnatter (baumbewohnende Schlange), Strauchritter. Kollegenschelte: Sein Geburtsort ist auf der Landkarte nur als Gebüsch eingezeichnet.
Im Gedicht: Bertolt Brecht "Liebeslied III" ("Sieben Rosen hat der Strauch ...") Max Dauthendey "Es hängt der Goldregen seinen Träumen nach" und "Wir erkannten die Sträucher noch nicht". Klabund "Sommerbetrachtung" ("Hier saß ich oft. An diesem grünen Strauch ...") Georg von der Vring "Antwort des Mädchens" (Seidelbast), "Blühender Schneeballstrauch", "Des Jahres Herbststrauch" und "Im Herbststrauch".
Im Lied: "Das Rautensträuchlein" (in "Des Knaben Wunderhorn").
S. auch Hagebutte, Schlehe, Wacholder, Weide, Weißdorn



Sträucher: s. auch Strauch



Strick:
"Das Kind hängt an der Mutter,
der Bauer an dem Land,
der Protestant an Luther,
das Ölbild an der Wand.
Der Weinberg hängt voll Reben,
der Hund an Herrchens Blick,
der eine hängt am Leben,
der andere am Strick …"
(Heinz Erhardt "Anhänglichkeit").



Strick: Redensarten: An einem Strick (Strang) miteinander ziehen. Den Strick verdient haben. Den Strick zum Hängen nicht wert sein. Die Kleider hängen an ihr wie der Strick am Galgen (für schlecht gekleidet). Du wirst doch nicht gleich zum Strick greifen/den Strick nehmen! (dich aufhängen). Einem den Strick um den Hals legen. Jemandem bleibt nur noch der Strick (für ausweglos). Jemandem einen Strick aus etwas drehen (und ihn daran aufhängen). Jemanden am Narrenseil führen (Scherze mit jemandem treiben). Sich in etwas verstricken. Über die Stränge schlagen (von eingespannten Pferden, die ausschlagen). Wenn alle Stricke reißen (Ausweg im schlimmsten Fall. Wenn alle Stricke reißen, erschieße ich mich). Fallstricke, Strickleiter.
Sprichwörter: Frauenbrüste ziehen stärker als Hanfstricke (Spanien). Gott beschert wohl die Kuh, Aber nicht den Strick dazu. Hoffnung ist ein Seil, auf dem viele Narren tanzen (Russland). Im Hause des Gehänkten soll man nicht vom Strick reden (Spanien). Sie gingen ihn zu hängen, da wünschte er sich einen bunten Strick (arabisch). Wenn man einen hängen will, findet sich noch allemal ein Strick (tschechisch). Wer fremden Hund anbindet, gewinnt nichts als den Strick.



Strick: Sprüche: Die größte Angst aller Marionetten ist: Alle Stricke könnten reißen. Wussten Sie schon, dass bei Henkern viel vom Strick abhängt?
Vergleiche: "Die Kapitalisten werden uns noch den Strick verkaufen, mit dem wir sie aufknüpfen" (Wladimir Iljitsch Lenin). "Grobe Fehler werden oft, wie dicke Seile, aus einer Vielzahl dünner Fäden gemacht" (Victor Hugo). "Marionetten lassen sich sehr leicht in Gehenkte verwandeln. Die Stricke sind schon da" (Stanislaw Jerzy Lec).
Schimpfworte: Strick (Taugenichts, verkürzt aus Galgenstrick; Krawatte).



Strick: Im Gedicht: Bertolt Brecht "Der abgerissene Strick".
Im Film /Filmtitel: u. a. "Der Galgenstrick" (1977/78). "Strick am Hals" (1948). "Wenn alle Stricke reißen" (1958).



Stricke: s. auch Strick



Stroh: Ist man mit den Hühnern unzufrieden, weil sie zu wenige Eier legen, kann man ihnen Stroh vom Ehebett ins Nest legen. Zum Sterben soll man sich nach dem Volksglauben auf einen Strohsack legen, dann fällt der Tod leichter. Die arme Müllerstochter musste Rumpelstilzchens Hilfe annehmen, um Stroh zu Gold zu spinnen.
Redensarten: Das Feuer mit Stroh löschen (falsche Lösung). Etwas brennt wie Stroh. Leeres Stroh dreschen (Demagogen nennt Gerhard Bronner Leute, "die das Stroh in den Köpfen anderer Leute dreschen"). Strohhalm (Bäume wie Strohhalme knicken. Nach einem Strohhalm greifen. Der rettende Strohhalm). Sich an einen Strohhalm klammern. Stroh im Kopf haben ("Wer Stroh im Kopf hat, muss vor dem Funken der Wahrheit auf der Hut sein" Beate Kuckertz. Halmwurf (Rechtsbrauch). Tiernamen: Halmfliege, Halmwespe.
Strawberry (Erdbeere), Strohblond, Strohblume (Trockenblume, auch Pflanzenname), Strohfeuer (Kollegenschelte: Seinen leeren Kopf verdankte er einem unglücklichen Umstand: Gedankenblitz entzündete Strohfeuer), Strohleichen ("Körper von unter meist mysteriösen Umständen im Urlaub ums Leben gekommen Touristen, denen alle verwendbaren Organe entnommen sind, bevor sie unter der Hülle ausgestopft, zurück in ihre Heimat übergeführt werden" "Der Spiegel"). Strohmann (vorgeschobene Person. "Männliche Vogelscheuche" K. de Rottwinkel), Strohsack (Auf dem Strohsack liegen = ein faules, ausschweifendes Leben führen. O du heiliger Strohsack! Ausruf des Erstaunens bzw. der Verzweiflung). Strohtrocken, Strohwitwe (Frau, deren Mann auf Reisen ist)



Stroh: Strohwitwer ("ein Mann, der leicht Feuer fängt", "Strohwitwer sind jederzeit entflammbar; da ist ganz einfach materialbedingt" (Helen Vita), "Kreuzung zwischen Junggeselle und Ehemann" Robert Lembke. "Strohwitwer sind wie Zündhölzer: auch ältere Schachteln können sie noch entflammen" Edi Welz).
"Gott verzeih's meinem lieben Mann,
Er hat an mir nicht wohlgetan!
Geht da stracks in die Welt hinein
Und lässt mich auf dem Stroh allein."
(Johann Wolfgang von Goethe "Faust"
Was ist der Unterschied zwischen einem Witwer und einem Strohwitwer? Der Witwer weiß, wo seine Frau schläft.



Stroh: Sprichwörter: Der Mann ist das Feuer, die Frau das Stroh, der Teufel der Blasebalg. Der Teufel kann einen am bloßen Strohhalm aufängen. Wer Stroh im Kopf hat, hat keinen Platz für den Verstand). Wer sein Bett verkauft, muss auf Stroh schlafen. Wer Stroh im Kopf hat, sollte kein Feuer legen.



Stroh: Sprüche: Er hat seinen Kopf auch nur, dass er das Stroh nicht unterm Arm zu tragen braucht. "Man empfindet es oft als ungerecht, dass Menschen, die Stroh im Kopf haben, auch noch Geld wie Heu besitzen" (Gerhard Uhlenbruck). Strohköpfe sind immer schnell Feuer und Flamme. Wenn ein Geistesblitz in einen Strohkopf einschlägt, gibt es Feuer. " Veganer haben nicht viel zu verlieren, außer das Stroh im Kopf" (>Marion Gitzel).
Vergleiche: "Der Journalismus ist ein Terminhandel, bei dem das Getreide auch in der Idee nicht vorhanden ist, aber effektives Stroh gedroschen wird" (Karl Kraus). "Er hat Stroh am Horn. Nichts wie weg!" (Horaz "Sermones"). Kollegenschelte: Er hält sehr viel von Feuerschutz. Aus Angst, das Stroh in seinem Kopf könnte sich entzünden, hat er das Rauchen aufgegeben.
Schimpfworte: Strohdumm, strohdürr, Strohkopf (blonde, auch dumme Person. "Strohköpfe fangen leicht Feuer, Strohwitwen auch" Gerhard Uhlenbruck), Strohmann (einen Strohmann vorschieben).



Stroh: Kindermund:
"Heut Nacht schlafen wir auf Stroh,
Da sticht uns keine Feder
Und beißt uns kein Floh."

Im Gedicht: Heinz Erhardt "Der Strohhut" und "Die Starlets". Ludwig Ganghofer "Am Stroh". Adolf Friedrich von Schack "Der Strohhalm". Walther von der Vogelweide "In Zweifelsucht und trübem Wahn …" "Im Märchen: Brüder Grimm "Strohhalm, Kohle und Bohne".
In der Malerei: Francisco de Goya y Lucientes "Die Strohpuppe" (Teppichentwurf) (1791-92).



Stroh: Im Film/Filmtitel: u. a. "Der blaue Strohhut" (1949). "Der letzte Strohhalm" (1987). "Der Strohhut" (1971). "Der Strohmann" (1958, 1976). "Die Strohpuppe" (1963 mit Gina Lollobrigida). "Ein italienischer Strohhut" (1927). "Strohfeuer" (1914, 1972). "Strohwitwer" (1931).
S. auch Spreu



Stute:
"Brüllt auf grünenden Au'n doch die Kuh entgegen dem Stiere,
Zum starkhufigen Hengst wiehert die Stute zuerst"
(Ovid "Liebeskunst").
Plinius glaubte, der Nordwind befruchte die Stuten. Die heutigen Araberpferde sollen auf die berühmten fünf Stuten Mohammeds zurückgehen. "Für Pferde ausgegebenes Geld ist in den Augen Gottes ein ihm eigenhändig dargebrachtes Almosen", meinte der Prophet. Wenn eine Schwangere eine tragende Stute berührt, wird sie leichter entbinden. Stutenmilch soll gegen Husten und Nierenleiden helfen. Die Esten glaubten, wer auf einer Stute zur Brautschau ausreite, bekomme später lauter Mädchen. In Petersburg erzählte man sich, die Kaiserin Katharina die Große "habe sich von ihrem Leibschreiner eine hölzerne Stute bauen lassen, mit zweckmäßiger Innenausstattung. Darin liege sie nun des Öfteren und erprobe nach den Reitern deren Pferde" (H. Haefs). Mohammed besaß fünf Stuten.
"Auf, auf!", sprach die Stute zum Hengst,
Die andern tun’s schon längst.



Stute: Redensarten: Stottern wie eine alte Stute pisst.
Schimpfworte: Stute (Frau, Mädchen), Stutenschule (Mädchenschule), Benzinstute (Autofahrerin), Pornostute (Prostituierte), Stutenbissigkeit (Rivalität unter Frauen, Sportlerinnenjargon), warme Stute (Lesbierin), Zuchtstute (kinderreiche Mutter).
Aristophanes: "Die Wespen":
"Ja und gestern, als am hellen Mittag ich zur Dirne ging
Und begehrte, sie als Stute zu gebrauchen, schrie sie wild:
'Denkst du hier auf uns zu reiten wie einst Ritter Hippias?'"

Volksmund:
"Auf auf, sprach die Stute zum Hengst,
Die andern tun’s schon längst!
Da sprach der Hengst zur Stute:
Leck mir erst mal meine Rute!"



Stute: In der Literatur: Giovanni Boccaccio "Das Dekameron" (9. Tag. Pietro bat den Priester Gianni, seine Frau in eine Stute zu verwandeln. Als nun Gianni "nichts weiter mehr als den Schweif anzusetzen hatte, machte er sich fertig und schob hurtig den Menschenpflanzer an den delikatesten Ort, den man aber nicht nennt". Das missfiel Pietro und er widerrief die fast gelungene "Umwandlung").
Im Gedicht: Adelbert von Chamisso "Herr Roland ein seltsamer Roßkamm, / Als feil er die Stute bot ..." Felix Dahn "Die Geschichte von der grauen Stute". Friedrich Rückert "Beschreibung einer Stute".
Im Film/Filmtitel: u. a. "Die grüne Stute" (1959). "Die Stute" (1978). "Die Stute Flora" (Serie "Die seltsamen Methoden des Franz Josef Wanninger"). "Heiße Stuten" (1969 Sexfilm). "Wilde Stuten" (1969 Sexfilm).
Schlager: "Chestnut mare" (The Byrds).



Stuten: s. auch Stute



Sühnekreuz: Im Gedicht: Hermann Löns "Der Kreuzstein":
"Es steht ein Stein am Wege,
Ein alter, grauer Stein;
Es grub in ihn der Steinmetz
Kreuz und Beil hinein ..."



Sumpf: Sümpfe gelten als Eingang zur Hölle. Am Abend badet der Teufel in ihnen. Geister hausen gern in Sümpfen. Sumpffieber (Malaria), Tiernamen: Sumpfdeckelschnecke, Sumpfhuhn, Sumpfmeise, Sumpfschildkröte. Pflanzennamen: Sumpfdotterblume (Blume des Jahres 1999), Sumpfeibisch, Sumpfgarbe, Sumpfglanzkraut, Sumpfhelmkraut, Sumpfkresse, Sumpfmoos, Sumpfquendel, Sumpfwurz.
Redensarten: Sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen.
Sprichwörter: Wer einen Sumpf trocken legen will, darf nicht die Frösche fragen. Im Sumpf der Großstadt. Wirf deinen Wanderstab nicht fort, ehe du aus dem Sumpfe bist!
Vergleiche: "Das Licht, das so genannte offizielle Mitteilungen verbreitet, ist oft nichts als ein Irrwisch, der uns in Sümpfe führt" (Ludwig Börne). "Die Gewässer der Religion fließen ab, und zurück bleiben Sümpfe und Weiher" (Friedrich Nietzsche). "Gleichgültigkeit ist eine einsame, duftlose Blume, die auf dem Sumpf erblüht" (Carmen Sylva). "Korruption ist die laufende Bewässerung bereits vorhandener Sümpfe" (Wolfgang Gruner). Lieber über Nacht versumpfen als im Sumpf übernachten. Kinderreime: "Sechs kleine Negerlein, die gingen in die Sümpfe. / Das eine ist drin stecken blieben, da waren’s nur noch fünfe."
Kinderlied:
Hoppe, hoppe Reiter,
Wenn er fällt, dann schreit er,
Fällt er in den Graben,
fressen ihn die Raben,
Fällt er in den Sumpf,
Macht der Reiter plumps."

Schimpfworte: Sumpfblüte/Sumpfdotterblume (verkommene Person, Prostituierte), Sumpfhenne (Frau, die säuft und hurt, E. Borneman), versumpfen.



Sumpf: In der Literatur: André Gide "Die Sümpfe" (1895, deutsch 1905). Upton Sinclair "Der Sumpf" (1906).
Im Gedicht: Richard Dehmel "Über den Sümpfen". Johann Wolfgang von Goethe "Faust" ("Ein Sumpf zieht am Gebirge hin ...") In der Malerei: u. a. Max Klinger Wandbild der Villa Albers: "Sumpflandschaft" (1884-85). Jacob van Ruisdael "Waldsumpf".
Im Film /Filmtitel: u. a. "Das Ding aus dem Sumpf" (1981). "Das grüne Ding aus dem Sumpf" (Fantasyfilm 1989). "Dem Sumpf entronnen" (1957). "Die Gruft in den Sümpfen" (1995). "Die Sumpfblume" (1913). "Eurocops: Sumpfblüten" (1993). "Hetzjagd im Sumpf" (1973). "Himmel über den Sümpfen". "Im Sumpf" (1996). "Kidnappped – Tödlicher Sumpf" (2000). "Killer aus dem Sumpf" (1971). "Sumpf" (1999 TV-Serie "Polizeiruf 110"). "Sumpf des Grauens" (1983). "Sumpf des Unheils" (1957). "Sumpf des Verbrechens" (1949). "Sumpf unter den Füßen" (1958). "Tödlicher Sumpf" (1985). "Vier Frauen im Sumpf" (1956). "Vom Rande des Sumpfes" (1919). "Welt im Sumpf" (1922).



Sümpfe: s. auch Sumpf



Susanna (hl.): Patronin der Obstbäume, daher auch mit einem Apfel abgebildet.



Süßholz: Lakritzenholz. Bereits in der Antike bekannt. "Dem Geisteskranken nützt es sehr, wenn er es oft isst, weil es die Wut in seinem Gehirn auslöscht" (Hildegard von Bingen). Napoléon Bonaparte soll stets Süßholzpulver bei sich getragen haben. Die Wurzel der Süßholzpflanze wurde in früheren Zeiten zu "Bärendreck" verarbeitet. Im Film Goldrausch konnte Charlie Chaplin seine Schuhe und Schnürsenkel verspeisen, weil diese aus Lakritze gefertigt waren. In Bamberg gehörte ihr Anbau zur Gärtnermeisterprüfung. Arzneipflanze des Jahres 2012.
Redensarten: Süßholz raspeln (Komplimente machen, schon bei Hans Sachs).
Vergleiche: Mit einem bitteren Geschmack im Mund kann man nicht Süßholz raspeln. Schimpfworte: Süßholzraspler (jugendlicher Liebhaber).





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© Hans Baier 2017